Junktown von Matthias Oden

Erschienen als Taschenbuch
bei Heyne
insgesamt 400 Seiten
Preis: 12,99 €
ISBN: 978-3-453-31821-2
Kategorie: Science Fiction, Krimi

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In einer Welt, in der der Konsum von Drogen gesetzlich vorgeschrieben ist, wird Inspektor Solomon Cain in Junktown zu einem Mord-Tatort gerufen. Das Opfer ist ein höheres Maschinenwesen mit Gefühlen, eine sogenannte Gebärmutter, die für den Staat Geburten austrägt. Während Cains Ermittlungen stellt sich heraus, dass es nicht nur ein „einfacher“ Mord war, sondern eine Tat, die sich aus Vertuschungen zu einem sensationellen Skandal entwickelt. Bald ist Cain ein einsamer Kämpfer gegen einen mächtigen Gegner …

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Zugegebenermaßen dauerte es etwas, bis ich mich in den Debütroman von Matthias Oden eingefunden hatte. Obwohl sein Schreibstil klar und flüssig ist, musste ich mich dennoch irgendwie daran gewöhnen und mich mit ihm vertraut machen. Jede Menge Fremdbegriffe, mit denen man zuerst einmal nichts anfangen kann, werden einem auf jeder Seite präsentiert und verunsichern etwas. Da mag der ein oder andere ungeduldige Leser vielleicht sogar resigniert aufgeben, weil er zu wenig von dem Ganzen versteht. Doch wenn man die ersten Seiten hinter sich gelassen hat, wird man mit einem tollen, ideenreichen Krimi-Plot in Science Fiction-Atmosphäre belohnt. Odens Roman wirkt wie eine Mischung aus Philip K. Dicks „Blade Runner“ , George Orwells „1984“ und einem Schuss Film Noir. Eine wirklich außergewöhnliche und stimmungsvolle Atmosphäre zieht sich durch den kompletten Roman und verleitet oft zum Weiterlesen, obwohl man schon längst hätte aufhören wollen.

Am faszinierendsten an „Junktown“ fand ich allerdings den originellen und unersättlichen Einfallsreichtum, der sich auf fast jeder Seite eröffnet. Alleine die Ideen zu erfassen gleicht einem unglaublichen Abenteuer, das Oden dann noch geschickt in eine äußerst glaubwürdige und nachvollziehbare Handlung verwebt. Die Maschinenwesen erinnerten mich, wie gesagt, ein wenig an „Blade Runner“, aber Matthias Oden geht definitiv einen eigenen Weg und erschafft eine Zukunftsvision, in der man sich verlieren kann, wenn man sich darauf einlässt beziehungsweise einlassen kann.  „Junktown“ ist auch definitiv politisch, vieles ist offensichtlich, anderes zwischen der Zeilen versteckt. Wer sich mit Politik auskennt, wird einiges entdecken. Erfreulicherweise ist aber die Geschichte auch  für diejenigen Leser, die sich nicht besonders für Politik interessieren, absolut spannend und nachvollziehbar.

Mathias Oden hat eine zukünftige Welt entworfen, die gar nicht so sehr abwegig wirkt. Drogenkonsum als Pflicht mag unwahrscheinlich klingen, aber durch solch eine Vorgehensweise hätte die Regierung absolute Kontrolle über ihre Bürger. Das wäre doch selbst für die heutigen Politiker mehr als erstrebenswert, oder? Es macht einfach unglaublich Spaß, den Ermittlungen des Inspektors zu folgen und sich in dem detailliert entworfenen Weltbild einer Zukunft zurechtzufinden. Der Plot hätte durchaus noch ein wenig mehr Gesellschaftskritik vertragen, aber letztendlich hätte der Autor dann den Kreis einer interessierten Leserschaft massiv eingeschränkt. So verträgt sich ein spannender Plot aber mit sarkastischen, politischen Beanstandungen hervorragend.

Was dem Autor auch absolut gut gelungen ist, ist die Charakterzeichnung und die Gefühlswelt einer Mensch-Maschine. Neben der Krimihandlung webt Oden auch eine Liebesgeschichte mit ein, die mir persönlich absolut gefallen hat, so dass ich mir in der Tat mehr davon gewünscht hätte. Zum einen hat dieser Beziehungsstrang die Handlung ein wenig aufgelockert, zum anderen hat er der erfundenen Zukunftswelt auch die nötige Authentizität verliehen, denn Sex mit Maschinen könnte in einer nicht mehr allzu fernen Zukunft tatsächlich zur Realität werden.
Viele der außergewöhnlichen Ideen werden nur mit einem einzigen Satz angesprochen und regen den Leser dazu an, darüber nachzudenken, was sich denn  dahinter verbirgt. Für den ein oder anderen mag das zu wenig sein, für mich brachten genau diese Stellen  meine Fantasie und mein Kopfkino zum Einsatz. Da wird nicht lange erklärt, sondern zum Beispiel einfach nur der Begriff „Spermabad“ in den Raum geworfen und der Leser kann sich selbst ein Bild davon machen, wie so eine Institution aussieht. Ich finde, man muss nicht alles vorgesetzt und detailliert beschrieben haben, sondern kann auch mal selbst seine Fantasie spielen lassen. In dieser Hinsicht hat Matthias Oden es aus meiner Sicht richtig gemacht.

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Fazit: Matthias Oden entwirft mit „Junktown“ ein fast trostloses Zukunftsbild. Düster, dreckig und innovativ wird ein spektakulärer Mordfall beschrieben, dessen Atmosphäre im Kopf haften bleibt.

© 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Der Raum von Peter Clines

Der Raum von Peter Clines

Erschienen als Taschenbuch
im Heyne-Verlag
insgesamt 590 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-453-31642-3
Kategorie: Thriller, Science Fiction

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Als Nate Tucker in seine neue Wohnung einzieht, bemerkt er schon nach wenigen Tagen, dass etwas nicht stimmt: Türen lassen sich nicht öffnen und seltsame grüne Kakerlaken befinden sich in der Küche. Als er dann die Wohnungen von seinen Nachbarn zu sehen bekommt, stellt er fest, dass deren Ausmaße überhaupt nicht zum gesamten Haus passen. Schon bald beginnt ein unheimlicher Albtraum, bei dem es um die Rettung der gesamten Menschheit geht …

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Wie schon bei „Der Spalt“ liefert Clines einen hervorragenden und sehr stimmungsvollen Einstieg in seine Geschichte. Man fühlt sich als Leser sofort wohl mit dem Protagonisten und begleitet diesen neugierig durch seine neue Wohnung und das dazugehörige Haus. Es wirkt alles mysteriös und erinnert desöfteren an den grandiosen Roman „Das Haus“ von Mark Z. Danielewski. Aber auch an „Sliver“ von Ira Levin.
Man fiebert mit und kann kaum erwarten, wie es weitergeht, obwohl gar nicht so sonderlich viel passiert. Aber gerade diese ruhige Atmosphäre, mit der Peter Clines beginnt, macht den besonderen Reiz solcher Geschichten aus, denen man sich schwer entziehen kann. Alles wirkt glaubhaft und realistisch, obwohl alles dennoch von einem permanenten Hauch mystischer Rätsel umwoben ist. Als sich dann die Hausbewohner kennen lernen, sieht man die Treffen und Gespräche, die auf dem Hausdach stattfinden, wie einen Film vor sich. Wie gesagt, der Anfang des Romans ist absolut gelungen.

Doch leider passiert bei „Der Raum“ genau das gleiche wie bei „Der Spalt“: In der zweiten Hälfte entwickelt sich der Plot zu einem übertriebenen Action-Kracher, der die vorhergehende Handlung mit einem Schlag unglaubwürdig wirken lässt. Das liegt aber keinesfalls an der gelungenen Hommage an einen der Altmeister der Horrorliteratur, H.P. Lovecraft, sondern eher am übertrieben aufgesetzten Spannungsbogen, der wohl wieder einmal alles bisher dagewesene übertreffen soll. Hätte Clines den ruhigen Weg, wie in der ersten Hälfte des Buches, weiter eingeschlagen, wäre ein fantastischer Mystery-Thriller zustande gekommen, der noch dazu eine wirklich gute Idee im Lovecraft’schen Sinne vorweisen kann. So aber quält man sich eher durch die actiongeladenen Spannungssequenzen der zweiten Hälfte und möchte nur noch erfahren, wie es ausgeht. Wie gesagt, der Plot an sich ist wirklich gut und ideenreich, aber die Umsetzung funktioniert leider nur in der ersten Hälfte. Schade, denn das hätte durchaus ein kultiger Pageturner werden können.

Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen, wobei auch hier auffällt, dass sich in der zweiten Hälfte bedeutend mehr umgangssprachliche „Ausrutscher“ und platte Witze verbergen als im ersten Teil. Das Ende wirkt wie der Film „Zathura“, nur bei weitem nicht so überzeugend. Zu viele Versatzstücke aus anderen Büchern oder Filmen kommen beim Finale zum Tragen und erdrücken den Kern der ursprünglichen Geschichte. „Der Raum“ ist gute, stimmungsvolle Unterhaltung in der ersten Hälfte und klamaukartiges Action-Feuerwerk in der zweiten Hälfte. Die vielen versteckten oder auch offensichtlichen Anspielungen auf H.P. Lovecraft und andere Bücher/Filme machen ungemein Spaß. Aber diese erfrischenden Einschübe hat Clines bereits auch in „Der Spalt“ praktiziert.
Peter Clines wird seine Anhänger finden, davon bin ich überzeugt, denn schreiben kann er, aber mich hat er mit dem Ende noch mehr enttäuscht wie bei „Der Spalt“. Dennoch ist ihm ein sehr rasanter und spannender Roman gelungen, der mich, wie schon bei „Der Spalt“, auf ein neues Werk neugierig macht, denn gute und fantastische Ideen hat Clines allemal.

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Fazit: Anfangs stimmungsvoll und überzeugend, endet der Plot leider in einem übertriebenen Action-Feuerwerk. Dennoch lesenswerter Mystery-Thriller.

© 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Opferweg (Odd Thomas 7) von Dean Koontz

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Erschienen als Taschenbuch
im HEYNE Verlag
384 Seiten
Preis:  9,99  €
ISBN: 978-3-453-43828-6
Kategorie: Unterhaltung, Horror
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Odd Thomas kehrt zurück nach Hause. Pico Mundo ist laut seiner eigenen Aussage, dass Ende seiner Reise. Seine geliebte Stormy hat er lange verloren und eigentlich will Odd ihr schon lange folgen um endlich wieder bei ihr zu sein. Denn Stormy hat immer gesagt: Das Leben, das wir kennen ist nur eine 1. Stufe: das Ausbildungslager. Danach geht’s erst richtig los.

Odd, guter Grillkoch und lieber Junge der er immer war undist, hatte aber immer andere, wichtigere Dinge zu erledigen, sodass das Wiedersehen mit Stormy warten musste. Über viele Jahre hinweg, haben wir Odd begleitet, nun scheint der finale Kampf gegen seine Feinde in seiner Heimatstadt mitten in der Wüste stattzufinden ….

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*** Achtung – Eventuelle Spoilergefahr !!! ***

Zunächst treffen wir eine Reihe alter Freunde aus Oddies Heimatstadt wieder. Natürlich Chief Porter, aber unbedingt zu erwähnen ist Oddies zweiter Ersatzvater und Mentor: der schräge Schriftsteller Mr. Ozzie Boone.

Im Original heißt der finale Band schlicht und einfach „Saint Odd“ und ich finde den Titel absolut passend. Dean Koontz selbst sagte, dass es für ihn einfach keinen anderen Titel hätte geben können. Aber hier bei uns muss ja immer alles übersetzt werden, sogar wenn es vom Englischen ins Englische ist.

Schön ist es natürlich, nach Pico Mundo zurückzukehren, es gab da Momente in anderen Bänden, da habe ich das vermisst. Bodachs lassen hier im letzten Teil jedoch lange auf sich warten, und auch die netten Geister von Elvis oder Frank Sinatra sind nicht mehr dabei. Alles Dinge, die die ersten Bände ausgemacht haben. Spannend fand ich diesen letzten Teil dennoch, auch wenn er eher ruhiger daher kommt. Mir persönlich ist das düstere und undurchdringliche der alten Teile ein wenig abhanden gekommen. Mir ist zu oft einfach nur von „den Kultanhängern“ die Rede. Das nimmt der Story für mich ein bisschen das Mystische. Aber gut gemacht hat Dean Koontz den letzten Teil der Reihe schon Jedoch kam mir das wirkliche Finale, DAS worauf alle Fans seit dem ersten Band gehofft und gewartet haben, leider zu kurz. Es war schön geschrieben, ja, doch ich hätte mir hier einen Packen Seiten mehr gewünscht. Ich fand es nicht gebührend genug behandelt und ein bisschen zu schnell runtergeschrieben. Ich weiß, viele Schriftsteller wollen irgendwann einfach nur noch fertig werden, endlich den Schluss runterschreiben, der sie solange in ihrem Kopf beschäftigt.
Dennoch ist der Schluss der Geschichte an sich sehr schön geworden. Bye bye Odd, schade, dass es nun vorbei ist.

Liebe Leser: Wenn ihr noch keinen Roman der Odd Thomas Reihe gelesen habt, dann lasst euch nicht von den heuschreckenartigen Viechern auf den Covern irreleiten oder verunsichern. Die haben absolut gar nichts mit den Romanen zu tun. Es gab eine Zeit, da hatten alle Dean Koontz Romane diese Viecher auf den Covern. Das war wohl gerade chic und in, keine Ahnung.

Was mir zu guter Letzt noch einfällt: Danke HEYNE, dass ihr Band 1 – 5 zunächst als gebundene Ausgabe und danach als Taschenbuch veröffentlicht habt. Warum ging das bei Teil 6 und 7 nicht mehr? Warum wurden die nur noch direkt als Taschenbuch auf den Markt gebracht? Oder müssen die Leser dankbar sein, dass sie überhaupt noch eine Printausgabe bekommen? Nun habe ich eine Buchreihe im Regal, die mit schönen, gebundenen Büchern beginnt und dann zerrissen wird und mit 2 Taschenbüchern endet. Für Leser, die schöne Buchregale schätzen und lieben, geht sowas leider gar nicht.

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Die Reihenfolge der Serie (Links führen auf die Verlagsseite):

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© Marion Brunner – Buchwelten 2017

Mind Control von Stephen King (Bill Hodges Serie III)

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Mind Control von Stephen King

Erschienen als gebundene Ausgabe
bei HEYNE
Originaltitel: End of Watch
insgesamt 528 Seiten
Preis:  22,99  €
ISBN: 978-3-453-27086-2
Kategorie: Krimi / Thriller
Übersetzer: Bernhard Kleinschmidt
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Brady Hartsfield, bekannt als der Mercedes Killer sitzt/liegt als „Matschbirne“ in einer Klinik für Neurotraumalogie, auch genannt „die Schüssel“, und fristet ein elendes Dasein. Denken zumindest alle, ist aber nicht so, denn Brady ist abgrundtief böse und das Böse in ihm gibt nicht auf. Sein Körper ist ein Wrack, doch Brady findet andere Mittel und Wege seine Macht- und Rachegelüste zu nutzen und umzusetzen.

In der Stadt geschehen plötzlich vermehrt ungeklärte Selbstmorde. Besondere Umstände bringen den ermittelnden Polizisten dazu, seinen Ex-Partner William Kermit (auch genannt Bill) Hodges zu kontaktieren. Denn der hat eine Ahnung, und bringt diese Geschehnisse mit niemand anderem als Brady Hartsfield in Verbindung …

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Wer die ersten zwei Bände der Mr. Mercedes Reihe gelesen hat, der kennt Brady Hartsfield und der weiß, dass dieser Typ einfach nur ein mieses, böses Etwas ist. Und Stephen King findet hier einen absolut guten, spannenden und gut ausgeklügelten Abschluss seiner Reihe. Wir treffen auf alte Bekannte wie Jerome und Holly Gibney, mit der Bill nach dem ersten Band das Büro „Finders Keepers“ gegründet hat. Diese Charaktere wiederzutreffen und sie zu begleiten macht großen Spaß. Holly hat sich prächtig entwickelt (zumindest für ihre Verhältnisse) und ich habe mich mit ihnen allen sehr wohl gefühlt.

Stephen King flechtet in seine Handlung sehr gut die neumodischen Phänomene wie den großen Einfluss sozialer Netzwerke (in dem Fall bei Teenagern) und die gefährlich hypnotisierende und abhängig machende Wirkung von Smartphones und Computerspielen ein. Wie oben herauszulesen ist, spielt auch das Thema Suizidgefahr und Gedankenbeeinflussung eine große Rolle. Diese Themen hat Stephen King sehr überzeugend und erschreckend deutlich hervorgebracht. Für mich war dieser abschließende Teil irgendwie eine typische X-Akte :-). Mehr mag ich an dieser Stelle nicht verraten. Aber ich würde jedem Neugierigen empfehlen, alle drei Teil zu lesen, denn die Handlung ist komplex und baut aufeinander auf.

Das Ende des Romans ist gut gelungen und für mich (leider) passend. Nicht enttäuschend und zu schnell herbeigeführt, wie es der Autor in seinen früheren Werken leider oft geliefert hat. Aber dies ist beim „neuen“ King mittlerweile grundsätzlich viel besser geworden.

Das einzige was mich wirklich stört und nervt, ist, warum ein Verlag einen englischen/amerikanischen Originaltitel in einen nicht deutschen Titel übersetzt. Absolut blöd und unsinnig. Ich gebe zu, dass der „deutsche“ Titel „Mind Control“ ziemlich gut zur Handlung passt, wobei er meiner Meinung nach schon zu viel preisgibt. Aber Stephen King, besser gesagt in diesem Fall seine Frau Tabitha, hat im Original den Titel „End of Watch“ gewählt. Und dabei werden sich die beiden garantiert etwas gedacht haben. Mich jedenfalls hat er zum nachdenken angeregt, wie das wohl konkret gemeint ist.

Aber dass Verlage Originaltitel aus dem englischen für unseren Markt in einen englischen Titel „übersetzen“ ist ja leider nichts Neues. Ich kann und muss das nicht verstehen. Dann kann man doch einfach den Originaltitel beibehalten, denn die Leser, die kein Englisch sprechen, müssen sowieso ein Wörterbuch (haha) zu Rate ziehen.

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Fazit: Ein gelungener, würdiger, absolut fesselnder Abschluss der Bill Hodges Reihe, der mit einem Schluss die Reihe beendet, der der gesamten Handlung absolut gerecht wird. Achtet auf die roten, flitzenden Fische … oder nein, lieber nicht ….

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© Buchwelten 2016

Verschwörung von David Lagercrantz nach Stieg Larsson (Millenium IV)

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Verschwörung
Erschienen als gebundene Ausgabe
bei HEYNE
insgesamt 608 Seiten
Preis: 22,99 €
ISBN: 978-3-453-26962-0
Kategorie: Thriller

.Kurz nach seiner Rückkehr aus den Vereinigten Staaten wird der bekannte schwedische Mathematiker, Informatiker und führende Experte für künstliche Intelligenz, Frans Balder, ermordet. Unmittelbar vor seinem Tod hat Balder Kontakt zum Journalisten Mikael Blomkvist aufgenommen. Denn Balder hatte hochbrisante Informationen, die er an die Öffentlichkeit bringen wollte. Blomkvist soll nicht mehr erfahren, um was es sich handelt, denn er kommt zu spät.

Aber als Mikael herausbekommt, dass auch seine alte Freundin und Weggefährtin Lisbeth Salander Kontakt zu Balder hatte, ist seine Neugier natürlich erst Recht geweckt. Er beginnt zu recherchieren und stößt auf Balders ehemaligen Arbeitgeber, einen Softwareriesen, der irgendwie mit der NSA verknüpft zu sein scheint. Und genau hier scheint Lisbeth eine Rolle zu spielen.

Mikael geht den ersten Schritt und schreibt eine Notiz, nur eine kurze, in Lisbeths Kasten ….

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Natürlich waren alle Fans der Millenium-Reihe von Stieg Larsson nicht nur hocherfreut, als sie hörten, dass die Reihe fortgesetzt wird, sie waren auch extrem neugierig, ob der Nachfolger den Anforderungen und Erwartungen gerecht wird.

David Lagercrantz heißt er, der Autor, der von Larssons Familie ausgewählt wurde, sein Erbe weiterzuführen. Ich selbst habe noch nie etwas von ihm gehört, geschrieben hat er allerdings schon einiges. Darunter auch mehrere Biographien.

Was soll ich groß drumherumreden? Lagercrantz hat eine absolut würdige Geschichte geliefert, die mich total überzeugt hat. Er hat die wichtigen, uns so ans Herz gewachsenen Figuren von Blomkvist, Salander, Berger, Palmgren und vielen anderen so gut „gezeichnet“, dass mir als Leserin nicht auffiel, dass den Stift nicht mehr Stieg Larsson geführt hat. Es war ein tolles Wiedersehen und ich war gefesselt vom Anfang bis zum Schluss.

Die Story geht teilweise sehr tief in die Mathematik, Informatik und auch Physik. Aber auch wenn ich der ein oder anderen Gleichung nicht folgen konnte, so hatte ich nie ein Verständnisproblem. Die Handlung ist verzwickt, verworren, verschworen – wie der Name sagt – und geht wie der dritte Teil der Reihe sehr ins Detail.


Was mir besonders gut gefallen hat, kann ich eigentlich gar nicht schreiben, ohne zu viel zu verraten. Aber es gibt da eine ganz ganz wichtige Nebenrolle und eine altbekannte Lisbeth, diese Kombination ist einfach nur der Wahnsinn. Wir erfahren in diesem vierten Teil sehr viel über Lisbeths Vergangenheit, Kindheit und ein weiteres hochinteressantes Detail. Stichwort: WASP, auch dass fand ich ziemlich interessant.

Einige kleine Unterschiede zwischen Larsson und Lagercrantz habe ich bemerkt, die ich ruhig schildern darf, ohne zu spoilern 🙂 Larsson-typisch waren viele belegte Brote und dass seine Figuren nie ins Bett gingen, sondern „zwischen die Laken“ gekrochen sind. Das tun sie nicht mehr. Dafür lesen sie. Blomkvist liest zum Beispiel Elisabeth George Krimis und eine weitere Figur u.a. den Friedhof der Kuscheltiere von Stephen King. Das kannte ich von Larsson hingegen nicht.

Ein kleines bisschen traurig war ich darüber, dass der Autor kein Nachwort geschrieben hat. Mich hätte doch sehr interessiert, wie er sich gefühlt hat, als man ihn fragte, ob er die Millenium-Reihe weiterschreiben möchte. Sicher war das für ihn selbst auch etwas Besonderes. Aber hierfür hat der Verlag als Entschädigung ein Interview auf der Homepage, in dem Lagercrantz genau darüber spricht. Ich habe es unten eingestellt und es ist sehr interessant und zeigt einen sympathischen Autor.

Mein Fazit: Für mich ist dieser 4. Teil der Millenium-Reihe, der beste „Larsson“ seit dem ersten Teil „Verblendung“. Auch wenn dieser es nicht selbst geschrieben hat, so wird das Buch der Reihe absolut gerecht, fesselt, macht Spaß, lässt den Leser hoffen und fiebern und ganz wichtig: zurückkehren an die Seite von Lisbeth und Mikael. Agieren sie endlich wieder richtig gemeinsam? Tja, findet es heraus …..

Ein kurzes Interview mit dem sehr sympathischen Autor:

Weitere Infos über die Millenium-Reihe beim Verlag

Homepage des Autors – David Lagercrantz

Mehr Rezensionen auf Buchwelten zu Stieg Larsson

Und zum Abschied, da ich nicht weiss, ob und wann es weitergeht … für mich DAS Lisbeth Salander Lied:

© Buchwelten 2015

Grimm von Christoph Marzi

Grimm

Erschienen als gebundene Ausgabe
im Heyne Verlag
insgesamt 560 Seiten
Preis: 17,99 €
ISBN: 978-3-453-26661-2
Kategorie: Jugendbuch
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Als Vesper Golds Vater stirbt, erfährt das junge Mädchen, dass die Welt nicht so ist, wie sie scheint. Ihr Vater vererbt ihr einen geheimnisvollen Schlüssel, hinter dem plötzlich ein Unbekannter her ist. Der Tod des Vaters erscheint Vesper auch immer mysteriöser, je mehr sie davon erfährt. Und dann fallen plötzlich alle Kinder weltweit in einen minutenlangen Schlaf und Wölfe streifen durch die Stadt. Märchenfiguren, die als erfunden galten, scheinen zur Realität geworden zu sein. Zusammen mit dem Studenten Leander macht sich Vesper auf den Weg, das Geheimnis der zum Leben erwachten Märchen zu lüften.

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Der Einstieg in Marzis Märchenwelt ist gelungen und macht so richtig Spaß auf das, was da noch kommen möge. Vespers jugendliche Charakterzeichnung ist absolut gelungen und zaubert einem so manches Mal ein Schmunzeln in die Mundwinkel.
Auch wie die Märchenwelt immer mehr in die Realität eindringt, hat Marzi sehr geschickt und spannend gemacht. Der teils sehr gehobene Schreibstil wird immer wieder durch saloppe Sprüche, die aber aus dem Mund der Protagonistin kommen und daher absolut in Ordnung sind, abgelöst, was zur Folge hat, dass man durch das Buch nur so fliegt. Es ist sehr kurzweilig und baut die Spannung schön gleichmäßig vom Anfang bis zum Ende auf. Hin und wieder gab es ein paar Szenen, die mir persönlich nicht so zugesagt haben, weil sie dann doch zu übertrieben auf mich wirkten, aber die verloren sich in der Vielfalt der gelungenen Teile.

Ein paar Ideen finde ich großartig und sehr überzeugend. Wenn es dann aber wiederum um eine Vereinigung geht, die bereits seit etlichen Jahrhunderten Jagd auf Märchenfiguren macht, dann war mir das doch ein wenig zu weit hergeholt und hat mir dann eher nicht so gefallen. Dennoch hat mir „Grimm“ trotz der genannten Kritikpunkte sehr gut gefallen, weil der Roman, wie oben schon erwähnt, meist in einem sehr schönen Schreibstil verfasst wurde und im Prinzip auch eine sehr nachvollziehbare Handlung aufweist.

Marzi hätte noch bedeutend mehr bekannte und unbekannte Märchen einbauen können, das hätte den Reiz des Buches mit Sicherheit erhöht. So aber beschränkte er sich nur auf ein paar ausgewählte, die aber jedermann kennen dürfte. Besonders hat mir eine Begegnung zwischen Vesper und einem eingesperrten, sogenannten „Goldspinner“ gefallen. Diese Szene fand ich äußerst amüsant und gelungen, denn, auch wenn der Name des kleinen Männchens nicht genannt wird, weiß man sofort, um wen es sich handelt. Aus diesem Grund hätten mir mehr solcher Einlagen gefallen.

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Fazit: Unterhaltsam und spannend entführt Marzi den Leser in eine Märchenwelt, die in unsere reale Welt eindringt. Deutsche Jugend-Fantasy, die absolut Spaß macht und in einem sehr gehobenen Schreibstil verfasst ist.

© 2015 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Trophäe von Steffen Jacobsen

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Trophäe

Erschienen als
Taschenbuch im
Heyne Verlag
544 Seiten
Preis: 9,99  €
ISBN: 978-3-453-43762-3

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Michael Sander ist ein Privatdetektiv, der nicht so einfach zu finden ist. Nicht im Internet, nicht im Telefonbuch. Er arbeitet absolut im Verborgenen und wird von seinen Auftraggebern eigentlich nur durch Empfehlungen vermittelt. Sander arbeitet nur an exklusiven Fällen, doch an diesen dann mit seinem ganzen Einsatz.

Elisabeth Caspersen beauftragt Michael Sander, nachdem sie im Tresor ihres verstorbenen Vaters eine extrem brutale DVD findet. Diese zeigt einen Amateurfilm, der das Finale einer ungeheuerlichen Menschenjagd festgehalten hat. Caspersen ist überzeugt, ihren Vater zu erkennen. Sie will Gerechtigkeit. Sie will wissen, wer das Opfer ist und den eventuell Hinterbliebenen ihr Mitgefühl zeigen, auch – oder vor allem – durch finanzielle Hilfe. Denn Geld hat sie genug. Sie ist die Alleinerbin des Milliardenimperiums Sonartek.

Und sie will noch eines: Sie will die Jäger ausgeschaltet wissen, will dass so etwas Grausames nie wieder geschieht.

Sander steht vor einer schwierigen Aufgabe, denn er kennt weder das Opfer, noch den Ort, an dem diese Jagd stattfand. Dennoch nimmt er den Auftrag an, denn solche Herausforderungen sind Sanders Spezialgebiet. Doch die Grausamkeit der Jäger bekommt Sander im Laufe der Ermittlungen zu spüren.

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Dieser Thriller hat es absolut in sich. Er beginnt gleich zu Anfang sehr spannend und fesselnd. Steffen Jacobsen schreibt in einem guten, angenehmen Schreibstil, sodass ich als Leserin direkt leicht in die Handlung eingestiegen bin. Er arbeitet seine Charaktere gleich zu Anfang sehr gut aus. Sie werden lebensnah und echt dargestellt.

Er erzählt seine Story zunächst in zwei Handlungssträngen. Der erste beschreibt die Geschehnisse um Michael Sander, den Detektiv. Der zweite behandelt die Erlebnisse der Kommissarin Lene, die in einem Selbstmord ermittelt, der zunächst nach einem Mord aussieht.

Etwa ab Seite 250 wird der Thriller dann mitten in einem eher ruhigen Moment extrem brutal. Mich hat diese Szene wirklich geschockt, so krass war sie beschrieben. Dennoch, trotz aller Gewalt und brutaler Szenen liefert der Autor auch sehr rührende, gefühlvolle und sogar humorvolle Momente. Diese Mischung hat mir sehr gut gefallen und mich überzeugt.

Der Spannungsbogen ist sehr gut aufgebaut, die Handlung nimmt immer wieder nicht absehbare Wendungen, Langeweile kam hier keinesfalls auf.

Der Autor beschreibt auch sehr gut die Hintergründe der Jäger, erzählt aus der Vergangenheit. Auf Näheres mag ich hier nicht eingehen, um nicht zuviel zu verraten.

Mein Fazit: Volle 5 Sterne für diesen extremen Thriller, der Spannung, Dramatik, Gewalt, schockierende Brutalität mit Gefühl und zu Tränen rührenden Momenten vermischt.

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Ich danke HEYNE für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2014

Mr. Mercedes von Stephen King

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Mr. Mercedes

Erschienen als gebundene Ausgabe
im Heyne Verlag
insgesamt 592 Seiten
Preis: 22,99 €
ISBN 978-3-453-26941-5
Kategorie: Thriller

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Ein nebliger Frühmorgen irgendwo in den USA. Viele hundert Menschen warten seit Stunden vor der Stadthalle des Ortes, wo bald die jährliche Jobbörse ihre Türen öffnen wird. Mitten in der Nacht sind die Arbeitssuchenden aufgestanden und haben sich dort eingefunden, um endlich eine Arbeit zu finden. Männer, Frauen, Junge und Alte. Alle warten sie geduldig auf Einlass.

Doch dazu wird es nicht kommen. Urplötzlich blenden Scheinwerfer im Nebel auf und bevor die Wartenden registrieren, dass es ein PKW, ein schwerer Mercedes ist, der dort mitten auf die Menge zusteuert, ist es bereits zu spät. Der Fahrer hält nicht an, ganz im Gegenteil. Bewusst und voller Absicht rast er in die Menschenmenge und bringt viele der Menschen um, andere haben etwas mehr Glück, werden „nur“ schwer verletzt und bleiben als Krüppel zurück. Der Mörder flieht und der Fall ist nach über einem Jahr noch immer nicht aufgeklärt.

Detective Kermit William Hodges ist in den Ruhestand gegangen, ohne dass es ihm gelungen ist, seinen letzten Fall aufzuklären. Er hat im Fall Mr. Mercedes ermittelt, konnte den Killer jedoch nicht aufspüren. Nun fristet er in seinem Rentnerdasein dahin. Lebt in den Tag hinein, sieht zu viel fern, isst zuviel Ungesundes und langweilt sich zu Tode. Im wahrsten Sinne des Wortes: Beinahe täglich spielt er mit seinem Revolver herum und überlegt, ob nicht einfach dem öden Dasein ein Ende setzen soll.

Nun, dabei hat Mr. Mercedes Hodges offensichtlich beobachtet, denn er schreibt ihm einen Brief, der ihm klarmachen soll, wer ihm schreibt. Außerdem soll er Hodges provozieren. Mr. Mercedes würde nichts lieber sehen, als dass der Rentnercop sich endlich das Leben nimmt. Das wäre ein großer Spaß. Doch da hat Mr. Mercedes sich schwer geirrt. Denn mit seinem langen Brief erreicht er genau das Gegenteil: er reißt Hodges aus seiner Lethargie, weckt erneut das Feuer der Jagd in ihm und gibt ihm eine Aufgabe! Hodges macht weiter. Auf eigene Faust stellt er unauffällige Ermittlungen an und versucht alles, um diesen irren Mr. Mercedes endlich zu schnappen ….

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Ein lieber Facebook-Freund sagte kürzlich: Die ersten 100 Seiten könnte man bei Stephen King getrost überblättern, denn solang braucht er immer, um in seine Handlung hineinzufinden. Nun, hier ist es definitiv nicht so. Es geht einige Seiten ruhig an, dann wird man jedoch sofort mit Grausamkeit und Unglück konfrontiert. Leser, die sich auf der Homepage des Verlages die Leseprobe durchlesen, bekommen bereits das geboten, wovon ich hier gerade schreibe, ohne etwas zu verraten.

King schreibt in seinem gewohnten Stil des „neuen“ King, also vergleichbar mit Joyland oder eher noch Der Anschlag. Die alten Horror-Schocker Momente gibt es so nicht mehr. Was aber nicht heißt, dass King seicht geworden ist. Die Grundstimmung des Romans ist eher ruhig, was mir gut gefällt. Dennoch wurde ich absolut gefesselt und empfand die Handlung als sehr spannend und teilweise auch wirklich schlimm! Aber es wechseln sich dramatische Szenen mit ruhigeren ab, damit der Leser auch zur Ruhe kommt, mir gefällt das. Die Protagonisten könnten unterschiedlicher nicht sein. Und jeder einzelne von ihnen war sehr gut ausgearbeitet und dargestellt. Sehr glaubhafte, nette und auch böse, irre Charaktere habe ich während meiner Lektüre getroffen.

Stephen King hat einige nette Anspielungen auf seine alten Bücher und auch alt bekannte Filme verbaut, diese Hinweise erkennen Fans sogleich.

Selbst das Ende, die bei King ja oft, nennen wir es mal Geschmackssache sind, gefällt mir in diesem Falle sehr gut und ich empfinde es als gelungen und passend. Es gibt doch einige Kings, wo ich die Handlung total klasse fand und beim Ende dann eher unzufrieden war, z.B. bei Wahn oder damals ES. Den dunklen Turm nehme ich jetzt mal raus, denn da ist das Ende auch seltsam, dennoch könnte ich die komplette Reihe sofort wieder lesen, weil sie mich nicht los lässt :).

Zum Cover gibt es hier von mir ein Lob an den Verlag, es ist identisch mit dem Original. Eins zu Eins übernommen, dass finde ich sehr gut. Bei den Stephen King Romanen gehe ich nämlich immer hin, und schaue mir die Originalausgaben an. Da fällt mir gleich Wind ein, wo mir das deutsche Cover zwar auch gefällt, dass Original aber viel schöner ausgearbeitet ist.

King wäre nicht King, würde er nicht zum Roman handlungswichtige Spielereien auf seiner Homepage anbieten. So etwas macht dem Leser Freude und gibt ihm immer das Gefühl, diese Handlung sei mehr als nur eine Idee des Autors.

Mein Fazit: Volle 5 Punkte für Mr. Mercedes, der mich absolut gefesselt und mir sowohl Freude als auch Schockmomente beschert hat. In einem guten Schreibstil lässt King in das Hirn eines Killers blicken und einen dahinvegetierenden Ex-Cop wieder aufleben und ungeahnte Kräfte mobilisieren.

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Ich danke dem Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Die Videos kann ich in dem Falle leider nur als Links anbieten 🙂

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stephenking.com/promo/mr_mercedes/video/

http://stephenking.com/promo/mr_mercedes/book-trailer.html

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© Buchwelten 2014

Joyland von Stephen King

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Erschienen als
gebundene Ausgabe
im
HEYNE Verlag
352 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN: 978-3-453-26872-2

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Man schreibt den Sommer 1973 und Devin Jones will – bevor er zum College geht – den Sommer nutzen, um Geld zu verdienen. Dazu bewirbt er sich in JOYLAND, einem kleinen, nicht wirklich modernen, Freizeitpark an der Küste von North Carolina. Devin bekommt den Job, eigentlich ohne große Schwierigkeiten, irgendwie hat der junge Mann etwas an sich, dass die Menschen mögen. Dev ist relativ schnell überall sehr beliebt. Leider sieht das seine Freundin Wendy etwas anders, denn sie gibt ihm kurz vor der Abreise den Laufpass. Für Devin bedeutet dies ein gebrochenes Herz, was bekanntlich in jungen Jahren sehr schmerzhaft ist.

Doch Devin versucht sein Bestes, um darüber hinwegzukommen. Er bekommt ein schnuckeliges, kleines Zimmer zur Miete, gelegen in einem schönen Haus, direkt am Strand. Die Vermieterin ist eine angenehme, nette Frau, die eine Menge über JOYLAND zu berichten weiß. Außerdem kann Devin von dort aus jeden Tag am Strand entlang zu seinem Arbeitsplatz laufen. Er genießt diese Fußmärsche sehr. Das Meer mit seinen Gerüchen und Klängen hilft ihm, seinen Kopf klar zu bekommen.

Devin lernt in diesem Sommer eine Menge neuer Menschen kennen, die ihm größtenteils alle sehr schnell ans Herz wachsen. Da sind seine Kollegen Erin und Tom, die im gleichen Strandhaus wohnen wie er. Es entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, die lange Jahre währt. Dann sind da noch der keine Junge im Rollstuhl, sein Hund und seine unnahbar scheinende, schöne Mutter, die Dev jeden Tag am Strand sitzen sieht, wenn er zur Arbeit geht und von dort zurückkommt. Diese außergewöhnliche, kleine Familie soll Devin in diesem Sommer näher kennenlernen und auch hier entwickelt sich eine besondere Freundschaft.

Devin fühlt sich nach seinem Sommer in JOYLAND so wohl, dass er beschließt länger zu bleiben. Er bekommt eine Festanstellung und ist somit kein Hilfsarbeiter mehr, sondern einer von ihnen. Devin hat sich in JOYLAND verändert. Er ist selbstbewusster geworden, stärker, mutiger und offener. Er hat das Gefühl, dort hinzugehören, mag den „Slang“ des Rummels, die sonderbare Geheimsprache der Mitarbeiter. Er verabschiedet sich von Erin und Tom, die nach diesem Sommer ihre Zeit auf dem College verbringen.

Da ist er nun. Der neue, andere Devin, der in JOYLAND geblieben ist, weil er den Flair dort trotz aller harter Arbeit liebt. Und außerdem ist da noch etwas in JOYLAND: ein Geheimnis, ein Gerücht, dem er unbedingt auf den Grund gehen will. Im Horror House, der Geisterbahn, soll es spuken. Dort soll ein Mädchen umgebracht worden sein und ihr Geist soll dort nach wie vor verweilen. Erin ist im aus der Ferne behilflich Informationen über das ermordete Mädchen zu erhalten. Und mit seinen Nachforschungen bringt Devin sich in Gefahr, ohne dass er es bemerkt …

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Bereits „Der Anschlag“ von Stephen King wurde hochgelobt, ich habe ihn noch nicht gelesen, kann es daher nicht beurteilen. Allerdings ist JOYLAND ein Buch, dass mich vom Anfang bis zum Ende (die bei Stephen King ja oft „unbefriedigend“ sind) gepackt hat.

Dieser Roman hält durchweg eine wunderbare, ruhige, fesselnde Stimmung. Wie Stephen King die Atmosphäre des Freizeitparks und den Menschen darin rüberbringt, ist sehr gut gelungen. Auch die besondere Eigenschaft des Meeres, mit seinen Geräuschen und Gerüchen ist sehr greifbar und toll dargestellt.

Ich fühlte mich manches mal in der Stimmung an „Wahn“ erinnert, auch dort lernt der Protagonist jemanden am Strand kennen, allerdings war es dort ein alter Mann und das Ende war etwas komisch. Hier ist es ein kleiner, todkranker Junge, der gleichzeitig voller Leben strotzt, dass es dem Leser das Herz erweicht! King Leser kennen evtl. „Der Dunkle Turm“ und den Charakter von Jake, er ist mir in ähnlicher Weise direkt sehr lieb gewesen.

Vom Flair der 70er Jahre her, liest sich der Roman wie ein „alter King“, wobei für mich der „neue King“, der nach seinem Unfall, viel gefühlvoller schreibt, ohne dabei die mystische und knisternde Spannung vergessen zu lassen, die Stephen King nun einmal ausmacht. Er schreibt nicht in einem sonderlich gehobenen Schreibstil, dass hat er nie, doch er versteht es die Leser zu packen. Immer wieder, immer noch. Ich habe einige kleine autobiografische Aussagen gefunden, die mir auffielen, weil ich „Vom Leben und Schreiben“ von ihm gelesen habe.

Das Buch präsentiert der HEYNE Verlag als gebundene Ausgabe mit einem sehr passenden Cover: einer Leuchtreklame im amerikanischen Stil. Wobei sich hier, wie eigentlich bei allen seinen Werken, ein Blick auf die Homepage des Autors lohnt. Das Originalcover zeigt nämlich Erin, die als „Hollywood Girl“ mit ihrer riesigen Pressekamera in JOYLAND arbeitet, ein tolles Bild. Außerdem gibt es dort eine Karte/Lageplan von JOYLAND, den ich gerne schon während der Lektüre entdeckt hätte. Der Roman ist für einen King relativ „dünn“, wobei eine Geschichte immer so lang sein sollte, wie sie dauert. Und die Seiten reichen für diese Story allemal aus. „Das Mädchen“ war beispielsweise auch ein dünnerer Roman, der dennoch einfach klasse war. 

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für JOYLAND. Ein Sommer, ein Abenteuer auf dem Rummel, einem Ort mit seinem eigenen Flair, der Geheimnisse birgt, verletzte Seelen heilen und einen jungen Mann verändern kann. Stephen King liefert eine sehr stimmungsvolle Geschichte, die fesselt, kurzweilig ist und an der noch nicht einmal am Schluss irgendetwas auszusetzen ist. Einfach toll und gelungen!

Ich danke HEYNE für die Bereistellung des Rezensionsexemplares.

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© Buchwelten 2013

Der Anschlag von Stephen King

Erschienen in gebundener Ausgabe
bei Heyne
insgesamt 1.056 Seiten
Preis: 26,99 €
ISBN: 978-3-453-26754-1
Katergorie: Thriller

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Jake Epping kann nicht glauben, was sein Freund Al ihm erzählt: im Vorratsraum seines Diners befindet sich so etwas ähnliches wie ein Zeitloch, durch das man exakt am 09. September 1958 um 11.58 Uhr die Vergangenheit erreicht. Al ist von dem Plan besessen, das Attentat auf John F. Kennedy zu verhindern, um die Geschichte neu, und besser zu schreiben. Es gilt, etwas über 5 Jahre in der Vergangenheit zu leben, um an just diesen Zeitpunkt zu gelangen, an dem man in der Lage wäre, Lee Harvey Oswald, den vermutlichen Mörder JFKs, aus dem Weg zu räumen und den Mord am amerikanischen Präsidenten zu verhindern. Jede Zeitreise, egal wie lange sie in der Vergangenheit dauert, lässt nur etwa zwei Minuten in der Gegenwart verstreichen. Doch Al kann seinen Plan nicht mehr ausführen, denn er ist an Krebs erkrankt und wird zuenehmend schwächer. Er bittet Jake, seine Rolle zu übernehmen und für fünf Jahre in der Vergangenheit zu leben, um den Anschlag auf Kennedy zu vereiteln. Was hätte er denn schon großartig zu verlieren? Zwei Minuten der Gegenwart, mehr nicht.

Jake zögert, kann aber den Reiz des Möglichen nicht vergessen und lässt sich auf das Abenteuer ein. Dass er sich in einer Zeit, in der er selbst noch nicht einmal geboren ist, unsterblich in eine Frau verliebt konnte er nicht ahnen. Und dann gibt es da auch noch den sogenannten „Schmetterlingseffekt“, dem man nachsagt, dass die kleinste Veränderung riesige Auswirkungen auf die Zukunft haben kann.

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Als eingefleischter Stephen King Fan konnte ich es kaum erwarten, seinen neuen Roman zu lesen, hatte mich doch sein letzter ‚Schinken‘ „Die Arena“ zwar begeistert, aber leider nicht vollends überzeugt.

Schon die Thematik von „Der Anschlag“ machte mich neugierig, vermutete ich dahinter einmal eine etwas andere Geschichte des „Horror-Königs“. Und ich wurde keineswegs enttäuscht, sondern viel eher von der einfühlsamen Komplexität dieses Buches völlig überrumpelt. King hat nicht immer einen anspruchsvollen Schreibstil, man denke nur an seine manchmal arg übertriebenen Dialektdarstellungen oder an oft umgangssprachliche Äußerungen seiner Protagonisten (die zugegebenermaßen auch oft perfekt passen).

Ich würde „Der Anschlag“ als den größten Wurf Stephen Kings seit „The Green Mile“ bezeichnen. Schon am Anfang bemerkte ich den veränderten, gehobeneren Schreibstil Kings und war begeistert. Als sich dann aber die Handlung von einem „Zeitreise-Polit-Thriller“ in eine andere, nämlich völlig unkitschige, tief ergreifende Liebesgeschichte, entwickelte, begann ein Abenteuer, wie ich es von King nicht erwartet hätte.
Die Charaktere der Protagonisten besitzen einen Tiefgang und eine Glaubhaftigkeit, bei der man schon bald der festen Überzeugung ist, sie und vor allem all ihre Ängste und Hoffnungen tatsächlich zu kennen. 

Die unterschwellige Melancholie in manchen Szenarien nahm mich mit und berührte mich teilweise so stark, dass ich so manches Mal den Tränen nahe war.

Diese „Zwischen den Zeilen-Botschaft“ wird für mich allerdings erst nach mehrtägigem darüber Nachdenken immer noch stärker und ich merke, dass ich, während ich diese Rezension schreibe, Lust verspüre, das Buch in die Hand zu nehmen und zurück zu kehren in die Welt von Jake im Jahre 1958 ff.
So intensiv nimmt mich selten ein Buch in Besitz, hinterläßt es (jedenfalls bei mir) ein melancholisches Gefühl über all die verpassten Chancen seiner eigenen Vergangenheit und wie es wohl wäre, sie bei einem kurzen Ausflug zu korrigieren. 

King hat etwas geschafft, dass nur wenigen Büchern auf diese besondere Art und Weise zu eigen ist: Man möchte Tag und Nacht lesen, vergißt die Zeit um sich und ist IN DER GESCHICHTE.

Zuletzt passierte mir das bei Tad Williams (Otherland), Dan Simmons (Terror) und selbstverstädnlich J.R.R. Tolkien (Der Herr der Ringe).

Auch wenn „Der Anschlag“ nur eine ‚kleine‘ Geschichte ist und nicht episch-bombastisch wie zwei der obengenannten: die Größe liegt im Gefühl, dass dieser Roman hinterlässt. Wenn ich an bestimmte Stellen denke, bekomme ich eine Gänsehaut und wünsche mir, wieder dabei sein zu dürfen.

King hat es auch hervorragend geschafft, eine an den Haaren herbeigezogene Geschichte so glaubwürdig darzustellen, dass man über hanebüchene ‚Fehler‘ hinwegsieht, ohne darüber nachzudenken. Wie das Paradoxon von Zeitreisen erklärt wurde, klang (zumindest für mich) absolut logisch.

Man merkt, wie begeistert ich bin und ich kann jedem, der Stephen King, historische Geschichte und unkitschige, ehrliche Liebesgeschichten mag, das Buch nahelegen.

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Fazit: Ich kann schwer meine Begeisterung für dieses Werk von Stephen King zügeln. Obwohl die Handlung relativ ruhig ist, erwartet den Leser eine (in meinen Augen) spektakuläre und vor allem unvergessliche Zeitreise in die 50er und 60er Jahre. Und eine Liebesgeschichte, die es in sich hat: Jake und Saddie gehören für mich neben Scarlett und Rhett mit zu den beeindruckendsten Liebespaaren der Literatur.

Uneingeschränkte Leseempfehlung und für mich eines der besten Bücher der letzten zehn Jahre. 5 von 5 Sternen und ein Plus dazu! 🙂

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Ein Dank an Marion, der Betreiberin dieses tollen Blogs, für dieses wunderbare Geburtstagsgeschenk, das sie mir mit diesem Buch gemacht hat. ♥

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© Cryptanus für Buchwelten 2013