Judaswiege von Ben Berkeley (5/5)

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Erschienen als
Taschenbuch  bei
PIPER
448 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN:  978-3-492272-91-9

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Adrian von Bingen verbringt im Jahre 2004 die Flitterwochen mit seiner jungen Frau Jessica auf Maui, Hawaii. Von einem Schwimmausflug kehrt sie nicht zurück. Jessica ist spurlos verschwunden, lediglich ihr Geländewagen wird gefunden. Explodiert durch eine Autobombe. Ihre Leiche jedoch bleibt verschwunden.

Im Jahre 2011 tauchen plötzlich Fotos von Jessica im Internet auf. Sie zeigen unter anderem eine gefolterte aber noch lebende Jessica und dann die tote Frau. Adrian von Bingens Anwalt, Thibault Godfrey Stein, ein fast siebzigjähriger Haudegen und der beste seines Fachs, nimmt sich des Falls an und will den Mörder Jessicas finden. Dazu braucht er eine wichtige Person zur Hilfe. Die ehemalige FBI Agentin Klara „Sissi“ Swell. Sie ist vom Dienst suspendiert und arbeitet derzeit als Kellnerin in einem Diner. An ihrem Fuss befindet sich eine Fußfessel mit GPS Sender, da sie auf Bewährung frei ist. Klara Swell war berühmt-berüchtigt für ihre eigenwillige Art und Weise an Hinweise und Spuren für das FBI zu gelangen. Leider nicht auf legale Weise. Und letztendlich wurde sie verurteilt und auch ihr Ex-Partner in privater und geschäftlicher Hinsicht, der FBI Ermittler und Psychologe Sam Burke konnte ihre Haut nicht mehr retten. Sam fühlt sich schuldig und schreibt nach wie vor täglich Briefe an Klara, doch sie ist stinksauer auf ihn und will nichts mehr von ihm wissen.

Der Anwalt Stein schafft es Klara Swell für seine Dienste zu gewinnen und die Bewährungsstrafe auszusetzen. Durch die aufgetauchten Fotos ermittelt auch das FBI wieder an dem Fall „Jessica von Bingen“ und als dann weitere Morde geschehen und Filme darüber – als Pornographie getarnt – in gewissen Internetforen auftauchen ist es unvermeidlich, dass sich Sam und Klara über den Weg laufen.

Können die beiden sich arrangieren? Werden sie es gemeinsam schaffen den Serienmörder zu stellen? Den Killer, der über Jahre hinweg Frauen aus den verschiedensten Staaten Amerikas entführt und sie mit einer mittelalterlichen Methode foltert: der Judaswiege …

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Ich habe das Buch auf Grund des Klappentextes ausgesucht und muss gestehen, ich hatte ja schon ein bisschen „Muffe“, dass es mir zu krass wird. Ich wusste mit „Judaswiege“ nichts anzufangen und habe auch nicht vor Beginn des Buches im Internet recherchiert. Ich wollte mich dann doch einfach überraschen lassen.

Der Thriller ist absolut spannend und fesselnd geschrieben. Ich hatte den Roman – trotz Urlaubsende – nach zwei Tagen durch. Sicher war es auch mal krass und schlimm, doch hauptsächlich lebt der Roman von der Spannung und den fantastischen Figuren. Die Methoden, die Psyche des Mörders zu verstehen und die daraus folgenden Ermittlungsmethoden waren sehr modern und fesselnd ausgeführt. Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich flüssig lesen. Die rasanten und echt wirkenden Gespräche der Charaktere ließen mich komplett in der Handlung versinken und ich fühlte mich mitten drin.

Die Hauptcharaktere sind für mich eigentlich vier: Sam Burke – der Ermittler, Klara „Sissi“ Swell – die Einbrecherkönigin und superschlaue Ex Agentin, Anwalt Stein und seine Assistentin Pia Lindt. Alle vier sind grundverschieden und kommen sehr real rüber. Ben Berkeley hat sie wirklich gut ausgearbeitet und ich mochte sie gerne lesen. Aber auch die vielen Nebencharaktere wirken sehr gelungen und echt.

Die pedantische Psyche des Mörders mit der 3-Fach Persönlichkeit hat der Autor auch absolut tiefgründig und greifbar dargestellt. Man merkt hier, dass Ben Berkeley selber als psychologischer Berater für das FBI tätig war. Dies ist in seinen Roman eingeflossen und gerade das macht es hier wohl aus (ähnlich wie bei Chris Carter, der studierter Forensiker ist, was auch in seinen Roman spürbar ist).

Die Story macht in der ersten Phase immer wieder Zeitsprünge zwischen der Jetztzeit und den Jahren in denen die Morde/Entführungen geschehen. Gegen Ende handelt die Geschichte ausschließlich in der Gegenwart. Zu guter letzt möchte ich noch sagen: Sehr gelungener Schluss 🙂 .

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Wer gerne spannendes liest, der ist mit „Judaswiege“ gut bedient. Ich möchte den Roman nicht als klassischen Thriller einordnen, sondern eher als eine sehr gute Mischung aus Krimi/Thriller/Psychothriller.

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Das Buch ist als Taschenbuch veröffentlicht und das Cover ist absolut treffend und wirkt auch durch die geprägten Pfähle sehr gut. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und -wie gesagt – ich bin durch das Buch gerast.

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Mein Fazit: Volle Punktzahl 5 von 5 für einen fesselnden, spannenden, sehr modernen Krimi/ Thriller mit sehr guten Figuren, klasse Wortwechseln und sehr interessanten Ermittlungsmethoden. Meine ganz klare Leseempfehlung!

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Wer mehr über den Autor erfahren möchte, den verweise ich auf seine Homepage —> benberkeley.com

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Ausserdem gibt es noch einen Buchtrailer, kurz und knapp aber gut:

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© Buchwelten 11.01.2012

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