Die Farm von John Grisham (4/5)

.

Erschienen als
gebundene Ausgabe
bei Heyne
22,00 €
ISBN: 978-3-453-86478-8

.

Amerika in den 50er Jahren. Luke Chandler ist sieben Jahre alt und lebt gemeinsam mit seinen Eltern, seinem Großvater „Pappy“ und seiner Großmutter „Gran“ auf einer Farm etwas ausserhalb des Ortes Oak Ville auf einer Farm. Sie sind Baumwollzüchter und verbingen ihr Leben genügsam und vollkommen auf die Saat und Ernte der Baumwolle abgestimmt. Sie ist ihr Lebensinhalt und auch der kleine Luke ist voll in den Alltag auf der Farm eingebunden. Er ist Einzelkind und sein Onkel Ricky, der für ihn den Status des großen Bruders übernommen hat, kämpft gerade im Korea Krieg.

Lukes grösste Leidenschaft ist Baseball und er ist sicher, eines Tages ein bekannter Star zu werden. Vor dem Haus hat er ein eigenes Baseballfeld, auf dem er jede freie Minute nutzt um Bälle zu werfen und zu fangen. Doch diesen Sommer wird ihm dummerweise das Feld „genommen“. Wie jedes Jahr zur Erntezeit werden für einige Wochen Hilfsarbeiter auf der Farm leben. Da sind zum einen die Mexikaner, die in der Scheune leben und zum anderen wird die Familie Spruill aus den Bergen angeheuert. Und eben diese Familie schlägt ihr Lager nicht wie angeordnet neben dem Silo auf, sondern genau auf Lukes Spielfeld.

Die Erntezeit beginnt und die meiste Zeit verbringt Luke mit seiner Familie und den Fremdarbeitern in der sengenden Hitze und pflückt Baumwolle. Doch Samstags mittags gehts in die Stadt, die Kinder dürfen ins Kino einen Film sehen, die Erwachsenen erledigen ihre Einkäufe und unterhalten sich.
Eine Schlägerei kommt in Gang und als Hank, der böse, große Sohn der Familie Spruill mitmischt und einen Jungen umbringt, als der Kampf schon längst vorbei ist, wird Luke Zeuge. Dies sagt er aber nicht laut, denn er hat furchtbare Angst vor Hank und somit behält er es für sich. Dies ist das erste von mehreren Geheimnissen, die einen siebenjährigen schon auf die Probe stellen und fordern….

.

Es war mein erster Roman, den ich von Grisham gelesen habe und er wurde mir empfohlen, weil er eben kein typischer Justiz-Grisham ist, sondern er erzählt in diesem Roman eher viele Dinge aus seiner eigenen Kindheit. Grisham selbst ist auf einer Farm aufgewachsen. Der Autor hat eine sehr angenehme Stimmung geschaffen, die sich durch das ganze Buch zieht. Es wird sicherlich auch mal spannend und auch ereignisreich aber im grossen und ganzen ist der gesamte Roman einfach eine ruhige, schöne Geschichte, die er in einem leichten aber angenehmen Schreibstil erzählt.

Er hat das Farmleben, mit seinen schönen und (mehr) schlechten Seiten gut beschrieben und die Charaktere gut ausgearbeitet. Der kleine Luke, der mit seinen 7 Jahren, erstaunlich viel mitbekommt, auch wenn er das meiste nicht laut sagt. Der grummelige „Pappy“, der nur für die Baumwolle lebt und im Herzen eine sehr warmherzige Person ist. Lukes Mutter, die das Leben auf der Farm als notwendiges Übel sieht und ihrem Sohn von frühester Kindheit an sagt, er solle und werde niemals Farmer werden.

Die Geschichte hat mir Spass gemacht: ein Ausflug in eine Zeit ohne Fernsehen, in einem anderen Land, wo die Familie und das Beisammensein noch eine große Rolle gespielt hat. Wer gerne auch mal ein ruhiges Buch lesen mag – das aber dennoch auch mal kleine spannende Passagen hat – und sich einfach von einer Geschichte forttragen lassen mag ohne grossartig nachzudenken, dem sei dieses Buch unbedingt empfohlen.

.

Mein Fazit: 4 von 5 Punkten für diesen „anderen“ Grisham. Ganz manchmal war es mir ein bisschen zuviel Baumwolle, darum ein kleiner Punkt Abzug 🙂

.

© Buchwelten 2011

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s