Diana Gabaldon – Die Fackeln der Freiheit (5/5)

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Erschienen als
gebundene Ausgabe
im blanvalet Verlag
576 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN:  978-3-7645-0177-8
Kategorie: Belletristik

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London im Jahre 1760. Lord John erhält ein höchst brisantes Dokumentenpaket seines verstorbenen Freundes Charles Carruthers. Es beschreibt die diversen Vergehen des Majors Gerald Siverly innerhalb der britischen Armee. Diese Vorwürfe beginnen bei Diebstahl und Korruption, gehen weiter über das Versagen zur Verhinderung einer Meuterei, bis hin zu Mord und zuletzt Hochverrat.

Desweiteren findet sich in den Unterlagen ein Gedicht, das in dem irischen Gälisch Gaeilge verfasst ist. Dieses Gedicht kann weder Lord John, noch sein Bruder Hal übersetzen. Doch Hals Frau Minnie, die sich mit derart Dokumenten ein wenig auskennt und einen Blick darauf wirft, kann wenigstens den Hinweis auf die Sprache geben.

Lord John zeigt diese Unterlagen seinem Bruder Hal, dem Herzog von Pardloe und der ist alles andere als begeistert von diesen Dokumenten. Er will den sich derzeit in Irland befindlichen Major nach England zurückholen lassen, damit er vor ein ordentliches Kriegsgericht gestellt wird. Der Major soll für seine üblen Vergehen gegen die englische Krone büßen.

Ohne seinen Bruder im Vorfeld darüber zu informieren, beschließt Hal, Jamie Fraser aus Helwater holen zu lassen. Dort verbüßt der wegen Hochverrat verurteilte Schotte Fraser seine Strafe unter dem Eid des Ehrenwortes. Dafür hatte seiner seinerzeit Lord John selbst gesorgt, denn als Verwalter des Gefängnisses Ardsmuir hatte er eine Beziehung zu Fraser aufgebaut, die einer Freundschaft doch recht nahe kam.

Jamie fühlt sich in Helwater eigentlich recht wohl. Kann er doch seine Arbeit bei den Pferden verrichten und außerdem seinem unehelichen Sohn William immerhin ab und zu nahe sein. Natürlich weiß niemand, dass Jamie der wahre Vater des zukünftigen Grafen von Ellesmere ist. Der kleine William ist nun beinahe drei Jahre alt und hat seine Begeisterung für Pferde entdeckt, so kommt es, dass er sich immer öfter bei den Tieren und somit in Frasers Nähe aufhält.

Als zwei englische Soldaten Jamie in Helwater abholen und nach London bringen, weiß er nicht was ihn dort erwartet. Man klärt ihn über das Ziel dieser Reise nicht auf. Das ändert sich, kurz nach seinem Eintreffen in London. Lord John und der Herzog von Pardloe legen ihm das irische Gedicht vor, welches er übersetzen soll. Er kann es nicht hundertprozentig, doch das irische Gälisch ist dem schottischen recht ähnlich, so kann er es immerhin sinngemäß.

Und natürlich versteht Jamie Fraser auch sofort den Inhalt dieses Gedichts. „Die wilde Jagd“ ist nichts anderes als eine verschlüsselte Note, die die jakobitischen Verschwörer zu einem erneuten Aufstand gegen die englische Krone aufruft.

Als Lord John Jamie darüber informiert, dass dieser mit ihm nach Irland reisen wird um den korrupten Major Siverly zu stellen und mit dem Wissen über das Gedicht der „Wilden Jagd“ zu konfrontieren, gerät er in ein heftiges Dilemma. Wenn er sich weigert, kann es passieren, dass er nicht wieder nach Helwater zurückkehren kann, um dort seinem Sohn William Nahe zu sein. Wenn er Lord John unterstützt, dann verrät er seine alten Kameraden.

Es führt kein Weg daran vorbei. Jamie und Lord John begeben sich auf die Reise nach Irland und es scheint plötzlich, als könne diese das angerissene Band der Freundschaft zwischen den beiden Männern die einst bestand, vielleicht wieder festigen.

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Ich bin ein absolut geständiger Fan der Romane von Diana Gabaldon. Hier spreche ich nicht nur von den „großen“ Romanen der Highland-Saga, sondern auch von den bisherigen Romanen um den smarten englischen Soldaten Lord John.

Die Romane der Autorin haben absolut nichts mit einer kitschigen, triefigen Liebesgeschichte gemein, wie es eventuelle Autoren liefern, die auf den „Schottland-Zug“ aufgesprungen sind. Wie viele „Küss-Mich-Highlander“ Cover habe ich den Buchläden gesehen, die sicherlich nichts mit den ausführlichen Werken von Diana Gabaldon gemeinsam haben.

Lord John war ursprünglich nur eine Nebenfigur der Highland-Saga, die aber auf Grund ihrer Tiefe und Liebenswürdigkeit die eigene Reihe absolut verdient hat. Und ich empfinde diese dünneren Werke um Lord John auch keinesfalls als Lückenfüller, sondern genieße es ungemein dessen Abenteuern und Erlebnissen beizuwohnen.

Das interessante und brisante an dieser Figur ist sicherlich ihre sexuelle Neigung. Lord John ist nicht nur ein treuer Diener der englischen Krone und ein Soldat mit Leib und Seele aus gutem Hause. Er ist homosexuell und fühlt sich zudem noch sehr zu dem Schotten James Fraser hingezogen.

Ich hatte es bereits in meiner Rezension zu „Die Sünde der Brüder“ geschrieben. Es ist einfach fantastisch zu lesen wie die Autorin es (als Frau) schafft  diese Figur zu beleben. Es gibt auch in diesem Roman wieder sehr erotische Szenen und Momente. Und diese sind demnach folglich homosexueller Natur. Die Autorin beschreibt sie in einer so sinnlichen, stillen Art, dass die Buchseiten knistern. Ich spreche hier nicht von ausufernden Sexszenen, die abartig oder abstoßend sind, sondern von schöner Sinnlichkeit.

Aber diese Momente machen natürlich nicht das gesamte Buch aus. Es ist wieder einmal sehr politisch und historisch gut recherchiert. Es geht um Ehre, Glaube, Kampf und Verrat. Die Autorin hat fiktive Figuren mit realen kombiniert. Hierzu gibt es im Anhang noch interessante Zusatzinformationen.

Zu Beginn des Buches musste ich mich kurz in der Zeit orientieren. Denn dieser Lord John Roman handelt vom Jahr her im dritten Teil der Highland-Saga (Ferne Ufer).

Also waren wir Leser bei der Lektüre des letzten Bandes der Highland-Saga (Echo der Hoffnung) bereits viele Jahre im Voraus. Doch es fiel mir nicht schwer, mich zurechtzufinden und ich hatte ein Gefühl des „Nach-Hause-Kommens“.

Dieser Roman beschreibt einen Zeitraum, der in der Highland Saga nicht vorkommt, man erfährt viel zusätzliches über das, was Jamie erlebt und mich hat es in keiner Weise gestört, dass Claire nicht dabei ist.

Der Schreibstil war wie gewohnt besonders gut und gehoben. Die Autorin schreibt sehr ausführlich, in langen, verschachtelten Sätzen. Schauplätze und Orte sind so detailgetreu und ausgiebig beschrieben, dass es mir als Leser nicht schwerfällt, sich komplett in der Handlung fallen zu lassen. An dieser Stelle noch einmal ein Lob an die Übersetzerin Barbara Schnell, die bis auf die ersten zwei Teile alle Bücher von Diana Gabaldon übersetzt hat und mit Sicherheit Mammutarbeit leistet.

Dieser Roman ist für einen Lord-John Roman relativ dick, doch ich war – je näher ich zum Ende kam – doch traurig, dass es schon wieder vorbei ist. Ich wäre gerne noch ein bisschen länger bei den Menschen zwischen den Buchdeckeln geblieben.

Doch als kleines Trostpflaster gibt es neben der ausführlichen Danksagung der Autorin und ihren zusätzlichen Anmerkungen noch einen Vorgeschmack auf den neuen Band der Highland-Saga.

Das Buch wird vom blanvalet-Verlag in einer gebundenen Ausgabe mit Leseband präsentiert und ist im typischen, schlichten Design den anderen Roman der Autorin angepasst. Ein orangefarbenes Cover, dass von einem alten Symbol geziert wird. So sehen alle Bücher nebeneinander im Buchregal absolut stimmig aus.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für diesen Lord-John Roman, der alles andere als ein Lückenfüller ist. Spannung, Humor und auch Sinnlichkeit hat er zu bieten. Auf knappen 500 Seiten kann der Leser Lord John und James Fraser begleiten und es ist mir nicht annähernd langweilig geworden.

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Ich danke dem blanvalet-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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© Buchwelten 2012

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