Die zerbrochene Welt – Feueropfer – Teil II der Berith Trilogie (5/5)

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Erschienen als
gebundene Ausgabe mit Leseband
im PIPER Verlag
432 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN:  978-3-492-70192-1

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Zwölf lange, friedliche Jahre sind vergangen, seit Taramis den König Gaal von Dagonis und dessen Sohn Bochim tötete und die Bewohner der Schollenwelt wähnen sich in Sicherheit.

Diese wird abrupt und jäh zerstört als die heilige Insel Jâr’en angegriffen wird. Keiner der Ganesen hat mehr mit solch einem feindlichen Übergriff gerechnet.

Der ehemalige Hüter des Tempels, Taramis, lebt in der Zwischenzeit gemeinsam mit seiner Frau Shúria und seinem 10-jährigen Sohn Ari auf der Scholleninsel Barnea. Dort hat er die gesuchte Ruhe gefunden, die er sich ersehnt hatte. Nach den extremen Ereignissen und Kämpfen gegen die Macht der Antische hat Taramis einen Ort gewählt, der fernab von sämtlichem Trubel liegt. Große Menschenansammlungen sind ihm mittlerweile unangenehm und machen ihn nervös.

Doch als er eines Morgens mit ansehen muss, wie die Landzunge der bewohnten Scholle abbricht und seine Frau und sein Sohn darauf in den Äther treiben, bleibt ihm keine Wahl. Er muss seine neue Heimat verlassen um seine geliebte Familie wieder zusammenzuführen.

Auf  dieser Suche trifft er auf die verwitwete Ganesin Isháh, die Besitzerin eines Donnerkeils (ein schwallendes Reisetier, das große Lasten durch den Äther befördern kann).
Weiterhin begleitet ihn unter anderem ein alter Bekannter: Jagur, der Zwerg – nein KIRRIE – er wird ihm als Sonderbegleiter an die Seite gestellt, als man Taramis das Hemd Leviat (das Hemd der Unverwundbarkeit) überlässt. Wie er an das Drachenhemd gelangt  und wozu er es benötigt sei hier nicht erwähnt.

Ziel der Gefährten ist Peor, die Hauptstadt Komanas. Hierher werden sämtliche abgebrochenen Schollenstücke der zerbrochenen Welt wie durch fremde Kräfte hingezogen. Dort sammeln sich diese Stücke und bilden eine grosse Traube.
In Peor droht Gefahr. Es werden regelmässig Feueropfer dem Gott Dagon in riesigen Öfen dargeboten. Gründer dieses irren Kults ist Eglon, der Oberpriester. Er will den Götzen durch die Menschenverbrennungen milde stimmen.

Doch was führt Eglon wirklich im Schilde und kann Taramis es verhindern, dass seine Frau Shúria und sein Sohn Ari ebenfalls als Menschenopfer im Verbrennungsofen enden?

***

Dies ist der zweite Teil der Berith Trilogie und ich habe mich von Anfang wieder zu Hause gefühlt in der fantastischen Welt – oder eher den fantastischen Welten – die Ralf Isau hier geschaffen hat.
Taramis ist älter geworden, viele Jahre sind vergangen und gerade das hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte knüpft nicht dort an, wo die erste aufgehört hat und dennoch war ich sogleich wieder in der Handlung.

Die Vielfalt der Wesen, die für diese Geschichte erschaffen wurden, brauche ich nicht mehr zu erwähnen. Isau hat seinem Namen „Phantast“ hier wieder alle Ehre gemacht und das Register im Anhang ist ausführlich wie ein Lexikon.
Allein dies zu lesen beweist mir, wie ausführlich sich der Autor mit der Schöpfung seiner Welten und deren Bewohner befasst. Ausführliche Beschreibungen der z.B. Riesenschwallechsen in Bezug auf Aussehen, Grösse und sonstige biologische Eigenschaften sind dort erläutert. Ein nicht nur hilfreicher, sondern auch für sich hochinteressanter Anhang.

Der Schreibstil ist gewohnt gehoben und anspruchsvoll. Sicher gibt es hier auch lockere Redensarten aber die kann ich nicht als umgangssprachliche Ausdrücke bezeichnen. Für mich ist dieser zweite Teil der Berith-Trilogie erwachsener als Teil I. Er ist stellenweise recht blutig und auch das Thema Vergewaltigung und Misshandlung wird behandelt. Dies passt vollkommen gut in die Handlung und zeigt mir erneut, dass Isau absolut hochwertige Literatur zu Papier bringt.

Diese krassen, teilweise brutalen und/oder schlimmen Ereignisse sind aber so in der Handlung verwoben, dass sich die Geschichte dennoch wie ein Fantasyabenteuer liest. Mir persönlich hat diese Steigerung sehr gut gefallen.

Meine absolute Lieblingsfigur – neben dem Protagonisten Taramis – ist eindeutig Jagur, der Zwerg – nein KIRRIE 🙂 . Er hat mich sehr oft schmunzeln und auch lachen lassen. Die Art, wie sich die Freundschaft zwischen Taramis und ihm entwickelt, ist einfach toll und macht grossen Spass.

Das Buch wird in einer schönen, gebundenen Ausgabe mit goldenem Leseband – nicht nur was für das Auge, sondern auch für das Bücherregal – präsentiert. Das geprägte Cover mit dem flammenden, brennenden Kopf zeigt mir ebenso, dass dieser Teil II etwas heftiger ist als sein Vorgänger und passt für mich gut zum Titel.

Immer noch stehen die Thriller von Ralf Isau (Die Dunklen, Der silberne Sinn, Der Mann der nichts vergessen konnte oder Messias) in meinem SUB und warten darauf gelesen zu werden. Ich bin sehr gespannt, auf meinen ersten Isau-Thriller …

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Mein Fazit: Die Fortsetzung um die Abenteuer des Nebelwächters Taramis erhalten von mir erneut 5 von 5 Punkten. Eine gelungene Handlung, die spannend, gefühlvoll und dramatisch ist. Sie ist verwoben in der ungewöhnlichen Welt Beriths und niedergeschrieben in einem sehr guten Schreibstil.

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Ich danke dem PIPER Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares und Ralf Isau für die Widmung, die mein Gewinn war.

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Mehr über den Autor auf seiner Homepage oder auf der Fanseite bei Facebook.

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© Buchwelten 2011

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3 Antworten auf „Die zerbrochene Welt – Feueropfer – Teil II der Berith Trilogie (5/5)

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