Creekers von Edward Lee

Erschienen als Taschenbuch
bei FESTA-Verlag
insgesamt 414 Seiten
Preis: 13,95 €
ISBN: 978-3-86552-162-0
Katergorie: Horror-Thriller

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Der Polizist Phil Straker verläßt das Städtchen Crick City, um in einer Großstadt Karierre zu machen. Doch eines Tages erschießt er aus Versehen während des Dienstes ein Kind und wird suspendiert. Während er dem unbefriedigenden Beruf eines Nachtwächters nachgeht, bekommt er vom Polizeichef seines damaligen Heimatstädtchens Crick City das Angebot, dort wieder in den Polizeidienst zu wechseln. Mangels Alternativen nimmt Phil an und kehrt zurück in das beschauliche Städtchen.

Als er dort seinen ersten Fall, die Suche nach einem vermissten Mädchen, übernimmt, stößt er bei seinen Ermittlungen bald schon auf die Creekers, einen Clan, der sich seit Jahrhunderten durch Inzucht vermehrt und in den nahe gelegenden Wäldern lebt. Nicht nur Drogen und Korruption begleiten die Spur der Creekers. Es sind weitaus schlimmere Dinge, die Phil aufdeckt. Damönische Rituale, sexuelle Exzesse und Mord sind nur der Anfang. Etwas weitaus Schlimmers nimmt unaufhaltbar seinen Lauf.

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Edward Lee war absolutes Neuland für mich, umso gespannter war ich auf die (Zitat von Richard Laymon) „literarische Körperverletzung“.

Ich war angenehm überrascht, weil Lee eine Stimmung erzeugte, in der ich mich heimelig fühlte. Das Heimkommen des Protagonisten machte Spaß und vermittelte eine Art „Rambo – First Blood“- Feeling. Lees Schreibstil ist nichts besonderes, aber auch nicht so einfach wie der von Richard Laymon. Kurze knackige Sätze wechseln sich mit manchmal sogar „hochwertigen“ Schachtelsätzen ab, was mir angenehm auffiel. Auch die Handlung machte ungemein Spaß, weil sie sich meiner Sicht nach von den trivialen Geschichten, in denen Inzestfamilien die Hautprolle spielen, abhob.

Nach der Beschreibung des Buches rechnete ich mit einem Horror-Roman, bekam aber dann, zum größten Teil jedenfalls, einen harten Thriller serviert. Das Ganze kommt sehr realistisch rüber und man merkt, dass Lee selbst einmal Polizist war.

Lee nimmt kein Blatt vor den Mund und gesellt sich meiner Meinung nach in die „Sex & Crime“ Gesellschaft von Richard Laymon, der, wie viele von uns wissen, ebenfalls gerne das weibliche (und männliche) Geschlecht beschreibt. Aber diese Darstellungen stören nicht (mich haben sie das jedenfalls nicht), weil sie teilweise auch für die Handlung wichtig sind. Und wer so etwas nicht lesen mag, wird zu so einem Buch eh nicht greifen, und wenn doch, sollte man einfach darüber hinwegsehen. 😉

Wie oben schon erwähnt, ging Lee mit der Inzest-Thematik anders um, als von mir erwartet. Allein deswegen hat Edward Lee ein Stein bei mir im Brett. 😉

Insgesamt fand ich Creekers absolut unterhaltsam und eine gelungene Mischung aus Cop-Thriller und Horror-Reality. Einzig am Schluß ließ Lee deutlich nach und tappte in eine genreübliche Höhepunkt-Falle, indem er nämlich ein Ende servierte, das jedem B-Movie gerecht wäre.

Nichsdestotrotz empfehlenswerte, brutale Kost für starke Nerven.

Wie immer beim FESTA-Verlag begeistert die Lederoptik des Einbands. Über das Titelbild läßt sich streiten. Es wirkt provokativ, passt aber zum Inhalt des Buches.

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Fazit: Brutaler, spannender Cop-Thriller, der teils in realistischen Horror wechselt. Für Fans von Richard Laymon, Jack Ketchum oder Bryan Smith geeignet. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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Wer mehr über den „obszönen Provokateur und führenden Autor des Extreme Horror“ wissen möchte, kann sich auf seiner Seite umschauen: EDWARD LEE

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© Buchwelten 2013

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