The Beautiful Ones – Prince & Dan Piepenbring

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Erschienen als gebundene Ausgabe
im Heyne Verlag
insgesamt 304 Seiten
Preis: 32,00 €
ISBN: 978-3-453-20488-1
Kategorie: Autobiographie

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Einige Monate vor seinem Tod hat Prince Rogers Nelson einen Co-Autor gesucht, der gemeinsam mit ihm seine Autobiografie schreibt. Es sollte etwas ganz Besonderes werden. Doch dazu kam es leider nicht mehr. Einige Male haben Prince und Dan Piepenbring (beratender Redakteur bei The Paris Review) sich getroffen und über das Projekt gesprochen und sich ausgetauscht.

Einen ersten Teil hatte Prince bereits handschriftlich verfasst. Er begann mit den Erinnerungen an seine Kindheit und seinen Eltern, die er sehr liebte. Dan Piepenbring hat kurz vor Prince’ Tod noch einen Anruf von ihm erhalten, in dem er ihm sagte, dass alles okay mit ihm sei. Er sei zwar ein bisschen krank, aber es ginge ihm soweit gut. Sie haben sich über den ersten, bereits geschriebenen Teil am Telefon ausgetauscht und weitere Ideen besprochen. Zu mehr kam es dann aber nicht mehr. Am 21. April 2016 wurde Prince Rogers Nelson in einem Aufzug seines Hauses in Chanhassen tot aufgefunden ….

***

Ich weiß gar nicht so genau, wo ich anfangen soll. Vielleicht damit, dass Prince DAS Idol meiner Teenager-Zeit war. Ich sah und hörte „Purple Rain“ (mit 14 ) und da war es um mich geschehen. Ich kaufte die alten Alben: For You, Prince, Controversy, 1999. Ich hörte Prince rauf und runter. Meine Wände waren mit allem beklebt was ich von Prince finden konnte. Ich übersetzte seine Texte und hatte das Glück ihn zweimal live zu sehen.

Doch irgendwann verlor ich ihn aus den Augen. Das Hin und Her um „The Symbol“ und „TAFKAP“, das war mir alles zuviel in meiner damaligen Welt, als ich gerade Mutter geworden war und andere Dinge um die Ohren hatte. Als Prince dann starb war ich geschockt. Ich hatte ihn nie mit Drogen oder Alkoholexzessen in Verbindung gebracht. Für mich war er immer scheu, zurückhaltend und ein Musikjunkie, der sich der Musik verschrieben hat.

„The Beatiful Ones“ ist keine fertiggestellte Autobiografie, aber sie ist die Erfüllung eines Traums oder eine große Schatzkiste für jeden Fan. Damals, Ende der 70er oder in den 80ern, gab es kein Internet. Da bekamen wir Videos oder Fotos nicht zu Gesicht. Wir konnten nicht googlen, wie Prince lebte oder was er privat machte. Wir mussten die Berichte nehmen, die wir irgendwie kriegen konnten.

Dieses Buch liefert so viel Schönes, Interessantes und lässt uns Fans Einblick nehmen in das Leben und Schaffen von Prince Rogers Nelson.

Im ersten Teil lesen wir die Aufzeichnungen, die Prince selbst verfasst hat und eine ausführliche Einführung von Dan Piepenbring. In den weiteren Teilen sehen wir dann viele Fotos und Texte aus den Anfängen von Prince. Die Arbeit am ersten Album, das er komplett allein produziert hat. Weiterhin gibt es handschriftliche Aufzeichnungen zum Drehbuch des späteren Films „Purple Rain“. Die handgeschriebenen Teile wurden zusätzlich noch einmal abgeschrieben und leserlich gemacht. Es gibt Auszüge aus Interviews und Storyboards zu Videoclips. Am Schluss des Buches gibt es einen Anhang mit ausfühlrlichen Erklärungen und Erläuterungen zu jeder Seite, jedem Foto und jedem Text.

Fakt ist, dass dieses Buch ein wirkliches Prachtstück ist, dass einen außergewöhnlichen Einblick in das Leben und Schaffen eines außergewöhnlichen Künstlers gibt. Es ist sehr aufwendig gemacht, schwer (also gewichtstechnisch) und mit dem Einband und goldenem Leseband wirklich sehr edel. Ich werde ganz bestimmt noch öfters darin blättern.

Ich habe noch viel über Prince gelernt, soviel Interessantes gelesen und jede Seite genossen. Die Fotos und Bilder sind einfach fantastisch, und als ich zum Ende kam,  war ich wirklich traurig. Man bleibt zurück mit einem Kloß im Hals.

Als ich im Anschluss nach der Lektüre ein wenig im Internet gestöbert habe, stieß ich auf ein Video, das Beamte in Paisley Park nach Prince’ Tod gemacht haben. Das bestätigte, was das Buch bereits erkennen ließ: Prince war ein bescheidender Mensch, der sicher wohlhabend war, aber in einem Haus lebte, das einem normalen Haushalt doch sehr ähnelte (in den Wohnräumen). Warum er gestorben ist, werden wir wohl nie erfahren. Aber zumindest erhalten wir einen ausführlichen, liebevollen und würdevollen Rückblick auf sein Leben, seine Musik und seine Lebenseinstellung, denn das alles beschert uns „The Beautiful Ones“.

Danke, dass ihr, die ihr alle daran beteiligt wart, es durchgezogen und publiziert habt!

© Marion Brunner – Buchwelten 2019

 

 

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