ASYLON von Thomas Elbel (4/5)

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Erschienen als
Taschenbuch im
PIPER Verlag
448 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN:  978-3-492-26792-2

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Asylon ist der Name jener Stadt, die inmitten einer Wüste liegt und von einem Festungsgürtel umgeben ist. Selbstschussanlagen, Minenstreifen und eine Blendmauer sollen die letzte Stadt der Zivilisation vor unerwünschten Eindringlingen schützen. Denn angeblich herrschen dort – in den sogenannten Offlands – nur Hunger und Elend, vor dem die Menschen nach Asylon flüchten wollen.

Nach der dramatischen Klimakatastrophe, dem sogenannten ‚Surge‘ leben die Menschen in dieser beengten Stadt, deren Bauwerke absolut verwinkelt sind und Gassen eng, düster und dunkel.
Den Himmel sehen nur die Bewohner, die besondere Stellungen im System der Stadt innehaben. Alle anderen leben z.B. in Appartementklötzen, die sich meist unterirdisch befinden.

Torn ist in der Stadt als Masterleveller eingesetzt, das ist eine Art Sheriff, der das Gleichgewicht zwischen den herrschenden Clans halten und die Gewaltakte unter eben diesen unter Kontrolle bringen soll.

Als er eines Tages gemeinsam mit seinem Partner Scooter die zerfetzte Leiche einer Frau im Minenfeld findet ist er verwundert. Der Position der Leiche nach, wollte diese eindeutig die Stadt verlassen. Doch warum? Als Torn neben der Leiche einen seltsamen Talisman in Form eines Auges findet, steckt Torn ihn ein. Warum weiß er selber nicht, er geht einfach seinem Bauchgefühl nach.

Am selben Abend erfährt Torn, dass sein Sohn bei der Geburt ums Leben kam. Seine Frau sagt ihm noch im Krankenhaus, ihr Kind sei ihr gestohlen worden. Er glaubt ihr nicht. Am nächsten Tag wird ihm die Nachricht überbracht, seine Frau sei ebenfalls verstorben. Gestorben durch das posttraumatische Ereignis ihr Kind bei der Geburt verloren zu haben.
Immer mehr fragt sich Torn was in Asylon vor sich geht. Er beginnt seine Suche und versucht herauszufinden was mit seiner Frau und seinem Kind geschehen ist.

Dann lernt Torn die schöne Saïna kennen, sie ist die beste Freundin des Opfers aus dem Minenfeld und arbeitet in dem Krankenhaus, in welchem seine Frau und Kind ums Leben kamen, als Hausmeisterin. Sie selber hat Nachforschungen angestellt, weil sie Aufschluss über den Tod ihrer Freundin haben will und stieß dabei auf geheimnisvolle Aufzeichnungen. Sie erzählt Torn von diesen seltsamen Dingen und so taucht er immer tiefer ab in die Verwirrungen und Machenschaften von Asylon und bringt sich dadurch in immer größere Gefahr …

*****.

Man hat mich eher zufällig auf dieses Debüt von Thomas Elbel gebracht und ich muss gestehen, von diesem neuen Genre „Dystopie“ hatte ich bislang noch nichts gehört. Aber mit postapokalyptischem Endzeitdrama konnte ich dann schon etwas anfangen. Ich dachte sofort an Filme wie „Klapperschlange“ oder auch „Fortress“.

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Die Handlung von Asylon hat mir sehr gut gefallen. Der Aufbau der Spannung und die Ausarbeitung der Charaktere finde ich gut gelungen. Hier spreche ich vor allem von dem Protagonisten Torn und auch seiner Gefährtin Saïna. Hier hat der Autor interessante Persönlichkeiten geschaffen.

Dem Autor ist es gelungen dem Leser „häppchenweise“ und langsam aber sicher immer ein bisschen mehr Durchblick zu verschaffen. Hier geht er nicht zu schnell vor, was ich ziemlich gut fand. Die Aufklärung, was sich hinter Asylon nun letztendlich verbirgt, erfolgt erst relativ spät.

Während der Handlung gibt es viele spannende, brutale, blutige aber auch einfach gute Actionszenen (die Kletterklauen-Szenen waren toll!). Sicherlich nichts für ganz so schwache Lesernerven aber auch nicht übermäßig widerlich. So habe ich es zumindest empfunden.

Die Auflösung und der Schluss gefielen mit gut, wobei ich eigentlich etwas anderes erwartet hatte.

Die Beschreibung der Bauweise und dem optischen Asylon ist dem Autor sehr gut gelungen aber der ergänzende „Surftipp“ den Elbel im Nachwort erwähnt, war sehr interessant anzuschauen. Überhaupt hat der Autor ein sehr ausführliches Nachwort geschrieben, was mir immer sehr gut gefällt.
Ich bin eine Leserin, die Nachworte meist zu Anfang des Buches – oder manchmal auch währenddessen – liest, dadurch kam ich vorab in den Genuss der Einblicke in die Bauweise dieser Endzeitkulisse.


Das Cover ist schlicht in grau, weiß und rot gehalten und sieht eigentlich aus wie derzeit alle „Spannungscover“. Wobei Asylon ja nun offiziell in die Kategorie Science Fiction eingeordnet wurde.

Der Schreibstil ist nicht anspruchsvoll und recht einfach gehalten und hier komme ich dann zu dem Grund, warum ich letztendlich nur 4 von 5 Punkten vergebe: mir ist der Text einfach zu umgangssprachlich. Sicherlich passt in diese Szenerie nicht unbedingt die geschwollenste Ausdrucksweise der Figuren, dennoch war mir der Stil hier leider einfach zu extrem in eben dieser Ausdrucksweise geschrieben.

Als kleines Beispiel kann ich anbringen, dass Saïna nach einem Hustenanfall auf die Straße schaute um „zu sehen, ob ihre Lunge vor ihr auf der Straße lag“. Solche Formulierungen finde ich nicht lustig, sie tun mir „weh“ aber das ist Geschmackssache. Mich hat es nunmal gestört und in dieser Art ist der Großteil des Romans formuliert.

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Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für einen Science Fiction oder „Dystopie“ Roman, der rasant und spannend ist. Die Handlung ist wirklich gut gelungen und der Leser hat bis zum Schluss das Vergnügen zu rätseln, was genau in Asylon vor sich geht.

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Ich danke dem PIPER Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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© Buchwelten 2011

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5 thoughts on “ASYLON von Thomas Elbel (4/5)

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