White Horse von Alex Adams (4/5)

.


Erschienen als
Klappenbroschur
im PIPER Verlag
448 Seiten
Preis: 16,99 €
ISBN: 978-3-4927-0252-2
Kategorie: Endzeitdrama/Fantasy

.

Zoe ist Putzfrau – oder auch Reinigungskraft – bei einem großen Medizinkonzern. Sie schrubbt die Böden, kümmert sich um die Versuchstiere und mag ihren Job. Zoe ist bei weitem nicht dumm, sondern hat diese Arbeit nur angenommen um sich bei einem sicheren Einkommen in Ruhe Gedanken zu machen, ob und was sie evtl. später einmal studieren möchte.

Außerdem ist Zoe aber auch eine geliebte Tochter, Schwester und sie hat Freunde in ihrer Umgebung. Einen kleinen Sicherheitswahn hat sie auch. Ihre Wohnung ist durch extreme Alarmsysteme gesichert, die gut ausgeklügelt sind. So ein bisschen wie Fort Knox.

Um so erstaunlicher ist, dass eines Tages mitten in ihrem Wohnzimmer ein seltsames Gefäß auf dem Boden steht. Einfach so. Nichts ist gestohlen, nichts ist zerstört worden. Da steht nun plötzlich dieses versiegelte Teil zwischen Sofa und Fernseher auf dem Teppich.

Zoe ist verwirrt und neugierig, macht aber keine Anstalten, sich das Gefäß näher anzusehen.

Stattdessen sucht sie sich einen Therapeuten. Sie möchte über dieses aufgetauchte Problem mit einem Fachmann sprechen, ist jedoch nicht ganz ehrlich. Sie sagt bereits in ihrer erster Sitzung, dass sie von diesem Gefäß träumt und dieser Traum sie nicht loslässt.

Die Sitzungen tun Zoe gut, sie baut ein angenehmes Verhältnis zu dem Therapeuten auf, das Gefäß rührt sie dennoch nicht an. Sie lebt weiterhin ihren Alltag, geht zur Arbeit, trifft ihre Freunde und Nachbarn.

Doch dann beginnen sich die Dinge zu ändern: Die Menschen in ihrer Umgebung werden krank, ein üblicher Brech-Durchfall befällt sie und noch etwas ist seltsam. Sämtliche Katzen, die im Appartementblock leben, verschwinden.

Zoe fragt sich, was passiert ist und ob evtl. dieses unscheinbare aber störende Gefäß in Ihrer Wohnung damit zu tun hat?

***

Zunächst war ich ein wenig skeptisch, das gebe ich zu. Der Text auf dem Buchrücken hat an Inhalt nicht viel hergegeben, aber dennoch neugierig gemacht. Mir war klar, dass mich in etwa ein Endzeitdrama erwartet und das trifft auch zu.

Die Kapitel springen immer zwischen „Damals“ (vor der Katastrophe) und „Jetzt“ (die Zeit, in der Zoe um ihr Überleben kämpft). Das gestaltet das Lesen als sehr kurzweilig und rasant. Wobei diese beiden Zeitspannen innerhalb des Romans immer mehr zusammenrücken.

Der Schreibstil war gut, stellenweise sehr gehoben, ausführlich und bildhaft. Hier eine kleine Textstelle (S.330)

.

Flammen lecken über einen Lastwagen auf der anderen Seite des Lagers, küssen das Metall mit der Zärtlichkeit eines Liebhabers. Höher und höher züngeln sie, bis die Nacht explodiert. Das Licht hinterlässt grelle Flecken auf meiner Netzhaut, als sich der Feuerball entfaltet, eine Blume, deren Blütenblätter sich aufspreizen, weiter … immer weiter … und dann zurücksinken an den Ort ihrer Entstehung.“

Eine Stelle, die hängengeblieben ist, denn die gefiel mir sehr gut.

:

Natürlich sind die Erwartungen bei Aussagen auf dem Buchrücken, die u.a. mit Stephen King vergleichen, entsprechend hoch. Hier muss ich sagen, an die Stimmung von Kings „The Stand“ kommt das Buch für mich nicht ran.

Hierzu wurde ich bis zuletzt mit der Protagonistin nicht wirklich warm, auch wenn sie sympathisch war und ein herzensguter Mensch, der letzte Kick kam für mich nicht ganz rüber.

Für mich hat sich die Story aber ab der Hälfte verbessert, die Auflösung des Ganzen und auch das Ende sind Geschmackssache. Ich fand den Schluss an sich nicht so brillant. Aber das empfindet nun mal jeder Leser anders. Es gibt auch viele geniale Kings – um bei dem Vergleich zu bleiben – die ein eher schwaches Ende haben.

Trotzdem hat mir der Roman gut gefallen und ich habe Zoe gerne begleitet auf ihrem schweren Weg. Eine düstere Stimmung kommt sehr wohl auf schlimmerweise kann so eine Katastrophe in unserer heutigen Zeit sicherlich wirklich – in ähnlicher Weise – eintreffen.

Das Cover ist sehr gut gelungen. Ein verlassener Ort, mitten darin steht Zoe erschöpft im Regen. Die Farben sind dunkel und düster gehalten. Es passt sehr gut zur Geschichte und ist ansprechend.

Alex Adams ist übrigens eine Frau und dieser Roman ist ihr Debüt und „White Horse“ der Auftakt einer Trilogie.

.

Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für ein dunkles Endzeitdrama, in dem dennoch die Gefühle und Menschlichkeit eine große Rolle spielen, das rasant geschrieben und abwechslungsreich ist. Ein uralter Hintergrund dient als Ursprung der Story und die Umsetzung ist gelungen und nicht mal abwegig. Der Schluss für mich eher weniger überzeugend, aber sicherlich Ansichtssache.

.

Ich danke dem PIPER Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

.

.

© Buchwelten 2012

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s