Der Zyklop von Jeff Strand

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Erschienen als Taschenbuch
im FESTA Verlag
408 Seiten
14,99 €
ISBN: 978-3-86552-831-5
Kategorie: Thriller, Horror

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Als Evans Frau stirbt, gerät sein Leben außer Kontrolle.
Kurz nachdem er auch noch seinen Job verliert, trifft er auf  eine junge, merkwürdige Frau. Sie hat keine Ahnung, was  ein Handy ist oder wie es sich anfühlt, mit einem Auto zu fahren. Harriett reist durchs Land, um angeblich einen Zyklopen zu töten.
Evan denkt natürlich, die Frau ist gestört, begibt sich aber mit ihr auf eine Reise durch die Staaten. Dabei wird er immer unsicherer, ob die Frau nicht doch die Wahrheit erzählt und es Zyklopen tatsächlich gibt.

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Jeff Strands „Der Zyklop“ ist eine wilde Reise durch die Horror-, Thriller- und Fantasy-Genres. Man muss sich definitiv darauf einlassen können, um genau den Spaß an diesem Roman zu haben, den Strand damit beabsichtigt hat. Aber der Reihe nach. Zuerst einmal finde ich den Schreibstil des Autors sehr angenehm und flüssig zu lesen, was das vorliegende Werk auf alle Fälle schon einmal überaus kurzweilig (und daher schnell lesbar) macht. „Der Zyklop“ ist definitiv anders und das macht das Buch auch wiederum zu etwas Besonderem, was man nicht alle Tage in die Hände bekommt. Es ist ein Roadmovie zwischen zwei Buchdeckeln, mit jeder Menge Humor und Zynismus, aber auch Spannung und ruhigen Momenten. Genau diese Mischung ist es auch, die mich letztendlich dann doch (trotz des schrägen Finales) überzeugt hat. Eines kann man dem Roman auf jeden Fall attestieren: Die Story bleibt im Gedächtnis haften.

Sicherlich sucht man bei manchen Szenen nach einer Logik, die man nicht findet, aber das macht in diesem Fall gar nichts. Zu witzig ist die Handlung, der man trotz dieses kleinen Mankos gerne folgt. „Der Zyklop“ ist ein Trip, der das Schubladendenken so mancher Leser auf den Kopf stellen wird. Und das ist auch gut so, denn dadurch hebt sich dieser exzentrische Roman von der Vielzahl an Mainstreamwerken ab und geht einen eigenen, besonderen Weg. Ich für meine Person kann nur sagen, dass „Der Zyklop“ einen hohen Unterhaltungswert abgibt.
Wer Jeff Strand kennt, wird nicht enttäuscht werden. Wer ihn nicht kennt, verliebt sich entweder in seine Fantasien oder er wird kein weiteres seiner Bücher lesen.
Hier serviert er auf jeden Fall einen interessanten, mythologisch angehauchten Roadtrip, der so manches Mal an die Abenteuer eines Rollenspiels erinnert.
„Der Zyklop“ ist nicht unbedingt Jeff Strands bester Roman, aber er ist trotzdem eine verdammt gute und kurzweilige Lektüre.

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Fazit: Kurzweiliger, exzentrischer, witziger, spannender und abgefahrener Genremix.

©2020 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Tagebuch eines Killerbots von Martha Wells

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Erschienen als Taschenbuch
im Heyne-Verlag
insgesamt 574 Seiten
Preis: 15,99 €
ISBN: 978-3-453-32034-5
Kategorie: Science Fiction

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Um der Menschheit bei der Besiedelung fremder Planeten zu helfen und für ihre Sicherheit zu sorgen, begleitet ein Killerbot diese Missionen. Während dieser Reisen und Einsätze entwickelt der Roboter ein immer größere (Selbst-)Bewusstsein und denkt über sein „Leben“ nach. Dies ist seine Geschichte …

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Martha Wells Debütroman kann vollends überzeugen. Ich habe selten so mit einem Roboter mitgefiebert wie hier. Der Roman ist in vier Teile gegliedert, die gut und gerne auch Einzelgeschichten darstellen könnten, aber letztendlich im Gesamten gesehen dann doch eine Einheit bilden. Wells Humor ist absolut ansprechend und ich habe mich ein paar Mal dabei ertappt, wie ich während des Lesens ein Grinsen auf den Lippen hatte. Der Roboter ist manchmal sogar menschlicher wie ein Mensch und seine Gedanken sind absolut nachvollziehbar. Der Killerbot ist zudem noch ein Serien-Nerd, was ihn nochmal sympathischer macht. 😉
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich, bis auf ein paar Ausnahmen, die sich in komplizierten Schachtelsätzen niederschlagen, sehr flüssig lesen. Es ist auch sehr interessant, dass man das Buch, obwohl im Grunde genommen gar nicht viel passiert, nicht aus der Hand legen kann. Das liegt anscheinend tatsächlich an der äußert humorvollen Art und Weise, wie die Abenteuer geschildert werden.

Die teils ironische Selbsterkenntnis der Künstlichen Intelligenz macht unglaublich Spaß und erinnert in vielen Dingen an menschliche Verhaltensweisen. Da die vier Geschichten wohl einmal als Einzelerzählungen veröffentlicht wurden, ergeben sich jetzt im Sammelband hin und wieder Wiederholungen, die man bei einer Gesamtveröffentlichung durchaus hätte weglassen können. Aber mich haben die wiederkehrenden Beschreibungen gar nicht mal so gestört, weil sie eben schlichtweg unterhaltsam waren und den Charakter des Cyborgs unterstrichen haben.
Martha Wells’ Schreibstil ist im Prinzip zwar einfach gehalten, aber dennoch geht sie an manchen Stellen auch ein gewisses Sprachexperiment ein, das mir außerordentlich gefallen und mich sogar hin und wieder an Iain Banks’ „Die Spur der toten Sonne“ erinnert hat. Alleine deswegen nimmt dieser Science-Fiction-Roman eine besondere Stellung bei mir ein.

Obwohl sich die vier Geschichten an manchen Stellen ein wenig gleichen, zieht sich dennoch ein roter Faden durch das ganze Buch, so dass es an keiner Stelle langweilig wird, auch wenn man den Roman innerhalb ein paar Tagen, also sozusagen „am Stück“, liest. Ich werde mir den Namen Martha Wells definitiv merken, weil sie der Science Fiction irgendwie auch eine neue Richtung verliehen hat, die mir gefällt. Alles, das in dieser technisch hochentwickelten Welt spielt, wirkt authentisch, aber durch die permanente Erwähnung von Serien zieht sich auch ein zeitgenössischer Faktor durch die Handlung, der die Glaubwürdigkeit der Handlung unterstützt. Ich fühlte mich durchgehend gut unterhalten und mehr habe ich von dem Werk auch nicht erwartet.

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Fazit: Ein Cyborg wird menschlich. Unterhaltsam, spannend und amüsant.

©2020 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Hitze Leni und die Äliens von Helene Hitz

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Erschienen als Taschenbuch
bei Puput Books
insgesamt 116 Seiten
Preis: 7,90 €
ISBN: 978-3-948540-00-5
Kategorie: Nerd-Spaß

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Die Helene Hitz, inzwischen 88 Jahre jung, lebt irgendwo in einer hessischen Kleinstadt. Sie schwelgt in Erinnerung und erzählt uns aus der Kindheit und Jugend ihres geliebten und einzigen Sohnes Waldemar, genannt „Waldi“.

Frau Hitz, von Freundinnen  „Hitze Leni“ genannt, war damals in den 70ern, als der Waldi noch klein war, etwas eher Außer-/Ungewöhnliches. Denn sie war alleinerziehende Mutter. Damals war das noch eher selten der Fall. Nun, wir erleben, dass die Hitze Leni das richtig gut gemeistert hat. Voller Liebe und Hingabe hat sie sich den Interessen und Lieben ihres Sohnemanns hingegeben und ihn gefördert und unterstützt, so gut sie konnte: Er war ein kleiner Nörd, und irgendwie fand die Leni das auch völlig in Ordnung….

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Also, gereizt hat mich die Hitze Leni aus 2 Gründen:

1. Ich bin ein Kind der 70er und Teenager der 80er Jahre. Ein bisschen jünger als der Waldi also, aber trotzdem. Raumschiff Enterprise und Captain Future habe ich natürlich auch mitbekommen.

2. Ich bin selbst eine Nörd-Ehefrau und eine Nörd-Mutter, woran zum Großteil natürlich mein Nörd-Ehemann schuld ist. Alle sind wir hier filmbekloppt und sammeln Filme und Serien und auch ’ne Menge „Fimmelskram“, der damit zusammenhängt. Bei der erwachsenen Tochter wäre das z.B. der Härrie Potter, beim mittleren Sohn viel Herr der Ringe, beim kleinsten Sohn derzeit die „Thundercats“, gerne aber auch Supermän, Hulk oder Batman, die Transformers. Den Captän Mükara (Captain America 😉 ) gibt es auch noch. Beim Ehemann ist es sehr viel Star Wors (Gruß an Waldi), aber in etwa gleich viel alles andere. Nun, und Fimmelskram haben wir auch eine Menge: Poster, Karten, Figuren, Klamotten, Socken, Filme und und und ….

Ich habe wirklich herzlich gelacht bei der Lektüre, und ich muss sagen, dass die Hitze Leni eine echt supercoole Frau ist. Sie hat genäht, gebastelt und den Jungen unterstützt, und das alles als Alleinverdienerin. Denn auch wenn es damals alles günstiger war, so hat sie schon eine Menge Geld für Comics und Figuren ausgegeben. Der Waldi kann stolz auf so eine Mutter sein.

Ich stelle sie mir irgendwie recht unscheinbar vor, aber vllt. mit einer Star Wars Schürze anstatt einem Blumenkittel ☺

Der Thorsten Walch, der, der hinter der Helene Hitz steckt, wird wohl noch mehr von der Hitze Leni abliefern, worauf ich mich jetzt schon freue.

Ein kleines, feines Büchlein, dass wirklich Freude macht und sehr kurzweilig ist. Eine tolle Geschenkidee auch zu Weihnachten. Jeder Nörd oder Nördelternteil wird sich freuen. Ebenso die Kinder der 70er/80er Jahre, die eine Reise in die Vergangenheit unternehmen, die großen Spaß macht. Auch für Lesefaule eine schöne Sache, da es eben ein Kurzroman ist, in dem man immer mal ein wenig lesen und schmökern kann.

©2019 Marion Brunner – Buchwelten

Alle diese Welten von Dennis E. Taylor

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Erschienen als Taschenbuch
im Heyne Verlag
insgesamt  380 Seiten
Preis: 14,99 €
ISBN: 978-3-453-31932-5
Kategorie: Science Fiction

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Die geklonten Bob Johanssons rüsten sich für den Kampf gegen eine außerirdische Zivilisation und bauen Raumschiffe, um die Menschheit zu retten. Doch es ist gar nicht so einfach, wie sich die geklonten Künstlichen Intelligenzen sich das vorgestellt hatten.

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Endlich ist er erschienen, der dritte Teil der Bob Johansson-Saga von Dennis E. Taylor. Es ist einfach atemberaubend, wie Taylor den Spannungsbogen seiner Geschichte auch im dritten Teil konsequent aufrechterhält und den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zieht. Das Wiedersehen mit den geklonten Bobs macht auch hier wieder unglaublich Spaß und man fühlt sich sofort wieder wohl und ist neugierig, wie sich der Plot weiterentwickelt. Taylor besitzt einen tollen Humor, den er seinen Protagonisten immer wieder in den Mund legt, so dass man sich des Öfteren selbst dabei erwischt, wenn man während des Lesens ein Schmunzeln auf den Lippen hat. Durch die kurz gehaltenen Kapitel erhält dieser abschließende Band eine unglaubliche Dynamik, die einen nur so durch die Seiten zieht. Man kann diesen Roman durchaus, wie auch seine beiden Vorgänger, als Pageturner bezeichnen.

Man muss sich auf die Story natürlich einlassen (können), um sie auch in vollen Zügen zu genießen. Ich für meinen Teil war von den teils innovativen, aber auch an manchen Stellen äußerst witzigen Ideen absolut begeistert und war am Ende tatsächlich traurig, die vielen unterschiedlichen Bobs und deren Welten verlassen zu müssen. Taylors Weltraum-Epos behandelt auch Themen wie Sterblichkeit beziehungsweise Unsterblichkeit und die Emotionsfähigkeit Künstlicher Intelligenzen. Die Trilogie wirkt auf alle Fälle nach diesem dritten Band absolut rund für mich und bleibt nachhaltig im Gedächtnis haften. Vor allem die unzähligen Anspielungen auf Science Fiction-Bücher und -Filme machen unglaublichen Spaß und lockern die Handlung zusätzlich noch auf. Besonders erstaunlich finde ich bei den Büchern von Dennis E. Taylor, dass man trotz der Vielfalt an Bobs, die auch noch alle ihr Wort in der ersten Person an den Leser richten, niemals den Überblick verliert. Das ist schon eine kleine Meisterleistung, die der Autor da vollbracht hat.
Die Bob Johansson-Trilogie scheint zu Ende zu sein und ich bin schon wirklich sehr gespannt, was uns aus der Feder dieses innovativen Schriftstellers noch erwartet.

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Fazit: Würdiger Abschluss der Trilogie, der ungemein Spaß macht.

© 2019 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Let’s talk about 6 von Hilde Willes

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Erschienen als Taschenbuch
im telegonos Verlag
376 Seiten
14,90 €
ISBN: 978-3744868631
Kategorie: Liebe, Erotik, Humor, Drama

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4 Frauen – 4 Schicksale. Doch die Freundinnen halten zusammen, egal, was auf sie einstürmt. Und sie meistern ihr Leben, mal nachdenklich, mal traurig und manchmal auch eisern und bestimmt. Aber meistens mit Humor.

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„Let’s talk about 6“ ist das erste Buch von Hilde Willes, das ich gelesen habe. Covergestaltung und Klappentext lassen natürlich sofort auf einen typischen Frauenroman schließen, was er letztendlich wahrscheinlich auch sein soll. Ich wäre aber nicht Ich, wenn ich mich als Mann auch nicht einmal an solcherart Bücher heranwage, zumal mir die Bridget Jones-Reihe von Helen Fielding oder die grandiose Serie „Sex & the City“ zum Beispiel außerordentlich gut gefallen. Hilde Willes schlägt in eine ähnliche Kerbe und vermischt ihren Plot immer wieder mit einer Prise „Sex & the City“. Es dauerte nicht lange und ich fühlte mich sofort wohl inmitten der Protagonisten und ihrer Probleme, zumal mir die vier Hauptfiguren allesamt sympathisch waren und vor allem sehr glaubwürdig erschienen. Es macht wirklich unglaublich Spaß, diesen vier Frauen bei ihren Alltagserlebnissen bzw. ihrer Suche nach dem perfekten Mann, der perfekten Beziehung oder auch dem perfekten Leben zu begleiten. Mit einem sehr angenehmen Humor, aber auch einer Unmenge an tiefsinniger Lebensweisheiten und Wahrheiten, konnte mich die Autorin mit ihrer/ihren Geschichte(n) absolut in den Bann ziehen. Ich ertappte mich sogar dabei, dass ich, selbst wenn ich nur zehn Minuten zur Verfügung hatte, nach dem Buch griff und weiterlesen wollte. „Let’s talk about 6“ scheint auf den ersten Blick leichte Kost zu sein, was es oftmals auch ist (aber keineswegs in negativer Weise gemeint). Aber wenn man zwischen den Zeilen liest, erkennt man sehr viele Begebenheiten, die einen an sich selbst erinnern. Und das kann ich auch als Mann sagen.

Der ewige Kreislauf nach der Suche des perfekten Glücks wird in teils skurrilen Begebenheiten und typischen Alltagskatastrophen sehr unterhaltsam geschildert. „Let’s talk about 6“ ist auch ein Roman, bei dem mich die (glücklicherweise nur teilweise eingestreuten) umgangssprachlichen Ausdrücke in keiner Weise stören. Im Gegenteil, sie lockern die Handlung erfrischend auf und vermitteln ein Gefühl, als würde man den Protagonisten irgendwie zugehören. Auch wenn einiges am Plot übertrieben wirken mag, so muss man am Ende zugeben, dass im Grunde genommen alles tatsächlich genau so passieren könnte, wenngleich auch vielleicht nicht in dieser gedrängten Form, wie es hier im Roman vorkommt. Aber auch das macht gar nichts, denn es zeigt, dass Hilde Willes  Lebenserfahrung hat, die sie in den Handlungsweisen ihrer Protagonistinnen äußerst gut verpackt. Gerade die Stimmung, die mich des öfteren an die Erfolgsserie „Sex & the City“ erinnert hat, konnte mich vollends überzeugen. Am Anfang stellte ich mir noch die Frage, wie die Autorin so viele Seiten über ein an sich abgedroschen des Thema füllen will, doch bereits ab der Mitte des Buches wünschte ich mir, dass es noch lange weitergeht. Ich hätte gut und gerne noch einmal weitere vierhundert Seiten lesen könne, ohne dass es mir langweilig geworden wäre.

Auch die Erotik und der Sex kommen in Hilde Willes Roman nicht zu kurz. Erfreulicherweise laufen diese Szenen immer auf einem gewissen Niveau ab, sodass man an keiner Stelle denkt, es wäre besser darauf verzichtet worden. „Let’s talk about 6“ ist großartige Unterhaltung mit tollen Frauengesprächen, Problembewältigungen und realistischen Lebenssituationen, bei dem stets gute Laune und Kampfgeist im Vordergrund stehen. Also trotz aller Dramatik und nicht so schönen Umständen ein durchweg positives Buch. Und das nicht nur für Frauen, lasst euch das gesagt sein, ihr lesenden Männer da draußen. „Let’s talk about 6“ macht euch bestimmt auch Spaß.

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Fazit:  Unterhaltsamer, witziger und auch tiefgründiger Roman, der auch absolut für Männer geeignet ist.

© 2019 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Der Besucher von Tyler R. Parsons

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Erschienen als Taschenbuch
im Piper Verlag 
insgesamt  198 Seiten
Preis: 12,00 €
ISBN: 978-3-492-70534-9
Kategorie: Science Fiction

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Nach einem tragischen Unfall treibt Astronaut Roman Briggs hilflos durchs All. Seine Vorrätehalten nicht besonders lange, so dass sich Briggs mit seinem Tod abfindet. Doch dann tauchen die Manti auf, eine  außerirdische Rasse, die Briggs  erlaubt, sich an ihre Außenhülle zu ketten, bis sie auf ein menschliches Raumschiff stoßen. Durch die Fenster des Alien-Schiffs kann Briggs das tägliche Leben seiner Retter beobachten. Aber eines Tages beobachtet er etwas, das er besser nicht hätte sehen sollen …

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Tyler R.Parsons Romandebüt die Besucher beginnt wie der Science-Fiction Kinoblockbuster „Gravity“. Aber das war es dann auch schon mit derartigen Vergleichen. Hat man die ersten Seiten gelesen und die Ausgangssituation verstanden, wirft einen Parsons in ein vollkommen anderes Abenteuer, das mir außerordentlich gut gefallen hat. Es dauert auch gar nicht lange, bis man sich fühlt, als sei man selbst der Protagonist, der allein im Weltall schwebt und sich an die Hülle eines außerirdischen Raumschiffs klammern muss, um zu überleben. Die Gedankengänge des Protagonisten sind absolut nachvollziehbar und teilweise sehr humorvoll, was einem während des Lesens oftmals ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Dennoch versteht es Parsons den Spannungsbogen konstant aufrechtzuerhalten und den Leser so weit zu bringen, dass er immer noch ein weiteres Kapitel liest, um zu erfahren, wie es weitergeht.
Parsons Schreibstil ist sehr einfach und flüssig zu lesen, aber besitzt dennoch ein gewisses Niveau. Es macht schlichtweg unglaublich Spaß, die missliche Lage des Astronauten zu verfolgen.

Der Roman ist relativ kurz gehalten, dürfte aber genaugenommen auch gar nicht länger dauern, denn alles, was wichtig ist, wird auch erzählt. Zu keinem Zeitpunkt kommt Langeweile auf, sondern die Geschichte wird geradlinig und vor allem spannend erzählt. Der Autor erzählt seine Geschichte so bildhaft, dass man wirklich meint, man wäre dabei. Das macht diesen Roman sehr sehr kurzweilig, so dass man ihn am liebsten gar nicht aus der Hand legen möchte. Es ist außerdem eine ganz wunderbare Atmosphäre, in die uns Parsons mit seinem Debütroman entführt und ich bin schon wirklich sehr gespannt, was uns dieser Mann noch alles an literarischen Abenteuern beschert. Bei einigen Szenen musste ich unwillkürlich an „Star Trek“ denken, gerade was die Handlungsweisen der außerirdischen Lebewesen betrifft. Die Kommunikation zwischen diesen Aliens und dem Protagonisten ist ebenfalls teilweise witzig, andererseits aber auch auf gewisse Art und Weise fremdartig. Und genau diese Mischung macht es aus, dass „Der Besucher“ so glaubwürdig wirkt.

Parsons hätte den Außerirdischen ein wenig mehr Tiefe verleihen können, in dem er die „Beziehung“ zwischen dem Menschen und ihnen etwas ausführlicher beschreibt. Das ist der einzige Kritikpunkt, den ich bei „Der Besucher“ anbringen kann, der für mich aber das Lesevergnügen nicht geschmälert hat. Der Roman erfindet das Rad der SF nicht neu, aber er bleibt dennoch – zumindest ist es bei mir so – in Erinnerung. Und die Mischung aus Science Fiction, Krimi und (auch irgendwie Liebesgeschichte) hat mir gefallen.

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Fazit: Kurzweiliger SF-Krimi, der definitiv Spaß macht.

© 2019 Wolfgang Brunner für Buchwelten

 

Wie man einen Toaster überlistet von Cory Doctorow

Wie man einen Toaster ueberlistet von Cory Doctorow

Erschienen als gebundene Ausgabe
im Heyne Verlag
insgesamt  175 Seiten
Preis: 12,00 €
ISBN: 978-3-453-32015-4
Kategorie: Science Fiction, Belletristik

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Salima hat, wie viele andere Menschen, plötzlich ein Problem: Nachdem der Firma Boulangism der Kopnkurs droht, beginnen die von ihr hergestellten Elektronikprodukte zu streiken. Unter anderem auch der Toaster, der plötzlich kein anderes Brot, als das teuer Originalbrot des Unternehmens, akzeptiert. Kurzerhand entschließt sich Salima, das Gerät zu hacken, was aber folgenschwere Konsequenzen nach sich bringt.

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Wenn man den Klappentext liest und dann die ersten Seiten dieser Novelle hinter sich gebracht hat, stellt man fest, dass man genau das geboten bekommt, was man eigentlich erwartet hat. Mit unglaublichem Witz stellt Doctorow eine Welt dar, in der wir praktisch schon leben. Sicherlich ist alles ein wenig überzogen beschrieben, aber dennoch fühlt man sich beim Lesen näher an der Realität als in einer erfundenen Zukunft. Vieles ist vielleicht noch wirklich Zukunftsmusik, aber trotz einer gewissen Lächerlichkeit wirken manche Szenen dennoch, als könnten sie schon bald Wirklichkeit werden. Man kann nicht umhin – gerade am Anfang des Buches – zu schmunzeln ob der skurrilen Vorgänge, die da geschildert werden, und verspürt dennoch auch einen Kloß im Hals, weil einem auch irgendwie bewusst wird, dass das alles eines Tages durchaus möglich werden könnte.

Cory Doctorow reizt das Thema der Künstlichen Intelligenzen aus und hält uns einen Spiegel vor die Augen, in dem wir unser derzeitiges sowohl gesellschaftliches Verhalten wie auch gegenüber elektronischen Geräten und Spielereien erkennen. Profitgier der großen Unternehmen und die Hilflosigkeit der Endkunden spielen ebenso eine Rolle wie die daraus resultierenden „Straftaten“, die letztendlich nur eine Art Gegenwehr der ausgenutzten Menschen darstellen. „Wie man einen Toaster überlistet“ ist sicherlich satirisch gemeint, verschafft einem aber dennoch auch ein ungutes Gefühl in der Magengegend, weil man sich vor solch einer Zukunft fürchtet, zumal man weiß, dass sie mit ziemlicher Sicherheit genau so eintreffen wird. Noch lachen wir über solch ein Szenario …
Die Handlung nimmt zwar im Verlaufe des Buches an Originalität etwas ab, was aber definitiv an der Entwicklung des Plots liegt und zur Charakterentwicklung der Protagonisten beiträgt. Ich habe auf jeden Fall die zweite Hälfte dieses kurzen Romans ebenfalls sehr genossen.

„Wie man einen Toaster überlistet“ hätte aber auch nicht länger dauern dürfen. Da hat der Autor eine ganz gute Länge für seine Parabel gefunden, die keinesfalls langweilt, was wahrscheinlich passiert wäre, hatte das Buch die doppelte Seitenanzahl bekommen.  So bleibt die Novelle aber mit äußerst angenehmen Leseerinnerungen im Kopf des Lesers haften. Erwähnenswert ist auch, dass andere „Mißstände“ unserer Zeit wie zum Beispiel die „Bewertung eines Menschen“ anhand seiner rassischen Abstammung oder Religionszugehörigkeit angesprochen werden. In dieser Novelle steckt vieles zwischen den Zeilen. Auch die Aufmachung des Buches gefällt mir sehr gut und da es ein gebundenes Buch ist, finde ich den Preis angemessen, was bei anderen wohl Unzufriedenheit ausgelöst hat. Alles in allem hat mir der Ausflug in eine nicht ganz so unwahrscheinliche Zukunft sehr gut gefallen, so dass ich mir durchaus vorstellen könnte, diese Novelle noch ein zweites Mal zu lesen.

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Fazit: Skurril aber auch nachdenklich machende Novelle, die in einer nicht unwahrscheinlichen Zukunft spielt.

© 2019 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Weihnachten auf der Lindwurmfeste von Walter Moers

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Erschienen als gebundene Ausgabe
im Penguin Verlag
insgesamt 112 Seiten
Preis: 15,00 €
ISBN: 978-3-328-60071-8
Kategorie: Fantasy, Gegenwartsliteratur

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Wie feiert man Weihnachten in Zamonien? Gibt es überhaupt ein Weihnachtsfest in Zamonien?
Hildegunst von Mythennetz klärt uns auf und erzählt von einem Fest, das in der Tat viele Ähnlichkeiten mit unserem Weihnachtsbrauch hat, dort aber „Hamoulimepp“ genannt wird.

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Auf gewohnte Art und Weise entführt Walter Moers den Leser (und vor allem auch seine Fans) erneut in die zauberhafte Welt Zamoniens. Dieses Mal bringt er uns ein Fest nahe, das dem unsrigen Weihnachten sehr ähnelt. Witzig und auch sehr hintergründig rechnet Moers förmlich mit diesem Brauchtum ab, deckt Unstimmigkeiten und allerlei andere Dinge auf, die uns zum Nachdenken bringen (sofern man das nicht selbst schon seit Jahren tut 😉 ). „Weihnachten auf der Lindwurmfeste“ ist ein Buch, wie man es von Walter Moers erwartet, obwohl es weniger einen Abenteuercharakter vorweisen kann, wie es bei seinen anderen Werken der Fall ist, sondern eher dokumentarisch, ja, fast schon wie ein Sachbuch, wirkt. Das tut aber dem Unterhaltungswert absolut keinen Abbruch, zumal man zusätzlich zum Text auch noch mit wunderbaren Illustrationen von Lydia Rode belohnt wird. Rode war übrigens auch für die Zeichnungen in „Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr“ verantwortlich. Die vorliegende, gebundene Ausgabe ist von der Ausstattung und seinem Erscheinungsbild ein wahres Schmuckstück. Aber auch das ist man von Walter Moers-Büchern schon gewohnt.

Wie könnte es auch anders sein, lässt Moers den Lindwurm Hildegunst von Mythennetz zu Wort kommen. Dieses Mal in Briefform, was dem Ganzen einen schönen Ausdruck verleiht. Jeder, der bei diesem Buch eine ausschweifende Abenteuergeschichte erwartet, wird enttäuscht sein. Wer sich aber auf einen solchen Briefwechsel, der zwischen den Zeilen übrigens viel mehr beinhaltet, als man auf den ersten Blick meinen mag, wird seine Freude an den sarkastischen Bemerkungen über das Hamoulimepp-Fest haben. Es ist absolut nicht zu überlesen, dass Walter Moers wohl ein Weihnachtsmuffel ist. Seine Darlegungen, geschickt hinter dem Mantel eines zamonischen Festes versteckt :), lassen den Leser an unglaublich vielen Stellen schmunzeln, weil man genau weiß, was gemeint ist. Alleine deswegen ist das Buch schon sein Geld wert. Walter Moers geht mit seinen letzten Büchern manchmal neue Wege, was ich persönlich absolut gut und auch in Ordnung finde, die eingefahrene Fangemeinde allerdings eher nicht. Moers versucht sich an neuen Dingen, bleibt aber seinem Stil doch immer treu und kehrt auch wieder mal zu seinen Wurzeln zurück. Was will man eigentlich mehr?

Die Werke von Walter Moers sprühen nur geradezu vor innovativen Ideen, so dass man diesem Buch / Briefwechsel vorwerfen mag, es sei ideenlos. Aber ist es das wirklich? Sind die Gegenüberstellungen zwischen unserem Weihnachten und dem zamonischen Hamoulimepp wirklich so lieblos und einfach gestrickt? Ich finde, dass es der besondere Schreibstil von Moers ausmacht, der die vielleicht tatsächlich einfache Grundidee dennoch zu etwas besonderem macht. Und, wie oben schon erwähnt, Moers‘ Worte und Sätze sollte man nicht immer nur oberflächlich lesen, sondern auch einmal zwischen den Zeilen nach Anspielungen auf andere Literatur suchen. Oftmals entdeckt und findet man nämlich was. Ich habe „Weihnachten auf der Lindwurmfeste“ genossen, vor allem auch die wirklich tolle und ansprechende Ausstattung, die das Buch zu einem ganz besonderen Leseerlebnis macht. Dennoch freue ich mich, wenn Walter Moers wieder einmal einen dicken, fetten Roman veröffentlicht, in den man sich über Tage einfach hineinfallen lassen kann. Das ist wahrscheinlich genau das, was viele LeserInnen bei den letzten Werken vermissen. Das bedeutet aber nicht, dass die letzten Veröffentlichungen von Walter Moers schlecht sind, sie sind einfach nur anders, und das ist gut so.

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Fazit: Walter Moers einmal anders. Für Fans ein Muss. Die Ausstattung ist zudem unglaublich ansprechend.

© 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Gork – Der Schreckliche von Gabe Hudson

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Erschienen als gebundene Ausgabe
in der Hobbit Presse (Klett-Cotta)
insgesamt 432 Seiten
Preis: 20,00 €
ISBN: 978-3-608-96268-0
Kategorie: Fantasy, Humor

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Gork ist ein Teenager-Drache, der auf der Suche nach einer Partnerin für die EierLege, einem Fortpflanzungsfest, ist. Runcita heißt die Auserwählte, die aber erst einmal kein Interesse an Gork zeigt. Hinzu kommt, dass Gork nicht nur um das Herz seiner Angebeteten kämpfen, sondern sich auch gegen gemeine Rivalen behaupten muss. Keine leichte Aufgabe für einen Drachen in der Pubertät …

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Hmmm, ich weiß gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll. Ich war sehr neugierig auf dieses Buch, zumal es mit Werken von Terry Pratchett und /oder Douglas Adams verglichen wurde. Okay, am Anfang hat das Konzept bei mir auch noch funktioniert und ich habe mich unterhalten und auch manchmal amüsiert. „Gork“ mit Pratchett oder Adams gleichzusetzen ist allerdings sehr weit hergeholt und trifft meiner Meinung nach definitiv nicht zu. Hudson geht einen anderen Weg und besitzt einen anderen Humor als die beiden genannten, der mir persönlich nicht besonders zusagte. Wie schon gesagt, anfangs sprang eine Art Funke über, der aber mit jeder Seite, die ich mehr las, immer mehr verglühte und schließlich ganz verschwand. Letztendlich nervten mich die immer wiederkehrenden Witze um den „grünen, geschuppten Arsch“ und ich konnte einfach nicht mehr darüber lachen. Und auch wenn es lustig sein soll, Tolkien als Tolkien-Trottel oder minderbemittelten Mistkerl zu beschreiben finde ich schon irgendwie grenzwertig, Spaß hin oder her, „Der Hobbit“ als sinnfreies Geschreibsel zu bezeichnen finde ich nicht wirklich witzig. Humor ist für mich schon etwas anders. Aber da sind die Geschmäcker wohl verschieden.

Gabe Hudsons Schreibstil würde ich nicht als niveauvoll bezeichnen, sondern eher als flapsig jugendlich, was für mich nach einer gewissen Seitenzahl auch ein leichtes Ärgernis darstellte. Manchmal fühlte ich mich an Walter Moers erinnert, der allerdings bedeutend niveauvoller und literarischer arbeitet, so dass es mir bisweilen vorkam, als wolle Hudson den genannten Autoren (womöglich Hudsons literarische Vorbilder) nacheifern, was ihm allerdings leider nicht gelang. „Gork“ hat sicherlich einige, wenngleich wenige, Lichtblicke, die Spaß machen und immer wieder hoffen lassen, dass sich der Plot (und der Humor) ändert. Aber zumindest ich wurde leider immer wieder aufs Neue enttäuscht. „Gork“ vermischt einen niedlichen „Tabaluga“-Drachen mit herbem Humor und macht sich selbst zu einem Roman-Hybriden, der nicht genau weiß, ob er in die Sparte „Jugend- / Kinderbuch“ oder „Erwachsenenmärchen“ a la Walter Moers gehört. Um mit letzterem konkurrieren zu können, fehlt „Gork“ allerdings jeglicher Tiefgang.

Ganz so schlimm, wie meine Worte klingen mögen, ist „Gork“ nun doch auch wieder nicht. Und für jemanden, der humorige Fantasy mag, dürfte das Buch zumindest einen Blick wert sein. Unterhaltung ist gegeben und der relativ einfach gestrickte Plot um den niedlichen, tollpatschigen Drachen hat einen gewissen Reiz, das will ich nicht abstreiten. Mein Fall war es leider nicht, zumal ich bei einem Buch, das in der Hobbit Presse erscheint, einfach mehr Niveau oder literarische Ausgefeiltheit erwartet habe. Mich hat „Gork – Der Schreckliche“ leider nicht überzeugt, obwohl ich mir gewünscht hätte, er hätte es getan.

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Fazit: Einfach konstruiert und mit einem gewöhnungsbedürftigen Humor ausgestattet. Mein Fall war es leider nicht.

© 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Müritz, Mord und Mückenstich von Charly von Feyerabend

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Charly von
Erschienen als Taschenbuch
im Emons Verlag
288 Seiten
11,90 €
ISBN: 978-3-7408-0391-9
Kategorie: Krimikomodie

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Frieda ist Journalistin, Frieda ist schwanger und Frieda ist campen an der Müritz. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern. Back to Nature ist toll, dass sagt ihr Gatte. Ganz toll, denkt Frieda, denn sie hasst Campen.

Doch als Frieda auf Ihrer Parzelle in ihrer Hängematte einen Toten findet, da scheint nun doch ein bisschen Schwung in den langweiligen und unspektakulären Campingalltag zu kommen. Sofort sind ihr Ermittlergeist und ihre Spürnase aktiviert und Frieda will unbedingt mehr über den Toten und seinen ominösen Abgang herausfinden. Denn Frieda findet, dass der Fall durch die örtliche Polizei viel zu schnell abgehakt wird.

Sie knüpft Kontakte, schnüffelt ein bisschen hier und ein bisschen da. Das sie schwanger ist und eigentlich mit ihrer Familie da ist, vergisst sie zwar nicht, aber so wirklich wichtig nimmt sie diese Dinge auch nicht.

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Die Autorin Charly von Feyerabend hat hier einen humorvollen Frauenkrimi abgeliefert, der sicher eine abwechslungsreiche Urlaubslektüre ist. Witzig, frech und lustig geschrieben lässt sie ihrer Protagonisten die kleine „Mamanase“ in so ziemlich jede Angelegenheit stecken, die sie nichts angeht.

Man erhält einen amüsanten Einblick in das Leben auf einem Campingplatz mit seinen schönen und unschönen Seiten (Gemeinschaftswaschräume … ) und das „Gekungel“, was offensichtlich an diesen Orten nicht unnormal ist. Hier leben viele verschiedene Menschen zusammen auf einem kleinen Fleck Natur in Zelten oder Mobilheimen. Viele als Dauercamper, die ein gewisses Herrschaftsrecht für sich beanspruchen und die Camper, die einfach so dort verweilen, mit einem Naserümpfen so gerade akzeptieren.

Man liest aus meinen Worten, dass es sich hier wirklich um einen Krimi der humorvollen und etwas ausgefalleneren Art handelt. Das macht sich auch in der sehr umgangssprachlichen Ausdrucksweise der Autorin bemerkbar. Es gibt sehr viel hihi, höhö, argh, grmpf, etc. Der Ehemann ruft Frieda z.B. ständig Schahatz. Für mich ist diese Art von Comic-Schreibstil leider nichts, ich mag es nicht, mir ist es zuviel und es nervt mich ab einem gewissen Punkt leider nur noch.

Meine Erwartungen hat das Buch in dem Fall insoweit einfach nicht erfüllt, aber ich hatte wohl auch einfach andere Vorstellungen. Aber es gibt viele Leser, die gerade das toll und lustig finden, sich genau von solch einem lockeren, flockigen Sprachgebrauch mitreißen lassen und ihn genießen und die aus dem Schmunzeln oder Lachen nicht herauskommen.

Im Anhang des Krimis gibt es noch viele Seiten mit leckeren Camping-Rezepten, die aber auch für Nicht-Camper lecker sind. Ich selbst habe einiges gefunden, was mich neugierig macht.

Fazit: Eine Kriminalkomödie geschrieben in einem sehr lockeren, umgangssprachlichen Schreibstil, der sicher Geschmackssache ist. Eine kurzweilige Urlaubslektüre rund um den Campingplatz und seine unterschiedlichsten Bewohner und Gäste.

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© Marion Brunner_Buchwelten 2018