Der unsichtbare Freund von Stephen Chbosky

freund

Erschienen als gebundene Ausgabe
im Heyne Verlag
insgesamt 912 Seiten
Preis: 24,00 €
ISBN: 978-3-453-27243-9
Kategorie: Horror, Thriller, Belletristik

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Der siebenjährige Christopher ist mit seiner Mutter vor deren neuem Lebensgefährten geflüchtet. Sie verstecken sich im beschaulichen Mill Grove in Pennsylvania, das von einem dichten Wald umgeben ist. Schon nach ein paar Tagen hört Christopher eine geheimnisvolle Stimme, die ihn in den Wald lockt.
Irgendwann bleibt er sechs Tage lang spurlos verschwunden und als er dann endlich wieder auftaucht, kann er sich an absolut nichts mehr erinnern. Bal  merkt er, dass  er plötzlich besondere Fähigkeiten hat  und von der geheimnisvollen Stimme den Auftrag erhält, ein Baumhaus im Wald zu bauen. Sollte er es bis Weihnachten nicht schaffen, dieses Baumhaus zu erschaffen, so wird Mill Grove oder gar die ganze Welt untergehen, prophezeit ihm die Stimme. Ohne es richtig zu bemerken, befindet sich Christopher, seine Mutter und noch einige Einwohner von Mill Grove in einem Kampf zwischen Gut und Böse.

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Chboskys neuer Roman wurde (und wird noch immer) mit einem Werk aus der Feder von Stephen King verglichen. So sehr mich solche Vergleiche auch immer stören, so uneingeschränkt muss ich in diesem Fall zugeben, dass es absolut zutrifft. „Der unsichtbare Freund“ erinnert nicht nur von der Schreibweise, sondern auch von der Handlung und den teils abgefahrenen Ideen tatsächlich wie ein neuer Roman von King. Aber vom „neuen King“, nicht demjenigen, der Klasssiker wie „Shining“ oder „Carrie“ verfasst hat. Hier hätten wir es dann eher mit einem Beitrag aus seinem Spätwerk zu tun. Vor allem fühlte ich mich des Öfteren an die „Dunkle Turm“-Reihe oder auch „Atlantis“ und „Duddits – Dreamcatcher“ erinnert. Mit einer unglaublichen Intensität entführt uns Chbosky in die Welt eines Jungen, der schon bald die Realität von einer Fantasiewelt nicht mehr unterscheiden kann.

Ich muss sagen, dass mich dieses Buch tatsächlich von Anfang an nicht mehr losgelassen hat. Und je verrückter der Plot wurde, desto mehr zog es mich in seinen Bann, weil es unheimlich gut geschrieben ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass es auf den ein oder anderen Leser zu langatmig und abgedreht wirkt, ich für meinen Teil konnte mich in diese Handlung so fallen lassen, dass ich an manchen Stellen tatsächlich die Welt um mich herum vergessen konnte (und auch habe 😉 ). „Der unsichtbare Freund“ machte mich Seite für Seite süchtig und ich dachte immer wieder, dass solche Bücher genau der Grund waren und sind, warum ich bereits als Kind schon so gerne gelesen habe. Chbosky hat für mich ein Meisterwerk der Horrorliteratur erschaffen. Sogar im Nachhinein, viele Tage nachdem ich diesen Roman zu Ende gelesen habe, lässt er mich noch immer nicht los.

„Der unsichtbare Freund“ wird auch ein wenig mit der Netflix-Serie „Stranger Things“ verglichen. Auch diesen Vergleich kann man nicht abstreiten, denn die Handlung bewegt sich in ähnlichen Gefilden und auch die Protagonisten erinnern in der Tat an manchen Stellen ein wenig an die der genannten Serie.
Sicherlich greift Chbosky das nicht neue Thema des Kampfes Gut gegen Böse auf und erfindet sicherlich das Rad nicht neu. Aber seine Herangehensweise an diese Auseinandersetzung empfand ich persönlich als äußerst gelungen und so manches Mal auch innovativ. Viele Leser werden den Roman als anstrengend und vor allem langatmig empfinden, aber genau diese Länge des Buches trägt dazu bei, dass eine unglaublich tiefe Atmosphäre aufkommt, die sich von Seite zu Seite immer noch mehr aufbaut. Für mich war dieses Buch eine der großen Überraschungen des Jahres 2019 und ich bin schon wirklich sehr gespannt, was uns dieser außergewöhnliche Autor als nächstes serviert. In mir hat Stephen Chbosky auf jeden Fall einen neuen Fan gewonnen, der sich hinter den großen Werken eines Stephen King nicht zu verstecken braucht.

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Fazit: In der Tat mit den neueren Werken Stephen Kings vergleichbar. Atemberaubend gut!

© 2020 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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