Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green

das_schicksal_ist_ein_mieser_verraeter-9783423625838

Erschienen als
Taschenbuch bei
dtv
336 Seiten
Preis: 9,95  €
ISBN: 978-3-423-625838

*

Hazel Grace und Augustus sind krebskrank. Sie lernen sich in einer Selbsthilfegruppe kennen und verbringen immer mehr Zeit miteinander, bis sie sich ineinander verlieben. Sie beschließen, zusammen nach Amsterdam zu fahren, um Hazels Lieblingsschriftsteller zu treffen. Obwohl sie eine schöne Zeit verbringen, begleitet sie die schreckliche, tödliche Krankheit auf Schritt und Tritt.

***

John Greens neuester Roman hat mir zwar gefallen, mich aber nicht in jeder Hinsicht überzeugt. Aber eines nach dem anderen.
Mit welcher Leichtigkeit Green das Thema Krebs behandelt, ist schon bewundernswert. Zu Anfang macht es auch unglaublichen „Spaß“, die Geschichte um Hazel und Augustus zu verfolgen. Der Sarkasmus, mit dem die beiden ihrer tödlichen Krankheit begegnen, ist wie eine Gratwanderung zwischen Traurigkeit und Witz. Das ist es auch, was bewegt und mitfühlen lässt, denn zwischen diesen gesprochenen Worten hört man oft die Verzweiflung, Angst und Hoffnungslosigkeit heraus.
Was mit persönlich irgendwann dann aber zuviel wurde, denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man als krebskranker Teenager Tag für Tag sarkastisch sein kann und die tödliche Krankheit nur mit Humor bekämpft. Green packt meines Erachtens zu viel in seine Protagonisten und lässt sie irgendwann fast schon unglaubwürdig erscheinen. Zumindest ging es mir so. Gegen Ende des Romans konnte ich mich mit den Beiden plötzlich nicht mehr so richtig identifizieren. Das Aufeinandertreffen mit dem Schriftsteller war auch etwas übertrieben dargestellt, das hat mich nicht wirklich angesprochen, denn es wirkte auf mich sehr konstruiert und unrealistisch.

Nichtsdestotrotz hat John Green einen teils ergreifenden, teils amüsanten und bedingt dramatischen Liebesroman geschrieben, der unterhält und auch oft nachdenklich macht. „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist Jugendbuch und Erwachsenenroman gleichermaßen. Mit einem sehr einfachen Schreibstil wird hier eine skurrile Geschichte erzählt, die mich anfangs begeistert und zum Ende hin eher „kalt“ gelassen hat. Hazel und Augustus als eines der bewegendsten Liebespaaare der Literatur zu bezeichnen (Natascha Geier, NDR Kulturjournal), finde ich übertrieben und nicht zutreffend. Sicherlich weint und lacht man mit den Beiden und spürt ihre Ängste und Hoffnungen, aber den Hype um das Buch kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Da gibt es bedeutend bessere Bücher …
Deshalb wundert mich auch, dass das Buch mit so vielen Literaturpreisen ausgezeichnet wurde.

Gespannt bin ich jetzt noch auf die Verfilmung.

*

Fazit: Anfangs ansprechendes, gegen Ende hin immer unrealistischeres Drama um zwei krebskranke Teenager, die sich ineinander verlieben und gemeinsam die ihnen noch zur Verfügung stehende Zeit verbringen. Mit einem einfachen Schreibstil schildert John Green in seinem hochgelobten Jugendbuch, wie zwei Jugendliche ihre tödliche Krankheit überwiegend mit Sarkasmus bekämpfen. Hat mich nicht wirklich überzeugt.

© 2014 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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