Mara Volkers – Die Tore der Geister (2,5 / 5)

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Erschienen als
Taschenbuch
bei PIPER
464Seiten
Preis: 12,95 €
ISBN: 978-3-492-26805-9

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Manuela ist eine moderne Hexe, lebt in München und ist gerade in der U-Bahn unterwegs zu einer Kundin um dort eine Seance abzuhalten, als ein verheerendes Unglück geschieht. Ein Sonnensturm trifft auf einen amerikanischen Satelliten und die Folge ist eine extreme Engergieeinstrahlung auf die gesamte Erde, die sämtliche Elektrik und elektronisch betriebenen Geräte zerstört.
Die Folge sind Unfälle, Flugzeugabstürze, der totale Strom- und Versorgungsausfall.
Manuela erlebt dies hautnah in der U-Bahn mit und als sie es endlich schafft wieder nach oben zu gelangen, sieht sie die schrecklichen Folgen.
Zusätzlich wird sie von Visionen geplagt. Sie sieht vor ihrem geistigen Auge die letzten Sekunden von Bekannten kurz vor dem Unglück. Sie macht sich zunächst einmal auf zu ihrer Kundin.

Pater Fabian hat auch übersinnliche Fähigkeiten und erlebt nach dem Unglück ähnliche Visionen. Er wohnt dem Tod eines guten Freundes bei, der ebenso während des Unglücks stirbt. Auch Pater Fabian versucht zunächst Ruhe zu bewahren und zu sehen, wie er helfen kann.
Da er zum Vorfallzeitpunkt gerade dabei war, einen Exorzismus auszuführen, trifft er als erster auf die sehr unangenehme Begleiterscheinung dieses Unglücks. Er trifft auf den Geist eines Verstorbenen, der in der Lage ist die Wirtskörper zu wechseln. Und das in rasanter Geschwindigkeit.
Ausserdem … dieser Geist ist böse und das schlimmste ist: Durch diesen dramatischen Zwischenfall, der nicht nur die Welt in Schutt und Asche gelegt hat, haben sie die Tore der Geisterwelt geöffnet und zwar in die umgekehrte Richtung. Die Toten kehren zurück und diese Geister haben zum Großteil nichts Gutes im Sinn….

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Die Inhaltsangabe klingt gut, das stelle ich selber wieder fest, wo ich sie gerade nieder geschrieben habe. Darum hat mich das Buch auch neugierig gemacht. Außerdem lese ich sehr gerne die Werke von einheimischen Autoren. Leider hat der Roman mir gar nicht gefallen und mich ziemlich enttäuscht.

Das liegt nicht an der Grundidee, die finde ich nach wie vor sehr gut. Das liegt am – für mich – absolut schlechten Schreibstil. Im ersten Moment dachte ich, er ist vielleicht bewusst einfach gehalten, weil die Jugend die Zielgruppe sein soll (wobei auch Jugendliche gerne anspruchsvolle Schreibstile lesen und die auch von bestimmten Autoren erhalten). Doch als ich dann die pseudo-erotischen oder sexuellen Szenen las, dachte ich, okay, der Roman ist wohl doch für ältere geschrieben.

Dieser Roman liest sich komplett wie eine Rohfassung. Wie in erster Variante einfach runtergeschrieben und nicht überarbeitet. Der Feinschliff fehlt hier komplett.
Mein Lebensgefährte ist nun selber Schriftsteller und da ich alle Werke in sämtlichen Arbeitsphasen lese und mit durchspreche, kenne ich die Unterschiede einer Roh- und Endfassung. Dazwischen liegt sehr viel Arbeit, bestehend aus Umstellungen, Korrekturen und eben dem Feinschliff der Sätze.

Teilweise sind Szenen Eins zu Eins von bekannten Filmen kopiert. Ich weiss sehr wohl, dass sich jeder Autor inspirieren lässt, auch durch Filme. Doch die Texte dann in eigene Worte zu fassen, wäre schon was.
Dann sprechen die Erwachsenen eine Umgangssprache, die so unecht und übertrieben ist, dass ich innerlich ständig mit dem Kopf geschüttelt habe.

Zitat des Pater Fabian: „… die Kacke am dampfen“…. „Mit solchen Lackaffen gebe ich mich nicht mehr ab“ ..
Zitat einer anderen Person: „Aber lange wird es nicht mehr dauern, dann macht auch unser Tor auf und uns hageln die Geister um die Ohren“..
Das sind nur einige Kleinigkeiten, das Buch ist voll mit solchen „Sprüchen“.

Nochmal zu den erotischen Szenen: ich lese solche sicherlich sehr gerne. Wenn sie denn sinnlich sind, meine Fantasie anregen und einfach schön geschrieben sind. Das war hier leider nicht der Fall. Diese Szenen lasen sich eher flach und trivial.

Ich lese sehr gerne Bücher des Piper Verlag, der eigentlich ein Garant für gute Fantasy, SciFi oder Mystery (siehe Dan Wells oder Mr. Shivers) ist, aber ich habe gemerkt, dass auch die großen Verlage Fehlgriffe tätigen. Das ist nicht schlimm. Schade finde ich nur, dass bestimmt viele gute Manuskripte bei der Auswahl rausfliegen, die eine Veröffentlichung mehr verdient hätten.

Mein Fazit: Knappe 2,5 Sterne von 5 für eine gute Grundidee, die leider sehr roh und lieblos wirkt.

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–> Sollte einer meiner Bloggerkollegen/-innen Interesse an dem Rezensionsexemlar zur Besprechung auf seinem/ihrem eigenen Blog haben, möge er/sie sich bitte an mich wenden. Ich stelle den Roman gerne zur Verfügung.

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Ich danke dem Piper Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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© Buchwelten 2011

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