Kühe von Matthew Stokoe

Erschienen als gebundene Ausgabe
im FESTA Verlag
256 Seiten
22,80 €
ISBN: 978-3-86552-528-4
Kategorie: Horror, Belletristik, Drama

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Der 25-jährige Steven träumt davon, eines Tages das Glück zu finden, wie es ihm im Fernsehen vorgegaukelt wird. Wäre da nicht Stevens Mutter, die ihn seit seiner Geburt misshandelt und erniedrigt. Lucy hingegen, die eine Etage über ihm wohnt, könnte sein Leben verändern. Steven beginnt in einer Fleischverarbeitungsfabrik zu arbeiten, wo er Cripps kennenlernt, der ihm erste Tipps gibt, wie Steven sein Leben zum „Guten“ verändern könnte.

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„Kühe“ ist kein Buch für zwischendurch. Und es ist ein Werk, das die Lager spaltet: Für die einen ein ekelhaftes Machwerk, das über die Grenzen geht, für die anderen ein literarisches und in seiner Aussage fulminantes Meisterwerk. Hier gibt es kein Dazwischen, entweder man mag Stokoes Ausflug in die menschlichen Abgründe oder eben nicht. Ich gehöre eindeutig zu den ersteren, denn ich habe selten so ein Buch gelesen, dass mich derart gepackt und in seinen Sog gezogen hat, wie dieses. Man muss natürlich offen dafür sein, sonst wird das Ganze schlichtweg nicht funktionieren. „Kühe“ ist in der Tag eines der ekligsten und schockierendsten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Und dennoch verpackt Matthew Stokoe diese bluttriefende, abartige Handlung in eine philosophische Reisen, die den menschlichen Abgrund behandelt. Manchmal fühlte ich mich durch diesen Sog wie in einem Film von David Lynch.
Und das Buch hinterließ ein ähnlich bedrückendes, mulmiges Gefühl in der Magengegend wie seinerzeit Marian Doras Film „Cannibal – Aus dem Tagebuch eines Kannibalen“, sollte jemand ihn kennen.
Matthew Stokoes Roman ist eine Herausforderung, sowohl unter dem Aspekt, all die ekelhaften, perversen Dinge, die darin geschehen, zu ertragen, als auch bezüglich der Herausforderung, über das Geschilderte nachzudenken. Jede Handlung, und sei sie auch noch so geschmacklos, hat letztendlich einen Sinn für die Handlung und die Entwicklung des Protagonisten.
Vielleicht ist gerade aus den genannten Gründen „Kühe“ ein literarisches Meisterwerk, wie man es selten zu lesen bekommt: Einerseits eklig, brutal und schonungslos, andererseits aber wunderschön und poetisch, philosophisch geschrieben. Das kann wahrlich nicht jeder: Hut ab, Mister Stokoe.

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Fazit: Eine Herausforderung für Magen und Gehirn. Eklig brutal und gleichzeitig wunderschön philosophisch. Ein literarisches Ausnahmewerk.

©2022 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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