Weltendämmerung – Die zerbrochene Welt – Berith Trilogie III von Ralf Isau (5/5)

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Erschienen als
gebundene Ausgabe mit Leseband
im PIPER Verlag
480 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN: 9783492702355
Kategorie: Fantasy

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Taramis ist im Kreise seiner Familie und engsten Freunde auf seiner Heimatscholle Barnea. Genauer gesagt steht Taramis mit seinem Freund dem Kirrie Jagur vor dem Haus, während seine Frau Shúria im Inneren unter Schmerzen und lauten Schreien ihr zweites Kind auf die Welt bringt.

Doch Taramis ist nicht einmal in diesem wichtigen Moment Ruhe vergönnt, denn es erfolgt urplötzlich ein Angriff auf Taramis Anwesen. Durch den Nebel greifen die Wesen an, die Taramis als das Volk der Kesalonier erkennt.

Dem Nebelwächter ist es sofort klar, dass hinter diesem Angriff niemand anderer stecken kann, als sein ärgster Feind der Antischkönig Gaal.

Taramis hatte es bereits vermutet, dass er ihn im letzten Kampf auf der Insel Peor nicht endgültig besiegt hat, denn die Leiche Gaals wurde schließlich niemals gefunden. Und da Taramis ein vorausschauender Mann ist, hat er sein Haus und das umliegende Land natürlich durch Fallen und diverse andere Schutzmaßnahmen geschützt. Somit gelingt es Taramis zunächst den überraschenden Angriff abzuwenden.

Doch kaum hat seine Tochter Aïschah das Licht der Welt erblickt, muss Taramis seine Familie erneut verlassen. Gaal, der König von Dagonis hat wieder einen großen Plan geschmiedet, um die Gesamtherrschaft über die Scherbenwelt im Äther endgültig an sich zu reißen. Dass er hierbei über Leichen geht, ist bereits bekannt. Doch Gaal schreckt nicht einmal vor den Göttern zurück.

Eine dunkle Wolke breitet sich über die Schollen Beriths aus, niemand weiß woher sie kommt, niemand weiß was genau sie bewirkt. Fest steht jedoch, sie ist gefährlich und Taramis muss gemeinsam mit seinen Gefährten erneut in den Krieg ziehen.

Er muss für seine Familie und ganz Berith kämpfen. Er muss endlich der drohenden Gefahr durch Gaal ein Ende setzen und zwar endgültig. Also begibt sich Taramis mit seinem Feuerstab Ez auf eine weitere, hoffentlich letzte gefährliche Reise um den machtgierigen Fischkopf zu töten ….

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Nachdem ich die ersten zwei Teile der „zerbrochenen Welt“ bereits gelesen hatte, habe ich mich natürlich sehr auf den finalen Band um den Krieger Taramis gefreut.

Ralf Isau hat mit dieser Trilogie wieder eine bunte, wesensreiche Fantasywelt geschaffen, die alles bietet, was ein spannendes Buch ausmacht. Sehr ideenreiche Geschöpfe hat er zum Leben erweckt, unterschiedliche Charaktere, die sehr gut ausgearbeitet sind. Seien es die Guten oder auch die Bösen.

Natürlich trifft man in diesem letzten Teil auf alte Bekannte die bereits in den ersten zwei Bänden zu Taramis Gefährten gehörten. Doch es kamen in diesem letzten Teil noch einmal neue, sehr wichtige Figuren hinzu. Auch Inselbewohner, die bislang keine Rolle spielten, sind in diesem Finalteil der Handlung hinzugewachsen.

Der Autor schafft es wunderbar, dramatische und kriegerische Szenen dennoch auch immer mit viel Gefühl auszuarbeiten. Auch lustige Augenblicke kommen innerhalb dieser eigentlich schrecklichen Momente vor, sei es nur durch eine kleine „typische“ Aussage des Zwergs (NEIN – Kirrie!) Jagur. Übrigens eine Figur, die mir im Laufe der drei Teile sehr ans Herz gewachsen ist.

Was mir an der „zerbrochen Welt“ so gut gefällt, ist nicht nur die Vielfältigkeit der Bewohner der Scherbenwelt (Menschen, Wesen, Tiere, Pflanzen Fortbewegungsschwaller, etc.), sondern auch der Zusammenhalt derer untereinander.

Bewohner verschiedener Schollen sind da genauso geachtet und gleichberechtigt, wie auch männliche und weibliche KriegerInnen. Innerhalb der Geschichte hat jeder einen wichtigen Teil inne und es wird kein Unterschied gemacht zwischen dem angeblich starken und schwachen Geschlecht. Das hier alle miteinander nur etwas ausrichten können ist in dieser Trilogie sehr gut beschrieben. Und dazu gehört dann zusätzlich noch das Zusammenspiel zwischen Menschen und den Tieren.

In diesem Teil gibt es wieder im hinteren Teil das sehr ausführliche Register über alle Bewohner und Wesen der Scherbenwelt, das sehr hilfreich ist und das ich auch immer wieder zur Hilfe genommen habe. Denn es gehört schon aufmerksames Lesen und Konzentration dazu, die vielen verschiedenen und oft ähnlich klingenden Namen auseinanderzuhalten. Auch dann, wenn man die beiden ersten Bücher der Trilogie gelesen hat. Allein dieses Lexikon ist der Wahnsinn, so etwas muss man sich erst einmal ausdenken. Denn es liest sich so, als würden tatsächlich existierende Lebewesen und Personen beschrieben. Es ist sehr professionell gestaltet.

In diesem letzten Teil kommt dann noch eine von Ralf Isau selbst gestaltete Weltenkarte hinzu, die bei der langen Reise von Taramis und seinen Begleitern eine gute Übersicht bietet.

Der Schreibstil ist – wie gewohnt – gehoben und sehr gut formuliert. Das Ende hat mir sehr gut gefallen. Ich werde nicht daran denken auch nur den kleinsten Hinweis zu geben.

Eine kleine Anmerkung noch an Ralf Isau selbst: Meine liebste, neue Figur in diesem Band war/ist Kaya. Ein wunderbares Wesen, von seiner Erscheinung und vom Charakter her.

Das war sie dann, meine Reise durch die zerbrochene Welt von Berith. Mit diesem Teil ist die Trilogie zu Ende gegangen und somit werde ich nicht mehr durch den Äther schwallen, was eigentlich sehr schade ist. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und Taramis gerne auf seinen Abenteuern begleitet.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für diesen gelungenen Abschluss der Trilogie um die zerbrochene Welt. Trotz drohender Finsternis, heftigen Kämpfen und Gefahr, hat Ralf Isau erneut eine bunte, wesensreiche Geschichte voller Abenteuer, Liebe, Freundschaft und Gefühl geliefert. Ich kann die Berith-Trilogie allen Liebhabern von ausgefallener Fantasy nur sehr empfehlen. Die Scherbenwelt ist unbedingt eine Reise wert. Allerdings braucht ihr Schwaller mit Luftkapseln … wenn ihr nicht zufällig zusätzlich mit Kiemen ausgestattet seid … 🙂

Ich danke dem PIPER Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

 

Wer Interesse hat meine Rezensionen zu den ersten beiden Teilen der Berith Reihe zu lesen:

Rezension zu „Die zerbrochene Welt – Berith I“

Rezension zu „Feueropfer – Die zerbrochene Welt – Berith II“

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© Buchwelten 2012

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