131 Briefe von Michael Schröder (5/5)

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131 briefe

Erhältlich als Taschenbuch im
TITUS – Verlag
Preis: 11,90 €
ISBN-Nr.: 978-3-942277-17-4

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131 Briefe erzählt die Geschichte einer ersten großen Liebe in einem Dorf in der Pfalz in der Zeit 80er Jahre. Ronny erzählt als Erwachsener  in Rückblicken diese Geschichte. Iris war der Name seiner ersten Liebe und 30 Jahre nach dieser Zeit kehrt er in sein Heimatdorf zurück, holt sich einen Karton mit 130 Briefen – die Iris ihm im Laufe der Jahre schrieb – vom Speicher und begibt sich auf eine (für ihn nicht leichte) Reise zurück in die Vergangenheit….

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Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht von der Handlung verraten. Mein erster Gedanke war: 131 Briefe und er hat nur 130 ? Nun, die Erklärung gibt es … Der Roman erzählt eine Liebesgeschichte, wie ich selber sie hätte erleben können. Denn auch  ich war ein Teenager in den 80er Jahren und gerade darum hat es mir große Freude bereitet als Leserin diese Reise in die Vergangenheit mit zu unternehmen. Schröder hat die Geschichte aus der Ich-Perspektive geschrieben, was den Leser natürlich denken lässt, er erzählt hier seine eigene Geschichte. Dies ist aber nicht der Fall, darauf weist er auf seiner Internetseite ausdrücklich hin. Dort gibt es eine eigene Rubrik über die Hintergründe, Auslöser und Schauplätze zum Roman. Ein Klick dorthin lohnt sich, denn der Autor gibt hier sehr schöne Zusatzinformationen preis. Desweiteren gibt es nicht abgedruckte Szenen nachzulesen:

Fanpage 131 Briefe

Schröder wollte eine Liebesgeschichte schreiben und zwar eine realistische und keine triefende, an den  Haaren herbeigezogene. Und das ist ihm mit 131 Briefe voll auf gelungen! Der Roman erzählt so authentisch, dass ich hätte schwören können, er selber verbirgt sich hinter Ronny und es gibt seine Iris wirklich. Er schreibt in einem lockeren, oft auch umgangssprachlichen Schreibstil. Der ist in diesem Fall aber gar nicht fehl am Platz, denn die Geschichte erzählt nun einmal ein 15-jähriger und damals haben wir so gesprochen. Dennoch hat er in die Handlung sehr viele Gefühle eingebaut und das macht einfach große Freude zu lesen. Er hat an einer Stelle beschrieben, was ihm das „schmusen“ bedeutet und diese ist eindeutig eine meiner Lieblingsstellen im Buch. Alle Höhen und Tiefen dieser Lebensphase werden erzählt und es ist auch sehr traurig.

Ich würde mir wünschen solch ein Buch in einer Buchhandlung auf den grossen Tischen liegen zu sehen, ich würde es sofort kaufen! Wenn ich einen Buchladen betrete und in den Teil mit den „Liebesgeschichten“ komme und mich ca. sieben Bücher anschauen, die alle die gleiche Farbe, Aufmachung und Schriftzug haben wie z.b. „P.S. Ich liebe dich“, dann denke ich nur „oh neeee, wieviele denn noch?“ Bei diesen Roman würde ich nicht mal in die Versuchung gelangen, den Klappentext zu lesen.

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131 Briefe wird vom TITUS Verlag in einem wirklich schönen Cover präsentiert. Ein helles Grün, die Scherenschnitte unter dem Baum und die bunten Kringel, die bereits ein bisschen auf die 80er Jahre hindeuten. Die Rückseite zeigt die gezeichnete Silhouette des  kleinen Dorfes, darüber ist die Inhaltsangabe linksbündig geschrieben.

Die Seiten sind relativ eng beschrieben aber nicht in einer zu kleinen Schrift, die Ränder sind großzügig und somit ist auch das innere Erscheinungsbild des Buches ansprechend.

Auch das vorne im Buch eine Beschreibung über den Autor, zusammen mit einem Foto abgedruckt sind, empfinde ich als professionelle Aufmachung des Werkes.

Mein Fazit: Ein Liebesgeschichte, die schön und voller Gefühl aber keinesfalls kitschig ist. Die einfach nur Freude bereitet und auch traurig macht. So real geschrieben, dass es wie ein autobiographisches Werk und nicht wie ein Roman rüberkommt. Verpackt ist die Geschichte zwischen zwei hübsche Buchdeckel und ich würde mir wünschen, dass solche Werke mittelständischer Verlage unbedingt in den Buchläden ausliegen.

131 Briefe bekommt von mir die volle Punktzahl 5 von 5 Sternen.

Ich kann das Buch nur weiterempfehlen und ich werde das nächste Werk von  Michael Schröder unbedingt lesen. Bislang habe ich einen Krimi von ihm gelesen (Jeder Tag endet mit dem Tod – EPIDU Verlag) und mit diesem Werk hat auch dieser Autor wieder einmal bewiesen: Man muss und soll sich als Schriftsteller nicht auf ein Genre festlegen (lassen?) ….

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© Buchwelten 2011

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4 thoughts on “131 Briefe von Michael Schröder (5/5)

  1. Hallo Marion,

    Dem kann ich als Autor nur ein „Danke“ hinzufügen. Ich bin wirklich beeindruckt, wie gut du Rezensionen schreiben kannst, dass ich dir alle meine folgenden Bücher schicken werde, sobald sie verlegt wurden 🙂

    Ich hatte mit kritischen Worten gerechnet – da Frauen Liebesgeschichten sicherlich anders lesen, wie Männer – und ich mir nie sicher bin, ob die Magie der 80er jeden so treffen, wie die Betroffenen.

    Aber – Hut ab – ich bin glücklich Dich auf dem Wege unterhalten zu haben 🙂 Und danke, dass du den Schluss nicht verraten hast … 🙂
    Mit freundlichen Grüßen,
    Michael Schröder

  2. Hallo Michael,
    freut mich, wenn sie dir gefällt – ich hatte grossen Spass und ich freue mich jetzt schon, wenn du dein Versprechen hälst 😉 und mir deine weiteren Werke schickst. Ich bin gespannt.

    Natürlich habe ich den Schluß nicht verraten, es ist ohnehin schon immer eine Gratwanderung Einblick in die Handlung zu geben und nicht zuviel zu verraten…

  3. Pingback: Buchwelten im Gespräch mit Michael Schröder « Buchwelten

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