Gegen die Welt von Jan Brandt (3/5)

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Erschienen als
gebundene Ausgabe
mit Leseband im
Dumont Buchverlag
928 Seiten
Preis: 22,99 €
ISBN: 978-3-8321-8566-4

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„Gegen die Welt“ erzählt die Geschichte von Daniel Kuper, der in der kleinen Ortschaft Jericho in Ostfriesland aufwächst. Daniel (Sohn des nicht wenig einflussreichen Drogisten Hard Kuper) gilt schon immer als seltsames Kind, mit einer extremen Fantasie.
Als im Dorf seltsame Dinge geschehen, werden sie zum grossen Teil Daniel zugeschrieben. Da gibt es beispielsweise Schneefall im Spätsommer oder einen plötzlich auftauchenden Kornkreis im Maisfeld. Als Daniel dort schwer verletzt wird, sollen ihn angeblich Außerirdische entführt, untersucht und wieder abgesetzt haben.
Dann werden die Häuserfassaden des Dorfes mit Hakenkreuzen verunstaltet und als Daniel diese entfernen will, weil er sie einfach unmöglich findet, wird er erwischt und auch dies wird ihm in die Schuhe geschoben.
Ist es Daniel möglich unter diesen Voraussetzungen eine normale Kindheit und Jugend zu verbringen? Daniel versucht sein Bestes um normale Freunde zu haben und später ein einfacher, stinknormaler Teenager zu sein. Ob das gelingt …

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Dieser Roman war eine nette Erzählung, ich würde ihn einen Generationsroman nennen, der mich irgendwie bis zuletzt nicht packen konnte.

Der Autor schreibt in einem angenehmen Schreibstil, mit einigen ausgefallenen Varianten. Er beginnt das Buch z.B. mit einem Brief an den Bundeskanzler im Jahre 1999. Dieser ist geschrieben von einer Person, die der Leser noch nicht kennt und zuordnen kann und der Schreiber warnt den Kanzler vor außerirdischen Wesen, die die Herrschaft übernehmen wollen und uns beobachten und dann in ihren Bann ziehen. Erst dann springt er zurück in die 70er Jahre und beginnt die eigentliche Geschichte zu erzählen. Diese Briefe gibt es mehrmals und es dauert eine ganze Weile, bis der Leser erfährt, wer sich hinter dieser Person verbirgt.
Dann erzählt der Autor über eine ganze Zeit hinweg zwei Handlungen, d.h. die Seiten sind zweigeteilt und es bleibt dem Leser überlassen, wie er dieses „Leseproblem“ löst 🙂 .

Dennoch hat das Buch mich nicht wirklich packen können. Sicherlich ist es nett und ich habe vieles aus meiner eigenen Zeit wieder erkannt, bin ich doch in etwa den gleichen Jahren aufgewachsen und ein lebenshungriger Teenager gewesen :-).

Auf die Charaktere ist Jan Brandt gut eingegangen, ich habe Daniel Kuper gut kennengelernt und ich mag ihn auch gut leiden. Auch seine oft extrem durchgeknallten Freunde kamen gut rüber und deren – zum Teil extrem ausgefallenes – Ableben waren für mich dann mal Stellen, die mich in der Tat schmunzeln liessen.

Der Roman erzählt nicht nur von Daniel und seinen Kumpels, auch die ältere Generation in Jericho spielt eine wichtige Rolle. Das Leben der Eltern Daniels miteinander, heute und damals. Viele Vergangenheiten anderer Dorfbewohner der vorherigen Generation werden beschrieben. Alles nett, oft auch krass und extrem oder erschreckend real aber leider hat es mich einfach nicht mitgerissen. Oft gab es Längen, so dass ich mich selber überreden musste, meine Freizeit mit Lesen zu verbringen.

Einige zunächst ausgefallene Ideen wurden später nicht mehr aufgegriffen, was ich ein wenig schade fand. Doch am Ende gab es noch eine Offenbarung mit der ich nicht gerechnet hatte und die mir einen Charakter des Buches zum Schluß noch mal viel sympathischer machte, als er es sowieso schon war.

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Das Erscheinungsbild des Buches ist sehr schön. Der Schutzumschlag ist sehr schlicht gehalten, dafür sieht das Buch ohne Schutzhülle um so besser aus. Eine sehr ausgefallene Idee. Ich werde gleich ein Foto einstellen.
Das Buch ist mit einem Leseband ausgestattet, was mir persönlich immer sehr gefällt. Die Seiten sind sehr dünn, ein angenehmes, weiches Papier, dass sich sehr gut anfühlt.

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Mein Fazit: Insgesamt erhält dieses Debüt von mir 3 von 5 Sternen. „Ein Buch kann nicht enttäuschen, es kann nur Erwartungen nicht erfüllen…“, das hat mir ein Bekannter einmal gesagt. Für mich war dies hier der Fall. Ich hatte irgendwie mehr erwartet. Es war nett aber nicht umwerfend.

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Ich danke       und dem  DUMONT BUCHVERLAG für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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Weiteres über den Autor und den Roman gibt es nachzulesen unter:

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Autorenwebseite „Gegen die Welt“ <—- *klick*

Facebook Fanpage „Gegen die Welt“ <—- *klick*

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© Buchwelten 2011

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