Elf Minuten von Paulo Coelho (5/5)

Maria, eine junge Brasilianierin verlässt ihren kleinen Heimatort um Urlaub in Rio de Janeiro zu verbringen. Dort wird Sie von einem Schweizer zum Essen eingeladen, der ihr einen Job mit „vielen Dollars“ anbietet. Europa lockt, Geld, Maria nimmt das Angebot an und landet (natürlich) in einem Nachtclub in Genf/Schweiz.

Diesen ersten Job verliert sie relativ schnell, also macht sie sich selbstständig daran einen neuen Job zu suchen. Denn zurück nach Hause möchte sie in keinem Fall.

Womit kann man als junge Brasilianierin schnelles Geld verdienen, überlegt sie sich…. wäre es eine Schande eine gewisse Zeit als Prostituierte ihr Geld zu verdienen? Nur für ein Jahr? Nein, findet Maria – das wäre es nicht.
Also begibt sie sich in das Rotlichtviertel von Genf und beginnt in einem Edel Nachtclub als Prostituierte zu arbeiten.

Sie setzt sich bereits zu Anfang ihrer Tätigkeit einen festen Termin, zu dem sie nach Hause zurückkehren will.
Mit dem angesparten Geld, zurück zu ihren Eltern und ihnen ein angenehmes und gesichertes Leben im Alter ermöglichen…..

„Elf Minuten“ ist mein erster Roman den ich von Paulo Coelho gelesen habe und ich habe ihn eigentlich auf Grund des Klappentextes gekauft. Die „Elf Minuten“ beziehen sich darauf, wieviel Zeit für den reinen Sex übrig bleiben, wenn man Ausziehen vorher, Schutzvorkehrungen treffen und nachher wieder anziehen abzieht.

Ich war sehr angenehm überrascht, wie sinnlich, erotisch und leidenschaftlich ein Mann die Gefühlswelt einer Frau beschreiben kann. Coelho hat einen flüssigen Schreibstil mit angenehm gehobener Wortwahl, wie ich sie mag. Er nimmt in Punkto Sex kein Blatt vor den Mund (selbst wenn es um die dunklen Seiten der Lust geht), was an John Irving erinnert hat.

Coelho beschreibt die Wünsche und Sehnsüchte seiner Protagonistin Maria nach einer erfüllten Liebe und einer leidenschaftlichen Sexualität. Ob es diese Kombination wirklich gibt, weiss sie selber nicht und möchte eben das herausfinden.

Die Erzählung  ist zweigeteilt.
Zum einen wird der Handlungsstrang erzählt, der Marias Alltag und ihre Freizeitgestaltung beschreibt. Die Menschen die sie kennenlernt werden in die Handlung schön verwoben ( selbst die Bibliothekarin bekommt einen tiefen Charakter und wird nicht nur am Rande erwähnt).
Zum anderen sind immer wieder Tagebucheinträge der Protagonistin zu lesen, die hochphilosophisch und intellektuell geschrieben sind, was man zuerst einmal von einem jungen Mädchen, dass für Geld „Liebe macht“ nicht erwartet.

Ich möchte einen kleinen Teil zitieren, er gibt die Stimmung der Geschichte finde ich sehr schön wieder:

„Wer genau hinschaut und den Menschen entdeckt, von dem er immer geträumt hat, der weiß, daß die sexuelle Energie noch vor der körperlichen Vereinigung da ist. Die größte Lust ist nicht der Sex, es ist die  Leidenschaft, mit der dieser praktiziert wird. Wenn diese Leidenschaft von hoher Qualität ist, vollendet der Sex den Tanz, aber er ist niemals das Wichtigste“.

Wie Coelho im Nachwort schreibt, wollte er ein Buch über das schwierige Thema Sex schreiben, weil er denkt, daß Männer eben nicht nur an das „Eine“ denken. Ich mag dieses Wort gar nicht aber hier passt der „Frauenversteher“ tatsächlich.
Er hat es geschafft eine sinnliche, prickelnde Stimmung zu erschaffen, die zeigt, dass der Sex eben einfach mehr ist als der reine Akt und das es auch Männer gibt, die genau diesen Sex mögen/wollen/können. Die Geschichte seiner Hauptfigur basiert übrigens auf einer wahren Begebenheit.

Wie es ausgeht, ob es ein Happy End gibt oder nicht, verrate ich nicht… denn selber lesen lohnt sich unbedingt!

Bewertung: 5 von 5 Sternen für eine erotische, sinnliche und faszinierende Reise ins Reich der eigenen Wünsche und Sehnsüchte.

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