Die Könige von Michael Peinkofer

Erschienen als Taschenbuch
im Piper Verlag
510 Seiten
9,99 €
ISBN: 978-3-492-28001-3

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Der Krieg unter den Völkern von Erdwelt ist vorbei. Menschen und Orks sind besiegt und die Zwerge sind an der Macht. Doch es gibt sowohl bei den Zwergen als auch bei den Menschen Rebellen, die sich ihrem Schicksal nicht ergeben wollen. Daghan von Ansun, Sohn des Königs von Ansun, und Aryanwen, seine Geliebte, die gegen ihren Willen mit dem König von Tirgaslan vermählt wurde, sind auf der Seite der Rebellen. Doch es sind nicht nur die Zwerge, die die Völker von Erdwelt tyrannisieren. Eine weitaus bedrohlichere Macht erscheint und will die Herrschaft über Erdwelt an sich reißen …

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Nach dem erfolgreichen „Orks“-Zyklus kehrt Michael Peinkofer nach Erdwelt zurück. Im vorliegenden ersten Band der neuen „Könige“Trilogie wendet er sich allerdings mehr den Menschen und Zwergen, als den Orks zu. Man trifft dennoch auf die beiden trotteligen, aber sympathischen Orks Rammar und Balbock, die zwar nicht die Hauptrolle, aber dennoch eine wichtige Rolle spielen.
Hauptprotagonisten sind das Liebespaar Daghan von Ansun, kurz Dag genannt, und Aryanwen. Es dauert eine Weile, bis sie sich wieder in den Armen liegen, aber bis dahin kommt auf keiner Sekunde Langeweile auf.

Michael Peinkofers Schreibstil ist derart flüssig zu lesen, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Es ist ein sehr niveauvoller Schreibstil, in dem die Geschichte erzählt wird, der aber nie kompliziert, sondern eher einfach wirkt. Das hat zur Folge, dass man sich gezwungen fühlt, in einem fort weiterzulesen.
„Die Könige“ ist gegenüber den Ork-Romanen ein wenig düsterer geworden, was mir persönlich aber sehr gut gefallen hat. Peinkofers Trilogie bietet so ziemlich alles, was man von einem guten High Fantasy-Roman erwarten kann: Böse Intrigen, sympathische, tapfere Helden, atemberaubende Landschaften und Orte, Liebe und Emotionen. An manchen Stellen kam für mich ein „Herr der Ringe“-Gefühl auf, ohne dass ich Peinkofer unterstellen muss, er hätte plump kopiert. Peinkofer hat seinen eigenen Stil, der unglaublich bildhaft und unterhaltend wirkt. Oft fühlte ich mich auch an die fantastischen Romane von David Eddings erinnert, aber auch hier hat Michael Peinkofer absolut einen eigenen Weg gefunden.

Unerwartete Wendungen wechseln sich mit emotionalen Szenen ab. Politische Intrigen, die durchaus nachvollziehbar und durchdacht sind, enden in dramatischen Kämpfen, die darauf hindeuten, dass da noch etwas weitaus Größeres und Bombastischeres in den Folgebänden auf die Leser zukommt. Peinkofer baut einen sehr komplexen Plot auf, was mir außerordentlich gut gefallen hat. Auch die immer wiederkehrenden Szenenwechsel, die das Buch zu einem regelrechten Pageturner machen,  fand ich geschickt eingesetzt. Erwähnenswert ist auch die sehr schönen Charakterzeichnungen der Figuren, was zur Folge hat, dass einem die Personen sehr ans Herz wachsen. Oder im Falle der Bösen eben nicht 😉
Wie oben erwähnt, wird die düstere Grundstimmung aber immer wieder durch einen sehr eigenwilligen, aber extrem guten, Humor der Orks durchbrochen. Mann sieht die beiden Ork-Tollpatsche förmlich vor sich und kann sich des öfteren ein Grinsen während des Lesens nicht verkneifen. Das macht das Buch noch sympathischer, als es ohnehin schon ist.
Obwohl „Die Könige“ auf den Zyklus um die Orks aufbaut, kann man sich als „Erdwelt-Neuling“ getrost an das Buch heranwagen, denn alles, was erklärungsbedürftig ist, wird auch erklärt, so dass man wirklich alles versteht. Erdwelt-Fans werden von einem neuen Kapitel entzückt sein, Neulinge werden sich dem Bann dieser Welt nicht entziehen können und gierig auf die noch ungelesenen Werke von Michael Peinkofer sein. Das neue Erdwelt-Abenteuer besitzt großes Suchtpotential und man möchte am Ende des ersten Teils sofort zum zweiten Teil greifen. Und das soll schon was heißen, oder?

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Fazit: Spannendes und komplexes High Fantasy-Abenteuer, das süchtig macht. Die Bücher im Erdwelt-Universum sind jetzt schon Klassiker.

© 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Smoke von Dan Vyleta

Erschienen als Taschenbuch
bei carl’s books
620 Seiten
16,99 €
ISBN: 978-3-570-58568-9

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Thomas und Charlie sind Internatsschüler, die den Rauch hinterfragen. Der Rauch: Ein Phänomen, das fast die gesamte Bevölkerung betrifft und wie eine Krankheit alle bösen, unaufrichtigen und dunklen Gedanken als Rauchwolke, die den Körperöffnungen entschweben, sichtbar macht. Die beiden Jungen treffen auf Livia, die Tochter einer undurchsichtigen Lady, die von einem Geheimnis umgeben ist, das ebenjenen Rauch betrifft. Die drei Jugendlichen decken bald eine Verschwörung auf, die lebensgefährlich für sie werden könnte.

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Was wie eine Art „Harry Potter“ anfängt, endet in einer Parabel über das Gute und Böse im Menschen, über die Menschlichkeit an sich. Es dauert anfangs eine Weile, bis man sich in der Welt von Dan Vyleta zurechtfindet. Aber schon bald spürt man den Sog des Buches, was vor allem an der ungeheuren Sprachgewalt des Autors liegt. Einerseits schreibt Vyleta in einem wunderbar verständlichen Ton, andererseits werden dem Leser faszinierende Wortspielereien serviert, die zum Nachdenken anregen. An manchen Stellen wird die Gedankenwelt der Protagonisten auf unglaublich intensive Art geschildert, die das eigene Kopfkino ebenfalls zum Laufen bringt. Es ist keine leichte Kost, die Dan Vyleta da verfasst hat. Geschickt in ein jugendliches Abenteuer verpackt, spricht der Roman allerdings eher die Erwachsenen an, denn der Plot fordert den Leser.

„Smoke“ wirkt auf den ersten Blick wie eine Fantasy-Abenteuer-Geschichte, fast schon wie eine Dystopie, ist aber im Grunde genommen ein literarischer Wurf vom Format eines Charles Dickens. Genau von Dickens stammt auch das Zitat, das dem Werk vorangestellt ist, und den Autor zu seiner Geschichte inspiriert hat. Mir persönlich hat vor allem die sprachliche Gewandtheit Vyletas gefallen, der an einigen Stellen fast schon visionär wie seinerzeit Samuel R. Delany oder Iain Banks wirkt. Man versteht nichts und dennoch irgendwie alles. Diese Stellen sind eine kleine Meisterleistung, die mich absolut beeindruckt hat. Vyleta lässt Bilder (und Gedanken) in den Köpfen der Leser aufleben, die faszinieren. „Smoke“ mutet an einigen Stellen wie ein Steampunk-Projekt an, an anderen wieder wie ein Jugendbuch. Geschickt lässt Vyleta verschiedene Stilrichtungen verschmelzen, spricht Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen an, und verführt zum Nachdenken. Ein Hauch Mystery wechselt sich ab mit alt anmutenden Gesprächen im viktorianischen England, um kurz darauf in ein episches, düsteres Weltuntergangsszenario abzudriften, das aber keineswegs hoffnungslos erscheint. „Smoke“ steckt voller Überraschungen und eigenwilliger Ideen.

Hin und wieder wird auf unsere reale Welt angespielt, so dass sich das England in „Smoke“ bald wie ein Paralleluniversum „anfühlt“. Das Szenario wirkt einfach absolut echt und reißt einen unweigerlich mit. Erfreulicherweise erklärte sich ein Verlag bereit, dieses nicht am Mainstream orientierte Werk in Deutschland zu verlegen. Gerade solche Genremixe, die sich nicht in eine Schublade stecken lassen, haben es beim Publikum immer sehr schwer, da viele einfach nicht für solche abgedrehten Geschichten offen sind. Alleine aus diesem Grund ist „Smoke“ ein Lichtblick in der Welt der Literatur, die immer mehr von standardisierten Thriller und Krimis heimgesucht wird. Aus meiner Sicht ist „Smoke“ ein sehr eigenwilliges, mutiges und inspirierendes Buch.

Einziger kleiner Wermutstropfen sind die teils lieb- und farblosen Charaktere, mit denen man schwer bis gar nicht richtig warm wird. Aber der Plot und der Ideenreichtum wiegen dieses bedauerliche Manko auf.

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Fazit: Spannend, innovativ und hervorragend geschrieben. Interessanter Genremix, der zum Nachdenken auffordert. Die Personen leiden allerdings unter einer teilweise schwachen Charakterdarstellung.

© 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Harry Potter und das verwunschene Kind von J.K. Rowling, John Tiffany und Jack Thorne

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Erschienen als gebundene Ausgabe
bei Carlsen
insgesamt 336 Seiten
Preis: 19,90 €
ISBN: 978-3-551-55900-5
Kategorie: Jugendbuch, Abenteuer, Fantasy

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Der berühmte Harry Potter ist mittlerweile Vater zweier Söhne und versucht, seine Vergangenheit zu vergessen. Doch ausgerechnet einer seiner Söhne, Albus, erfährt, dass sich das Böse aus der Vergangenheit wieder versucht zu erheben. Zusammen mit Draco Malfoys Sohn Scorpius versucht Albus das Unheil abzuwenden und gerät dabei in einen gefährlichen Strudel aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

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Man hat irgendwie darauf gehofft, aber eigentlich nicht wirklich damit gerechnet, dass Harry Potters Abenteuer weitergehen. Und nun ist es tatsächlich soweit.
Rowling geht einen überaus interessanten und aus meiner Sicht ungemein geschickten Weg, die Serie wieder aufleben zu lassen: Sie hat nämlich keinen Roman geschrieben, sondern ein Theaterstück verfasst. Wer jetzt denkt, dass macht die ganze Stimmung und die Reihe kaputt, der hat sich gründlich getäuscht. Denn was die Autorin zusammen mit John Tiffany und Jack Thorne auf die Beine gestellt hat, ist ein unglaublich tolles, spannendes und vor allem ideenreiches Abenteuer geworden, das auf faszinierende Art eine eigene Geschichte erzählt, aber dennoch auch in gewisser Art und Weise Prequel und Sequel der „Ursprungsgeschichte“ in einem ist. Das ist absolut genial überlegt und in Szene gesetzt worden.

Wer sich das erste Mal einer Geschichte in Form eines Theaterstücks widmet, könnte anfangs Schwierigkeiten damit haben. Mir hat es nicht viel ausgemacht, weil ich auch schon mal das ein oder andere Drehbuch oder eben auch Theaterstück lese. Wenn man sich dann aber erst einmal darauf eingelassen hat, wird man mit einem mitreißenden Plot belohnt, der einem durch den knappen Schreibstil  und die vielen Dialoge jede der Szenen bildlich vor Augen entstehen lässt. Ich konnte mich wirklich sehr schwer von der Geschichte losreißen und war immer wieder erstaunt, und das an nicht wenigen Stellen, wie geschickt alte Bekannte in die Story eingebaut wurden, von denen man gar nicht mehr geglaubt hat, sie jemals wieder zu treffen.
Es gibt unglaublich viele Wendungen und Überraschungen, so dass man nur so von Szene zu Szene hüpft, um zu erfahren, wie es weitergeht. Mir persönlich hat diese Art einer „Fortsetzung“ absolut gut gefallen und ich bin schon sehr gespannt, wie das Ganze dann letztendlich auf der Bühne, für die es ja schließlich geschrieben wurde, aussehen wird.

Romanleser werden „Harry Potter und das verwunschene Kind“ nicht mögen, ebenso wie die unflexible Generation an Lesern, die in ihrem Leben nicht viel mehr als die Potter-Reihe gelesen haben. Kulturell aufgeschlossene LeserInnen werden an diesem neuen Stil ihre Freude haben, da bin ich ziemlich sicher. Rowling hat frischen Wind in die Potter-Reihe gebracht, die neugierige Fans auf alle Fälle mit ihrer Geschichte befriedigt, denn wir erfahren tatsächlich, wie es einem erwachsenen Harry Potter ergeht, wenngleich das Hauptaugenmerk eher auf die Nachkommen von Potter und Malfoy gerichtet ist. Was aber auch völlig in Ordnung ist.
Für mich war das achte Abenteuer der Reihe eine außergewöhnliche Reise, die zurück in eine der erfolgreichsten Buchserien aller Zeiten führt. Ich bin begeistert und habe jede Szene absolut genossen.

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Fazit: Für den ein oder anderen mag das fürs Theater verfasste Skript befremdlich erscheinen. Ich mochte diese außergewöhnliche Art und bin absolut begeistert vom Ideenreichtum der achten Geschichte.

© 2016 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Das Schloss der Skelette von Florian C. Booktian

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Schloss der SkeletteErschienen als Taschenbuch
bei Create Space / Amazon
insgesamt 170 Seiten
Preis:  7,14  €
ISBN: 978-1518869525
Kategorie: Kinder- Jugendbuch

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Percy Meercat ist Detective und ein Erdmännchen. Sein Chef stellt ihm einen „Partner“ an die Seite: Milten Greenbutton, der überhaupt kein Polizist, sondern eigentlich ein Erfinder ist. Milten ist ein grosser Fan des bekannten Percy und total begeistert. Obwohl ihnen eigentlich ein Fall zugeteilt wurde, will Percy Urlaub machen. Ausspannen, Auftanken und die Seele baumeln lassen. Er landet gemeinsam mit Milten in der kleinen Stadt namens Sharpytown, die berühmt ist für ihre Buntstiftproduktion. Just am Tage ihrer Ankunft findet dort ein Stadtfest statt und natürlich will Percy mitfeiern und sich mal so richtig betrinken. Nach der Feier bekommen die beiden in der Pension der schönen und zudem sehr netten und hilfsbereiten Rachel noch eine Unterkunft. Für Percy sogar die Luxusvariante: nämlich im Bett der Besitzerin.

Am Tag darauf verschwinden nach und nach die Bewohner der Stadt und immer wieder tauchen Skelette auf. Was hat es damit auf sich …?

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Die Geschichte beginnt mit einem kleinen Prolog, der erzählt, dass der Ort der Handlung nicht die klassische Erde ist, sondern eine Planetenkombination. Vor vielen Jahre wurde an die halbe Erdkugel der halbe Planet Gnaa angedockt. Ein Planet auf dem Fabelwesen leben. Diese Idee ist eigentlich nett und ausgefallen, darauf wird aber leider im Laufe der Handlung nicht wirklich eingegangen. Denn ausser das der Detective ein Erdmännchen ist (was für mich nicht zu Fabelwesen zählt), kommen im Laufe der Geschichte eigentlich nur noch Menschen (oder ihre „abgespeckte“ Form) vor.

Die Handlung ist nett, für mich jedoch nicht sonderlich reichhaltig oder fundiert. Der Schreibstil ist gut, auch wenn er sehr kindlich, locker und umgangssprachlich ist. Ich fühlte mich die ganze Lektüre über, als läse ich ein Comic ohne Bilder :-).

Für größere Kinder und Jugendliche ist die Geschichte mit Sicherheit lustig und spaßig. In den All Age Bereicht würde ich den Roman jedoch nicht einstufen, denn mit Werken wie z.B. „Harry Potter“, „Die zerbrochene Welt“ von Ralf Isau oder auch die „Stein“-Reihe von Kerstin Gier kann der Roman nicht verglichen werden.

Was ich interessant fand war, dass der Titel „Das Schloss der Skelette“ lautet und innerhalb der Handlung immer nur von einer Burg und der Burgruine gesprochen wird. Das Wort „Schloss“ fiel nur ein einziges Mal.


Ein weiterer Stolperstein war für mich eine Szene, in der Percy und Milton Mrs. Trunks aufsuchen. Sie wird vorgestellt als die Großmutter von Rachel (der Pensionsbesitzerin) und deren verschwundenen Tochter Elaine. Warum man dann Mrs. Trunks nach Ihrer Tochter und ihrer verschwundenen Nichte fragt ist dann etwas verwirrend. Dieser Fehler folgt einige Seiten darauf noch einmal.

Veröffentlich wurde das Buch bei Create Space und optisch gefällt es mir gut. Der Einband und das Cover erinnern ein bisschen an die Gespenster Bücher der Gänsehaut-Reihe.

Der Name des Autors und das anhängende „Über den Autor“ ist sicher Geschmackssache. Ich fand es nicht so lustig, wie es wohl rüberkommen soll. Mir hätten wirkliche Hintergründe über die Idee und die Entstehung der Geschichte und den Autor besser gefallen.

Mein Fazit: Ich lese gerne und oft Jugendbücher, da sich hier wirklich oft richtige Schätze finden. Das vorliegende Buch ist nett, lustig und amüsant und lässt sich schnell lesen. Eine gute Grundsatzidee wird jedoch nicht wirklich vertieft und die Handlung ist nicht sonderlich anspruchsvoll. Und das können auch Jugenbücher sehr wohl sein. Dennoch, wer gerne Comics ohne Bilder liest, kann hier gerne zugreifen.

P.S. Ich stelle mein Leseexemplar gerne zur Verfügung. Wer sich bis Ende Januar bei mir meldet bekommt es zugeschickt! Danach würde ich es dann dem KARO für seine Bücherecke spenden.

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© Buchwelten 2016

Ruinen von Dan Wells – Partials III

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partials

Erschienen als gebundene Ausgabe
bei ivi / Piper
insgesamt 480 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN: 978-3-492-70284-3
Kategorie: All Age Fantasy

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Kira Walker hat es geschafft, sowohl ein Heilmittel gegen die Seuche RM, als auch den Schlüssel zur Aufhebung des Verfallsdatums der Partials zu finden. Das Problem ist jedoch, dass jede Seite für sich zum finalen Krieg aufrüsten und somit das Ende beider Parteien nicht verhindert werden kann. Nun hat sie endlich eine Möglichkeit, beide Seiten zu retten, und jetzt soll es zu spät sein? Getrennt von all ihren Freunden geht Kira dennoch ihren Weg und setzt ihr eigenes Leben mal wieder aufs Spiel, um die Menschheit und die Partials zu retten, denn sie kann und will sich nicht zwischen einer Seite entscheiden ….

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Ich bin ja seit seinem Debüt Fan von Dan Wells und war von den beiden ersten Teilen seiner Partials-Reihe auch sehr angetan. Was ursprünglich als Jugendbuch startete, ist nun in die Kategorie All Age Fantasy übergesiedelt und hat auch den Erwachsenen Lesern (wie eben auch mir) gut gefallen.

Natürlich habe ich mich sehr auf das Finale gefreut, muss jedoch sagen, dass ich mich wirklich schwer getan habe. Ich bin gleich zu Anfang sehr schwerfällig in die Handlung gekommen, der Biss hat irgendwie gefehlt. Ich kann nicht einmal gut erklären, woran es liegt, denn der Schreibstil ist wie bei den ersten beiden Teilen gut. Jedoch sind irgendwie alle wichtigen Personen getrennt, der eine ist hier unterwegs, die anderen mit diesem und jenem dort und ich wusste teilweise nicht mehr wirklich, wo ich bin :). Dann gibt es in diesem Band so viele Untergruppen, die Rebellengruppen bilden oder Ableger von Partialarmeen, dass ich manchmal echt den Überblick verloren habe. Und das „traurige“ an der Sache: mir war es eigentlich relativ egal. Mein Bauchgefühl hat mir ein Ende vorausgesagt und so ist es dann letztendlich auch gekommen. Wobei es gegen Ende dann immerhin ein bisschen Schwung gab, dort haben sich dann einige Fäden verwoben.

Optisch passt der dritte Teil der Reihe perfekt. Die Trilogie macht sich sehr gut im Regal.

Mein Fazit: Für mich leider ein schwacher letzter Teil der Partials-Reihe, die gut und spannend begonnen hat, mit diesem Teil aber zäher und schwächer geworden ist. Ich möchte nicht sagen, dass ich enttäuscht bin, meine Erwartungen wurden jedoch leider nicht erfüllt. Aber auch im vierten Serienkiller-Roman von Dan Wells (ich hatte die drei ersten Bände verschlungen!) habe ich schon festgestellt, dass die Handlung nachgelassen hat. Aber es soll sich jeder seine eigene Meinung bilden, denn alles ist Geschmackssache. Und ich werde weiterhin die nachfolgenden Romane von Dan Wells lesen 🙂

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Ich danke dem ivi/Piper Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Wer Lust hat, meine anderen Rezensionen zu den Dan Wells-Roman zu lesen, der braucht oben rechts in der Suchleiste nur den Autorennamen eingeben und „entern“.

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© Buchwelten 2015

Grimm von Christoph Marzi

Grimm

Erschienen als gebundene Ausgabe
im Heyne Verlag
insgesamt 560 Seiten
Preis: 17,99 €
ISBN: 978-3-453-26661-2
Kategorie: Jugendbuch
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Als Vesper Golds Vater stirbt, erfährt das junge Mädchen, dass die Welt nicht so ist, wie sie scheint. Ihr Vater vererbt ihr einen geheimnisvollen Schlüssel, hinter dem plötzlich ein Unbekannter her ist. Der Tod des Vaters erscheint Vesper auch immer mysteriöser, je mehr sie davon erfährt. Und dann fallen plötzlich alle Kinder weltweit in einen minutenlangen Schlaf und Wölfe streifen durch die Stadt. Märchenfiguren, die als erfunden galten, scheinen zur Realität geworden zu sein. Zusammen mit dem Studenten Leander macht sich Vesper auf den Weg, das Geheimnis der zum Leben erwachten Märchen zu lüften.

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Der Einstieg in Marzis Märchenwelt ist gelungen und macht so richtig Spaß auf das, was da noch kommen möge. Vespers jugendliche Charakterzeichnung ist absolut gelungen und zaubert einem so manches Mal ein Schmunzeln in die Mundwinkel.
Auch wie die Märchenwelt immer mehr in die Realität eindringt, hat Marzi sehr geschickt und spannend gemacht. Der teils sehr gehobene Schreibstil wird immer wieder durch saloppe Sprüche, die aber aus dem Mund der Protagonistin kommen und daher absolut in Ordnung sind, abgelöst, was zur Folge hat, dass man durch das Buch nur so fliegt. Es ist sehr kurzweilig und baut die Spannung schön gleichmäßig vom Anfang bis zum Ende auf. Hin und wieder gab es ein paar Szenen, die mir persönlich nicht so zugesagt haben, weil sie dann doch zu übertrieben auf mich wirkten, aber die verloren sich in der Vielfalt der gelungenen Teile.

Ein paar Ideen finde ich großartig und sehr überzeugend. Wenn es dann aber wiederum um eine Vereinigung geht, die bereits seit etlichen Jahrhunderten Jagd auf Märchenfiguren macht, dann war mir das doch ein wenig zu weit hergeholt und hat mir dann eher nicht so gefallen. Dennoch hat mir „Grimm“ trotz der genannten Kritikpunkte sehr gut gefallen, weil der Roman, wie oben schon erwähnt, meist in einem sehr schönen Schreibstil verfasst wurde und im Prinzip auch eine sehr nachvollziehbare Handlung aufweist.

Marzi hätte noch bedeutend mehr bekannte und unbekannte Märchen einbauen können, das hätte den Reiz des Buches mit Sicherheit erhöht. So aber beschränkte er sich nur auf ein paar ausgewählte, die aber jedermann kennen dürfte. Besonders hat mir eine Begegnung zwischen Vesper und einem eingesperrten, sogenannten „Goldspinner“ gefallen. Diese Szene fand ich äußerst amüsant und gelungen, denn, auch wenn der Name des kleinen Männchens nicht genannt wird, weiß man sofort, um wen es sich handelt. Aus diesem Grund hätten mir mehr solcher Einlagen gefallen.

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Fazit: Unterhaltsam und spannend entführt Marzi den Leser in eine Märchenwelt, die in unsere reale Welt eindringt. Deutsche Jugend-Fantasy, die absolut Spaß macht und in einem sehr gehobenen Schreibstil verfasst ist.

© 2015 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Der Ozean am Ende der Straße von Neil Gaiman

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Erschienen als
Taschenbuch im
Eichborn Verlag
238 Seiten
Preis: 18,00 €
ISBN: 978-38479-0579-0

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Als ein Mann anlässlich einer Beerdigung in seinen Heimatort zurückkehrt, erinnert er sich plötzlich an seine Kindheit und an Lettie Hampstock, ein Mädchen, das immer behauptete, der Tümpel am Ende der Straße wäre ein Ozean. Sie meinte, man könne durch ihn in eine andere Welt gelangen, aus der sie selbst und ihre Familie vor langer Zeit gekommen waren. Immer deutlicher werden die Erinnerungen des Mannes, als er die Vergangenheit wie in einem Film vor seinem inneren Auge Revue passieren lässt.

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Neil Gaimann schafft es immer wieder, den Leser zu überraschen. Er macht Unmögliches möglich und erzählt Geschichten, die, obwohl absurd, dennoch vollkommen glaubhaft erscheinen, als wären sie tatsächlich passiert.

Was auf den „nur“ 238 Seiten verpackt ist,  ist schon erstaunlich. Gaiman nimmt uns mit auf die Reise in eine Kindheit, von der wir wohl alle Teile davon erlebt haben. Aus der Sicht eines Siebenjährigen werden Dramen und Probleme, aber auch fantasievolle Illusionen und Kinderstreiche erzählt, die einem so manches Mal den Atem rauben, weil man sich sogar manchmal selbst darin entdeckt. Gaiman schildert eine Welt, wie sie nur Kinder sehen und erleben können, und das macht er mit einer Bravour, die nur wenigen Schriftstellern vergönnt ist.

Man gerät unweigerlich in diesen Sog, der einen nicht mehr loslässt und man versinkt, wie die Kinder, in einer Welt, von der man am Ende nicht mehr sicher ist, ob sie wahr oder nur in den Gedanken der Kinder existiert. Gaiman behandelt mit seinen poetischen Kleinod Kindheitsängste, aber auch Hoffnung, Liebe und Spaß. Die Gratwanderung zwischen Realität und fiktiver (?) Welt ist derart geschickt gemacht, dass man als Leser nicht merkt, wann genau man diese Grenze überschritten hat.

Es fällt schwer, diesen Roman einem Genre zuzuordnen. Und genau das ist auch ein Punkt, der mir persönlich gefällt. Gaiman schreibt, was er schreiben will und passt sich nicht dem gängigen Schubladendenken an. „Der Ozean am Ende der Straße“ ist Fantasy, Drama, Lebenserfahrungsgeschichte und Jugendbuch in einem. Die Geschichte ist zauberhaft verspielt, zeigt aber auch so manches Mal brutalen Realismus. Insgesamt vermischt sich das Gesamtwerk zu einem unglaublich berührenden Bericht aus längst vergangenen Kindheitstagen, die trotz „schlimmer“ Erinnerungen letztendlich eine „gute Zeit“ wiederspiegelt, der wir wohl alle ein wenig nachtrauern. Neil Gaiman lässt uns mit seinem neuen Roman wieder einmal für eine kurze Zeit zu Kindern werden.

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Fazit: Einfühlsam und zauberhaft verspielt, entfaltet Neil Gaiman in seinem neuen Roman eine Kindheitserinnerung, die schmerzt und glücklich macht. Philosophisch und poetisch, melancholisch und schaurig, erschreckend und magisch.

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© 2014 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Roter Mond von Benjamin Percy

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Erschienen als gebundene Ausgabe
im penhaligon Verlag
insgesamt 640  Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN: 978-3-7645-3123-2
Kategorie: Fantasy / SciFi Thriller
Erscheinungstermin: 24. März 2014

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Die jugendliche Claire Forrester erlebt ein ganz normales Teenager-Dasein mit „langweiligen Eltern“. Zumindest lebte sie in diesem Glauben, bis zu jenem Abend, an dem Agenten der Regierung die Türe ihres Hauses eintreten und ihre Eltern umbringen. Claire ergreift die Flucht und sie kann sich den Übergriff nur damit erklären, dass sie eine Lykanerin ist, ein Mensch, der außerdem das Wesen eines Wolfes in sich trägt. Die meisten Lykaner leben ein ruhiges, normales Leben, gehen ihren Jobs nach und unterdrücken das Virus durch Medikamente. Allerdings gibt es auch jene mit Beziehungen, die das Medikament nicht nehmen, dennoch „gute“ Blutproen vorweisen können und aber weiterhin einen „klaren“ Kopf haben, denn Volpexx macht u.a. träge und dösig.

Für Patrick Gamble steht ein Wandel an. Seit frühester Kindheit beim Vater aufgewachsen, muss er nun zu seiner Mutter umziehen, die er kaum kennt. In seiner frühesten Kindheit hat sie ihre Familie verlassen und Patrick hat keinerlei Beziehung zu ihr. Dennoch, der Umzug ist unausweichlich, sein Vater muss beruflich in die Republik. Ein Stück Land in dem die Lykaner leben und das durch die Regierung überwacht wird, weil es dort außerdem ein reiches Uranvorkommen gibt. Patrick, ein schüchterner junger Mann, steht urplötzlich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Der Flug, der ihn zu seiner Mutter bringen soll, wird Opfer eines grausamen Terroraktes. Und Patrick ist der einzige Überlebende in diesem, von einem Lykaner überfallenen, Flugzeug.

Chase Williams, Gouverneur und Frauenheld, will politisch weiter hoch hinaus. Die Gefahr durch die Lykaner, den Widerständlern in deren Reihen, nutzt er geschickt aus, um seinen steilen Weg nach oben bis auf die oberste Stufe zu erklimmen. Dummerweise wird er plötzlich selbst infiziert und Chase Williams setzt alles daran, sein dunkles Geheimnis zu hüten …

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Die Inhaltsangabe sowie die Worte zweier meiner Lieblingsautoren Stephen King und John Irving zu diesem Roman, haben mich auf dieses Buch neugierig gemacht. Es schien sich außerdem nicht um eine typische Werwolf-Story zu handeln, daher war ich mehr als gespannt.

Die erdachte Story und der Schreibstil von Benjamin Percy gefielen mir sehr gut und haben mich angesprochen. Die Grundidee der Handlung ist gut und die Protagonisten sind völlig unterschiedliche Personen, deren Charaktere gut ausgearbeitet sind. Nach und nach kommen immer mehr Zusammenhänge heraus, die Handlungsstränge verknüpfen und kreuzen sich. Im Laufe der Erzählung werden Claire und Patrick auf Grund ihrer Erlebnisse um einiges reifer, was mir gut gefiel. An dieser Stelle ein kleiner Hinweis für vielleicht etwas zartbesaitete Leser: Es geht oft hefitg, brutal und blutig zur Sache. Wer kein Blut lesen kann, sollte dies berücksichtigen. Für mich passen diese Szenen aber sehr gut in die Handlung und müssen auch sein, um die Dramatik rüberzubringen.

Dass die Protagonisten junge Erwachsene (Young Adults) sind, die teilweise heftig ums Überleben kämpfen und auf der Suche nach etwas extrem Wichtigem sind (was, mag ich nicht verraten), hat mich oftmals an „Partials“ von Dan Wells erinnert, auch wenn die Handlung an sich eine völlig andere ist. Aber auch die innere Zerissenheit der Hauptfiguren hier hat mich diesen Vergleich ziehen lassen

Jedoch empfand ich den letzten Teil des Romans, das Ende, leider als zu schnell. Die Auflösung der verschiedenen Handungsstränge, die über Kapitel hinweg dramatisch, wichtig und fesselnd waren, wurden plötzlich innerhalb von einigen Absätzen aufgelöst und abgehakt. Das finde ich persönlich schade.

Der Verlag präsentiert den Roman in einer gebundenen Ausgabe mit Leseband, mit einem (natürlich) roten Cover. Es spricht mich an und passt natürlich perfekt zum Titel des Romans.  Die Kapitel sind nicht zu lang, so dass ich als Leserin flott durch die Seiten gelesen habe.

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Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für einen spannenden, packenden Werwolf Roman. Der Autor liefert eine gute Handlung in einer fesselnden Stimmung. Teilweise recht heftig beschrieben, was aber gut zur Story passt. Lediglich das – mir – zu schnell abgehandelte Ende lassen mich einen Punktabzug vornehmen.

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Ich danke penhaligon für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2014

Nacht aus Rauch und Nebel von Mechthild Gläser

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Erschienen als
gebundene Ausgabe
im LOEWE Verlag
400 Seiten
Preis: 17,95  €
ISBN 978-3-7855-7445-4
Kategorie: Fantasy/Jugendbuch/All Age

Erscheint am 17.06.2013

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Floras Lebens als normaler Teenager am Tag und Wandernde des Nachts hat sich einigermaßen eingependelt. Ihre beste Freundin Wiebke ist eingeweiht und Flora selbst hat sich mit ihrem Leben als Prinzessin von Eisenheim arrangiert.

Nur klappt das Miteinander mit Marian nicht so, wie Flora es sich wünschen würde. Gegen Ende des ersten Abenteuers musste sie etwas tun um Eisenheim zu retten. Damit war Marian allerdings nicht nur nicht einverstanden, er ist stinksauer darüber. Er spricht nicht mehr mit ihr. Weder tagsüber, noch nachts in Eisenheim.

Floras Vater, der Fürst von Eisenheim ist völlig überfordert als auf die Schattenstadt immer größere Probleme zukommen. Das Nichts breitet sich unaufhaltsam und in einer rasenden Geschwindigkeit aus. Es vernichtet immer mehr Teile Eisenheims. Niemand weiß, was er dagegen tun kann. Doch Flora ahnt, dass sie vielleicht etwas mit dem ganzen Desaster zu tun hat. Denn jedesmal wenn das Nichts sich rührt, bekommt sie dies mit unangenehm starken Schmerzen am eigenen Leib zu spüren. Und der Ascheregen, der dabei vom Himmel fällt verbrennt ihren Körper. Ist sie an dem Unheil schuld, dass Eisenheim bedroht? Liegt es am Weißen Löwen, den sie versteckt hat und von dem sie behauptet hat, dass sie die Erinnerung an das Versteck verloren hat?

Floras Entscheidung nimmt mit jedem Stadtteil, den das Nichts verschlingt, mehr Formen an. Sie muss dem Rätsel des Nichts auf die Spur kommen. Doch leider scheint es hierfür nötig zu sein, sich mit ihrem ärgsten Feind zu verbünden. Dem eisernen Kanzler …

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Mit „Nacht aus Rauch und Nebel“ schließt Mechthild Gläser mit der Handlung nahtlos an den ersten Band „Stadt aus Trug und Schatten“ an“. Der Leser trifft auf alte Bekannte und ich habe mich sogleich wieder in die Handlung eingefunden, auch wenn es zu Beginn dieses zweiten Teils keine Zusammenfassung des ersten Romans gibt. 

Den sehr guten, gehobenen Schreibstil, der mich beim Debüt der Autorin so begeistert hat, behält sie in diesem Folgeroman weitestgehend bei. Ich persönlich kann aber eine kleine Abstufung feststellen. Viele Textstellen sind mir in diesem Band zu umgangssprachlich oder flapsig formuliert. Ich spreche nicht von wörtlichen Reden, denn hier reden Jugendliche untereinander nun einmal so und dann finde ich es auch völlig in Ordnung. Ich meine solche umgangssprachlichen Ausdrücke, wie sich z.B. auf etwas „plumpsen“ lassen in den Passagen aus Sicht des Erzählers (ein klitzekleines Beispiel). 

Die Handlung ist nicht langatmig, sondern liest sich flott und rasant. Hier sind die Szenenwechsel zwischen Eisenheim und Essen wieder eine gute Variante der Kurzweiligkeit. Kleine Cliffhanger fördern natürlich die Spannung, wenn z.B. Flora aus einer hochdramatischen Situation in Eisenheim gerissen wird, weil sie in der realen Welt aufwacht.

Die Liebesgeschichte zwischen Marian und Flora ist ein leichtes Hin und Her, immer wieder steht den beiden hier der Misstrauen im Weg. Dies hat mich ab und an an Gwendolyn und Gideon der Edelstein-Trilogie erinnert, aber vielleicht sind Jungendlieben in Roman einfach so :). Eine besondere Entwicklung der Geschichte hat mich gefreut und nicht annähernd überrascht, damit hatte ich bereits recht früh im ersten Teil gerechnet.

Das Ende und die Auflösung gefielen mir wiederum gut. Auch hier kann ich nur wiederholen: ich habe nichts nachgemachtes oder abgeschautes gefunden! Auch wenn der Leser nun bei dem Begriff „Nichts“ geneigt sein mag zu glauben, es habe etwas mit dem Nichts von Michael Endes Fantasien zu tun. Nein, dem ist nicht so. Hier hat die Autorin eigene Ideen zu Papier gebracht.

Der Verlag präsentiert auch diesen zweiten – und letzten – Teil als gebundene Ausgabe. Der erste Teil war komplett weiß, der Einband aus dickem, geprägtem Papier und mit pinker Schrift geziert. Diese Fortsetzung ist nun komplett schwarz, der Einband nun aber aus glattem Papier mit genau der gleichen pinkfarbenen Schrift. Diese Gegensätze gefallen mir. Leider hat der Verlag in dem neuen Buch am Leseband gespart, welches den ersten Band noch aufgewertet hat.

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Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für eine gute Fortsetzung, die den gehobenen und guten Schreibstil des ersten Romans weitestgehend hält, jedoch eine Spur mehr an Umgangssprache aufweist. Die Geschichte liest sich flott, macht Spaß und weist keine Längen auf. Dennoch hat mir persönlich der besondere Kick gefehlt, der mich dazu bewogen hätte, wieder die volle Punktzahl zu vergeben. 

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Ich danke dem LOEWE Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 

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© Buchwelten 2013

Elysion von Thomas Elbel

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Erschienen als Taschenbuch
bei PIPER
insgesamt 480 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-492-26881-3
Katergorie: Dark-Future Thriller / Dystopie / Fantasy

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Die Zukunft. Ein heftiger Bürgerkrieg hat die Zivilisation komplett niedergestreckt und die Überlebenden in den Städten hausen in Ruinen. Strom und medizinische Versorgung gibt es nicht mehr. Gangs machen die Straßen unsicher, das Leben ist hart.

Auch die 17-jährige Cooper Kleinschmidt versucht, sich gemeinsam mit ihren gleichaltrigen Freunden Brent und Stacy durchzuschlagen. Sie ist eine Waise, Coopers Eltern wurden während des Bürgerkrieges vor ihren Augen umgebracht. Nun arbeitet sie mit ihrer „kleinen“ Familie einer der Gangs in der Stadt zu. Sie dealen mit der Droge Teer.

Die Wälder werden von den Malach beherrscht. Diese Wesen sind eine KI (künstliche Intelligenz), sie sehen in ihrem Erscheinungsbild Menschen ähnlich, nur dass sie keine Haut kleidet. Zum einen bewachen diese Kreaturen das ELYSION, zum anderen verschleppen sie aber auch Menschen dorthin, die sich in den Wäldern aufhalten. Das ELYSION ist eine Gemeinde, angeführt vom sog. Pontifex, der die Bewohner als selbsternannter Diktator streng führt und unterdrückt. Die Lebensbedingungen sind hart und die Bestrafungen grausam.

Cooper und ihre Freunde begeben sich regelmäßig in die Wälder. Denn aus den Malach wird genau die Droge gewonnen, welche die Jugendlichen benötigen, um zu überleben. Kommt eines dieser Wesen mit Starkstrom in Berührung, sterben sie. Das Einzige, das zurückbleibt, nachdem sich die Kreatur „verflüssigt“ hat, ist besagte, begehrte Substanz, die eine teerartige Konsistenz hat und nicht nur einen Rausch auslöst, sondern den Konsumenten zusätzlich besondere Fähigkeiten beschert.

Auf der jüngsten Jagd nach einem Malach kommt es zu einem Missgeschick. Es gelingt Cooper nicht, das Wesen zu töten. Stattdessen stößt sie heftig mit ihm zusammen und die Kreatur kann fliehen. Cooper trägt von dem Zwischenfall nicht nur eine Verletzung am Auge davon, sie hat plötzlich unregelmäßige Visionen, als sähe sie durch die Augen eines anderen. Die Augen eines Malach … ?

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Dies ist der zweite Roman des Autors Thomas Elbel. Nach seinem Debüt ASYLON bleibt er mit ELYSION dem Genre treu. Wieder hat er einen dystopischen Roman vorgelegt, eine Geschichte also, die sich in postapokalyptischer Umgebung abspielt. Dark-Future Thriller ist die Bezeichnung, mit welcher der Verlag die Handlung anbietet.

In der Tat ähnelt ELYSION dem Vorgänger, doch es handelt sich nicht um eine Fortsetzung, sondern um eine komplett neue, eigenständige Handlung mit neuen Charakteren. Ich persönlich finde diese Titelähnlichkeit nicht so gut, es wirkt auf mich leider eher einfallslos.

Der Schreibstil ist wieder einfach und relativ umgangssprachlich. Allerdings sind mir in ELYSION nicht mehr solch extremen Redewendungen aufgefallen, wie ich sie in meiner Rezension zu ASYLON bemängelt hatte.

Die Charaktere sind gut beschrieben, jedoch haben sie es nicht geschafft, mir im Laufe der Handlung so richtig ans Herz zu wachsen. Hier waren es die Nebenfiguren (u.a. die bösen) und sogar eines der Wesen, welche meine tiefere Zuneigung erhalten haben.

Der Teer, eben die Droge, mit der Cooper dealt hat mich ,sehr an die Serienkillerromane von Dan Wells erinnert. Denn auch dort sind die Rückstände, wenn der Protagonist einen Dämon überwältigt und ausgelöscht hat, exakt die gleiche Substanz.

Die Entwicklung der Handlung war für mich recht leicht absehbar. Ich wusste ohne große Anstrengung relativ früh, wie sich gewisse Verbindungen auflösen werden, was ich allerdings nicht als schlimm empfand. Fesselnd war die Handlung trotzdem und ich habe den Roman innerhalb einiger Tage weggelesen.

ELYSION ist im PIPER Verlag als Taschenbuch erschienen, die Aufmachung ist ähnlich des Erstlings, die Farbe des Titels und das Bild auf dem Cover haben sich jedoch geändert. Ich finde die Optik ansprechend, der Klappentext ist knapp und macht neugierig.

Die Kapitel sind in einer angenehmen Länge verfasst, was dazu verleitet, dass ein oder andere Kapitel mehr zu lesen als geplant. Was mir noch positiv auffiel ist, dass das Papier angenehm weich ist und sich gut anfühlt.

Mein Fazit: 3 von 5 Sternen für den zweiten Roman des Autors. Für mich kommt ELYSION nicht ganz an den Erstling heran. Dennoch eine Dystopie mit Fantasy und Science Fiction Elementen, die sich angenehm liest und fesselnde Lesestunden bietet.

 

Ich danke PIPER für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

© Buchwelten 2013