Ritualmord von Mo Hayder

ritual ord

Erschienen als Taschenbuch
im Goldmann Verlag
insgesamt 416 Seiten
Preis: 9,95 €
ISBN: 978-3-442-47285-7
Kategorie: Krimi, Thriller

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Eine Leiche im Wasser, abgehackte Hände und ein geheimnisvolles Wesen, das in Bristol sein Unwesen treibt. Jack Caffery hat London verlassen, um ein neues Leben zu beginnen und sowohl die Polizeiarbeit als auch sein Liebesleben zu vergessen. In Bristol erwartet ihn aber sogleich ein unheimlicher Fall, den er zusammen mit der Polizeitaucherin Flea Marley zu lösen hat.

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Mo Hayders dritter Band der Jack Caffery-Reihe spaltet ja irgendwie die Gemüter der Fangemeinschaft und Leser. In einem Punkt gebe ich den Negativ-Bewertern Recht: „Ritualmord“ ist bei weitem nicht so brutal wie die beiden Vorgänger. Aber muss denn eine Reihe (sei es nun Buch oder Film) immer im gleichen Fahrwasser schwimmen? Sind nicht auch die Fälle der Polizei immer unterschiedlich schrecklich oder gewaltsam?

Anfangs  hat mich der Ortswechsel irritiert, denn ich fand die Nebenhandlung von Cafferys Privatleben in den ersten beiden Romanen sehr ansprechend und wollte natürlich wissen, wie es weitergeht. Dementsprechend „enttäuscht“ war ich dann erst einmal,  als ich erfuhr, dass der Ermittler einen Ortswechsel vorgenommen hat. Doch die Enttäuschung hielt nicht lange an, denn geschickt, und vor allem sehr gemächlich, hat Mo Hayder eine neue Frau an Jack Cafferys Seite gestellt: die Polizeitaucherin Flea Marley, die es mit Sicherheit bisher nicht leicht in ihrem Leben hatte. Fleas Lebens- und Familiengeschichte hat mich total begeistert und ich vergaß schon bald die Seitenhandlung der ersten beiden Romane, denn Fleas Einstieg ist unglaublich gut.

„Ritualmord“ ist ruhiger als seine Vorgänger, aber genauso stimmungsvoll. Unheimliche Orte und abgefahrene Drogenhalluzinationen  schmücken den aus meiner Sicht gut aufgebauten Plot aus. Mo Hayders Detailreichtum in Sachen Ermittlungstechnik und Forensik ist immer wieder erstaunlich und trägt dazu bei, die Geschichte äußerst realistisch wirken zu lassen. Auch wenn ich persönlich afrikanische Rituale, Opferungen und dergleichen nicht mag, so hat mich „Ritualmord“ dennoch überzeugt. „Ritualmord“ ist für mich nicht besser oder schlechter als „Der Vogelmann“ oder „Die Behandlung“, sondern einfach nur anders. Mo Hayder hält konsequent ihren gehobenen Schreibstil und die Richtung, die sie mit ihren Caffery-Romanen von Anfang an eingeschlagen hat. ich freue mich schon auf die nächsten Bände.

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Fazit: Weniger brutal als die Vorgänger, aber dennoch konsequent die Caffery-Linie fortsetzend, wird im dritten Band eine neue Frau an Cafferys Seite gestellt, deren Lebensgeschichte absolut interessant ist. Mo Hayder bleibt ihrem Weg treu und liefert erneut ein absolut empfehlenswertes Stück Thrillerliteratur ab.

© 2015 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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