Ready Player One von Ernest Cline

reday player

Erschienen als Taschenbuch
im Fischer Tor Verlag
insgesamt 540 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-596-29659-0
Kategorie: Science Fiction

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James Halliday hat das größte Computer-Online-Spiel der Welt erschaffen. Als er stirbt, hinterlässt er eines der größten Erben, die es je gab, aber keinen Erben. Halliday, großer Fan der 80er Jahre, vermacht sein Vermögen demjenigen, der die versteckten Hinweise in seiner kreierten Computerwelt findet und den „Schatz“ findet. Eine Jagd auf das sogenannte „Easter Egg“ beginnt. Wade Watts, ein junger Gamer und großer Fan von Halliday, ist einer von vielen Jägern, die sich auf den Weg durch die Computerwelt machen, um das Geheimnis von James Hallidays Erbe zu lüften.

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Dieses Buch ist einfach der Wahnsinn. Jeder, der ein Kind der 80er Jahre ist, Videospiele, Filme und Musik dieser Zeit mag, wird sich aus dem Sog dieses Romans nicht mehr losreißen können. Mit unglaublicher Genauigkeit baut Ernest Cline unzählige Anspielungen auf diese Zeit in seine Geschichte ein, dass man auf fast jeder Seite ein Schmunzeln auf den Lippen hat, weil man eben so ziemlich alles kennt. Faszinierend ist vor allem, dass diese ganzen Zitate, Verweise und Verbeugungen aus jener Zeit absolut perfekt in die Handlung passen. Es macht so unglaublich Spaß, den Protagonisten bei ihrer Reise durch eine Zukunft zu begleiten, die im Grunde genommen aus einer tollen Vergangenheit besteht. Jeder, der die 80er Jahre miterlebt hat, weiß, wovon ich spreche und er wird seine helle Freude daran haben, diese Zeit in einer fantastischen Geschichte wieder aufleben zu lassen.

Ernest Cline ist absoluter Nerd, das merkt man auf jeder Seite seines Debütromans. Virtuos wirft er mit Zitaten um sich, entführt den Leser in mehr oder weniger bekannte Kultfilme jener Zeit und erschafft dabei eine unglaubliche Atmosphäre. Mit „Ready Player One“ ist Cline ein ganz großer Wurf gelungen, der sämtliche 80er Jahre Anhänger auf dieser Welt in Verzückung geraten lässt. Wie in einem Film von Steven Spielberg (der übrigens tatsächlich die Filmrechte erworben und den Streifen bereits abgedreht hat – Start 2018) breitet sich eine Flut an Popkultur-Verweisen vor dem inneren Auge des Lesers aus, die einen manchmal sogar überfordert, so geballt kommt sie daher. „Der Gigant aus dem All“, „Blade Runner“, Wargames“ und „Der Tag des Falken“ sind nur einige der Filme, die in „Ready Player One“ eine Rolle spielen. Die Musik der kanadischen Kultband „Rush“ wird ebenfalls in den Vordergrund gestellt wie unzählige Computerspiele der 80er Jahre-Ära. Es ist wirklich eine wahre Freude, den Plot mitzuverfolgen und dabei in eigenen Erinnerungen zu schwelgen. Ernest Clines Debütroman wird definitiv ein Kultbuch für 80er Jahre-Nerds werden, daran besteht kein Zweifel.

Aber es sind nicht nur die erwähnten Anspielungen an die Kultur eines vergangenen Jahrzehnts, die diesen Science Fiction-Roman ausmachen, es ist auch der flüssige Schreibstil des Autors, der einen die Seiten nur so verschlingen lässt. Als hätte Joe Dante einen Roman geschrieben. 🙂
Ähnlich wie in Tad Williams‘ grandioser „Otherland“-Sage spielt der größte Teil der Handlung in einer computergenerierten Welt, in der nichts unmöglich ist. Und genau das nutzt der Autor fulminant aus und entführt den Leser in unglaubliche Welten und spannende Abenteuer, dass man gar nicht genug davon bekommen kann. Der Roman hätte gut und gerne das doppelte, wenn nicht das dreifache an Seitenanzahl haben können und wäre mit Sicherheit an keiner Stelle langweilig geworden.  Ernest Cline tobt sich in seiner Geschichte aus, wie es nur ein echter Fan / Nerd tun kann, und verbindet die verschiedenen Hommagen an unterschiedliche Künstler intelligent zu einem logischen Ganzen. „Ready Player One“ ist ein erfrischendes Feuerwerk an Ideen, die es meines Wissens so geballt in dieser Art noch nie gegeben hat. Ich bin sehr gespannt auf die filmische Umsetzung von Steven Spielberg (der Trailer ist schon mal richtig gut gelungen) und freue mich schon auf den zweiten, ebenfalls im Fischer Tor Verlag erschienenen, Roman von Ernest Cline mit dem Titel „Armada“.
Für mich ist „Ready Player One“ auf jeden Fall eine der ganz großen SF-Entdeckungen des Jahres.

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Fazit: Science Fiction-Dystopie mit unzähligen 80er Jahre-Anspielungen und unglaublichem Flair. Unbedingt lesen!

© 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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Blade Runner – Die Rückkehr von K.W. Jeter (5/5)

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Erschienen als
Taschenbuch
bei HEYNE
687 Seiten
Preis: 9,95 €
ISBN:  978-3-453-87918-8

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Teil I – Deckards Weg

Der erste Roman des Doppelbandes knüpft unmittelbar an die Handlung des Romans von Philip K. Dick an, und/oder an das Ende des bekannten Films. Zur Erinnerung: Rick Deckard ist mit der Replikantin Rachel Rosen(Nachname im Buch)/Tyrell (Nachname im Film) aus Los Angeles geflohen. Zwischen ihnen hat sich eine Liebe entwickelt, die beide trotz der begrenzten Lebensdauer der Replikantin von 4 Jahren, nicht gewillt sind aufzugeben.

Deckard flüchtet mit Rachel in die nördliche Einöde und lebt dort mit ihr in einem einfachen Blockhaus, wobei leben eher übertrieben ist. Denn Rachel befindet sich die meiste Zeit in einem gläsernen Sarg. Eigentlich ist dies eine Transportbox der Fa. Tyrell, in der die Replikanten in die Kolonien geliefert werden. Doch mit Hilfe dieses Schlafmoduls erhofft sich Deckard Rachels begrenztes Leben zu verlängern.

Doch auch in dieser Einöde spüren die Agenten der Fa. Tyrell den ehemaligen Blade Runner auf. Sarah Tyrell, die Erbin des Imperiums von Eldon Tyrell will das Deckard erneut für sie als Blade Runner arbeitet. Angeblich ist bei seinem letzten Einsatz ein Replikant nicht gefasst worden und diesen Job soll er nun nachholen.

Für Deckard ist es schlimm der Erbin Sarah Tyrell gegenüber zu treten, denn sie ist quasi das Spiegelbild Rachels. Sie ist der Templant für die Replikantin, dass heisst sie hat als menschliches Vorbild für dieses Unikat gedient.

Deckard bleibt nichts anderes übrig als diesen Auftrag anzunehmen, will er Rachels Leben retten. Natürlich überschlagen sich die Ereignisse wieder einmal. Totgeglaubte Kollegen tauchen wieder auf, lebend geglaubte Personen sind inzwischen beerdigt und erledigte „Aufträge“ stehen plötzlich aus Fleisch und Blut vor dem Blade Runner.

Rätsel, Geheimnisse, Verschwörungen und eine Menge Verwirrung kommen auf Rick Deckard zu …

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Teil II – Die Nacht der Replikanten

Der zweiten Teil des Doppelbandes handelt zum ersten Mal nicht (nur) auf der Erde, sondern auf der Transitstation zum Mars u.a.. Deckard hat es geschafft – mit einer Begleitung – die Erde zu verlassen. Er wollte sich unter einem Decknamen (sehr einfallsreich: Mr. und Mrs. Niemand) die Auswanderung in die äußeren Kolonien ermöglichen. Bis zur Transitstation hat er es geschafft, wie viele andere Auswanderer auch und … dort hängt er fest.

Denn die Ausreisen sind seit bereits zwei Jahren aus gewissen Gründen eingestellt, diese Informationen werden aber durch die UN gepflegt unter den Teppich gekehrt, so dass sie nicht zur Erde gelangen.

Die Handlung beginnt in diesem Band in den Outer Hollywood Studios, wo Deckards letzter Einsatz als Blade Runner in L.A. verfilmt wird. Die Stadt und sämtliche Handlungsplätze sind originalgetreu nachgebaut und Deckards Double spielt die Rolle des Blade Runners mehr als perfekt. Als dieser jedoch in einer Szene einen  Kowalksi-Replikanten tatsächlich erschiesst, schmeisst Rick den Job. Denn das irgendwer zu Schaden kommt, sei auch „nur“ ein Replikant war absolut gegen die Vereinbarung. Da reagiert er aus persönlichen Gründen mehr als empfindlich.

Kurz bevor er das Set verlassen will, gelangt ein seltsamer Koffer in seine Hände. Und das besondere an diesem Koffer: Er  spricht. Nicht nur das, ihm scheint eine Seele inne zu wohnen. Diese denkt, fühlt, existiert also. Und was das extreme ist: Rick Deckard kennt diese „Person“, die dort körperlos innerhalb des Koffers aus Lederimitat verweilt nur zu gut. Und die dürfte eigentlich nicht mehr existent sein. Und was der Koffer ihm erzählt und offenbart ist wieder einmal mehr als verwirrend und unfassbar für den Blade Runner …

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Mehr Einblick in die Handlungen der beiden Romane möchte ich an dieser Stelle nicht geben, denn dieser Doppelband ist für alle Blade Runner Fans ein „MUSS“. Für mich hat Mr. Jeter hier eine absolut gelungene Fortsetzung des Romans von Philiip K. Dick und/oder des Films Blade Runner geschaffen. Eigentlich knüpft der Autor eher nahtlos an die Filmhandlung an, denn die war dem Buch gegenüber ja in einigen Kleinigkeiten etwas abweichend.

Daher empfand ich dieses Buch auch als relativ anstrengend zu lesen, wobei ich nicht den Schreibstil meine. Man muss diese Romane sehr aufmerksam lesen um die Verbindungen zu erkennen, den Verschwörungen und Rätseln folgen zu können. Auch sind die Namen hier abgeändert. Im Original hieß das Replikanten Imperium noch ‚Rosen‘, der Autor hat hier den Filmnamen ‚Tyrell‘ übernommen.

Und da viele Personen/Figuren wieder auftauchen, die nicht mehr da sein sollten; andere wiederum verschwinden und dann doch wieder da sind, braucht es eine gewisse Konzentration um den Handlungen folgen zu können und nicht komplett verwirrt zu sein. Denn eigentlich ist die Handlung logisch aufgebaut, der Leser wird lediglich – wie auch Deckard selbst – immer wieder mit neuen Theorien konfrontiet, denen es zu folgen gilt.

Der Schreibstil von K.W. Jeter hat mir noch viel besser gefallen, als der von Philip K. Dick. Er schreibt sehr bildhaft und ausführlich. Formuliert lange, verschachtelte Sätze die mir ein Filmerlebnis präsentiert haben. Ich habe das Buch nicht gelesen, ich war in einem Film als unbeteiligter Zuschauer im Universum unterwegs. Und das war schon ziemlich cool :-). Natürlich war die Technik Anfang der 90er, als diese Fortsetzung entstand, schon wieder um Längen weiter als zu der Zeit als Philip K. Dick den Erstling schrieb. Aber auch noch lange nicht so weit wie heute. Doch für den damaligen Stand hat sich Mr. Jeter eine Menge technischer Finessen ausgedacht, die einfach nur Spass machen.

Die Auflösung des Buches, also das Ende, war noch einmal eine Herausforderung an das Verständnis, hat mir aber sehr gut gefallen. Und … ich wünsche mir sehr, diese Fortsetzung als Film zu sehen. Ich habe gehört, dies sei angedacht. Die Handlung die diese beiden Romane hergeben, bietet fantastischen Filmstoff und ich sehe einzelne Szenen bereits vor meinem geistigen Auge. Zu guter Letzt noch ein Wort zum Protagisten Deckard. Das Wesen des Blade Runners, seine eigenwillige Art die ihn ausmacht, hat der Autor perfekt übernommen und die Figur weiterleben lassen, als hätte es keinen Schöpferwechsel gegeben.

Ich glaube man liest raus, dass ich wirklich begeistert bin. Und ich möchte mich nicht als Science-Fiction Fan bezeichnen. Doch Blade Runner – Die Rückkehr hat mir wirklich großen Spaß gemacht, auch wenn ich recht lange gelesen habe. Aber ich wollte ja nun auch alles verstehen und nicht schwierige Dinge einfach überlesen.

Nun habe ich noch eine der vielen Stellen ausgesucht, um den tollen Schreibstil mal vorstellen zu können:

„Der Feuerball schlug zuerst ein – vom Druck befreiter Wasserstoff in der explosiven Umarmung von Sauerstoff. Eine Flammenwoge in Gestalt einer peitschenden Kugel, das kollabierende UN-Luftschiff kaum sichtbar hinter dem Gleißen, das die Augen versengte. Die gewaltige Hand des Feuers ebnete die Straße ein. Hitzewogen und sich ausdehnender Druck schleuderten schreiende Menschen aufs Pflaster, wirbelten sie mit lichterloh brennenden Haaren oder eingeäscherten Seidenschleiern vor keuchenden Atemstößen durcheinander, die Wimpern verschmort.“

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Mein Fazit: 5 von 5 Punkten für diese absolut gelungene Fortsetzung eines Klassikers, trotz (oder gerade wegen?) eines anderen Autors. Man sollte sich jedoch Zeit nehmen und aufmerksam lesen, damit man der Handlung folgen kann und nicht völlig verwirrt zurückbleibt. Ausserdem kann man dann auch den Schreibstil geniessen und abtauchen in einen Film: Blade Runner Returns …

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Wer meine Rezension zu „Blade Runner – Träumen Roboter von elektrischen Schafen“ von Philip K. Dick lesen mag: —> Klick

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© Buchwelten 2012

Bücherzuwachs im Februar 2012

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Auch im letzten Monat sind wieder einige neue und alte Bücher bei mir „eingezogen“: .

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K.W. Jeter – Blade Runner – Die Rückkehr (Taschenbuch)

Die packende Fortsetzung von Philip K. Dicks großem Science-Fiction-Thriller „Blade Runner“, dessen Verfilmung mit Harrison Ford bis heute Kultstatus besitzt! In den in diesem Band versammelten Romanen „Blade Runner 2“ und „Blade Runner 3“ setzt K.W. Jeter die Geschichte des Androidenjägers Rick Deckard fort, der sich auf die Suche nach dem verschollenen sechsten Replikanten macht. (Quelle: Amazon.de).

Nachdem mir „Blade Runner“ sehr gut gefallen hat, musste ich die Fortsetzung zu Blade Runner, geschrieben von einem guten Freund des verstorbenen Philip K. Dick unbedingt haben. 

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Silvia Kaffke – Blutleer & Totenstill (Taschenbücher)

Die Fälle 3 und 4 um die BKA Ermittlerin Barbara Pross, eine Protagonistin, die mir auf Anhieb sehr symapthisch war. Nachdem ich den Debüt Roman „Messerscharf gelesen habe, bin ich natürlich gespannt wie es weitergeht. Den zweiten Teil „Herzblut“ bekommt man leider nur zu sehr hohen Preisen. Diese zwei Teile habe ich gebraucht in mässigem Zustand erworben. Egal, der Inhalt zählt …

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Michael Herzig – Töte Deinen Nächsten  (gebundene Ausgabe)

Johanna di Napoli, die unangepasste ›Quotenfrau‹ der Zürcher Stadtpolizei, kämpft gegen eine akute Sinnkrise: zu viel Alkohol, zu viele One-Night-Stands und ein drohendes Disziplinarverfahren wegen Amtsmissbrauchs. Beruflich aufs Abstellgleis geschoben, soll sie der undankbaren Aufgabe nachgehen, vier Fälle zu klären, bei denen Deutsche in Zürich massiv bedroht worden sind. Die mutmaßliche Beschäftigungstherapie entpuppt sich als hochbrisante Angelegenheit: Während des Staatsbesuchs zur Einweihung eines schweizerisch-deutschen Nuklearforschungsinstituts fällt Holger Schmitz, Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion, einem Mordanschlag zum Opfer. Thorsten Kühne, Leiter des neuen Instituts, überlebt leicht verletzt. Delikat: Kühne wurde zuvor Opfer von Sachbeschädigungen mit rassistischem Hintergrund und ist einer der vier Deutschen, die Johanna im Zuge ihrer Ermittlungen aufgesucht hat. Hat die Ablehnung Deutscher in der Schweiz eine neue Dimension erreicht? Oder galt der Anschlag in Wahrheit Kühne, der durch seine neue Position für einige Leute zum Risiko geworden ist? (Quelle: grafit.de).

Da ich immer gerne gute Krimis oder Thriller lese und mich der Inhalt ein bisschen an Horst Eckert erinnert, hat mich die Inhaltsangabe neugierig gemacht …

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Christian Mork – Darling Jim (gebundene Ausgabe)

Die Bewohner des kleinen irischen Dorfs Malahide mieden das Haus, noch lange nachdem es desinfiziert und wieder bewohnbar gemacht worden war und die Leichen friedlich unter der Erde ruhten. Drei tote Frauen waren in dem Spukhaus gefunden worden, Moira Walsh und zwei ihrer Nichten. Sie waren auf grauenvolle, unerklärliche Weise gestorben. Wer aber hatte sie gequält und getötet? Hing das alles mit diesem Fremden zusammen, Jim? Jim Quick war als Märchenerzähler durch die Pubs der Gegend gezogen und hatte Schauergeschichten zum Besten gegeben. Die meisten Frauen waren seinem teuflischen Charme auf der Stelle erlegen. Aber auch von Jim gab es seit einiger Zeit kein Lebenszeichen mehr … Atmosphärisch dicht, raffiniert und atemberaubend spannend – »Darling Jim« ist ein einzigartiger psychologischer Thriller. (Quelle: Amazon.de)

Ein Buchbekannter von Facebook hatte gespostet, dass das Buch so schlimm war, dass er es abgebrochen hat. Da war meine Neugierde geweckt und ich habe es mir gebraucht besorgt …

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DERHANK – Hause (Taschenbuch)

HAUSE, ein Mietshaus im Ruhrgebiet, liebt Josef, den Hausmeister. Eifersüchtig wacht es über ihn und bestraft jeden, der versucht, Josef von sich abzulenken – oder gar, ihn zu einem Leben jenseits der Fassaden zu überreden. Sei es das Mädchen in seiner Jugend oder Josefs trinksüchtiger Vater, sei es die Versandhauspuppe aus Silikon oder der mit Entlassung drohende Hausbesitzer – wer auch immer es wagt, Josef von HAUSE zu trennen, muss dafür bezahlen. Und HAUSE sieht alles. Sieht jeden, der Josef zu nahe kommt. HAUSE weiß, was im Penthouse des Vermieters abgeht und wie Josefs Mutter ihre Fleischeintöpfe zubereitet. HAUSE kennt die Leichen im Keller. Josef, der sein ganzes Leben in HAUSE verbracht hat, weiß nichts von dessen Liebe. Doch immer wenn er, seine Anstellung oder eben diese Liebe in Gefahr sind, gelingt es HAUSE, Einfluss zu nehmen: Einfluss auf die kleinen, bösen, tödlichen Zufälle des Alltags. (Quelle: Acabus-Verlag.de).

Dieses Buch habe ich mittlerweile gelesen und bereits rezensiert

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Andreas Hoppert Schwanengesang (Taschenbuch)

Ein Arzt sucht Rechtsanwalt Marc Hagen mit einem delikaten Problem auf: Eine seiner Patientinnen ist todkrank und möchte ihrem Leben ein Ende setzen. Wie kann ihr geholfen werden, ohne dass es für den Helfer ein juristisches Nachspiel hat? Zwar will Marc mit Sterbehilfe nichts zu tun haben, doch er beschließt, eine Entscheidung erst zu fällen, wenn er Johanna Reichert kennengelernt hat. Nach dem Treffen steht für den Anwalt fest, dass er dieser Frau helfen wird. Um den Arzt vor möglichen Anschuldigungen zu schützen, besorgt Marc sogar den tödlichen Medikamentencocktail. Zu seiner eigenen Absicherung hält er per Videokamera die Aussage Johanna Reicherts fest, dass es ihr freier Wille ist zu sterben. Dann verlässt Marc das Haus und die Kamera filmt, wie die Frau die Medikamente einnimmt und stirbt. Zwei Wochen später steht die Polizei vor Marcs Tür. Die Anklage lautet: Mord. Denn Johanna Reichert litt gar nicht an einer Krankeit, sie war kerngesund. Als dann auch noch der Arzt spurlos verschwindet, wird Marc klar, dass er das Opfer einer Intrige ist … (Quelle: grafit.de).

Die Inhaltsangabe hat mich neugierig gemacht und ich bin schon sehr gespannt …

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.© Buchwelten 2012

Träumen Roboter von elektrischen Schafen? / Blade Runner von Philip K. Dick (4/5)

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Erschienen als
Taschenbuch bei
HEYNE
272 Seiten
Preis: € 9,95 €
ISBN:  978-3-453-21728-7

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Rick Deckard ist einer der Menschen, die nach dem letzten Weltkrieg und der daraus resultierten atomaren Verseuchung auf der Erde geblieben sind. Die Städte sind grösstenteils verwaist, ein giftiger Staub senkt sich nach wie vor auf alles nieder und macht die Bewohner krank.

Die Tiere sind nach der Katastrophe nach und nach aus der Fauna verschwunden und so gut wie ausgestorben. Vögel gibt es z.B. gar keine mehr. Die Folge ist, dass es den Menschen sehr wichtig geworden ist, sich ein Tier zu halten. Nach Möglichkeit ein echtes, wenn das nicht machbar ist – weil sie z.B. einfach unerschwinglich und nicht bezahlbar sind – dann ist es auch schon  einmal ein elektrisches Tier. Firmen haben sich darauf spezialisiert Tiere naturgetreu nachzubauen um dem Wunsch der Erdbewohner nachzukommen.

Auch Rick Deckard hat ein Tier, leider kein echtes. Er ist Besitzer eines elektrischen Schafes, das auf dem Dach seines Hauses lebt und das er versorgt als sei es ein lebendes Tier. Ricks Deckards grösster Wunsch wäre etwas lebendiges zu halten.

Vielleicht bringt ihn sein nächster Auftrag diesem Ziel ein wenig näher. Rick ist Blade Runner, ein Jäger der auf Prämienbasis Androiden jagt und aus dem Verkehr zieht. Diese Androiden wurden eigentlich geschaffen um den ausgewanderten Erdbewohnern, die auf dem Mars leben, bei der Arbeit zu helfen und Gesellschaft zu leisten. Doch immer wieder fliehen Androiden unter dem Einsatz von heftiger Gewalt vom Mars auf die Erde.

Das Problem … die Androiden der Serie Nexus 6 sind nicht einfach Roboter. Sie sind perfekte Nachbauten eines Menschen aus Fleisch und Blut. Sie zu erkennen bedarf einiger Erfahrung und der Nutzung gewisser Tests.

Blade Runner Rick Deckard hat den Auftrag sechs der entflohenen Androiden zu fangen. Dies ist eine grosse und auch gefährliche Herausforderung. Aber wenn er diesen Auftrag erfolgreich erledigt, erhält er solch hohe Prämien, dass er sich endlich seinen Traum erfüllen kann: Ein lebendes Tier …

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Ich habe bereits einiges über diesen Roman gehört und ich weiss, dass einen absoluten Filmklassiker dazu gibt. Gelesen hatte ich diesen Roman von Philip K. Dick bislang aber nicht. Als ich ihn dann beim Abverkauf in unserer Bücherei für 0,20 € in einer alten, gebundenen und sehr gut erhaltenen Ausgabe gesehen habe, nahm ich ihn mit.

Während ich mich mit Thomas Elbel über seinen Roman ASYLON unterhalten hatte, kam es auch wieder auf das Thema „Blade Runner“, der ja eigentlich „Träumen Roboter von elektrischen Schafen“ heißt. Also habe ich mir endlich das Buch zur Hand genommen und meinen ersten Science Fiction Roman gelesen.

Und ich kann sagen: Er hat mir wirklich gut gefallen. Er spielte nicht auf dem Mars oder anderen Planeten, sondern auf der Erde in Amerika. Er war nicht futuristisch abgedreht. Die fliegenden Schwebeautos, die Videotelefone und natürlich die menschlichen Androiden waren eigentlich das Einzige, das auf Science Fiction hinwies.

Ansonsten war die Handlung sehr Zwischenmenschlich und  in einem angenehmen, guten Schreibstil geschrieben. Ich möchte es eher einen SciFi-Krimi beschreiben, den Dick damals zu Papier brachte. Natürlich habe ich so ziemlich in jeder Figur einen Androiden „gesucht“.

Die Figur des Blade Runner war mir sympathisch, wobei ich mir hier noch etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. Vielleicht wäre das gelungen, wäre der Roman insgesamt etwas länger ausgefallen. Das ist auch der Grund für mich nur 4 von 5 Sternen zu geben. Die Geschichte war mir ein wenig zu kurz. Wäre der Roman dicker und etwas ausführlicher geschrieben, hätte ich mich wohl noch mehr in die Welt der damaligen Zukunft fallen lassen können.

Dennoch war ich nicht enttäuscht. Im Gegenteil. Ich bin sicher, ich werde weitere Science Fiction Bücher zur Hand nehmen. Und auf die Verfilmung – die wir nun endlich anschauen können – bin ich auch sehr gespannt … Ich weiss, einen Film und ein Buch kann und soll man nie vergleichen 🙂

Mein Fazit: Insgesamt 4 von 5 Sternen für einen Science Fiction Roman der alten Schule, der damals so weit in der Zukunft lag und heute bereits wieder in der Vergangenheit … vieles der Handlung ist mittlerweile vielleicht nicht mal mehr so abwegig.

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© Buchwelten 2011