Im Namen der Lüge von Horst Eckert (Melia-Kahlid-Reihe 1)

Im Namen der Lüge Horst Eckert

Erschienen als Klappenbroschur
im Heyne Verlag
insgesamt  576 Seiten
Preis: 12,99 €
ISBN: 978-3-453-43966-5
Kategorie: (Polit)Thriller

.

Melia Khalid, uneheliche Tochter eines Spitzenpolitikers und Leiterin des Referats für Linksextremismus bekommt ein geheimes Dokument zugespielt, dass die Gründung einer neuen RAF ankündigt. Melia Khalid zweifelt jedoch an diesen Informationen, eckt damit aber gehörig an. Ihr Chef stellt sie kalt.

Vincent Che Veih hat den Mord an einem der „RAF-Rentner“ aufzuklären. Kürzlich haben die drei im Norden des Landes selbst Überfälle auf Geldtransporte getätigt. Und nun wird ein Mitglied dieser Gruppe in Düsseldorf gefunden. Es gibt Hinweise auf einen alten Fall, denn bestimmte Merkmale an der Leiche weisen Gleichheiten auf. Der damalige Täter ist aber in Verwahrung.

.

Mit diesem Roman bringt Horst Eckert seine neue Protagonistin ins Spiel: Melia Khalid, eigentlich Amelie, ist die uneheliche Tochter eines Spitzenpolitikers. Ihre Mutter, eine damalige Flüchtige aus Somalia, hat sie zu einer starken und selbstbewussten Frau erzogen, da sie damals Folter und Peinigungen ertragen musste.

Aber Melia hat es nicht leicht. Als erstes, weil sie als Frau in einer Führungsposition tätig ist, und dann auch noch als Mischling. Vincent Che Veih hat es als Ermittler auch nicht leicht. Die RAF-Vergangenheit seiner Mutter und sein zweiter Vorname werfen ihm auch immer wieder Steine in den Weg.

In dieser hochbrisanten, absolut verzwickten und spannenden Handlung kreuzen sich (natürlich) die Wege dieser beiden interessanten Menschen, und als sich ihre Fälle miteinander verflechten, arbeiten sie zusammen und spielen sich die Bälle gegenseitig zu. Die beiden ergänzen sich sehr gut und es macht großen Spaß, sie zu begleiten.

Das Thema ist sehr politisch und Horst Eckert schafft es immer wieder, eine solch umfangreiche Handlung zu erschaffen, dass es mir als Leser trotz voller Konzentration doch ab und an schwindelig wird. Ich muss gestehen, dass ich doch ab und an einige Namen verwechselt habe und es nicht so leicht hatte, der Handlung konkret zu folgen. Wenn man aufgrund von Arbeitstag und Familie nicht mehr so viele Lesestunden zur Verfügung hat, dann ist solch eine Handlung doch oft kompliziert.

Die Story war aber dennoch sehr spannend, dramatisch und absolut fesselnd. Man merkt, dass der Autor selbst zu dieser Generation, in deren Zeit die Handlung spielt, gehört. Er schreibt, als sei er selbst ein Teil der Handlung. Ich war damals noch ein Kind und vielleicht tue ich mich daher etwas schwer.

Aber all diese „Kritikpunkte“ hindern mich keineswegs daran, zu sagen, dass ich erneut fesselnde Lesestunden gemeinsam mit Veih und Khalid verbracht habe, und ich mich auf die Fortsetzung freue. Horst Eckerts Romane kann man einfach nur empfehlen.

© Buchwelten 2020

 

 

Werbung

Der Preis des Todes von Horst Eckert

Der Preis des Todes

Erschienen als gebundene Ausgabe
im Wunderlich Verlag
416 Seiten
19,95 €
ISBN:  978-3805200127

.

Sarah Wolf, Journalistin, Produzentin und Moderatorin ihrer eigenen Polit-Talkshow ist seit einigen Monaten mit dem attraktiven und äußerst liebenswerten Staatssekretär Christian Wagner liiert. Sie glaubt, dass sich die Beziehung zu etwas ernsterem entwickelt und sieht der Zukunft sehr positiv entgegen.

Eben dieser Staatssekretär steht zwar derzeit unter Beschuss, da ihm Lobbyismus vorgeworfen wird, weil er angeblich die Machenschaften des Krankenhauskonzerns Samax AG unterstützt. Dabei ist er lediglich ehrenamtlich für eine Stiftung des Konzerns tätig und hat sich ansonsten komplett heraus gezogen.

Währenddessen taucht am Unterbacher See in Düsseldorf die Leiche einer jungen Frau auf. Der Kommissar Paul Sellin, sterbenskrank vom Krebs zerfressen, setzt alles daran den Mörder der jungen Frau zu finden. Hat er es sich vor Jahrzehnten mit seiner eigenen Tochter verscherzt, will er zumindest dieser jungen Frau posthum gutes tun. Er weiß, dass dies sein letzter Fall ist und gibt alles, was er noch kann.

So kommt es, dass Sellin herausfindet, dass die Tote vom Unterbacher See vor ihrem Tod in Kontakt stand mit Christian Wagner, eben dem Staatssekretär, mit dem die Journalistin liiert war. Doch leider kann Sellin diesen nicht mehr zu dem Treffen befragen, denn der Staatssekretär wird tot in seiner Wohnung aufgefunden und es deutet alles auf Selbstmord hin.

Sarah Wolf glaubt jedoch nicht an Selbstmord, darum beginnt sie selbständig zu ermitteln und zu forschen. Und sie trifft auf Unterlagen, die auf ein Flüchtlingsslager in Kenia hinweisen. Kannte Sarah Wolf „ihren“ Staatssekretär wirklich? Oder war er doch ein ganz anderer, als er vorgab …..

* * *

Horst Eckert ist für mich immer wieder ein Faszinosum. Denn eigentlich können mich weder die Politik, noch Politthriller fesseln. Doch bei Horst Eckert ist alles schlicht, einfach und geradeaus geschrieben. Alles verständlich und klar. Und das eigentlich schlimmste ist, dass man liest und sich denkt: das ist so. Das ist real. Genau so kann es sich zutragen. Also der Hinweis: starker Realitätsbezug trifft hier voll ins Schwarze.


Horst Eckert hat hier offensichtlich wieder aufs genaueste recherchiert, ob er selbst in Kenia war, weiß ich nicht, ich kann mich nicht an derlei Fotos in den sozialen Netzwerken erinnern, dennoch liest es sich so. Das Flüchtlinsglager Dadaab gibt es wirklich und als ich die Suchmaschine dazu befragte, sah ich genau die Bilder, die mir mein Kopf vorab zeigte. Und genau diese Machenschaften traue ich der Menschheit ohne weiteres sofort zu.

Dieser Roman steht eigenständig und hat nichts mit seinem Ermittler Vincent Ceh Veih zu tun. Dennoch treffen wir auf alte Bekannte, denn die Amtshilfe in Düsseldorf übernimmt u.a. Anna Winkler. Auch ein kleiner Hinweis auf den Vorgänger-Roman hat Eckert geschickt mit einfließen lassen.

Die Protagonisten hat Horst Eckert sehr gut ausgearbeitet und mit ihnen interessante Charaktere erschaffen. Ich mochte sie gut leiden und habe mit ihnen gelitten und gefiebert.

Auf die Handlung gehe ich näher natürlich nicht ein, bezüglich Spoilergefahr. Ein erster kleiner Aha-Effekt stellte sich bei mir auf Seite 148 ein (sehr gut!) und einen kleinen Nebenstrang hatte ich flott erkannt. Die sonstigen roten Fäden waren wieder einmal sehr geschickt ausgeworfen und zu guter Letzt so verwoben, dass alles passte und ungemein gut überlegt war.

Ich bin wirklich gespannt, wann sein erster Politthriller verfilmt wird (okay, wenn sich jemand herantraut, oder es gezeigt werden darf 😉 )

Mein Fazit: Sehr spannend, skrupellos, brutal und einfach nur erschreckend realitätsnah. Horst Eckert in Hochform.

© Buchwelten 2018

Soviel neuer Lesestoff, darum …

28536061_10215903103229697_837321981_n (1)

… macht „Das schwarze Haus“ von Stephen King / Peter Straub derzeit Pause.

Schon „Der Talisman“ war anfangs sehr zäh, ich habe mich regelrecht durchgebissen. Jetzt, bei der Fortsetzung „Das schwarze Haus“ finde ich es noch viel anstrengender, da es so ganz anders ist als Teil I und sich unheimlich zieht.

Und da ich in der letzten Woche einige Neuerscheinungen / Rezensionsexemplare bekommen habe, die mir „in den Fingern jucken“, habe ich entschieden, diese einzuschieben.

Den Anfang macht ein Buch, das ich bei Amazon als Belegexemplar ausgewählt habe: „Fahrräder für Utrecht“ von Jochen Baier. Darin geht es um Wiedergutmachung von Untaten im 2. Weltkrieg.

Liebe Grüße
Marion ☺

Glaube.Liebe.Leichenschau – Mord am Hellweg VIII

.

glaube-liebe-leichenschau
Erschienen als Taschenbusch
im Grafit Verlag
insgesamt 349  Seiten
Preis: 12,00 €
ISBN: 978-3-89425-474-2
Kategorie: Kriminalanthologie

Der bereits achte Teil der Mord am Hellweg-Reihe lautet Glaube.Liebe.Leichenschau.

Insgesamt 23 Schrifstteller liefern ihre Kurzgeschichte ab, die jeweils in der Region des Hellwegs handeln. Der Verlag verspricht eine abwechslungsreiche Unterhaltung mit Mord und Totschlag, Schuld und Sühne ….

***

Als Stammleserin vieler Krimis des Grafit Verlages habe ich diesmal auch die Anthologie Mord am Hellweg VIII ausgesucht. Bekannte, namhafte Autoren wie Horst Eckert, Sebastiak Fitzek, Arno Strobel, Elisabeth Herrmann und Rainer Wittkamp haben hier mitgewirkt. Aber außerdem noch eine ganze Reihe an Schreibern, die mir persönlich noch nichts sagten. Gerade das hat mich neugierig gemacht.

Zwischen 15 und 20 Seiten sind die Geschichten lang und so fliegt man natürlich als Leser relativ flott durch dieses Buch. Der Vorteil einer Anthologie und Kurzgeschichten ist, dass man immer mal wieder eine Geschichte lesen kann, wenn die Lesezeit nicht so ergiebig ausfällt. Der Nachteil ist, dass, wenn man eben doch mehr Zeit hat und einige Geschichten hintereinander wegliest, man schnell wieder die ein oder andere Handlung aus seinem Hirn radiert. So ging es mir ab und an auch. Geschichten, die mir zwar ganz gut gefielen, aber dennoch irgendwie nicht haften geblieben sind.

Andere wiederum schon. Hier einige kleine Beispiele und Stichpunkte:

Rainer Wittkamps „Das Iserlohner Reinheitsgelübde“ nahm eine Wendung, die unvorhersehbar war und gut rüberkam.

In „Als Allah nach Herdecke kam“ von Christa von Bernutz kommen sowohl die tragische Aktualität der Handlung sowie ein guter Spritzer herrlicher Humor nicht zu kurz. Diese Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Ich musste nicht selten schmunzeln. Eine Autorin, die ich mir merke.

Der österreichische Humor in „Danke Kamen – und sorry für den Toten“ von Georg Haderer hat auch wirklich Spaß gemacht.

Das Mädchen vom Wittener Kreuz“ von Matthias Wittekindt hat mich berührt und betroffen gemacht. Eine Geschichte, die einen schalen Nachgeschmack hinterlassen hat.

In „Kein Fall für Hunter“ hat Judith Merchant den Hauptprotagonisten eines bekannten Autorenkollegen zum Leben erwachen lassen. Da ich diese Reihe nicht kenne, hat es bei mir ein bisschen gebraucht, bis ich es kapiert hatte. Gelungen ist diese Geschichte aber sehr.

Sehr gefühlvoll und sanft, ja, teilweise erotisch liest sich die Geschichte „Atmen in Bad Sassendorf“ von Christian Sebastian Henn. Trotz Krimihandlung bringt der Autor hier eine wundervolle Stimmung in seinen Zeilen unter.

Auch die Geschichten der bekannten Herren wie Horst Eckert und Sebstian Fitzek gefielen mir gut. Bei der Story „UNNAtürlich“ von Sebastian Fitzek liefert der Autor seine altbekannten Wendungen, mit denen ich nie rechne, obwohl es sie doch immer wieder gibt. Diese kleinen Verzwickungen haben aber auch großen Spaß gemacht. WhatsApp hat bekanntlich so seine Tücken ….

Horst Eckert war für mich sehr interessant, weil er hier mit „Der Heiler von Hagen“ eine irgendwie so ganz andere Art von Geschichte liefert, als ich sie sonst von ihm kenne. Hat er gut gemacht. Er kann auch ohne Vincent Veih spannendes erzählen.

Elisabeth Herrmann präsentiert in „Letzer Ausstieg Ahlen“ zwei ganz entzückende, alte Damen, die nicht auf den Mund gefallen sind. Eine spritzige Handlung mit Witz.

Ich könnte noch seitenlang weitermachen, ich denke, dass meine Begeisterung ganz gut herauszulesen ist …

.
Mein Fazit: Eine tolle, rasante, böse und humorvolle Anthologie bestückt mit kleinen aber sehr feinen Kriminalgeschichten von bekannten und weniger bekannten Autoren. Hier gebe ich sehr gerne eine klare Leseempfehlung.

.

© Buchwelten 2016

Wolfsspinne von Horst Eckert

.

978-3-8052-5099-3Erschienen als gebundene Ausgabe
im Wunderlich Verlag
insgesamt 496 Seiten
Preis:  19,95  €
ISBN: 978-3805250993
Kategorie: (Polit)Thriller.

.

Die bekannte Gastronomiebesitzerin Melli Franck wird in ihrem Restaurant brutal ermordet. Ermittlungsfäden führen ins Drogenmilieu, doch Vincent Veih deckt während seinen Ermittlungen Zusammenhänge auf, die um viele Jahre zurückreichen. Dem Kommissar werden seine Ermittlungen erschwert, man will ihn wegen angeblichem Fehlverhalten während einer Demo aus der Leiterfunktion kicken.


Doch Vincent Veih geht seiner Spurensuche ungeniert weiter und er deckt Verbindungen auf, die zur sogenannten Aktion „Wolfsspinne“ führen, einer verdeckten Aktion die vor langer Zeit direkt zum NSU (Nationalsozialistischen Untergrund) führte ….

***


Ich lese die Romane von Horst Eckert „erst“ seit seinem Roman „Sprengkraft“. Und auch wenn ich mich wiederhole: Ich lese die Krimis/Thriller von ihm einfach sehr gerne, weil er die wunderbare Gabe hat, spannende politische Thriller zu schreiben, die mich fesseln, obwohl ich politische Thriller nicht mag.

Dies ist der dritte Roman um seinen Kommissar Vincent Che Veih, dem Ermittler mit einer Mutter, die eine extrem terroristische Vergangenheit hat und einem Großvater, der auch nicht ohne Ruf ist.

Der Roman wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Einmal in der Gegenwart und dann immer wieder im Jahre 2011, als die Aktion „Wolfsspinne“ lief. Und diese zwei Plots verbinden sich im Laufe der Story miteinander, fügen sich immer mehr zusammen.

Man merkt zum einen, dass sich dem Autor beim Thema NSU und Rechtsradikalismus mehr als die Nackenhaare sträuben und er zum zweiten sehr intensiv recherchiert hat. Dies zeigt sich nicht nur im Laufe der Handlung, wo er Realität und Fiktion geschickt miteinander verknüpft.
Man merkt es auch am, für mich, extrem beklemmenden Anhang. Hier listet Eckert sämtliche Opfer rechter Gewalt seit dem ersten Tag der Deutschen Einheit im Jahre 1990 auf. Mich hat es betroffen gemacht, die Namen der Opfer von Mölln und Solingen (Familie Gen) wieder vor mir zu sehen. Schreckliche Ereignisse, die als weit entfernte Erinnerungen tief in meinem Hirn schlummerten. Unter all diesen Opfer sind sowohl Deutsche, als auch Ausländer und sie sind in allen Bundesländern zu verzeichnen. Erschreckend und leider immer noch unser täglicher Begleiter.

Die Handlung ist spannend, fesselnd und hat mich absolut in ihren Bann gezogen. Verwicklungen und Verbindungen der irrsinnigsten Art und Weise werden hier aufgezeigt. Der Leser weiß stellenweise nicht mehr, wer nun überhaupt für wen arbeitet und ob diese Person tatsächlich die ist, die sie vorgibt zu sein. All dies ist sehr geschickt ausgearbeitet und man fiebert einfach mit.

Neben Vincent Veih sticht für mich die sehr gute und tiefgründige Zeichnung des Charakters von Ronny Vogt heraus. Diese Figur ist aus sich selbst gewachsen. Mehr verrate ich nicht, lest einfach selbst.
Auch wenn es sich hier um eine Reihe handelt bin ich der Meinung, dass auch jeder Roman für sich selbst steht und es dem Verständnis keinen Abbruch tut, wenn man „quer einsteigt“.

.
Mein Fazit: Ein hochbrisanter Politthriller, der geschickt (erschreckend viel) Realität und (weniger) Fiktion vermischt und dadurch eine spannende Lektüre bietet, die viel Stoff zum Nachdenken liefert und einen unangenehmen Nachgeschmack hinterlässt.

© Buchwelten 2016

Schwarzlicht von Horst Eckert

.


Erschienen als gebundene Ausgabe
im Wunderlich Verlag
insgesamt 384 Seiten
Preis:  19,95 €
ISBN:  978-3-8052-5057-3
Kategorie: Thriller

erscheint am: 20. September 2013

.

Vincent Veih, der sportliche Ermittler, wird vorübergehend zum Leiter des KK11 befördert, da Ela Bach relativ kurzfristig ihren Posten verlässt, um sich beruflich zu verändern.

Veih bekommt es gleich mit einem hochgradig heiklen Fall zu tun: Knapp eine Woche vor der Wahl wird der Ministerpräsident von NRW tot in einem Pool aufgefunden. Der Pool liegt in einem Edelpenthouse eines sehr einflussreichen Bürgers. Offensichtlich pflegten die beiden Männer eine recht enge Freundschaft.

Auf den ersten Blick deutet alles auf einen Unfall hin. Es scheint, als hätte der Ministerpräsident nach zuviel Alkoholkonsum die Kontrolle verloren, sei ausgerutscht und dann in den Pool gefallen.

Doch wenn alles so einfach wäre, dann bräuchte es keine hartnäckigen Ermittler. Veih ist so ein Mensch, auch wenn er von allen Seiten Steine in den Weg geworfen bekommt.

Veih hat es allein wegen seines familiären Hintergrundes nicht einfach in seinem Job. Seine Mutter ist eine ehemalige RAF-Terroristin, die nach einer langer Haftstrafe wieder auf freiem Fuß ist und nun anderweitig von sich reden macht. Sein Großvater war im zweiten Weltkrieg aktiv an der Ermordung von Juden beteiligt.

Die Wahl rückt immer näher, Vorgesetzte, Parteiangehörige, die Regierung selbst, alle wollen das lästige Thema um den Tod des Ministerpräsidenten schnell vom Tisch haben. Doch Veih lässt sich nicht einfach ausbooten und kaltstellen, er ermittelt auf seinen eigenen Wegen weiter und zwar solange, bis er den Tod um den Ministerpräsidenten aufgedeckt hat. Dabei stößt er auch eine Reihe interessanter und aufschlussreicher Verbindungen, mit denen er so nicht gerechnet hat ….

***

Der erste Eckert, der im neuen Verlag Wunderlich/Rowohlt erschienen ist. Das Buch wird als gebundene Ausgabe mit Leseband (!) präsentiert und ist schlicht und einfach in schwarz gehalten, bedruckt mit einem unreisserischen Schriftzug, auf einem dezenten Cover. Mir gefällt die Optik gut, es gleicht sich auch gut den anderen Romanen des Autors an, die nun bekanntlich vorher im grafit Verlag erschienen sind. Die Schlichtheit ist ähnlich, nur dass der knallgelbe grafit-Kasten nicht mehr da ist. Das Buch passt sich jedenfals seinen Vorgängern im Bücherregal gut an. 

Der Text auf der Rückseite besteht nur aus einigen Schlagwörtern, die sehr neugierig machen. Erst im Klappentext des Schutzumschlages gibt es eine kurze Inhaltsangabe im fließenden Text.

Die Handlung war wieder einmal von Anfang an sehr fesselnd und ich bin nur so durch den Roman geflogen. Ich habe eine Reihe alter Bekannter getroffen, die Schauplätze sind Eckert Fans auch bekannt (z.B. die Festung).

Mir hat der Charakter des neuen Ermittlers gut gefallen, ein Mensch, der mit dunklen familiären Hintergründen lebt und es auf Grund dessen nicht unbedingt einfach hat. Er ist dennoch ein offener und ehrlicher Mensch, der mir sympathisch war. Kein Großkotz, kein arroganter Schnösel, einfach ein Mensch, der versucht eine gute Arbeit zu machen und sehr menschlich wirkt.

Ich fand diesen neuen Eckert weniger politisch anstrengend als die vorherigen Bücher, die Handlung ist nicht so hochkompliziert, dass man bei jeder Zeile hochkonzentriert sein muss. Man kann die Lesestunden entspannt genießen, ist dennoch gefesselt und behält jederzeit den Überblick, auch wenn der Autor sehr viele verschiedene Themen aufgegriffen hat und die Handlungsstränge vielseitig sind.

Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für den neuen Roman von Horst Eckert. Eine spannende Handlung in bekannter Umgebung, bestückt mit guten, interessanten und vielschichtigen Charakteren. Für mich war es ein fesselndes, kurzweiliges Lesevergnügen.

.

Ich danke dem Wunderlich/Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

.

.

© Buchwelten 2013

Die Festung von Horst Eckert (5/5)

.


Erschienen als
Taschenbuch
im grafit Verlag
512 Seiten
Preis: 12,99  €
ISBN 978-3-89425-408-7
Kategorie: Krimi

.

Teil 1 – Annas Erbe

.

Ein entlassener, vermeintlicher Mörder wird nach Verbüßung seiner Haftstrafe ermordet und auf einer Mülldeponie wird seine Leiche entdeckt. Er hat bis zu seiner Rehabilitation seine Unschuld beteuert und auch direkt nach seiner Entlassung gilt für ihn, dies zu beweisen. Dazu kommt es leider nicht mehr. Karl Thann, leitender Ermittler der Mordkommission steht vor einem Rätsel.

Zwangsläufig führen ihn seine Ermittlungen zurück zu dem Mord an der Frau, weswegen der Getötete damals verurteilt wurde.

Er trifft dabei auf alte Bekannte des Ermordeten und auch die Tochter, der damaligen Toten, diese versucht sogar ihm bei seiner Aufklärung behilflich zu sein.


Thann stößt bei seiner Arbeit auf erheblichen, sogar gefährlichen Widerstand und der kommt ausgerechnet aus den eigenen Reihen, aus dem Apparat der Polizei ….

 .

 .

Teil 2 – Bittere Delikatessen

Der einflussreiche Delikatessenkönig Fabian wird in seiner Wohnung niedergestochen. Es gibt keine Hinweise auf ein gewaltsames Eindringen. Rasch fällt der Verdacht auf die Stieftochter des Opfers. Eine Schauspielerin, die kurz zuvor einen bösen Streit mit Fabian hatte, als dieser sie bei den Dreharbeiten zu ihrer neuen Serie aufgesucht hat.

Doch zu leicht sieht der ermittelnde Kommissar Engel die Sache nicht. Er ermittelt ausgiebig in der Schauspieler- und Schickeria Szene um dem Täter auf die Spur zu kommen.

Allerdings hat auch er es nicht leicht. Denn erstens gibt es da den konkurrierenden Kollegen Swoboda, der unbedingt den Sprung in die Mordkommission schaffen will und zweitens ist sein Chef auf einem eigenen Rachefeldzug unterwegs, in den er Engel mit hineinzieht. Dies ist nicht ungefährlich …

***

.

Die beiden ersten Krimis von Horst Eckert haben mir ausgesprochen gut gefallen. Ich finde, der heutige Eckert ist schon erkennbar.

Heute schreibt der Autor viel längere Sätze und ist weit mehr politisch angehaucht, als er es in diesen beiden Romane war. Sie Sätze sind kurz und knapp gehalten aber dennoch ist hier der Schreibstil schon gut. Der Autor hat auch in diesen Krimis seinen Charakteren schon sehr viel Tiefe mitgegeben.

Die Verknüpfungen, Ver- und Entwicklungen sind in beiden Romanen sehr geschickt ausgearbeitet.

Auch wenn seine Ermittler Anfang der 90er noch ohne Handys und Computer ermittelt haben, die Dienstwagen Opel Vectras oder Kadetts waren ;-), mich hat Horst Eckert mit beiden Krimis absolut gefesselt, denn sie beinhalten so ziemlich alles was einen spannenden Kriminalroman ausmacht.

Der zweite Roman hat von der Handlung her grob an den ersten angeknüpft, einige Geschehnisse wurden aufgegriffen, diverse Figuren kamen wieder vor. Mich hatte etwas verwundert, dass im zweiten Teil ein völlig anderer Kommissar am Start war. Im Laufe des Romans gibt es aber einen kleinen Hinweis, warum das so ist. Also hat Horst Eckert von seinen Anfängen an, immer die leitenden Ermittler wechseln lassen. 

Von der Brutalität und/oder den Gewaltszenen kommt der Autor schon fast an Thriller Niveau, hier gibt es schon recht heftige Szenen.

Der zweite Roman wird in zwei Handlungssträngen erzählt, da es ja anfangs zwei Ermittler gibt, die in unterschiedlichen Kommissariaten an irgendwie dem gleichen Fall ermitteln. Nachher verbinden sich die Handlungsstränge.

Die Festung“ (hier handelt es sich einfach um die Bezeichnung des Polizeipräsidiums) präsentiert der grafit Verlag in einem Taschenbuch, mit einem ansprechenden Cover und angenehmer Seitengestaltung. Auch wenn die Schrift relativ klein ist, die kurzen Kapitel erleichtern das Lesen und haben mich nur so durch beide Romane „fliegen“ lassen.

Alle regelmässigen Leser von Horst Eckers Krimis wissen, dass seine Romane immer in Düsseldorf handeln. Hier wurde der Name der Stadt jedoch nicht erwähnt. Aber gewisse Beschreibungen und Hinweise haben sehr wohl darauf hingedeutet. Ausserdem fiel mir och auf, dass Horst Eckert (oder war es damals noch) offensichtlichein großer Jazzliebhaber ist. Auf diesem musikalischen Einfluss hat er in beiden Romanen nicht verzichtet.

 ..

..

Mein Fazit: Die ersten beiden Eckerts neu aufgelegt, sorgen für ein spannendes, fesselndes Lesevergnügen. Auch wenn der Autor seinerzeit noch nicht soviel an aktuellen (auch internationalen) politischen Ereignissen hat einfließen lassen, haben diese zwei Krimis alles zu bieten, was wir Leser von diesem Genre erwarten!

.

.

Einige Worte von Horst Eckert zur „Festung“ kann man sich in der RP-Online ansehen/anhören
(ein bisschen runterscrollen, dann kommt nach dem Text noch ein Video):   … klick …

.

Ich danke dem grafit Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

.

© Buchwelten 2012

.

Schwarzer Schwan von Horst Eckert ( 5/5 )

.

Erschienen als
gebundene Ausgabe im
grafit Verlag
383 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN: 978-3-89425-667-8

.

Hannah Kaul arbeitet bei der RheinBank und ist kurz vor dem Deal, der ihrer Karriere einen gehörigen Schub verschaffen soll. Ein Milliardenkredit soll einem grossen Unternehmen gewährt werden und die Konditionen hat Hannah ausgehandelt. Monatelang hat sie hierfür gearbeitet, doch kurz vor dem Abschluß läßt der Vorstand den Deal platzen. Hannah ist sauer und enttäuscht. Sie geniesst erst einmal einige freie Tage mit ihrer Nichte Leonie, ihrem Patenkind, dass für einige Zeit bei ihr wohnt, da ihre Mutter eine Reise mit ihrem neuen Lover unternimmt.

Dominik Roth ist Ermittler im Betrugsdezernat und langweilt sich täglich mit illegalen Internetlotterien. Nach dem Mord an der Lobbyistin Paula, die am Aachener Platz erschossen wird, fordert plötzlich und unerwartet Anna Winkler, Ermittlerin der Mordkommission seine Unterstützung an. Er steht auf der „Reserveliste“ der MoKo und endlich bekommt er seine Chance. Als dann auf dem Parkplatz des Aquazoo noch eine Brandleiche in einem VW Polo entdeckt wird, scheinen sich die Ereignisse zu überschlagen.

Als hätten die Düsseldorfer Ermittler hiermit nicht genug zu tun, verschwindet plötzlich Hannah Kauls Nichte Leonie. Sie ist ein zuverlässiger Teenager, kommt aber nicht zur vereinbarten Zeit bei ihrer Tante an. Als Hannah dann noch erfahren muss, dass sie observiert wurde (oder wird?) ist sie überzeugt davon, dass ihre Nichte entführt wurde.
Aber warum? Was ist der Grund, hat dies alles mit dem geplatzten Deal der RheinBank zu tun … ?

.

*****

.

Horst Eckert hat einen Schreibstil, der fesselt vom ersten bis zum letzten Buchstaben. Auch wenn ich mich eigentlich mit politischen Handlungen schwer tue, hat der Autor wieder dafür gesorgt, mich dieses Buch in einem Rutsch durchlesen zu lassen.
Er schafft es, die politischen Gegebenheiten, die sehr wohl wichtig für die Handlung sind, so geschickt in die Handlungsstränge zu verweben, dass sie mir nicht „unangenehm“ auffallen.

Die Geschichte wird in mehreren Handlungssträngen erzählt. Da gibt es die Bankerin Hannah in Düsseldorf auf der einen Seite, die Politiker und Finanzgurus der Banken auf der anderen. Dann gibt es weiterhin ein ganz stinknormales Pärchen, dass sich als Praktikanten versucht in der Graphikbranche zu etablieren und natürlich noch das Team um den Ermittler Dominik Roth.

Als dies verknüpft sich nach und nach immer mehr, gibt einen Sinn und erzeugt eine Lesesucht. Aktueller vom Zeitgeschehen geht es kaum. Die Kraftwerkkatastrophe in Japan spielt genauso eine Rolle, wie das Rettungspaket für Griechenland.
Bekannte Namen aus der Politik werden in die Handlung verknüpft und die Handlung springt immer zwischen Berlin und Düsseldorf hin und her. Die Kapitel sind „gemein“ kurz gehalten, so dass ich immer wieder mehr gelesen habe, als geplant.

Der Begriff schwarzer Schwan wird der „Mutti“ persönlich erklärt, somit weiss auch der Leser um den Titel des Thrillers Bescheid. Die Protagonisten waren echt und interessant charakterisiert und das, wo die Figuren aus den unterschiedlichsten Bereichen und Schichten stammen. Auch die Gefühle kommen bei Horst Eckert – trotz aller Brisanz – nicht zu kurz und die kleinen erotischen Passagen sind dem Autor ebenso sehr gut gelungen.

Mir persönlich hat natürlich sehr gut gefallen, dass ich die Orte in Düsseldorf und Umgebung selber gut kenne und die beschriebenen Strecken im Geiste mitfahren konnte und auch die Szenen in Berlin haben mir als Liebhaber der Hauptstadt großen Spass gemacht. Der Einblick in die Politik und die Machenschaften der Grossen Banker war für mich normalen Bürger hochinteressant und gut verständlich.

Mein Fazit: 5 von 5 Punkten für diesen fesselnden, spannenden, sehr gut geschriebenen Politthriller, der das aktuelle Geschehen in unserem Land aufgreift und Einblicke in mir unbekannte Welten gewährt hat.

.

Ich danke dem grafit Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

.

© Buchwelten 2011