Im wilden Osten dieser Stadt von Irene Stratenwerth (2/5)

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Erschienen als
Taschenbuch
bei rororo
240 Seiten
Preis: 8,99 €
ISBN:  978-3-499-25694-3

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Kristina Wolland ist Rechtsanwältin in Hamburg. Sie hat eine gut gehende, mittelständische Kanzlei und eine langjährige Mitarbeiterin. Gemeinsam bilden sie ein gutes, erfolgreiches Team. Privat ist Kristina in einer Beziehung mit dem Globetrotter Michel, der vor einigen Monaten aus dem Ausland zurückgekehrt ist und seitdem bei ihr wohnt. Einen Job hat er nicht, lebt aus dem Rucksack, als sei er immer auf dem Sprung. Was er die Jahre im Ausland so getrieben hat und womit er derzeit seine Tage verbringt weiß Kristina eigentlich nicht so genau.

Eines Abends bekommt Kristina einen aufgeregten Anruf ihrer Freundin aus Studientagen Angie, sie braucht unbedingt Kristinas Hilfe, will verschwinden. Was genau los ist erzählt sie nicht. Da Angie über viele Jahre hinweg psychische Probleme hat und ein eher unstetes Leben führt ist Kristina ihre gesetzliche Betreuerin. Kristina kommt dem Wunsch ihrer Freundin nach und bringt sie zur hiesigen „Klapse“. Angie sagt, nur dort sei sie in Sicherheit, da könne ihr nichts geschehen. Doch bevor Kristina und Angie auch nur mit der diensthabenden Ärztin sprechen können, überlegt es sich Angie anders und sie will umgehend wieder fort von dort und zurück nach Hause gebracht werden.

Nun völlig verwirrt von Angies seltsamen Ausbrüchen fährt Kristina die Freundin wieder zu Ihrer Wohnung und setzt sie dort ab. Am nächsten Tag ist sie tot. Sie wurde aufgefunden an einem Badesee.

Einen Tag darauf erscheint ein junger Russlanddeutscher in Kristinas Kanzlei und erzählt, dass er seine Verlobte vermisse. Sie sei spurlos verschwunden. Die letzten Tage habe sie bei Angie gewohnt und eben die habe ihm die Visitenkarte von Kristina gegeben, damit er sich an sie wendet, sollte etwas geschehen.

Was ist geschehen? Wo ist ihre Freundin Kristina da hinein gerutscht? Wer ist dieser seltsame junge Mann und warum hat seine Verlobte bei Angie gelebt? Soviele undurchsichtige Fragen, die Kristina zwingend dazu veranlassen den Dingen auf den Grund zu gehen und selber die Ermittlungsarbeiten in Angriff zu nehmen …

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Von der Inhaltsangabe her hört sich diese Krimihandlung verdammt gut an, leider hat der Roman aber nicht das geliefert, was er hoffen lässt. Der Schreibstil ist schlicht und einfach, lässt sich aber flüssig lesen. Ab und an war er mir zu umgangssprachlich, hat z.B. die Protagonistin gesprochen, wie es mir für ihre Figur zu flapsig war.

Die Anwältin war mir eigentlich recht sympathisch, wobei sie mir dennoch nicht so richtig ans Herz gewachsen ist. Auf der einen Seite war sie sehr neugierig und hat versucht Dingen auf den Grund zu gehen und Vorgänge zu ermitteln und aufzudecken. Auf der anderen Seite war sie mir oft zu leichtgläubig und auch naiv.
Sie hat sich mal einfach von einer Kommissarin sagen lassen, dass sie ins Ausland fahren soll um Nachforschungen anzustellen und das hat sie dann ganz spontan auch getan. Was mit ihrer Arbeit in der Kanzlei ist, war ihr dann in dem Augenblick egal. Diese Momente waren es, in der mir die Figur dann zu oberflächlich war.

Dann waren mir viele Situationen, Verbindungen und Geschehnisse zu einfach konstruiert und vorhersehbar. Es kam für mich kein Spannungsgefühl auf, dass mich absolut gefesselt hat.

Der Krimi ist nett und angenehm zu lesen, die Grundidee gefällt mir. Aber ich denke aus dieser Geschichte hätte man viel mehr machen können. Sie liest sich leider zu schnell runter geschrieben und nach einer Krimihandlung gemäß „Schema F“.

Wer gerne einfach mal einen Krimi lesen mag, der nicht zu anspruchsvoll ist, der ist hier gut bedient aber wer es lieber spannend hat (das geht ja auch in Krimis, es muss dazu nicht gleich ein Thriller sein) und gerne sein Ermittlerhirn mitarbeiten lässt, der wird eher enttäuscht sein.

Das Cover gefällt mir gut, es ist in dunklen Farben gehalten und zeigt den Hamburger Hafen. Die alte Schreibmaschinen Typewriterschrift spricht mich ebenso an. Nur leider war das, was zwischen den Buchdeckeln geboten wurde nicht besonders.

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Mein Fazit: Leider nur 2 von 5 Sternen für einen Krimi, der nett und anspruchslos zu lesen ist. Leider wurde aus der Handlung nicht das gemacht, was man hätte machen können, wenn man sie etwas ausführlicher und vielleicht auch liebevoller ausgearbeitet hätte.

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Ich danke dem Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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© Buchwelten 2012

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