Sa(r)g niemals nie von Dan Wells (3/5)

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Sarg niemals nie …

Erschienen als
Paperback in Rough Cut
bei  Piper
320 Seiten
Preis: 12,99 €
ISBN:  9783492268837

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Frederick Whithers – nicht wie im Klappentext beschrieben Oliver Beard, denn als diesen will Frederick sich nur ausgeben – sitzt wegen Fälschung im Gefängnis. Das  hat er er seiner Freundin Gwen zu verdanken, denn sie hat ihn verraten, weil sie das gleiche will wie er: das Erbe des verstorbenen alten Beard. Um an ihn zu gelangen muss Frederick seinen Plan umsetzen und das geht nur, wenn er es irgendwie schafft, aus dem Gefängnis zu entkommen. Als sein Mitinsasse an Schwindsucht stirbt, überlegt sich Frederick blitzschnell einen klugen Schachzug: er überzeugt den Totengräber, gegen spätere entsprechende Entlohnung, ihn in den Sarg zu legen, aus dem Gefängnis zu schaffen und anschließend zu beerdigen. Dann soll der Totengräber Frederick wieder ausbuddeln und er kann sich endlich darum kümmern sein angestrebtes Erbe anzutreten.

Frederick wird auf dem Friedhof ausgebuddelt, jedoch nicht von dem Totengräber, sondern von fünf seltsamen Vampiren, die in Frederick ihren Erhabenen sehen. Sie lassen sich absolut nicht überzeugen, dass Frederick weder ein Vampir, noch überhaupt ein Toter ist.

Sie hängen ihm wie ein Klotz am Bein und Frederick hat nun gleich mehrere Probleme am Hals. Gwen, seine gierige Freundin will immer noch das Erbe für sich, die Vampire lassen nicht locker und der wahre Vampirgraf ist ebenso hinter ihm her. Wie soll es Frederick nun in all dem Chaos nur nach London schaffen, um an das heiss ersehnte Erbe zu gelangen?

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Wieder einmal hatte ich mich sehr auf den neuen Dan Wells gefreut, doch für mich kommt er mit den beiden letzten Büchern nicht mehr an die Serienkiller-Trilogie ran. Vorneweg: ich finde es wirklich gut, dass der Autor etwas anderes schreiben will, sich in verschiedenen Genres versuchen möchte und sich in keine Schublade stecken lässt. Ich mag es sehr, wenn Autoren so denken, handeln und schreiben.

Doch aus den drei ersten Roman weiss ich, dass Dan Wells schreiben kann und er hatte einen guten Schreibstil, der mich gefesselt hat. Von diesem Schreibstil ist hier nichts zu spüren. Er schreibt fast von der ersten bis zur letzten Seite durchgehend in der wörtlichen Rede. Ein (komischer) Wortwechsel jagt den nächsten und für mich ist diese Handlung eine pausenlose Aneinanderreihung von Situationskomik. Ich empfand diesen Roman als geschriebenen Slapstick-Film, der mir dann letztendlich zu Comedy überfrachtet war.

Sicher, der Autor hat das Vampirgenre ein bisschen auf die Schippe nehmen wollen, dass ist sicherlich auch gelungen, doch ich empfand es als etwas übertrieben. Was mir hingegen gut gefiel war, dass er bekannte Figuren aus der Literatur um die Zeit der Handlung (das Jahr 1817) aktiv in seinem Roman verwoben hat. Seine Nebenfiguren sind Mary Shelly, der Dichter John Keats und Jane Austen.

Gelesen hatte ich das Buch wieder in 2 halben Tagen, denn die Seiten im Rough-Cut – dieses Design behält der Verlag bei – sind nicht wirklich voll geschrieben, sodass die 320 Seiten wohl nur ca. 160 „echte“ Buchseiten sind.

Leser die beim neuen Dan Wells ein Spannungsbuch, Thriller oder Krimi erwarten, werden vielleicht enttäuscht sein. Denn von den Serienkiller Werken hat der Autor mehr als nur Abstand genommen. Wer gerne absolut Lustiges, Humorvolles liest der ist hier gut bedient.

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Mein Fazit: 3 von 5 Sternen für den neuen Dan Wells, ein Roman voller Slapstick und sicherlich auch an manchen Stellen lustig zu lesen. Mir persönlich zu übertrieben und kein erkennbarer Dan Wells mehr. Doch der Autor hat er einige literarische Grössen verbaut, was ihm tatsächlich gut gelungen ist.

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Ich danke dem PIPER Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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© Buchwelten 2012

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