Der Zementgarten von Ian McEwan (5/5)

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Erschienen als
Taschenbuch im
Diogenes Verlag
8,90 €
ISBN: 978-3-257-20648-7

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Jack lebt gemeinsam mit seinen Eltern und seinen Geschwistern in einem großen Haus in mitten einer Abbruchsiedlung. Ihr Haus ist zwischen Ruinen mit das einzige, dass noch steht. Die übrigen wurden für eine Autobahn – die nie gebaut wurde – abgerissen.
Jacks Vater stirbt an einem Herzinfarkt, während er gemeinsam mit Jack einen Zementweg vom Haus in Richtung Garten verlegt.

Kurz darauf wird die Mutter der vier Kinder krank. Anfangs kommt sie ihren täglichen Aufgaben noch nach und kann sich wenigstens ein wenig um die Kinder kümmern. Zuletzt ist sie bettlägerig und der Alltag der Familie spielt sich in ihrem Schlafzimmer ab.
Die Kinder schleppen sämtliche Möbel dort hin um ihrer Mutter Gesellschaft leisten zu können. Den Haushalt übernehmen sie schon selber und die älteste Tochter – Julie – hat mehr oder weniger die Führung der Familie inne.

Als die Mutter eines Morgens tot in ihrem Bett liegt, überlegen Jack und seine grosse Schwester, was sie tun soll. Wenn sie den Tod der Mutter melden, dann würden die Geschwister auseinander gerissen und in Pflegefamilien untergebracht. Das möchten sie nicht, vorallem um den kleinsten Tom haben sie Angst.
Also entschliessen sie sich, den Zement, der ja noch zu Unmengen im Keller liegt, zu verwenden um die Leiche der Mutter zu beseitigen.

Sie zementieren sie in eine grosse Armeekiste im Keller ein und hoffen, dass keiner etwas merkt und sie unter sich ihr Leben leben können. Ob das mal gutgeht???

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Das war mein erster Roman von Ian McEwan und er ist wirklich schräg. Aber im positiven Sinne. Dieser Roman hat solchen Spass gemacht, dass ich ihn in ein paar Stunden weggelesen hatte. Der Schreibstil mit der genauen Charakter- und Eigenschaftenbeschreibung der Figuren erinnert mich an John Irving und er hat einen Erzählstil, der einfach nur schön ist.

Wir er dieses eigentliche Drama und Unvorstellbare in die alltäglichen Abläufe der vier Kinder einbindet, lässt den Leser glauben, dass das ganze Geschehen eigentlich völlig normal und gar nicht ungewöhnlich ist. Die Kinder versorgen sich selber, kümmern sich liebevoll um den Kleinsten und kommen gut zurecht.

McEwan bringt die Handlung absolut real rüber und beschreibt Glück, Trauer, Dreck, Ekel, Humor, Erotik, Liebe und Hoffnungslosigkeit absolut aussergewöhnlich.

Mich hat der Roman von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und da mir der Schreibstil des Autors absolut gut gefällt, freue ich mich schon sehr auf die weiteren Werke „Abbitte“ und „Am Strand“ die in meinem SUB stehen.

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Mein Fazit: 5 von 5 Punkten, ein groteskes, schräges und doch so ehrliches und echtes Lesevergnügen.

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© Buchwelten 2011

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One thought on “Der Zementgarten von Ian McEwan (5/5)

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