Jeder Mord braucht einen Täter von Andreas Behm

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Behm_4Erschienen als Taschenbuch
im Acabus Verlag
220 Seiten
13,90 €
ISBN: 9783862823314

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Harald Hansen ist pensioniert, lebt endlich mit seiner Lebensgefährtin Nadja zusammen und hat die Vaterrolle für Mareike übernommen. Klingt eigentlich nach einem sehr entspannten und vorallem lang herbeigesehnten Alltag. Tja, dem ist aber ganz und gar nicht so. Hansen ist unzufrieden, ihm fehlt die Arbeit – auch wenn er das nicht einsehen will – und er wird von Tag zu Tag unerträglicher. Nadja fädelt es schlau ein, dass ein alter Kollege, Peters, dem Harald doch recht nahe stand, am Weihnachtsabend zu Besuch kommt. Er ist einer der wenigen, der Hansen direkt ins Gesicht sagen kann und darf, was er denkt. Was Harry zu hören bekommt, gefällt ihm zunächst nicht, doch er muss zugeben, dass es stimmt.

Nach einigen Tagen der Überlegung entschliesst sich Harry dafür, ein Büro anzumieten und eine Detektei zu eröffnen. Er übernimmt eigentlich nur Fälle für eine Versicherung, ermittelt hier und da in abzurechnenden Fällen nach eventuellem Versicherungsbetrug.

Als plötzlich eine schöne Unbekannte in seinem Büro auftaucht und ihn mit einer Ermittlung beauftragt, klingt dies nicht so aufwendig, sodass Hansen den Fall annimmt. Er beschattet den vermeintlichen Ehemann seiner Auftraggeberin, fertigt einige Fotos. Doch als in seinem Büro die Leiche des Journalisten Konradi aufgefunden wird, schlingt sich rasant eine böse Schlinge um Hansens Hals. Denn Hansen ist zur Tatzeit ebenfalls in seinen Büroräumen und wird umgehend verhaftet. Als er innerhalb der U-Haft Drohungen erhält, die das Leben seiner Lieben betrifft, legt er ein Geständnis ab.

Doch Harry Hansen, wäre nicht der, der er ist, wenn er nicht auf eigene Faust versuchen würde, den Fall zu lösen und seine Unschuld zu beweisen. Hierzu nimmt er nicht nur eine gefährliche Flucht in Kauf, er bringt auch andere Menschen in Gefahr. Mitunter die Mutter des Opfers, die Hansen mit Rat und Tat zur Seite steht ….

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Als großer Fan der Harald Hansen Romane war ich natürlich sehr erfreut, dass der Autor Andreas Behm nun doch noch einen abschließenden vierten Teil um den grummeligen aber herzensguten Ermittler geschrieben hat. Behm knüpft in der Handlung an den dritten Roman an, alle Bekannten Figuren sind wieder mit dabei. Nadja, Harrys Lebensgefährtin mit ihrer Tochter, seine ehemaligen Partner und „Untergebenen“ Vera Becker (bissig wie eh und jeh) und auch Thomas Bernstein (nach wie vor homosexuell und in einer glücklichen Beziehung). Schön war es alle diese Personen wiederzutreffen und sie auf ca. 220 Seiten in ihrem letzten Fall zu begleiten.

Die Grundidee der Handlung, nämlich das der ehrwürdige Harry Hansen im Ruhestand prompt unter Mordverdacht gerät, gefällt mir gut. Auch die Art, wie Hansen damit umgeht, nämlich auf eigene Faust ermittelt, seine ehemaligen Leute an seiner Seite wissend, ist sehr gut gemacht.

Der Spannungsbogen ist gut gespannt, der Schreibstil gewohnt angenehm. Die Geschichte liest sich sehr rasant und flott und ist absolut kurzweilig. Teilweise sind wieder sehr gefühlvolle Momente in der Handlung verbaut, die den rauen Harry sentimentale Züge zeigen lassen.

Insgesamt ein würdiger Abschluss für die Reihe um Harald Hansen. Ich finde es schon schade, dass es nun nichts mehr von ihm zu lesen gibt, aber Andreas Behm möchte sich in seiner Schreiberei nun einmal anderen Dingen widmen. Absolut verständlich und auch nachvollziehbar. Ich werde den Stoffel Harry Hansen dennoch vermissen aber natürlich in liebevoller Erinnerung behalten.

Mein Fazit: Ein gut gesponnener Krimi, der eine Reihe angemessen zum Abschluß bringt. Eine gute Idee für den letzten Teil, die fast so gut ist, wie die Idee zum ersten Roman war 🙂

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Wer mehr über Harald „Harry“ Hansen wissen/lesen möchte, hier geht es zu den Rezensionen der ersten drei Romane sowie zu einem Interview mit dem Autor Andreas Behm:

Andreas Behm – Die Moral eines Killers – Harald Hansens 1. Fall
Andreas Behm – Der Lippennäher – Harald Hansens 2. Fall
Der Spion ohne Vaterland – Harald Hansens 3. Fall
Buchwelten im Gespräch mit Andreas Behm

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Ich danke dem Acabus Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2014

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Der Spion ohne Vaterland von Andreas Behm – Harald Hansens 3. Fall (5/5)

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Der Spion ohne Vaterland Erschienen als Taschenbuch
im ACABUS Verlag
356 Seiten
Preis: 13,90 €
ISBN: 978-3-86282-195-2

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Hauptkommissar Harald Hansen steht kurz vor seiner Pensionierung. In knappen zwei Wochen ist die jahrelange, harte Ermittlerarbeit Geschichte und er steckt bereits mitten in den Vorbereitungen für sein neues Leben. Hansen hat seinen Resturlaub genommen und befindet sich in den Umzugsvorbereitungen.

Der Kommissar wird mit seiner Lebensgefährtin Nadja und deren 8-jähriger Tochter zusammenziehen. Nadja hat Hansen während seines ersten Falls als Zeugin kennen und lieben gelernt. Solange er aber noch aktiv im Dienst tätig ist, hatten Nadja und er die Abmachung, dass er seine eigene Wohnung behält. Denn Harald Hansen ist ein eigenwilliger Kerl, der während laufender Ermittlungen einen Rückzugsort braucht, um in Ruhe denken zu können. Nun sind die Umzugskisten gepackt, Nadja wohnt bereits in der neuen Wohnung, Hansen hat sich sogar ein Familienauto zugelegt und im Großen und Ganzen freut er sich auf die nahe Zukunft.

Natürlich kommt es anders als der der stoffelige, grummlige Kommissar sich das vorgestellt hatte. Zunächst wird ein alter Mann in einer noblen Hamburger Wohngegend ermordet aufgefunden. Im Vorfeld wurde er über mehrere Stunden brutal gefoltert. Fest steht, dass der ältere Herr am gleichen Abend einen Besucher in der Wohnung hatte, doch wer dieser Mann war, muss noch herausgefunden werden.

Als dann genau dieser Mann als wichtiger Zeuge auftaucht und ein Treffen an einem unauffälligen Ort in Hamburg mit der Polizei arrangiert wird, gibt es ein Unglück. Es kommt bei diesem Treffen zu einer Schießerei im Stadtpark, bei dem ein offensichtliches Killerpärchen eine Person tötet, was alles verändert.

Umgehend erhält Hansen einen Anruf von seinem Vorgesetzen Thorwald und wird reaktiviert. Er soll in diesem Fall ermitteln, was sein Team trotz der schlimmen Ereignisse mit Wohlwollen aufnimmt. Vera Becker und auch Thomas Bernstein, die beiden Ermittler aus Hansens engstem Team, haben im Laufe der Zeit ein inniges Verhältnis zu dem Kommissar aufgebaut und ihn in einen fast umgänglichen Menschen „verwandelt“.

So schnell kann es gehen. „Dirty Harry“ ist wieder im Revier und nun gilt es mittlerweile zwei Morde aufzuklären …

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Dies ist der dritte – und wohl auch letzte – Fall des Kommissars Harald Hansen. Mir ist der Ermittler mit seiner grummeligen, stoffeligen aber im inneren dennoch herzensguten Art direkt ans Herz gewachsen. Er übergeht während seiner Arbeit auch gerne einmal die ein oder andere Vorschrift, doch es dient ja immer der guten Sache.

Alte Bekannte aus den beiden ersten Fällen sind wieder an seiner Seite, Vera Becker, die weibliche „Harry“ genauso wie der Homosexuelle – und voll akzeptierte – Thomas Bernstein.

Ich habe sofort in die Handlung hineingefunden, der Aufbau des Krimis war dieses mal auch wieder der klassische, doch dennoch gefiel er mir wieder besser als der zweite Teil. Die Hintergründe sind sehr verwickelt, reichen weit in die Vergangenheit in die Zeit des geteilten Deutschlands.

Hier hat Andreas Behm offensichtlich sehr gut recherchiert, es liest sich alles sehr stimmig und scheint geschichtlich belegt. Die vielen Abkürzungen aus der Zeit der DDR sind glücklicherweise im Anhang ausführlich aufgeschlüsselt, sodass man immer nachschlagen kann.

Die Ermittlungsmethoden und die teilweisen verdeckten Einsätze waren typisch Harald Hansen und auch (oder erst Recht) so kurz vor der Pensionierung lässt sich der Kommissar von Vorgesetzten und Dienstvorschriften nicht wirklich abschrecken.

Ich mag eigentlich keine Spionagegeschichten, doch die Geschichte Deutschlands und hier vor allem die Zeit der Teilung interessieren mich sehr. Dies wurde behandelt, jedoch nicht politisch und trocken, sondern spannend und fesselnd.

Auch die ruhigen und privaten Momente kommen nicht zu kurz. Oft haben wir Teil wenn Harald Hansen, mittlerweile als Familienmensch, zur Ruhe kommt, er sich mit Nadja unterhält, Pflichten wie einkaufen oder das Kind aus der Schule holen, übernimmt. Die Zwischenmenschlichkeit ist innerhalb der drei Bände stetig mehr geworden, was den Charakter des Protagonisten positiv aufwertet.

Gegen Ende gab es zwei sehr rührende Szenen. In einer kommt Hansen nach einem missglückten Einsatz nach Hause Er trifft seine Lebensgefährtin Nadja im Bad unter der Dusche an. Angezogen steigt er zu ihr in die Dusche, stellt sich vor sie und sie nimmt ihn stumm in den Arm. Sie drücken sich einfach und das Wasser rauscht über sie. Diese kleine Szene fand ich sehr intim, traurig und still-schön. Das hat mir einen kleinen Kloß im Hals verursacht.

Die zweite rührende Szene werde ich nicht näher erläutern, weil sie irgendwie mit dem Fall zu tun hat, wenn auch eigentlich nicht ….

Der Verlag präsentiert den Roman wieder als Taschenbuch und hat diesmal ein Cover gewählt, dass mir persönlich besser gefällt als das weiße des zweiten Teils. Es zeigt ein kahles Verhörzimmer mit lediglich einem Holzstuhl.
Und obwohl dieser 3. Fall der längste ist und somit dicker als die zwei ersten Krimis, hat der Verlag den Preis von 13,90 € beibehalten.

Zum Abschluss noch einmal der Hinweis, dass die Reihe zwar „Hamburg – deine Morde“ heißt, auf das Verständnis für den Leser aber keinen Einfluss hat. Ich war nur einmal kurz in Hamburg, verstehe daher auch die kleinen Anspielungen auf bekannte Orte oder Straßen nicht, wie es die Leser tun, die dort wohnen. Das tut der Handlung aber keinen Abbruch.

Ich finde die Bezeichnung „Regionalkrimi“ sowieso unsinnig. Also, Krimi Fans sollte es egal sein, wo die Handlung spielt. Bei einem Film interessiert es uns doch auch nicht, ob sich die Protagonisten in London, München oder New York aufhalten.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für einen guten dritten und letzten Teil um einen eigenwilligen Ermittler, der seinen eigenen Weg geht und sich nicht um Vorschriften oder Vorgesetzte schert. Eine interessante und gut aufgebaute Handlung, die spannend erzählt ist und einen Einblick in die Vergangenheit Deutschlands gibt. Mich persönlich würde es ja freuen, wenn es noch einen weiteren Teil um Harald Hansen gibt, auch wenn er nun schon 62 ist und zu viele Zigaretten raucht :-).

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Ich danke dem Acabus Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2012

Die drei Neuen: Historisch, Krimi und ein Jugenbuch …

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Bevor ich gleich zur Lesung meines Lebensgefährten in Mülheim an der Ruhr unterwegs bin, stelle ich euch noch schnell meine drei Neuzugänge der letzten beiden Tage vor:

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Der Kinderpapst von Peter Prange

Rom, 1032: Gerade zwölf Jahre alt, kommt Benedikt IX. auf den Thron, der jüngste Papst aller Zeiten. Doch die Macht hat einen hohen Preis: Um sie auszuüben, muss er die Liebe seines Lebens opfern. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Während er in Blut watet, sehnt sich sein gebrochenes Herz nach Erlösung … Dies ist die Geschichte des wohl rätselhaftesten Papstes in zweitausend Jahren Kirchengeschichte. Sein Name: Benedikt IX. Sein Drama: Als Kind auf den Stuhl Petri erhoben, blieb ihm die Liebe versagt, der sein ganzes Leben galt. Unter der Bürde, Stellvertreter Christi zu sein, wurde er zum Teufel in Menschengestalt. Dreimal vom Papstthron verjagt, ging er über Leichen, um die Herrschaft wieder an sich zu reißen. Doch so entsetzlich seine Taten scheinen, war sein Leben in Wahrheit ein einziger Schrei nach Gott, Ausdruck seiner verzweifelten Hoffnung, dass der Schöpfer aus dem Dunkel seines Schweigens trete. Dabei stand Gott dem Verzweifelten zeit seines Lebens vor Augen, in Gestalt der Liebe – in Gestalt jener Frau, nach der sein Herz sich von allem Anfang an verzehrte … (Quelle: Amazon.de)

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Der Spion ohne Vaterland von Andreas Behm

Im Hamburger Nobelviertel Harvestehude wird ein alter Mann brutal ermordet. Das Ermittlerteam der Mordkommission findet weder ein Tatmotiv noch den geheimnisvollen Besucher des betagten Herrn. Die Vergangenheit des Opfers wirft indes Fragen auf, denn der Mann scheint vor 1991 nicht existiert zu haben.
Hauptkommissar Hansen hat derweil ganz andere Probleme. Er steht kurz vor der Pensionierung und hat seinen Resturlaub genommen, um den Umzug in ein neues Leben zu organisieren. Doch eine Schießerei im Stadtpark verändert plötzlich die Lage. Hansen wird reaktiviert. Im Wettlauf mit einem sadistischen Killerpärchen muss er einen verschwundenen Zeugen finden und stößt mit seinem Team bei den Recherchen auf ein kompliziertes Geflecht aus Lügen, Verrat und alten Seilschaften. Die Spuren weisen nach Osten, in eine Zeit, in der es noch zwei deutsche Staaten gab. (Quelle: Acabus.de)

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ich lebe, lebe, lebe von Alison Mc Ghee

Sie hatten einen schrecklichen Unfall, Rose und ihre große Schwester Ivy. Jetzt liegt Ivy im Koma, und Rose verbringt jeden Nachmittag an ihrem Bett im Pflegeheim. Immer und immer wieder erlebt Rose den Zusammenprall ihres Autos mit einem Lieferwagen in einer vereisten Kurve, den Moment, der sie aus der Zeit katapultiert hat. Nur der Freund der Familie, William T., schafft es, an Rose heranzukommen. Und noch jemand ist da, der auf sie aufpasst: Tom. Lange sträubt sich Rose, sich ihre Gefühle für Tom einzugestehen, bis zu dem Moment, wo sie über ihre Verzweiflung und Einsamkeit mit ihm sprechen kann. Sie begreift, dass sie Ivy loslassen muss, um ins Leben zurückkehren zu können. (Quelle: Amazon.de)

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Ich freue mich auf alle drei, zumal es wieder komplett unterschiedliche und abwechsungsreiche Genres sind. So und nun umziehen und dann geht es auch schon fast los ….

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Bücherzuwachs im November & Dezember 2011

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Da ich es auch heute zeitlich nicht schaffe meine neuste Rezension zu schreiben (ich arbeite einfach zuviel 😉 ) dachte ich mir, dass ich euch wenigstens meine neuesten Bücher kurz vorstelle.

Eigentlich waren es einige mehr die hinzugekommen sind, da ich jedoch den Großteil gleich gelesen und rezensiert habe, wurden sie erst gar nicht als SUB-Zuwachs gewertet.

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Nun zur Vorstellung:

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Ich beginne mit einem Überraschungs-Rezensionsexemplar aus dem Hause Edition Oberkassel:

Die Rose von Angelâme von Carmen Mayer – erschienen am 24.11.2011

1840: Marie von Angelâme entdeckt im Nachlass ihres Vaters Gerichtsprotokolle, denen zufolge eine ihrer Ahnen im 14. Jahrhundert auf dem Scheiterhaufen als Hexe verbrannt wurde.
In den Schriften ist von der Prophezeiung einer geheimnisvollen Dame die Rede, deren Wortlaut die Comtesse nicht einmal unter der Folter preisgab und mit in den Tod nahm.

Zur Jahrtausendwende rätselt der Angestellte einer großen Versicherungsgesellschaft über den Grund einer völlig überzogen scheinenden Police für das Bild eines unbekannten Malers und den gewaltsamen Tod seiner Besitzer.
Zusammen mit einer Freundin der Toten folgt er dem Geheimnis des mysteriösen Gemäldes bis vor den Abgrund tödlicher Ränkespiele, deren Anfang ebenfalls in einer uralten Prophezeiung zu liegen scheint. Ihr Ende offenbart das Geheimnis der Rose jedoch nur demjenigen, der Augen hat zu sehen und Ohren zu hören.

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Das liest sich für mich sehr interessant und ich bin schon absolut neugierig – Danke!

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Über das zweite Rezensionexemplar bin ich im Piper Newsletter gestolpert:

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Intrusion von Will Elliot – erschienen heute am 08.12.2011

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Der Thriller für alle Fans des Kino-Blockbusters „Inception“

Aden erwacht unbekleidet in einem fremden Haus. Er erinnert sich nicht, wie er hierhergekommen ist, er weiß nur, dass er sich das Leben nehmen wollte. Doch dieses Haus ist ein Ort wie kein anderer – es ist die Welt Nightfall, die von bizarren Gestalten bevölkert ist und in der die Realtität keine Bedeutung mehr hat.
Ist dies die Wirklichkeit oder eine künstlich erschaffene Welt? Und wie oft muss er sterben, um aus diesem Albtraum zu entkommen?

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Die Inhaltsangabe hat mich gleich neugierig gemacht und der Film „Inception“ war von der Handlung und Idee richtig gut. Ich bin gespannt!

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Das letzte Buch habe ich mir auf Grund einer Empfehlung des werten Harald Hansen, oder war es doch Andreas Behm, besorgt? Wir haben uns im Rahmen der Interviewvorbereitungen über ausgefallene und besondere Arten von Krimi sowie die Bezeichnung „Regionalkrimi“ unterhalten und so  kam es zur Empfehlung dieses Romans von Paul Cleave. Der Autor sagte mir bislang nichts:

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Mein Name ist Joe. Ich bin ein netter Kerl. Aber manchmal bringe ich Frauen um …

Tagsüber putzt Joe in der Polizeistation, zweimal täglich füttert er seine Fische, einmal in der Woche besucht er seine Mutter. Gelegentlich würzt er ihren  Kaffee mit Rattengift. Die Berichte über den Schlächter von Christchurch, der sieben Frauen ermordet haben soll, lassen ihn kalt. Denn er weiß, dass es nur sechs waren. Er ist der Einzige, der das wissen kann.

Jemand anderes hat den siebten Mord begangen. Jetzt wird er ihn finden, ihn bestrafen und ihm die anderen sechs Morde anhängen.

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Mich erinnert diese Inhaltsangabe ein kleines bisschen an die Serienkiller – Trilogie, wobei es sicher völlig anders sein wird. Ich lasse mich überraschen!

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So, das waren meine drei neuen Schätze und morgen werde ich mich dann an meine Rezension begeben.

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© Buchwelten 08.12.2011

Andreas Behm – Der Lippennäher (4,5/5)

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Erschienen als
Taschenbuch im
ACABUS Verlag
304 Seiten
Preis: 13,90 €
ISBN: 978-3-86282-041-2

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In seinem zweiten Fall hat es der Hamburger Kommissar Harald Hansen mit einem Serienmörder zu tun. Die Opfer sind Frauen im reiferen Alter, die mit vernähten Lippen und einem Spiegel auf dem Gesicht meist in Parks gefunden werden. Die Leichen sind nackt, jedoch nicht misshandelt, weisen keine äußeren Verletzungen auf. Der Mörder hat die Kleider der Opfer ordentlich neben ihnen gestapelt.
Natürlich stehen die Ermittler unter Druck, denn die Hamburger Bevölkerung ist besorgt. Doch der Killer handelt wohlüberlegt, hinterlässt keinerlei Spuren und erschwert somit die Arbeit ungemein.

Aber Harald Hansen wäre nicht der, der er ist, würde er so schnell aufgeben ….

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Ich hatte den grossen Vorteil, direkt im Anschluß an „Die Moral eines Killers“ mit Hansens zweitem Fall weiterzumachen. Da mir der verquere, stoffelige Ermittler bereits im ersten Teil der Trilogie sehr ans Herz gewachsen war hatte ich Freude daran, direkt in die nächste Geschichte überzuwechseln.

Hansen ermittelt weiterhin gemeinsam mit seinem schwulen Partner Bernstein, den ich schon im ersten Fall kennengelernt habe und die zwei arbeiten zusammen, als würden sie das bereits jahrelang tun.
Diesmal bekommt Harry Hansen jedoch noch eine weitere Person in sein Team zugewiesen. Die junge Kriminalkommissarin Vera Becker, die, bevor sie zur Polizei kam einige Semester Psychologie studierte,  bei der Erstellung des Täterprofils behilflich sein soll.

Nach anfänglichem Gemurre bemerkt Hansen schnell die Qualitäten der neuen Kollegin und lernt sie zu schätzen. Überhaupt wird aus dem ewig grantigen, eigenbrötlerischen Einzelkämpfer Hansen in diesem zweiten Fall ein erstaunlich teamfähiger Vorgesetzter, der es weiß sein Team zu motivieren.
Auch im privaten Bereich ändert sich einiges für Hansen. Die Beziehung zu Nadja festigt sich, was nicht immer sehr einfach ist. Einerseits geniesst Hansen die Nähe einer Frau und die Geborgenheit einer Beziehung. Andererseits geht ihm die Umsorgung und „Bevormundung“ öfters auf die Nerven.
Dennoch bleibt Hansen im Grunde der gleiche alte Haudegen, der macht was er will und das hat diese Geschichte wieder ausgemacht.

Dieser Fall war anders aufgebaut, als der erste. Hier ist es ein klassischer Krimi: erster Mord, zweiter Mord, Ermittlungen mit Rückschlägen und Erfolgen. Der erste Teil war da ja komplett anders aufgebaut, was mich sehr begeistert hatte.

„Der Lippennäher“ hat mir dennoch wieder sehr gut gefallen, hauptsächlich lag dies am Protagonisten aber auch den Nebenfiguren, die wieder einmal sehr echt und lebensnah rüberkommen. Gute Dialoge, die sich gesprochen lesen, die Spannung lässt nicht nach, der Schreibstil ist nicht sehr anspruchsvoll aber angenehm. Wieder wurden gewisse Wendungen eingebaut, die die Handlung nicht unbedingt vorhersehbar erscheinen lassen.

Das Cover in weiss-rot gefällt mir besser als das des ersten Teils. Die blasse Silhouette eines Gesichts mit dem blutroten Faden durch die Lippen passen sehr gut und machen neugierig.
Der Klappentext ist wieder im Blocksatz geschrieben und gefällt mir somit auch optisch.
Die Seiten sind, wie immer bei ACABUS-Werken, sehr eng und relativ klein beschrieben. Das Lesen ist dennoch nicht anstrengend, da die Kapitel eine angenehme Länge haben und innerhalb dieser noch durch Absätze unterteilt sind.

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Mein Fazit: 4,5 von 5 Sternen für einen spannenden Krimi mit einem eigenwilligen Protagonisten und guten Nebencharakteren, der für mich aber eben durch den eher typischen Krimiaufbau einen kleinen Abstrich gegenüber dem ersten Teil erhält.

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Ich danke dem ACABUS Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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© Buchwelten 2011