13 Stufen von Kazuaki Takano

13 Stufen von Kazuaki Takano

Erschienen als Taschenbuch
im Penguin Verlag
insgesamt 392 Seiten
Preis: 10,00 €
ISBN: 978-3-328-10153-6
Kategorie: Thriller, Drama

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Die Hinrichtung des zum Tode verurteilten Mörders Kihara steht kurz bevor. Doch dann erhalten der ehemalige Gefängnisaufseher Nango und der vor kurzem entlassene Häftling Jun’ichi den Auftrag, sämtliche Fakten noch einmal zu untersuchen, denn anscheinend ist Kihara unschuldig. Ein Wettlauf gegen die zeit beginnt, als sich Nago und Jun’ichi auf den Weg machen, die Wahrheit um Kihara herauszufinden. Und auch wenn sie immer mehr Spuren finden, die darauf hinweisen, dass bald ein Unschuldiger den Tod findet, läuft ihnen die Zeit davon.

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Schon mit „Extinction“ hat mich Takano vollends überzeugt, aber mit seinem vorher verfassten Thriller „13 Stufen“ hat er noch eins draufgesetzt. „13 Stufen“ hat mich von der ersten Seite an fasziniert und nicht mehr aus seinem Bann gelassen. Takano hat hier zwei wunderbare Charaktere erschaffen, die mir dermaßen ans Herz gewachsen sind, dass ich fast meinte, sie im realen Leben persönlich zu kennen. Ich habe schon öfter festgestellt, dass mich Protagonisten, deren Gedankengänge und Handlungsweisen in japanischen Romanen oftmals sehr ansprechen. So ist es auch hier. Kazuaki Takano beschreibt die Wesenszüge der beiden Hauptpersonen sehr detailliert, emotional und authentisch. Vor allem der Ex-Sträfling Jun’ichi hat mich mit seinen Überlegungen sehr beeindruckt.

In diesem äußerst spannenden und raffiniert konstruierten Thriller-Drama, das mich oftmals alleine schon wegen der Thematik an die Geschichten von John Grisham erinnert hat, macht sich der Autor sehr kluge Gedanken über die Todesstrafe, das Justiz- und Rechtssystem, Selbstjustiz und das Leben und den Tod an sich. Aber auch Familie, Freunde, Liebe und Einsamkeit spielen eine wichtige Rolle in diesem Pageturner, der mich nachhaltig beeindruckt hat. Der Wettlauf gegen die Zeit ist in jeder Zeile spürbar und die Überlegungen der beiden Protagonisten machen den Roman zusätzlich noch zu einem Krimi, der unheimlich Spaß macht, weil man selbst mitdenkt und -rätselt, wie die Vorgänge zusammenpassen. Obwohl der Plot relativ ruhig und unspektakulär daherkommt, lässt er einen nicht mehr los. Vielleicht ist es gerade auch die sehr stimmungsvolle Atmosphäre, die Takano durchgehend erschafft und damit den Leser in einen fast schon hypnotischen Strudel zieht. Wie man den Zeilen entnehmen kann, bin ich wirklich äußerst begeistert und angetan von „13 Stufen“. Die Problematik der Todesstrafe wird bis ins kleinste Detail ausgeleuchtet und das Für und Wider dargelegt. Fast mutet der Thriller wie ein Sachbuch in Romanform an, denn man erfährt sehr viel über dieses Thema und wird selbst permanent zum Nachdenken angeregt.

Ergänzend zu den oben erwähnten interessanten Ausführungen über Todesstrafe und Rechtssystem wird der Leser noch in die japanische Denkweise und Kultur eingeführt, was dem Roman einen (zumindest für mich) außergewöhnlichen, zusätzlichen Reiz vermittelt, der mich sehr angesprochen hat. Durch das ganze Buch zieht sich eine fast schon melancholische Stimmung, durch die man sich immer wieder gezwungen fühlt, noch ein paar Seiten weiterzulesen. Kazuaki Takano hat mit seinem flüssig zu lesenden Schreibstil einen raffinierten Thriller verfasst, der mit jeder Menge intelligenten Wendungen aufwarten kann. Und trotz aller Spannung bleibt am Ende ein eindringliches Bild im Gedächtnis des Lesers haften, das man so schnell nicht mehr losbekommt. Zu drastisch setzt sich der Autor mit den Vor- und Nachteilen der Todesstrafe auseinander, als dass es den Leser kalt lassen könnte. Gerade die verschiedenen Sichtweisen der Gegner und Befürworter bringen die eigenen Gedanken zum Kreisen, auch wenn man das Buch zur Seite gelegt hat.
Was „Extinction“ an Spannung zu bieten hat, gleicht „13 Stufen“ durch einen enormen Tiefgang aus. Letztendlich zeigen die beiden im Grunde genommen gegensätzlichen und eigentlich nicht vergleichbaren Bücher, welch guter Schriftsteller Kazuaki Takano ist, denn er beherrscht beides hervorragend: Spannungsthriller und Thrillerdrama.
Mir persönlich hat auf jeden Fall der hier vorliegende Debütroman von Kazuaki Takano bedeutend besser gefallen als „Extinction“, weil er unglaublich lange in seiner Wirkung nachhält.

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Fazit: Spannendes, beeindruckendes und nachhaltig wirkendes Thriller-Drama mit Tiefgang.

© 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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2 Antworten auf „13 Stufen von Kazuaki Takano

  1. Huhu!

    Ich stelle auch immer wieder fest, dass mich Bücher von japanischen Autoren oft begeistern! Mit diesem Buch hier habe ich auch schon geliebäugelt, und nach deiner Rezension bin ich mir ziemlich sicher, dass es mir gefallen würde. 🙂

    Ich habe deinen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt.

    LG,
    Mikka

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