Der Todesmeister von Thomas Elbel

Der Todesmeister von Thomas Elbel
Erschienen als Taschenbuch
bei blanvalet
insgesamt 512 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-7341-0414-5
Kategorie: Thriller

Er fängt sie. Er filmt sie. Er foltert sie. Er ist der Meister des Todes.

An der Berliner Oberbaumbrücke wird die grausam zugerichtete Leiche eines jungen Mädchens aus dem Wasser geholt. Lange kann sie nicht im Wasser gewesen sein, dafür ist die Leiche noch zu „frisch“. Und das Mädchen ist nicht irgendein Mädchen. Sie ist die Nichte des Berliner Justizsenators. Die Ermittlungen führen ins Internet, wo grausame Foltervideos auftauchen, die zeigen, dass das Mädchen nicht das einzige Opfer sein kann.

Viktor (von) Puppe, auf eigenen Wunsch frisch versetzt vom LKA ins Kriminalkommissariat, wird sofort in die Ermittlungsarbeit mit einbezogen. Gemeinsam mit seinen Kollegen ermittelt er auf Hochtouren, doch von weiter oben werden die Kommissare ausgebremst. Da soll wohl das ein oder andere gar nicht aufgedeckt werden ….


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Vor ziemlich exakt 6 Jahren habe ich meine erste Rezension zum Debütroman von Thomas Elbel geschrieben. ASYLON war als Erstling in der Science Fiction angesiedelt und bei Piper erschienen. Auch der Nachfolger ELYSION erschien noch dort. Danach wollte man ihn bei Piper wohl nicht mehr. Warum? SciFi verkauft sich nicht? Die Zielgruppe fehlt? Keine Ahnung, ist auch Quatsch aber egal. Denn Thomas Elbel hat deshalb nicht aufgehört zu schreiben. Seinen dritten Roman MEGAPOLIS hat er dann als Selfpublisher auf den Markt gebracht. Ich habe sie alle gelesen und rezensiert und ich mochte Elbels Schreibe immer gern. Auch wenn sie ab und an im Sprachgebrauch nicht so mein Fall war.

Nun hat er hier seinen ersten Thriller, wohl auf dringendes Anraten seines Agenten, geliefert und bei blanvalet ein neues Zuhause gefunden.

Ich habe eine zwar lektorierte, aber unkorrigierte, Fassung als Leseexemplar bekommen und ich hoffe nur, dass die unzähligen, teilweise sehr amüsanten Fehler noch alle vom Korrektorat gefunden und verbessert werden. ☺

Die Handlung ist sehr gut erdacht, der Spannungsfaden gut und straff gespannt und auch wenn es heftig und grausam ist, richtig gut! Leider ist unsere Welt so schrecklich und alles das gibt es im wahren Leben (leider) mittlerweile viel zu oft. Ich kam dem Täter nicht auf die Spur, obwohl ich natürlich kräftig mitgegrübelt und ermittelt habe. Der Schauplatz Berlin ist natürlich toll und die Beschreibungen sehr gut. Man merkt schon auch, dass der Autor dort lebt, und das gern.

Achtung – Eventuelle Spoilergefahr!:

Was mir nicht so gut gefallen hat, ist die teilweise wieder sehr überzogene, flapsige und extrem umgangssprachliche Sprache einiger Figuren. Es soll alles so unbedingt lustig, modern, cool und multikulti sein, dass es mir zuviel ist. (Ich meine nicht die Jugendsprache der entsprechenden Figuren, sondern die Sprache der erwachsenen Protagonisten).

Da ist auf der einen Seiten der gut erzogene Viktor (von) Puppe, der (natürlich) eine düstere Vergangenheit hat. Der trifft bei der Polizei auf zwei Kollegen, die beide unterschiedlicher, ausländischer Herkunft sind. Wenn der männliche Part den Mund aufmacht, kommen nur dumme und saucoole Sprüche heraus. Der weibliche Part ist eine alleinerziehende Türkin, die die Männer „gefressen“ hat und wenn sie dann auch noch deutsch und zu hilfsbereit sind, geht ihr ständig die Hutschnur hoch.

Dann gibt es natürlich noch den bösen Chef, der immer kurz angebunden und streng ist, obwohl er ja angeblich ganz anders ist. Auch die Rolle der schönen Nymphomanin ist vergeben. Hier wurden für meinen Geschmack zu viele Klischees zwingend zwischen zwei Buchdeckel gepackt. Und das schmälert meine Begeisterung unterm Strich dann auch um einen Stern.

Insgesamt aber dennoch ein sehr gelungener Thriller, der spannend und rasant ist. Wie bereits erwähnt, stellenweise grausam und brutal, also nichts für zartbesaitete Leser. Lieber Thomas Elbel, der Genrewechsel ist gelungen ;-). Mehr davon.

© Marion Brunner_Buchwelten 2017

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Megapolis von Thomas Elbel

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Erschienen als Taschenbuch
by Amazon
insgesamt 476 Seiten
Preis: 12,95 €
ISBN: 978-3000438424
Kategorie: Science Ficition

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Ursprünglich wurden die Novaten von einem Spezialingenieur geschaffen, um für die Menschen eine gigantische Stadt auf dem Mars in einem Vulkankrater zu errichten, damit diese dorthin übersiedeln und leben konnten.

Die Novaten sehen aus wie Menschen, sie benehmen sich auch so. Und Ende des 21. Jahrhundert sind sie es leid, den Menschen als Sklaven zu dienen und durch einen Aufstand gelingt es ihnen, dem Joch ihrer menschlichen Schöpfer zu entfliehen.

Nun haben sich die Verhältnisse gewandelt. Die Regierung bilden nun die Novaten und die wenigen Menschen, die noch auf dem Mars verweilen leben als terroristische Vereinigung in der Unterwelt.

Seth, der beste unter den novatischen Jägern, hat die Aufgabe, die Menschen aufzuspüren und auszulöschen. Plötzlich kreuzt Tessa, die Anführerin der Terrorzelle, Seths Weg und urplötzlich wandelt sich sein bisheriges Leben. Denn Tessa ist überzeugt, in Seth niemand anderen als Finn, den Sohn des Schöpfers der Novaten wiederzuerkennen, der in Tessas Leben eine nicht unerhebliche Rolle spielte. Seth weiß nicht, was er glauben soll und woran er ist. Schlimmer noch, er weiß nicht einmal mehr, wer er ist …

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Megapolis ist der dritte Roman von Thomas Elbel, der eigentlich sein erster ist. Als er ihn seinerzeit bei Piper eingeschickt hat, war der Verlag zwar von seinem Schreibstil angetan, jedoch der Meinung, dass der Stoff zu sehr in den Bereich SciFi fließt und somit nicht ins Verlagskonzept passte. So entstand zunächst Asylon, der dann auch bei Piper veröffentlicht wurde. Danach kam der Nachfolger Elysion und nun sollte also auch endlich Megapolis das Licht der Welt erblicken.

Der Verlag war nach wie vor der Meinung, dass der Roman in ein Genre fällt, dass nicht in die Bandbreite des Verlages passt und so ist Thomas Elbel den Weg, der Selbstpublikation gegangen. Der Roman wurde bei Amazon Distribution verlegt und ist sowohl als Ebook, als auch (was mich sehr freut) als Print erhältlich.

Und was das Erscheinungsbild des Taschenbuches angeht, bin ich positiv überrascht. Das Cover ist – mit ausdrücklicher Erlaubnis des Verlages – an die beiden ersten Romane angeglichen und der Einband unterscheidet sich lediglich dadurch, dass er nun glänzend ist und nicht matt, wie die Vorgänger. Auch ist das Buch ein wenig größer, dennoch machen sich die drei nebeneinander im Bücherregal sehr gut. Das cremefarbige Papier ist angenehm griffig und auch die für mich wichtigen Einrückungen zu Beginn der Absätze sind vorhanden. Das einzige, was mich optisch ein klein wenig stört, ist der recht schmale Rand an den äußeren Buchseiten. Aber dies ist eigentlich eine Kleinigkeit und fällt gewiss auch nicht jedem Leser auf.

Die Handlung hat mir gut gefallen und mich auch gefesselt. Die Hommage des Autors an Philip K. Dick ist mir auf Anhieb aufgefallen, da ich selber ein Fan von „Träumen Androiden von elektrischen Schafen“ bin. Bei manchen Stellen des Romans sah ich auch Szenen des Filmes „Blade Runner“ vor mir. Dies wirkte aber überhaupt nicht nachgemacht. Denn dafür hat Thomas Elbel nun wieder viel zu viel eigene Elemente in die Handlung verbaut, die offensichtlich seiner Fantasie entsprungen sind.

So hat er in seine riesige Marsstadt viele der großen Metropolen unserer Erde als Stadtteile einfließen lassen. Es gibt u.a.das Berliner-, Wiener-, New Yorker-, Pariser- und Tokioter Viertel, diese mit ihren jeweiligen Bauwerken und Plätzen. Allerdings erreicht man bei Elbel diese „Städte“, indem man eine Brücke überquert oder einige Stationen mit der Untergrundbahn fährt. Mir hat das sehr gut gefallen, genauso wie er einige sehr bekannte Figuren eingeflochten hat, die uns aus dem Wilden Westen bekannt sind.

Alles in allem hat Thomas Elbel eine gute Idee in eine fesselnde, gut lesbare Handlung verknüpft und diese an einem sehr eindrucksvollen Schauplatz spielen lassen. Der Schreibstil gefiel mir, bis auf einige, wenige sehr umgangssprachliche Aussagen gut. Das professionelle Lektorat und auch Korrektorat macht sich positiv bemerkbar. Ich habe, glaube ich, nur zwei oder drei kleine Tipp-/Trennungsfehler entdeckt.

Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für Megapolis, Science Ficiton, die mir Spaß gemacht hat und die spüren lässt, dass der Autor selbst ein großer Fan des Genre ist. Mir persönlich gefällt dieser dritte Roman wieder viel besser als Elysion.

P.S. Als großer Nachwortfan hat mich das sehr ausführliche des Autors sehr angesprochen.

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Ich danke Thomas Elbel für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Weiteres über/mit dem Autor auf Buchwelten:

Interview mit Thomas Elbel

Rezension zu ASYLON

Rezension zu ELYSION

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© Buchwelten 2013

Elysion von Thomas Elbel

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Elysion
Erschienen als Taschenbuch
bei PIPER
insgesamt 480 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-492-26881-3
Katergorie: Dark-Future Thriller / Dystopie / Fantasy

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Die Zukunft. Ein heftiger Bürgerkrieg hat die Zivilisation komplett niedergestreckt und die Überlebenden in den Städten hausen in Ruinen. Strom und medizinische Versorgung gibt es nicht mehr. Gangs machen die Straßen unsicher, das Leben ist hart.

Auch die 17-jährige Cooper Kleinschmidt versucht, sich gemeinsam mit ihren gleichaltrigen Freunden Brent und Stacy durchzuschlagen. Sie ist eine Waise, Coopers Eltern wurden während des Bürgerkrieges vor ihren Augen umgebracht. Nun arbeitet sie mit ihrer „kleinen“ Familie einer der Gangs in der Stadt zu. Sie dealen mit der Droge Teer.

Die Wälder werden von den Malach beherrscht. Diese Wesen sind eine KI (künstliche Intelligenz), sie sehen in ihrem Erscheinungsbild Menschen ähnlich, nur dass sie keine Haut kleidet. Zum einen bewachen diese Kreaturen das ELYSION, zum anderen verschleppen sie aber auch Menschen dorthin, die sich in den Wäldern aufhalten. Das ELYSION ist eine Gemeinde, angeführt vom sog. Pontifex, der die Bewohner als selbsternannter Diktator streng führt und unterdrückt. Die Lebensbedingungen sind hart und die Bestrafungen grausam.

Cooper und ihre Freunde begeben sich regelmäßig in die Wälder. Denn aus den Malach wird genau die Droge gewonnen, welche die Jugendlichen benötigen, um zu überleben. Kommt eines dieser Wesen mit Starkstrom in Berührung, sterben sie. Das Einzige, das zurückbleibt, nachdem sich die Kreatur „verflüssigt“ hat, ist besagte, begehrte Substanz, die eine teerartige Konsistenz hat und nicht nur einen Rausch auslöst, sondern den Konsumenten zusätzlich besondere Fähigkeiten beschert.

Auf der jüngsten Jagd nach einem Malach kommt es zu einem Missgeschick. Es gelingt Cooper nicht, das Wesen zu töten. Stattdessen stößt sie heftig mit ihm zusammen und die Kreatur kann fliehen. Cooper trägt von dem Zwischenfall nicht nur eine Verletzung am Auge davon, sie hat plötzlich unregelmäßige Visionen, als sähe sie durch die Augen eines anderen. Die Augen eines Malach … ?

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Dies ist der zweite Roman des Autors Thomas Elbel. Nach seinem Debüt ASYLON bleibt er mit ELYSION dem Genre treu. Wieder hat er einen dystopischen Roman vorgelegt, eine Geschichte also, die sich in postapokalyptischer Umgebung abspielt. Dark-Future Thriller ist die Bezeichnung, mit welcher der Verlag die Handlung anbietet.

In der Tat ähnelt ELYSION dem Vorgänger, doch es handelt sich nicht um eine Fortsetzung, sondern um eine komplett neue, eigenständige Handlung mit neuen Charakteren. Ich persönlich finde diese Titelähnlichkeit nicht so gut, es wirkt auf mich leider eher einfallslos.

Der Schreibstil ist wieder einfach und relativ umgangssprachlich. Allerdings sind mir in ELYSION nicht mehr solch extremen Redewendungen aufgefallen, wie ich sie in meiner Rezension zu ASYLON bemängelt hatte.

Die Charaktere sind gut beschrieben, jedoch haben sie es nicht geschafft, mir im Laufe der Handlung so richtig ans Herz zu wachsen. Hier waren es die Nebenfiguren (u.a. die bösen) und sogar eines der Wesen, welche meine tiefere Zuneigung erhalten haben.

Der Teer, eben die Droge, mit der Cooper dealt hat mich ,sehr an die Serienkillerromane von Dan Wells erinnert. Denn auch dort sind die Rückstände, wenn der Protagonist einen Dämon überwältigt und ausgelöscht hat, exakt die gleiche Substanz.

Die Entwicklung der Handlung war für mich recht leicht absehbar. Ich wusste ohne große Anstrengung relativ früh, wie sich gewisse Verbindungen auflösen werden, was ich allerdings nicht als schlimm empfand. Fesselnd war die Handlung trotzdem und ich habe den Roman innerhalb einiger Tage weggelesen.

ELYSION ist im PIPER Verlag als Taschenbuch erschienen, die Aufmachung ist ähnlich des Erstlings, die Farbe des Titels und das Bild auf dem Cover haben sich jedoch geändert. Ich finde die Optik ansprechend, der Klappentext ist knapp und macht neugierig.

Die Kapitel sind in einer angenehmen Länge verfasst, was dazu verleitet, dass ein oder andere Kapitel mehr zu lesen als geplant. Was mir noch positiv auffiel ist, dass das Papier angenehm weich ist und sich gut anfühlt.

Mein Fazit: 3 von 5 Sternen für den zweiten Roman des Autors. Für mich kommt ELYSION nicht ganz an den Erstling heran. Dennoch eine Dystopie mit Fantasy und Science Fiction Elementen, die sich angenehm liest und fesselnde Lesestunden bietet.

 

Ich danke PIPER für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

© Buchwelten 2013