Et Os Fabulas Sanguinis (Anthologie)

et os

Erschienen als Taschenbuch
im Eigenverlag
164 Seiten
10,00 €
ISBN: 978-1-694744-58-8
Kategorie: Anthologie, Horror, Hardcore

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Drei junge Autoren entführen den Leser mit acht Geschichten in eine abscheuliche Welt aus Blut und Gewalt.

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Acht Geschichten, die (nicht nur wegen des genialen Covers) an die Fernsehserie „Geschichten aus der Gruft“ erinnern. Nun gut, sagen wir mal so, der Aufbau und die Atmosphäre der Geschichten erinnert daran, der Inhalt in einigen Aspekten dann eher nicht. 🙂 Im Klartext soll das heißen, dass nicht jeder Leser mit dem, was er da serviert bekommt, auch klar kommt. Denn man muss diese Art Hardcore-Horror schon mögen, um zumindest einigermaßen Gefallen daran zu finden. Splatter und auch pornografische Einlagen finden sich nämlich in fast jeder der Geschichten aus „Et Os Fabilas Sanguinis“, so dass es mit Sicherheit den ein oder anderen Leser gibt, der angewidert das Gesicht verzieht, wenn er irgendwelche unanständigen Wortkreationen oder Beschreibungen oder extrem gewaltsame Handlungen zu lesen bekommt. Aber genau das macht diese Anthologie wiederum aus, denn sie wendet sich schlichtweg an das etwas andere Publikum. Das wiederum soll aber nicht heißen, dass die beiden Autoren Marcel Hill und Dominik Heit zusammen mit ihrer Autorin Alida Gersonde nicht auch den klassischen Horror bedienen. Es ist eine perfekte Mischung aus beidem, sofern man an ersterem, wie gesagt, Gefallen findet.

Der Schreibstil der drei Mitwirkenden ist überwiegend einfach gehalten, aber man kann den Autoren durchaus fantasievolle und auch filmreife Ideen zusprechen, die nach Beendigung der Lektüre sogar noch weitaus interessanter wirken als während des Lesens. Das spricht für die Aussagekraft der drei Verfasser, die es nämlich schaffen, dass die Geschichten allesamt in Erinnerung bleiben.
Ich hatte auf alle Fälle großen Spaß mit den Geschichten und fühlte mich hervorragend unterhalten, zumal sich die Plots in ihrem Gesamtbild größtenteils abseits des Mainstreams bewegen und  allein schon deswegen Aufmerksamkeit verdienen.

Werfen wir noch kurz einen Blick auf die Autoren im Einzelnen: Dominik Heist ist derjenige, der sich überwiegend im Mittelfeld bezüglich Gore- und Sexgehalt des Dreiergespanns bewegt. Seine Geschichten sind stimmungsvoll und trotz mancher Härte noch weitestgehend publikumstauglich. Anders sieht es da bei Marcel Hill aus: Er geht mit seinen Stories in die Vollen und nimmt kein Blatt vor den Mund, egal ob es um Sexpraktiken oder Brutalitäten geht. Wie oben bereits erwähnt, solche Geschichten sind nicht jedermanns Geschmack und wirken oftmals sogar verstörend oder abstoßend, wenn man sich nicht darauf einlassen kann. Dieses Genre beherrscht Hill allerdings absolut, wobei ich mir manchmal tatsächlich an der ein oder anderen Stelle doch eine weniger vulgäre Ausdrucksweise gewünscht hätte. Aber hier sind die Geschmäcker (glücklicherweise) verschieden.
Alida Gersonde hält sich am meisten diesbezüglich zurück und schafft mit ihrer atmosphärischen Geschichte einen wirklich wunderbaren Abschluss dieser Anthologie. Es steckt viel Potential in allen drei Autoren, das auf alle Fälle sogar noch ausbaufähig ist.
Erwähnenswert ist unbedingt noch das sehr ansprechende und gut formulierte Vorwort von Christopher Derayes, das ungemein hilft, die Geschichten zu „verstehen“.
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Fazit: Stimmungsvoll, brutal, derb und unterhaltsam.

© 2020 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Eine Antwort auf „Et Os Fabulas Sanguinis (Anthologie)

  1. Pingback: Nachtmahr von Marcel Hill | Buchwelten

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