Kälte von Michael Northrop (5/5)

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Erschienen als
Taschenbuch
im
LOEWE Verlag
256 Seiten
Preis: 6,95 €
ISBN: 978-3-7855-7428-7
Kategorie:  Jugendbuch (ab 13. Jahre)
für mich aber „All Age“

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Tattawa, eine Highschool in Neuengland, gebaut auf einem Acker. Also somit am Ende der Welt.

Schüler, die während der ersten Unterrichtsstunden aus dem Fenster sehen und sich über den fallenden Schnee nicht wundern. Doch der Schnee wird nicht weniger, sondern stärker und natürlich kommt die Durchsage des Rektors, dass der Unterricht abgebrochen wird, damit die Schüler vor dem Schlimmsten mit den Bussen nach Hause gebracht werden können.

Sieben Jugendliche, die diese Busse nie nehmen, sondern in der Schule bleiben. Alle aus unterschiedlichen Gründen.

Weems und Pete haben sich von ihrem Freund Jason überreden lassen, ihm noch beim Bau seines Mega-Flammenwerfer-Gokarts im Werkraum zu helfen. Jasons Vater hatte zugesagt, die Jungs später abzuholen.

Dann sind da noch Krista und Julie, auch sie wollten auf Kristas Mum warten, damit sie nicht mit dem Bus fahren müssen. 

Dann wäre da noch der Aggro Les, der eigentlich mal wieder zum Nachsitzen antreten sollte und deshalb noch in der Schule ist und warum der seltsame Elijah noch da ist? Man weiß es nicht, nur dass er als seltsamer Gothic-Psycho bezeichnet wird und ständig mit sich alleine rumhängt.

Da sitzen sie nun, diese ungleiche Gruppe von sieben Schülern. Und es dauert eine Weile bis ihnen bewusst wird, dass sie in der verdammten Schule festsitzen. Die Schneewände an den Außenfenstern wachsen rasant auf 2,5 Meter an.

Die Handynetze brechen zusammen, nach Hause anrufen oder nur eine SMS schicken funktioniert nicht mehr.

Dann fällt der Strom aus und mit ihm wird die Heizung auch nicht mehr weiterlaufen. Spätestens da ahnen die Jugendlichen, dass dies keine lustige Campingnacht in der Schule wird, sondern dass dieser Schneesturm zu einer Naturkatastrophe heranwächst und sie gehörig in Gefahr sind ….

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Ich fange diesmal andersrum an, also mit dem Cover. Denn das hat mich auf Anhieb auf der LOEWE Verlagsseite direkt angesprochen und neugierig gemacht. Es ist  in einem tollen eisblau-grau gehalten und zeigt die zugeschneite Highschool und noch immer fallenden Schnee, der verdammt echt aussieht. Der Titel „Kälte“ ist einfach und schlicht und hat mir auch auf Anhieb gefallen

Der Schreibstil ist schlicht und einfach, denn erzählt wird die Geschichte von Scotty Weems, einer der sieben Schüler aus seiner Sicht. Das gibt allerdings noch keinen Hinweis darauf, wie sich die Handlung entwickelt, auch wenn man gleich weiß, er hat es offensichtlich geschafft aus der Schule raus zukommen.

Die Handlung beinhaltet typische Jugendlichenprobleme: z.B. Mädchen und Jungs treffen aufeinander, wie verhält Junge sich da? Aber auch die Darstellung des Aggro-Schülers, den keiner mag und der allen Angst einjagt ist sehr gut gelungen. Nämlich völlig entgegen der typischen Klischees.

Letztendlich geht es nur darum, zu überleben und diese Katastrophe zu überstehen. Und wie diese 7 Schüler dies meistern, dass ist doch sehr erwachsen.

Die Jugendliche werden mit immer neuen dramatischen Umständen konfrontiert, da ist der ausgefallene Strom noch das kleinste Übel. Denn extreme Schneemassen bringen bekanntlich auch die beste Statik ins schwanken.

Mich hat dieser Roman sehr gefesselt und auch hier finde ich die „Erfindung“ des Genres All-Age mehr als passend. Denn dieser Roman ist, auch wenn er sich offiziell in der Kategorie Jugendbuch befindet, auch für Erwachsene spannend und empfehlenswert.

Die eventuellen Eltern von Teenagern, so wie ich :-), können miterleben wie Jugendliche in diesem Alter über sich hinaus wachsen können, sich zusammenraufen, miteinander umgehen und Probleme lösen.

Denn diese Schüler sind ja eigentlich normale Teenies, die ständig mit ihren Smartphones rumhängen, schmerzhaft die Kommentare auf ihrer Facebook Pinnwand vermissen oder stinkig sind, weil wegen dem Schneesturm das wichtige Basketballspiel ausfällt.

Doch diese Schüler sind eben auch Teenager, die sich Sorgen um ihre Eltern zu Hause machen, um ihre Mitschüler, die in den Bussen saßen. Junge Erwachsene die in dieser Gefahrensituation auch ohne ihre Handys auskommen (denn die dienen nur noch als Taschenlampe).

Dieser Roman hat richtig Spaß gemacht, er hat mich gefesselt, mitfiebern lassen und ich kam mir vor als sähe ich einen Film, auch wenn es oft recht dunkel war 🙂 .

Die Charaktere waren sehr unterschiedlich, gut und lebensecht ausgearbeitet und mit Tiefe dargestellt. Alle wie sie da waren. Hoffnung, Angst, Mut, Neid, Enttäuschung, Einfallsreichtum. Dies sind einige Punkte, die in „Kälte“ behandelt werden und ich finde die Umsetzung ist sehr gut gelungen.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für diesen Katastrophen-Thriller, der sich um Jugendliche dreht, aber nicht nur diese als Zielgruppe anspricht. Eine fesselnde Handlung, spannend und mit Charakteren, die gegen das Klischee handeln. Somit für mich ein „All-Age“ Roman, den ich gerne weiterempfehle!

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Ich danke dem LOEWE Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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© Buchwelten 2012

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