Die Masken des Morpheus von Ralf Isau

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Erschienen als gebundene Ausgabe
bei cbj
insgesamt 544 Seiten
Preis: 17,99 €
ISBN: 978-3-570-13835-9
Kategorie: Jugendbuch ab 12 Jahre

Erscheinungstermin: 18. März 2013

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Der 17 jährige Arian Pratt ist Seiltänzer und ein begnadeter Puppenspieler in London im Jahre 1973. Der ansehnliche junge Mann hat ein Seil zwischen zwei Bäumen auf dem Rasen vor der Westminster Abbey gespannt um Publikum für die abendliche Zirkusvorstellung zu locken, als ein seltsamer alter Mann auf ihn zukommt und ihn anspricht. Arian ist dieser Kerl nicht geheuer und versucht höflich auf Distanz zu gehen. Doch leider lässt der sich nicht abwimmeln und bei einer plötzliche Berührung der Hände geschieht etwas, dass Arians Leben von diesem Moment an völlig auf den Kopf stellt: Arian findet sich urplötzlich in dem Körper des alten Mannes wieder und der andere flieht mit seiner fleischlichen Hülle.

Arian versucht natürlich sofort dem zwielichtigen Kerl zu folgen, will er doch seinen Körper zurück. Aber ehe er Zeit hat, all das Geschehene in der Schnelle zu verarbeiten, wird er auch schon von dunklen Gestalten verfolgt, die offenbar für den bekanntesten Verbrecher Londons arbeiten.
Während seiner Jagd, die ja nun zeitgleich eine Flucht ist, lernt Arian die schöne Mira kennen. Nach anfänglichem Misstrauen freunden sich die beiden an. Mira ist es, die Arian darüber aufklärt was mit ihm geschehen ist. Er ist ein Swapper, ein Körpertauscher, er kann also durch Berührungen nackter Haut die Körper mit anderen Menschen wechseln. Mira ist ebenfalls eine Swapperin, sie bringt Arian bei mit dieser Gabe umzugehen und erklärt ihm außerdem eine Reihe wichtiger Hintergründe.

Mira ist Französin, im gleichen Alter wie Arian und derzeit in London, weil sie die Mörder ihrer Eltern aufspüren will. Auch Arian hat seine Eltern als Säugling durch einen Mord verloren, der Leiter des bekannten Zirkus von London ist lediglich sein Adoptivvater.
Gemeinsam mit Mira macht sich Arian auf die Suche: natürlich nach seinem eigenen Körper, den er unbedingt zurückhaben will, aber auch um herauszufinden, wer er eigentlich ist und was genau mit seinen Eltern geschah. Dazu müssen sie Mister M. finden, den mächtigsten Seelendieb überhaupt. Sein wirklicher Name ist Morpheus und er trägt viele Masken, nein, Körper und das macht die Sache beinahe unmöglich ….

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Mit seinem neusten fantastischen Roman für jugendliche Leser hat Ralf Isau erneut eine spannende, fesselnde und abenteuerliche Geschichte geliefert. Sehr kurzweilig und rasant erzählt der Autor die Suche von Arian und Mira und lässt sie sich mutig von einer Gefahr in die nächste begeben. Hierbei wechselt er örtlich nicht nur zwischen London und Frankreich zur Zeit der gefährlichen französischen Revolution. Auch nach Deutschland führt ihre Reise, auf der Suche nach Morpheus.
Hier hat Ralf Isau die Sage um die Loreley, den bekannten schwarzen Fels am Rhein, sehr gut in die Handlung verbaut und die erwähnten Festungen/Burgen sind real. Auch ich bin an Burg Katz und Maus auf dem Fußweg zur Loreley schon vorbeigelaufen. Die Idee, wirkliche historische Ereignisse und Bauwerke in die Geschichte mit einzubauen, wertet die Handlung auf und läßt den Leser dadurch nicht dass Gefühl haben, sich eigentlich in einer fantastischen Geschichte zu befinden.

Ich war während des Romans hautnah bei den brutalen Hinrichtungen durch die Guillotine in Frankreich dabei, fand mich in stinkenden Kerkern wieder und lernte sogar die Gründerin von Madame Toussauds Wachsfigurenkabinett kennen. Dies sind nur einige wirkliche historische Figuren, die Ralf Isau in seiner Handlung verknüpft hat. Eine Auflistung dieser Personen liefert der Autor im Anhang des Romans.

Der Schreibstil ist der typische Isau, angenehm lesbar, gut ausformuliert, rasant und wie immer sehr bildhaft. Aber durch die vielen Kämpfe und dramatischen Situationen geht es mitunter auch recht grob und brutal zu. Natürlich spreche ich hier nicht von Splatterelementen, dennoch sollte der Leser schon Blut „sehen“ können.

Das Buch wird vom Verlag in einer schönen gebundenen Ausgabe präsentiert, leider wurde ein Lesebändchen eingespart :). Das geprägte Cover finde ich gut gelungen und der ausgefallene Ballon springt ins Auge. Ja, er hat auch mit der Handlung zu tun. Die große gelbe Fläche, in der der Titel des Romans erscheint, hat mich auf den ersten Blick jedoch eher an ein Ortseingangsschild erinnert. Der Titel „Die Masken des Morpheus“ ist zwar ein wenig länger, als der ursprünglich angedachte, gefällt mir aber gut.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für den neuen Jugendroman von Ralf Isau. Erneut liefert der Autor eine einfallsreiche, spannende Geschichte. Ein großes, dramatisches Abenteuer, gespickt mit vielen wahren Begebenheiten, die wie immer gut recherchiert sind. Ich habe mit den sehr sympathischen Protagonisten mitgefiebert und hatte den Roman innerhalb kurzer Zeit verschlungen.

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Ich danke cbj für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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© Buchwelten 2013

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