Die sieben Farben des Blutes von Uwe Wilhelm

Erschienen als Taschenbuch
bei Blanvalet
insgesamt 479 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-7341-0344-5
Kategorie: Krimi, Thriller

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Drei Frauen wurden in Berlin bereits ermordet, als die Staatsanwältin Helena Faber auf den Fall angesetzt wird. Der Täter nennt sich selbst „Dionysos“ und möchte die Frauen, die er umbringt, „heilen“. Als Helena ins Visier des Mörders gerät, spitzt sich die Situation immer mehr zu …

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Es dauert keine fünf Seiten und man ist von Uwe Wilhelms Thriller infiziert. In einem sehr schönen, absolut flüssigen Schreibstil wirft der Autor den Leser mitten ins Geschehen, so dass man sofort die Welt um sich herum vergisst. Wilhelms Beschreibungen sind filmreif (kein Wunder, denn der Mann schreibt Drehbücher und hat auch bereits sehr viele geschrieben) und sehr stimmungsvoll. Die Charakterisierung der Protagonistin ist sehr detailliert, was mich wirklich sehr begeistert hat. Helena Faber wird so erfrischend und echt in Szene gesetzt, dass es eine wahre Freude ist, nicht nur den Kriminalfall, sondern auch ihr Privatleben mit zwei zickenden, pubertierenden Töchtern, zu verfolgen.

Der Plot ist sehr gut und stimmig aufgebaut. Wilhelm scheut sich auch nicht davor, einige Szenen auch einmal etwas brutaler zu gestalten, wobei er meiner Meinung nach nie die Grenze übertritt und in unnötige Trash-Brutalität abdriftet. Während des ganzen Romans wird durchgehend ein hohes Niveau eingehalten. Erstaunlicherweise nimmt auch die vorzeitige Entlarvung des Täters im letzten Drittel dem Werk nichts von seiner Spannung. Einige LeserInnen werden eine bestimmte Entwicklung der Protagonistin mit Sicherheit unglaubwürdig empfinden. Doch selbst wenn es so wäre und die „Erkrankung“ an den Haaren herbeigezogen wirkt, sollte man sich dennoch unbedingt darauf einlassen, denn auch dieser Handlungsstrang ist sehr effektiv und unterhaltsam. Ich fand diesen „Werdegang“ jedenfalls aus emotionaler Sicht oftmals sehr gut gelungen.

Ein großes Plus des Romans sind die wörtlichen Reden. Sie wirken einfach so natürlich und echt, dass es einem, wie oben schon erwähnt, wie ein Film vorkommt. Die Dialoge sind schlichtweg grandios und man kann sich diesem Lesefluss deshalb nur sehr schwer entziehen, weshalb ich „Die sieben Farben des Blutes“ durchaus als echten Pageturner bezeichnen möchte. Selten beginnt man, die Motive des Täters ein wenig zu hinterfragen, weil sie irgendwie dann doch nicht ganz „rund“ wirken, aber das tut der Spannung und dem hohen Unterhaltungswert dieses Thrillers absolut keinen Abbruch.
Viele sind anscheinend vom Ende enttäuscht, ich nicht. Es ist ein erschreckendes Ende, über das man sich Gedanken macht. Was passiert da? Geht die Geschichte tatsächlich weiter? Oder ist dieses Ende unausweichlich grausam? Uwe Wilhelm lässt den Leser einfach hängen und genau das mögen viele nicht. Mir jagten die letzten Sätze, vor allem der letzte, einen Schauer über den Rücken. Ich las den letzten Absatz ein paar Mal, weil ich es nicht glauben konnte und vielleicht auch nicht begreifen wollte, was da angedeutet wird. Wilhelm ist ein packender Thriller mit sehr glaubwürdigen und authentischen Charakteren gelungen, der förmlich nach einer Verfilmung schreit. In diesem Falle sollte der Autor auch das Drehbuch verfassen, um die sehr schöne Atmosphäre der eigenen Vorlage einzufangen. Ich freue mich jedenfalls schon auf den nächsten Roman dieses Schriftstellers. Auf der Homepage von Uwe Wilhelm heißt es auf jeden Fall: „Mit „Die sieben Farben des Blutes“ beginnt meine erste Trilogie um die heldenhafte Helena Faber.“
Wer ebenso begeistert wie ich von „Die sieben Farben des Blutes“ ist, sollte sich auch den Namen Lucas Grimm merken, denn unter diesem Pseudonym schreibt Uwe Wilhelm ebenfalls spannende Thriller.
Infos über den Autor und seine Werke findet man auf seiner Homepage.

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Fazit: Spannend, extrem rasant und mit einer unglaublich authentischen Protagonistin.

© 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Der Ruf des Kuckucks von Robert Galbraith

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ruf des kuckucks#Erschienen als gebundene Ausgabe
im blanvalet Verlag
640 Seiten
22,99 €
ISBN: 978-3-7645-0510-3

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Cormoran Strike, ein ehemaliger Soldat in Afghanistan, ist nach einer schweren Verletzung, die ihn sein halbes Bein gekostet hat, aus der Armee ausgeschieden und arbeitet nun eher schlecht als recht als Privatdetektiv. Der Laden läuft mies, er ist völlig überschuldet und zu guter Letzt hat er sich von seiner Lebensgefährtin getrennt und muss nun auch noch in seinem Büro übernachten.

Robin Ellacot, fünfundzwanzig Jahre jung, frisch und überglücklich verlobt, lebt noch nicht lange in London und hält sich derzeit noch mit Aushilfsjobs in einer Zeitarbeitsfirma über Wasser. Sie wird Cormoran Strike als Aushilfe für zwei Wochen zugeteilt und der ist völlig überrumpelt, als Robin ihren ersten Arbeitstag bei ihm antreten möchte.

Das berühmte Topmodel Lula Landry stürzt in einer bitterkalten Januarnacht vom Balkon ihrer Penthouse Wohnung in den Tod. Die Polizei ist schnell mit ihren Ermittlungen fertig und tut den Todesfall als Selbstmord ab. Schließlich ist bekannt, dass Lula psychisch labil war, und da sie sich kurz vor ihrem Tod wieder einmal mit ihrem Freund gestritten hat, sind die Gründe für ihren Sturz in den Tod natürlich glasklar gegeben. Ihr Bruder ist da anderer Meinung. Er ist davon überzeugt, dass Lula vom Balkon gestoßen wurde. Er beauftragt Cormoran Strike, sich dem Fall erneut anzunehmen und den wahren Tod seiner Schwester aufzudecken. Da er Cormoran dafür ein angenehmes Honorar in Aussicht stellt, nimmt dieser den Auftrag nach einem ausführlichen Erstgespräch schließlich an. Vielleicht schafft er nicht nur, den Todesfall aufzuklären, sondern zugleich noch durch den Verdienst seine Existenz als Detektiv zu retten …

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Zuallererst einmal der Hinweis, dass sich hinter dem Autor Robert Galbraith niemand anderes verbirgt als J.K. Rowling. Die Autorin hatte sich wohl nach dem Verriss der Kritiker für ihren ersten Erwachsenenroman „Ein plötzlicher Todesfall“ dazu entschieden, ihre nachfolgenden Romane unter einem Pseudonym zu schreiben. Nun, Sinn eines solchen ist es ja eigentlich, dass der wahre Autor im Verdeckten bleibt, dies hat bei Rowling allerdings offensichtlich nicht funktioniert. Denn gleich auf dem hinteren Buchumschlag ist vermerkt, wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt. Meiner Meinung nach hätte sich Rowling das Pseudonym gar nicht zulegen müssen, denn mir hat schon ihr erster Erwachsenenroman sehr gut gefallen. Warum soll sich ein Autor/eine Autorin in eine Schublade stecken lassen? Durfte sie nicht einmal etwas Neues versuchen? Sollte sie ihren Fans zuliebe die Potter Reihe bis Teil was-weiß-ich fortführen? Die Potter-Reihe ist sehr gut, mit jedem Teil sogar besser, aber sie ist nun mal fertig.

Jetzt schreibt Rowling andere Romane und die schreibt sie auch sehr gut. Mir hat – wie gesagt – der Erstling schon sehr gut gefallen und genau wie darin, hat J.K. Rowling auch in diesem Roman wieder die unterschiedlichsten Figuren erschaffen und deren eigene, besondere Charaktereigenschaften sehr real und lebensecht ausgearbeitet.
Der Detektiv Cormoran Strike ist ein sympathischer Kerl, auch wenn er absolut nicht dem Frauentyp entspricht. Aber er verfügt über einen sehr wachen Verstand, ist bissig, hartnäckig, aber auch gefühlvoll und ehrlich. Seine Aushilfssekretärin Robin ist mir mit ihrer frischen und sehr flotten Art auch sehr ans Herz gewachsen. Mit welcher Spontanität und auch Souveränität sie die unterschiedlichsten Situationen meistert, ist bemerkenswert und oft auch sehr humorvoll.

Die Handlung an sich hat die Autorin sehr gut aufgebaut. Im Laufe der Story hatte ich alle möglichen Leute im Verdacht und immer wieder kamen interessante Wendungen auf, die absolut keine Langeweile aufkommen ließen. Mit dem Ende hatte ich eigentlich so nicht gerechnet, was ich wiederum auch sehr gut finde.

Ich kann nicht einmal sagen, welcher der beiden Erwachsenenromane mir von ihr besser gefällt, da man sie nicht wirklich miteinander vergleichen kann. Mit „Der Ruf des Kuckucks“ (der übrigens wörtlich aus dem englischen übersetzt ist) hat die Autorin einen guten englischen Krimi in der Welt der Promis geliefert, der viele Einblicke hinter die Fassaden der Reichen und Schönen liefert. In „Ein plötzlicher Todesfall“ gibt es ja keine Krimihandlung, er beschreibt einfach das Leben und die unterschiedlichen sozialen Schichten und deren Verknüpfungen in einer Kleinstadt.

Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für einen sehr originellen, abwechslungsreichen und flotten Krimi, der, gespickt mit sehr greifbaren Charakteren, richtig Spaß macht. Es gibt nicht das typische Ermittlerteam, sondern einen ärmlichen Privatdetektiv und seine Aushilfssekretärin (erinnerte mich ein bisschen an „Das Model und der Schnüffler“ mit Bruce Willis und Cybill Shepherd). Ich freue mich, dass es hier bald eine Fortsetzung gibt.

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Rezension auf Buchwelten zu —> „Ein plötzlicher Todesfall“

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© Buchwelten 2014

Ein Schatten von Verrat und Liebe von Diana Gabaldon – Band VIII der Highland Sag

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Heute ist es eingetroffen, druckfrisch vom blanvalet Verlag !!!!

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In einigen Tagen hat das lange Warten endlich ein Ende! Der achte Band der Highland-Saga von Diana Gabaldon erscheint am 21.07.2014 auch hier in Deutschland. 992 Seiten warten auf uns Fans und ich bin sicher, dass wir jede einzelne genießen werden.

Heute habe ich bereits mein Leseexemplar vom Verlag erhalten und ich bin nicht nur sehr gespannt, ich freue mich wirklich riesig!

Ich werde so schnell lesen und meine Meinung dazu niederschreiben, wie unser Baby mich lässt 🙂 .

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Liebe Grüsse
Marion

Sterbensschön von Chelsea Cain

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Erschienen als Taschenbuch
bei blanvalet
insgesamt 416 Seiten
Preis: 9,99  €
ISBN: 978-3-442-38151-7
Kategorie: Thriller

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So langsam aber sicher beginnt Archie Sheridan wieder „normal“ zu leben, zumindest so gut es unter seinen Umständen möglich ist. Die seelischen Wunden, die die schöne Serienkillerin Gretchen Lowell ihm zugefügt hat, werden wahrscheinlich niemals so vernarben, wie die körperlichen Narben. Aber immerhin ist Archie von den Schmerzmitteln runter, er hat die Tablettensucht besiegt.

Dennoch ist er in Gedanken nach wie vor oft bei Gretchen, doch er wahrt den Abstand zu ihr. Archie ist in eine neue Wohnung gezogen, in ein geräumiges Loft, wo angenehmerweise gerade eine attraktive Nachbarin die Wohnung unter ihm bezieht. Sie gefällt ihm, vielleicht hat das ein klein wenig mit der optischen Ähnlichkeit zu Gretchen zu tun?

Jedoch kommt Archie beruflich nicht zur Ruhe. Das Hochwasser ist zwar überstanden, doch die Aufräumarbeiten in der Stadt laufen noch auf Hochtouren. Und dann wird eine Leiche entdeckt. Das Opfer wurde im Park erhängt, geknebelt und gehäutet. Der Mordfall zeigt nicht Gretchens Handschrift, was auch nicht möglich sein kann. Denn Gretchen sitzt sicher in der Psychiatrie und wird zu Archies Freude so sehr unter Medikamente gesetzt, dass die Beauty Killerin nicht einmal mehr ihre Schönheit als Waffe nutzen kann, denn die ist derzeit dahin.

Und trotzdem erreicht Archie aus der Klinik eine Nachricht von Gretchen. Die liefert sie nicht an ihn direkt, denn sie weiß, dass er nicht zu ihr kommt. Nein, sie lockt die Journalistin Susan Ward mit einem Interview. Gretchen behauptet Details zum aktuellen Mordfall zu kennen, sie nennt sogar einen Namen. Was führt diese Frau wieder im Schilde? Spielt sie wieder ihr geliebtes Katz und Maus Spiel mit Archie? Weiß sie wirklich etwas oder versucht sie erneut, ihn zu sich zu locken, weil sie genauso wenig von ihm lassen kann, wie er von ihr? Und die wichtigste Frage: Bleibt Archie stark …?

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Ich bin bekennender Fan der Gretchen Lowell Reihe, wobei ich seinerzeit an den ersten Teil mit gemischten Gefühlen heranging. Ich dachte, dass was ich letztendlich lese, erfüllt nicht die Erwartungen, die ich im Vorfeld hatte. Doch dem war nicht so. Furie (Teil 1), Grazie (Teil 2) und Gretchen (Teil 3) waren für mich alle drei 5 Sterne Thriller. Totenfluss zähle ich persönlich als Teil 4 der Archie Sheridan-Reihe, jedoch nicht konkret in die Gretchen Reihe, da sie in dem Roman eigentlich so gar keine (aktive) Rolle spielt. Totenfluss war auch gut und spannend, kam für mich aber nicht ganz an die Gretchen Romane heran.

Um so neugieriger war ich natürlich auf das neuste Werk der Autorin. Und auch dieser Teil hat mich wieder von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Auch wenn dieser Roman 416 Seiten umfasst, hatte ich ihn in zwei Tagen durchgelesen. 

Alle bekannten Personen sind noch mit dabei: Archie Sheridan natürlich zu allererst, dann Henry Sobol, sein treuer Partner und guter Freund. Auch Susan Ward, die toughe, neugierige und mutige Journalistin mit ständig wechselnder Haarfarbe (diesmal in Orange). Sie und Archie verbinden eine Menge dramatischer Momente und mittlerweile pflegen die beiden so etwas wie eine gute Freundschaft.

Chelsea Cain schafft es erneut diese besondere Stimmung der Romane zu erschaffen und durchgehend zu halten. Die Morde sind krass und extrem und auch so beschrieben. Dies ist nichts für schwache Lesernerven. Aber es passt und gehört für mich in diese Handlung. Sie streut mehrere Fäden aus, die sich letztendlich alle miteinander verbinden, dies ist aber wieder geschickt aufgebaut und nicht leicht durchschaubar.

Was allerdings diese Romane von Anfang an ausmacht, ist diese krankhafte Beziehung/Abhängigkeit zwischen Archie und Gretchen. Jedesmal schafft es Chelsea Cain aufs neue, mich als Leserin mit diesen Protagonisten zu packen und nicht loszulassen, bis ich die letzte Seite zu Ende gelesen habe.

Die Cover der zwei letzten Romane gefallen mir optisch nicht mehr so gut, wie die der ersten Bände. „Totenfluss“ zierte ein Seestern, was für mich noch irgendwie zu einem Hochwasser passt, findet sich auf dem neusten Cover ein Insekt, was mich an das „Viecher-Design“ der Dean Koontz Romane erinnert. Es sieht nicht schlecht aus, passt für mich allerdings nicht zur Handlung.

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Mein Fazit: Erneute 5 von 5 Sternen für den neusten Teil um die Beauty-Killerin Gretchen Lowell. Die Autorin fesselt mit Handlung und den von ihr erschaffenen Charakteren von der ersten bis zur letzten Seite. Cain schreibt heftig, blutig, spannend, aber auch ruhig und gefühlvoll. Und sie beschreibt absolut überzeugend diese kranke zwischenmenschliche Beziehung. Das Niveau und die Qualität ihres Schreibens lässt auch in diesem 4. oder 5. Teil (wie man es nun sieht) kein bisschen nach.

 . Ich danke blanvalet für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 

MEHR  ZU  CHELSEA  CAIN  AUF  BUCHWELTEN

Rezension zu Furie

Rezension zu Grazie

Rezension zu Gretchen

Rezension zu Totenfluss 

Deutsche Homepage von Chelsea Cain

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© Buchwelten 2013

Zwei meiner Neuzugänge ..

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auf die ich mich jeweils sehr freue:

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Nacht aus Rauch und Nebel von Mechthild Gläser

Er ist mit einer kleinen Verzögerung veröffentlicht worden, nun ist er da: der zweite Roman um die Protagonistin Flora, die nachts ein etwas anderes Leben führt, als normale Teenager. Nach dem gelungenen ersten Teil „Stadt aus Trug und Schatten“ freue ich mich sehr auf die Fortsetzung.

Der Loewe Verlag präsentiert den Roman wieder als Hardcover (schön!), nun in schwarz anstatt weiss. Leider hat der Verlag diesesmal am Lesebändchen gespart (schade 🙂 )

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Sterbensschön von Chelsea Cain

Der vierte Teil um die schöne Serienkillerin Gretchen ist endlich da. Der letzte Roman „Totenfluss“ gehörte nicht in die „Gretchen-Riege“, auch wenn Archie Sheridan und andere bekannte Figuren dabei waren. Der Roman war auch sehr gut, gehört aber eben nicht in die Reihe.

Nun gibt es wieder einen „echten“ Gretchen-Thriller und ich freue mich sehr auf die Lesestunden. Diese Romane macht die absolut kranke Beziehung zwischen dem Ermittler/Opfer Archie Sheridan und der Killerin Gretchen Lowell aus. Sie hat den Mann einfach in ihren schönen Händen, ob sie nun im Gefängnis sitzt oder nicht …

Wer Lust hat meine Rezensionen zu den ersten Teilen zu lesen und sich dann vielleicht auch einmal in die Gretchen-Reihe zu stürzen:

Furie (Teil I Gretchen-Reihe)

Grazie (Teil II Gretchen-Reihe)

Gretchen (Teil III Gretchen-Reihe)

Totenfluss (Teil IV Archie Sheridan-Reihe)

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Liebe Grüsse
Marion 🙂

Totenfluss von Chelsea Cain

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Erschienen als Taschenbuch
bei blanvalet
insgesamt 384 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-442-37857-9
Katergorie: Thriller

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Portland ist ein Opfer des Hochwassers. Der Fluss Willamette ist über die Ufer getreten und zu einem reißenden Strom geworden. Der Regen lässt nicht nach und der Fluss hat bereits mehrere Opfer gefordert.

Auch Archie Sheridan hat wieder Ermittlungsarbeit zu leisten, denn bei einem zweiten Blick entdeckt der Gerichtsmediziner, dass die Opfer nicht alle ertrunken sind, sondern vergiftet wurden. Dies wirft die Frage auf, wer das Hochwasser dazu nutzt, Morde zu verschleiern. Gretchen scheidet diesmal aus, sie sitzt im Gefängnis und wartet auf Ihr Urteil.

An Archies Seite ist erneut die Journalistin Susan Ward, die ein Portrait über den Ermittler schreiben will. Sie begleitet Archie Sheridan bei seinen Ermittlungen und Tatortsbegehungen und wird sogar zu einer wichtigen Person in den zentralen Ermittlungen. Denn Susan ist es, die herausfinden soll, durch welches Gift die Opfer zu Tode kamen.

Und Susan Ward wäre nicht Susan Ward, wenn sie nicht parallel wieder einmal an einer anderen Sache recherchieren würde und sich außerdem wieder zum falschem Zeitpunkt an Archies Seite befindet …

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Wie bereits in meiner Rezension zu „Gretchen“ erwähnt, handelt sich bei diesem Roman zwar um den vierten Teil der Archie Sheridan Reihe, jedoch nicht um einen weiteren Band der Gretchen-Serie. Aktiv hat Gretchen an diesem Fall keinen Anteil, sie wird zwar erwähnt und hat einen kurzen Gastauftritt, bestimmt aber nicht den Rahmen der Handlung.

Archie Sheridan und seine Begleiter sind jedoch die gleichen und auch dieser Roman ist gut und fesselnd. Allerdings extrem nass 🙂 und weniger blutig als die Gretchen Romane.

Dennoch hat auch dieser Roman mir gut gefallen und auch wenn ich einiges etwas seltsam fand, hatte ich meinen Spaß wieder mit Sheridan, Ward etc. unterwegs zu sein.

In diesem Roman beginnt Chelsea Cain mit einem Prolog, der von einer Hochwassersituation im Jahre 1948 berichtet. Im ersten Moment scheint der Leser nicht zu wissen, was das zu bedeuten hat, es wird sich jedoch im Laufe der Handlung auflösen.

Der Schreibstil ist wieder gut ausgearbeitet und hält das Niveau der ersten Romane. Die Handlung ist fesselnd und zum Teil extrem dramatisch, auf näheres werde ich nicht eingehen, denn gute Szenen des Romans  möchte ich nicht preisgeben.

Mein Fazit: 4,5 von 5 Sternen für diesen Roman, der zwar von dem Protagonisten Archie Sheridan und den anderen Charakteren getragen wird, jedoch diesmal auf den aktiven Anteil von Gretchen verzichtet. Er ist weniger blutig, aber sicherlich dennoch spannend und gut geschrieben. Mir fehlt ein bisschen die krankhafte „Beziehung“ zwischen Archie und Gretchen, denn diese Anziehung ist es größtenteils, die die Gretchen Romane ausmacht. Dennoch ist auch dieser Roman empfehlenswert! 

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© Buchwelten 2013

Gretchen von Chelsea Cain (Teil III der Gretchen-Reihe)

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Erschienen als Taschenbuch
bei blanvalet
insgesamt 352 Seiten
Preis: 8,99 €
ISBN: 978-3-442-37225-6
Katergorie: Thriller

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Archie Sheridan, leitender Ermittler in Portland hat es bereits zum zweiten Mal geschafft, der brutalen Serienkillerin Gretchen Lowell zu entkommen. Dies hätte ihn beinahe wiederholt das Leben gekostet. Doch Gretchen ist frei, ihr gelang die Flucht aus dem Staatsgefängnis und sie ist nach wie vor irgendwo da draußen

Als eine erneute Mordserie über Portland hereinbricht, denken natürlich alle, Gretchen habe wieder zugeschlagen. Auf den ersten Blick scheint dies auch der Fall zu sein, doch es gibt einige Details, die nicht passen.

Archie Sheridan, der sich derzeit freiwillig in einer Psychiatrischen Klinik aufhält, um endlich aus seiner Tablettensucht zu entkommen, nimmt die Ermittlungen (zunächst aus der Klinik heraus) auf und versucht Licht in das Dunkel zu bringen. An seiner Seite sind wieder sein treusorgender Partner Henry Sobol und auch die Journalistin des Harald, Susan Ward. Susan ist es, die Archie erzählt, welch Gretchen-Hype in Portland ausgebrochen ist Es gibt „Beauty Killer Touren“, die „Fans“ an die Fundorte von Gretchens Opfern fahren, „Lauf-Gretchen“-Shirts, blinkende Gretchen-Herz Schlüsselanhänger, die anzeigen seit wie vielen Tagen die Killerin auf der Flucht ist und hunderte von Internetseiten und Foren, wo Menschen Gretchen und ihre Taten hoch loben, sogar vergöttern.

Als Archie diese Neuigkeiten alle fassungslos aufnimmt, schließt er es nicht aus, dass die Morde auch von einem Trittbrettfahrer begangen wurden. Doch auch der Wahrheit muss er ins Auge sehen: Gretchen ist frei! Und aus seiner Erfahrung weiß Archie auch, dass Gretchen sich bislang nie weit von ihm entfernt hat.

Wer steckt hinter den aktuellen grausamen Morden? Gretchen selbst oder doch ein Nachahmungstäter? Oder vielleicht kommen sogar beide Möglichkeiten in Betracht und Gretchen hat einen Partner?

Archie überrascht es nicht wirklich, als Gretchen wieder einmal Kontakt zu ihm aufnimmt. Bleibt er diesmal stur und hält sich von ihr fern? Oder kann er auch dieses Mal, trotz der Therapie nicht von ihr lassen und folgt ihrem Ruf …

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Auch dieser dritte Teil schließt sich in der Handlung wieder nahtlos an den zweiten „Grazie“ an. Wir treffen alte Bekannte und erleben, wie Archie darum kämpft, aus seiner Sucht zu entkommen. Mittlerweile kennt der Leser auch die wichtigsten Orte und Schauplätze gut genug, denn die Handlung bleibt immer in Portland und Umgebung.

Der Spannungsbogen ist wieder sehr gut ausgearbeitet und die Schockmomente passen perfekt und fesseln ungemein. Die Handlung präsentiert wiederholt sehr gute Entwicklungen und Überraschungsmomente, auf die ich wegen evtl. Spoilergefahr nicht hinweisen kann.

In diesem dritten Teil erlebt der Leser in Rückblenden wie Archie Gretchen seinerzeit kennenlernte, als sie sich als Psychologin in die Ermittlungen eingebracht hat und aktiver Teil der Soko wurde. Diese Szenen sind nicht nur aufschlussreich, sondern auch sehr spannend und knisternd.

Den Gretchen-Hype, den die Autorin in dieser Handlung verarbeitet hat, fand ich sehr gut. Denn leider ist dies eine reale Erscheinung der heutigen Zeit, wenn auch vielleicht nicht ganz so krass. Wobei ich hier noch nicht im Internet recherchiert habe, ob es solche Killer-Fanseiten nicht wirklich gibt. Gretchens Webseite aus der Handlung gibt es wirklich: Iheartgrechtenlowell. Diese Seite wird von Chelsea Cain selbst betrieben. Schaut mal vorbei, es einiges zu sehen. Die Webseite ist allerdings englischsprachig und wir wissen alle, dass die Arbeit der Internetübersetzer nicht wirklich gut ist 🙂

Dieser dritte Teil hat mich wieder sehr begeistert und gefesselt. Ich habe das Buch genauso verschlungen wie die beiden ersten Teile. Die Handlung ist spannend, voller Überraschungen und schrecklicher aber auch schöner und emotionaler Szenen und Momente. Die Charaktere sind mir sehr ans Herz gewachsen. Nicht nur die der Protagonisten, auch die Nebenfiguren, wie zum Beispiel die verrückte Hippie-Mum von Susan Ward, genannt Bliss oder der Gerichtsmediziner, der mit seinen Dreadlocks nicht wirklich dem Standard dieses Berufsstandes entspricht. Auch er ist seit dem ersten Teil dabei und charakterlich gut dargestellt.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für den dritten Roman der Gretchen-Reihe. Auch dieser Thriller hält das Niveau der beiden Vorgänger und versteht es die Leser mit der weiblichen Serienkillerin zu fesseln, schocken und überraschen.

Meine Rezension zum Folgeroman „Totenfluss“ ist auch schon geschrieben und wird bald veröffentlicht. Aber ich möchte die lesenden Gretchen-Fans bereits jetzt schon mal darauf hinweisen, dass es sich hier für mich nicht um den vierten Teil der Gretchen-Reihe handelt. Es ist definitiv der vierte Archie Sheridan Roman, das ja. Und Gretchen wird natürlich auch erwähnt. Aber aktiv nimmt sie an der Handlung in „Totenfluss“ nicht teil. Lediglich ein kleiner Gastauftritt ist Gretchen gestattet. Ich erwähne das nur so am Rande, weil es für mich aus allen Infos nicht ersichtlich war, ob es sich bei „Totenfluss“ nun um einen Teil der Gretchen-Reihe handelt oder nicht.

Aber: Die Gretchen-Reihe geht weiter! Im Mai 2013 erscheint „Sterbensschön“ als Taschenbuch bei blanvalet. Und dies ist dann ganz klar der IV. Teil der Gretchen-Reihe!

Zur Fanseite von Gretchen – I Heart Gretchen Lowell

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© Buchwelten 2013

Grazie von Chelsea Cain (Teil II der Gretchen-Reihe)

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Erschienen als Taschenbuch
bei blanvalet
insgesamt 400 Seiten
Preis: 8,95 €
ISBN: 978-3-442-37224-9
Katergorie: Thriller

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Die Beauty Killerin Gretchen Lowell hat viele Menschen getötet, auch Detective Archie Sheridan hatte sie entführt und 10 Tage lang gefoltert und gequält. Dann hat sie sich der Polizei gestellt und nun sitzt sie im Gefängnis. Archie Sheridan fühlt sich jedoch auf eine kranke Art extrem zu Gretchen hingezogen und er besucht sie nach wie vor jeden Sonntag im Gefängnis, im Gegenzug gibt sie im jedes Mal den Fundort einer weiteren Leiche preis. Damit will Arche den Familien der Opfer ihren Frieden geben.

Archie versucht trotz aller schlimmen Ereignisse sein Leben zu normalisieren. Er zieht zurück zu seiner Familie und versucht wieder eine Ehe mit seiner – inzwischen geschiedenen – Frau zu führen. Aus diesem Grund stellt er jetzt die Besuche bei Gretchen ein. Sie kann und darf keinen Einfluss mehr auf ihn haben, sie darf nicht mehr wichtiger sein, als seine Frau.

Außerdem ist in Portland wieder eine Leiche aufgetaucht, bereits länger tot und extrem entstellt. Dies bedeutet eine schwere Ermittlungsaufgabe für Archie Sheridan und sein Team, denn es finden sich keine brauchbaren Hinweise.

Gretchen ist mit der Zurückweisung Archies überhaupt nicht einverstanden und es gelingt ihr auf trickreiche Art und Weise aus der Haft zu fliehen. Sofort wird Archie und seine Familie unter Polizeischutz gestellt. Dennoch gelingt es Gretchen (natürlich) Kontakt zu ihm aufzunehmen. Sie flieht in die Berge und Gretchen schafft es Archie dorthin zu locken. Archie, mittlerweile auf Grund seiner Tablettensucht auch körperlich mehr als angeschlagen, springt natürlich darauf an. Auf eigene Faust macht er sich auf den Weg, doch er hat ganz andere Pläne, als Gretchen eventuell trotz aller List vermuten mag …

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Dieser zweite Teil der Gretchen-Reihe knüpft nahtlos an den ersten Teil „Furie“ an. Sämtliche Personen sind nach wie vor dabei. Archies Partner, bester Freund und Aufpasser Henry Sobol, und auch die Journalistin Susan Ward. Letztere ist nicht nur bekannt für ihre ständig wechselnden, knalligen Haarfarben und guten Berichte im Harald. Sie hat auch die wunderbare Gabe immer zur falschen Zeit an Archies Seite zu sein und mit ihm in Schwierigkeiten zu geraten.

Chelsea Cain führt auch hier wieder zwei Handlungsstränge. Es gibt Archie und seine Ermittlungen und Susan Ward mit ihren Recherchearbeiten. Immer wieder laufen die beiden sich über den Weg und sie verbindet so etwas wie ein freundschaftliches oder geschwisterliches Verhältnis.

Der Folgeband hat mir ebenso gut gefallen wie der Auftakt der Reihe. Der Spannungsbogen war sehr gut aufgebaut, die Charaktere gut ausgearbeitet und das „kranke“ Miteinander zwischen Gretchen und Archie ist nach wie vor der Mittelpunkt der Handlung.

Die Entwicklung der Ermittlungen, die Hintergrundarbeit von Susan Ward und das Finale waren fesselnd, stimmig und ausreichend heftig und dramatisch.

Auch diesen Teil konnte ich nur schwer aus der Hand legen und hatte ihn in sehr kurzer Zeit durchgelesen. Natürlich gäbe es noch eine Menge interessanter Momente und Entwicklungen zu erzählen, doch es geht nicht, denn dann würde ich zuviel der Handlung preisgeben. Wer neugierig geworden ist, der sollte die Gretchen Thriller selber lesen.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für diese sehr gut gelungene Fortsetzung, die das Level von „Furie“ problemlos hält. Eine fesselnde Handlung mit guten bekannten Figuren und Charakteren. Die „Besessenheit“ zwischen Opfer/Täterin – Ermittler/Killerin kommt auch hier wieder sehr gut rüber und liest sich verständlich und spannend..

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Zur deutsche Hompage von Chelsea Cain
→   http://www.chelsea-cain.de/

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Zur englischen Hompage von Chelsea Cain
→ http://www.chelseacain.com/

 

© Buchwelten 2013

Furie von Chelsea Cain (Teil I der Gretchen-Reihe)

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Erschienen als Taschenbuch
bei blanvalet
insgesamt 384 Seiten
Preis: 8,95 €
ISBN: 978-3-442-37004-7
Katergorie: Thriller

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10 Jahre hat Archie Sheridan die Soko „Beauty Killer“ geleitet und einen gefährlichen Serienkiller gejagt. Als er dann herausfindet, wer der Killer ist, nämlich eine Frau, ist es zu spät. Er ist in ihre Falle geraten und urplötzlich wird der Jäger zum Opfer. Archie erwacht in einem Keller und ist der Gefangene von Gretchen Lowell, der Schönheit, die eine Psychopathin und brutale Mörderin in einer Person ist. Doch seltsamer Weise tötet Gretchen ihn nicht. Zumindest nicht ganz. Sie rettet sein Leben, wendet sich an den Notruf und stellt sich der Polizei.

Zurück bleibt ein mehr als angeknackster Archie Sheridan, der nach nunmehr zwei Jahren eigentlich noch immer ein Wrack ist. Körperlich ist er mehr oder weniger wieder hergestellt. Aber seelisch ist er kaputt, seine Seele, sein Selbst hat Gretchen umgebracht.

Und trotz all den unsagbar grausamen Folterungen und Qualen, die Archie durch Gretchens Hände erfahren hat, besucht er sie regelmäßig jeden Sonntag im Staatsgefängnis. Archie ist er einzige mit dem Gretchen spricht und sie haben einen Deal. Nach und nach wird sie ihm – und nur ihm – die Namen und Fundorte all ihrer Opfer (und hier sprechen wir von einer dreistelligen Zahl) verraten. 

Archie lässt sich darauf ein, denn er will den betroffenen Familien den Frieden schenken, den er selbst niemals erfahren wird.
Aber dies ist nicht der einzige Grund, warum er Gretchen immer wieder aufsucht. Auch wenn es krank klingt: Archie fühlt sich extrem zu der schönen Gretchen hingezogen, das geht soweit, dass er seine Familie verlassen hat, obwohl er seine Frau nach wie vor über alles liebt und sie ihn ebenso. Doch seit 2 Jahren steht Gretchen zwischen ihnen.

Nun wird Portland erneut von einem Serienmörder heimgesucht und Archie übernimmt seine erste Fahndung, nachdem er nun wieder gesund geschrieben ist. Erneut ist er Leiter der Soko und er hofft durch die Ermittlungsarbeit wieder zu sich selbst zu finden. Doch auch in diesem Fall scheint Gretchen eine Rolle zu spielen …

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Im Jahre 2010 habe ich mir den Roman schon gekauft und mittlerweile ist die Sammlung meiner Gretchen-Reihe vollständig. Schon damals hat mich die Inhaltsangabe sehr neugierig gemacht, denn eine weibliche Serienkillerin ist nun einmal eher selten Mittelpunkt eines Thrillers. Dann ist der Roman noch von einer Frau geschrieben, was die Sache nicht uninteressanter macht.

Da ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe, endlich mehr meiner eigenen Buchreihen zu lesen, habe ich nun mit FURIE den Anfang gemacht.

Mir hat der Thriller absolut gefallen, der Spannungsbogen ist sehr gut aufgebaut, die Charaktere der Figuren sind gut ausgearbeitet. Nicht nur die von Archie und Gretchen, deren besondere und kranke „Beziehung“ extrem gut dargestellt ist. Auch die Nebenfiguren der Kollegen von Archie, seiner Exfrau und der jungen Autorin Susan (die ein „ältere Männer Problem“ und rosa Haare hat) sind sehr gut und überzeugend dargestellt.

Das Interessante an FURIE ist, dass die eigentliche Handlung, nämlich die Fahndung und Ermittlungen nach dem derzeitigen Killer in Portland, eher total nebensächlich sind. Sicher beinhaltet die Ermittlungsarbeit einen Großteil der Handlung, doch eigentlich dreht sich alles um die „Beziehung“ zwischen Gretchen und Archie. Diese Selbstqual, die Anziehung die Archie für Gretchen empfindet, die Zusammentreffen der beiden, all dass ist richtig gut geschrieben.

Archie ist kaputt, er funktioniert nur mit Unmengen an Tabletten, wovon er zu viele nimmt und oft sogar high ist. Sobald er die Augen schließt, sieht er immer nur Gretchen vor sich. Er denkt mitunter beinahe liebevoll an sie, empfindet erotische Gedanken und Gefühle, allein in Erinnerung an ihre Berührungen und ihren Duft, obwohl sie ihn doch auf brutalste Weise gequält und gefoltert hat, reichen dazu aus.

Innerhalb der Handlung erleben wir durch Rückblenden immer wieder kurze Ausschnitte aus der Zeit der Folter. Wir erfahren Dinge aus Archies Gefangenschaft im Keller und sind Augenzeugen seiner Qualen.

Hatte ich Anfangs noch gedacht, mich erwartet eine Art Zusammenarbeit zwischen Killer und Ermittler á la Hannibal Lecter und Clarice Starling, so wurde ich eines besseren belehrt. Nein, dies ist ganz und gar nicht der Fall. Von „Nachmache“ kann absolut keine Rede sein. Gretchen steht bei den Ermittlungen nicht hilfreich zur Seite und gibt auch keine Hinweise, ganz im Gegenteil. Sie nutzt die neue Mordwelle für ihr eigenes Ziel auf eine ganz andere Weise. Den Hinweis auf Clarice Starling macht sie in einem Gespräch übrigens selbst.

Das Cover zeigt ein Herz und ein Skalpell, was perfekt zur Handlung passt, da es direkt mit ihr zu tun hat (warum verrate ich nicht). Es hat mich aber auch schon vor dem Lesen angesprochen, weil es gleichzeitig Böses und Gutes darstellt.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für den ersten Teil der Gretchen-Reihe. Für mich war er noch besser als ich erwartet hatte. Der Roman ist sehr spannend, „krank“ und gut aufgebaut. Trotz der extremen Morde innerhalb der Handlung schafft es die Autorin, die eigentlichen Ermittlungen in den Hintergrund zu stellen und Dinge in den Mittelpunkt zu bringen, die bereits 2 Jahre zurück liegen. Absolut lesenswert!

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© Buchwelten 2013

Kann ich gleich zurückrufen? von Barbara Streidl

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Erschienen als Taschenbuch
bei blanvalet
256 Seiten
Preis: 8,99 €
ISBN: 978-3-442-37937-8
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Eine Woche im Alltag einer berufstätigen Mutter, 7 Tage Zerreißprobe zwischen Kind, Job, Haushalt und Beziehung. Was für viele Frauen der tägliche normale Wahnsinn ist, wird hier in einer romanähnlichen Handlung erzählt.

Eine Mutter, die bereits nach einem Jahr in ihren Beruf zurückkehrt , weil sie es wollte und nicht weil sie es musste. Eine Frau die ihren Job gerne macht, die aber ebenso mit Hingabe eine Mutter ist und außerdem in einer glücklichen Ehe lebt, welche sie mit vollem Einsatz hegt und pflegt.

Solch ein Alltag ist sicherlich machbar und viele Frauen und Mütter leben ihn. Doch sie kennen es auch nur zu gut, wenn einer der Pfeiler, auf dem dieser durchorganisierte Tagesablauf ruht, kippt. Das kann ein zu spät gekommener Bus sein, oder ein krankes Kind, wenn die Krankheitstage bereits aufgebraucht sind. Es kann sein, dass der Kindergarten unvorhergesehen einen Tag nicht öffnet. Dann bricht die gesamte, perfekte, straffe Zeitplanung zusammen. Dann gilt es zu improvisieren. Das dies nicht immer einfach ist und zu gehetztem Dauerstress führen kann, wissen wohl alle berufstätigen Mütter aus eigener Erfahrung.

In diesem Buch begleiten die Leser eben diese Frau für genau eine Woche durch ihr Leben und lässt uns teilhaben an allen gehetzten, genervten und natürlich auch sehr schönen Momenten …

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Die kurze Inhaltsangabe hatte mich gleich neugierig gemacht, denn auch ich bin eine dreifache Mutter, die immer recht schnell wieder ins Berufsleben eingestiegen ist. Zu meiner Zeit gab es noch den Erziehungsurlaub von drei Jahren, während denen ich aber auch immer schnell wieder Teilzeit arbeiten war. Ich hatte nicht die Möglichkeit meine Kinder in eine Krippe für unter 3-jährige zu geben, sondern habe das anderweitig organisiert.

Eigentlich hat mir das Buch ganz gut gefallen, mir hatte es jedoch zu viel Ratgeber- oder Sachbuchcharakter. Vielleicht war auch einiges absichtlich extrem überzogen, dass mag sein. Wenn ein Alltag jeder Mutter, die wieder arbeiten möchte, so aussieht, dann wird es viele wahrscheinlich abschrecken, überhaupt ein Kind zu bekommen. Arbeitgeber und Kollegen, die immer unfreundliche oder spitze Bemerkungen über die Mutterschaft fallen lassen, die sind meiner Meinung nach, bestimmt nicht die Regel. 

Die Gefühle der Mutter kamen jedoch sehr gut rüber, wie etwa ihre innere Zerrissenheit. Beispielsweise wenn sie ihr Kind mittags im Kindergarten abholt und dann die freie Zeit mit ihrem Sohn zu Hause genießen könnte, stattdessen aber immer wieder überlegt, was sie noch alles tun muss/müsste: Haushalt, Wäsche, Arbeit, die sie mit nach Hause genommen hat. Das eigentlich nun nach der Arbeit der Kleine Priorität haben sollte, sie genau das eigentlich auch will, jedoch trotzdem abends dann froh ist, wenn ihr Sohn im Bett ist, damit sie die weiteren Dinge erledigen kann (und natürlich genau dann der böse Stich des schlechten Gewissens ins Herz erfolgt!).

 

Was mir auch nicht so gefiel war, dass in abendliche Unterhaltungen mit ihrem Mann, die die Protagonisten dann auf dem Sofa führte, stets politische Inhalte eingeflossen sind. Elterngeld, staatlich gesicherte Krippenplätze. Sicherlich sind diese Themen interessant, doch werden sie unter Ehepaaren, die beide einen schweren Tag hatten, bestimmt nicht regelmässig abends oder morgens am Frühstückstisch geführt.

 

Das es manchmal viel besser läuft, als man denkt erfährt der Leser an dem Wochentag, vor dem es der Protagonisten absolut absolut gegraust hat. Genau der Tag, wird dann wider erwartend überraschend gut und positiv. Was für ein Ereignis dies ist, möchte ich nicht verraten.

 

Das Cover macht in seinem Violett mit dem darauf abgebildeten gelben Kinderwagen und der Mutter den Eindruck eines humorvollen Frauenromans. Das ist das Buch aber in keinem Fall. Es beleuchtet eher ernsthaft und mehr sachlich diese Woche der berufstätigen Mutter.

 

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Mein Fazit: 3 von 5 Sternen für interessante 7 Tage, die ich als Leserin die Protagonistin begleitet habe. Mir stellenweise zu „trocken“ und negativ dargestellt, was allerdings immer Geschmackssache ist oder ich vielleicht einfach das Glück hatte/habe drei Kinder und die Arbeit stressfreier unter einen Hut zu bekommen 🙂 . 

 

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Ich danke dem blanvalet Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemlars.

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