Hemmersmoor von Stefan Kiesbye (4/5)

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Erschienen als
gebundene Ausgabe
im Verlag
Klett – Cotta
208 Seiten
Preis: 17,95 €
ISBN: 978-3-608-50208-4

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Hemmersmoor erzählt die Geschichte von Christian Bobinski und seinen Freunden, die in dem kleinen Dorf namens Hemmersmoor im norddeutschen Teufelsmoor aufwachsen. Ein Ort der Dunkelheit, der Geheimnisse, der Gewalt, des Inzest, der Brutalität und dunkler Geschichten aus der Vergangenheit. Aber auch ein Ort der Natur und der Erfahrungen, die alle der Kinder auf ihrem Weg in ihr Erwachsenenleben machen. Können Kinder an diesem düsteren Ort eine glückliche, erfüllte Kindheit und Jugendzeit verbringen oder ist so etwas in Hemmersmoor gar nicht möglich….?

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Stefan Kiesbye beginnt seinen Roman mit einem Epilog. Christian, einer der Protagonisten kehrt als Erwachsener in das Dorf seiner Kindheit zurück um der Beerdigung einer alten Freundin beizuwohnen. Er trifft zu diesem Anlass auf drei seiner Kindheitsfreunde. Auf Alex, den Sohn des alten Wirts von „Fricks Krug“, der einzigen Dorfkneipe, die er mittlerweile von seinem Vater übernommen hat. Auf Martin, den Sohn des ehemaligen Gendarmen und auf Linde, ebenso eine alte Freundin, die Hemmersmoor nie verlassen hat. Die vier stehen am Grab der gemeinsam Freundin Anke und die Reaktionen auf deren Tod sind bei den mittlerweile Erwachsenen völlig unterschiedlich.

Dann wechselt er zurück in die Vergangenheit und jeder der Freunde erzählt kapitelweise aus seinem Leben in Hemmersmoor als Kind oder Jugendliche(r).

Der Schreibstil ist nicht aussergwöhnlich anspruchsvoll, lässt sich aber sehr gut und angenehm lesen. Die Handlung ist sehr spannend, erschreckend und interessant. Wie der Autor die Erlebnisse der Kinder darstellt, ist sehr fesselnd. Es geschehen im Laufe der Erzählungen schreckliche, böse, dramatische aber auch schöne und gefühlvolle Dinge. Mehr möchte ich von der Handlung nicht beschreiben, es würde zuviel verraten und das wäre eine Schande.

Sehr gut gemacht finde ich, wie die jeweiligen Erlebnisse wechselnd immer wieder aus der Sicht des/der anderen geschildert werden. Kiesbye hat mich sehr begeistert mit seinem Roman, er war in der Tat dunkel und angenehm düster. Er greift Aberglauben, Hexerei, Geschichten der Alten, die Kindern Angst machen (aber auch neugierig…) und sogar bösartige Flüche auf. Dies wirkt aber nicht abgedreht oder ausgedacht, sondern kommt stimmig, verständlich und glaubhaft rüber.

Nach 206 Seiten endet der Roman mit einem Epilog, der wieder in der heutigen Zeit spielt (wann die ist, kommt nicht raus aber tut auch nichts zur Sache). Ich hätte gut und gerne noch mehr von den Geschichten in und um Hemmersmoor gelesen, ich fand es schade, dass sie „nur“ so kurz war.

Das Buch wird in einer gebundenen Ausgabe verkauft, die Seiten und Kapitel sind gut aufgeteilt. Beim Erscheinungsbild des Covers bin ich etwas zweigeteilt. Einerseits gefällt mir der Wald, durch den der Lichtschein fällt sehr gut, das Bild passt gut zur Handlung.

Andererseite finde ich den Barcode-Streifen direkt unter dem Buchtitel sehr abstossend. Wir sind diese Scanner von Produkten im Discounter gewöhnt, wo sie die Artikel fast zur Gänze „schmücken“ um an der Kasse schneller eingelesen zu werden.

Für mich ist ein Buch aber keine „Ware“ sondern immer noch ein kleiner Schatz, der ein Geheimnis birgt und hier finde ich es passender, den Scannerstreifen dezent auf die untere Buchseite zu plazieren.

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Mein Fazit: Insgesamt vergebe ich 4 von 5 Sternen für diesen Roman, eine spannende, dunkle Geschichte um Kinder die im Moor auf dem Weg zum Erwachsenwerden viele Abenteuer aber auch viel Schreckliches erleben. Ich gebe hier gerne eine Leseempfehlung.

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Zur Hompage des Autors Stefan Kiesbye geht es hier:  ***klick mich***

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Ich danke dem Tropen Verlag aus dem Hause Klett-Cotta für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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© Buchwelten 2011

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