Ein Killer wie du und ich von Dan Wells – Serienkiller VI

Erschienen als Taschenbuch
im Piper Verlag
331 Seiten
12,99 €
ISBN: 978-3-492-28025-9

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Nur noch drei Verwelkte sind übrig, die John Cleaver beseitigen will. Dieses Mal macht er sich ohne Brooke und FBI auf die Jagd und landet in einem Ort namens Lewisville. Denn dort geschehen seltsame Morde, bei denen die Opfer ertrinken, obwohl absolut kein Wasser in der Nähe ist. John trifft in dem kleinen Ort tatsächlich auf Dämonen und erfährt, dass sich ihre Königin dort aufhält. Bei seinen Ermittlungen kommt er der geheimnisvollen Mörderin immer näher, bis er letzten Endes aber feststellen muss, dass das Offensichtliche nicht immer die Wahrheit ist.

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Hier ist er also nun: Der Abschlussband des Serienkiller-Zyklus von Dan Wells. Ursprünglich als Trilogie geplant, wurde die Geschichte um John Cleaver aufgrund des Erfolges auf das doppelte aufgebläht. Was mit einem eher schwachen vierten Teil begann und sich mit einem bedeutend besseren fünften Band fortsetzte, findet nun in einem finalen sechsten Roman durchaus einen würdigen Abschluss.
Aber der Reihe nach: Zuerst einmal muss erfreulich festgestellt werden, dass der Piper-Verlag der Optik der gesamten Reihe treu geblieben ist und auch den sechsten Teil der Buchserie im sogenannten Rough-Cut publiziert hat. Auch das Cover passt sich sämtlichen Vorgängern an und lässt nun die komplette Reihe in einer optisch sehr ansprechenden Form im Buchregal erstrahlen. Das ist leider bei Reihen nicht immer der Fall.

Nun aber zum Roman: Dan Wells‘ Schreibstil ist auf jeden Fall wandelbar. Das hat er mit „Bluescreen“ bewiesen, der sich von den Serienkiller-Romanen unterscheidet, in dem er einen stiltechnisch anderen Weg geht. Bei „Ein Killer wie du und ich“ benutzt Wells allerdings wieder seinen flüssigen, relativ einfach gehaltenen Stil bei und macht auch diesen Roman zu einem Pageturner, den man locker in ein, zwei Tagen weglesen kann.
Im Gegensatz zum vierten Teil, der für mich persönlich der schlechteste der Reihe ist, führt Wells hier wieder ein Beerdigungsinstitut ein. Der Einstieg erinnert fast ein bisschen an die grandiose HBO-Serie „Six Feet Under“ und als Leser fühlt man sich wieder an die ersten drei Teile im John Cleaver zurück erinnert, wo das Bestattungsunternehmen seiner Familie eine Nebenrolle gespielt hat. Der Kreis schließt sich irgendwie mit dieser Rückführung zu den Anfängen und stellt einen sehr stimmungsvollen Handlungsort dar. Ich empfand diesen Abschlussband daher als sehr atmosphärisch und angenehm. Die Einführung neuer Personen gelang dem Autor absolut gut. Doch Johns alte Wegbegleiter werden erfreulicherweise niemals ganz vergessen, sondern immer wieder erwähnt, was der gesamten Reihe einen sehr glaubwürdigen Charakter verleiht. Im Nachhinein gesehen ergeben alle sechs Romane ein überzeugendes Gesamtbild, so dass man alle Bücher sofort wieder hintereinander lesen möchte, um auch sämtliche Kleinigkeiten zu erfassen.

Dan Wells hat einen faszinierenden Charakter erschaffen, der nicht umsonst großen Anklang bei den Fans fand. Beim Ende werden sich wohl leider die Lager spalten. Ohne etwas zu verraten, kann ich nur sagen, dass sich Dan Wells wirklich große Mühe gemacht hat, einen überraschenden Schlusspunkt zu verfassen. Gelungen ist ihm das auf jeden Fall und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr gefällt mir das Ende doch auf gewisse Art und Weise, wenngleich ich anfangs etwas verwundert über die Entwicklung der Geschichte war. Es ist einfach nur ein schönes, abgeschlossenes und irgendwie doch offenes, Ende geworden, das der Serie zwar gerecht wird, zum Nachdenken anregt, aber dennoch nicht wirklich glaubhaft erscheint. John Cleavers Charakter macht auf nur wenigen Seiten plötzlich eine Veränderung durch, die man ihm nicht wirklich abnimmt. Wie gesagt, Wells wollte mit Sicherheit kein absehbares Finale haben und hat sich aus diesem Grund für diese Entwicklung entschieden, aber er hätte Johns Entscheidung(en) vielleicht mit ein paar Seiten mehr besser und für den Leser nachvollziehbarer erklären sollen, dann wäre es zumindest stimmiger gewesen.
Nichtsdestotrotz verlässt man John Cleavers Dämonenwelt äußerst ungern und wünscht sich nun fast, dass es doch noch weitergeht, obwohl man nach dem vierten Teil dachte, Dan Wells hätte es doch besser bei der geplanten Trilogie belassen. Ich empfand „Ein Killer wie du und ich“ als absolutes, kurzweiliges Lesevergnügen, das ich jederzeit wiederholen könnte und vielleicht im Gesamtpaket auch noch einmal tun werde.

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Fazit: Sehr stimmungsvoller Abschlussband der Serienkiller-Reihe. Das Ende wird allerdings das Lager der Fans spalten.

© 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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Bluescreen von Dan Wells

bluescreen

Erschienen als Taschenbuch
bei Piper
insgesamt 368 Seiten
Preis:  12,99  €
ISBN: 978-3-492-28021-1
Kategorie: Science Fiction

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Los Angeles 2050. Fast alle Menschen sind durch ein Implantat im Kopf, einem sogenannten Djinni, 24 Stunden am Tag online. So auch die junge Marisa, die im Stadtteil Mirador wohnt und mit ihren Freunden mehr Zeit in virtuellen Welten verbringt als in der Realität.  Als die Jugendlichen auf eine virtuelle Droge namens Bluescreen stoßen, decken sie eine unglaubliche Verschwörung auf …

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In Dan Wells neuem Roman wird eine Zukunft aufgezeigt, die höchstwahrscheinlich gar nicht mehr so weit entfernt ist. Ich wage zu behaupten, dass wir nicht, wie im Roman angegeben, bis zum Jahr 2050 warten müssen, um eine Menschheit anzutreffen, die größtenteils durch Implantate 24 Stunden online ist.
Wells entwirft ein sehr glaubwürdiges Szenario, das mich anfangs sehr stark an Tad Williams‘ grandioses „Otherland“-Epos erinnert hat. „Bluescreen“ erreicht allerdings die Komplexität und den Ideenreichtum der „Otherland“-Reihe nicht, begibt sich aber im Verlaufe der Handlung sowieso auf ein völlig anderes, eigenständiges Terrain.  Wells schafft es durch seinen überaus gut lesbaren Schreibstil, den Leser von Anfang an gefangen zu nehmen und für die Geschichte zu interessieren.
Die technischen Errungenschaften, die sich Dan Wells ausgedacht hat, können allesamt überzeugen, weil sie sehr realitätsnah beschrieben werden und ich keine Logikfehler entdecken konnte.

Die Charakterisierung der Hauptpersonen ist Wells nur teilweise gelungen. Von der Hauptprotagonistin Marisa einmal abgesehen, erhalten die restlichen Figuren nicht wirklich Tiefe, was aber daran liegen kann, dass es sich bei „Bluescreen“ um den Auftakt einer neuen Reihe handelt und der Autor eine nähere Charakterzeichnung in den Folgebänden durchaus noch nachholen könnte. Nichtsdestotrotz sind „Guten“ sehr sympathisch dargestellt und wachsen einem trotz der genannten „Gesichtslosigkeit“ irgendwie ans Herz. Dennoch reißt der Plot mit und lässt durch die oftmals ausdrucksstarke Beschreibung im Kopf des Lesers Bilder wie in einem Science Fiction-Film erscheinen. „Bluescreen“ ist ein dystopisches Science Fiction-Abenteuer, das jugendliche und erwachsene Leser gleichermaßen begeistern wird. Gekonnt meistert Wells die Grenze zwischen einem Jugendbuch und einem ernstzunehmenden Science Fiction-Szenario, so dass man sein neues Werk auf jeden Fall als typischen All Age-Roman bezeichnen kann.

So drastisch und gefährlich Wells die Gefahren einer steten Online-Präsenz auch darstellt, so möglich erscheinen sie einem dennoch, wenn man den technischen Fortschritt der letzten Jahre beobachtet. All die Gefahren, die auf die Protagonisten in „Bluescreen“ einprasseln, könnten bald schon in genau dieser Art und Weise geschehen. Dan Wells schlägt mit seiner neuen Reihe einen komplett anderen Weg als in seinen John Cleaver-, aber einen ähnlichen wie in seinen Partials-Romanen, ein. Das leicht dystopisch angehauchte Abenteuer wirkt erfrischend und unverbraucht, obwohl es irgendwie gar nicht so sehr vor innovativen Ideen sprüht.  Aber das macht gar nichts, denn man kann das Buch trotzdem schwer aus der Hand legen. Der Endkampf dauert mir, ehrlich gesagt, ein wenig zu lange. Aber das ist wohl Geschmackssache. Ich bin wirklich sehr gespannt, wie es weitergeht.

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Fazit: Dan Wells Auftakt zur neuen „Mirador“-Reihe kann ein sehr realistisches und überzeugendes Zukunftsbild vorweisen und unterhält grandios und vor allem spannend.

© 2016 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Nur über deine Leiche von Dan Wells – Serienkiller IV

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Dan Wells
Erschienen als
broschierte Ausgabe
im Rough Cut bei
PIPER
384 Seiten
Preis: 12,99 €
ISBN: 978-3-492-28024-2

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John Cleaver, 18 Jahre alt, kann Dämonen sehen. Zwischenzeitlich hat er auch bereits einige von Ihnen erfolgreich vernichtet. Inzwischen arbeitet er eigentlich für das FBI, das längst weiss, dass uralte böse Mächte unter den Menschen weilen und immer wieder morden. Doch nach dem Desaster vor Fort Bruce, bei dem John zwar erfolgreich, aber unter etwas widrigen und sehr extremen Umständen, den Dämonen Rack ausgeschaltet hat, befindet er sich auf der Flucht.

Gemeinsam mit Brooke (und Niemand und den vielen tausend anderen Seelen, die ihr Körper beherbergt) ist er unterwegs, um weitere Verwelkte aufzuspüren und auszuschalten. Hilfreich sind hierbei die Erinnerungen der verstorbenen Mädchen in Brookes Körper. Hier finden sich immer wieder Hinweise oder zumindest Bruchstücke darauf, wo sie den nächsten Verwelkten aufspüren können.

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Ich bin oder war Fan der Serienkiller-Reihe von Dan Wells vom ersten Moment an. Dieser junge und eigentlich total irre und verkorkste Protagonist John war mir vom ersten Moment an ans Herz gewachsen. Jedoch war ich vom vierten Teil eher enttäuscht als erfreut. Der Schauplatz hat gewechselt von Clayton, dem kleinen Ort, wo John über dem Bestattungsinstitut seiner Mutter gelebt hat und was eigentlich für mich den besonderen Flair dieser Romane mit ausgemacht hat. Im vierten Teil war John dann bereits für das FBI tätig und die vielen Namen der Verwelkten und unendlichen Persönlichkeiten, die Brooke innewohnen, haben mich oft mehr genervt als begeistert. Dennoch war ich natürlich neugierig auf den fünften Teil der Reihe. Ob es nun der letzte ist, bleibt abzuwarten. Ich denke es eher nicht, auch wenn die Romane ursprünglich als Trilogie geplant waren.

Die erste Hälfte des Buches gefiel mir erneut nicht so besonders gut. Das Roadmovie mit lustigen Buchstabensuchspielen und dem dauernd wechselnden Selbst von Brooke hat mich auch hier eher nicht begeistert. Ein bisschen rausgerissen hat es dann für mich, dass eine wichtige und bekannte Figur in Brookes Körper zum Vorschein kam und letztlich auch wieder zeitweise die Handlung aktiv bereichert hat.

Ab der zweiten Hälfte des Buches gefiel es mir dann wieder viel besser und es kam sogar wieder an die drei sehr guten ersten Teile heran. Vielleicht lag es daran, dass die Handlung sich wieder auf einen kleinen Ort beschränkt hat, in dem ein Dämon sein Unwesen treibt und kaltblütig mordet. John befindet sich plötzlich in einem Umfeld ähnlich dem von Clayton wieder und die beiden kommen auch wieder mit Gleichaltrigen in Kontakt. Die Stimmung des verschlafenen Nestes, welches von Gräueltaten heimgesucht wird hat mir dann wieder sehr gut gefallen. Auch die Idee, nach welcher Art und Weise der Dämon handelt, hat mich überzeugt. Eine gute Idee – hier hat das Lesen mir wieder richtig Spaß gemacht.

Alles in allem denke ich jedoch, dass man es bei der Trilogie hätte lassen sollen. Denn man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist und da ist schon was wahres dran. Ja, die Leser wollten natürlich mehr, ich selbst hatte mich ja auch gefreut, als ich hörte, dass es weitergeht. Aber Fortsetzungen sind nicht immer gut oder sinnvoll. Wie gesagt, ich denke schon es geht weiter um John Cleaver. Ob ich selbst noch einmal Lust auf einen weiteren Teil habe kann ich noch nicht sagen. Derzeit tendiere ich zu einem Nein.

Optisch bleibt der Verlag seiner Linie treu und liefert den Roman wieder im ausgefallenen und optisch total ansprechenden Rough Cut. Das finde ich sehr gut, denn es kommt ja auch vor, dass Verlage selbst innerhalb einer Reihe einfach mal so das Design ändern.

Mein Fazit: Der fünfte Teil der Serienkiller-Reihe hat sich für mich in der ersten Hälfte sehr gezogen und ab und an leider beinahe genervt. In der zweiten Hälfte konnte er mich wieder fesseln und hat zurückgefunden zur Stimmung der ersten drei Teile.

Ich danke dem PIPER Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2016

Ruinen von Dan Wells – Partials III

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partials

Erschienen als gebundene Ausgabe
bei ivi / Piper
insgesamt 480 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN: 978-3-492-70284-3
Kategorie: All Age Fantasy

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Kira Walker hat es geschafft, sowohl ein Heilmittel gegen die Seuche RM, als auch den Schlüssel zur Aufhebung des Verfallsdatums der Partials zu finden. Das Problem ist jedoch, dass jede Seite für sich zum finalen Krieg aufrüsten und somit das Ende beider Parteien nicht verhindert werden kann. Nun hat sie endlich eine Möglichkeit, beide Seiten zu retten, und jetzt soll es zu spät sein? Getrennt von all ihren Freunden geht Kira dennoch ihren Weg und setzt ihr eigenes Leben mal wieder aufs Spiel, um die Menschheit und die Partials zu retten, denn sie kann und will sich nicht zwischen einer Seite entscheiden ….

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Ich bin ja seit seinem Debüt Fan von Dan Wells und war von den beiden ersten Teilen seiner Partials-Reihe auch sehr angetan. Was ursprünglich als Jugendbuch startete, ist nun in die Kategorie All Age Fantasy übergesiedelt und hat auch den Erwachsenen Lesern (wie eben auch mir) gut gefallen.

Natürlich habe ich mich sehr auf das Finale gefreut, muss jedoch sagen, dass ich mich wirklich schwer getan habe. Ich bin gleich zu Anfang sehr schwerfällig in die Handlung gekommen, der Biss hat irgendwie gefehlt. Ich kann nicht einmal gut erklären, woran es liegt, denn der Schreibstil ist wie bei den ersten beiden Teilen gut. Jedoch sind irgendwie alle wichtigen Personen getrennt, der eine ist hier unterwegs, die anderen mit diesem und jenem dort und ich wusste teilweise nicht mehr wirklich, wo ich bin :). Dann gibt es in diesem Band so viele Untergruppen, die Rebellengruppen bilden oder Ableger von Partialarmeen, dass ich manchmal echt den Überblick verloren habe. Und das „traurige“ an der Sache: mir war es eigentlich relativ egal. Mein Bauchgefühl hat mir ein Ende vorausgesagt und so ist es dann letztendlich auch gekommen. Wobei es gegen Ende dann immerhin ein bisschen Schwung gab, dort haben sich dann einige Fäden verwoben.

Optisch passt der dritte Teil der Reihe perfekt. Die Trilogie macht sich sehr gut im Regal.

Mein Fazit: Für mich leider ein schwacher letzter Teil der Partials-Reihe, die gut und spannend begonnen hat, mit diesem Teil aber zäher und schwächer geworden ist. Ich möchte nicht sagen, dass ich enttäuscht bin, meine Erwartungen wurden jedoch leider nicht erfüllt. Aber auch im vierten Serienkiller-Roman von Dan Wells (ich hatte die drei ersten Bände verschlungen!) habe ich schon festgestellt, dass die Handlung nachgelassen hat. Aber es soll sich jeder seine eigene Meinung bilden, denn alles ist Geschmackssache. Und ich werde weiterhin die nachfolgenden Romane von Dan Wells lesen 🙂

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Ich danke dem ivi/Piper Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Wer Lust hat, meine anderen Rezensionen zu den Dan Wells-Roman zu lesen, der braucht oben rechts in der Suchleiste nur den Autorennamen eingeben und „entern“.

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© Buchwelten 2015

Du bist noch nicht tot von Dan Wells

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dan wells
Erschienen als
broschierte Ausgabe
im Rough Cut bei
PIPER
352 Seiten
Preis: 12,99 €
ISBN: 978-3-492-26995-7

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Der junge John Wayne Cleaver sieht sich selber als Gefahr und als potentiellen Killer. Bereits dreimal hat er getötet, jedoch waren es keine Menschen, sondern Dämonen, die John in seiner Heimatstadt aufgespürt hat.

Nach dem letzten Vorfall hat das FBI ihn verpfichtet, sie im Kampf gegen die Verwelkten (so heißen die Dämonen dort im Team intern) mit seinem Wissen und seinen Fähigkeiten, sich in einen Killer hineinzudenken, zu unterstützen.

Das Team reist durch die Lande und, wenn sie einen Dämon aufgespürt haben, schlagen sie zu. In dem kleinen Ort, in dem sich die Gruppe um John derzeit aufhällt, schlägt ein brutaler Killer zu. Es scheint sich um einen Kannibalen zu handeln, denn die Toten weisen schrecklicke Bisswunden auf. Als sich der Killer schriftlich an John persönlich wendet, kann er nicht widerstehen. Er will diesen Killer schnappen, am liebsten jedoch auf eigene Faust, denn John ist nicht dafür gemacht, in einem Team zu arbeiten. Er ist und bleibt ein Einzelgänger ….

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Endlich ist er da, der vierte Teil um den mittlerweilen 17-jährigen John Wayne Cleaver. Ich habe mich über diese Nachricht sehr gefreut, denn ich war immer in dem Glauben, dass der Autor hier eine Trilogie liefert, die somit beendet war. Doch nach den zwei Partials-Romanen (Buchwelten hat darüber geschrieben), geht die Geschichte nun doch weiter.

Die Story gefiel mir grundsätzlich ganz gut, auch wenn sie für mich stellenweise durch viele (fremde) Namen der Damönen beinahe etwas wirr war. Allerdings ist die Stimmung nicht mehr die, wie in den ersten drei Roman. Was daran liegen mag, dass alte Charaktere einfach nicht mehr da sind (z.B. Johns Mutter) und die besondere Umgebung mit bestimmten Handlungsorten (das Bestattungsunternehmen, das Johns Mutter gehört hat) ebenso wegfallen. Diese Punkte haben für mich einen großen Teil in diesen Romanen ausgemacht. Jedoch ging es nicht nur mir als Leser so, denn John, der Protagonist empfindet genauso, er fühlt sich selbst auch nicht mehr wohl und das finde ich  dann doch wieder gut 🙂 .

Der Spannungsbogen ist aber gut gespannt, der Sprachstil ganz der alte und kein bisschen schlechter als in den vorherigen John Cleaver Romanen. Ich bin wieder durch die Handlung geflogen und war sehr schnell durch. John hat nach wie vor die gleichen wirren Gedanken, kapselt sich am liebsten ab, zieht sich zurück und erreicht dadurch noch am meisten. Auch wenn er es nie einsehen will, er ist doch einfach ein netter Kerl.

Achtung: Es geht recht heftig zu, die Szenen sind stellenweise wirklich krass, blutig und nicht unbedingt etwas für schwache Nerven.

Die Inhaltsangabe empfinde ich als ein wenig fehlerhaft, denn John kann die Dämonen nicht als einziger „sehen“, in diesem Teil hat er z.B. nicht nur ein Team des FBI um sich herum, er hat auch Hilfe von Brooke, einem Mädchen, welches wir bereits im dritten Roman kennengelernt haben.

Der Verlag präsentiert den Thriller wieder im Rough Cut, der mir optisch besonders gefällt, weil er einfach so ausgefallen ist. Die Reihe macht sich im Regal nebeneinander somit sehr gut.

Ich gehe mal einfach davon aus, dass es mit der Reihe um John Cleaver weitergeht. Auch wenn Dan Wells sich mittlerweile auch anderen Projekten widmet (u.a. den Partials), scheint auch ihm selbst sein Charakter des John mittlerweile ans Herz gewachsen zu sein. Außerdem scheint die Fangemeinde offensichtlich mehr zu wollen, ich denke, dass er es ihr liefert.

Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für den neusten Roman um John Wayne Cleaver. Sicherlich wieder gut und spannend. Es macht Spaß die Story weiterzuverfolgen. Dennoch kommt er nicht mehr ganz an die ersten drei Bände heran, was aber wohl an den fehlenden Figuren und an Besonderheiten liegen mag, die eben die Stimmung für mich ausgemacht haben.

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Ich danke PIPER für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Hier gehts zu meinen anderen Rezensionen der Werke von Dan Wells: —> klick

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© Buchwelten 2014

Fragmente – Partials 2 von Dan Wells

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Partials 2

Erschienen als gebundene Ausgabe
im ivi (Piper) Verlag
insgesamt 576 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN: 978-3-492-70283-6
Kategorie: Jugendbuch  (Young Adults)

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Die Gemeinschaft der ca 35.ooo überlebenden Menschen auf Long Island kämpft immer noch gegen das Supervirus, dass die Menschheit im Isolationskrieg gegen die Partials nahezu ausgelöscht hat. Kira Walker hat es zwar geschafft, dass ein neugeborenes Baby überlebt, jedoch sind die Ärzte und Wissenschaftler nicht in der Lage, dass von Kira entdeckte Heilmittel synthetisch herzustellen. Somit ist die Menschheit nach wie vor vom Aussterben bedroht, da die Kinder nicht überleben.

Kira, die mittlerweile über ihre eigene Herkunft Dinge erfahren hat, von denen sie nichts wusste, besitzt nach wie vor ihren Kampfgeist und sie will alles daran setzen, endlich ein Heilmittel zu finden. Sie will aber nicht nur die Menschheit retten. Ihr Ziel ist es, die Menschen und die Partials zu einen und aus dem Grunde will sie auch einen Weg finden, das Verfallsdatum der Partials aufzuheben.

Gemeinsam mit Samm und Heron (beide sind Partials) macht sich Kira auf den Weg durch das zerstörte und mitunter schwer vergiftete Land. Ihr erstes Ziel ist Chicago, dort hofft sie im Firmensitz der Firma ParaGen Antworten auf ihre Fragen zu finden. Die Reise ist lebensgefährlich, doch Kira lässt sich nicht beirren …

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Diese Fortsetzung zu „Aufbruch“ knüpft nahtlos an den ersten Teil der Partial-Reihe an, der Leser trifft auf die bereits bekannten Figuren und Charaktere, die Handlung wird aber im Verlauf um einige weitere neue Figuren ergänzt. Ich habe mich mit Kira und ihren Begleitern auf eine Reise durch ein zerstörtes Land begeben und der Autor hat einige interessante Highlights und Wendungen innerhalb des Romans verbaut.

Der Schreibstil ist wieder sehr gut und gehoben. Auch wenn ich eine Geschichte über junge Leute gelesen habe, so war die Sprache nicht locker oder umgangssprachlich, sondern anspruchsvoll und gut formuliert. Die zerstörten Gegenden und Städte sind sehr bildhaft beschrieben, ich konnte mir die Schauplätze sehr gut vorstellen. Oftmals haben mich die Bilder an „The Stand“ von Stephen King erinnert.

Im Gegensatz zum ersten Teil hatte die Handlung für mich jedoch einige Längen. Nicht so, dass ich mich zu Tode gelangweilt habe, dennoch hätte ich mir einige Passagen ein wenig kürzer oder rasanter gewünscht. Sehr gut gefiel mir die Entwicklung der Freundschaft zwischen Samm und Kira, auch die Nebenfiguren Heron und Afa haben mich sehr angesprochen. Die Richtung, in die sich der Verlauf der Geschichte entwickelt ist sicher nicht die neueste Idee und ein wenig absehbar, dennoch empfinde ich ihn als passend.

Der Verlag präsentiert den Roman wieder als gebundene Ausgabe, dass Cover ist dem des ersten Teils sehr ähnlich (Kira Walker ist auf der Front von hinten zu sehen), lediglich der Hintergrund und die Farben sind verändert. War der erste Band in Rottönen gehalten, so ist dieser in Blautönen ebenfalls optisch gut gelungen.

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Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für den zweiten Teil von Partials, der mir wieder Spaß gemacht hat. Dan Wells schreibt in einem guten und gehobenen Schreibstil, der mir einfach gefällt. Auch wenn der Roman für mich ab und an Längen aufweist, eine gut gelungene Fortsetzung.

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Ich danke  ivi/Piper  für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Rezension zu „Aufbruch – Partials 1“

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© Buchwelten 2014

Aufbruch – Partials 1 von Dan Wells

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PArtials 1

Erschienen als gebundene Ausgabe
bei ivi (Piper)
insgesamt 512 Seiten
Preis: 16,99 €
ISBN: 978-3-492-70277-5
Kategorie: Jugenbuch, Fantasy, Sci-Fi, Dystopie

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Die Partials, seinerzeit von den Menschen erschaffene künstliche Intelligenzen, sollten als perfekte Soldaten den Krieg gewinnen. Das taten sie, doch dann haben sich die Partials aufgelehnt und sich gegen ihre Schöpfer gestellt, denn sie wollten der erlittenen Unterdrückung entkommen.

Die Menschen starben in Massen durch einen Supervirus, nur einige wenige haben den Gau durch Immunität überstanden. Sie leben in einer kleinen Gemeinschaft auf Long Island. Doch die Menschheit ist in Gefahr, denn die etwa 40.000 Überlebenden können sich nicht fortpflanzen. Jedes neugeborene Baby stirbt innerhalb weniger Tage nach seiner Geburt. Der Senat erlässt ein Zukunftsgesetz, nachdem alle Mädchen ab 18 Jahren schwanger werden müssen. Man erhofft sich so, dass auf diese Art endlich ein Kind überlebt und/oder sie einen Impfstoff entwickeln können. Ein Heilmittel muss dringend gefunden werden, denn sonst ist der Untergang der Spezies Mensch absehbar.

Die Partials, Wesen die optisch von den Menschen nicht zu unterscheiden sind, leben nicht weit entfernt. Sie halten sich in Manhattan auf und mittlerweile sind 11 Jahre vergangen, in denen sie die Menschen nicht mehr angegriffen haben.

Kira Walker ist 17 Jahre alt und arbeitet als Praktikantin auf der Entbindungsstation und sie kann es nicht mehr ertragen, täglich die Neugeborenen sterben zu sehen. Sie ist hoch intelligent und zeigt große Kenntnis in der Virologie. Kira will ein Heilmittel finden und dazu nimmt sie jede Gefahr in Kauf. Als sie dem Senat den Vorschlag macht, nach Manhattan zu gehen, um sich einen Partial zu schnappen, stößt sie auf totale Ablehnung. Zu groß ist die Angst vor den übermenschlichen Gegnern. Doch Kira sieht die einzige Möglichkeit, die Menschheit zu retten, genau darin: einen Partial zu untersuchen. Somit begibt sie sich mit einigen Freunden auf den Weg nach Manhattan ….

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Dan Wells, bekanntgeworden durch die Serienkiller Romane um den sympathischen John Cleaver liefert mit „Aufbruch“ den ersten Teil einer Jugendbuch Trilogie.

Seine beiden letzten Werke kamen für mich als Fan an die der John Cleaver Reihe leider nicht mehr heran. Die Handlung zu „Du stirbst zuerst“ ist nicht wirklich in meinem Gedächtnis haften geblieben und „Sa(r)g niemals nie“ war mir persönlich zu sehr Slapstick und Klamauk.

Umso neugieriger war ich natürlich auf Partials 1, der als erster Roman in gebundener Ausgabe (mit Leseband!) bei ivi erscheint und nicht mehr als Rough Cut Paperback, wobei diese Ausgaben optisch sehr gut wirken.

Der Roman umfasst knappe 500 Seiten, die in diesen Fall auch tatsächlich vollgeschrieben sind. Dennoch fliegt es sich nur so durch die spannende, fesselnde und abwechslungsreiche Handlung.

Für mich ist Dan Wells mit diesem ersten Teil der Reihe wieder zurück zu seinen Anfängen gegangen und hat eine Geschichte geschrieben, die mich als Leserin gefangen hat. Die Charaktere sind mir schnell ans Herz gewachsen, die Protagonistin Kira ist eine gleichzeitig mutige, starke, sensible und sehr feinfühlige Figur. Aber auch die Nebenrollen sind gut ausgearbeitet und lebensecht.

Die Partials stellt der Autor keinesfalls als tötende Killermaschinen dar, was die Inhaltsangabe vielleicht vermuten lässt. Dies wertet die Handlung auf und macht sie interessant. Der Spannungsbogen ist straff gespannt, wobei der Leser auch immer wieder Ruhemomente geboten bekommt.

Was die Beschreibung und Erklärungen der medizinischen Begriffe angeht, die innerhalb der Forschungsarbeiten aufkommen, könnte es sein, dass die jugendlichen Leser etwas überfordert sind, wobei Dan Wells die Virentypen und -arten in einfachen Bezeichnungen darstellt.

Auch wenn dieser Roman der erste Teil einer Reihe ist, schließt die Handlung in sich ab, so gut es eben geht. Es gibt aber kein bösartiges, total offenes Ende, dass den Leser quält, der nun zwingend mindestens ein Jahr auf die Fortsetzung warten muss.

Der Covereinband ist komplett in Rottönen gehalten, was wohl die postapokalyptische Atmosphäre unterstreichen soll. Er zeigt die Skyline von Manhattan und ein junges Mädchen, dass offenbar die Protagonistin darstellt. Ich finde die Gestaltung schlicht und ansprechend. Was mich positiv überrascht ist, dass das Cover fast identisch ist, mit dem amerikanischen Originalcover

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für den Auftakt der Partials Trilogie. Endlich wieder ein Roman von Dan Wells, dem ich die volle Punktzahl geben möchte. Eine spannende Geschichte, die gute Charaktere mit einer gelungen Handlung verbindet., geschrieben ein einem leicht lesbaren Schreibstil. Ich habe den Roman schwer zur Seite legen können, weil ich so gefesselt war, wie seinerzeit von den John Cleaver Romanen.

 

Ich danke dem PIPER Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2013

Der Rezi-SUB

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Die Verlage versenden so langsam aber sicher ihr Frühjahrsprogramm und auch Amazon Vine hat in diesem Monat wieder gute Lektüre im Angebot, so dass ich auch dort mal wieder eine Auswahl treffen mochte:

 

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1. ELYSION von Thomas Elbel

Nach seinem Debüt ASYLON erscheint am 12.03.2013 der zweite Roman des Autors:

Sie ist jung. Sie ist eine Killerin. Sie tötet Götter.

Das Jahr 2135. Um ihr Überleben in einer verwaisten Metropole zu sichern, dealt die siebzehnjährige Cooper Kleinschmidt mit der Droge Teer. Eine Droge, die ihren Usern außergewöhnliche Kräfte verleiht und nur durch die Tötung eines Malach gewonnen werden kann, jener gottgleichen Wesen, die über außergewöhnliche Macht verfügen und im »Elysion« außerhalb der alten Städte leben. Als Cooper auf ihrer Jagd nach Teer auf einen Malach trifft, der ihr eine geheimnisvolle Botschaft übermittelt, beginnt für sie eine Reise durch eine zerstörte, gefährliche Welt, in der eine falsche Entscheidung das Ende bedeuten kann (Quelle: PIPER.de).

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2. Das Vermächtnis der Montignacs von John Boyne

Der Autor des Bestellers „Der Junge im gestreiften Pyjama“ hat diesesmal ein richtig dickes Buch geschrieben. Die Inhaltsangabe hat mich neugierig gemacht, daher habe ich es bei Amazon Vine ausgewählt:

London, 1936. Owen Montignac, der attraktive, charismatische Spross aus gutem Haus, erwartet bang die Testamentsverlesung seines unlängst verstorbenen Onkels. Doch Owen wird nicht berücksichtigt. Die Alleinerbin ist seine schöne Cousine Stella, zu der er eine etwas fragwürdige Zuneigung empfindet. Zudem plagen ihn hohe Spielschulden – und so ersinnt Owen einen teuflischen Plan … (Quelle Amazon.de).

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3. Aufbruch (Partials I) von Dan Wells

Ich bin Fan von Dan Wells und habe sowohl seine Serienkillerromane verschlungen, als auch die beiden Folgeromane gelesen. Mit Partials startet er in eine neue Reihe, diesesmal für Jugendliche Leser. Daher erscheint der Roman am 12.03.2013 im ivi Verlag (Jugendprogramm von Piper):

Den Krieg gegen die Partials, künstlich erschaffene Menschen, haben nur wenige tausend echte Menschen überlebt. Die 16-jährige Kira begibt sich mit einer Gruppe Verbündeter nach Manhattan, ein Gebiet, das die übermächtigen Partials beherrschen. Und dabei entdeckt sie, dass nicht nur die Menschen, sondern auch die Partials vor dem Untergang stehen – und beide mehr gemeinsam haben, als sie ahnten. Die letzten Menschen haben sich nach einer verheerenden Katastrophe nach Long Island, vor die Tore Manhattans, zurückgezogen. Die Partials, übermächtige Krieger, die einst von den Menschen erschaffen wurden und sich dann gegen sie wendeten, bedrohen die Überlebenden. Und eine unheilbare Seuche fordert ihre Opfer. Die sechzehnjährige Kira setzt alles daran, einen Weg zu finden, die Krankheit zu heilen. Doch dieser Weg führt sie nach Manhattan, mitten in das Gebiet der unheimlichen Partials. Und was sie dort entdeckt, wird nicht nur ihr eigenes, sondern das Schicksal aller Geschöpfe auf unserem Planeten verändern … (Quelle: Amazon.de).

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4.  Die Unvergänglichen von Kyle Mills

Auf diesen Roman bin ich auch im Amazon Vine Programm gestossen und mich hat der Inhalt angesprochen, da sich die Handlung mit der Krankheit Progerie befasst. Mein Lebensgefährte hat einen – leider noch unveröffentlichten Thriller – über dieses Thema geschrieben. Und auch in Tad Williams‘ „Otherland“- Reihe muss sich einer der Protagonisten dieser schrecklichen Kranheit stellen.

Außerdem muss ich gestehen, dass ich einfach neugierig auf ein Werk aus dem Verlag Amazon Crossing war. Mir sagte dieser Verlag bislang nichts und ich war gespannt auf die Qualität und das Erscheinungsbild des Buches. Nun, dazu habe ich mal zwei Fotos gemacht, auf denen man ziemlich gut erkennen kann, dass der Schnitt absolut schief ist. Der Text auf dem Buchrücken ist auch nicht mittig. Die Fotos kommen im Anschluss, zunächst zum Inhalt:

Dr. Richard Draman versucht verzweifelt ein Heilmittel für eine seltene, genetische Krankheit zu finden, die Kinder extrem schnell altern lässt. Die Krankheit, an der auch seine Tochter sterben wird.
Als der Ehemann einer Kollegin, die kürzlich durch einen mysteriösen Selbstmord starb, ihm heimlich eine Kopie der Studie übergibt, an der seine Frau zuletzt gearbeitet hatte, sieht Draman schließlich einen Hoffnungsschimmer. Die Forschungsergebnisse sind atemberaubend und enthalten die Möglichkeit, nicht nur den Bereich der Biologie auf den Kopf zu stellen, sondern auch die Welt selbst umzuformen.
Bald jedoch befindet er sich auf der Flucht, unerbittlich von einer scheinbar allmächtigen Gruppe verfolgt, die alles tun, um ihn zum Schweigen zu bringen (Quelle: Amazon.de).

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11.03.2013

Sa(r)g niemals nie von Dan Wells (3/5)

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Sarg niemals nie …

Erschienen als
Paperback in Rough Cut
bei  Piper
320 Seiten
Preis: 12,99 €
ISBN:  9783492268837

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Frederick Whithers – nicht wie im Klappentext beschrieben Oliver Beard, denn als diesen will Frederick sich nur ausgeben – sitzt wegen Fälschung im Gefängnis. Das  hat er er seiner Freundin Gwen zu verdanken, denn sie hat ihn verraten, weil sie das gleiche will wie er: das Erbe des verstorbenen alten Beard. Um an ihn zu gelangen muss Frederick seinen Plan umsetzen und das geht nur, wenn er es irgendwie schafft, aus dem Gefängnis zu entkommen. Als sein Mitinsasse an Schwindsucht stirbt, überlegt sich Frederick blitzschnell einen klugen Schachzug: er überzeugt den Totengräber, gegen spätere entsprechende Entlohnung, ihn in den Sarg zu legen, aus dem Gefängnis zu schaffen und anschließend zu beerdigen. Dann soll der Totengräber Frederick wieder ausbuddeln und er kann sich endlich darum kümmern sein angestrebtes Erbe anzutreten.

Frederick wird auf dem Friedhof ausgebuddelt, jedoch nicht von dem Totengräber, sondern von fünf seltsamen Vampiren, die in Frederick ihren Erhabenen sehen. Sie lassen sich absolut nicht überzeugen, dass Frederick weder ein Vampir, noch überhaupt ein Toter ist.

Sie hängen ihm wie ein Klotz am Bein und Frederick hat nun gleich mehrere Probleme am Hals. Gwen, seine gierige Freundin will immer noch das Erbe für sich, die Vampire lassen nicht locker und der wahre Vampirgraf ist ebenso hinter ihm her. Wie soll es Frederick nun in all dem Chaos nur nach London schaffen, um an das heiss ersehnte Erbe zu gelangen?

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Wieder einmal hatte ich mich sehr auf den neuen Dan Wells gefreut, doch für mich kommt er mit den beiden letzten Büchern nicht mehr an die Serienkiller-Trilogie ran. Vorneweg: ich finde es wirklich gut, dass der Autor etwas anderes schreiben will, sich in verschiedenen Genres versuchen möchte und sich in keine Schublade stecken lässt. Ich mag es sehr, wenn Autoren so denken, handeln und schreiben.

Doch aus den drei ersten Roman weiss ich, dass Dan Wells schreiben kann und er hatte einen guten Schreibstil, der mich gefesselt hat. Von diesem Schreibstil ist hier nichts zu spüren. Er schreibt fast von der ersten bis zur letzten Seite durchgehend in der wörtlichen Rede. Ein (komischer) Wortwechsel jagt den nächsten und für mich ist diese Handlung eine pausenlose Aneinanderreihung von Situationskomik. Ich empfand diesen Roman als geschriebenen Slapstick-Film, der mir dann letztendlich zu Comedy überfrachtet war.

Sicher, der Autor hat das Vampirgenre ein bisschen auf die Schippe nehmen wollen, dass ist sicherlich auch gelungen, doch ich empfand es als etwas übertrieben. Was mir hingegen gut gefiel war, dass er bekannte Figuren aus der Literatur um die Zeit der Handlung (das Jahr 1817) aktiv in seinem Roman verwoben hat. Seine Nebenfiguren sind Mary Shelly, der Dichter John Keats und Jane Austen.

Gelesen hatte ich das Buch wieder in 2 halben Tagen, denn die Seiten im Rough-Cut – dieses Design behält der Verlag bei – sind nicht wirklich voll geschrieben, sodass die 320 Seiten wohl nur ca. 160 „echte“ Buchseiten sind.

Leser die beim neuen Dan Wells ein Spannungsbuch, Thriller oder Krimi erwarten, werden vielleicht enttäuscht sein. Denn von den Serienkiller Werken hat der Autor mehr als nur Abstand genommen. Wer gerne absolut Lustiges, Humorvolles liest der ist hier gut bedient.

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Mein Fazit: 3 von 5 Sternen für den neuen Dan Wells, ein Roman voller Slapstick und sicherlich auch an manchen Stellen lustig zu lesen. Mir persönlich zu übertrieben und kein erkennbarer Dan Wells mehr. Doch der Autor hat er einige literarische Grössen verbaut, was ihm tatsächlich gut gelungen ist.

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Ich danke dem PIPER Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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© Buchwelten 2012

Du stirbst zuerst von Dan Wells (4/5)

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Erschienen als
broschierte Ausgabe
im Rough Cut bei
PIPER Fantasy
448 Seiten
Preis: 12,99 €
ISBN: 978-3-4922-6858-5

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Michael Shipman, 20 Jahre alt, erwacht in einem Krankenhaus und ihm fehlen in seiner Erinnerung zwei Wochen. Aber an eines kann er sich erinnern: er ist auf der Flucht. Er flieht vor gesichtslosen Menschen, die ihn beobachten, verfolgen.
Michael hat außerdem eine extreme Angst vor elektrischen und elektronischen Geräten. Seien es Fernseher, Handys oder Computer. Alle diese Dinge schrecken ihn ab, er kann ihnen nicht zu nahe kommen. Er sagt, die „Gesichtslosen“ benutzen diese Geräte um ihn zu überwachen, kontrollieren und zu „orten“ und wenn er diesen Gegenständen zu nahe kommt, verursachen sie ausserdem plötzliche, stark auftretende Kopfschmerzen.

Als er im Krankenhaus diese Dinge anspricht und dann auch noch handgreiflich wird, weil er unbedingt das Krankenhaus verlassen will geschieht das Unausweichliche. Die Ärzte erklären Michael Shipman für verrückt und er wird in die psychiatrische Klinik Powell eingewiesen. Dort wird er unter starke Medikamente gestellt, die ihn von der gestellten Diagnose heilen sollen: Schizophrenie.

Doch für Michael sind diese Männer und Frauen ohne Gesichter real, sie tauchen sogar in der Klinik auf. Wie soll er die Ärzte überzeugen, dass er Recht hat mit seiner Verschwörungstheorie?

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Als großer Fan der Serienkiller Trilogie um John Cleaver, den Dämonenjäger, konnte ich es nicht abwarten den neuen Dan Wells endlich in den Händen zu halten.
Dieser Roman schließt sich optisch mit seinem geprägten Cover und dem absolut ausgefallenen „Rough Cut“ zwar den drei Vorgängern an, hat von der Handlung allerdings überhaupt nichts damit zu tun.

Dan Wells hat einen Roman geschrieben, der nicht einmal in kleinen Anspielungen mit den Serienkiller-Romanen verknüft ist. Er hat wieder einmal einen Pageturner geschaffen und ich hatte das Buch in nicht einmal zwei Tagen durchgelesen. Das liegt zum einen am den flüssigen, rasanten Schreibstil den Dan Wells anwendet und zum anderen daran, dass die Buchseiten nicht viel Text beinhalten und ausserdem durch den „Rough Cut“ extrem dick sind.

Die Handlung hat mir gefallen, der Protagonist ist mir sympathisch. Sehr gut hat Wells den inneren Kampf mit der eigenen Krankheit, den Wahnvorstellungen, Halluzinationen und Ängsten Michaels beschrieben. Wie er sich damit auseinandersetzt, was wahr ist, was eingebildet; ob er nun krank ist oder nicht. All dies ist sehr gut geschrieben und absolut nachvollziehbar.

Parallel gibt es einen zweiten Nebenstrang, in dem ein Killer gesucht wird, der anscheinend mit der Verschwörungstheorie von Michael zu tun hat. Ist Michael nun selber der Mörder? Die Handlung hat mir gefallen und ich habe das Buch mal wieder „gefressen“.

Allerdings kommt Dan Wells mit diesem neuen Roman für mich nicht an den Dreiteiler um John Cleaver heran. Er hat etwas anderes versucht, wollte nicht an „altes“ anknüpfen und die Idee gefiel mir auch und war auch gut umgesetzt, dennoch.

Das Ende hat mich ein wenig enttäuscht. Ich mochte die „Fantasy“ Elemente in den Thriller Handlungen bei Dan Wells sehr, doch hier hat der Autor am Schluß eine Aufklärung geliefert, die ich als sehr seltsam empfand. Wenn hier überhaupt andere Elemente einfließen, dann Science Fiction, aber auch das kann ich nicht mit Überzeugung sagen. Was das war, ich weiss es eigentlich selber nicht so genau. Ich fand es zumindest eher flach als Abschluß.

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Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für den neuen Dan Wells. Wieder spannend und schnell zu lesen. Ein Pageturner mit guten Elementen und einem interessanten Charakter des Protagonisten, so irre er auch ist (oder doch nicht?) …. aber an „Ich bin kein Serienkiller“, „Mr. Monster“ und „Ich will dich nicht töten“ kommt er für mich definitiv leider nicht heran.

Ich danke Piper-Fantasy für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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© Buchwelten 2011