Ulldart – Die komplette Saga 3 von Markus Heitz

ulldart

Erschienen als Taschenbuch
im Piper Verlag
1360 Seiten
20,00 €
ISBN: 978-3-492-28133-1

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Nach einer gewaltigen Schlacht ist nun doch endlich Frieden auf Ulldart eingekehrt. Doch Lodriks erste Frau Aljascha will die Herrschaft über das Reich Tarpol an sich reißen. Plötzlich scheint der Frieden gefährdet, denn an der Westküste erscheint eine mysteriöse Kriegsflotte. Und dann versucht sich auch noch Lodriks Tochter in der nekromantischen Magie und plant, ein Heer aus Seelen um sich zu versammeln. Es ist ein Amulett, das über Sieg oder Niederlage der dunklen Mächte entscheidet …
Der Sammelband beinhaltet die Bände der Trilogie „Zeit des Neuen“
Band 1: Trügerischer Friede
Band 2: Brennende Kontinente
Band 3: Fatales Vermächtnis

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Nach dem sechsten Band war eigentlich Schluss mit der Geschichte um den Kekskönig Lodric. Doch der Erfolg dieser Serie verschaffte Markus Heitz die Möglichkeit, eine anschließende (und abschließende) Trilogie um Ulldart zu verfassen, die nun im vorliegenden Sammelband komplett vorliegt. Nach einer kurzen Zusammenfassung, durch die man sich wieder sehr schnell in die Ereignisse der vorangegangenen Bände einfindet, beginnt dann also das neue Abenteuer. Und wie … 🙂
Die Stimmung und das Niveau sind genauso wie in den ersten sechs Bänden. Heitz treibt die Handlung geschickt voran, so dass man schnell vergisst, dass nach dem sechsten Buch eigentlich Schluss sein sollte.

Man sollte sich nicht von dem Titel „Zeit des Neuen“ irritieren lassen, denn Markus Heitz lässt in diesen drei neuen Folgebänden die Handlung sogar noch düsterer erscheinen als in den Bänden 4 bis 6. Viele mochten diese Entwicklung nicht, weil sie aufgrund des Titels damit gerechnet hatten, dass sich Ulldart wieder zu einer strahlenden Welt entwickelt. Aber weit gefehlt … Doch mir persönlich hat gerade diese Entwicklung gefallen, diese trostlose Atmosphäre, die sich über die Handlung legt und eine ganz eigene Stimmung erschafft. Heitz lässt sich viel Neues einfallen, kehrt aber immer wieder zu seinen Ursprüngen zurück, so dass sich diese ’neue‘ Trilogie aus meiner Sicht nahtlos an die Vorgängerbücher anschließt und die Geschichte um den Kontinent gelungen abschließt und auch abrundet. Man sieht am Ende staunend auf Tausende von Seiten zurück und fragt sich, wie Markus Heitz auf diese Unmengen an Ideen und Charakterzeichnungen kommt. Insgesamt gesehen ist die Ulldart-Saga schlichtweg episch und atemberaubend.

Aufgrund des wirklich sehr angenehmen und flüssigen Schreibstils passiert im dritten Sammelband der Saga letztendlich genau das gleiche wie bei den beiden vorherigen: Man liest die Seiten trotz des gigantischen Umfangs relativ schnell weg, weil man sich von der Handlung äußerst schlecht lösen kann. Markus Heitz schafft auch hier wieder das kleine Wunder, dass man sich in den umfangreichen Handlungssträngen und verzwickten Entwicklungen letztendlich doch nicht verstrickt und die Übersicht (und respektive dann die Lust zum Weiterlesen) verliert. Man möchte wissen, was den einzelnen Charakteren widerfährt und ertappt sich des Öfteren dabei, dass man „nur noch ein paar Seiten“ liest. Heitz kann wunderbare Welten erschaffen und vermag auch mit den abschließenden drei Bänden des Ulldart-Epos seine Leser in den Bann zu ziehen. Und erstaunlich ist, dass man nach knapp 4.700 Seiten (wenn man den gesamten Zyklus sieht) im Grunde genommen eigentlich doch nicht genug von Ulldart hat. Alleine das ist ein Zeichen von hohem Unterhaltungswert, wie ich finde.

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Fazit: Düstere Fortsetzung des Ulldart-Zyklus. Einfach magisch.

© 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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Ulldart – Die komplette Saga 2 von Markus Heitz

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Erschienen als Taschenbuch
im Piper Verlag
1888 Seiten
22,00 €
ISBN: 978-3-492-28132-4

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Nach der Schlacht von Telmaran rechnet man in Ulldart, dass sich die alte Prophezeiung nun endgültig erfüllt. Lodrik ist weiterhin unter dem Einfluss dämonischer Kräfte und seine Verbündeten sitzen in den Gefängnissen von Tarpol. Da taucht plötzlich ein Junge auf, der allem Anschein nach Lodriks Sohn Lorin ist. Doch Lodrik seht sich nach Frieden, während die Rogogarder und Kensustrianer noch weiterhin Widerstand leisten. Eine Vereinigung der Königreiche rückt zwar in greifbare Nähe, doch im Hintergrund werden Intrigen gegen Lodrik geschmiedet.
Doch dann taucht Goran auf, Lodriks Erstgeborener, und setzt alles daran, dass sich die Prophezeiung einer Dunklen Zeit doch noch erfüllt …

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In gewohnt hohem Niveau geht die Saga um Ulldart von Markus Heitz weiter. Schon nach wenigen Seiten fühlt man sich in die Stimmung der ersten drei Bände zurückversetzt, wenngleich man anfangs leichte Schwierigkeiten hat, sich an einzelne Personen zu erinnern oder ihre Stellung in der Gesamthandlung zu finden. Aber, wie gesagt, es dauerte nicht lange und man findet sich in der Geschichte wieder zurecht und durch ein paar verstreute Rückblicke auf vergangene Ereignisse erkennt man auch schon bald wieder die Zusammenhänge. Sicherlich drängt sich da an manchen Stellen der Vergleich mit George R.R. Martins „Das Lied von Feuer und Eis“ („Game Of Thrones“) auf, aber Heitz geht einen anderen, eigenständigen Weg in seiner Welt voller Krieg und Intrigen. Auch in den vorliegenden Bänden 4 bis 6 spürt man, dass der Autor seine Geschichte durchdacht hat.

Erwähnenswert ist vielleicht auch noch, dass Markus Heitz sich selbst treu bleibt und in der Ulldart-Saga keine Elfen, Zwerge, Orks oder Drachen erscheinen lässt. Es ist ein Fanatsy–Roman, der von Menschen handelt, von ihrer Suche nach Weltfrieden, aber auch ihrem Streben nach Macht, bei dem sie über Leichen gehen. Vielleicht sind es gerade die fehlenden Fantasiegeschöpfe, die dieser Reihe eine gewisse Authentizität verleiht, die man als Fan von Fantasyliteratur genießt, weil sie schlichtweg mal etwas anderes serviert. Die Charakterisierung der Protagonisten geht auch in den mittleren drei Bänden der Saga konstant weiter und man erfährt wieder einiges über die liebenswerten, aber auch hassenswerten Personen. Wie schon bei den ersten Bänden widmet Heitz seine Kapitel immer wieder einem anderen Protagonisten, so dass man schon bald in einen angenehmen Lesefluss der Geschichte gerät. Hin und wieder ertappte ich mich dabei, wie ich an die ersten beiden Teile der Geschichte zurückdachte und mir immer wieder in Erinnerung rief, welch epischen Ausmaße die eigentlich sanft beginnende Geschichte angenommen hat. Das zeigt, das Markus Heitz den Spannungsbogen langsam Band für Band höher schraubt und der Story immer gewaltigere Ausmaße verleiht. Das schafft nicht jeder Autor so konsequent.

Markus Heitz schlägt bei den mittleren drei Bänden der Saga (insgesamt neun Teil) einen weitaus düstereren Weg ein als bei den Einstiegsbüchern. Gerade das macht dem Leser aber immer wieder deutlich, wie sich die Ereignisse in Ulldart überschlagen und in Zukunft noch entwickeln werden. Denn vieles deutet immer mehr auf ein unheilvolles, episches Finale hin. Diese konsequente Schaffung einer düsteren, fast schon aussichtslosen Atmosphäre machen den vorliegenden Sammelband zu einem wahren Erlebnis für Freunde von epischer High Fantasy, den man schlecht aus der Hand legen mag, wenn man mal von dem fast zweitausend Seiten umfassenden, und daher leicht unhandlichen Wälzer absieht. 😉
Immer wieder dachte ich mir beim Lesen, dass eine solche Sammlerausgaben, wie Piper sie nun vorlegt (jeweils drei Bände in einem Sammelband) als gebundene Ausgaben eventuell besser funktioniert hätten, weil sie mehr „her gemacht“ hätten. Aber auch als broschierte Ausgabe kann man diesen zweiten Sammelband, wie schon den ersten, uneingeschränkt empfehlen.

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Fazit: Band 3 bis 6 der Ulldart-Saga in einem Band. Niveauvolle und spannende High Fantasy.

© 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Der Fall von Gondolin von J.R.R. Tolkien – herausgegeben von Christopher Tolkien

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Erschienen als gebundene Ausgabe
in der Hobbit Presse (Klett-Cotta)
insgesamt 352 Seiten
Preis: 22,00 €
ISBN: 978-3-608-96378-6
Kategorie: Fantasy

Die größten Gegner Mittelerdes stehen sich gegenüber: Morgoth, die Personifizierung des Bösen und Ulmo, der Herr der Meere, Seen und Flüsse. Morgoth ist auf der Suche nach der verborgenen Elben-Stadt Gondolin, denn Turgon, König dieser Stadt, wird von Morgoth gehasst, weshalb er versucht, Gondolin zu finden und zu zerstören. Ulmo sendet den jungen Tuor nach Gondolin, um zum einen die Stadt und ihren König zu retten und zum anderen, zusammen mit den Bewohnern gegen das Böse in den Krieg zu ziehen.

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Der mittlerweile 94 Jahre (!!!) alte Christopher Tolkien hat ein neues Kapitel im Mittelerde-Epos aufgeschlagen und entschlüsselt. Mit einer unglaublichen Akribie und Kenntnis über die Arbeit seines Vaters präsentiert Christopher Tolkien die Geschichte um den Fall Gondolins in sämtlichen existierenden Fassungen und gibt in detailliert geschilderten Kapiteln Aufschluss über die Entstehung und Zusammenhänge. Es ist atemberaubend, wie sich für den interessierten Tolkien-Leser und -Fan Lücken im Gesamtwerk um Mittelerde schließen und man fasziniert erkennt, wie viele Geschichten (auch „Der Herr der Ringe“) miteinander verbunden sind. Sicherlich sind diese Zusammenhänge für den wahren Tolkien-Fan nichts Neues, aber Christopher Tolkien schafft eine sehr hypnotische Stimmung, wenn er die titelgebende Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln untersucht und Textfragmente aus dem Erbe seines Vaters wie ein Puzzle zusammensetzt, um ein ganzes Bild zu bekommen.

Fast mutet das Buch wie eine Detektivarbeit an, bei der der Leser aktiv teilnimmt, weil der Autor ihn an seinen Überlegungen hautnah dabei sein lässt. Ich konnte mich sehr schlecht von den „Ermittlungen“ losreißen und war neugierig, wie sich die verschiedenen Geschichten, die Tolkien um die selben Begebenheiten verfasst hat, letztendlich doch wieder zusammenfügen. Christopher Tolkien hat, wie schon bei „Die Kinder Húrins“ und „Beren und Lúthien“, wieder hervorragende Arbeit geleistet und konnte mich mit seinen Überlegungen und Schlussfolgerungen vollends überzeugen. Am Ende war ich traurig, dass die Recherchen nicht noch weitergingen, so sehr hat mich der Sohn in das Werk seines Vaters versinken lassen.

Nun aber zur eigentlichen Geschichte, nämlich dem „Fall von Gondolin“:
J.R.R. Tolkien hat, wie bei all seinen Geschichten, eine Welt erschaffen, der man sich schlichtweg nicht entziehen kann. So auch bei der vorliegenden Geschichte, die sich liest wie eine wahre Begebenheit, die über Jahrtausende von Mund zu Mund weitererzählt wurde. „Der Fall von Gondolin“ klingt wie ein Märchen, wie eine Fabel, aber auch wie eine Legende. Interessant ist auch, wie einerseits unschlüssig und andererseits detailliert Tolkien an diesen Zeitabschnitt von Mittelerde heranging. Die verschiedenen Versionen der Geschichte zeigen, dass er permanent an der Entwicklung der Begebenheiten gearbeitet hat, sie von vielen Seiten aus beleuchtet hat und (wahrscheinlich) unsicher war, welche der Versionen seiner Vision am nähesten kam. Letztendlich fügen sich die verschiedenen Herangehenswesen an den „Fall von Gondolin“ beim Leser am Ende zu einer einzigen, allumfassenden Geschichte zusammen, die von der Atmosphäre auch schon mal an sein Magnus Opus „Der Herr der Ringe“ erinnert. Absolut gelungen sind die unterstützenden Illustrationen von Alan Lee, die das Abenteuer auch noch visuell optimal unterstreichen. Wenn man das Buch zuschlägt, meint man tatsächlich, man hätte eine Art Film gesehen, der, unterstützend durch die Kommentare Christopher Tolkiens, eine Art Dokumentation geworden ist. Fans von J.R.R. Tolkien sollten keine Sekunde überlegen, sich dieses tolle Werk anzuschaffen. Alle anderen, die einmal einen Einblick in Tolkiens Schaffen außerhalb „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“ riskieren möchten, lege ich dieses Buch ebenfalls nahe. Vor allem durch die erklärenden Worte des Sohnes erhält die Geschichte eine ganz besondere Tiefe, die man nicht so schnell vergisst.

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Fazit: Wunderbarer Ausflug nach Mittelerde mit dokumentarischem Touch. Volle Punktzahl!

© 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Splitterwelten 3 – Flammenwind von Christoph Dittert und Michael Peinkofer

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Erschienen als Taschenbuch
im Piper Verlag
364 Seiten
14,00 €
ISBN: 978-3-492-26990-2

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Kalliope und ihre Gefährten versuchen, das Geheimnis der Magierin Harona zu ergründen. Was steckt hinter ihrer Macht und was hat sie vor? Kalliope und ihre Freunde reisen nach Ethera und finden dort eine Antwort, die die Existenz sämtlicher Weltensplitter bedroht …

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Es geht weiter mit Kalliope … und selbst wenn einige Zeit zwischen dem vorliegenden, abschließenden Band und seinen beiden Vorgängern verstrichen ist, so fällt der Einstieg nicht wirklich schwer. Man findet sich schnell wieder im Splitterwelten-Universum zurecht und schließt sofort wieder Freundschaft mit den liebenswerten Protagonisten. Geschickt werden auch vergangene Geschehnisse in die aktuelle Handlung eingebaut, so dass man auch den Überblick über das Gesamtgeschehen nicht verliert und sich schnell wieder auf einem guten Kenntnisstand befindet. Die Splitterwelten-Saga von Christoph Dittert und Michael Peinkofer macht, wie schon die ersten beiden Bände, unglaublich Spaß. Erstaunlicherweise verhält es sich auch wieder hier so, dass sich der Schreibstil der beiden Autoren perfekt vermischt, so dass man meint, nur ein einzelner Autor hätte den Roman geschrieben. Ich muss sagen, die Symbiose der beiden Schriftsteller passt perfekt. 😉

Das Abenteuer geht also weiter. Und es geht sehr rasant weiter. Nach einem Einstieg, der NICHT das Cliffhanger-Ende des zweiten Bandes fortführt :), kehrt der Leser dann endlich zurück in den Handlungsstrang von Kalliope und ihren Gefährten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist man wieder von der Handlung vollkommen gefangen und denkt, man hätte Teil 2 nicht vor einem Jahr, sondern vor einem Monat zur Seite gelegt. Wie erwartet, entwickelt sich der abschließende Band der Trilogie zu einem epischen Kampf, der sehr bildhaft im Kopfkino des Lesers abläuft und keine Wünsche offen lässt. Drama, Humor, Action und Fantasy vermischen sich perfekt zu einem Szenario, das man schon während des Lesens nicht verlassen möchte und schon gar nicht, wenn man das Buch am Ende zuschlägt. Die drei „Splitterwelten“-Romane sind ein intensives Lesevergnügen, das man gerne noch einmal lesen möchte. Die Entwicklung der Charaktere im letzten Band fand ich sehr schön und plausibel dargestellt, vor allem auch die Beziehung zwischen Kalliope und ihrer Jugendfreundin Prisca. Die Freundschaft, die die beiden verbindet, wurde trotz diverser Differenten sehr gut beschrieben. „Flammenwind“ war, wie von Peinkofer (und Dittert) gewohnt, ein echter Pageturner, der sich innerhalb kürzester Zeit einfach so weglesen lässt. Manchmal gibt es einfach Bücher, die lesen sich sozusagen von selbst 😉 – und genau so eines ist auch „Splitterwelten 3 – Flammenwind“.

Freunde von High Fantasy und klassischer Fantasy kommen auch hier wieder auf ihre Kosten. Und die Animalen (die Tier-Protagonisten dieser Reihe) sind wieder dermaßen erfrischend, dass es eine wahre Freude ist, ihnen bei ihren Dialogen und Monologen „zuzuhören“. Ich habe mich immer wieder gefreut, wenn die Autoren wieder auf den Handlungsstrang mit dem Pantheriden und Chamäleoniden schwenkten. Und, genau so, wie ich es erwartet habe, führen die beiden Autoren die Geschichte um die Zukunft der Splitterwelten mit einem sehr rasanten Spannungsbogen fort, dem man sich einfach nicht entziehen kann. Ich könnte mir eine Verfilmung der drei Bände sehr gut vorstellen. Das Finale würde als Film wahrscheinlich sogar noch besser funktionieren als im Buch. Die lebendigen Charaktere und die komplexe, originelle Handlung machen aus dem abschließenden Splitterwelten-Roman ein Highlight, das aber nur in Verbindung mit den vorherigen Bänden funktioniert. Insgesamt rundet der finale Teil die spannenden Abenteuer mit jeder Menge überraschender Wendungen das Gesamtbild optimal ab und hinterlässt beim Leser (zumindest bei mir) einen bleibenden Eindruck. Und auch wenn die Ideen nicht alle unbedingt neu sind, so haben Dittert und Peinkofer ein wunderbares, fantastisches Universum erschaffen, an das man immer wieder gerne zurückdenkt. Mehr kann man doch von einem Fantasy-Roman gar nicht erwarten, oder? 😉

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Fazit: Gelungener Abschluß einer fantastischen Trilogie mit starken Charakteren und einer stimmungsvollen Geschichte.

© 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Gork – Der Schreckliche von Gabe Hudson

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Erschienen als gebundene Ausgabe
in der Hobbit Presse (Klett-Cotta)
insgesamt 432 Seiten
Preis: 20,00 €
ISBN: 978-3-608-96268-0
Kategorie: Fantasy, Humor

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Gork ist ein Teenager-Drache, der auf der Suche nach einer Partnerin für die EierLege, einem Fortpflanzungsfest, ist. Runcita heißt die Auserwählte, die aber erst einmal kein Interesse an Gork zeigt. Hinzu kommt, dass Gork nicht nur um das Herz seiner Angebeteten kämpfen, sondern sich auch gegen gemeine Rivalen behaupten muss. Keine leichte Aufgabe für einen Drachen in der Pubertät …

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Hmmm, ich weiß gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll. Ich war sehr neugierig auf dieses Buch, zumal es mit Werken von Terry Pratchett und /oder Douglas Adams verglichen wurde. Okay, am Anfang hat das Konzept bei mir auch noch funktioniert und ich habe mich unterhalten und auch manchmal amüsiert. „Gork“ mit Pratchett oder Adams gleichzusetzen ist allerdings sehr weit hergeholt und trifft meiner Meinung nach definitiv nicht zu. Hudson geht einen anderen Weg und besitzt einen anderen Humor als die beiden genannten, der mir persönlich nicht besonders zusagte. Wie schon gesagt, anfangs sprang eine Art Funke über, der aber mit jeder Seite, die ich mehr las, immer mehr verglühte und schließlich ganz verschwand. Letztendlich nervten mich die immer wiederkehrenden Witze um den „grünen, geschuppten Arsch“ und ich konnte einfach nicht mehr darüber lachen. Und auch wenn es lustig sein soll, Tolkien als Tolkien-Trottel oder minderbemittelten Mistkerl zu beschreiben finde ich schon irgendwie grenzwertig, Spaß hin oder her, „Der Hobbit“ als sinnfreies Geschreibsel zu bezeichnen finde ich nicht wirklich witzig. Humor ist für mich schon etwas anders. Aber da sind die Geschmäcker wohl verschieden.

Gabe Hudsons Schreibstil würde ich nicht als niveauvoll bezeichnen, sondern eher als flapsig jugendlich, was für mich nach einer gewissen Seitenzahl auch ein leichtes Ärgernis darstellte. Manchmal fühlte ich mich an Walter Moers erinnert, der allerdings bedeutend niveauvoller und literarischer arbeitet, so dass es mir bisweilen vorkam, als wolle Hudson den genannten Autoren (womöglich Hudsons literarische Vorbilder) nacheifern, was ihm allerdings leider nicht gelang. „Gork“ hat sicherlich einige, wenngleich wenige, Lichtblicke, die Spaß machen und immer wieder hoffen lassen, dass sich der Plot (und der Humor) ändert. Aber zumindest ich wurde leider immer wieder aufs Neue enttäuscht. „Gork“ vermischt einen niedlichen „Tabaluga“-Drachen mit herbem Humor und macht sich selbst zu einem Roman-Hybriden, der nicht genau weiß, ob er in die Sparte „Jugend- / Kinderbuch“ oder „Erwachsenenmärchen“ a la Walter Moers gehört. Um mit letzterem konkurrieren zu können, fehlt „Gork“ allerdings jeglicher Tiefgang.

Ganz so schlimm, wie meine Worte klingen mögen, ist „Gork“ nun doch auch wieder nicht. Und für jemanden, der humorige Fantasy mag, dürfte das Buch zumindest einen Blick wert sein. Unterhaltung ist gegeben und der relativ einfach gestrickte Plot um den niedlichen, tollpatschigen Drachen hat einen gewissen Reiz, das will ich nicht abstreiten. Mein Fall war es leider nicht, zumal ich bei einem Buch, das in der Hobbit Presse erscheint, einfach mehr Niveau oder literarische Ausgefeiltheit erwartet habe. Mich hat „Gork – Der Schreckliche“ leider nicht überzeugt, obwohl ich mir gewünscht hätte, er hätte es getan.

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Fazit: Einfach konstruiert und mit einem gewöhnungsbedürftigen Humor ausgestattet. Mein Fall war es leider nicht.

© 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Im Turm von Josiah Bancroft

Im Turm von Josiah Bancroft

Erschienen als Taschenbuch
im Heyne Verlag
insgesamt 448 Seiten
Preis: 14,99 €
ISBN: 978-3-453-31950-9
Kategorie: Fantasy

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Der Lehrer Thomas Senlin wollte zusammen mit seiner Frau das Weltwunder, den Turm zu Babel, besuchen. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft, wird das Paar getrennt. Senlin macht sich auf die Suche nach seiner verschwundenen Frau und muss feststellen, dass ihm nichts anderes übrigbleibt, als den Turm zu betreten. Im Inneren des gewaltigen Bauwerks erwarten ihn außergewöhnliche Welten, die sich mit jeder Etage verändern und neue Wunder hervorbringen. Mit jedem Stockwerk, das sich Senlin emporarbeitet, erwarten ihn neue Abenteuer. Und er hat keine Ahnung, wie hoch er gehen muss, um seine Frau zu finden, denn niemand weiß, wie hoch dieser Turm ist …

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„Im Turm“ fängt sehr stimmungsvoll an und lässt die Erwartungshaltung des Lesers schon nach den ersten Seiten in die Höhe schnellen. Bancroft schreibt sehr bildhaft und man ist sofort mittendrin im Geschehen. Alleine schon die Ausgangssituation, in die der Autor den Leser wirft, lässt Großes und Episches ahnen. Und in der Tat, je mehr Seiten man von diesem beeindruckenden Debüt liest, desto epischer wird die Geschichte – zumindest im Kopf des Lesers, denn leider versäumt Bancroft des öfteren, etwas genauer auf die verschiedenen Stockwerke / Welten einzugehen, so dass vieles dem Kopfkino des Lesers überlassen bleibt. Was eigentlich nicht schlimm ist, sondern für die Fähigkeiten des Autors spricht, wenn es sich so verhält. Aber bei manchen Begebenheiten hätte ich mir mehr Details gewünscht. Das tut aber dem Unterhaltungswert des Romans dennoch keinen Abbruch.

Manchmal fühlte ich mich tatsächlich an den Film „Snowpiercer“ erinnert, wo ein Zug durch eine apokalypische Welt rast und sich in jedem Waggon sozusagen eine eigene, kleine Welt befindet. „Im Turm“ arbeitet mit der gleichen Grundidee und entführt sowohl den Protagonisten wie auch den Leser in eine Fülle verschiedener Welten, die jeweils ein Stockwerk des gigantischen Bauwerks einnehmen. Da es sich um einen Debütroman handelt, muss auf jeden Fall der sehr angenehme und niveauvolle Schreibstil erwähnt werden, der alleine schon das Buch lesenswert macht. Hinzu kommen die außergewöhnliche Ideen, mit denen Bancroft aufwarten kann. „Im Turm“ ist der erste Teil einer Trilogie und man merkt während des Lesens, dass der Autor seine Handlung gemächlich (was nicht negativ zu werten ist) aufbaut. Der Roman hat eindeutig Potential nach oben und ich bin mir ziemlich sicher, dass Josiah Bancroft seinen Plot genau geplant hat, um mit jedem Band eine Steigerung in der Story zu schaffen.

„Im Turm“ mit Tolkiens „Der Hobbit“ zu vergleichen finde ich etwas unpassend. Außer dem Abenteuercharakter der Geschichte haben die beiden Handlungen herzlich wenig zu tun. Bancrofts Debüt spielt in einem völlig anderen Universum, das in vielen Belangen sogar unserer Realität gleicht und definitiv nicht an eine „Mittelerde“-Stimmung heranreicht. Aber das ist es auch, was den Fantasyroman in meinen Augen so außergewöhnlich macht, denn Bancroft geht einen eigenen, neuen Weg. Er hat zwar einen Fantasyroman geschrieben, aber dennoch in einigen Belangen Bezüge zu unserer wirklichen Welt geschaffen. Wie anfangs schon erwähnt, denke (und hoffe) ich, dass in dem manchmal zäh wirkenden Aufbau Absicht steckt, um in den Folgebänden das verfügbare Potential dieser Story weiter auszuschöpfen. „Im Turm“ wird ein Roman sein, der erst nach dem Lesen seine volle Wirkung im Gehirn bei manchen Lesern entfalten wird, weil die Bilder einfach hängenbleiben. Ich fand den Einstieg der Trilogie auf jeden Fall sehr erfrischend und freue mich schon auf die letzten Teile. Man spürt schon ein leichtes, erwartungsvolles Kitzeln im Bauch, wenn man die Karte des Turms im Buch ansieht und sich vorstellt, was in den weiteren Stockwerken noch alles auf den Protagonisten zukommt. Das Cover ist absolut toll gelungen und ein echter Hingucker. Schade finde ich, dass (wieder einmal, wie leider mittlerweile im Verlagswesen üblich) keinerlei Hinweis vermerkt ist, dass es sich um keinen eigenständigen, abgeschlossenen Roman handelt, sondern um den ersten Teil einer Trilogie. Wahrscheinlich will man damit erreichen, dass das Buch schon jetzt gekauft wird und die Leser nicht so lange warten, bis der komplette Zyklus erschienen ist (was für mich schon auch nachvollziehbar wäre). Aber ein Hinweis wäre dennoch schön gewesen, damit der Leser weiß, auf was er sich da einlässt.

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Fazit: Beeindruckendes und noch ausbaufähiges Erstlingswerk, das den Beginn eines großen Abenteuers darstellt.

© 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Arkane – Das Haus der Drachen von Pierre Bordage

Arkane von Pierre Bordage

Erschienen als Taschenbuch
im Heyne Verlag
insgesamt 608 Seiten
Preis: 16,99 €
ISBN: 978-3-453-31914-1
Kategorie: Fantasy

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Bei einem brutalen Anschlag werden Oziels Eltern, die eine der sieben Machthaber der Stadt darstellen, getötet. Das Land droht durch dunkle Mächte zu zerfallen. Während sich Oziel auf die Suche nach ihrem verschollenen Bruder macht, von dem sie erwartet, dass er Arkane vor dem Untergang bewahren kann, macht sich der Zauberlehrling Renn ebenfalls auf die Reise, um das Schlimmste zu verhindern.

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Ich kenne und schätze Pierre Bordage nur als Verfasser von spannenden und interessanten Science Fiction-Geschichten, so das sich sehr gespannt war, was er im Sektor des Fantasy-Romans auf die Beine stellen würde. Bordage hat mich keinesfalls enttäuscht und hat eine sehr authentische Welt erschaffen, bei der man allerdings gerade am Anfang der Geschichte etwas Schwierigkeiten hat, sich zurechtzufinden. Eine Karte wäre vielleicht ein wenig hilfreich gewesen, um sich die Welt besser vorstellen zu können. Aber im Laufe der Geschichte findet man sich dann letztendlich doch zurecht und begleitet die beiden Haupt-Protagonisten Oziel und Renn gerne auf ihrer abenteuerlichen Reise. Bordage geht allerdings keinen neuen Weg, sondern bedient sich bereits bekannten Mitteln des Fantasyromans, wie man sie von anderen Werken kennt. Was ich damit sagen will, ist, dass es sich bei „Arkane“ um einen von vielen Fantasy-Romanen handelt, die machtpolitische Intrigen a la „Game of Thrones“ behandeln. Das bedeutet nichts schlechtes, hebt aber den Roman schlichtweg nicht aus der Masse heraus.

Bordage hat seine Welt sehr detailreich und glaubwürdig gestaltet, keine Frage. Auch die Charaktere handeln stets nachvollziehbar und werden einem im Laufe des Buches immer sympathischer. Der Aufbau der Handlung verläuft langsam, was ich als positiv empfinde, weil sich Bordage einfach Zeit lässt, was viele Leser aber unter Umständen als langatmig empfinden könnten. Irgendwann bemerkt man, dass es sich bei „Arkane – Das Haus der Drachen“ um den Einstieg eines mehrteiligen Werkes handelt, denn zu komplex ist die Handlung, die sich mittels mehrere Stränge spannungstechnisch stetig nach oben schraubt. Schade finde ich allerdings, dass nirgends darauf hingewiesen wird, dass es sich bei diesem Buch um den Auftakt einer Serie handelt, denn mit diesem Vorwissen wäre ich mit Sicherheit ganz anders an die Story herangegangen. So aber wird einem gegen Ende hin immer mehr bewusst, dass man mit einem offenen Ende in die Realität entlassen wird, was mich persönlich etwas gestört hat. Aber zurück zum Plot und der Geschichte an sich.

Pierre Bordage geht sehr sorgfältig mit seiner Geschichte und den Handlungsorten um. Man spürt, dass er sich große Gedanken gemacht hat, als er Arkane und seine Bewohner entworfen hat, denn es hat alles Hand und Fuß. Trotz einer Vielzahl an Geschehnissen, Charakteren und politischen Intrigen verliert man interessanterweise niemals den Überblick über die Ereignisse. „Arkane – Das Haus der Drachen“ ist eine typische High Fantasy-Geschichte, die, wie gesagt, langsam aufgebaut wird. Das Finale deutet auf eine epische Entwicklung hin, die mir sehr gut gefallen hat. Hätte ich vorher gewusst, dass noch weitere Bücher folgen, hätte ich den langsamen Aufbau sicherlich noch mehr genossen, weil ich dann im Hinterkopf gewusst hätte, dass dieser auf eine Steigerung im Laufe der nächsten Teile hinarbeitet. Nun bin ich natürlich enorm gespannt, wie sie Abenteuer von Oziel und Renn weitergehen und kann es kaum erwarten, dass der zweite Teil der Reihe erscheint.
Pierre Bordage schreibt gewohnt flüssig und niveauvoll. Die Kapitel enden meist mit Cliffhangern, so dass man der Versuchung schwer widerstehen kann, immer noch ein Kapitel weiterzulesen. Insgesamt beweist Pierre Bordage mit „Arkane – Das Haus der Drachen“, dass er nicht nur SF-Romane, sondern auch packende High-Fantasy schreiben kann.

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Fazit: Gelungener Einstieg, der auf eine weitaus epischere Fortführung der Story hinarbeitet.

© 2018  Wolfgang Brunner für Buchwelten

Dunkelfall – Die Verlorenen von Robert & Sarah Glas

dunkelfall

 

Erschienen als Taschenbuch
im Buchheim Verlag
464 Seiten
14,95 €
ISBN: 978-3-946330-02-8
Kategorie: Urban Fantasy, Mystery

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Liam Weston findet in einer stürmischen Nacht die völlig verängstigte Cara auf einem regenumtosten Felsen. Das Mädchen erinnert sich an fast nichts und murmelt immer wieder etwas von einem Ort namens Fallen Mountain, zu dem sie unbedingt gelangen muss, weil sie vor einem mysteriösen Mann in Blau flüchtet. Liam kennt einen Ort mit diesem Namen, allerdings sind auch seine Erinnerungen daran umnebelt. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg nach Fallen Mountain. Und schon bald erkennen sie, dass ihrer beider Schicksale näher miteinander verknüpft sind, als sie dachten …

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Schon der Einstieg in „Dunkelfall“ macht Lust auf das düstere Abenteuer, das einen erwartet. Robert & Sarah Glas entführen den Leser mit einem sehr hochwertigen und bildhaften Schreibstil in eine unglaublich intensive Welt, die einen sofort in ihren Bann zieht und auch bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit die beiden Autoren sowohl den niveauvollen Schreibstil als auch den Spannungsbogen von Anfang bis zum fulminanten Ende aufrecht erhalten, ohne dass ein Durchhänger oder etwa Längen im Plot erscheinen. „Dunkelfall“ ist astreine Urban Fantasy, wie sie eindrucksvoller und schöner nicht geschrieben werden könnte. Das Autorenduo bedient sich zwar einiger filmischer und literarischer Vorbilder, die sich aber geschickt in ihre eigenständige Handlung einweben, so dass man auch durchaus meinen könnte, es wäre eine Art Hommage an jene Werke, die als Inspiration dienten. Es macht absolut nicht den Eindruck, als hätten die Autoren einfallslos Ideen kopiert, sondern wirkt eher  wie eine liebevolle Verneigung vor anderen Genregrößen und/oder Kinoblockbustern.

„Dunkelfall – Die Verlorenen“ hatte auf mich eine hypnotische Wirkung und es fühlte sich des Öfteren an, als befände ich mich direkt in einem Traum. Oder auch Albtraum, je nachdem, welche Situation man nimmt. Der Roman behandelt sehr viele mysteriöse Dinge, die einen wie ein Sog ergreifen. Durch den, wie oben schon erwähnt, sehr bildlichen Schreibstil, durch den die Autoren auch unmöglich erscheinendes plausibel darstellen vermögen, fühlt man sich immer mittendrin im Geschehen. Die Welten, sowohl die reale als auch die „geträumte“, sind unglaublich authentisch beschrieben und vermischen sich derart gekonnt, dass man sich selbst nicht mehr sicher ist, welche der beiden Realitäten nun die wirkliche ist. Dem Autorenduo Glas ist ein sehr außergewöhnlicher Roman gelungen, der mit nur wenig anderen zu vergleichen ist. Am ehesten fällt mir da vielleicht noch Stephen R. Donaldson grandiose Chroniken um Thomas Covenant ein, der ebenfalls ein Wanderer zwischen zwei Welten ist.

Eines steht auf jeden Fall fest: Man muss sich auf eine Geschichte wie diese einlassen können, sonst verfehlt der Plot seine Wirkung. Gerade das erste Drittel des Buches, das viele Leser wohl als sehr langatmig, verwirrend und anstrengend empfanden, hat es mir angetan. Diese mystische, manchmal schon fast an „Twin Peaks“ erinnernde Atmosphäre, hat mir unglaublich gut gefallen und mich sofort angesprochen. Die zweite Hälfte des Buches hatte dann für mich eher den Charakter, für Verwirrung zu sorgen, weil einfach zu viele Fäden (und Ideen?) aufgegriffen wurden, die so manch einen Leser vielleicht überfordern könnten. Viele offene Fragen wurden nicht wirklich gelöst und auch die Aussagen, die zwischen den Zeilen stecken, hätten weitaus mehr Sinn ergeben, hätte man sich ihnen ein wenig ausführlicher gewidmet. Ich möchte fast sagen, dass in den relativ wenigen Seiten fast zuviel drin steckt. Insgesamt aber hat mir der Roman richtig gut gefallen, trotz der vorgenannten Kritikpunkte, die genau genommen keine „echte“ Kritik sind, denn wer sich Zeit nimmt, versteht die Botschaft, die sich in der Geschichte versteckt. Vor allem aber die durchgängig düstere Stimmung hat es mir angetan und mich richtiggehend verzaubert. „Dunkelfall- Die Verlorenen“ ist eine abgeschlossene Geschichte, die jedoch ein offenes Ende hat, das förmlich nach einer Fortsetzung schreit. Unter Umständen könnte es den Autoren dann sogar gelingen, den kompletten Plot für den Leser „durchsichtiger“ und verständlicher zu machen. Ich bin sehr gespannt, ob und vor allem wie das Abenteuer um Liam und Cara weitergeht.

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Fazit: Mystischer und spannender Urban Fantasy-Roman, der sich durch einen hervorragenden Schreibstil auszeichnet.

© 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Midnight, Texas von Charlaine Harris

Midnight Texas von Charlaine Harris

Erschienen als Taschenbuch
im Heyne Verlag
insgesamt 409 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-453-31910-3
Kategorie: Thriller, Horror

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Als der junge Hellseher Manfred in das beschauliche Städtchen Midnight zieht, ahnt er nicht, was ihn erwartet. Hexen, Vampire und andere unheimliche Kreaturen bewohnen den Ort und als dann auch noch ein Mord geschieht, ist sich Manfred sicher, dass noch weitaus mehr Geheimnisse in Midnight schlummern …

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Midnight in Texas ist also das neue Bon Temps in Louisanna. Charlaine Harris hat uns Leser mit ihrer Serie „True Blood“ um die Kellnerin Sookie Stackhouse in eine abgefahrene Welt entführt, wie sie schriller nicht sein könnte. Ihre darin erschaffenen Charaktere konnten mich sowohl in Buch-, als auch in Filmform absolut überzeugen und sie wuchsen mir so ziemlich alle sehr ans Herz. Umso neugieriger war ich, was sich Harris mit ihrer neuen Serie wohl ausgedacht hat.
Nun denn, der Einstieg mag vielen Lesern langweilig erscheinen, mir aber hat er gefallen, weil sich Harris einfach Zeit lässt, um den Leser in ihren neuen Plot einzuführen. Leider hat es aber, zumindest im ersten Band ihrer Midnight-Reihe, nicht so ganz mit der Tiefe bezüglich der Charaktere gereicht. Die Figuren wirken bis zum Ende des Romans hin unausgegoren und blass. Man findet nicht wirklich Zugang zu den Personen und hat, obwohl Charlaine Harris ihre Gefühlswelten beschreibt, kein „Mitgefühl“ mit ihnen.

Ich hatte lange Zeit auch bedeutend ältere Menschen vor Augen, als ich mich auf das neue Abenteuer einließ, und war dann etwas überrascht, dass ich es eigentlich mit jüngeren Protagonisten zu tun hatte. Denn die beschriebenen Charakterzüge deuteten eher auf schon etwas reifere Menschen hin. Auch wenn sich meine Zeilen bisher nicht besonders gut anhören, so kann man dem Einstieg in die neue Reihe durchaus auch gewisse Reize nicht absprechen. Harris bemüht sich, eine ähnliche Atmosphäre wie in ihren „True Blood“-Romanen zu schaffen, aber dennoch eine neue Richtung einzuschlagen. Das gelingt ihr auch ohne weiteres, jedoch wirkt manches ein wenig an den Haaren herbeigezogen, als stünde die Autorin unter Erfolgsdruck, um einen würdigen „True Blood“-Nachfolger zu erschaffen. Insgesamt geht Harris die Geschichte langsam an, was ich persönlich absolut nicht störend und sehr unterhaltend fand, und führt die „übersinnlichen“ Charaktere behutsam ein. Die Kleinstadtatmosphäre hat Harris aus meiner Sicht sehr gut und überzeugend geschildert, wobei auch hier einige Sachverhalte schlichtweg unglaubwürdig wirken. An manchen Stellen spürt man förmlich, wie sich die Autorin zwanghaft Erklärungen ausgedacht hat, die auf den Leser aber letztendlich keinen Eindruck machen.

„Midnight, Texas“ ist aber dennoch ein schöner Einstieg für mich gewesen, der sich auch schnell und flüssig lesen ließ. Vor allem die Kombination von Realität und übernatürlichen Kreaturen hat mir, wie auch schon in „True Blood“ gefallen. Charlaine Harris hat es wieder geschafft, Vampire, Hexen und andere Wesen in eine reale Welt einzubauen, dass man es als selbstverständlich hinnimmt, auch wenn es noch so abgedreht wirkt. Auch der mysteriöse Mord an einer Frau hat mich angesprochen, vermischte er doch ein weiteres Genre, nämlich das des Krimis, in die ohnehin schon irreale Handlung. Eine unheimliche, verlassene Kleinstadt, in der übernatürliche Kreaturen leben … ? Das klingt wirklich sehr interessant (und ist es auch), aber leider entpuppt sich diese faszinierende Grundidee lediglich als Vorwand, um plötzlich eine Gruppe Rechtsradikaler in den Vordergrund zu stellen, die auf der Suche nach Waffen sind. Das Mystische und die Aufklärung des Mordfalls bleiben irgendwie auf der Strecke. Harris hat es aber dennoch geschafft, mich mit ihrem Plot zu „infizieren“, so dass ich wirklich wissen will, wie es mit den Protagonisten (auch wenn sie mir noch nicht besonders viel bedeuten) und der Story in Midnight weitergeht, und das ist für mich ein gutes Zeichen. Eine Rückkehr in das Städtchen wird bestimmt auch den ersten Teil dieser Serie wieder aufwerten, davon bin ich überzeugt. Und wer weiß schon, wie viel Tiefe die Charaktere in den Folgebänden noch bekommen?  Vor allem bin ich auf die Verfilmung dieser Bücher sehr gespannt, denn, wie schon erwähnt, ein wenig von der „True Blood“-Atmosphäre ist auf jeden Fall zu erkennen und als Serie könnte der Plot durchaus funktionieren. Der Einstiegsband konnte bei mir zwar „nur“ 3,5 Sterne erreichen, erscheint mir aber definitiv ausbaufähig und hat mich unabhängig von meinen Kritikpunkten absolut gut unterhalten. Der Unterhaltungswert ist nämlich auch etwas, das für mich als Leser zählt. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Fortsetzung.

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Fazit: Eher mittelmäßiger und liebloser Einstieg in eine neue Serie. Aber Potential und Unterhaltunsgwert ist definitiv da.

© 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Die Dämonenkriege von Michael Hamannt

Die Daemonenkriege von Michael Hamannt

Erschienen als Taschenbuch
im Heyne Verlag
insgesamt  752 Seiten
Preis: 14,99 €
ISBN: 978-3-453-31838-0
Kategorie: Fantasy

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Vor tausend Jahren wurden sie von Magiern in eine Gegenwelt verbannt: die Dämonen. Doch nun kehren sie zurück und bedrohen die Menschheit erneut. Ein Dämonenjäger, ein Prinz, eine Halbdämonin und eine Assassine stellen sich dem Kampf und setzen alles daran, die Menschen zu retten und die Dämonen wieder zu vertreiben …

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Schon nach den ersten Seiten wusste ich, dass mir „Die Dämonenkriege“ von Michael Hamannt gefallen würde. Es war zum einen der Schreibstil, der mich sofort überzeugt hatte, aber auch die feinfühlige Art, wie der Plot aufgebaut wurde. Hamannt geht nicht gleich aufs Ganze, sondern führt den Leser auf Tolkien’sche Art in seine Welt ein und stellt die Protagonisten der Reihe nach vor. Das empfand ich als ungeheuer angenehm, wenn man als Leser eine Person nach der anderen ausführlich präsentiert bekommt, bevor sie sich zu einer Gemeinschaft vereinigen und sich auf einen epischen Kampf vorbereiten. Sicherlich erinnert das an manchen Stellen an den großen Wegbereiter der Fantasy J.R.R. Tolkien, wirkt aber niemals so plump und inspirationsarm kopiert wie einst „Eragon“, sondern vermittelt im Gegenteil einen sehr eigenständigen Ideen-Pool, aus dem der Autor mit vollen Händen schöpft. Man merkt Hamannt den Spaß an, den er beim Schreiben und Ausdenken seiner Welt gehabt hat und den er mit seinen Worten hervorragend auf den Leser übertragen kann. Stimmungsvoll, ruhig, aber auch episch wie J.R.R. Tolkien, Tad Williams und David Eddings konstruiert Hamannt vor den Augen des Lesers eine sorgfältig ausgearbeitete, glaubwürdige Welt und lässt sie von Seite zu Seite an Details wachsen.

Michael Hamannt zieht seine Leser in den Bann und lässt sie nicht mehr los. Geschickt verbindet er politische Intrigen und Machtrangeleien a la „Game Of Thrones“ mit epischer Fantasy und löst im Leser ein Suchtgefühl aus, das in jeder freien Minute zum Griff nach dem Buch verleitet. Besser kann man Fantasy fast nicht schreiben. Erfreulicherweise lässt Hamannt auch die Finger von Zwergen, Orks und Elfen, die man mittlerweile schon zur Genüge kennt und oftmals gar nicht mehr lesen mag, und richtet sein Augenmerk auf eine vollkommen andere Spezies, nämlich die Dämonen. Genau diese Mischung aus High Fantasy und leichten Horrorelementen macht „Die Dämonenkriege“ in meinen Augen zu einem besonderen Buch in der Vielfalt der Fantasy-Literatur. Hamannt bringt frischen Wind in das Genre und bedient dennoch die klassischen Elemente der Fantasy, was seinen Roman zu einem wunderbaren Genremix macht, der unglaublich Spaß macht.

Was ich ebenfalls sehr erfrischend empfand, war die sehr authentische Sprache bei den Dialogen der Protagonisten. Da fallen auch schon mal umgangssprachliche Ausdrücke, die aber wirklich perfekt zu den Charakteren und Situationen passen und dem Ganzen nochmals eine sympathische Glaubwürdigkeit verpassen. Der Schreibstil des Autors ist sehr niveauvoll und gehoben und wird lediglich durch die erwähnten saloppen wörtlichen Reden aufgelockert, was ich als unwahrscheinlich angenehm und ermunternd empfand. Von Längen kann aufgrund der Dicke des Buches absolut keine Rede sein. Michael Hamannt packt den Leser und zerrt ihn förmlich durch die Vielzahl an Seiten bis zum fulminanten Ende, das die Erwartungshaltung auf die Fortsetzung in die Höhe schraubt. Es ist ein Pageturner, den Michael Hamannt da vorgelegt hat und der Freunde epischer und (absolut im positiven Sinne gemeinten) langatmiger High Fantasy begeistern wird.
Auch mit den Charakterzeichnungen der Protagonisten kam ich hervorragend zurecht und die Personen wuchsen mir alle im Verlaufe der Geschichte immer mehr ans Herz. Durch den bildhaften Schreibstil habe ich oft die Welt um mich herum vergessen und befand mich zusammen mit den Helden in den Schwebenden  Reichen. Hamannt hat eine sehr stimmige Welt und eine atmosphärische, düstere Handlung erschaffen, die mich wirklich begeistert hat.

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Fazit: Düster, innovativ und stimmungsvoll. Epische High Fantasy, die absolut gefällt.

© 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten