Irrwege von Holger Weinbach – Teil II der Eiswolf-Saga (4,5/5)


Erschienen als Taschenbuch im ACABUS-Verlag
Preis: 13,90 €
ISBN-Nr.: 978-3-941404-29-8

Mittlerweile wird das Jahr 960 geschrieben und Faloán befindet sich gemeinsam mit seinem Gefährten Konrad in der Verbannung, in dem absolut strengen Columbankloster in dem Prior Walram seine Kindheit verbracht hat. Er pflegt dorthin noch sehr gute Kontakte und leider hat er sich durchgesetzt als es um die Auswahl des Verbannungsortes anging. Konrad und Faloán werden dort auf eine harte Probe gestellt, denn ihr Alltag ist mehr als schwerlich und unangenehm. Zusätzlich kann der Novize nicht aufhören sich ständige Sorgen um Svea, seine große Liebe, zu machen. Gemeinsam mit Konrad entwickelt er einen Fluchtplan. Er muss heraus aus diesem Kloster und zurück nach Neustatt. Um diesen Plan zu verwirklichen, müssen sich Faloán und Konrad des mehr als seltsamen Bruders Clemenza annehmen, der eine sehr angsteinflössende Person ist.

Der Edelmann Brandolf sieht sich immer noch an den Eid gebunden, den er dem sterbenden Grafen Farold geleistet hat und sucht nach wie vor dessen geflohenen Sohn Rogar. Doch Rurik, Farolds Bruder und mittlerweile zum Grafen ernannt, lässt nichts unversucht sich ihm in den Weg zu stellen. Plötzlich trifft Brandolf auf einem Marktplatz auf zwei Pilger und rettet ihnen – aus dem Bauch heraus – die Haut.
Sind dies wirklich Pilger? Deren Herkunft lässt Brandolf keine Ruhe, er nimmt sich ihrer an und er gibt die Nachforschungen nicht auf. Drago, Sohn des Rurik und ehemaliger Novizenbruder von Faloán hat sich zu einem bösartigen jungen Mann entwickelt, der seine Macht ausspielt und dann, als sein Vater nicht nach seinen Vorstellungen handelt, eigene Pläne entwickelt… doch da waren noch die Eiswölfe, die Männer, die seinerzeit die Grafenburg überfallen und dort das Massaker angerichtet haben sollen, bei dem Faloán (Rogars) Eltern zu Tode kamen…

Der zweite Teil der Eiswolf Saga knüpft nahtlos an Teil I an, was mir sehr entgegenkam. Somit hatte man in keinster Weise das Gefühl irgendetwas verpasst zu haben. Die Geschichte ist wieder sehr spannend und fesselnd und man kann schwerlich aufhören zu lesen. Immer möchte man wissen, wie es nun weitergeht. Der Schreibstil ist erneut sehr gut. Ich finde ein Autor wächst mit jedem Roman selber und verbessert den Stil, das ist auch hier festzustellen. Die Entwicklungen der verschiedenen Charaktere sind gut und eingehend beschrieben und hochinteressant. Wieder einmal hatte ich das Gefühl wirklich in dieser Zeit zu sein. In den dunklen Klostermauern, in den kalten Wäldern, auf den belebten Marktplätzen und in den Schlaflagern unter den Burgbewohnern. Es gab einige Lieblingsszenen die ich eigentlich nicht verraten darf, da sie der Handlung vorgreifen aber der Kampf, der Konrad auf die Probe stellte, der war eine dieser Stellen :-).
Weinbach hat wieder Fäden gesponnen, die auf den dritten Teil hinwirken. Hier konnte ich Dinge erahnen aber was oder wer sich wohinter nun genau verbirgt, habe ich noch nicht durchschaut. Ich denke auch, dass das nicht wirklich nötig ist. Dies sind Dinge die dann im nächsten Band behandelt und aufgelöst werden und man als Leser dann einfach mal so hinnehmen muss. Das Finale war sehr dramatisch und eigentlich sehr unbefriedigend… denn man blättert dann um und denkt: Wie? Schluß? Tja, da bleibt es nur zu hoffen, dass Holger Weinbach mit der Arbeit an dem dritten Teil gut vorwärts kommt, damit ich nicht so lange auf die Fortsetzung warten muss. Denn ich bin sehr gespannt und freue mich darauf weiterzulesen.

Ich habe wieder 4,5 von 5 Punkten in der Gesamtbewertung vergeben. Wobei sich die 0,5 Punkte Abzug noch einmal auf das Erscheinungsbild des Buches beziehen und nicht auf den Roman! Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man die Seiten ein wenig auflockern könnte und nicht so eng beschreiben muss. Ich habe hier immer den Eindruck, Verlage möchten Seiten und somit Kosten sparen. Das ist eigentlich schade. Und leider ist die Inhaltsangabe auf der Rückseite wieder „unordentlich“. Weder im Blocksatz, noch zentriert geschrieben und somit für mich – die ein rundum schönes Erscheinungsbild eines Buches schätzt – unaufgeräumt.

Möchtet ihr noch ein wenig über den Autor erfahren?

Hier auf Buchwelten gibt es ein  aktuelles Interview mit Holger Weinbach —> Interview 03.05.2011

© Buchwelten 2011

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2 thoughts on “Irrwege von Holger Weinbach – Teil II der Eiswolf-Saga (4,5/5)

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