Das Phantom der Oper von Gaston Leroux

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Mysterienroman / Klassiker
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Im Pariser Opernhaus scheint ein Phantom auf die übelste Art und Weise sein Unwesen zu treiben. Es erpresst die neuen Leiter des Opernhauses auf heimtückische Art und sorgt für großen Aufruhr unter dem kompletten Stamm des Hauses. Auch Tote gibt es.

Die Sängerin Christine Daaé scheint dem Phantom sehr am Herzen zu liegen. Er setzt alles daran, die schöne Sängerin zu umwerben und sie zum großen Star zu machen. Er unterrichtet Daaé in ihrer Garderobe und sie feiert große Erfolge auf der Bühne des Hauses.

Doch dann trifft Christina Daaé den Freund ihrer Kindheit, den Vincomte de Chagny wieder und sie verliebt sich in ihn. Raoul, der Vincomte, ist oft verwirrt über die flatterhafte Art und Weise seiner Jugendfreundin und als sie ihm die Geschichte ihres „Engels der Musik“ (so nennt sie das Phantom) erzählt, versteht er ihr Handeln. Die beiden hecken einen Plan aus und wollen so dem Einfluss des seltsamen Wesens entkommen. Doch das Phantom will sich Christine Daaé nicht nehmen lassen ….

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Als ich in der Musicalaufführung des Phantom der Oper war, war ich total begeistert, kannte aber (logischerweise) die Handlung überhaupt nicht. Sicherlich versteht man eine ganze Menge, wenn man der Aufführung beiwohnt, jedoch wollte ich die gesamte Geschichte kennen. Darum habe ich mir das Buch aus unserer Bibliothek genommen und den Roman gelesen.

Für mich ist diese Art Roman, nämlich ein echter Klassiker, eher eine seltenere Lektüre. Bislang habe ich in dieser Art nur Bram Stokers „Dracula“ gelesen und der Schreibstil ist natürlich ein anderer als heute. Daran musste ich mich zunächst einmal gewöhnen.

Mir hat die Geschichte aber sehr gut gefallen. Der Autor lässt seine Handlung fast komplett unter dem Dach des Pariser Opernhauses spielen. Und zwar ca. 16 Stockwerke in die Höhe und 6 Stockwerke in die Tiefe. In dieser Art und Weise hat auch Victor Hugo seinen Roman in Notre Dame geschrieben. Hier fand auch die gesamte Handlung in der Kirche statt.

Ich habe vieles erfahren, was im Musical nicht vorkam, was mich doch um einiges schlauer gemacht und mir einige Szenen im Nachhinein besser verständlich gemacht hat. Im Deutschen heißt ein Lied „Engel der Muse“, im Original jedoch „Engel der Musik“, was absoluten Sinn ergibt, wenn man den Roman gelesen hat.

Die Figuren waren sehr gut beschrieben und die Charaktere stark ausgearbeitet. Es geht stellenweise sehr mystisch und dramatisch zu, was für die damalige Zeit schon eher selten war.

Mit hat der Roman großen Spaß gemacht und ich werde demnächst bestimmt noch weitere Klassiker lesen (u.a. Frankenstein oder endlich einen Roman von Wilkie Collins).

** Ich habe eine alte gebundene Ausgabe aus dem Jahre 1968, erschienen im Carl Hanser Verlag München, gelesen. 
Autorisierte Übersetzung aus dem Französischen von Johannes Piron.
Die Überschriften sind in schöner altdeutscher Schrift verfasst **

Die Zucht von Andreas Winkelmann

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Die Zucht
Erschienen als Broschur
bei Rowohlt
insgesamt 512 Seiten
Preis:  16,95  €
ISBN: 978-3805250382
Kategorie: Thriller

Der kleine Oleg wird vom abgelegenen Hof seiner Eltern entführt. Er spielte – wie jeden Tag – im Sandkasten des Gartens, der direkt an ein großes Maisfeld grenzt, und verschwand spurlos. Die Mutter war nur einige Minuten in der Küche, um Kartoffeln zu schälen.

Henry Conroy übernimmt den Fall und hat es nicht leicht, denn nichts scheint zusammenzupassen. Was hat ein entführter Junge, der friedlich mit seinen Eltern auf einem Hof lebt und bei denen es nichts zu holen gibt, mit einem ermordeten Hund an der Grundstücksgrenze zu tun?

Manuela Sperling, Conroys neue Kollegin, geht ihm mit ihrer vorlauten Klappe gehörig auf die Nerven. Immer dreist und geradeheraus, damit kommt er überhaupt nicht klar. Hat er sich doch die letzten Jahre so sorgfältig eine Mauer errichtet, über die er niemanden blicken lassen will.

Manuela Sperling hat allerdings auch einen verdammt guten Riecher, denn sie findet eine Spur, die zu illegal gezüchteten und billig verkauften Rassehunden führt. Sperling ist bissig, stur und hartnäckig und so kommt sie dahinter, dass der Fall um die illegalen Züchtungen und den entführten Oleg irgendwie zusammenhängen ….

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Die Zucht ist ein Buch, dass mir der Wunderlich (Rowohlt) Verlag ungefragt einfach mal so zugeschickt hat, mit freundlicher Leseempfehlung des Autors Andreas Winkelmann. Ich hatte dann gelesen, dass Winkelmann bereits eine Reihe von Thrillern um seinen Ermittler Henry Conroy geschrieben hatte. Da dachte ich mir dann natürlich, es sei nicht so sinnig, dann einfach mittendrin einen Teil zu lesen. Aber ich griff dann trotzdem zu und bin begeistert. Der Hauptprotagonist wird gut beschrieben und erklärt, im Laufe der Handlung habe ich Einiges aus der Vergangenheit mitbekommen und weiß nun auch, wo dessen Macken herrühren.

Ab und an wird durch die Figur der Manuela Sperling auf einen kürzlich abgeschlossenen „Wassermann-Fall“ hingewiesen, womit ich nun nichts anfangen konnte. Dass hatte jedoch auf das Verständnis dieser Handlung überhaupt keine Auswirkung.

Winkelmann schreibt spannend und gut, er wirft immer wieder neue Leinen aus, die er aber zuletzt gut und sinnvoll miteinander verknüpft. Ich hatte angenehme Lesestunden mit Conroy und Sperling und habe mitgefiebert und gerätselt. Das erwartet der Leser von einem guten Thriller. Winkelmann scheut nicht vor krassen und blutigen Szenen, etwas zart besaitete Leser sollten somit ein bisschen vorgewarnt werden.

Mein Fazit: Das Lächeln der Samojeden, nein, die Zucht 😉 hat mir sehr gut gefallen, ich war absolut positiv überrascht und danke dem Verlag für die Vorstellung eines – für mich – neuen Autors. Ich werde sicherlich weiteres von ihm lesen.

Ich danke dem Wunderlich/Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

© Buchwelten 2015

LEONA – Die Würfel sind gefallen von Jenny Rogneby

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LEONAErschienen als Broschur
im Atrium Verlag
insgesamt 448 Seiten
Preis: 16,99 €
ISBN: 978-3-85535-627-0
Kategorie: Krimi
Erscheint im August 2015

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Ein kleines Mädchen – blutüberströmt und nackt – betritt eine Bank in Stockholm. Sie stellt einen Kassettenrekorder auf den Boden und schaltet ihn ein. Eine Stimme fordert die Herausgabe von Bargeld. Die Angestellten der Bank und auch die Kunden sind so geschockt, dass sie sich nicht wagen, sich dem Kind zu nähern und sie erhält das Geld. Das Kind verschwindet spurlos, hinterlässt keine Spuren. Weder Fingerabdrücke, noch irgendeine Witterung, die Spürhunde aufnehmen könnten.

Leona Lindberg, eine etwas eigenwillige Ermittlerin, 34 Jahre alt und selber Mutter zweier Kinder wird mit der Ermittlung beauftragt. Der Fall entwickelt sich spektakulär, denn kurze Zeit später geschieht ein weiterer Bankraub, exakt auf die gleiche Art. Leona ermittelt in ihrer ganz persönlichen Art und Weise und im Laufe der Fahndung stellt sich heraus, dass sogar die Ermittlerin selbst etwas zu verbergen hat …

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Jenny Rogneby ist eine junge Nachwuchsautorin aus Schweden. Als Adoptivkind aus Äthiopien war sie zunächst in der Musikbranche unterwegs, wo sie unter anderem mit Größen wie Michael Jackson auf der Bühne stand. Nach einem Studium in der Kriminologie arbeitete sie als Ermittlerin bei der schwedischen Polizei. Und genau bei dieser Arbeit kam ihr die Idee zu Ihrer Protagonistin Leona Lindberg. Der vorliegende Roman ist der erste Teil eine geplanten Trilogie.

Der Klappentext machte mich sofort neugierig und Werke von jungen Autoren interessieren mich natürlich, außerdem wird dieses Buch in Schweden bereits als Bestseller  gelobt. Nun, diese Begeisterung kann ich leider nicht ganz nachvollziehen. Der Schreibstil der Autorin ist sprachlich eher sparsam. Die Sätze und auch die Dialoge sind immer in sehr kurzen und knappen Sätzen gehalten. Lediglich die Rückblenden, die immer wieder in die Handlung gestreut werden, sind in etwas ausführlicheren Sätzen geschrieben.

Rogneby schreibt einmal aus Sicht ihrer Protagonistin in der Ich-Form und springt zwischendurch in einen zweiten Handlungsstrang, der dann in der Erzählerrolle geschrieben ist. Ich möchte ungern spoilern, von daher kann ich von der eigentlichen Handlung nicht zuviel preisgeben. Darum möchte ich von meiner Seite hier nur mitteilen, dass ich bis zum Schluß nicht mit Leona „warmgeworden“ bin. Ich mochte ihre Art und Weise nicht, konnte vieles menschlich nicht nachvollziehen und mir war sie einfach unsympathisch, u.a. viel zu kühl und egoistisch. Die Entwicklung der Handlung empfand ich relativ früh als absehbar und am Schluß dachte ich mir: …. Nein, ich kanns nicht schreiben 🙂

Der Verlag präsentiert den Roman in einer optisch schönen Broschur. Jedoch weist der Buchrücken trotz sehr vorsichtigem Lesen recht deutliche Knitterfalten auf, schade.

 

Mein Fazit: Ein Krimi, der von der Grundidee sicher sehr gut ist. Allerdings fand ich die Umsetzung zu einfach und mit Figuren bestückt, die mir nicht annähernd nahe gekommen sind. Einzig die Stellen, die sich mit dem Mädchen befassten, hatten eine gewisse emotionale Stärke.

*** Sollte jemand Interesse an dem Buch haben, kann er/sie gerne über meinen Blog Kontakt mit mir aufnehmen. Ich gebe es gerne weiter ***.

© Buchwelten 2015

Grappa und die stille Glut von Gabriella Wollenhaupt

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Grappa und die stille Glut
Erschienen als Taschenbuch
im Grafit Verlag
insgesamt 224 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-89425-455-1
Kategorie: Krimi

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Sommerloch in Bierstadt. Das Tageblatt muss irgendwie die Seiten füllen, also wird u.a. eine Serie über Stalking-Opfer ins Leben gerufen und Grappa ist die richtige Journalistin hierfür. Es meldet sich ein Pfarrer, der sich hoffnungsvoll an Grappa wendet. Er wird von einer 72-jährigen Dame gestalkt. Was mit Blumen und selbstgebackenen Plätzchen begann, ufert nun in erotischen Schleiertänzen in seinem Vorgarten aus. Grappa rät dem armen Mann, sich an die Polizei zu wenden, doch da fühlt er sich nicht ernst genommen. Grappa beginnt (eher halbherzig) zu recherchieren und auf einen Anruf am späten Abend des Pfarrers reagiert sie nicht, auch wenn sie ihm ihre Karte gegeben hat. Sie hört am nächsten Morgen die Mailbox ab und versucht zurückzurufen. Doch da ist es bereits zu spät: Der Mann wurde grausamst ermordet in seinem Haus aufgefunden. Grappa, die leider auf die ermittlerischen internen Hinweise ihres Irgendwie-Lebensgefährten Friedemann Kleist verzichten muss, lässt nicht locker.

Nun verbeisst sich Grappa in die Nachforschungen und findet heraus, dass eine Spur des Pfarrers zurückführt auf eine Jugendgruppenreise, die vor zwanzig Jahren in ein Ferienlager geführt hat. Dort verschwand ein junges Mädchen, das in der Gruppe als Küchenhilfe arbeitete, spurlos. Der ermordete Pfarrer war damals als Betreuer dabei. Hat diese Spur etwas mit seiner Ermordung zu tun? Doch wie passt die alte Dame, die das Opfer gestalkt hat, in diese Vergangenheit? Wie Grappa herausfindet ist diese Stalkerin nämlich keinesfalls eine irre, ausgeflippte Alte, sondern eine Frau, deren Tochter vor 50 Jahren als kleines Mädchen verschwand. Grappa deckt immer mehr interessante Hintergründe auf und begibt sich nun vollends verbissen auf die Suche nach der Wahrheit ….

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Dies ist bereits der 25. Grappa-Roman, den die 1952 geborene Autorin Gabriella Wollenhaupt aus der Feder zaubert. Zaubert darum, weil sich diese Krimis so lesen, als flössen die Ideen nur so aus ihr heraus. Ich selbst lese mit diesem Roman erst den dritten Roman dieser Reihe und irgendwie gefiel er mir bislang am besten. Komischerweise fehlt eine wichtige, mir auch sehr sympathische Figur, da Dr. Friedemann Kleist sich eben derzeit im Ausland anderen beruflichen Herausforderungen widmet. Dennoch, die Handlung finde ich diesmal nicht nur locker, flockig, rasant und humorvoll. Der Plot ist sehr verwoben und verzwickt, liefert viele neue Wendungen und somit dem Leser eine richtig gute kriminalistische Handlung. Nicht, dass die Vorgänger das nicht täten. Nur, dass ich diese Story wirklich gut gelungen finde. Grappa lernt Menschen kennen, lebend oder tot, blickt hinter die Fassade, schaut „in“ die Charaktere und forscht tief. Hierbei kommen wirklich interessante, traurige und natürlich auch schlimme Dinge zu Tage.

Wollenhaupt hat mit ihrer Journalistin eine wirklich gute Figur geschaffen. Eine Frau wie du und ich, mit Schwächen und Stärken. Sie ist locker, schlagfertig, direkt, humorvoll aber auch nachdenklich und ganz und gar nicht oberflächlich. Die Dialoge zwischen ihr und z.B. dem Fotografen Wayne und auch der Bäckerin (die ja irgendwie auch eine Freundin ist) Frau Schmitz, machen einfach nur Spaß. Nicht zu vergessen die kleine Nebenhandlung um Mäggi Wurbel-Simonis nach dem Kenia-Urlaub (sehr gut!).

Nachdem ich mich zuvor über vier Wochen durch einen Roman gekaut habe, hatte ich absolutes Lesevergnügen mit dem neuen Grappa. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und war viel zu schnell durch.

Mein Fazit: Knappe 200 Seiten kriminelles Lesevergnügen, dass nicht nur humorvoll, flott und rasant ist, sondern ebenso anspruchsvoll, hintergründig und gut ausgeklügelt. Für mich bisher der beste „Grappa“. Darum gebe ich diesmal auch gerne eine volle 5 – Sterne Punktzahl!

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Ich danke dem Grafit-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Wer Lust hat meine weiteren Rezensionen zu den Romanen von Gabriella Wollenhaupt zu lesen, der kann ja HIER mal schauen!

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© Buchwelten 2015

Die Behandlung von Mo Hayder

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Erschienen als Taschenbuch
bei Goldmann
insgesamt 512 Seiten
Preis: 9,95 €
ISBN: 978-3-442-45626-0
Kategorie: Krimi, Thriller

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Zuerst wird die Familie Peach tagelang im eigenen Haus von einem Unbekannten festgehalten. Zuletzt wird dann Rory, ihr kleiner Sohn entführt, während die Eltern ins Krankenhaus eingeliefert werden. Mit undurchsichtigen Fakten macht sich Caffery an den Fall heran und stößt immer wieder auf den Namen „Troll“, der Kinder entführen soll. Die Spur führt zu einem Pädophilenring und Caffery fühlt sich sofort an ein dunkles Kapitel aus seiner eigenen Vergangenheit erinnert …

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Mo Hayders zweiter Fall um den Ermittler Jack Caffery setzt dem Startband „Der Vogelmann“ noch eines drauf. Dieses Mal ist es aber nicht die Brutalität der Morde, die dem Leser einen Magenschwinger versetzt, sondern die psychologische Seite der Verbrechen. Wenn es um Kindesmisshandlung geht, ist wohl jeder normal denkende Mensch sofort höchst sensibilisiert. Was Hayder in diesem Buch aufrollt, geht nahe an die Grenze des Ertragbaren, ist aber erstaunlicherweise trotz aller Brutalität und Grausamkeiten sehr sensibel „in Szene gesetzt“. Das ist schon fast ein kleines Wunder, wie man so einfühlsam derart grausigen Dinge beschreiben kann. Mo Hayder ist es auf jeden Fall gelungen.

Was mir bei diesem zweiten Teil der Serie auffiel, war, wie die Privatgeschichte Cafferys kontinuierlich weitererzählt wurde. Das hat mir sehr gut gefallen und, auch wenn es immer wieder heißt, man könne die Bücher durcheinander lesen; ich würde sie chronologisch angehen, denn das Leben des Ermittlers geht im Hintergrund der einzelnen Fälle weiter und setzt sich zum vorhergehenden Band fort. Das ergibt eine wirklich gute Stimmung, wenn man den Ermittlungen folgt und abends zusammen mit dem Protagonisten dessen private Probleme „wälzt“.
Die Verbindung des Falles mit einem Erlebnis aus Cafferys Vergangenheit ist schlichtweg brillant und hat mich sehr beeindruckt. Und, wie schon bei Band 1, schafft es Hayder immer wieder, der Entwicklung der Handlung eine unvorhergesehene Wendung zu verschaffen.

Insgesamt hat mir der zweite Band der Caffery-Reihe von Mo Hayder eigentlich besser gefallen wie der erste, obwohl ich mich da sehr schwer festlegen kann. Eines steht auf jeden Fall fest: Mo Hayder hat mich mit ihrem Schreibstil und ihren Ideen zweifellos für sich gewonnen. Ich werde mir die weiteren Bände auf jeden Fall noch besorgen, denn das „Kultpotential“ dieser Krimi-Thriller-Serie ist wirklich sehr hoch.

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Fazit: Noch düsterer und weitaus beklemmender als der erste Band der Reihe, wird der Leser bei „Die Behandlung“ in einen finsteren Abgrund geworfen, der schockiert und betroffen macht. Mo Hayder hat es wirklich drauf.

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© 2015 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Schattenboxer von Horst Eckert

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U1_978-3-8052-5079-5.inddErschienen als gebundene Ausgabe
mit Lesebändchen
im Wunderlich Verlag (Rowohlt)
insgesamt 400 Seiten
Preis: 19,95 €
ISBN: 978-3-8052-5079-5
Kategorie: Thriller

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In seinem zweiten Fall muss Vincent Che Veih den Mord an zwei jungen Mädchen aufklären. Das erste Mädchen wurde gerade beerdigt, als nur einige Tage später genau auf diesem Grab eine zweite Leiche abgelegt wird.

Für den Mord an dem ersten Mädchen sitzt der vermeintliche Täter bereits hinter Gittern, doch Veih stößt während seiner Ermittlungen tatsächlich auf Unstimmigkeiten und die Spur führt zu einem Kollegen. Veih geht dem nach und als der Fall durch den Staatsanwalt neu aufgerollt wird, drängt plötzlich die Zeit.

Veih hält sich in seinen Ermittlungen nicht im geringsten zurück, weil ein Kollege verdächtigt wird. Auch als seine eigene Mutter (mal wieder) ins Zentrum der Nachforschungen rutscht, macht Veih unbeirrt mit seiner Arbeit weiter. Er deckt Verbindungen und Machenschaften auf, die schon viele Jahre zurückliegen, an ihrer Brisanz allerdings nichts verloren haben.

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Der zweite Fall um den Kommissar Vincent Che Veih knüpft direkt an den ersten Roman an und wir treffen erneut auf bekannte Figuren und Personen. U.a. auf Anna Winkler, die Eckert Fans seit vielen Jahren kennen, sie ist natürlich wieder mit dabei. Vincent hat sich mittlerweile von seiner Freundin Nina getrennt, die aber dummerweise bei seiner Mutter wohnt, mit der er immer noch kein anständiges Verhältnis aufbauen kann. Als ehemalige RAF Terroristin hat sie ihn als Kind bei ihrem Nazi-Vater aufwachsen lassen. Vincents neue Freundin Saskia bedrängt ihn, mit ihr zusammenziehen, damit der kleine Oskar eine väterliche Bezugsperson erhält. Vincent geht das alles etwas zu schnell, doch direkt sagen mag er das auch nicht. Andererseits knistert es aber auch noch immer, wenn er Nina über den Weg läuft. Man sieht, auch privat ist wieder einiges los bei Vincent Che Veih und dieser zweite Handlungsfaden, der immer parallel zur eigentlichen Krimi(Thriller)handlung läuft, gefällt mir schon sehr gut.

Was den Fall angeht, hat Eckert wieder sehr interessante Hintergründe aufgetan. Er hat viel Politsches in seinem Roman verbaut, auch Themen wie Spionage und Erpressung. Die Handlung ist sehr kurzweilig und fesselnd. In der Sprache oder Darstellung gewisser (sexueller) Szenen ist Eckert – meiner Meinung nach – etwas heftiger und direkter als bisher, was mich aber nicht schockt, weil es einfach gut zur Handlung passt. Eckerts Krimis/Thriller lesen sich immer wieder sehr kurzweilig. Der Schreibstil ist locker und einfach zu lesen, jedoch nie flach.

Eckert springt in der Zeit der Erzählung immer einige Jahrzehnte vor und zurück. Einmal befinden wir uns in den 90er Jahren, in Zeiten der Ermordung eines Managers, der nach der Wende die Ostdeutschen Konzerne vermarktet hat. Dann wieder geht es in die Gegenwart und Eckert verbindet diese Morde, zwischen denen diese lange Zeitspanne liegt, sehr geschickt.

Der „neue“ Verlag präsentiert den Roman wieder als gebundene Ausgabe mit Leseband und einem Cover, dass sich optisch im Bücherregal hervorragend seinem Vorgänger „Schwarzlicht“ anpasst.

Mein Fazit: Der neue Eckert fesselt mit seiner Handlung wieder einmal vom Anfang bis zum Ende. Eckert schreibt Polizei-/Politthriller, die sogar Leser in Ihren Bann ziehen, die keine Politik mögen. So geht es mir immer wieder aufs Neue! Ich gebe hier sehr gerne eine unbedingte Leseempfehlung.

Ich danke dem Rowohlt/Wunderlich Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Geschichte eines Verschwindens von Hisham Matar

Geschichte

Erschienen als gebundene Ausgabe
im Luchterhand Verlag
insgesamt 192 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN: 978-3-630-87245-2
Kategorie: Drama, Zeitgenössische Literatur

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Der zwölfjährige Nuri el-Alfi lebt nach dem Tod seiner Mutter zusammen mit seinem Vater weiterhin in Kairo. Immer wieder machen sie gemeinsam Urlaub in einem Hotel in Alexandria, wo sie eines Tages die junge Mona kennen und lieben lernen. Beide verlieben sich auf unterschiedliche Weise in die gleiche Frau. Das Schicksal führt den Vater mit Mona zusammen und alles scheint in geordneten Bahnen zu verlaufen. Bis eines Tages Nuris Vater, der gegen die Regierung arbeitet, entführt wird und unauffindbar ist.

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Der vorliegende Roman war letztendlich etwas völlig anderes, als ich erwartet hatte. Ich dachte, dass bedeutend mehr Augenmerk auf die politische Situation gerichtet wird, wurde aber schon nach den ersten Seiten angenehem überrascht. Es ist eher eine Geschichte im Stil von Philip Roth oder John Irving, die einem da in einem wunderbaren (ohne weiteres mit den beiden genannten Autoren vergleichbaren) Schreibstil präsentiert wird.
Man leidet mit dem jungen Protagonsiten, hofft und träumt mit ihm und fühlt sich an seine eigene Kindheit, in der alles noch verklärt schön, aber dennoch voller Komplikationen war, erinnert. Matar schildert die Welt aus der Sicht eines heranwachsenden Jungen, der sich in der Entwicklungsphase zwischen Knabe und Mann befindet und nicht so recht weiß, wo er hingehört.

Wie oben schon erwähnt, ist Matars Schreibstil zwischen Irving und Roth anzusiedeln, und auch seine Erzählweise kommt der von beiden sehr nahe. Eine Mischung aus melancholischen Kindheitserinnerungen und elegischen Rückblenden in ein Leben, das man auch selbst einmal geführt hat, berührt den Leser und schafft es, ihn vollkommen in seinen Bann zu ziehen.

Der für mich bis zu diesem Werk unbekannte Hisham Matar hat mich vollkommen überzeugt und sein Erstling „Im Land der Männer“ ist bereits bestellt und an mich unterwegs.
Matar ist als Kind selbst Opfer politischer Verfolgungen gewesen, dennoch stellt er diese Tatsache nie in den Vordergrund,  sondern lässt uns in erster Linie am Gefühlsleben seiner Protagonisten teilnehmen. Genau das ist es auch, was mich an diesem Buch so beeindruckt hat. Die Politik, auch wenn sie eine wichtige Rolle in der Handlung spielt, ist „Beiwerk“. in Matars Buch geht es vordergründig um die Menschen und ihre Ängste und Hoffnungen.

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Fazit: Einfühlsam und melancholisch erzählt der lybische Autor Matar die herzergreifende Geschichte eines Jungen, dessen erste Liebe, den Verlust des Vaters und den schwierigen Übergang vom Kind zum Mann. Volle Punktzahl.

© 2015 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Rattenfänger von Paul Finch

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faul finchErschienen als Taschenbuch
(mit orangem Schnitt)
im PIPER Verlag
480 Seiten
9,99 €
ISBN: 978-3-492-30579-2
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Mark „Heck“ Heckenburg steht vor einer Herausforderung als eine Mordserie beginnt, die an Grausamkeit kaum zu übertreffen ist:

Am Weihnachtsfeiertag wird ein toter Mann aufgefunden, ein junges Paar ermordet – oder eher hingerichtet – am Valentinstag, der nächste Mord geschieht an Ostern. Gibt es hier einen Zusammenhang? Da die Morde an Feiertagen verübt wurden, liegt die Vermutung eines religiösen Fanatikers nahe. Keine einfache Aufgabe für das Dezernat für Serienverbrechen. Plötzlich scheint eine DNA Spur der entscheidende Hinweis zu sein. Doch Heck glaubt nicht an solch eine einfache Lösung. Dafür sind die Morde viel zu ausgeklügelt und perfekt arrangiert. Heck findet die Spur viel interessanter, die er in einem nie veröffentlichten Manuskript findet. Denn hier sind die verübten Morde relativ detailgetreu niedergeschrieben …

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Rattenfänger“ ist nach „Mädchenjäger“ der zweite Fall um Detektive Mark Heckenburg. Gleich vorweg, den ersten Teil kenne ich nicht, dennoch habe ich mir diesen Thriller ausgesucht, weil er mich sehr angesprochen und neugierig gemacht hat. Und ich wurde nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil. Paul Finch hat hier einen sehr guten, spannenden, fundierten Thriller geliefert, der mich vom Anfang bis zum Ende gefesselt hat. Der Spannungsbogen ist sehr gut gespannt, der Schreibstil absolut gut und angenehm. Die Figuren sind mir sehr sympathisch, allen voran der Ermittler Mark „Heck“ Heckenburg, in dem nach eigener Aussage des Autors eine Menge Charaktereigenschaften seines Vaters zu finden sind. Dies hat der sehr sympathische Autor in seinem ausführlichen Nachwort beschrieben. Sein Vater war selbst Autor und Drehbuchautor. Paul Finch selbst hat allerdings viele Jahre als Polizist und Journalist gearbeitet, weshalb er die Einblicke in beide Arbeitsbereiche wahrscheinlich so glaubhaft und real rüberbringen kann.

Finch schreibt nicht seicht, die Morde sind blutig, heftig und sehr detailliert beschrieben. Allerdings nicht reißerisch oder übertrieben. Er beschreibt nicht nur die grausamen Anblicke von Tatorten und deren Fotos, sondern auch die unmittelbaren Reaktionen darauf durch die beteiligten Kollegen sehr gut und glaubhaft. Immer wieder nimmt die Handlung neue Wendungen an, die den Handlungsbogen straff halten.

Was ich auch positiv hervorheben möchte, sind die diversen Verfolgungsjagden, die der Autor so real und rasant geschrieben hat, dass ich meinte, ich schaue einen Film und lese kein Buch. Ich habe mich dabei erwischt, dass ich mein Lesetempo an das der jeweiligen Verfolgungsszene angepasst habe. Als würde die Figur schneller rennen können, wenn ich schneller lese. Ich denke, man versteht was ich meine. So etwas geschieht mir nicht oft.

Der Roman, der im Original „Sacrifice“ (Opfer) heißt, ist für mich nicht so passend ins Deutsche übersetzt, aber nun gut, dass erlebt man leider öfter. Anstatt man einfach den englischen Titel beibehält, wird ein deutscher gesucht, der nichts mehr mit der Handlung zu tun hat. Aber immer noch besser, als ein deutscher Titel, der auch englisch ist und trotzdem „übersetzt“ wurde 🙂 Gibt es ja alles. Sehr schön und ausgefallen ist der Schnitt, den der Verlag in knalligem Orange hat das Buch zieren lassen. Auch wenn es ab und zu ein bisschen bröselt, es ist ein toller Hingucker.

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Mein Fazit: Ein erstklassiger Thriller, der rasant, ausgeklügelt, dramatisch und oft auch sehr brutal ist. Absolut fesselnd und ausgestattet mit sehr guten, angenehmen Charakteren macht er Lust auf mehr. Mir zunächst einmal auf den ersten Roman „Mädchenjäger“.

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© Buchwelten 2014

STILL von Zoran Drvenkar

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Erschienen als Klappenbroschur
im  Verlag Eder & Bach
insgesamt 416 Seiten
Preis: 16,95 €
ISBN 978-3-945386-00-2
Kategorie: Thriller

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Mika Stellar, ein Mann und Vater der seine seit zwei Jahren verschwundene Tochter sucht, scheut keinen Schritt mehr, um sich endlich Klarheit zu verschaffen. Er nimmt eine neue Identität an und begibt sich durch sein Vorhaben selbst auch in Gefahr. Doch das kann ihn nicht schrecken oder abhalten. Den größten Schrecken eines Vaters musste er bereits erleben: Seine Tochter ist fort, verschwunden aus dem Elternhaus. Einfach so, ohne jede Spur.

Eine Gruppe von vier Männern, Jäger, besondere Jäger, denn ihre Beute sind keine Tiere. Sie sind sehr gut organisiert, geduldig und absolut diszipliniert. Sie jagen nur im Winter. Der Schnee und seine stille Weiße bietet ihnen den Schutz, den sie für ihre Jagd benötigen.

Ein Mädchen, mittlerweile 19 Jahre alt, sitzt in einer Einrichtung tagtäglich am Fenster, schweigend. Stumm stiert sie in die Welt hinaus. Ihre Hand liegt mit der geöffneten Handfläche nach oben auf ihrem rechten Knie. Immer. Sie wartet darauf, dass ihr endlich jemand den Schlüssel in die Hand legt, der ihre weggeschlossenen Erinnerungen befreit. Wieso versteht nur niemand diese Geste … ?

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Ich selbst habe bislang nur einen Roman von Zoran Drvenkar gelesen. „Der letzte Engel“, sein Jugendbuch, der, wie mir eine befreundete Bloggerin erzählte, eher nicht der typische Zoran Drvenkar ist. Mir hat auch dieser Roman sehr gut gefallen und darum war ich auf dieses neue Werk natürlich gleich neugierig.

Ich habe mit STILL begonnen, las die ersten Zeilen und Seiten und ich wusste, was meine Bloggerfreundin meinte. Dieser Zoran Drvenkar ist anders. Der Schreib- und Erzählstil traf mich mit solcher Wucht, dass er mir Gänsehaut bereitet hat. Und nicht nur mir. Ich habe meinem Mann, selbst Schriftsteller, eine Stelle lesen lassen und auch er sagte nur: „Oh, Mann, ich habe eine Gänsehaut, das ist der Hammer.“

Zoran Drvenkar erzählt in mehreren Handlungssträngen und zu Anfang wusste ich noch nicht genau, wie sie miteinander zu tun haben sollen, das war  mir aber auch relativ egal. Ich habe die Handlung auf mich zukommen lassen in dem Wissen, dass sich alles fügen wird und mir mit jeder Seite die Zusammenhänge klarer werden. So war es auch.

Und ich kann nur sagen: Dieser Roman ist keine leichte Kost. Das Thema schockt, erschüttert, macht wütend und stellenweise denkst du als Leser: Wie kann der Autor sich mit so abgrundtief Widerlichem nur befassen? Tja, ein solches Thema aufzugreifen und die Gratwanderung zwischen fesselnder Unterhaltung und abstoßendem Inhalt zu schaffen, das ist Kunst des Schreibens.

Ich bin sicher, Zoran Drvenkar hat es nicht leicht gehabt. Nicht mit der Recherche, nicht mit seinen Gedanken, die er als Handlung zu Papier bringen musste/wollte ohne selbst durchzudrehen.

Ich werde nicht verraten, um welches Thema es sich genau handelt, jedoch hat es mich gleich doppelt „mitgenommen“: Erstens als Mutter von vier Kindern zwischen 20 Jahren und 6 Monaten und leider werde ich auch beruflich ab und an damit konfrontiert und ich kann nur sagen: das ist mehr als schlimm.

Dieser Roman hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, mich nicht losgelassen und die Wendungen, die Zoran Drvenkar im Laufe der Geschichte verbaut hat, die waren absolut nicht absehbar. Der Schreibstil ist, wie bereits erwähnt, sehr hochwertig und ich könnte gleich mehrere Zitate liefern, die dies belegen. Aber einfacher ist noch: Lest selbst!

Der brandneue Verlag Eder & Bach liefert auch optisch ein sehr gutes Buch: Die Klappenbroschur ist edel und hochwertig. Das Cover ist den anderen Roman von Zoran Drvenkar optisch so angeglichen, dass der Verlagswechsel im Regal nicht auffällt. Das Schriftbild, das Papier, die Kapiteleinteilung, alles wirkt sehr ansprechend.

Der Roman wurde übrigens auf ausdrücklichen Wunsch des Autors in der alten deutschen Rechtschreibung gedruckt. Es ist einfach toll,z.B. das Wort Photographie wieder mit ‚ph‘ auf dem Papier zu sehen!

Der Verlag Eder & Bach, erst dieses Jahr gegründet von Klaus Fuereder, u.a. ehemaliger Geschäftsführer bei Ullstein und dem Literaturagenten Felix Grisebach hat mit Zoran Drvenkar natürlich ein absolutes Zugpferd im Programm.  Ich denke, der Verlag wird sich recht schnell etablieren, die Printausgaben liegen zumindest im Buchhandel aus und sind nicht nur online oder über den Verlag erhältlich. Das ist natürlich für einen Verlagsstart ein absoluter Pluspunkt.

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Mein Fazit: Volle Punktzahl, 5 von 5 Sternen für den neuen Roman von Zoran Drvenkar, der mit einer schrecklichen Handlung den Leser überrumpelt und fesselt, ihn aber mit seinem absolut hochwertigen und tiefgründigen Schreibstil in einen Bann zieht, der dich das Buch nicht aus der Hand legen lässt.

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Ich danke dem Verlag Eder & Bach für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2014

Department 19 – Die Wiederkehr von Will Hill

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Erschienen als gebundene Ausgabe
im Lübbe Verlag
insgesamt 668 Seiten
Preis: 16,99 €
ISBN: 978-3-431-03878-1
Kategorie: Jugendbuch  (14-17 Jahre empfohlen)

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Nachdem Jamie Carpenter auf der Insel Lindisfarne sehr erfolgreich einen der ältesten Vampire der Welt ausgelöscht hat, sollte er sich als gefeierter Held eigentlich wohl fühlen. Doch er trauert um den Verlust seines Freundes Frankenstein, den er bei diesem Einsatz verloren hat. Kate Randall, eine junge Frau die auf der Insel extremen Mut und Kampfeinsatz gegen die Vampire bewiesen hat, stößt zu Schwarzlicht und gehört nunmehr zu Jamies Team.

Er genießt großes Vertrauen und eine beinahe väterliche Freundschaft zum Leiter von Schwarzlicht Commander Seward und wird somit in einige geheime Informationen eingeweiht, die die Wiederauferstehung von Dracula betreffen. Einer der ältesten Vampire (der Bruder des ausgelöschten Alexandru Rusmanov) hat die sterblichen Überreste des ältesten Vampirs der Welt an sich gebracht und dem Department 19 bleiben exakt 91 Tage. Dies ist die geringe Zeitspanne die Dracula benötigt, um zu seiner alten Kraft und Stärke zurückzufinden und somit zur größten Bedrohung der Menschheit zu werden.

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Im ersten Roman um das Department 19 – Die Mission haben wir Jamie Carpenter bereits kennengelernt, seine Ausbildung begleitet und einige heftige Einsätze miterlebt. Jamie ist nun 17 Jahre alt, wirkt aber sehr viel reifer und erfahrener. Er wird auch von seinen älteren Kollegen und Vorgesetzten sehr geschätzt und nicht annähernd wie ein Teenager behandelt. Mir gefällt diese Entwicklung des Charakters sehr und ich war vom Anfang bis zum Ende dieser Fortsetzung sehr gefesselt.

Der Schreibstil ist wieder gut, der Spannungsbogen extrem gespannt. In diesem Roman spielt nicht nur die Wiederkehr Draculas (auf die ja bereits im Titel hingewiesen wird) eine Rolle, sondern es gibt noch zwei bis drei weitere wichtige Elemente der Handlung, die ich nicht vorhergesehen hatte und die mich nicht nur überrascht, sondern mir auch richtig gut gefallen haben. Ich werde hier nicht annähernd Andeutungen machen, denn sonst verrate ich sofort spannende Dinge.

Auch hier nochmal der Hinweis, dass der Autor keine weichgespülte Vampir Lovestory bietet, sondern heftige Agenten Action, in der nicht nur jede Menge Blut fließt, sondern Körper explodieren, platzen, verbrennen o.a.. Leser die kein Blut „lesen“ können, sollten gewarnt sein. Will Hill greift die alte Bram Stoker Story auf und puscht sie mit Hightech Elementen. Mich spricht diese Mischung unbedingt an. Der Verlag gibt die Leseempfehlung zwischen 14 und 17 Jahren, die meiner Meinung nach angebracht ist.

Auch optisch ist das Buch wieder sehr gelungen. Das Hardcover ist direkt bedruckt, wird also nicht von einem Schutzumschlag umschlossen. Der Einband ist optisch dem ersten Roman angeglichen und auch im inneren des Buches gibt es wieder die „alten“ Seiten, in denen Will Hill weit zurück in die Vergangenheit springt. Hier wird zum Beispiel erzählt, wie aus dem Fürsten Vlad Tepes der Vampir Dracula wurde.

Der Roman ist um beinahe 200 Seiten stärker als der erste Teil und der Preis von 16,99 € somit für mich mehr als akzeptabel.

Der dritte Band „Das Gefecht“ wird voraussichtlich am 18.07.2014 erscheinen!

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Mein Fazit: Wieder 5 von 5 Sternen für diese sehr gute Fortsetzung von „Die Mission“, die für mich noch besser ist, als der erste Teil. Eine spannende Handlung, die mehrere überraschende und tolle Wendungen aufweist, geschrieben in einem guten Schreibstil und bestückt mit Charakteren, die gut ausgearbeitet sind. Seien es die guten oder die bösen. 

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Rezension zum ersten Teil –> Department 19 – Die Mission

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