Anima ex Machina von Michael Marrak

Erschienen als Taschenbuch
in der Edition Mono
280 Seiten
Preis: 20,00 €
ISBN: 978-3-902796-73-8
Kategorie: Fantasy, Science Fiction

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Acht Monate sind vergangen, seit Ninive aus der Welt jenseits der Bannmauer zurückgekehrt ist. Beunruhigende Gerüchte aus der Pränumerischen Öde machen die Runde, dass sich eine Seuche im Land ausbreitet, die seine mechanischen Bewohner zu irrationalem Verhalten verleitet. Und über alldem schwebt zusätzlich noch eine Bedrohung, die weitaus älter als der Kataklysmos ist, der den Menschen vor Jahrtausenden bereits ein Ende bereitet hatte. Ninive verlässt zusammen mit ihrem Freund Aris das Hochland sucht die Stadt der beseelten Maschinen auf, um das Geheimnis zu entschlüsseln …

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Da neigten die Raubmechanoiden, Gegenschaller und Altstromkrämer wohl ihr Haupt, als sie erfuhren, dass eine neue Geschichte aus dem Kanon-Universum von Michael Marrak erscheinen würde. Nun ist der Roman da und wollte natürlich sofort gelesen werden. Ich war gespannt wie ein pilgernder Kolbenmönch aus dem Kloster Dualon auf die Fortsetzung des grandiosen Romans „Der Kanon mechanischer Seelen“, der mich seinerzeit wegen seiner Ideenvielfalt vom Hocker gerissen hatte. „Anima ex Machina“ führt die Geschichte weiter und hat die zwischendurch erschienene Novelle „Die Reise zum Mittelpunkt der Zeit“ kurzerhand inhaliert, die im vorliegenden Buch nun erweitert wurde und zu einem neuen, eigenständigen Abenteuer heranwächst.

Michael Marraks Schreibstil, und vor allem seine Ideen, sind einfach grandios und man fragt sich immer wieder, woher diese Einfälle nur kommen. Denn sie sind nicht nur absurd und skurril, sondern stecken oftmals auch voller Poesie und Zweideutigkeiten. Alleine deswegen liebe ich die Bücher dieses Ausnahmeautors. Aber zurück zum vorliegenden „Anima ex Machina“. Marrak überrascht mit einigen sehr interessanten Wendungen und bringt den ein oder anderen neuen Charakter mit ins Spiel, der teilweise auch eine tragende Rolle spielt und die Geschichte auf neue Wege bringt. Man fühlte sich sofort wieder wohl im Kanon-Universum und hat, wie schon bei „Der Kanon mechanischer Seelen“, Schwierigkeiten, das Buch aus der Hand zu legen. Aber wer will schon so ein Buch aus der Hand legen? Von daher passt das Suchtpotential, das dieser Roman verströmt.

Eines sollte man bei diesem Roman allerdings auf alle Fälle machen, nämlich ihn in Ruhe lesen. Denn aufgrund der vielen Namen könnte man bei einem oberflächlichen Genuss schnell die Übersicht verlieren, und das wäre bei diesem Werk wirklich äußerst schade. Marrak entlässt den Leser mit einem Ende, das zum einen auf eine Fortsetzung hoffen lässt und zum anderen kein klischeebehaftetes Happy End darstellt. Und genau das ist meiner Meinung nach ein kluger Schachzug, denn alles andere wäre dem Gesamtwerk nicht gerecht geworden. „Der Kanon mechanischer Seelen“ und „Anima ex Machina“ bilden zusammen ein episches Abenteuer, das spannend, witzig und vor allem randvoll mit schrägen und interessanten Charakteren, Handlungssträngen und Ideen ist. Liebhaber von außergewöhnlicher Fantasy und Science Fiction sollten unbedingt einen Blick riskieren, denn so etwas hat man bislang selten gelesen.

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Fazit: Außergewöhnlicher, schräger und herrlich verrückter Fantasy-Science-Fiction-Genremix. Unbedingt lesen.

©2020 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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