Michael Ende – Gefangen in Phantásien von Birgit Dankert

Michael Ende

Erschienen als gebundene Ausgabe
im Lambert Schneider Verlag
insgesamt 312 Seiten
Preis:  24,95  €
ISBN: 9783650401229
Kategorie: Biografie

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20 Jahre nach seinem Tod kommt jetzt die erste Biographie über Michael Ende. Birgit Dankert schildert Endes Lebensweg und verschweigt auch nicht seine privaten Krisen.

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Vielleicht liegt es daran, weil ich die Ehre hatte, Michael Ende 1989 persönlich kennenzulernen, dass ich seit Jahrzehnten auf eine Biografie wie diese gewartet habe. Durch Michael Endes Einfluss wurde ich selbst zum Schriftsteller und seine Bücher begleiteten mich mein ganzes Leben lang. Ich habe mir eine kleine Privatsammlung aus Zeitungsberichten und Buch-Sonderausgaben angeschafft und bin von seinem Lebenswerk nach wie vor begeistert wie am ersten Tag.
Und jetzt kam endlich der Zeitpunkt, an dem ich mehr über den Schriftsteller und vor allem Menschen Michael Ende erfahren darf, als ich bisher wusste. Birgit Dankert hat hervorragende Arbeit geleistet und ein Leben aus Puzzlestücken zusammengesetzt, die ihr von Freunden, Bekannten und Wegbegleitern anvertraut wurden. Endes Biografie liest sich so spannend wie ein Roman, was zum einen natürlich am Leben des Mannes selbst liegt, zum anderen aber auch an dem wirklich exzellenten Schreibstil der Autorin. Sie zeichnet ein Bild der damaligen Zeit und lässt uns am Leben eines ehrgeizigen Menschen teilnehmen, der aber auch voller Ängste und Zweifel steckte. Was zwischen den Zeilen dieser Biografie steht, war für mich meist bedeutender als die geschriebenen Worte. Man merkte auf jeder Seite, wie intensiv sich Dankert mit dem Leben dieses Mannes beschäftigt hat, und wie nahe sie seinem Charakter dadurch kommt. Viele von ihr beschriebenen Bilder und Szenen liefen förmlich wie ein Film vor meinem inneren Auge ab.

Ich habe mich ebenfalls viele Jahrzehnte mit Michaels Ende Leben und Werk (und auch seines Vaters Edgar Ende) beschäftigt und dennoch konnte mir Birgit Dankert viel Neues erzählen. An manchen Stellen hatte ich einen Kloß im Hals, weil ich mich an die Begebenheiten (aus Zeitungsberichten) erinnern konnte. Sein unnachgiebiges künstlerisches Verständnis verteidigend, ging Michael Ende einen (zumindest aus seiner Sicht) unbeirrbaren Weg, dem man nun, wenngleich „nur“ in Worten beschrieben, folgen darf. Birgit Dankert richtet ihre Aufmerksamkeit aber auch an unschöne Dinge, die im Leben Endes geschehen sind. Erstaunlicherweise zerstört sie aber dadurch niemals den „Mythos“ über einen der bekanntesten Schriftsteller Deutschlands, sondern zeigt einfach nur Schwächen und Probleme auf, die den Mann letztendlich noch sympathischer machen, als er ohnehin schon wirkte.

Birgit Dankert hat ein großes Buch über einen großen Mann geschrieben und ihm dadurch genau jene Ehre erwiesen, die er sich zeit seines Lebens erwünscht hatte. Ende war ein beeindruckender Mensch, dem durch diese Biografie ein wunderbares Denkmal gesetzt wurde. Ich kann mich gar nicht genug bei der Autorin für ihre grandiose Recherche-Arbeit bedanken, um mir diesen Mann noch einmal sowohl beruflich als auch menschlich so nahe zu bringen. Dieses Buch war und ist ein Erlebnis sondergleichen für mich. Für kurze Zeit, erweckten die Buchseiten Michael Ende noch einmal zum Leben … und ich durfte dabei sein.

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Fazit: Wunderbar recherchiert, ehrlich und menschlich. Eine nahezu perfekte Biografie eines genialen Schriftstellers, der noch heute mein Idol ist.

© 2016 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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