Ready Player Two von Ernest Cline

Erschienen als Taschenbuch
im Fischer Tor Verlag
insgesamt 464 Seiten
Preis: 16,99 €
ISBN: 978-3-596-70654-9
Kategorie: Science Fiction

.

Es ist noch nicht lange her, dass Wade Watts das Easter Egg von James Halliday in der virtuellen Welt OASIS gefunden und das Imperium geerbt hat, als er eine Technologie entdeckt, die OASIS noch wundervoller macht und die Welt verändern könnte.
Doch erneut wird Watts vor ein Rätsel gestellt und muss ein weiteres Easter Egg finden, das Halliday in der OASIS versteckt hat.
Zusammen mit seinen Freunden begibt sich Watts erneut auf ein Abenteuer. Doch dieses Mal geht es nicht nur um sein Leben und das seiner Mitspieler, sondern auch um das von Millionen Menschen, die in der OASIS eingeloggt sind.

.

Irgendwie hat man gehofft, dass die Geschichte von „Ready Player One“ weitergeht (zumal es eine furiose Verfilmung von Steven Spielberg gab) und dennoch hat man eigentlich gar nicht damit gerechnet, nachdem Cline nach „Ready Player One“ erst einmal den Roman „Aramada“ veröffentlich hat. Umso überraschter war ich, als plötzlich doch wieder von einer Weiterführung der Story die rede war. Vielleicht hatte diese Entscheidung etwas mit der spektakulären Verfilmung zu tun, wer weiß das schon?
Aber, es sei wie es ist, Ernest Cline hat die Geschichte aus meiner Sicht sehr gut fortgeführt und man fühlte sich bereits nach der ersten Seite schon wieder voll im Thema. Sicherlich ist das Grundgerüst der Handlung ähnlich aufgebaut, aber irgendwie erwartet man das als Fan ja auch. Auch wenn einige Zeit seit dem Erscheinen des ersten Romans vergangen ist, so kann man sich erstaunlicherweise an die Charaktere und die Vorfälle des ersten Bandes sofort wieder erinnern, wenn man in die neue Geschichte eintaucht.

Dieses Mal geht Ernest Cline in seiner Eigenschaft als Nerd sogar noch einen Schritt weiter als in „Ready Player One“. An manchen Stellen (Stichwort John Hughes) übertreibt er fast schon, so dass man während des Lesens in seinen Gedanken des Öfteren eine Stimme vernimmt, die sagt „Ich hab’s jetzt kapiert, um was es geht. Es ist jetzt genug“. Aber dennoch macht es unglaublichen Spaß, wenn der Autor sein Nerdwissen mit dem Leser teilt und ihm Dinge um die Ohren haut, von denen man selbst als eigefleischter Filmfan, wie ich einer bin, noch nichts gewusst hat. Vor allem die Einbindung dieser Details in die Handlung ist Cline wirklich hervorragend gelungen, da ergibt wirklich alles einen Sinn. „Ready Player Two“ erreicht vielleicht nicht ganz die Qualitäten des Originals, aber ich wage dennoch zu behaupten, dass dem Roman nicht viel dazu fehlt, um ein gleichwertiges Niveau zu erreichen. Die Charaktere sind wieder sehr glaubwürdig beschrieben und man begleitet sie gerne auf ihrer Reise durch die virtuelle Welt von OASIS. Neben Anspielungen auf diverse Filme widmet sich Cline dieses Mal auch einem bekannten Sänger der Pop- und Rockwelt, der Fans desselben mit Sicherheit in Verzückung geraten lässt. 😉

Schreibtechnisch bleibt sich Ernest Cline treu, in dem er flüssig eine Geschichte erzählt, deren Rasanz und Sogwirkung man sich nicht entziehen kann. Man kann nicht aufhören zu lesen und möchte einfach nur wissen, wie es weitergeht. In Gedanken sieht man natürlich auch immer wieder eine Art Film vor sich ablaufen, so dass man sich oftmals wünscht, Steven Spielberg würde sich erneut dieses Abenteuers annehmen und es auf die große Leinwand bringen. „Ready Player Two“, wie auch der Vorgänger, erinnert auch manches Mal an Tad Williams Saga „Otherland“, die ebenfalls in einer virtuellen Welt spielt, erreicht jedoch das epische Ausmaß nicht ganz. Während des Lesens dachte ich immer wieder, dass Cline die Abenteuer um Wade Watts und seine Freunde durchaus als Romanserie anlegen und noch viele ähnliche Geschichten schreiben könnte, denn gerade die zahlreich eingeflochtenen Hommagen an Filme und Musik der 1980er- und 1990er-Jahre machen geradezu süchtig. Für mich war die vorliegende Fortsetzung auf jeden Fall eine fulminante Rückkehr in dieses Universum und ich würde mich tatsächlich freuen, Wade Watts noch einmal zu begegnen (sowohl filmisch auch als literarisch).

.

Fazit: Würdige Fortsetzung mit noch mehr Hommagen und Nerdwissen.

©2021 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Eine Antwort auf „Ready Player Two von Ernest Cline

  1. Pingback: Rezension zu Ready Player Two von Ernest Cline - angeltearz liest

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s