Der Knochenbrecher von Chris Carter (3/5)

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Erschienen als
Taschenbuch
im ullstein Verlag
416 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN:  9783548284217
Kategorie: Thriller

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Ein neuer Fall für den Polizisten Hunter und seinen Partner Garcia. Der dritte, um genau zu sein.

Wieder mordet ein brutaler Killer in L.A. Die Opfer stammen allesamt aus der Kunstszene. Sie alle sind außer ihren künstlerischen Fähigkeiten und einer äußerlichen Ähnlichkeit jedoch nicht miteinander in Verbindung zu bringen. Weder waren sie Konkurrentinnen, noch kannten sie sich untereinander.

Was besonders auffällig ist: die Toten weisen alle keine offensichtlichen Verletzungen auf. Jedoch wurden ihnen allen  Körperöffnungen vom Mörder zugenäht und das extreme: In allen Leichen wurde ein Objekt platziert.

Hunter und Garcia haben eine schwere Ermittlungsarbeit vor sich, denn die Hinweise sind mehr als dünn. Dann kreuzt auch noch eine Privatermittlerin Hunters Weg. Die gleichzeitig sehr fleißige und attraktive Whitney Myers, die an einem Fall arbeitet, der Hunter noch nicht bekannt ist. Es dauert nicht lange bis Hunter erkennt, dass es es nicht nur hilfreich, sondern für den Fortschritt der Ermittlungen wichtig ist, enger mit Myers zusammenzuarbeiten und die bisherigen Erkenntnisse auszutauschen.

Die Mordserie muss aufgeklärt werden, denn der Killer ist nicht nur extrem brutal, sondern auch sehr klug und scheint keine Fehler zu begehen. Er scheint die Eigenschaft „Geduld“ absolut zu beherrschen. Aber die Abstände zwischen den aufgefundenen Opfern werden immer kürzer und die Zeit drängt …

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Chris Carter hat wieder einen rasanten, sehr schnell zu lesenden Thriller abgeliefert. Durch die kurzen Kapitel, die übrigens alle mit einem Cliffhanger enden, um dann im übernächsten Kapitel aufgegriffen zu werden, ließen mich als Leser nur so durch die Handlung fliegen.

Sicher liefert Carter auch hier wieder eine spannende Handlung, doch für mich ist der dritte Teil um den Ermittler Hunter nicht mehr so hochwertig wie die Vorgänger „Kruzifix-Killer“ und „Der Vollstrecker“.

Die Opfer, deren Lebenswege und die Fundorte der Toten werden ausführlich beschrieben, doch die haarkleinen forensischen Beschreibungen, die mir sehr gut gefielen, gibt es in dem Maße nicht mehr.

Für mich wurde die Handlung zunächst sehr in die Länge gezogen um dann gegen Ende des Buches viel zu schnell aufgelöst zu werden.

Zunächst tappen die Ermittler lange im Dunklen, was ja gerade auch die Spannung ausmacht, bei einem guten Thriller.

Doch wenn der Autor dann beginnt, den Wechsel in Richtung Aufklärung des Falles vorzunehmen, dann liest es sich für mich so, als wollte er nur noch zum Ende kommen.

Das Problem ist, auf gewisse Dinge hinzuweisen, ohne die Handlung zu verraten. Ein Störfaktor war für mich, die klassische dramatische Situation, die es gegen Ende eines Thriller wohl immer geben muss? Dann gab es noch einen Moment, wo die Ruhe und Offenheit nicht so recht zur Dramatik der Szene passte.

Der dritte Teil der Hunter-Reihe ist nicht schlecht, er ist wieder ein gut lesbarer und auch spannender Thriller, der aber diesmal für mich nicht über einen Durchschnittsthriller hinausgeht.

Was für mich zuletzt noch zu völligem Unverständnis führt, ist der deutsche Titel. Hier würde ich gerne wissen, wer den Originaltitel „The Night Stalker“ (der es übrigens auf den Punkt trifft) ins Deutsche gebracht hat.

In der gesamten Handlung wird nicht einer Person auch nur ein einziger, winzig kleiner Knochen gebrochen! Ich habe noch lange nachgedacht und die Handlung Revue passieren lassen, ob ich evtl. was vergessen habe. Doch nein: Kein Knochenbruch, weder bei Opfern, noch bei Ermittlern, noch sonst wo.

Da kann ich nicht verstehen, warum man einen Titel nicht einfach im Original belässt oder ihn zumindest annähernd ins Deutsche bringt?

Der Thriller wird als Taschenbuch präsentiert, diesmal jedoch wieder ohne Leseband. Das Cover ist rot-weiß und daher nicht sonderlich ausgefallen, denn so sehen ja momentan fast alle Thriller aus. Das blutende Seil ist übrigens genauso fehlgeschlagen wie der deutsche Titel :-).

Mein Fazit: 3 von 5 Sternen für Hunters dritten Fall. Immer noch ein guter Thriller, der sich flott lesen lässt und auch spannende Stunden verspricht. Jedoch bietet er nicht mehr die besonderen Feinheiten, die mir bei den ersten beiden Carter so gefallen haben. Daher wird er von mir diesesmal „nur“ als Durchschnitt bewertet.

Ich danke dem ullstein Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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© Buchwelten 2012

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