Der kalte Hauch des Flieders von Judith Hawkes (4,5 von 5)

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Erhältlich als Taschenbuch
Rowohlt Taschenbuch Verlag
Preis: 8,90 €
ISBN-Nr.: 3-499-23669-9

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Das Ehepaar Sally und David Curtiss, beide beruflich in der Wissenschaft der Parapsychologie zu Hause, erhalten die Chance schlechthin. Sie können das alte Gilfoy Haus anmieten. Dort soll es angeblich spuken und das alte große Anwesen mit den hohen Giebeln hat schon viele Mieter aus seinen Räumen vertrieben. Es liegt in der Kleinstadt Skipton in Neuengland, umgeben von einem verwilderten Garten und hohen Bäumen. Die Ereignisse, die die etlichen Vormieter fortjagten haben (die kürzeste Mietdauer betrug 10 Tage!) sind genau das, was Sally und David brauchen. Sie wollen nachweisen, ob es in dem Haus tatsächlich paranormale Anwesenheiten oder Erscheininungen gibt. Voller Erwartungen, Vorfreude und ausgerüstet mit einer Menge „High-Tech“ richten sie sich in dem uralten Haus ein.

Sally, die über telepathische Kräfte verfügt, diese aber in der Regel unterdrückt, hat vom ersten Tag an das Gefühl, dass die Vergangenheit des Hauses nicht ruht. Jedoch geschieht nichts, was auf parapsychologisches Wirken hinweist. Um die Forschungsarbeit ein wenig zu beschleunigen ziehen die beiden ein Medium hinzu, welches Kontakt zu evtl. Verstorbenen in dem alten Gemäuer aufnehmen soll.

Dies gelingt, allerdings entwickelt sich die ganze Forschungsarbeit anders als erwartet. Sally spürt, dass sich das Wesen ihres Mannes verändert, dass er nicht mehr er selbst ist. Doch wer ist er dann? ….

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Mehr verrate ich nicht, auch wenn ich noch einiges anschneiden könnte, ohne zuviel von der Handlung zu verraten. Doch ich möchte das Buch zum Lesen empfehlen, weil es eine richtig schöne Lektüre ist. Kein Horrorschocker, ganz und gar nicht. Die Autorin hat es geschafft eine wunderbare Atmosphäre zu erschaffen. Ruhig, still, dennoch in der Spannung immer weiter ansteigend erzählt sie die Geschichte des alten Hauses und dem Unglück, das darin geschah. Sie beschreibt sehr genau und bildlich wie z.b. Lichtverhältnisse das Haus verändern, wie Gerüche die Protagonistin in ihren Bann ziehen.

Sie schafft es eine angenehme Gänsehaut zu verschaffen aber dennoch die leise Stimmung des Buches beizubehalten. Die Charaktere hat sie detailliert beschrieben, ihre Gedanken, ihr Handeln und die seelische und auch körperlichen Veränderungen, die langsam und schleichend geschehen.

Die Autorin erklärt vieles über die Wissenschaft der Parapsychologie, gibt Texte aus Lehrbüchern (kein trockener, langweiliger Sachbuchstoff!) wieder und vermittelt so einen interessanten Einblick hinter die Kulissen.

Hawkes hat das Buch in drei Teile aufgeteilt. Der erste Teil „David“ ist komplett aus der Sicht des Wissenschaftlers geschrieben.

Der zweite Teil „Collin“ erzählt aus der Sicht des Bibliothekars Collin, der Sally und David ein wahrer Freund wird und ihnen in ihren Recherchearbeiten hilft, wo er nur kann. Collin ist in der Kleinstadt geboren und kennt demnach viele Menschen, die das „Spukhaus“ bewohnt haben, persönlich.

Der dritte Teil „Sally“erzählt dann die Geschichte aus Sicht der weiblichen Protagonistin, die spürt, dass etwas in diesem Haus überhand nimmt und das Experiment eigentlich abbrechen will. Ihr Mann David weigert sich jedoch und im Stich lassen kann und will sie ihn auch nicht.

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Fazit: Der Roman ist ein sehr angenehmes, spannendes und leises Buch, das sich mit den Dingen beschäftigt, die der Mensch vielleicht wahrnehmen aber nicht sehen und greifen kann. Er ist absolut empfehlenswert, weil er eine schöne Stimmung erzeugt und in einem sehr guten, angenehm fließenden Stil geschrieben ist. Meine Gesamtwertung beträgt 4,5 von 5 Punkten.

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© Buchwelten 2001

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