Ewiges Leben von Andreas Brandhorst

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Erschienen als Taschenbuch
im Piper Verlag
700 Seiten
16,99 €
ISBN: 978-3-492-06133-9

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Ein gigantischer Konzern namens „Futuria“ verkündet den Menschen eine sensationelle Entdeckung: ewiges Leben! Die Journalistin Sophie recherchiert für einen großen Bericht über das Unternehmen und entdeckt dabei immer mehr Ungereimtheiten in Bezug auf die Forschungen von „Futuria“. Etwas weitaus Größeres als „nur“ das ewige Leben scheint das Ziel der Firma zu sein.

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Der  neue Wissenschafts-Thriller von Andreas Brandhorst betrachtet den Menschheitstraum vom ewigen Leben aus verschiedenen Blickwinkeln. Unsterblichkeit hat schon viele Autoren beschäftigt und auch Brandhorst hat sich in dem ein oder anderen seiner Science Fiction-Werken schon einmal dieser Thematik zugewandt, wenngleich auch bei weitem nicht so ausführlich wie nun in „Ewiges Leben“. Es ist erstaunlich, mit welcher Weitsicht der Autor das Thema angeht und dabei Dinge und Auswirkungen beachtet, an die man im ersten Moment, wenn man über ein nicht endendes Leben philosophiert, gar nicht denkt. Brandhorst führt seine Überlegungen konsequent und durchdacht aus, so dass die Thematik eine unglaubliche Tiefe während des gesamten Romans entwickelt. In anderen Rezensionen habe ich gelesen, dass sich Andreas Brandhorst auf zu viele „Auswüchse“ innerhalb des Themenbereiches konzentriert und die eigentliche Frage aus den Augen verliert. Das sehe ich allerdings komplett anders, denn gerade die Ausweitungen und Konsequenzen einer solchen Möglichkeit, nicht sterben zu müssen, wird von Andreas Brandhorst sehr detailliert behandelt und verliert sich nicht in „sinnlosen Verstrickungen“, sondern beleuchtet alle Optionen, die eine solche wissenschaftliche Entdeckung für die Menschheit bedeuten würde.

Andreas Brandhorst schildert nämlich nicht nur die Vorteile einer Unsterblichkeit, er differenziert auch die Gedankengänge möglicher Gegner und bringt den Leser dadurch zum Nachdenken. Ist einer der größten Wünsche des Menschen tatsächlich erstrebenswert? Zugegebenermaßen mag ich es nicht, wenn religiöse Aspekte in einem Roman mitspielen, aber bei „Ewiges Leben“ passt es schlichtweg hervorragend, zumal nicht belehrend davon gesprochen wird, sondern menschlich und philosophisch. Passender hätte man es aus meiner Sicht gar nicht schreiben können, denn bei einem solchen Thema kann und darf der religiöse Aspekt definitiv nicht fehlen. Aber auch die Einbindung von Künstlichen Intelligenzen hat bei dieser Thematik absolut ihre Berechtigung und macht diese Zukunftsvision sehr authentisch. Das Szenario in „Ewiges Leben“ hat mir persönlich sogar noch besser als in „Das Erwachen“ gefallen, vor allem auch, weil Brandhorst hier teilweise wieder sehr philosophisch wird und dadurch eine unglaublich intensive Atmosphäre schafft. Mit diesem Wissenschafts-Thriller beweist Andreas Brandhorst nach „Das Erwachen“ erneut, dass er nicht nur hervorragende Science Fiction schreiben kann, sondern auch andere Genre beherrscht.

Andreas Brandhorst hat in seinem neuen Roman auch noch eine virtuelle Welt als Handlungsort eingebaut, die mich des Öfteren an Tad Williams Kulttrilogie „Otherland“ erinnerte. Brandhorst geht aber einen komplett anderen Weg, der die Thematik der Unsterblichkeit nochmals aus einer komplett anderen Sichtweise beleuchtet. Ich muss ehrlich sagen, dass mich diese Idee außerordentlich fasziniert hat und bis heute nicht mehr loslässt. Es ist typisch für Andreas Brandhorst, genau solche existenziellen Fragen aus philosophischer Sicht zu betrachten. Auch in „Ewiges Leben“ gibt er unzählige Gedankenanstöße an seine Leser weiter, allerdings immer vorausgesetzt, dass diese sich auf den Plot und die Überlegungen des Autors einlassen. Mit dem vorliegenden Wissenschaftsthriller ist Andreas Brandhorst auf jeden Fall wieder ein absolut lesenswertes, tiefgründiges Werk gelungen, das für mich gerne noch weitere achthundert Seiten hätte andauern dürfen. Das Ende hat viele Leser wohl überrascht, ich hatte die ganze Zeit schon damit gerechnet, was aber keineswegs heißt, dass mich das Finale enttäuscht hat. Es schließt den Kreis, den Andreas Brandhorst während des ganzen Romans geschickt aufgebaut hat, auf sehr konsequente und schlüssige Weise, was mich wiederum zum  Nachdenken gebracht hat. „Ewiges Leben“ muss man einfach lesen, um zu verstehen, was ich meine. Für mich (wieder einmal) ein perfektes Buch, das grandios unterhält und hervorragend recherchiert beziehungsweise aufgearbeitet wurde.

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Fazit: Unsterblichkeit – Der Traum der Menschheit aus sämtlichen Blickwinkeln betrachtet. Unbedingt lesen.

© 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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Jenseits von Wut von Lucie Flebbe

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Erschienen als Taschenbuch
im Grafit Verlag
insgesamt 309 Seiten
Preis: 12,00 €
ISBN:  978-3-89425-587-9
Kategorie: Kriminalroman

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Gerade noch sollte Edith „Eddie“, hübsch aufgestylt mit Ihrem künstlichen Zopf, in der Edel-Muckie-Bude Ihres Gatten Häppchen reichen, als sie auf einmal auf der Straße steht. Ihre Tochter Lotti und sie sind mehr als Hals über Kopf aus dem ehelichen Haus geflüchtet. Auslöser ist ein böser Streit mit Ihrem Mann, denn der ist nicht nur verletzend, sondern wirklich beleidigend. Im Nachhinein überlegt, war so eine Flucht längst nötig, so ein Ekelpaket wie Philipp geworden ist.

Doch was nun? Eddie braucht eine Wohnung, muss wieder arbeiten. Eigentlich ist sie nicht so wild darauf, wieder bei der Polizei zu arbeiten, doch was bleibt ihr für eine Wahl? Sie kann Teilzeit wieder einsteigen, sofort sogar, denn es ist Not am Mann. Dass Eddie nicht nur für einige Stunden Schreibarbeiten übernimmt, sondern sofort in eine Mordermittlung einsteigt, ist nicht der Plan. Doch genau so kommt es: Vor dem Jobcenter wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die brutal erschlagen wurde. Und die Mordkommission braucht jede Unterstützung. Und somit ist Eddie von einen Moment auf den anderen wieder mitten drin…

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Bislang habe noch keinen Roman von Lucie Flebbe gelesen. Doch da es sich um den ersten Teil einer neuen Reihe handelt, war der Einstieg natürlich kein Problem. Mir gefällt der Schreibstil der Autorin ganz gut. Mit Witz und Humor aber auch Biss und Brisanz geht Flebbe an die Handlung des Romans heran.

Wir lernen die unterschiedlichsten Personen kennen und gerade die Nebencharaktere, wie z.B. „Mütze“, die völlig überlastete Mutter und Betreuerin, die Eddies neue Nachbarin wird, gefällt mir sehr gut. So gar nicht bieder und Mainstream, sondern schräg und etwas abgedreht. Aber eben herzensgut und einfach ein toller Mensch. Solche Figuren mag ich.

Der Handlungsstrang ist durch einen ständigen Blickwechsel zwischen Eddie und Zombie sehr abwechslungsreich und auch spannend aufgebaut. Der Roman ist sehr kurzweilig und man fliegt recht schnell durch die Seiten.

Mich hat der Nebenstrang um die Entwicklung der Protagonistin Eddie irgendwie mehr gereizt, als die Arbeit in der Mordkommission, was aber vielleicht auch daran lag, dass mir der Kollege und Vorgesetzte eher nicht so sympathisch war/ist. Was wiederum wohl von der Autorin so gewollt ist.

Im Zuge der Ermittlungen werden verschiedene Spuren verfolgt und Fäden ausgeworfen, die Entwicklung ist sehr schon unvorhersehbar, sodass die Lektüre nicht langweilig oder gar zäh wird.

Lucie Flebbe geht hier Vorurteile geschickt an und hält sie dem Leser ganz gut vor Augen. Denn es steckt oft viel mehr in oder „hinter“ Menschen als man auf den ersten Blick zu glauben vermag. Dass finde ich sehr gelungen.

Darum gebe ich hier gerne eine klare Leseempfehlung für den Roman/Krimi einer Autorin, die ich bislang noch so gar nicht ins Auge gefasst hatte. Aber man lernt ja bekanntlich nie aus und sollte immer offen für neues bleiben.

© Buchwelten 2018

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Orbs von Nicholas Sansbury Smith

Orbs von Nicholas Sansbury Smith

Erschienen als Taschenbuch
im Heyne Verlag
insgesamt 400 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-453-31953-0
Kategorie: Science Fiction

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Im Jahr 2061 wird die Erde immer unbewohnbarer, so dass die Menschheit Pläne schmiedet, sich auf dem Mars eine neue Heimat zu suchen. Dr. Sophie Winston lässt mit ihrem Team in einem Biosphären-Habitat in den Rocky Mountains einschließen, um die Mission vorzubereiten. Doch schon nach ein paar Tagen zwingt sie ein Notfall, die Türen des Habitats wieder öffnen. Dr. Winston und ihre Mitarbeiter erwartet eine schreckliche Realität, denn Menschen und Tiere sind ebenso verschwunden wie die Wasserreservoirs des Planeten. Und überall schweben mysteriöse Kugeln in der Luft, die höchstwahrscheinlich die Ursache der Katastrophe sind  …

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Schon die Ausgangssituation der neuen Reihe von Nicholas Sansbury Smith ist sehr stimmungsvoll und lässt schon auf den ersten Seiten eine ungemeine Spannung entstehen. „Orbs“ ist der Einstieg in eine neue Romanserie des Autors, der bereits mit seinem siebenbändigen, im Festa Verlag erschienenen Reihe „The Extinction Cycle“ eine dystopische Welt erschuf. Mit „Orbs“ wendet er sich thematisch aber eher der Science Fiction zu, wobei auch hier der Horrorfaktor nicht zu kurz kommt. Smith hält sich nicht lange mit Vorgeplänkel auf, sondern wirft den Leser sofort und ohne Umschweife in eine deprimierende Zukunftswelt. Seine ‚wissenschaftlichen‘ Ausführungen erinnerten mich so manches Mal an Michael Crichton und verleihen dem Plot eine sehr glaubwürdige Seite. Wie in einem Film begleitet der Leser die Protagonisten und fiebert mit ihnen mit, wenn sie in die einsame und von Aliens bevölkerte Welt treten.

Klar ist die Story nicht neu und man fühlt sich des öfteren an bekannte und weniger bekannte Bücher und Filme erinnert, aber Smith besitzt einen sehr flüssigen Schreibstil, der über darüber hinwegsehen lässt, dass man solch eine Geschichte schon woanders gelesen hat. Wichtig war für mich auch die Atmosphäre, die der Autor mit seiner Dystopie geschaffen hat. Und die ist wirklich richtig, richtig gut und lässt einen die Seiten nur so verschlingen. Die manchmal ruhigen Sequenzen wechseln sich hervorragend mit actionlastigen Szenen ab, so dass niemals Langeweile aufkommt. Sicherlich sind die Charaktere oftmals stereotyp gehalten, aber das hat mich keineswegs gestört, denn es geht in erster Linie um den spannenden Plot und die verlassene Welt, die Smith hier aufgebaut hat. Die Bedrohung durch die Außerirdischen wird auch sehr intensiv und authentisch dargestellt, so dass man beim Lesen hin und wieder eine leichte Gänsehaut verspürt, wenn man sich überlegt, dass eine solche Konfrontation zwischen der Menschheit und einer außerirdischen Intelligenz durchaus genau so stattfinden könnte.

Schade finde ich persönlich wieder einmal, dass von Verlagsseite nicht darauf hingewiesen wird, dass es sich um den ersten Teil einer Reihe handelt. Ähnlich wie bei „Arkane: Das Haus der Drachen“ von Pierre Bordage (bei dem übrigens ebenfalls nicht auf eine bevorstehende Reihe hingewiesen wurde 😦 ) merkt man aber schnell, dass es sich bei „Orbs“ nicht um einen abgeschlossenen Roman handeln kann. Zu episch ist der Plot aufgebaut, als dass er nach 400 Seiten ein Ende finden könnte. Ich habe mich in der Endzeit-Welt von Nicholas Sansbury Smith sehr wohl gefühlt, wenn man das bei solch einer erschreckenden Bedrohung überhaupt sagen kann, und freue mich schon sehr, wenn die Geschichte um Dr. Winston weitergeht. Smith lässt seine Leser sehr neugierig zurück, wenn er seinen Einstiegsroman zu Ende bringt. Das Finale ist zwar nicht unbedingt unbefriedigend, weil es nicht wirklich einen Cliffhanger darstellt, aber man ist dennoch sehr ungeduldig auf die Fortführung der Geschichte, wenn man das Buch zuschlägt. Aus meiner Sicht eine unbedingte Leseempfehlung für Menschen, die dystopische und atmosphärische Science Fiction-Romane mögen. Wie oben schon erwähnt, erinnert mich auch der leicht wissenschaftlich angehauchte und sehr flüssig zu lesende Schreibstil an Michael Crichton.

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Fazit: Stimmmungsvolle, düstere und spannende Science Fiction-Dystopie. Erster Teil einer Reihe.

© 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Der Fürst des Nebels von Carlos Ruiz Zafón

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FÜrst des Nebels.jpgErschienen als Taschenbuch
im Fischer Verlag
272 Seiten
9,99 €
ISBN: 978-3-596-81272-1
Kategorie: Jugendbuch, Schauerroman

Um vor den Gefahren und Unruhen des Krieges zu fliehen, zieht die Familie des jungen Max hinaus ans Meer. In einem verschlafenen Schifferdörfchen beziehen sie ein altes Haus, in unmittelbarer Nähe zum Strand.

Aus dem Fenster seines Zimmers entdeckt Max weitab des Hausen einen umzäunten, verwucherten Garten, in dem seltsame Steinfiguren stehen. Sie zeigen die mysteriösen Darsteller eines Zirkus. Als Max dorthin geht, um sich umzusehen, spürt er dort seltsame Kräfte, die ihm unheimlich sind und Angst machen. Ähnliche Vorfälle spielen sich einige Tage darauf auch im Wohnhaus ab.

Max schließt Freundschaft zu Roland, einem Jungen aus dem Dorf, der Sohn des Leuchtturmwärters. Roland kennt jeden Winkel der Insel und zeigt ihm das Wrack eines vor vielen Jahren vor der Insel versunkenen Schiffes. Gemeinsam tauchen sie zum Wrack und Roland erzählt Max von dem kleinen Jungen, der vor einigen Jahren unter rätselhaften Umständen verschwand. Dessen Verschwinden begründet auch den Leerstand des Hauses, in das nun Max und seine Familie gezogen ist.

Die unheimlichen Kräfte dieser geheimnisvollen und bösen Macht nehmen immer mehr zu und versetzen nicht nur Max und Roland in Angst und Schrecken. Doch die Jungen wollen diese Macht aufspüren und stellen sich ihr mutig entgegen ….

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Bevor Carlos Ruiz Zafón durch seine Barcelona-Romane Berühmtheit erlangte, hat er Schauerromane für junge Leser geschrieben. Dieses hier ist der erste und ich habe die gebundene Ausgabe gelesen, die vom Autor selbst vor der Neuauflage noch einmal komplett überarbeitet wurde.

Der Schatten des Windes“ und „Das Spiel des Engels“ waren die ersten Bücher, die ich von ihm gelesen habe. Aus der Jugendbuch-Reihe habe ich bisher nur „Der dunkle Wächter“ gelesen. Und bereits den fand ich sehr gut. Zafón schafft es, eine schöne, düstere und gruselige Atmosphäre zu erschaffen, die unheimliche Lesemomente beschert.

Auch hier geht es um Spuk, Geister und dunkle Mächte und die Handlung ist sehr spannend und fesselnd. Und überhaupt nicht „kindlich“ oder seicht, weil sie eben für Jugendliche geschrieben ist. Diese Grenze verschwimmt ja bereits sein langem und das Genre nennt sich nun „All-Age“ oder „Young Adults“.

Ein bisschen fühlte ich mich an „The Fog – Neben des Grauens“ oder um beim Buch zu bleiben, an „Riptide“ von Douglas Preston erinnert. Und auch wenn der Autor nicht in dem Stil seiner Erwachsenenromane schreibt, so ist er doch sehr gut. Sicher einfacher gestrickt und ausformuliert, aber trotzdem in guter Zafón-Manier.

Wie oben schon erwähnt, erzeugt der Roman eine tolle Stimmung, ist sehr düster und spannend und liefert so einige Gänsehautsituationen.

Mein Fazit: Ein sehr atmosphärischer Schauerroman, der spannende und auch gruselige Lesemomente beschert. Garantiert nicht nur für Jugendliche zu empfehlen.

© Marion Brunner_Buchwelten 2018

Soviel neuer Lesestoff, darum …

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… macht „Das schwarze Haus“ von Stephen King / Peter Straub derzeit Pause.

Schon „Der Talisman“ war anfangs sehr zäh, ich habe mich regelrecht durchgebissen. Jetzt, bei der Fortsetzung „Das schwarze Haus“ finde ich es noch viel anstrengender, da es so ganz anders ist als Teil I und sich unheimlich zieht.

Und da ich in der letzten Woche einige Neuerscheinungen / Rezensionsexemplare bekommen habe, die mir „in den Fingern jucken“, habe ich entschieden, diese einzuschieben.

Den Anfang macht ein Buch, das ich bei Amazon als Belegexemplar ausgewählt habe: „Fahrräder für Utrecht“ von Jochen Baier. Darin geht es um Wiedergutmachung von Untaten im 2. Weltkrieg.

Liebe Grüße
Marion ☺

Neanderthal von Jens Lubbadeh

Neanderthal von Jens Lubbadeh

Erschienen als Taschenbuch
im Heyne Verlag
insgesamt 528 Seiten
Preis: 14,99 €
ISBN: 978-3-453-31825-0
Kategorie: Thriller, Science Fiction

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Bei einer Leiche werden enorme Ähnlichkeiten mit einem Neandertaler festgestellt. Kommissar Nix ruft die Wissenschaftler Sarah und Max zu Hilfe, die Koryphäen auf dem Gebiet der Neandertaler-Forschung sind. Durch diverse Untersuchungen deutet alles darauf hin, dass die vor Zehntausenden von Jahren ausgestorbenen Vorfahren des Menschen wieder zum Leben erwacht sind. Wurden sie etwa geklont? Sarah und Max dringen immer tiefer in ein geheimnisvolles Komplott ein, in dem nicht nur die Wissenschaft sondern auch die Politik involviert ist.

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Der Roman beginnt wie ein mysteriöser Kriminalfall und lässt den Leser erst einmal erstaunt innehalten, weil er sich von dem Cover und der Inhaltsbeschreinung eigentlich etwas völlig anderes versprochen hat. 😉
Aber das Ganze dauert nicht lange und wechselt in einen Abenteuer-Wissenschafts-Thriller über, der mich des öfteren an Michael Crichton aber auch an Dan Brown erinnert hat. Jens Lubbadeh nimmt seine Leser mit auf eine atemberaubende Hetzjagd, die sich über mehrere Jahre hinweg erstreckt und dadurch eine unglaubliche Authentizität erreicht. Es sind faszinierende Ideen, die sich durch den gesamten Plot hindurchziehen und mal mehr und mal weniger in den Vordergrund rücken. Ich will damit sagen, dass Jens Lubbadeh auch sozialkritische Botschaften zwischen den Zeilen verstreut, die nur in einem einzigen Satz angedeutet werden. Das macht den Roman zu einem unersättlichen Füllhorn an „Gedankenstupsern“ für den aufmerksamen Leser.

Neben der rasanten Hautphandlung, die aus meiner Sicht in der Tat aus der Feder des leider viel zu früh verstorbenen Michael Crichton stammen könnte, baut Lubbadeh aber auch ein sehr interessantes Zukunftsszenario auf, das oftmals schon sehr nah an der Realität dran ist und an anderen Stellen absolut glaubwürdig und nachvollziehbar erscheint. In „Neanderthal“ wird dem Leser eine Zukunft Deutschlands gezeigt, die erschreckend realistisch erscheint und in fast allen Belangen Hand und Fuß hat. Wer genau aufpasst, wird sehr viele Anspielungen auf aktuelle Ereignisse finden, die geschickt in diese Zukunftsvision eingebaut wurden. Dieser Wissenschafts-Thriller ist nicht nur reine Unterhaltungsliteratur, sondern zwingt den Leser förmlich zum Nachdenken mit all seinen verschiedenartigen Facetten, die das Leben, den Tod, die Schönheitsideale und den Machthunger vieler Menschen behandeln. Es wird zum Beispiel in einem Kapitel eine Fernseh-Talkshow wiedergegeben, die inhaltlich und von den Dialogen her dermaßen echt wirkt, dass es eine wahre Freude ist, sie zu lesen. Ich persönlich empfand diese Zukunftswelt als ungemein realistisch. Auch wenn an manchen Stellen die wissenschaftlichen Ausdrücke und Erklärungen zu sehr ins Detail gingen, versteht man auch als Laie wirklich alles, was vor sich geht. Es ist eine sehr vielschichtige Handlung, die Jens Lubbadeh hier präsentiert. Und auch wenn sich das Buch sehr flüssig lesen lässt, sollte man sorgfältig lesen, um auch wirklich alles (auch die oben erwähnten, zahlreichen Anspielungen zwischen den Zeilen) zu verstehen.

„Neanderthal“ wirkt aufgrund seiner teilweise sehr düsteren Stimmung an einigen Stellen fast schon wie eine Dystopie. Gerade die fiktive, politische Entwicklung Deutschlands, die sehr gut vom Autor ausgearbeitet wurde, und die Politiker stellten für mich den größten Schrecken des Buches dar. Denn die Neandertaler sind sehr menschlich und sympathisch und geben dem Roman eine außergewöhnliche emotionale Note, die mich manchmal sehr berührt hat.
Einziger Wermutstropfen von „Neanderthal“, sofern man das so bezeichnen darf, ist der oftmalige Wechsel des Hauptprotagonisten. Kaum hat man nämlich zu dem Ermittler Kommissar Nix eine Beziehung aufgebaut (bei mir durch eine wirklich fantastisch geschriebene Szene in einem Bordell geschehen), fällt dieser quasi sang- und klanglos aus der Handlung und wird  von den Wissenschaftlern Sarah und Max abgelöst (wenig später passiert dies dann sogar noch einmal, dass der Protagonist wechselt). Da habe ich mir während des Lesens schon ein paar Mal gewünscht, dass Kommissar Nix noch einmal mitgespielt hätte, denn ich mochte ihn.
Aber wenn man sich wiederum die epische Bandbreite ansieht, auf der die Geschichte angelegt ist, dann hat das alles durchaus Sinn. Man muss ich eben nur darauf einlassen (können) und ein wenig abseits von Schema F denken. Mir hat das Gesamtwerk außerordentlich gut gefallen, was nicht nur an der spannenden Abenteuerstimmung, sondern auch an der perfekt ausgearbeiteten Zukunftswelt lag.
Schade finde ich, dass es die Vorgeschichte „Das Neanderthal-Projekt“ lediglich als ebook gibt. Für mich als Papierbuchliebhaber, der nicht einmal einen ebook-Reader besitzt, ist das natürlich sehr schade, auch wenn das ebook kostenlos angeboten wird. Ich freu mich jedenfalls schon auf das neue Buch von Jens Lubbadeh.

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Fazit: Spannend und gut recherchiert vermittelt das Buch nicht nur Abenteuer, sondern auch eine erschreckende Zukunftsvision Deutschlands.

© 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Der Untergang der Hölle von Jeffrey Thomas

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Erschienen als Taschenbuch
im Festa-Verlag
377 Seiten
13,95 €
ISBN: 9783-86552-247-4

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Vee erwacht nach einem über hundert Jahre währenden Schlaf und findet sich nackt in einen Steinblock eingemauert. Es dauert nicht lange und sie stellt mit Hilfe eines sprechenden Knochengewehrs fest, dass sie sich in der Hölle befindet und in einen Krieg zwischen Engeln und Dämonen verwickelt ist. Auch ihr Vater scheint bei dieser höllischen Auseinandersetzung die Hände mit im Spiel zu haben. Vee macht sich auf den Weg durch eine apokalyptische Welt, um das Geheimnis ihrer Identität zu ergründen.

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 Wie schon in „Tagebuch aus der Hölle“ findet die Handlung des vorliegenden Romans ebenfalls in einer apokalyptischen Hölle statt, die Jeffrey Thomas sehr bildreich darstellt. Da fühlt man sich schon manchmal an die visionären Welten eines Clive Barker erinnert, wobei der Schreibstil von Thomas leider die Qualitäten Barkers nicht erreicht. Vor allem der Anfang von „Der Untergang der Hölle“ macht richtig Spaß, weil man mit der Protagonistin miträtselt, wo und warum sie sich in einer derart prekären Lage befindet. Auch die Idee der sprechenden, manchmal etwas vorlauten Schusswaffe aus Knochen hat mir gefallen, wenngleich gegen Ende der Geschichte so manch „dummer Spruch“ aus dem Gewehrmund kommt, den Thomas wohl besser hätte weggelassen. Aber da sind die Geschmäcker ja verschieden und ich kann mir durchaus vorstellen, dass gerade diese lustigen Einschübe manch einem Leser ein Grinsen auf die Mundwinkel zaubern. Mir persönlich wäre eine dramatischere und weniger kabarettistische Vorgehensweise lieber gewesen.

Die Welt, die Jeffrey Thomas in seinem neuen Roman beschreibt, ist, wie gesagt, sehr bildreich geschildert und lässt einen live dabei sein. „Tagebuch aus der  Hölle“ war aber aus meiner Sicht realistischer (und dadurch auch besser) und vor allem, viel blasphemischer. Da haben mir die vielen „kirchenfeindlichen“ Anspielungen weitaus besser gefallen, als im vorliegenden Buch.

Leider entgleitet Thomas zum Ende des Romans die sprachliche Gewandheit und oft kam es mir vor, als lese ich ein „John Sinclair“-Romanheft. Da waren mir ein paar Passagen leider zu platt und einfach gestrickt. Insgesamt macht aber auch der zweite Ausflug in Jeffrey Thomas‘ „Hölle“ wieder ungemein Spaß. Vor allem die Zusatzgeschichte „Die verlorene Familie“ (ein Bonus wie auf einer DVD oder BluRay) hat mir so richtig gut gefallen. Toll, dass der Festa-Verlag dieses „Schmankerl“ in der deutschen Ausgabe mit veröffentlich hat.

Das Cover ist, wie beim Festa-Verlag gewohnt, enorm ansprechend und optimal gestaltet. Der Festa-Verlag ist einer der wenigen Verlage, bei denen ich die Bücher alleine schon wegen der Cover mag. Die sind einfach absolute Eye-Catcher. 😉

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Fazit: Jeffrey Thomas‘ zweiter Ausflug in die Hölle kann leider nicht so überzeugen, wie der Vorgänger „Tagebuch aus der Hölle“, vermag aber dennoch den Leser geschickt in eine apokalyptische, dystopische Welt entführen, die sehr bildlich dargestellt wird.

© 2014 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Ein Schatten von Verrat und Liebe von Diana Gabaldon

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Erschienen als gebundene Ausgabe
im blanvalet Verlag
insgesamt 190 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN ISBN 978-3-89425-436-0
Kategorie: Historischer Roman

Zunächst einmal: Ich finde es sehr schwer, hier eine Inhaltsangabe zu präsentieren, die nicht annähernd zu viel verrät, denn das wäre eine Schande. Nun, ich versuche es:

Im Sommer des Jahres 1778 befindet sich Claire in Philadelphia, inmitten des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Marsali und Fergus betreiben dort ihre Druckerei, Claire hat, um einer Verhaftung zu entgehen, eine Ehe geschlossen, da sie zusätzlich seit Wochen mit dem Wissen leben muss, dass Jamie tot ist. Ertrunken bei einem Schiffsunglück, gemeinsam mit seiner Schwester Jenny.

Nun, Jamie hat offensichtlich mehrere Leben, ähnlich wie man es Katzen nachsagt und alle Beteiligten sind natürlich überglücklich, als er unversehrt wieder auftaucht. Einerseits, denn andererseits löst Jamies Erscheinen einige Reaktionen aus, die man folgenschwer nennen könnte.

Die Briten beginnen ihren Rückzug aus Philadelphia. Sie wollen in Richtung New York ziehen. Die Loyalisten aus der kürzlich noch besetzten Stadt reisen mit der Armee unter deren Schutz. George Washington hat jedoch seine eigenen Pläne und hier spielt Jamie – natürlich – wieder eine wichtige Rolle.

William, der durch Jamies Auftauchen urplötzlich und ohne Vorwarnung erfährt, dass Lord John Grey nicht sein Vater ist, sondern der Schotte, aus dessen Gesicht er geschnitten zu sein scheint, sieht rot und rastet völlig aus.

Claire, die im Haus von Lord John Grey dessen asthmatischen Bruder vor dem Erstickungstod rettet, weiß nicht, ob sich ihre Ehemänner gegenseitig umgebracht haben oder nur einer den anderen. Jedenfalls bleibt einer der Beiden unauffindbar.

Brianna und Roger Mac waren, zur Erinnerung zurück in die Gegenwart gereist, damit der Herzfehler ihrer kleinen Tochter Mandy behoben werden konnte. Solch ein Eingriff war Claire im 18 Jahrhundert nicht möglich. Als jedoch ihr Sohn Jem entführt wird, sieht Roger nur eine Möglichkeit: Er muss zurück in die Vergangenheit reisen, um Jem zu suchen, denn dorthin wurde der Junge offensichtlich entführt, da sind sich die beiden sicher. Denn er hat Kenntnis von Dingen, die ihm zu einem wichtigen Informanten machen. Roger macht sich gemeinsam mit seinem Ururur…Großvater Buck auf die Reise.

Brianna ist unterdessen in Lallybroch im Jahre 1980 allein auf sich gestellt, als nicht nur ihr Leben angegriffen wird und sie sich sichtlich in Gefahr befindet. Sie sieht keine andere Möglich für sich und ihre Familie: auch sie muss in die Vergangenheit zurück, sie muss ihren Mann Roger finden. Doch der befindet sich leider nicht in der vermuteten Zeit …

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Vier lange Jahre mussten wir Fans auf den neuen Roman der Highland Saga warten. So lange schreibt Diana Gabaldon an solch einem Mammutwerk. Herausgekommen sind knapp 1000 wunderbare Seiten, die so sehr fesseln, dass sie dennoch wie im Fluge vergehen und man nach der letzten Seite denkt: Wie, das war es jetzt schon wieder???

Ich habe mich sehr auf den neuen Band gefreut, konnte es kaum abwarten, obwohl die Autorin uns die Zeit bereits durch einen Lord John Roman und einen Band mit Kurzgeschichten verkürzt hat.

Dieser achte Band der Highland-Saga beinhaltet wieder alles, was diese Romane ausmacht. Viel Historisches, das durch Diana Gabaldon wieder sehr gut recherchiert wurde und durch ihre wunderbare Art zu schreiben, sogar für Nicht-Geschichtsfreaks absolut verständlich und sogar spannend ist. Dann natürlich die wunderbare Beziehung zwischen Jamie und Claire, diese Liebe, die besonders, für mich aber nicht kitschig ist. Weiter geht’s mit den vielen anderen wichtigen Personen, die wir Leser im Lauf der letzten Bände kennengelernt haben und die wir alle wiedertreffen. Lord John, seinen Bruder Hal, William, Ian, Fergus, Marsali, deren Kinder, alle waren sie da und haben großen Anteil an der Handlung.

Die Autorin beginnt mit einigen Handlungssträngen, die sich irgendwann kreuzen, eine Weile gemeinsam laufen, sich wieder trennen. Sie hat den Roman in mehre Teile aufgeteilt, wovon einige die Ereignisse um Jamie und Claire erzählen, andere die um Brianna und Roger Mac. Wobei Jamie und Claire ganz klar überwiegen.

Auch an Kampf, Intrigen, Dramatik, Humor und Gabaldons bekannter Erotik mangelt es nicht. Dieser achte Band erschien mir so kurzweilig, wie es längst nicht alle taten. Ich kann mich erinnern, dass ich im dritten Band (Ferne Ufer) und auch im sechsten (Ein Hauch von Schnee und Asche) einige Phasen hatte, die ich als recht zäh empfand. Dies war hier nicht der Fall. Ich flog nur so durch die Handlung, obwohl man den hochwertigen und auch komplexen Schreibstil von Gabaldon sicherlich mit hoher Aufmerksamkeit lesen muss. Denn nur für „mal eben zwischendurch“ einige Zeilen lesen, ist dieser Roman nicht gemacht.

Sehr nett fand ich die Geste von Diana Gabaldon an ihre deutsche Übersetzerin Barbara Schnell, zur der die Autorin schon lange ein sehr freundschaftliches Verhältnis pflegt. Sie hat Jamie einen deutschen Adjudanten namens Schnell an die Seite gestellt. Ich denke, das ist nicht nur mir als Fan sofort aufgefallen!

Der Roman ist wieder als schöne gebundene Ausgabe, mit Leseband, erschienen. Der weiße Schutzumschlag ist optisch der gesamten Reihe angepasst. Diesmal gibt es allerdings nicht auf der Rückseite einen Familienstammbaum, wie in „Echo der Hoffnung“. Der deutsche Titel gefällt mir dieses Mal jedoch nicht so gut. Den Originaltitel „Written in My Own Heart’s Bloood“ finde ich in der deutschen Wahl nicht annähernd wieder. Offensichtlich wird hier nur darauf geachtet, dass der deutsche Titel klanglich in die Reihe passt. Für mich hat es zur Folge, dass ich mir den Titel nicht merken kann und ständig „Ein Hauch von Verrat und Liebe“ sagen will 🙂 .

Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für das neueste Mammutwerk der Autorin um Jamie und Claire. Der gewohnt gehobene, sehr umfassende und ausführliche Schreibstil, bietet alles, was das Leserherz begehrt: Liebe, Hass, Spannung, Drama, Schreckliches, Erotik und vieles mehr.

Nun müssen wir leider wieder 4 lange Jahre auf einen weiteren Teil warten. Jedoch haben die Fans ja ein weiteres Highlight, welches sie alsbald auch in Deutschland genießen können. Der erste Roman „Feuer und Stein“ ist bereits als Serie abgedreht und wird in den USA schon ausgestrahlt. „OUTLANDER“. Die Bilder und Trailer der Fanseite, die ich gesehen habe, machen mehr als neugierig!

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Ich danke dem blanvalet Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2014

Ein Schatten von Verrat und Liebe von Diana Gabaldon – Band VIII der Highland Sag

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Heute ist es eingetroffen, druckfrisch vom blanvalet Verlag !!!!

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In einigen Tagen hat das lange Warten endlich ein Ende! Der achte Band der Highland-Saga von Diana Gabaldon erscheint am 21.07.2014 auch hier in Deutschland. 992 Seiten warten auf uns Fans und ich bin sicher, dass wir jede einzelne genießen werden.

Heute habe ich bereits mein Leseexemplar vom Verlag erhalten und ich bin nicht nur sehr gespannt, ich freue mich wirklich riesig!

Ich werde so schnell lesen und meine Meinung dazu niederschreiben, wie unser Baby mich lässt 🙂 .

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Liebe Grüsse
Marion

Nebelgrab von Barbara Klein

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Erschienen als Ebook
bei edition oberkassel
ISBN: 9783943121360
Kategorie: Krimi

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Adrian Seemann ist ein junger, strebsamer Reporter, der für die Lokalzeitschrift „NRW“ – Niederrheinwoche, schreibt. Als seine Chefin ihn zu dem alternden Professor im Ruhestand namens Wiedener schickt, ist er nicht begeistert. Der Mann hat ein Buch geschrieben, dass er unbedingt verlegt haben und deshalb gerne durch die Zeitungen bewerben würde. Da jedoch von den großen Blättern keines reagiert, will die „NRW“ die Story bringen. In seiner selbst verfassten Pressemitteilung tut der Autor sehr geheimnisvoll, schreibt von Dingen die „lange vermutet, nun endlich ausgesprochen werden“.

Adrian vereinbart einen Termin mit Wiedener. Zum Interview kommt es jedoch nicht. Als der junge Reporter zu der Verabredung erscheint muss er zu seinem Schrecken feststellen, dass der Professor tot ist. Anstatt die Polizei zu rufen reagiert Adrian aus einem Impuls heraus: Er nimmt das Manuskript, welches der Professor veröffentlichen wollte an sich und verschwindet.

Er beginnt zu lesen und ist umgehend gefesselt von der – anscheinend wahren – Geschichte aus der Vergangenheit. Adrian beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, denn er wittert nun doch eine reisserische Story. Und wie der Zufall es so will, scheint seine eigene Tante Martha zur Aufklärung beitragen zu können …

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Die Inhaltsangabe zu diesem Roman der in der edition oberkassel erschienen ist, hat mich neugierig gemacht und ich wurde nicht enttäuscht. Die Autorin Barbara Klein liefert einen sehr gut lesbaren, spannenden Krimi. Die Sprache ist gut ausformuliert, die Charaktere sind gut ausgearbeitet.

Die Autorin hat eine regionale Legende der Stadt Süchteln (die Irmgardis Legende von Süchteln) mit einer erdachten Handlung aus der realen Gegenwart gekonnt verwoben. Klein springt in ihrer Romanhandlung (ähnlich wie mein Lebensgefährte Wolfgang Brunner in seinem Roman „Die weiße Frau“ – Eine Legende vom Schloß Ringenberg in Hamminkeln) immer wieder von der Vergangenheit in die Gegenwart zurück, was das Lesen sehr kurzweilig gestaltet. Ich finde, dass man aus der Handlung noch etwas mehr hätte herausholen können, die Handlung ein bisschen ausdehnen, so dass der Leser noch ein wenig mehr über die Hintergründe erfährt. Ich hätte mir noch einige Seiten mehr gewünscht 🙂

Der Roman ist überarbeitet als ebook in der edition oberkassel erhältlich. Da ich jedoch Printausgaben bevorzuge, kann ich hierzu nicht viel äußern, denn ich habe eine alte Auflage des ehemaligen Verlages erhalten. Daher gehe ich auf das Erscheinungsbild des Taschenbuches nicht weiter ein. Die edition oberkassel wird den Roman jedoch auch alsbald als Printausgabe anbieten.

Mein Fazit: Ich vergebe insgesamt 4 von 5 Sternen für diesen Krimi. Ein mit 257 Seiten recht kurzer aber knackiger und flotter Krimi, der sprachlich gut eine alte Legende mit einer erfundenen Geschichte der Gegenwart verknüpft. Für Liebhaber von Krimis mit historischem Touch – und nicht nur Freunde des Niederrheins – gebe ich hier gerne eine Leseempfehlung.

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Ich danke der edition oberkassel für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2014

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