Die Zucht von Andreas Winkelmann

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Die Zucht
Erschienen als Broschur
bei Rowohlt
insgesamt 512 Seiten
Preis:  16,95  €
ISBN: 978-3805250382
Kategorie: Thriller

Der kleine Oleg wird vom abgelegenen Hof seiner Eltern entführt. Er spielte – wie jeden Tag – im Sandkasten des Gartens, der direkt an ein großes Maisfeld grenzt, und verschwand spurlos. Die Mutter war nur einige Minuten in der Küche, um Kartoffeln zu schälen.

Henry Conroy übernimmt den Fall und hat es nicht leicht, denn nichts scheint zusammenzupassen. Was hat ein entführter Junge, der friedlich mit seinen Eltern auf einem Hof lebt und bei denen es nichts zu holen gibt, mit einem ermordeten Hund an der Grundstücksgrenze zu tun?

Manuela Sperling, Conroys neue Kollegin, geht ihm mit ihrer vorlauten Klappe gehörig auf die Nerven. Immer dreist und geradeheraus, damit kommt er überhaupt nicht klar. Hat er sich doch die letzten Jahre so sorgfältig eine Mauer errichtet, über die er niemanden blicken lassen will.

Manuela Sperling hat allerdings auch einen verdammt guten Riecher, denn sie findet eine Spur, die zu illegal gezüchteten und billig verkauften Rassehunden führt. Sperling ist bissig, stur und hartnäckig und so kommt sie dahinter, dass der Fall um die illegalen Züchtungen und den entführten Oleg irgendwie zusammenhängen ….

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Die Zucht ist ein Buch, dass mir der Wunderlich (Rowohlt) Verlag ungefragt einfach mal so zugeschickt hat, mit freundlicher Leseempfehlung des Autors Andreas Winkelmann. Ich hatte dann gelesen, dass Winkelmann bereits eine Reihe von Thrillern um seinen Ermittler Henry Conroy geschrieben hatte. Da dachte ich mir dann natürlich, es sei nicht so sinnig, dann einfach mittendrin einen Teil zu lesen. Aber ich griff dann trotzdem zu und bin begeistert. Der Hauptprotagonist wird gut beschrieben und erklärt, im Laufe der Handlung habe ich Einiges aus der Vergangenheit mitbekommen und weiß nun auch, wo dessen Macken herrühren.

Ab und an wird durch die Figur der Manuela Sperling auf einen kürzlich abgeschlossenen „Wassermann-Fall“ hingewiesen, womit ich nun nichts anfangen konnte. Dass hatte jedoch auf das Verständnis dieser Handlung überhaupt keine Auswirkung.

Winkelmann schreibt spannend und gut, er wirft immer wieder neue Leinen aus, die er aber zuletzt gut und sinnvoll miteinander verknüpft. Ich hatte angenehme Lesestunden mit Conroy und Sperling und habe mitgefiebert und gerätselt. Das erwartet der Leser von einem guten Thriller. Winkelmann scheut nicht vor krassen und blutigen Szenen, etwas zart besaitete Leser sollten somit ein bisschen vorgewarnt werden.

Mein Fazit: Das Lächeln der Samojeden, nein, die Zucht 😉 hat mir sehr gut gefallen, ich war absolut positiv überrascht und danke dem Verlag für die Vorstellung eines – für mich – neuen Autors. Ich werde sicherlich weiteres von ihm lesen.

Ich danke dem Wunderlich/Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

© Buchwelten 2015

Golanhöhen von Marc-Oliver Bischoff

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Golanhöhen
Erschienen als Taschenbuch
im grafit-Verlag
insgesamt 412 Seiten
Preis: 11,99 €
ISBN: 978-3-89425-450-6
Kategorie: Krimi

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Gideon Richter, Ermittler der Frankfurter Kripo ist gerade zum ersten Mal Vater geworden. Gemeinsam mit Polizeipsychologin Nora Winter haben Sie einen kleinen Sohn, der beider Nerven sehr strapaziert. Während sich Nora Winter derzeit in Elternzeit befindet, muss Gideon sich trotz dem ganzen Stress auch nach wie vor auf seine Arbeit konzentrieren. Das fällt ihm in diesem Fall erst Recht nicht leicht, da die Leiche eines frisch entbundenen Säuglings in einer Müllverwertungsanlage auf einem Fließband gefunden wird.

Unmittelbar danach wird er zu einem weiteren Todesfall gerufen. Auf den ersten Blick hat sich die Tote selbst getötet. Ist vom Dach eines Hochhauses in den Golanhöhen gesprungen. Doch Jennifer Baur hatte bereits 10 Jahre wegen Kindstötung im Gefängnis verbracht und so liegt für Gideon der Verdacht nahe, dass diese beiden Morde miteinander in Verbindung stehen. Die Golanhöhen sind ein sozialer Brennpunkt in Frankfurt, hier leben die Menschen der untersten sozialen Kategorie und während seiner Ermittlungen findet Gideon Richter Hinweise darauf, dass Jennifer Baur keinen Suizid begonnen hat, sondern Opfer eines Mordes ist.

Gideon wird die Ermittlung an dem toten Säugling aus der Hand genommen, Befangenheit ist der Grund. Und zu viele emotionale Hindernisse. Das ist sicherlich absolut korrekt, Gideon passt das allerdings überhaupt nicht. Er ermittelt in seine Richtung weiter ….

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Marc-Oliver Bischoffs „Tödliche Fortsetzung“ war für mich ein gutes Debüt, „Die Voliere“ gefiel mir besser und die „Golanhöhen“ halten dieses Niveau unbedingt. Der Schreibstil ist nach wie vor gut und gehoben. Der Handlungsstrang ist geschickt aufgebaut und die Wendungen innerhalb der Story halten den Spannungsbogen straff. In diesem dritten Teil sind die extremen Szenen, wie ich sie im ersten und zweiten Teil erwähnt hatte, etwas entschärft worden. Das ändert aber nichts an der Spannung der Geschichte.  Der Autor verflechtet in seiner Handlung kleine Hinweise auf die beiden ersten Romane, die der Leser natürlich erkennt, wenn er diese gelesen hat. Es tut aber nichts zum Verständnis der Handlung wenn man die zwei ersten Bände nicht kennt oder im Anschluss liest, so wie ich es bei anderen Autoren auch schon gehandhabt habe.

Gideon Richter ist sehr menschlich und gefühlvoll, ängstlich aber auch stur, eigensinnig und mutig. Das sein Protagonist z.B. so offen mit den Schwierigkeiten in einer jungen Familie umgeht, macht ihn mir sehr sympathisch. Und Nora Winter ist für mich in diesem dritten Teil durch ihre Mutterrolle viel liebenswürdiger geworden. Sie wirkt auf mich längst nicht mehr so unnahbar, wie in den Vorgängerbänden. Sie ist offen müde, k.o., auch eifersüchtig, aber besorgt und dennoch versucht sie nicht nur mit ihrem beruflichen Wissen Gideon zur Seite zu stehen, sie will auch gemeinsam das „Problem“ mit dem etwas schwierigen Baby lösen. Liebe Leser, denkt nicht, Nora und Gideon jammern nur sie hätten ein „schreckliches“ Baby, nein, sie genießen es  auch und freuen sich an ihm. Allerdings hat mir eine gewisse Stelle sehr gut gefallen, die wahrscheinlich einige frisch gebackene Eltern sehr gut nachvollziehen können … 🙂

Ich mag es immer sehr gerne, wenn die Parallelhandlungen der eigentlich Krimilinie mindestens genauso interessant wie die Ermittlungen am jeweiligen Mordfall sind. Man lernt die Ermittler kennen, begleitet sie ein Stück weit und möchte auch miterleben wie sich ihr Privatleben entwickelt. Hier hat der Protagonist nicht nur mit einer anstrengenden Gegenwart zu kämpfen, sondern wird auch mit einem Trauma aus seiner Jugend konfrontiert. Mehr verrate ich nicht, lest es selbst.

Mein Fazit: Ein sehr guter dritter Teil um Nora Winter und Gideon Richter. Die Ermittlungen führen in ein sozial mehr als kritisches Viertel. Privat erleben die beiden einige Neuerungen und dienstlich zeigt sich, dass Dinge nicht immer so sind, wie sie scheinen. Spannend, fesselnd und wieder einmal richtig gut geschrieben kann ich diesen Krimi gern empfehlen.

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Ich danke dem Grafit Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Rezension zu „Tödliche Fortsetzung“

Rezension „Die Voliere“

Homepage des Autors

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© Buchwelten 2015

Grappa sieht rosa von Gabriella Wollenhaupt

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Erschienen als Taschenbuch
im grafit Verlag
insgesamt 190 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN ISBN 978-3-89425-436-0
Kategorie: Krimi

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Bierstadt steht im Zentrum der Aufmerksamkeit, als der russische Ex-Agrarminister seinen deutschen Lebensgefährten ehelichen will. Dieses Ereignis wirbelt nicht nur die örtliche Schwulenszene auf und natürlich soll Grappas „Blatt“ darüber berichten.

Doch damit nicht genug Aufregung in Bierstadt. Der umstrittene Journalist Felix Mohr wird brutal ermordet aufgefunden. Mohr war bekannt für seine bissigen schwulenfeindlichen Artikel und es finden sich in seiner Wohnung Hinweise, dass er von einem Anschlag auf die geplante Hochzeit wusste. Als Maria Grappa erfährt, dass Mohr selbst schwul war, ist sie natürlich überrascht.

Grappa lässt sich in die Schwulenszene Bierstadts einschleusen und erfährt erstaunliches. Natürlich beginnt Grappa der Sache auf den Grund zu gehen und die Ermittlungen gehen Hand in Hand mit ihrem Lebensgefährten Kleist, der bekanntlich als Kommissar tätig ist …

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Dies ist der 24. Grappa-Roman, für mich selbst der zweite. Ich habe bislang nur „Grappa und die Toten vom See“ gelesen, der mir sehr gut gefallen hat.

Nun habe ich bereits bekannte Personen wiedergetroffen und auch dieser Roman hat mir wieder Spaß gemacht. Zunächst dachte ich, dass in dem Krimi alle Homosexuelle als brave, weichliche und weiblich angehauchte Tucken dargestellt werden, was mir überhaupt nicht gefiel. Denn ich kenne selbst schwule Männer, die männlicher sind als so mancher Hetero. Doch diese Darstellung hat sich nicht fortgeführt. Vielmehr war das Gegenteil der Fall. Und darum hat mich dann auch die Darstellung der schwulen Szene und der homosexuellen Personen eher überzeugt. Es wurden im Laufe der Handlung gute und kritische Hintergründe aufgezeigt und behandelt.

Grappa selbst lebt weiter mit ihrem humorvollen, schlagfertigen und sehr angenehm, unkomplizierten Charakter. Sie zu begleiten macht wirklich Spaß. Die Dialoge sind oft witzig, jedoch auch mal gefühlvoll. Die Geschichte liest sich wieder sehr flott und rasant.

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Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für diesen kurzweiligen und rasanten neuen Grappa-Fall. Leser, die einen Krimifall gerne mit flotten Dialogen und schlagfertigen Charakteren kombiniert sehen, kommen hier auf ihre Kosten.

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© Buchwelten 2014

Totenfluss von Chelsea Cain

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Erschienen als Taschenbuch
bei blanvalet
insgesamt 384 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-442-37857-9
Katergorie: Thriller

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Portland ist ein Opfer des Hochwassers. Der Fluss Willamette ist über die Ufer getreten und zu einem reißenden Strom geworden. Der Regen lässt nicht nach und der Fluss hat bereits mehrere Opfer gefordert.

Auch Archie Sheridan hat wieder Ermittlungsarbeit zu leisten, denn bei einem zweiten Blick entdeckt der Gerichtsmediziner, dass die Opfer nicht alle ertrunken sind, sondern vergiftet wurden. Dies wirft die Frage auf, wer das Hochwasser dazu nutzt, Morde zu verschleiern. Gretchen scheidet diesmal aus, sie sitzt im Gefängnis und wartet auf Ihr Urteil.

An Archies Seite ist erneut die Journalistin Susan Ward, die ein Portrait über den Ermittler schreiben will. Sie begleitet Archie Sheridan bei seinen Ermittlungen und Tatortsbegehungen und wird sogar zu einer wichtigen Person in den zentralen Ermittlungen. Denn Susan ist es, die herausfinden soll, durch welches Gift die Opfer zu Tode kamen.

Und Susan Ward wäre nicht Susan Ward, wenn sie nicht parallel wieder einmal an einer anderen Sache recherchieren würde und sich außerdem wieder zum falschem Zeitpunkt an Archies Seite befindet …

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Wie bereits in meiner Rezension zu „Gretchen“ erwähnt, handelt sich bei diesem Roman zwar um den vierten Teil der Archie Sheridan Reihe, jedoch nicht um einen weiteren Band der Gretchen-Serie. Aktiv hat Gretchen an diesem Fall keinen Anteil, sie wird zwar erwähnt und hat einen kurzen Gastauftritt, bestimmt aber nicht den Rahmen der Handlung.

Archie Sheridan und seine Begleiter sind jedoch die gleichen und auch dieser Roman ist gut und fesselnd. Allerdings extrem nass 🙂 und weniger blutig als die Gretchen Romane.

Dennoch hat auch dieser Roman mir gut gefallen und auch wenn ich einiges etwas seltsam fand, hatte ich meinen Spaß wieder mit Sheridan, Ward etc. unterwegs zu sein.

In diesem Roman beginnt Chelsea Cain mit einem Prolog, der von einer Hochwassersituation im Jahre 1948 berichtet. Im ersten Moment scheint der Leser nicht zu wissen, was das zu bedeuten hat, es wird sich jedoch im Laufe der Handlung auflösen.

Der Schreibstil ist wieder gut ausgearbeitet und hält das Niveau der ersten Romane. Die Handlung ist fesselnd und zum Teil extrem dramatisch, auf näheres werde ich nicht eingehen, denn gute Szenen des Romans  möchte ich nicht preisgeben.

Mein Fazit: 4,5 von 5 Sternen für diesen Roman, der zwar von dem Protagonisten Archie Sheridan und den anderen Charakteren getragen wird, jedoch diesmal auf den aktiven Anteil von Gretchen verzichtet. Er ist weniger blutig, aber sicherlich dennoch spannend und gut geschrieben. Mir fehlt ein bisschen die krankhafte „Beziehung“ zwischen Archie und Gretchen, denn diese Anziehung ist es größtenteils, die die Gretchen Romane ausmacht. Dennoch ist auch dieser Roman empfehlenswert! 

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© Buchwelten 2013

Gretchen von Chelsea Cain (Teil III der Gretchen-Reihe)

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Erschienen als Taschenbuch
bei blanvalet
insgesamt 352 Seiten
Preis: 8,99 €
ISBN: 978-3-442-37225-6
Katergorie: Thriller

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Archie Sheridan, leitender Ermittler in Portland hat es bereits zum zweiten Mal geschafft, der brutalen Serienkillerin Gretchen Lowell zu entkommen. Dies hätte ihn beinahe wiederholt das Leben gekostet. Doch Gretchen ist frei, ihr gelang die Flucht aus dem Staatsgefängnis und sie ist nach wie vor irgendwo da draußen

Als eine erneute Mordserie über Portland hereinbricht, denken natürlich alle, Gretchen habe wieder zugeschlagen. Auf den ersten Blick scheint dies auch der Fall zu sein, doch es gibt einige Details, die nicht passen.

Archie Sheridan, der sich derzeit freiwillig in einer Psychiatrischen Klinik aufhält, um endlich aus seiner Tablettensucht zu entkommen, nimmt die Ermittlungen (zunächst aus der Klinik heraus) auf und versucht Licht in das Dunkel zu bringen. An seiner Seite sind wieder sein treusorgender Partner Henry Sobol und auch die Journalistin des Harald, Susan Ward. Susan ist es, die Archie erzählt, welch Gretchen-Hype in Portland ausgebrochen ist Es gibt „Beauty Killer Touren“, die „Fans“ an die Fundorte von Gretchens Opfern fahren, „Lauf-Gretchen“-Shirts, blinkende Gretchen-Herz Schlüsselanhänger, die anzeigen seit wie vielen Tagen die Killerin auf der Flucht ist und hunderte von Internetseiten und Foren, wo Menschen Gretchen und ihre Taten hoch loben, sogar vergöttern.

Als Archie diese Neuigkeiten alle fassungslos aufnimmt, schließt er es nicht aus, dass die Morde auch von einem Trittbrettfahrer begangen wurden. Doch auch der Wahrheit muss er ins Auge sehen: Gretchen ist frei! Und aus seiner Erfahrung weiß Archie auch, dass Gretchen sich bislang nie weit von ihm entfernt hat.

Wer steckt hinter den aktuellen grausamen Morden? Gretchen selbst oder doch ein Nachahmungstäter? Oder vielleicht kommen sogar beide Möglichkeiten in Betracht und Gretchen hat einen Partner?

Archie überrascht es nicht wirklich, als Gretchen wieder einmal Kontakt zu ihm aufnimmt. Bleibt er diesmal stur und hält sich von ihr fern? Oder kann er auch dieses Mal, trotz der Therapie nicht von ihr lassen und folgt ihrem Ruf …

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Auch dieser dritte Teil schließt sich in der Handlung wieder nahtlos an den zweiten „Grazie“ an. Wir treffen alte Bekannte und erleben, wie Archie darum kämpft, aus seiner Sucht zu entkommen. Mittlerweile kennt der Leser auch die wichtigsten Orte und Schauplätze gut genug, denn die Handlung bleibt immer in Portland und Umgebung.

Der Spannungsbogen ist wieder sehr gut ausgearbeitet und die Schockmomente passen perfekt und fesseln ungemein. Die Handlung präsentiert wiederholt sehr gute Entwicklungen und Überraschungsmomente, auf die ich wegen evtl. Spoilergefahr nicht hinweisen kann.

In diesem dritten Teil erlebt der Leser in Rückblenden wie Archie Gretchen seinerzeit kennenlernte, als sie sich als Psychologin in die Ermittlungen eingebracht hat und aktiver Teil der Soko wurde. Diese Szenen sind nicht nur aufschlussreich, sondern auch sehr spannend und knisternd.

Den Gretchen-Hype, den die Autorin in dieser Handlung verarbeitet hat, fand ich sehr gut. Denn leider ist dies eine reale Erscheinung der heutigen Zeit, wenn auch vielleicht nicht ganz so krass. Wobei ich hier noch nicht im Internet recherchiert habe, ob es solche Killer-Fanseiten nicht wirklich gibt. Gretchens Webseite aus der Handlung gibt es wirklich: Iheartgrechtenlowell. Diese Seite wird von Chelsea Cain selbst betrieben. Schaut mal vorbei, es einiges zu sehen. Die Webseite ist allerdings englischsprachig und wir wissen alle, dass die Arbeit der Internetübersetzer nicht wirklich gut ist 🙂

Dieser dritte Teil hat mich wieder sehr begeistert und gefesselt. Ich habe das Buch genauso verschlungen wie die beiden ersten Teile. Die Handlung ist spannend, voller Überraschungen und schrecklicher aber auch schöner und emotionaler Szenen und Momente. Die Charaktere sind mir sehr ans Herz gewachsen. Nicht nur die der Protagonisten, auch die Nebenfiguren, wie zum Beispiel die verrückte Hippie-Mum von Susan Ward, genannt Bliss oder der Gerichtsmediziner, der mit seinen Dreadlocks nicht wirklich dem Standard dieses Berufsstandes entspricht. Auch er ist seit dem ersten Teil dabei und charakterlich gut dargestellt.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für den dritten Roman der Gretchen-Reihe. Auch dieser Thriller hält das Niveau der beiden Vorgänger und versteht es die Leser mit der weiblichen Serienkillerin zu fesseln, schocken und überraschen.

Meine Rezension zum Folgeroman „Totenfluss“ ist auch schon geschrieben und wird bald veröffentlicht. Aber ich möchte die lesenden Gretchen-Fans bereits jetzt schon mal darauf hinweisen, dass es sich hier für mich nicht um den vierten Teil der Gretchen-Reihe handelt. Es ist definitiv der vierte Archie Sheridan Roman, das ja. Und Gretchen wird natürlich auch erwähnt. Aber aktiv nimmt sie an der Handlung in „Totenfluss“ nicht teil. Lediglich ein kleiner Gastauftritt ist Gretchen gestattet. Ich erwähne das nur so am Rande, weil es für mich aus allen Infos nicht ersichtlich war, ob es sich bei „Totenfluss“ nun um einen Teil der Gretchen-Reihe handelt oder nicht.

Aber: Die Gretchen-Reihe geht weiter! Im Mai 2013 erscheint „Sterbensschön“ als Taschenbuch bei blanvalet. Und dies ist dann ganz klar der IV. Teil der Gretchen-Reihe!

Zur Fanseite von Gretchen – I Heart Gretchen Lowell

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© Buchwelten 2013

Grazie von Chelsea Cain (Teil II der Gretchen-Reihe)

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Erschienen als Taschenbuch
bei blanvalet
insgesamt 400 Seiten
Preis: 8,95 €
ISBN: 978-3-442-37224-9
Katergorie: Thriller

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Die Beauty Killerin Gretchen Lowell hat viele Menschen getötet, auch Detective Archie Sheridan hatte sie entführt und 10 Tage lang gefoltert und gequält. Dann hat sie sich der Polizei gestellt und nun sitzt sie im Gefängnis. Archie Sheridan fühlt sich jedoch auf eine kranke Art extrem zu Gretchen hingezogen und er besucht sie nach wie vor jeden Sonntag im Gefängnis, im Gegenzug gibt sie im jedes Mal den Fundort einer weiteren Leiche preis. Damit will Arche den Familien der Opfer ihren Frieden geben.

Archie versucht trotz aller schlimmen Ereignisse sein Leben zu normalisieren. Er zieht zurück zu seiner Familie und versucht wieder eine Ehe mit seiner – inzwischen geschiedenen – Frau zu führen. Aus diesem Grund stellt er jetzt die Besuche bei Gretchen ein. Sie kann und darf keinen Einfluss mehr auf ihn haben, sie darf nicht mehr wichtiger sein, als seine Frau.

Außerdem ist in Portland wieder eine Leiche aufgetaucht, bereits länger tot und extrem entstellt. Dies bedeutet eine schwere Ermittlungsaufgabe für Archie Sheridan und sein Team, denn es finden sich keine brauchbaren Hinweise.

Gretchen ist mit der Zurückweisung Archies überhaupt nicht einverstanden und es gelingt ihr auf trickreiche Art und Weise aus der Haft zu fliehen. Sofort wird Archie und seine Familie unter Polizeischutz gestellt. Dennoch gelingt es Gretchen (natürlich) Kontakt zu ihm aufzunehmen. Sie flieht in die Berge und Gretchen schafft es Archie dorthin zu locken. Archie, mittlerweile auf Grund seiner Tablettensucht auch körperlich mehr als angeschlagen, springt natürlich darauf an. Auf eigene Faust macht er sich auf den Weg, doch er hat ganz andere Pläne, als Gretchen eventuell trotz aller List vermuten mag …

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Dieser zweite Teil der Gretchen-Reihe knüpft nahtlos an den ersten Teil „Furie“ an. Sämtliche Personen sind nach wie vor dabei. Archies Partner, bester Freund und Aufpasser Henry Sobol, und auch die Journalistin Susan Ward. Letztere ist nicht nur bekannt für ihre ständig wechselnden, knalligen Haarfarben und guten Berichte im Harald. Sie hat auch die wunderbare Gabe immer zur falschen Zeit an Archies Seite zu sein und mit ihm in Schwierigkeiten zu geraten.

Chelsea Cain führt auch hier wieder zwei Handlungsstränge. Es gibt Archie und seine Ermittlungen und Susan Ward mit ihren Recherchearbeiten. Immer wieder laufen die beiden sich über den Weg und sie verbindet so etwas wie ein freundschaftliches oder geschwisterliches Verhältnis.

Der Folgeband hat mir ebenso gut gefallen wie der Auftakt der Reihe. Der Spannungsbogen war sehr gut aufgebaut, die Charaktere gut ausgearbeitet und das „kranke“ Miteinander zwischen Gretchen und Archie ist nach wie vor der Mittelpunkt der Handlung.

Die Entwicklung der Ermittlungen, die Hintergrundarbeit von Susan Ward und das Finale waren fesselnd, stimmig und ausreichend heftig und dramatisch.

Auch diesen Teil konnte ich nur schwer aus der Hand legen und hatte ihn in sehr kurzer Zeit durchgelesen. Natürlich gäbe es noch eine Menge interessanter Momente und Entwicklungen zu erzählen, doch es geht nicht, denn dann würde ich zuviel der Handlung preisgeben. Wer neugierig geworden ist, der sollte die Gretchen Thriller selber lesen.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für diese sehr gut gelungene Fortsetzung, die das Level von „Furie“ problemlos hält. Eine fesselnde Handlung mit guten bekannten Figuren und Charakteren. Die „Besessenheit“ zwischen Opfer/Täterin – Ermittler/Killerin kommt auch hier wieder sehr gut rüber und liest sich verständlich und spannend..

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Zur deutsche Hompage von Chelsea Cain
→   http://www.chelsea-cain.de/

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Zur englischen Hompage von Chelsea Cain
→ http://www.chelseacain.com/

 

© Buchwelten 2013

Furie von Chelsea Cain (Teil I der Gretchen-Reihe)

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Erschienen als Taschenbuch
bei blanvalet
insgesamt 384 Seiten
Preis: 8,95 €
ISBN: 978-3-442-37004-7
Katergorie: Thriller

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10 Jahre hat Archie Sheridan die Soko „Beauty Killer“ geleitet und einen gefährlichen Serienkiller gejagt. Als er dann herausfindet, wer der Killer ist, nämlich eine Frau, ist es zu spät. Er ist in ihre Falle geraten und urplötzlich wird der Jäger zum Opfer. Archie erwacht in einem Keller und ist der Gefangene von Gretchen Lowell, der Schönheit, die eine Psychopathin und brutale Mörderin in einer Person ist. Doch seltsamer Weise tötet Gretchen ihn nicht. Zumindest nicht ganz. Sie rettet sein Leben, wendet sich an den Notruf und stellt sich der Polizei.

Zurück bleibt ein mehr als angeknackster Archie Sheridan, der nach nunmehr zwei Jahren eigentlich noch immer ein Wrack ist. Körperlich ist er mehr oder weniger wieder hergestellt. Aber seelisch ist er kaputt, seine Seele, sein Selbst hat Gretchen umgebracht.

Und trotz all den unsagbar grausamen Folterungen und Qualen, die Archie durch Gretchens Hände erfahren hat, besucht er sie regelmäßig jeden Sonntag im Staatsgefängnis. Archie ist er einzige mit dem Gretchen spricht und sie haben einen Deal. Nach und nach wird sie ihm – und nur ihm – die Namen und Fundorte all ihrer Opfer (und hier sprechen wir von einer dreistelligen Zahl) verraten. 

Archie lässt sich darauf ein, denn er will den betroffenen Familien den Frieden schenken, den er selbst niemals erfahren wird.
Aber dies ist nicht der einzige Grund, warum er Gretchen immer wieder aufsucht. Auch wenn es krank klingt: Archie fühlt sich extrem zu der schönen Gretchen hingezogen, das geht soweit, dass er seine Familie verlassen hat, obwohl er seine Frau nach wie vor über alles liebt und sie ihn ebenso. Doch seit 2 Jahren steht Gretchen zwischen ihnen.

Nun wird Portland erneut von einem Serienmörder heimgesucht und Archie übernimmt seine erste Fahndung, nachdem er nun wieder gesund geschrieben ist. Erneut ist er Leiter der Soko und er hofft durch die Ermittlungsarbeit wieder zu sich selbst zu finden. Doch auch in diesem Fall scheint Gretchen eine Rolle zu spielen …

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Im Jahre 2010 habe ich mir den Roman schon gekauft und mittlerweile ist die Sammlung meiner Gretchen-Reihe vollständig. Schon damals hat mich die Inhaltsangabe sehr neugierig gemacht, denn eine weibliche Serienkillerin ist nun einmal eher selten Mittelpunkt eines Thrillers. Dann ist der Roman noch von einer Frau geschrieben, was die Sache nicht uninteressanter macht.

Da ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe, endlich mehr meiner eigenen Buchreihen zu lesen, habe ich nun mit FURIE den Anfang gemacht.

Mir hat der Thriller absolut gefallen, der Spannungsbogen ist sehr gut aufgebaut, die Charaktere der Figuren sind gut ausgearbeitet. Nicht nur die von Archie und Gretchen, deren besondere und kranke „Beziehung“ extrem gut dargestellt ist. Auch die Nebenfiguren der Kollegen von Archie, seiner Exfrau und der jungen Autorin Susan (die ein „ältere Männer Problem“ und rosa Haare hat) sind sehr gut und überzeugend dargestellt.

Das Interessante an FURIE ist, dass die eigentliche Handlung, nämlich die Fahndung und Ermittlungen nach dem derzeitigen Killer in Portland, eher total nebensächlich sind. Sicher beinhaltet die Ermittlungsarbeit einen Großteil der Handlung, doch eigentlich dreht sich alles um die „Beziehung“ zwischen Gretchen und Archie. Diese Selbstqual, die Anziehung die Archie für Gretchen empfindet, die Zusammentreffen der beiden, all dass ist richtig gut geschrieben.

Archie ist kaputt, er funktioniert nur mit Unmengen an Tabletten, wovon er zu viele nimmt und oft sogar high ist. Sobald er die Augen schließt, sieht er immer nur Gretchen vor sich. Er denkt mitunter beinahe liebevoll an sie, empfindet erotische Gedanken und Gefühle, allein in Erinnerung an ihre Berührungen und ihren Duft, obwohl sie ihn doch auf brutalste Weise gequält und gefoltert hat, reichen dazu aus.

Innerhalb der Handlung erleben wir durch Rückblenden immer wieder kurze Ausschnitte aus der Zeit der Folter. Wir erfahren Dinge aus Archies Gefangenschaft im Keller und sind Augenzeugen seiner Qualen.

Hatte ich Anfangs noch gedacht, mich erwartet eine Art Zusammenarbeit zwischen Killer und Ermittler á la Hannibal Lecter und Clarice Starling, so wurde ich eines besseren belehrt. Nein, dies ist ganz und gar nicht der Fall. Von „Nachmache“ kann absolut keine Rede sein. Gretchen steht bei den Ermittlungen nicht hilfreich zur Seite und gibt auch keine Hinweise, ganz im Gegenteil. Sie nutzt die neue Mordwelle für ihr eigenes Ziel auf eine ganz andere Weise. Den Hinweis auf Clarice Starling macht sie in einem Gespräch übrigens selbst.

Das Cover zeigt ein Herz und ein Skalpell, was perfekt zur Handlung passt, da es direkt mit ihr zu tun hat (warum verrate ich nicht). Es hat mich aber auch schon vor dem Lesen angesprochen, weil es gleichzeitig Böses und Gutes darstellt.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für den ersten Teil der Gretchen-Reihe. Für mich war er noch besser als ich erwartet hatte. Der Roman ist sehr spannend, „krank“ und gut aufgebaut. Trotz der extremen Morde innerhalb der Handlung schafft es die Autorin, die eigentlichen Ermittlungen in den Hintergrund zu stellen und Dinge in den Mittelpunkt zu bringen, die bereits 2 Jahre zurück liegen. Absolut lesenswert!

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© Buchwelten 2013

Andreas Behm – Die Moral eines Killers (5/5) – Teil I der Trilogie um Harald Hansen

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Erschienen als
Taschenbuch im
ACABUS Verlag
324 Seiten
Preis: 13,90 €
ISBN: 978-3-86282-051-1

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In Hamburg wird ein bekannter Schönheitschirurg ermordet. Präzise, schnell, ohne Spuren, durch einen gezielten Schuss. Kommissar der Mordkommission Harald Hansen wird auf den Fall angesetzt. Als er den Tatort besichtigt, ist er sich ziemlich schnell sicher, den Mörder zu kennen. Er ist überzeugt, dass der Mörder ein Profikiller ist, dem er schon lange auf der Spur ist.

Dummerweise bekommt Hansen einen neuen, jungen Kollegen an seine Seite gestellt, der ihn unterstützen soll. Das passt „Harry“ (er hasst es bei seinem richtigen Namen genannt zu werden!) absolut gar nicht.
Erstens kann Hansen Veränderungen in seinem beruflichen Umfeld schon gar nicht leiden und zweitens muss er nun in seiner Arbeit ziemlich aufpassen. Denn um dem Mörder auf die Schliche zu kommen hat er vor, Methoden zu benutzen, die nicht unbedingt den Dienstvorschriften entsprechen.

Hansen geht dennoch seinen Weg, absolut ungewöhnlich, teilweise steht er selber mit einem Bein im Knast und mit dem anderen im Leichenschauhaus…..

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Andreas Behm sagte mir gar nichts, Werke aus dem ACABUS Verlag sehr wohl. Und da ich gerne Krimis lese, war ich natürlich interessiert. Der Klappentext hat mich auch neugierig gemacht, denn der klang doch bereits nach einem verqueren Ermittler-Charakter.

Das allererste was mir an dem Erscheinungsbild des Taschenbuchs auffiel war: Der Klappentext ist im Blocksatz geschrieben. Da ich das bei ACABUS öfters schon bemängelt oder negativ angemerkt habe, hat mich das doch gefreut. Sogleich sieht der Buchdeckel ordentlich und aufgeräumt auf.
Ansonsten ist das Cover in seinen drei Farben eher dezent gehalten. Was mir die Marionette und die Schachfigur auf dem Cover  genau sagen wollen, weiss ich nicht. Ich habe so auf Anhieb keinen Zusammenhang zur Handlung gefunden. Macht aber auch nichts, es sieht ja gut aus.

Der Ermittler Hansen ist eigentlich ein absolut unsympathischer Mensch: Stoffelig, motzig, eigenbrötlerisch, knurrig. Läuft in abgewetzten Jeans und gammeliger Lederjacke herum. Hat einen eher ungepflegten grauen Haarschopf und einen dauerhaften 6-Tage Bart. Er raucht, trinkt, hat eine schlampige Wohnung … wie gesagt, eigentlich alles eher negative Eigenschaften. Dennoch ist er ein Kerl, der mir sofort sympathisch war.
Nicht nur mir, auch sein neuer Kollege Bernstein versteht es schnell hinter diese raue, schmuddelige Schale zu blicken. Wie beschreibt der seinen neuen Vorgesetzten selber: Er ist wie er ist und er ist nicht unfreundlich, er mag einfach keine Veränderungen, Zeitverschwendung, ist aber ein alter, erfahrener Hase in der Ermittlungsarbeit, der seinen Weg geht, weil er damit erfolgreich ist. Hansen lebt für die Polizei. Es ist seine Bestimmung, seine Erfüllung.

Die Art und Weise wie Behm an die Handlung herangeht ist schon sehr aussergewöhnlich. Denn der Mord an dem Schönheitschirurgen interessiert etwa nach dem ersten Kapitel nicht mehr wirklich. Weder den Leser, noch die Ermittler. Die Handlung verlagert sich in eine andere Richtung, die natürlich mit dem Mordfall zu tun hat aber dennoch …

Die Geschichte entwickelt sich in eine andere, brisante und hoch spannende Richtung. Ich habe noch nie in einem Krimi gelesen, dass der Ermittler innerhalb der ersten 100 Seiten auf den Killer zu spaziert, sich beim Essen an seinen Tisch setzt und im einfach eine Menge Tatsachen und Indizien an den Kopf wirft. Das hat mich sehr schmunzeln lassen aber dem Mörder glatt die Schweißperlen auf die Stirn getrieben. Wie Hansen es dann gelingt, den Spieß umzudrehen und den Lauf der Dinge in die Richtung zu lenken die er sich vorstellt, hat mir großen Spass gemacht.

Der Autor hat es geschafft die Charaktere sehr lebensecht zu beschreiben, sie greifbar gemacht. Den Ermittler natürlich, aber auch den Killer (Die Moral eines Killers…!) und die vielen, sehr guten, Nebenfiguren.
Ich hatte große Schwierigkeiten Lesepausen einzulegen, denn ich war so gefesselt, dass ich immer unbedingt wissen wollte wie es weitergeht.

Das Ende des Romans war für mich nicht absehbar, hier hat Behm zum Schluß hin noch einmal schöne Feinheiten verbaut, die mich überrascht – teilweise geschockt (!) – haben.

Innerhalb der ganzen Gewalt, Drohungen, Fluchten, Verfolgungen, Ermittlungen gibt es auch sehr viel persönliches und gefühlvolles der Protagonisten zu erleben. Sei es Hansen selber, oder auch der neue Kollege Bernstein und auch … mehr verrate ich nicht.

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Mein Fazit: Ich vergebe für den ersten Teil der Harald Hansen Trilogie 5 von 5 Punkten. Ein Krimi der einmal ganz anders aufgebaut ist und mir absolutes Lesevergnügen bereitet hat.

Ich war tatsächlich traurig als die Geschichte zu Ende war aber ich habe das Glück gleich beim zweiten Teil „Der Lippennäher“ weiterzumachen. Ich kann diesen Krimi gut und gerne uneingeschränkt empfehlen und es ist völlig egal ob er in Hamburg oder Hintertupfingen spielt. Ich lebe in NRW und habe die Lektüre genossen 🙂

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Ich danke dem ACABUS Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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Wer etwas mehr über den Autor Andeas Behm erfahren möchte. Hier geht es  zur offiziellen —–> Homepage

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© Buchwelten 2011

Jeder Tag endet mit dem Tod von Michael Schröder (4/5)

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Erhältlich als Taschenbuch im EPIDU Verlag
Preis: 14,90 €
ISBN-Nr.: 978-3942 584081

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Der Roman erzählt die Geschichte des Kriminalkommissars Elmar Kreuzer, der seinen Dienst in Karlsruhe leistet und eines Tages von der 13-jährigen Lisa König in seinem Büro aufgesucht wird. Dabei hat sie einen Zeitungsartikel ( in dem er selber als der Polizist hochgelobt wird, der niemals aufgibt) und eine Ermittlungsakte. Diese hat sie der Polizei aus Ihrer Heimatstadt entwendet, weil sie mit deren Arbeit nicht einverstanden ist und darum die Hilfe von Kreuzer erbittet. Lisas Vater ist drei Monate zuvor – angeblich bei einem Einbruch in seinem Hause – zu Tode gekommen. Doch Lisa glaubt nicht daran. Für sie ist dieser Fall nicht „rund“, wie sie selber es nennt. Es wurde nicht richtig ermittelt, Spuren nicht berücksichtigt, etc. Sie hat das Gefühl, dass ihr Vater ermordet wurde und die Polizei und der Verwaltungsapparat aus Eisenheim dies unter den Teppich kehren.
Darum ist sie auf eigene Initiative bis nach Karlsruhe gefahren um Kreuzer zu überzeugen und auf ihre Seite zu ziehen. Dies schafft sie erstaunlich schnell. Kreuzer ist dem traurigen, mutigen Charme des Mädchens sofort erlegen und ein schneller Blick in die Ermittlungsakte, während Lisa die Toilette besucht, reicht aus um seine Ermittlerneugier zu wecken.
Er begleitet Lisa in seine Heimatstadt und nimmt sich vor, den dortigen Beamten ein wenig auf den Zahn zu fühlen um Lisas Vermutungen nachzugehen und evtl. sogar zu bestätigen.
Dort angekommen endet dieser Tag für ihn mit dem Tod und das von diesem Moment an täglich. Denn er erwacht immer wieder am Morgen des 06.10.2006 in seinem Hotelzimmer, er ist in einer Zeitschleife gefangen. Wie kommt er da heraus…. ?

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Ich beginne mit dem Erscheinungsbild des Buches. Das Cover ist mit den Farben schwarz, rot und weiss nicht zu bunt gehalten. Die Spirale und die Uhr auf der Vorderseite passen gut zum Thema des Romanes. Die Inhaltsangabe ist zentriert geschrieben und somit wirkt das Erscheinungsbild aufgeräumt, was mir gut gefällt.
Die Folie des Taschenbuches löst sich leider auch hier nach Ende der Lektüre bereits an den Rändern ab, der Buchrücken weist leichte Knicke auf. Wobei ich sehr pfleglich mit Büchern umgehe und diese nicht auseinanderbiege, während ich lese.
Die Seiten sind schön und übersichtlich aufgebaut. Eine Seite umfasst 33 Zeilen in einer ziemlich kleinen Schrift. Die etwas grösseren Zeilenabstände und angenehmen Ränder lockern allerdings angenehm auf und machen das Lesen somit  nicht zu anstrengend. Die Kapitel sind recht lang gehalten aber nicht zu lang. Ich habe nie die Lust verloren und mich auch dabei erwischt, ein Kapitel mehr zu lesen als ich es vorher geplant hatte.

Etwas schade finde ich, dass es weder ein Nachwort des Autors, noch eine kleine Information über diesen im Buch gibt. Ein kleiner Abschnitt „Über den Autor“, evtl. mit einem Foto und Hinweise auf weitere Werke hätten mir sehr gut gefallen.

Der Schreibstil ist angenehm, die Handlung liest sich locker. Die Sätze sind meist recht kurz gehalten. Sie gibt es öfters als verschachtelte Kommasätze, was bei Krimis aber nicht unüblich ist. Teilweise sind die Sätze sehr schön und auch gehoben formuliert und dann wieder sehr umgangssprachlich. Mit gezogener Pistole in der Luft „rumfuchteln“ finde ich z.B. ein bisschen zu locker. Genauso wie dauernd „Scheisse“ o.ä. zu lesen. Dann gibt es aber – wie gesagt – wieder Sätze, die sehr schön sind:

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„Verrückt hin und verrückt her, am Ende blieb die Neugierde, erhob sich als Sieger über Zweifel, Angst und besseres Wissen.“

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Solche Sätze mag ich und davon gibt es auch einige. Also gleichen solche Formulierungen die umgangssprachlichen „Ausrutscher“ für mich wieder aus.

Der Spannungsbogen ist gut gelungen, auch wenn man ständig den selben Tag erlebt, es ist keiner wie der vorherige und man fiebert mit dem Protagonisten wahrlich mit. Die Figur des Elmar Kreuzer ist mir von Anfang an sympathisch, lässt er sich doch oft von Gefühlen leiten, hört auf sein Bauchgefühl, kombiniert aber gleichzeitig auch haarscharf. Mit der Figur der Lisa wurde ich erst im letzten Drittel richtig warm, was eigentlich nicht ausbleibt. Denn Anfangs tritt sich immer nur kurz auf und erst später wird der Kontakt zu ihr intensiver. Dann wächst aber auch sie dem Leser ans Herz.
Das Ende hat mir einerseits richtig gut gefallen aber andererseits hätte ich mir doch noch einen klitzekleinen Epilog gewünscht… ;-).

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Fazit: Ein wirklich lesenswerter Krimi, der Spaß macht und durch die EPIDU-Community zu Recht gewählt wurde.
Der Roman erhät von mir 4 von 5 Punkten. Die Handlung ist gut, der Schreibstil angenehm, die Qualität des Buches ist jedoch noch verbesserungswürdig.

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Mein Dank geht an die Bloggerseite Blogg-dein-Buch.de und dem EPIDU – Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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