Fillingers Erbe von Olaf R. Dahlmann

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Erschienen als Taschenbuch
im Grafit Verlag
insgesamt 315  Seiten
Preis: 12,00 €
ISBN: 978-978-3-89425-592-3
Kategorie: Krimi

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Katharina Tenzer, inzwischen schon einige Zeit in der Kanzlei von Friedemann Hausner als Teilhaberin tätig, bekommt ein eher ungewöhnliches Mandat. Sie soll Bernhard Fillinger, einem sehr kranken Steuerflüchtling, die Haft ersparen.  Dieser will nach Deutschland zurückkehren, um eine besondere Behandlung in Anspruch zu nehmen, die er im Ausland nicht erhalten kann. Als Gegenleistung verspricht er brisante Informationen preiszugeben: Er behauptet nämlich, zu wissen, wohin während der Wendezeit die verschwundenen DDR-Millionen verblieben sind.

Katharina Tenzer setzt sich, nach einem seltsamen Gespräch mit einem engen Freund und Verbindungsmann ihres Mandanten, mit dem zuständigen Staatsanwalt in Verbindung und leitet alles Notwendige in die Wege. Es scheint ganz offensichtlich zu funktionieren, dass ihr kranker Mandant einreisen kann, ohne dass der Haftbefehl gegen ihn greift.

Doch kaum hat Bernhard Fillinger deutschen Boden betreten, wird er am Flughafen aus einer dunklen Limousine heraus niedergeschossen und verstirb noch an Ort und Stelle. Katharina Tenzer ist die letzte, die mit Fillinger spricht. Er flüstert in seinen letzten Atemzügen noch Worte, mit denen Katharina nichts anfangen kann. Mit eingereist ist Fillingers 10-jähriger Sohn, der den Anschlag auf seinen Vater mit ansehen musste.

Katharina Tenzer entscheidet spontan, dass sie den Jungen zunächst einmal mitnimmt. Sie setzt ihn also ins Auto und verlässt den Tatort. Erste Spuren führen die Anwältin dann in die Schweiz, wo sie versucht, Licht in die dunkle Angelegenheit zu bringen. Doch gefährlich ist dieses Mandat nicht, ganz und gar nicht …

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Olaf R. Dahlmann ist vom Fach, wie man so schön sagt. Seit über 25 Jahren arbeitet er als Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Steuerstrafrecht. Er weiß also, worüber er schreibt und mit seinem Debütroman „Das Recht des Geldes“ hatte er mich schon gepackt.

Da ich selber bei einem Juristen arbeite, sind mir selbst einige Begriffe und Arbeiten natürlich vertraut und sein Erstling um die, damals noch als Referendarin tätige, Katharina Tenzer hatte mir sehr gut gefallen.

Olaf R. Dahlmann liefert auch hier wieder eine spannende Handlung, die er geschickt in seinem Plot vorantreibt. Es ist spannend und hintergründig, wir gehen als Leser weit zurück in die Vergangenheit und reisen auch in die Schweiz. Es geht um Stasi und geheime Firmen, die Gelder verschleiern und verschieben. All das ist kompliziert und sehr verworren, doch der Autor schafft es dennoch, dass auch ein Laie folgen kann. Genau das finde ich immer sehr wichtig. Denn Polit- oder Steuerkrimis-/thriller mag ich eigentlich gar nicht. Horst Eckert war der erste, der es schaffte, mich mit solch einer Thematik dennoch zu fesseln. Und auch Olaf R. Dahlmann schafft es. Ich finde es einfach enorm wichtig, mich zu packen und die Handlung verstehen zu lassen, auch wenn es eigentlich für einen Otto-Normalleser alles viel zu kompliziert ist.

In diesem zweiten Teil fiel es mir allerdings ein wenig schwer, eine emotionale Bindung zur Protagonistin aufzubauen. Sie ist mir irgendwie nicht so recht ans Herz gewachsen. Es mag vielleicht auch daran gelegen haben, dass der damalige Firmenchef, der im Debüt noch eine recht große Rolle gespielt hat, diesmal bereits im Ruhestand ist und nur ab und an die Handlung bereichert. Friedmann Hausner war für mich ein großer Sympathieträger und fehlte mir hier im Folgeroman einfach ein wenig.

Die schweizerischen Namen waren für mich etwas komisch und gewöhnungsbedürftig, die Charaktere jedoch gut ausgearbeitet und auch wichtig beziehungsweise positiv für Handlung und das Lesevergnügen.

Gegen Ende des Romans gab es eine Wendung, die so richtig Schwung in die Geschichte gebracht hat. Für mich war dies absolut nicht vorhersehbar und genial ausgedacht. Das hat mir richtig gut gefallen.

Fazit: Alles in allem ein guter und fesselnder Roman, der mich trotz allem nicht ganz so hat packen können wie sein Vorgänger. Dennoch freue ich mich auf weitere Werke von Olaf R. Dahlmann.

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Wer die Rezension zum ersten Roman lesen möchte, der klicke untenstehenden Link:

Das Recht des Geldes – Debütroman von Olaf R. Dahlmann

© Marion Brunner für Buchwelten 2019

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