Gastrezension: Der Schmetterlingsmann von Wolfgang Brunner

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Erschienen als
gebundene Ausgabe/Leinen mit Leseband
in limitierter, signierter Auflage 
im Candela Verlag
240 Seiten
Preis: 19,90 €
ISBN: 978-3-942635-23-3
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Eine große Liebesgeschichte ….

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Wie bewerte bzw. rezensiere ich ein Buch, welches mir sehr gut gefallen hat? Eigentlich kein Problem. Wenn ich in Fall des „Schmetterlingsmannes“ von Wolfgang Brunner lange gezögert habe, eine Rezension zu schreiben, hatte dies einen sehr einfachen Grund: Ich durfte die Rohfassung lesen, meine Meinung Wolfgang Brunner vorab kundtun und mir wurde die Ehre zuteil, im Nachwort namentlich erwähnt zu werden. Ich hatte also die Befürchtung, eine Rezension von mir würde als sehr parteiisch angesehen werden. Natürlich könnte ich unter Pseudonym schreiben, das käme mir allerdings auch wieder nicht richtig vor. Aber eine Rezension ist eigentlich ja immer parteiisch, und deshalb habe ich mich nun doch dazu entschlossen.

In dieser kleinen, aber auch sehr großen Geschichte (schließlich ist die Liebe eines der größten Themen, welches uns im Leben beschäftigt) geht es um die Liebe, oder vielmehr eigentlich um die Frage, was Liebe ist. Wie der Titel vorgibt, geht es um die Schmetterlinge, die Menschen die lieben, wie man sagt „im Bauch haben“. Es geht um die Hingabe an einen anderen Menschen; es geht um das Vertrauen ineinander, welches in diesem Ausmaß nur wirklich Liebende füreinander empfinden können. Es ist ein innerlicher Monolog des Protagonisten, der liebt und der sich Fragen nach dieser Liebe stellt, vielleicht weil er es selbst nicht begreifen kann, wieso diese Liebe für ihn so allumfassend ist. Es geht … um die Liebe.

Einzelne Kapitel hervorzuheben fällt mir schwer, dafür sind sie zu sehr miteinander verwoben, bilden eine Einheit. Zwei Kapitel möchte ich allerdings doch besonders erwähnen. Das ist zum einen Kapitel 8 „Parallaxen“, in welchem Wolfgang Brunner ein besonderes Stilmittel verwendet und das mir schon in der Rohfassung „unter die Haut“ gegangen ist. Und nicht zuletzt das Kapitel 12 „Evelyn“, ein Märchen über einen Schmetterling, das auch als eigene Kurzgeschichte stehen könnte, sich aber trotzdem harmonisch in den Kanon des Buches einfügt.

Ich kann jedem, der sich über das Wesen der Liebe Gedanken macht, oder der einfach eine schöne Liebesgeschichte, die ganz anders ist, als die meisten anderen, lesen möchte, dieses Buch (trotz meiner Eingangs erwähnten Parteilichkeit) ans Herz legen.
Ach ja, ich habe gar nicht erwähnt, dass dieses Büchlein als Liebeserklärung für Wolfgang Brunners Lebensgefährtin gedacht ist. Wenn man dies weiß und beim Lesen im Hinterkopf behält, dann „blitzt“ für die Leserin, den Leser in jeder Zeile diese große Liebe durch. Eine Liebe, die, wie es mir scheint, auch den Autor manchmal erstaunt, verwundert, verwirrt aber zum Glück wenigstens literarisch nicht „sprachlos“ macht.

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Geschrieben von
Frank Olaf Paucker “FOP”
10.04.2013

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Kim Schepper und die Kinder von Marubor von Wolfgang Brunner (komplett neu überarbeitete Zweitauflage) – 5/5

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9783942635240
Erschienen als Taschenbuch
im Candela Verlag
400 Seiten
Preis: 14,90 €
ISBN: 978-3-942635-24-0
Katergorie: Jugendbuch/All-Age

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Das Mädchen mit den schulterlangen braunen Haaren und den dunklen Totenkopf Sneakers, das dort am Grab ihres zwei Jahre jüngeren Bruders steht, ist die 13-jährige Kim Schepper. Bereits fünf Jahre zuvor musste sie schon einmal einen geliebten Menschen verabschieden, damals war es ihr Vater, der zu Grabe getragen wurde. Und nun wurde Tom durch einen Unfall getötet und sie ist mit ihrer Mutter allein. Sie trauert für sich, denn sie findet Beerdigungen bescheuert, sie hasst es wie ein kleines Kind behandelt zu werden, dass keine Ahnung vom Leben und vom Tod hat. Doch was wissen die Erwachsenen schon?

Kim schreckt auf, als sie plötzlich von einem Jungen namens Julian angesprochen wird. Er ging in die gleiche Klasse wie ihr Bruder Tom und er übermittelt ihr ohne Umschweife eine etwas außergewöhnliche Einladung: Kim soll um Mitternacht auf den Friedhof kommen, zum Grab ihres Bruders und sie soll etwas sehr Persönliches von Tom mitbringen. Kim ist etwas verwundert, was Julian von ihr will und sie hakt nach. Doch der Junge spricht in Rätseln. Er berichtet von geheimen Experimenten, an denen ihr Bruder teilgenommen hat und das Tom gar nicht „richtig“ tot sei. Als Kim versucht noch etwas mehr an Informationen von Julian zu gelangen, sagt er, sie solle einfach zur verabredeten Zeit auf dem Friedhof erscheinen, dann würde sie verstehen. Sie würden die anderen Kinder von Marubor treffen und eines davon sei seine Schwester, seine tote Schwester ..

Nach der Beerdigung ist Kim entsprechend aufgewühlt und auch verwirrt wegen der Äußerungen des Jungen der sie angesprochen hat. Natürlich ist es der 13-jährigen unheimlich, mitten in der Nacht auf den Friedhof zu gehen. Dann weiß sie nicht einmal, ob sie es schafft aus der Wohnung zu schleichen, ohne das ihre Mutter etwas bemerkt.

Doch die Neugier siegt. Kim muss wissen, was es mit dem Geheimnis um diese Experimente an ihrem Bruder und anderen Kindern auf sich hat. Also packt sie einen Rucksack, schnappt sich eine Taschenlampe, einen handgeschriebenen Zettel von Tom, den er ihr vor zwei Wochen gegeben hat und macht sich auf den Weg zum Grab …

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Zunächst eine kleine Anmerkung vorneweg. Es ist sicherlich bekannt, dass der Autor von „Kim Schepper und die Kinder von Marubor“, Wolfgang Brunner, mein Lebensgefährte ist. Und genau aus diesem Grunde rezensiere ich sonst prinzipiell keinen seiner Romane. Auch wenn ich mir bei seinen Werken eine durchaus objektive Meinung zutraue, die ich schließlich auch immer in den Entstehungs- und Überarbeitungsphasen der Romane kundtue, hätten meine Rezensionen in seinem Fall immer den Beigeschmack als „Schleichwerbung“ oder „Sonderpromotion“ aufgefasst zu werden. Bei der „neuen“ Kim mache ich aber aus dem Grund eine Ausnahme, dass für mich diese völlig überarbeitete Zweitauflage absolut neu war. Ich kenne die „alte“ Kim in der Rohfassung und in der Endfassung kurz vor Druck. Als diese dann 2009 veröffentlicht wurde, habe ich sie als fertiges Buch auch nicht gelesen. Aus der Überarbeitung für die Zweitauflage habe ich mich komplett herausgehalten und nicht eine Zeile gelesen, daher war ich auch sehr neugierig auf das Endergebnis.

Zunächst einmal hat sich die Aufmachung des Romans sehr positiv verändert. Entgegen der recht einfachen Erscheinung der ersten Auflage, wird die neue Kim mit einem Cover präsentiert, dass ein absoluter Eyecatcher ist. Der junge Grafikdesigner, der mit Kim Schepper nun bereits das dritte Cover für Wolfgang Brunner gestaltete, hat einen Einband geschaffen, der perfekt zur Geschichte um Kim Schepper passt. Das dunkle Grau als Hintergrund und das Reagenzglas mit dem grünen Serum (Marubor) darin, sehen sehr gut aus. Das erste Cover ist bereits so konzipiert, dass die vier weiteren Teile um die Kim daran angeglichen werden und zuletzt ein ansprechendes Ganzes im Bücherregal ergeben.

Für das übrige Erscheinungsbild des Buches ist der Candela Verlag verantwortlich, dem ich gerne mein Lob ausspreche. Ich habe bereits zwei Bücher für den Verlag rezensiert, wobei ich seinerzeit die Taschenbuchausgabe doch stark kritisiert hatte.

Doch nun ist der Einband fest und nicht mehr zu weich. Die Schrift ist keine Standardschrift und sieht optisch sehr gut und vor allem satt aus. Was mir besonders gut gefällt, ist das Bild der Aufhocker, das an jedem Kapitelanfang eingedruckt ist.

Auch wenn natürlich die Grundhandlung der Kim die gleiche ist, liest sich die Neuauflage rasanter und knackiger. Hier bemerkt man schon ein intensives Lektorat, dass das Buch aufgewertet hat.

Der Autor schreibt stets in einem gehobenen, sehr gut ausformulierten und oft auch philosophischen Schreibstil. Da sich Wolfgang Brunner nicht auf ein Genre festlegen lässt, kann man die Stile der Romane auch schlecht miteinander vergleichen, doch den typischen Brunner-Stil kann man erkennen. Und auch wenn hier mitunter keine leichte Kost verarbeitet wurde, hat der Autor den Text sehr gut verständlich für die jugendliche Zielgruppe ausgearbeitet.

Die Handlung beginnt mit der Beerdigung natürlich zunächst einmal sehr traurig, doch ist Kim Schepper keineswegs ein Todes- oder Düsterbuch. Im Gegenteil. Kim Schepper ist eine Mischung aus Abenteuer, Fantasy und dem realen Leben. Es werden Themen wie Konsumwahn, ständiges Streben nach Macht und Gier behandelt. Doch auch Liebe, Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt sind in dem Roman sehr wichtig. Etwa ab der Hälfte des Buches kommt der zweite Handlungsstrang um die „Bösen“ dazu und die Handlung springt dann auch innerhalb der Kapitel ziwschen den Szenen, mitunter mit „gemeinen“ Cliffhangern.

Die Kinder stehen in diesem Roman an erster Stelle, denen sicherlich auch Erwachsene zur Seite stehen. Doch diese wollen die Kinder keineswegs bevormunden, sondern erkennen ihre Kraft und Stärke und unterstützen diese lediglich bei ihrem Kampf gegen die Verschwörung des Bösen.

Eine gewisse Aufmerksamkeit gehört bei der Lektüre von Kim Schepper schon dazu. Denn auch wenn es lustige Momente gibt und Ausgefallenes wie eine sprechende, kaugummikauende Fledermaus oder ein Schiff auf der Wiese als Wohnhaus, so ist der Inhalt und die Aussage des Werkes sehr episch. Dinge wie der Kampf der Erde, die Eigenschaft der Seelen oder das unsichtbare Band der Geschwisterliebe werden behandelt und sollten um des Verstehens willen nicht überflogen werden.

Die Geschichte um Kim Schepper geht weiter, der zweite Teil der Reihe „Kim Schepper und der Aufstand der Schatten“ erscheint im Jahre 2013, wann konkret wird noch mitgeteilt werden.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für die Zweitauflage von Kim Schepper und die Kinder von Marubor, die mir richtig Spaß gemacht hat. Eine Geschichte von Liebe, Freundschaft, Abenteuer und dem Kampf gegen das Böse, in der die Kinder die wichtigsten Personen sind. Die „neue Kim“ hat mich oft zum Lachen gebracht und auch zu Tränen gerührt. Ein Roman mit einem ernsten und kritischen Hintergrund, der sich nun rasanter liest und der mit einem tollen neuen Cover und einer schönen, ausgefallenen Aufmachung zwischen den Buchdeckeln vom Candela Verlag präsentiert wird.

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Ein ca. 35-minütiges Video-Interview mit Ötzgen Senol von buchvorstellung-online.de zur neuen Auflage von „Kim Schepper und die Kinder von Marubor“

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© Buchwelten 2012

Gastrezension zu „Kim Schepper und die Kinder von Marubor“ von Wolfgang Brunner (5/5)

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Anläßlich seiner Lesung am Welttag des Buches in einer weiterführenden Schule in Hamminkeln hat der Autor Wolfgang Brunner den Schülerinnen und Schülern einige Exemplare seines Romanes geschenkt.

Nach und nach treffen nun die ersten Reaktionen der LeserInnen ein, die sich (wie ich finde sehr gut) im erstmaligen Verfassen einer Rezension versuchen:

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Vorläufiges Cover der Zweitauflage, entworfen von Mathias V. Beckmann
Eine vollständig überarbeite
Zweitauflage wird
noch in diesem Sommer im
Candela Verlag
erscheinen
(Vorbestellungen sind bereits beim Verlag möglich)

ISBN: 978-3-942635-24-0

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Zu Anfang des Buches steigt man sofort in die Geschichte ein. Die Hauptperson Kim Schepper, ein dreizehnjähriges Mädchen, hat vor wenigen Tagen ihren Bruder bei einem Autounfall verloren und ist auf seiner Beerdigung. Sie hat ihr Schicksal noch gar nicht wirklich realisiert, da lädt ein Klassenkamerad von ihrem Bruder Tom sie zu einem Treffen auf dem Friedhof um Mitternacht ein. Kim ist erst misstrauisch und verunsichert, doch sie geht trotzdem zu dem Treffen.

Sie erfährt, dass ihr Bruder nicht tot, sondern „gering lebend“ ist, wie es die Kinder von Marubor nennen. Die machtgierige Firma „Kirkos Marubor“ hat den Kindern ein Serum verabreicht, bei dem sie die Phasen des Sterbens erforschen wollten. Doch als bei den Forschungsarbeiten etwas schief läuft, müssen die Kinder durch inszenierte Unfälle „beseitigt“ werden. Die Firma weiß nicht, dass die Kinder nicht wirklich tot sind, sie sind nur dem Tod näher als dem Leben. Kim erlebt viele Abenteuer in der Heimat der Kinder unter dem Friedhof, in der Forschungsstation und auf der Leuchtturminsel.

Zudem macht Kim einige schlaue Entdeckungen, welche den Kindern weiterhelfen auf schrecklichen Geheimnisse der Forschungsarbeiten zu stoßen. Ihr Eifer bei der Sache und die Begeisterung sind wirklich beeindruckend.

 

Mir persönlich hat die Geschichte sehr gut gefallen. Die Geschwister gehen alle sehr liebevoll miteinander um und ihre Liebe zueinander ist sehr stark. Am meisten beeindruckt haben mich die Stellen, bei denen die Kinder das „Aufhocken“ probieren. Das gering lebende Geschwisterkind setzt sich dabei auf den Rücken des anderen Geschwisterkindes. Diese Situation wurde so wunderschön beschrieben, dass man gleich sehnsüchtig wird auch so etwas zu erleben. Auch erwähnenswert ist die Kaugummi kauende Fledermaus Betty. Diese Idee ist wirklich außergewöhnlich. Die Kinder sind zusammen eine Einheit, die stark ist und einen unglaublichen Willen hat, den Menschen zu helfen.

Das merkt man auch gut an der Freundschaft die sie alle füreinander empfinden und sich gegenseitig Mut machen.

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Es ist eine schöne, rührende Geschichte über die unglaublich starke Geschwisterliebe die über alle Grenzen hinausreicht, aber sie soll auch zum Nachdenken anregen, wie W. Brunner in seinem Nachwort erwähnt. Sie zeigt, dass die heutigen Menschen viel zu viel Wert auf materielle Dinge legen und die Liebe, Familie, Geborgenheit und Freundschaft völlig vergessen. Da die Geschichte lebendig und gut verständlich geschrieben wurde eignet sie sich für Kinder, Jugendliche und Erwachsende. Sie ist absolut lesenswert und unbedingt weiterzuempfehlen!

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Diese Gastrezension wurde geschrieben von Lucie T., einer Schülerin der 10. Klasse aus Hamminkeln im Mai 2012.

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Die Rezensentin hat für den Roman 5 von 5 Sternen vergeben. .

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© Buchwelten 2012

Buchwelten im Gespräch mit Michael Zandt

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Mit „HAPU – Teufel im Leib“ hat der Autor Michael Zandt seinen Debütroman veröffentlicht. Er ist im Candela Verlag als Taschenbuch erschienen und erzählt die Geschichte von HAPU, einer jungen Asartu-Frau. Asartu sind Nachfahren des Teufels, die unter uns Menschen leben.

Heute stelle ich Michael Zandt einige Fragen zu seiner Arbeit, seinen Ideen und seinen Plänen für die Zukunft.

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Meine erste Frage bezieht sich auf deinen Debütroman „HAPU-Teufel im Leib“. Wie ist die Idee dazu entstanden? Warum sind es gerade die Nachfahren des Teufels geworden, die Du unter uns Menschen weilen lässt?

Die Asartu sind, wenn man so mag, der „teuflische“ Gegenentwurf zum von Gott geschaffenen Menschen. Abgesehen von ihrem ernährungsphysiologischen Makel und ihrem Äußeren aber unterscheiden sie sich kaum von uns.

Mich hat die Frage interessiert, wie wir wohl mit Wesen umgehen würden, die zwar die Mehrzahl unserer Träume, Sehnsüchte und Ängste teilen, sich aber, trotz ihrer Bemühungen, nur sehr bedingt in eine Gesellschaft wie die unsere integrieren lassen.

Wie lange hast Du an dem Roman gearbeitet und wie schwer war der Weg einen Verlag zu suchen und dann zu finden?

Von der Idee bis zum fertigen Manuskript, hat es etwa ein Jahr gedauert. Schreiben ist bei mir eine Frage der Tagesform. Es gibt Zeiten, in denen ich recht viel, und Phasen in denen ich kaum eine Zeile zustande bringe.

Was die Verlagssuche angeht: Zuerst habe ich mein Glück bei einer auf unterhaltende Belletristik spezialisierten Literaturagentur versucht. Die beiden Damen dort haben mich nicht lange zappeln lassen und mir noch am selben Tag eine freundliche Standardabsage geschickt. Danach habe ich mich an einen Publikumsverlag gewandt. Der zuständige Lektor dort wollte mir zwar ein gewisses Talent nicht absprechen, bescheinigte mir aber gleichzeitig mit Hapu einen, dem potentiellen Leser, nur schwer vermittelbaren Charakter geschaffen zu haben.

Jedenfalls: Kleinere Verlage waren glücklicherweise für „Hapu“ zu interessieren. Nach einigen Irrungen und Wirrungen (ein Verlag ging in die Insolvenz, ein anderer stellte über Nacht alle Projekte ein) fand Hapu ihren Platz schließlich im Candela-Verlag.

Waren für HAPU viele Recherchen nötig? Wenn ja, wie sah diese Arbeit aus?

Wenn ich schreibe, laufen Wikipedia und Google im Hintergrund. Wann starb der Freiherr von Stein? Wie ist die politische Situation in Somalia? Wo ist in Köln der Straßenstrich? Alles Fragen, die mir das Netz heute viel schneller und zielführender beantworten kann als ein Lexikon.

Ich habe im Wesentlichen also über das Internet recherchiert. Daneben habe ich „Sinuhe der Ägypter“ von Mika Waltari gelesen um ein wenig Atmosphäre zu „atmen“.

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Liest du privat selber viel? Wenn ja, welche Autoren und Genres bevorzugst du hierbei?

Am meisten beeindruckt mich derzeit die russische Phantastik. Vladimir Sorokin zum Beispiel. Den Österreicher Thomas Glavinic und den Amerikaner Stuart O’Nan schätze ich ebenfalls sehr. Weiter finden sich derzeit Franz Kafka, Markus Orths, Cormack McCarthy und Samuel Pepys auf meinem Büchertisch. Von den klassischen „Phantasten“ schätze ich besonders die Werke von E.A. Poe und Leo Perutz.

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Wie wichtig ist Dir die Musik. Findest Du auch darin Inspiration oder Anregungen für Deine Schreiberei? Begleitet sie Dich vielleicht sogar während Deiner Arbeit?

Ich liebe Musik, kann sie aber, wann immer ich mich konzentrieren möchte, leider nicht gebrauchen. Ich kann meine Aufmerksamkeit nur schwer teilen. Ich gehöre zu der Sorte Männer, die schon dann das Radio ausmachen muss, wenn sie nur rückwärts einparken möchte.

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Auf der Verlagsseite gibt es leider keine Vita über Dich. Ich konnte herausfinden, dass du verheiratet und Vater zweier Kinder bist. Wie steht deine Familie zu deinem Schreiben? Lässt sich das vereinbaren und sind sie evtl. sogar begeisterte Testleser?

Phantastik ist zwar nicht unbedingt das Genre indem meine Frau sich zuhause fühlt, doch ist sie mir trotzdem eine unverzichtbare Testleserin. Sie weist mich auf logische Fehler hin und verbessert meine Zeichensetzung regelmäßig soweit, dass ich mich meiner mangelnden Orthographietalente wegen dem Lektor, bzw. der Lektorin gegenüber nicht zu schämen brauche.

Ich denke mir, dass Du noch einem Vollzeitjob nachgehst. Was ist Dein Beruf und wann findest Du die Zeit zum schreiben?

Ich schlafe selten länger als fünf oder sechs Stunden und nutze zum Schreiben daher gerne die morgendliche Stille. Ja, ich habe einen Vollzeitjob. Ich bin diplomierter Verwaltungswirt und unter anderem für die Verteilung von Kindergartenplätzen zuständig.

Wie wichtig ist für dich als Autor das Internet? Nutzt Du es intensiv oder ist es eher ein notwendiges Übel?

Das Netz ist die einfachste und günstigste Möglichkeit sich rasch und umfassend zu informieren. Daher finde ich es auch wichtig Bewegungen wie „Stop Acta“ zu unterstützen. Das Netz hilft nicht nur mir als Autor, sondern der Verbreitung von Wissen überhaupt. Deshalb sollte es unreglementiert und frei sein.

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Nun meine Standardfrage an meine Gesprächspartner: gibt es ein Ritual und/oder ein Maskottchen, dass dich beim Schreiben begleitet?

Zwar bin ich für kindlich-pathetische Anwandlungen mitunter durchaus empfänglich, aber wenn ich je ein Maskottchen besäßen hätte, wäre es vermutlich inzwischen in dem auf meinem Schreibtisch herrschenden Durcheinander aus Büchern, Aktenordnern und Briefen verloren gegangen.

Ich weiß, dass Du derzeit an der Fortsetzung zu HAPU, der Asartu, arbeitest. Wann können wir mit dem zweiten Teil rechnen? Und wird es eventuell auch mal ein Buch von Dir zu lesen geben, dass in einem anderen Genre angesiedelt ist? Einen Krimi oder eine Liebesgeschichte zum Beispiel?

Die Fortsetzung von „Hapu“ wird den Namen „Das schwarze Kollektiv“ tragen und im neuen „Art Skript Phantastik“-Verlag erscheinen. Vorab: Ich bewundere den Mut der jungen Dame, das Wagnis „Verlagsgründung“ einzugehen, und sich dann auch noch auf meine bescheidenen Talente stützen zu wollen. Ob das gut gehen wird, weiß ich nicht, aber ich werde in jedem Fall versuchen, die Erwartungen der frisch gebackenen Verlagschefin nicht zu enttäuschen.

Ob ich das Genre der Phantastik je verlassen werde? Wozu? Um einen Krimi zu schreiben? Da gibt es fraglos Bessere. Leute die einfach wissen, wie so ein Ding gestrickt sein muss um die Leute herzrasend bei der Stange zu halten. Davon einmal abgesehen, wüsste ich nichts zum Thema zu sagen, was nicht auch Columbo schon gesagt hätte.

Gut erzählte Liebesgeschichten dagegen mag ich. Aber dafür muss ich nicht das Genre wechseln.

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Ich danke Michael Zandt für das Gespräch und wünsche ihm alles Gute für seine weitere schriftstellerische Zukunft.

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Michael Zandt gibt es auch bei Facebook

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© Buchwelten im Februar 2012

GROTESK! – Eine Genre – Anthologie (4/5)

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Erschienen als
gebundene Ausgabe mit Leseband
im Candela Verlag
277  Seiten
Preis: 19,80 €
ISBN:  978-3-942635-22-6

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GROTESK! ist eine Anthologie bestehend aus 22 Geschichten, geschrieben von 19 Autoren. Es gibt die unterschiedlichsten Handlungen, kurzes und knappes und langes, verschachteltes.

Wie der Name schon sagt, sind die Geschichten im Genre der Groteske angesiedelt. Ein Bereich in der Literatur, der nicht leicht zu definieren ist. Um herauszufinden, was genau sich hinter dem Begriff verbirgt, sollte man einfach dieses Buch zur Hand nehmen und sich überraschen lassen.

Die Geschichten sind alle völlig unterschiedlich und von „absolut schräg“ über „zum schmunzeln“ bis hin zu „leider erschreckend wahr“ angesiedelt.

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Ich wusste bei dieser Antholgie nicht wirklich was mich erwartet. Unter grotesk stellte ich mir vor: anders, etwas abgedreht und vielleicht gegen die „Norm“. Nach der Lektüre dieser 22 Geschichten fühlte ich mich in der Vermutung/Erwartung auch bestätigt.

Ich bin kein wahrer Fan von Anthologien, weil ich mich eigentlich lieber in die Handlung eines ganzens Romans fallen lasse. Ich möchte die Figuren, Protagonisten kennenlernen, ihnen zur Seite stehen und mit ihnen ihre Geschichte erleben.

Doch auch hier war dies möglich und ich habe das Lesen als kurzweilige Unterhaltung empfunden, die aber sehr wohl auch zum Nachdenken angeregt hat. Hier war es ganz besonders die Geschichte „Taubstummengasse“.

Aber auch Geschichten, die übergewichtige Frauen unter einer Schicht von Bonbonpapieren verschwinden lassen oder einem Mann, der  sich durch die Liebe zu seinen Tapeten selber eintapeziert, haben mir gut gefallen.

Da gibt es weiterhin einen Mann der wochenlang an einer ausgefallenen, roten Ampel steht und Tagebuch führt, wer über die rote Ampel geht sowie einen Ehemann, der nach seiner Pensionierung in der ehelichen Wohnung einen Staat gründet, gemeinsam mit seiner Frau, die wiederum einfach nur denkt „Der hat einen Knall!“. Ach, zu diesem Thema gibt es auch eine Story.

Die Schreibstile der verschiedenen Autoren sind wie die Längen der Geschichten absolut vielseitig und unterschiedlich. Die eine ist einfach und kurz und knapp ausformuliert. Die andere ist in langen, verschachtelten Sätzen geschrieben und in einem philosophischen Text geschrieben.

Die Geschichten werden vom Candela Verlag in einer sehr schönen, gebundenen Ausgabe mit Leseband präsentiert. Die Aufteilung der einzelnen Geschichten innerhalb der Buchdeckel ist sehr ansprechend. Jede beginnt auf einer rechten Seite, was optisch einfach schön wirkt. Es entsteht keinerlei Eindruck von Seiteneinsparung.

Weiterhin gibt es ein ausführliches Nachwort sowie im Anhang die Viten aller beteiligten Autoren, mit interessanten Informationen. Ich habe gesehen, dass einige österreichische Schreiber dabei sind.

Der Schutzumschlag ist in einem dunklen Antrazit gehalten und hat als Aufhänger nur zwei Augen, die durch einen Spalt schauen. Mir gefällt es sehr gut und die rückwärtige Inhaltsangabe ist im Blocksatz sehr übersichtlich.

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Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für eine lesenswerte Sammlung von Geschichten aus einem Genre, welches sich eher in einer Nische der Literatur aufhält, aber dennoch ein großes,  kurzweiliges Lesevergnügen bereitet.

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Herausgegeben mit viel Einsatz und Herzblut von Jan-Eike Hornauer ( <— Klick zur Homepage)

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Inhaltsverzeichnis / Mitwirkende Autoren:

Michael Kramer – Der Gast und sein Mörder
Stefanie Kißling – Liebe an der Wand
Dirk Röse – Night-Flight to the Stars
Peter R. Bolech – Der letzte Spalt
Julia Werner – Jenseits der Mauern
Arnd Moritz – Seinsgrau
Karin Jacob – Menschenhaar
Jan-Eike Hornauer – Die Auferstehung
Raphaela Edelbauer – – Eine frühe Angstvorstellung
Matthias Kröner – Alle haben einen Knall
Steve Kußin – Aufzeichnungen eines wohlanständigen Bürgers
Beja C. Garduhn – Die Kür des Siegers
Harald Darer – Ein Hundeleben
Ulf Großmann – Imperium in imperio
Karsten Beuchert – Das Ei 
Matthias Kröner – Die Riesenratte
Gabriele Behrend – Vulcaniella Pomposella 
Mimi Awono – Unsicherheit
Margarete Karetta – Irritationen
Arnd Moritz – Rahmensprung
Jan-Eike Hornauer – Sechs aus Neunundvierzig 
Werner Vogel – Taubstummengasse 

niella Pomposella 
Mimi Awono – Unsicherheit
vierzig 
Werner Vogel – Taubstummengasse 

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Ich danke dem Candela Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2012

3 Bücher sind in dieser Woche angekommen …

 

Diese Woche haben drei neue Bücher den Weg in mein Bücher(Rezensions)regal gefunden:

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GROTESK! – Eine Genre Anthologie

Absonderliche Ideen, großes Lesevergnügen und literarisches Niveau: das bieten die Geschichten aller 19 Autoren in diesem Band. Hier wird die Tapete zum Liebesziel, die eigene Frau überraschend zum Mops, ein Sandkubus im Nirgendwo zum Ort der Erkenntnis und die heimische Wohnung zum souveränen Staat. Bonbonpapierchen versprechen Erlösung, Menschen im Haar erfreuen nicht lange und ein schillerndes Ei gibt Lebenssinn. Eine rote Ampel, ein Milchweib und ein geheimnisvoller Gast erschüttern Existenzen. Und es wird klar: Jenseits der üblichen Mauern ist die Welt voller Risse.
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Dabei zeigen die 22 Geschichten, die allesamt hier erstmals veröffentlicht sind, was Groteske alles sein kann, geben so einen Überblick über dieses literarisch bedeutende Genre und stellen ganz nebenher unter Beweis: Gute Grotesken zu lesen, macht einfach Spaß!

Ein sehr schönes gebundenes Buch mit Lesebändchen verpackt diese 22 Geschichten und ich bin neugierig …

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MESSERSCHARF von Silvia Kaffke

Down and out – bisher undenkbar für Barbara Pross, Serienmordspezialistin beim BKA. Zurzeit ist sie auf eigenen Wunsch beurlaubt. In ihrer Depression unfähig, Freunde und Familie um Hilfe zu bitten, lebt sie auf der Straße. Doch ausgerechnet hier geht ein Frauenmörder um. Seine Opfer: obdachlose Frauen und Prostituierte.
Bald findet sich Barbara unfreiwillig in einem Undercover-Job wieder …

Von „Das rote Licht des Mondes“ war ich sehr begeistert, darum freue ich mich auf diesen Krimi.

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IM WILDEN OSTEN DIESER STADT von Irene Stratenwerth

Am Badestrand eines Hamburger Sees wird eine Leiche gefunden: Anwältin Kristina Wolland hatte ihre Freundin Angie am Abend zuvor getroffen — die schien verängstigt, wollte aber nicht reden. Nun ist sie tot.

Tags darauf meldet ein junger Mann das plötzliche Verschwinden seiner Verlobten: Die junge Alina aus der Ukraine, wohnhaft zuletzt bei Angie, glaubte verfolgt zu werden.

Welche Verbindung bestand zwischen den beiden so ungleichen Frauen? Was versetzte sie in Angst und Schrecken? Kristina Wolland ist fest entschlossen, es herauszufinden …

Dieser Krimi spielt in Hamburg aber ich sehe ihn nicht als Regionalkrimi, denn letztendlich ist der Ort der Handlung ja egal. Ich lasse mich überraschen …

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© Buchwelten 15.01.2012

HAPU Teufel im Leib von Michael Zandt (4/5)

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Erschienen als
Taschenbuch  im
Candela Verlag
273 Seiten
Preis: 11,80 €
ISBN: 978-3-942635-19-6

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Hapu ist eine grazile, attraktive junge Frau von Anfang zwanzig. Eigentlich anderen Frauen in ihrem Alter nicht unähnlich. Sie hat einen Job, der ihr Spaß macht und mit dem sie sich identifiziert, liebt es Motorrad zu fahren, ist Fan der Stuttgarter Kickers und lebt mit ihrer besten Freundin Hati zusammen in einer Wohnung. Sie quatschen, hören Musik, lesen gemeinsam, trinken mal gerne einen über den Durst. Aber Hapu ist kein Mensch, sie ist eine Asartu.

Die Asartu sind Nachfahren Luzifers, geschaffen nach seinem Ebenbild. Sie leben unter uns Menschen und unterscheiden sich eigentlich nicht sonderlich von uns. Von der verlängerten Wirbelsäule (Asartu haben einen Schwanz, den sie allerdings nicht offensichtlich zur Schau stellen), den Fangzähnen im sonst schneeweißen Gebiss einmal abgesehen. Und ab und an benötigen die Asartu Menschenfleisch um ihren Enzymhaushalt im Gleichgewicht zu halten.

Dies bekommen sie im Krankenhaus zugewiesen, von Menschen die sich als Spender bereit erklären und den Asartu kurz vor ihrem Tode unter Narkose als Mahlzeit dargeboten werden.

Doch in unserer Welt leben nicht nur Menschen und Asartu, auch Dämonen sind unter uns und wir können sie nicht erkennen, sie sehen aus wie du und ich, doch ab und an zeigen sie ihr Wahres Ich und das nicht ohne Grund.

Als Hapu gegen diese Dämonen kämpft (der Gewalt war sie nie abgeneigt und sie versteht es ihre körperlichen Kräfte zum Einsatz zu bringen) spürt Hapu das dort mehr in ihr ist, ein zweites Wesen lebt in ihrem Körper. Diese Seele beschert Hapu nicht nur zusätzliche Kräfte, die magisch wirken. Hapu erfährt, dass sie eine Sepuku ist. Sie ist eine der 12 Töchter der Angrubar. Mit dieser Göttin hat Luzifer diese 12 weiblichen Nachfahren gezeugt. 


Doch was soll Hapu mit dieser Erkenntnis nun anfangen und wer lehrt sie ihre Kräfte zu nutzen und vor allem, was ist ihre Aufgabe?

Sie wird es erfahren und einen Weg einschlagen, der ihr bisheriges Leben völlig aus der Bahn wirft …

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Zunächst einmal wusste ich nicht wirklich was mit erwartet. Der Autor selber hat mich kontaktiert und mir eine erste Leseprobe zukommen lassen. Mit der konnte ihr ehrlich gesagt nicht viel anfangen (wie ich heute las, war es eine Stelle kurz vor dem Ende, die ich nur im Zusammenhang der Handlung verstehen konnte).

Dann bekam ich eine weitere Leseprobe und die sprach mit dann mehr an. Ich konnte kurz die Protagonistin Hapu kennenlernen und ich wurde neugierig.

Der Roman beginnt auf einem Schiff und schwenkt dann aber um und erzählt Hapus Geschichte in einer Rückblende.

Der Schreibstil war nicht außergewöhnlich gehoben und nicht sonderlich anspruchsvoll, dennoch aber sehr angenehm zu lesen und flüssig ausformuliert.

Hapu selber ist ein sehr direkter, frecher, dreister Charakter, der sehr umgangssprachlich und auch oft schroff spricht. Dennoch war sie mir sehr sympathisch. Mir ist dieses grazile Wesen doch recht schnell ans Herz gewachsen, zeigt sie oft auch sehr weiche und warmherzige Seiten.

Die Geschichte siedle ich im Fantasy Bereich an, wobei es nicht wirklich in dieses Genre passt. Es waren oft sehr blutige, heftige und krasse Szenen dabei, die nicht für allzu schwache Lesernerven geeignet sein mögen. Für mich passten sie aber gut in die Handlung.

Oft musste ich auch schmunzeln, wenn z.B. ein uralter Priester, der sich selber verstümmelt hat um seine Entbehrungen zu unterstreichen erklärt, dass sein Sinn des weiterlebens darin besteht, die letzten zwei Pokémon noch fangen zu wollen und aus seiner Kutte einen Nintendo DS befördert 😉

Ab und zu haben mich die vielen, sehr komplizierten Namen etwas verwirrt aber das habe ich dann einfach zu hingenommen und dem Verständnis der Handlung hat es keinen Abbruch getan. Auch wer nun gerade der Ur-Urahn von welcher Gottheit o.ä. war, empfand ich manches mal als etwas undurchsichtig. Hier fühlte ich manchmal etwas überfrachtet.

Mir hat die Geschichte dennoch sehr gefallen, ich war positiv überrascht und die Idee die Nachfahren des Teufels offensichtlich unter uns Menschen hier in der Jetztzeit leben zu lassen war schon eine gute, die der Autor auch interessant und spannend umgesetzt hat.

Es gab neben brutalen Kampfszenen auch sehr schöne ruhige und auch mal erotische Passagen. Die Mischung hat Michael Zandt hier gut hinbekommen.

Zuletzt noch einige Worte zum Buch an sich. Es ist als Taschenbuch veröffentlicht und das schlichte Cover gefällt mir gut. Es ist in einem warmen (blut)roten Ton gehalten und weist nicht viel Schnickschnack auf. Der Klappentext ist kurz, knapp und zentriert geschrieben. Er reicht völlig aus um neugierig zu machen und sieht ordentlich aus.

Leider sind der Buchdeckel und Rücken aus einer sehr weichen, wabbeligen Pappe, dass gefällt mir nicht sehr gut. Weiße Seiten mag ich persönlich auch nicht. Dann empfand ich es als störend und überflüssig, dass auf jeder Seite am unteren Rand: „Michael Zandt – Hapu Teufel im Leib“ eingedruckt ist.

Ich weiß doch auch so, welches Buch ich gerade lese … Die Kapitel waren innerhalb derer durch Sternchen unterteilt, was das Lesen angenehm gestaltet aber die Sterne hätten etwas kleiner ausgereicht und sicherlich dezenter gewirkt.


Das erste Kapitel beginnt auf einer linken Seite, dass hat für mich leider immer den Eindruck von „Seiten sparen“. Die Illustrationen gefallen mir relativ gut, sind aber eigentlich überflüssig. Da hätte man besser die Seitenaufteilung etwas großzügiger gestalten können.

Fehler habe ich nur einen kleinen gefunden (S. 219 – 1. Absatz). Dafür fehlt sehr oft das Leerzeichen hinter einem Punkt. Also wenn der nächste Satz beginnt. Und ein letztes habe ich noch bemerkt: zum Ende hin ist es öfter vorgekommen, dass die Schriftgröße innerhalb der Seite um eine Größe kleiner wurde. War z.B. die Schrift in 12, ging es dann auf einmal in 11 weiter.

Dies sind alles keine dramatischen und schlimmen Dinge, ich finde aber solche Hinweise (vor allem auch an die Verlage) nicht unwichtig. Denn ich denke, es gibt einige Leser, die ebenso auf diese Dinge achten.

Hierin begründet sich auch mein Punktabzug.

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Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für ein Debüt, dass absolut keine klassische Fantasy ist. Ein „anderer“ Roman, oft „laut“ aber auch mal leise und durchaus lesenswert.

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Ich danke dem Candela Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares und wünsche Michael Zandt alles Gute für seine schriftstellerische Zukunft :-).

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© Buchwelten 08.01.2012