Wolfgang Brunner im Gespräch mit Gregory Benford / Wolfgang Brunner in conversation with Gregory Benford

 

Wolfgang Brunner im Gespräch mit Gregory Benford 

Das Interview ist im Anschluss an die freie deutsche Übersetzung noch im amerikanischen Original veröffentlicht.

The original interview in American is published below the German translation.

GB 2010

 

Gregory Benford, Jahrgang 1941, ist ein bekannter US-amerikanischer Science Fiction Autor. Als Physiker lehrt er an der University Of California in Irvine.
Mit seinem Zeitreise-Roman „Zeitschaft“, mittlerweile zum SF-Klassiker geworden, gewann Benford 1980 den Nebua Award und den Jon W. Campbell Memorial Award. In den 90er Jahren schrieb er einen der drei autorisierten Fortsetzungsromane von Isaac Asimovs Foundation-Zyklus.

Buchwelten freut sich außerordentlich, ein Interview mit dem Literatur-Preisträger zu präsentieren.

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Gregory Benford bedeutet hochwertige Science Fiction. Woher nimmst Du Deine Ideen? Trume, wahre Begebenheiten oder einfach nur konzentriertes Nachdenken?

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Meistens aus der Forschung. Zeitschaft (Timescape) entstand durch meine Doktorarbeit an der UCI (University Of California) San Diego in den 60er Jahren und meine Arbeit als Referendar in Cambridge im England Mitte der 70er Jahre. Ich veröffentlichte Studien über Tachyonen, theoretische Teilchen, die sich schneller als das Licht bewegen, und deren Quantenmechanik.
Meine Karriere alsLaborant und theoretischer Physiker verschaffte mir diesen „komplizierten Tanz“ in der akademichen Forschung.
Meine sechsbändige Reihe (
Contact-Zyklus) über das galaktische Zentrum entstand durch meine astrophysikalischen Arbeiten im Zentrum für Astronomie in Cambridge, wo ich die Idee von magnetisch gesteuerten Düsen – heute übrigens eine anerkannte Weisheit – und die magnetische Umgebung des Schwarzen Loches in unserem eigenen galaktischen Zentrum behandelte. Natürlich war von den Romanen nicht zu erwarten, dass sie den Alltag im Leben eines Wissenschaftlers widerspiegeln. Das war dann ausschaggebend für mich, die Science Fiction zu erkunden, da es so wenig über diesen primären menschlichen Arbetsbereich gibt.

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Du hast zusammen mit David Brin und Greg Bear eines der bedeutendsten Werke der SF-Literatur, Isaac Asimovs Fundation Zyklus, fortgeführt. Wie fühlte sich das für Dich an?

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Janet Asimov kam auf mich zu. Die Idee, weitere Romane, die im Foundation-Universum handeln, zu schreiben, stammte von Janet Asimov und dem Repräsentanten von Asimovs Nachlass, Ralph Vincinanza. Von ihnen angesprochen, habe ich zunächst abgelehnt, da ich mit der Ausführung des High Energy Density Physics Laboratory an der UCI Irvine und meinen eigenen Romanen beschäftigt war. Aber mein einmal gewecktes Unterbewusstsein konnte dieses Angebot nicht ablehnen.
Nach einem halben Jahr des Kampfes mit Ideen für das Foundation-Universum, die oft in Träumen kamen und mich nicht mehr losließen, habe ich schließlich Ralph Vicinanza angerufen und mit ihm begonnen, einen Plan mit einer passenden, komplexen Handlungskurve und entsprechender Logik zu konstruieren, die in mehreren Romanen enthüllt werden sollten.
Obwohl wir mit mehreren Autoren über dieses Projekt sprachen, erschienen uns zwei Hard SF Autoren, die weitestgehend von Asimov beeinflusst waren und und unangefochten technische Fähgkeiten besaßen, als am besten geeignet: Greg Bear und David Brin.
Bear, Brin und ich hielten engen Kontakt, während in den ersten Band schrieb. Wir beabsichtigten drei eigenständige Romane, bei denen wir am Ende aber ein übergreifendes Mysterium schafen wollten. Erste Elemente erschienen in meinem Roman
Der Aufstieg der Fundation (Foundation`s Fear), wurden dann in Gre Bears Foundation und Chaos (Foundation And Chaos) weiter verstärkt, um dann in David Brins Der Sieg der Foundation (Fundation`s Triumph) fertiggestellt zu werden.

Ich verstreute in meiner Geschichte Details und Schlüsselelemente, die später Früchte trugen.
Ich hatte mich immer gefragt Die Foundation-Serie begann im Zweiten Weltkrieg, als sich Amerika geradewegs in Richtung Weltmacht entwickelte und ihren Zenit fast erreicht hatte. Die Serie spielt sich über Jahrzehnte ab, als die Vereinigten Staaten Angelegenheiten auf der ganzen Welt in einer Weise dominierten wie keine andere Nation es je tat. Nun bedeutet die Fundation Imperium und Verfall gleichzeitig. Wurde dieser Verrat zu einer Angst, geboren in dem Moment, als sie sich ihrem glorreichen Höhepunkt näherte?
Außerdem konnten wir mit dem „Fans sind Slans“-Syndrom arbeiten, der Übermenschen-Mentalität in Cmic-Bchern, wo der Held wie Achilles jenseits einer Rechenschaftspflicht gegenüber den Massen handelt
viel Nährboden für uns um darzustellen, wie unserer Meinung nach die große Zukunft aussehen könnte.

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Welches sind Deine literarischen Vorbilder? Und was liest Du privat?

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Mainstream: John Updike, Hemingway, Faulkner, Ian McEwan, Raymond Chandler.
SF: Heinlein, Clarke, Stapledon, Asimov, Ursula LeGuin, Joanna Russ.
Ich las viel, aber immer auf ein Genre begrenzt: Michael Connelly, James Cambias, Linda Nagata, Nancy Kress
es gibt so viele!

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Welche Filme siehst Du gerne in Deiner Freizeit?

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Viele europäische Filme. Und die vor kurzem gemachten SF-Filme wie Her, Gravity, Under The Skin, Europa Report. Ich liebte auch Lola rennt.

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Ein Schriftsteller hat meistens unzählige Projekte im Kopf, die noch nicht geshrieben wurden. Welches davon liegt Dir momentan am meisten am Herzen und warum hast Du es noch nicht geshrieben?

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Ich habe zwei Kurzgeshichten, die Romane werden sollen. Eine über eine SETI-Bibliothekarin und die andere handelt von einer weiblichen Unternehmerin im Sonnensystem – beide Frauen leben Jahrhunderte in der Zukunft. Und dann habe ich noch eine alternative Geschichte über den Zweiten Weltkrieg, in der die USA nicht die Fehler macht, die sie mit dem Manhattan Projekt begangen haben. Deutschland wird aus Hitlers „Götterdämmerung“ gerettet und wir halten die Sowjets aus dem Osten raus. Und es gibt auch noch jede Menge physikalischen Spaß!

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Wieso denkst Du, hat es gute SF so schwer, als literarische Gattung akzeptiert zu werden? Zumindest verhält es sich in Deutschland so. Ist es womöglich in den USA anders?

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SF gewinnt langsam an Akzeptanz, wie damals harte Kriminalromane in den 40er und Folgejahren. Nun haben Chandler und JD McDonald den Test gegen die Zeit und unsere alten Feinde, die literarischen Torhüter der konventionellen Weisheit, überstanden. Philip K. Dick schuf Blade Runner und plötzlich kam die langsame Erkenntnis, dass unsere Gegenwart den Visionen aus Dicks Vergangenheit ähneln. Ähnliches zeichnet sich bei der Entwicklung unserer Technik-Kultur ab, die die Science Fiction Literatur immer mehr in den Vordergrund bringen wird, mehr und mehr.

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Eine Frage an den privaten Gregory Benford: Welchen Traum willst Du Dir unbedingt noch erfüllen?

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Länger leben! Ich gründete mehrere genetische Unternehmen nach dem Tod meiner Frau, und wir haben mittlerweile nützliche Produkte, die die Vitalität bis zu einem Alter von nahezu 100 Jahren verlängern. Außerdem möchte ich den Weltraum kommerzialisieren, um die riesigen Ressourcen unseres Sonnensystems zu öffnen, damit ein Großteil der Menschheit sich dorthin begeben kann. Alle diese Ziele sind stark miteinander verbunden.

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Dein neuester Roman ist eine Zusammenarbeit mit dem wunderbaren Autor Larry Niven. In Himmelsjäger (Bowl Of Heaven) entdeckt die Menschheit in der Zukunft ein schüsselförmiges Gebilde, das mit einer Hälfte einen Zwergstern umschließt und dessen austretende Energie als Antrieb nutzt. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

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In der Science-Fiction ist ein „Big Dumb Object“ (Großes dummes Objekt) ein riesiges, geheimnisvolles Objekt, das allein durch seine Anwesenheit ein intensives Gefühl der Verwunderung erzeugt. Sie müssen nicht in sich konstruiert sein, obwohl – vielleicht drückt sich so der „dumme“ Aspekt bei ihnen aus.
Larry sagte auf einer Party zu mir: „Große dumme Objekte sind so viel einfacher. Zerstörte Zivilisationen, wo wie ich es bei
Ringwelt gemacht habe, sind so viel einfacher. Los, lass es uns angehen.“
Ein Intelligentes Objekt ist statisch instabil, aber dynamisch stabil, so wie wir, wenn wir gehen. Wir fallen auf einem Bein nach vorn und fangen uns dann mit dem anderen selbst auf. Das benötigt eine Menge schnelle Signalverarbeitung und Koordination. (Wir sind das einzige große Tier ohne Schwanz, das dieses gemeistert hat. Zwei Beine sind eine wacklige Angelegenheit ohne ein großes Gehirn oder einem stabilisierenden Schwanz.) So schrieben wir
Himmelsjäger (Bowl Of Heaven) und entschieden, dass wir zwei Bände dazu brauchten , um das Ganze zu einem Großen Intelligenten Objekt aufzubauen . Das schüsselförmige Gebilde muss kontrolliert werden, denn es ist nicht neutral stabil. Nivens Ringwelt ist ein Großes Dummes Objekt, seit es passiv stabil ist, so wie wir, wenn wir still stehen. (Oder die Ringwelt würde Gefahr laufen, durch einen Schubser in die Sonne zu fallen. Dieses Problem konnte ziemlich einfach rechtzeitig gelöst werden. Larry setzte aktive Stabilisatoren in den zweiten Ringwelt-Roman ein.) Es gibt mehrere Große Dumme Objekte in der SF, aber soweit ich weiß eben keine inteligenten. Unser Großes Intelligentes Objekt ist größer ist als die Ringwelt und fliegt mit einem ganzen Stern als der Motor irgendwo hin.
Unser schüsselförmiges Objekt ist eine mehr als hundert Millionen Meilen große Muschel, das durch die Schwerkraft und einige elektrodynamischen Kräfte zu einem Stern wurde. Der Stern erzeugt einen langen Strahl aus heißem Gas, der so gut magnetisch eingeschlossenen ist, dass er durch ein Loch in der Krone der muschelförmigen Hülle ihn antreibt. Dieser Strahl treibt das gesamte System vorwärts – ein Stern verwandelte sich buchstäblich in den Motor eines „Schiffes“, welches die Muschel, also das schüsselförmige Objekt ist. Im Inneren der Muschel wächst eine aufstrebende Zivilisation. Die Struktur des Romans ähnelt nicht sehr Larrys Ringwelt, weil wir es mit dem Problem von Eingeborenen zu tun haben.
Unser Intelligentes-Schüssel-Objekt sitzt nicht einfach nur fest und wartet auf Besucher und die Bewohner leben ihren Alltag wie in
Ringwelt, sondern es bewegt sich.

Wir begannen mit dem Naheligendsten: Wohin gehen sie und warum?

Die Beantwortung dieser Frage nimmt den gesamten Rahmen der beiden Romane ein. Das macht den Spaß an intelligenten Objekten aus – sie flößen nicht nur Ehrfurcht ein, sondern sie faszinieren. Mein Großvater pflegte einst beim Krabbenfischen im Golf von Mexiko zu sagen: Ein Boot ist nur auf der Suche nach einer Stelle, um zu sinken.

Als wir begannen, uns solch ein neues, glänzendes Großes Intelligentes Objekt auszudenken, sagte ich: Eine künstliche Welt wartet geradezu darauf, aus den Nähten zu platzen.
Stell Dir vor: Du lebst nur wenige Meter von einem hohen Vakuum entfernt, das sich aufgrund der Drehbewegung (die die Zentrifugalkraft liefert) rasend schnell bewegt. Das macht es einfach, um Schiffe zu starten, da diese die Drehgeschwindigkeit in Bezug auf das Objekt oder die Ringwelt nutzen … aber das bedeutet auch, dass große Mengen an anfallenden Belastungen ausgeglichen werden müssen.
Lebewesen auf der Sonnenseite wollen basteln, neue Dinge ausprobieren …
„Weißt du Fred, ich denke, ich kann dieses Sanitär-Problem nur mit einem kleinen Rechtsdreher hier beheben. Uh-oops!“
Das Vakuum kann dich schon mal schnell heraussaugen. Plötzlich bewegst Du Dich mit tausend Kilometern pro Sekunde auf einer Tangente weg – um einiges schneller als die 50 km / s, die man benötigt, um dem Stern zu entkommen. So etwas macht die Erkundung von nahen Sternen auf „Vorbeiflieg-Missionen „einfach.

Aber dieser einfache Ausgang ist natürlich eine Gefahr. Auf einem Großen Intelligenten Objekt zu leben, bedeutet, dass man besser auf sich selbst aufpassen sollte.

Larry und ich haben mit diesen Ideen schon seit Jahren herumgespielt, bevor wir uns entschlossen, jetzt ernsthaft und tatsächlich diese Bücher zu schreiben. Dabei stellte sich heraus, ass es sogar noch mehr Spaß machte, als wir uns dachten. Hard SF funktioniert in der gleichen Art wie Wissenschaft – Kooperationen sind häufig und es gibt einen kulturellen Austausch, um die Durchführung von ausgearbeiteten Ideen durch Beispiele (Versuche) und Big Ideas (Theorie) voranzubringen. SF formte einst die Kultur, die moderne SF wahr gemacht hat – technisch-wissenschaftliche Macher, die unsere moderne Welt kreiert hat.

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Welchen Deiner Romane würdest Du heute anders schreiben, hättest Du die Möglichkeit dazu?

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Wahrscheinlich meinen ersten: „The Stars in Shroud“. Ich finde ihn heutzutage ein bisschen deprimierend, aber diese Stimmung hielt ich damals für serios. Ich war noch jung!

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Wärst du kein Schriftsteller, welchen Beruf hättest Du dann ergriffen?

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Ich bin ein Teilzeit-Schriftsteller! Mein richtiger Job war Professor der Physik und Astronomie an der UC Irvine. Ich bin jetzt im Ruhestand, halte aber mein Büro an der UCI aufrecht und leite mehrere Unternehmen fpr Genetik. Science Fiction kommt dann an dritter Stelle auf meiner Karriereleiter.

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Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen. Buchwelten wünscht Dir alles Gute für alle kommenden Veröffentlichungen.. Wer mehr über Gregory Benford erfahren möchte, sollte sich auf seiner Homepage umsehen.

© 2014 Gregory Benford / Wolfgang Brunner für Buchwelten

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Wolfgang Brunner in conversation with Gregory Benford

 

Gregory Benford, born in 1941, is a well-known American science fiction author. As a physicist, he teaches at the University of California at Irvine.
With his time-travel novel, „Timescape“, an SF classics, Benford won the 180 Nebula Award and the John W. Campbell Memorial Award. In the 1990s he wrote one of the three authorized sequels of Isaac Asimov’s Foundation-cycle.

Buchwelten is very proud to present an interview with the literature prize winner.

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Gregory Benford means high quality in science fiction. Where do you get your ideas? Dreams, true stories or just concentrated thought?

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Research, mostly. Timescape came from my doctoral thesis at UC San Diego in the 1960s, plus my work while a Fellow at Cambridge, England in the middle 1970s. I published papers on tachyons, the theoretical particles that move faster than light, and on their quantum mechanics.My career as a lab and theoretical physicist gave me the intricate dance of academic research. My Galactic Center series of six novels came directly fromm my astrophysical work at Cambridge’s Center for Astronomy, where I introduced the idea of magnetically controlled jets—now the accepted wisdom—and the magnetic environment around the black hole at our own galactic center. Of course, novels aren’t about science expect as it enters through the lives of scientists. That seemed the right ground form me to explore in fiction, since so little fiction is about a primary human arena—work.

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You have continued together with David Brin and Greg Bear one of the most important works in science-fiction literature (Isaac Asimov’s Foundation-cycle). How does the work feel to you?

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Janet Asimov approached me. The idea of writing further novels in the Foundation universe came from Janet Asimov and the Asimov estate’s representative, Ralph Vicinanza. Approached by them, I at first declined, being busy with running the High Energy Density Physics Laboratory at UC Irvine, and my own novels. But my unconscious, once aroused, refused to let go the notion. After half a year of struggling with ideas plainly made for the Foundation—often coming in dreams, persistently demanding expression–I finally called up Ralph Vicinanza and began putting together a plan to construct a fittingly complex curve of action and meaning, to be revealed in several novels. Though we spoke to several authors about this project, the best suited seemed two hard sf writers broadly influenced by Asimov and of unchallenged technical ability: Greg Bear and David Brin.

Bear, Brin and I kept in close touch while I wrote the first volume, intending to create three stand-alone novels which none the less carry forward an overarching mystery to its end. Elements of this make their first appeared in Foundation’s Fear, then amplified further through Greg Bear’s Foundation and Chaos, finding completion in Brin’s Foundation`s Triumph. I planted in the narrative prefiguring details and key elements which bore later fruit.

I had always wondered: The Foundation series began in World War II, as America arced toward its zenith as a world power. The series played out over decades as the United States dominated the world’s matters in a fashion no other nation ever had. Yet the Foundation is about imperium and decline. Did this betray an anxiety, born even in the moment of approaching glory?

Plus we could work with the „fans are slans“ syndrome, the übermensch mentality in comic books, the hero as Achilles, beyond accountability to the great, unwashed masses…plenty of ground for comment on how we see our vast future.

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What are your literary heroes? And what do you read in your leisure time?

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Mainstream: John Updike, Hemingway, Faulkner, Ian McEwin, Raymond Chandler. SF: Heinlein, Clarke, Stapledon, Asimov, Ursula LeGuin, Joanna Russ. I read widely but in genre, Michael Connelly, James Cambias, Linda Nagata, Nancy Kress many!

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What kind of movies do you watch in your spare time?

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Lots of European films, liked recently the sf movies Her, Gravity, Under the Skin, Europa Report. Loved Run, Lola, Run.

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A writer usually has numerous projects in his head, that have not been written yet. Which one is currently your favourite and why do you have it not written already?

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I have two series stories that will become novels, one on a SETI Librarian, the other a woman entrepreneur in the solar system—both women centuries from now. Plus an anlernate history of WWII in which the USA does not make the mistakes it did make in our Manhattan Project, and we get the bomb in 1944. Germany gets saved from Hitler’s Gotterdamerung and we keep the Soviets out of the East. Much physics fun, too!

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Why, do you think, is it so hard for good sf to be accepted as a literary genre? At least it behaves here in Germany like this. Is it possibly in the U.S. Different?

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SF is slowly gaining acceptance, as hardboiled detective fiction did in the 1940s onward. Now Chandler and J D McDonald have stood the test of time against our old enemies, the literary gatekeepers of conventional wisdom. Phil Dick made it with Bladerunner and then the slow realization that our present resembles his past visions. Similar ways of looking at our evolving technoculture will bring sf to the fore, more and more.

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A question to the private Gregory Benford: What dream do you still want to make true?

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Living longer! I started several genetic companies after my wife died, and we now have useful products that can extend vitality into ages approaching 100. Plus getting into space commercially, opening the vast resources of our solar system to uplift the bulk of humanity. All these goals are intricately interconnected.

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Your latest novel is a collaboration with the wonderful author Larry Niven. How did it happen?

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In science fiction, a Big Dumb Object is any immense mysterious object that generates an intensesense of wonder just by being there. They don’t have to be inert constructs, though – so perhaps the dumb aspect also expresses the sensation of being struck dumb by the scale of them.

Larry said to me at a party, “Big dumb objects are so much easier. Collapsed civilizations are so much easier, the way I did Ringworld. Yeah, let’s bring them up to speed.” A Smart Object is statically unstable but dynamically stable, as we are when we walk. We fall forward on one leg, then catch ourselves with the other. That takes a lot of fast signal processing and coordination. (We’re the only large animal without a tail that’s mastered this. Two legs are dangerous without a big brain or a stabilizing tail.) So we wrote Bowl of Heaven, deciding that we needed two volumes to do justice to a Big Smart Object. The Bowl has to be controlled, because it’s not neutrally stable. His Ringworld is a Big Dumb Object since it’s passively stable, as we are when we stand still. (Or the ringworld would be except for nudges that can make it fall into the sun. Those are fairly easy to catch in time. Larry put active stabilizers into the second Ringworld novel.)

There’ve been several Big Dumb Objects in sf, but as far as I know, no smart ones. Our Big Smart Object is larger than Ringworld and is going somewhere, using an entire star as its engine.

Our Bowl is a shell more than a hundred million miles across, held to a star by gravity and some electrodynamic forces. The star produces a long jet of hot gas, which is magnetically confined so well it spears through a hole at the crown of the cup-shaped shell. This jet propels the entire system forward – literally, a star turned into the engine of a “ship” that is the shell, the Bowl. On the shell’s inner face, a sprawling civilization dwells. The novel’s structure doesn’t resemble Larry’s Ringworld much because the big problem is dealing with the natives.

Our smart Bowl craft is also going somewhere, not just sitting around, waiting for visitors like Ringworld–and its tenders live aboard.

We started with the obvious: Where are they going, and why?

Answering that question generated the entire frame of the two novels. That’s the fun of smart objects – they don’t just awe, they intrigue.

My grandfather used to say, as we headed out into the Gulf of Mexico on a shrimping run, A boat is just looking for a place to sink.

So heading out to design a new, shiny Big Smart Object, I said, An artificial world is just looking for a seam to pop.

You’re living just meters away from a high vacuum that’s moving fast, because of the Bowl’s spin (to supply centrifugal gravity). That makes it easy to launch ships, since they have the rotational velocity with respect to the Bowl or Ringworld… but that also means high seam-popping stresses have to be compensated. Living creatures on the sunny side will want to tinker, try new things…

Y’know Fred, I think I can fix this plumbing problem with just a drill-through right here. Uh—oops!”

The vacuum can suck you right through. Suddenly you’re moving off on a tangent at a thousand kilometers a second—far larger than the 50 km/sec needed to escape the star. This makes exploring passing nearby stars on flyby missions easy.

But that easy exit is a hazard, indeed. To live on a Big Smart Object, you’d better be pretty smart yourself.

Larry and I kicked these ideas around for years before we decided to get serious and actually write the books. That turned out to be even more fun. Hard SF works the way science does —collaborations are common, and there’s a cultural conversation, carrying forward ideas through worked out examples (experiments) and Big Ideas (theory). SF models the culture that brought modern SF into being — the techno-scientific doers who made our modern world.

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Which one of your novels would you write differently today, if you would have the chance?

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Probably my first, The Stars in Shroud. I find it a bit depressing now, a mood I mistook for gravitas. I was young!

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If you were not a writer, what job you had taken then?

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I’m a part time writer! My real job was as a professor of physics & astronomy at UC Irvine. I’m retired from that, but keep my UCI office, and am running several genetics companies. Fiction comes in third place, then, in my career list.

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Thank you for answering my questions and Buchwelten still wants all the best for all your upcoming releases.

More about Gregory Benford on his Homepage.

© 2014 Gregory Benford / Wolfgang Brunner for Buchwelten

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Kim Schepper und die Kinder von Marubor von Wolfgang Brunner (komplett neu überarbeitete Zweitauflage) – 5/5

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9783942635240
Erschienen als Taschenbuch
im Candela Verlag
400 Seiten
Preis: 14,90 €
ISBN: 978-3-942635-24-0
Katergorie: Jugendbuch/All-Age

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Das Mädchen mit den schulterlangen braunen Haaren und den dunklen Totenkopf Sneakers, das dort am Grab ihres zwei Jahre jüngeren Bruders steht, ist die 13-jährige Kim Schepper. Bereits fünf Jahre zuvor musste sie schon einmal einen geliebten Menschen verabschieden, damals war es ihr Vater, der zu Grabe getragen wurde. Und nun wurde Tom durch einen Unfall getötet und sie ist mit ihrer Mutter allein. Sie trauert für sich, denn sie findet Beerdigungen bescheuert, sie hasst es wie ein kleines Kind behandelt zu werden, dass keine Ahnung vom Leben und vom Tod hat. Doch was wissen die Erwachsenen schon?

Kim schreckt auf, als sie plötzlich von einem Jungen namens Julian angesprochen wird. Er ging in die gleiche Klasse wie ihr Bruder Tom und er übermittelt ihr ohne Umschweife eine etwas außergewöhnliche Einladung: Kim soll um Mitternacht auf den Friedhof kommen, zum Grab ihres Bruders und sie soll etwas sehr Persönliches von Tom mitbringen. Kim ist etwas verwundert, was Julian von ihr will und sie hakt nach. Doch der Junge spricht in Rätseln. Er berichtet von geheimen Experimenten, an denen ihr Bruder teilgenommen hat und das Tom gar nicht „richtig“ tot sei. Als Kim versucht noch etwas mehr an Informationen von Julian zu gelangen, sagt er, sie solle einfach zur verabredeten Zeit auf dem Friedhof erscheinen, dann würde sie verstehen. Sie würden die anderen Kinder von Marubor treffen und eines davon sei seine Schwester, seine tote Schwester ..

Nach der Beerdigung ist Kim entsprechend aufgewühlt und auch verwirrt wegen der Äußerungen des Jungen der sie angesprochen hat. Natürlich ist es der 13-jährigen unheimlich, mitten in der Nacht auf den Friedhof zu gehen. Dann weiß sie nicht einmal, ob sie es schafft aus der Wohnung zu schleichen, ohne das ihre Mutter etwas bemerkt.

Doch die Neugier siegt. Kim muss wissen, was es mit dem Geheimnis um diese Experimente an ihrem Bruder und anderen Kindern auf sich hat. Also packt sie einen Rucksack, schnappt sich eine Taschenlampe, einen handgeschriebenen Zettel von Tom, den er ihr vor zwei Wochen gegeben hat und macht sich auf den Weg zum Grab …

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Zunächst eine kleine Anmerkung vorneweg. Es ist sicherlich bekannt, dass der Autor von „Kim Schepper und die Kinder von Marubor“, Wolfgang Brunner, mein Lebensgefährte ist. Und genau aus diesem Grunde rezensiere ich sonst prinzipiell keinen seiner Romane. Auch wenn ich mir bei seinen Werken eine durchaus objektive Meinung zutraue, die ich schließlich auch immer in den Entstehungs- und Überarbeitungsphasen der Romane kundtue, hätten meine Rezensionen in seinem Fall immer den Beigeschmack als „Schleichwerbung“ oder „Sonderpromotion“ aufgefasst zu werden. Bei der „neuen“ Kim mache ich aber aus dem Grund eine Ausnahme, dass für mich diese völlig überarbeitete Zweitauflage absolut neu war. Ich kenne die „alte“ Kim in der Rohfassung und in der Endfassung kurz vor Druck. Als diese dann 2009 veröffentlicht wurde, habe ich sie als fertiges Buch auch nicht gelesen. Aus der Überarbeitung für die Zweitauflage habe ich mich komplett herausgehalten und nicht eine Zeile gelesen, daher war ich auch sehr neugierig auf das Endergebnis.

Zunächst einmal hat sich die Aufmachung des Romans sehr positiv verändert. Entgegen der recht einfachen Erscheinung der ersten Auflage, wird die neue Kim mit einem Cover präsentiert, dass ein absoluter Eyecatcher ist. Der junge Grafikdesigner, der mit Kim Schepper nun bereits das dritte Cover für Wolfgang Brunner gestaltete, hat einen Einband geschaffen, der perfekt zur Geschichte um Kim Schepper passt. Das dunkle Grau als Hintergrund und das Reagenzglas mit dem grünen Serum (Marubor) darin, sehen sehr gut aus. Das erste Cover ist bereits so konzipiert, dass die vier weiteren Teile um die Kim daran angeglichen werden und zuletzt ein ansprechendes Ganzes im Bücherregal ergeben.

Für das übrige Erscheinungsbild des Buches ist der Candela Verlag verantwortlich, dem ich gerne mein Lob ausspreche. Ich habe bereits zwei Bücher für den Verlag rezensiert, wobei ich seinerzeit die Taschenbuchausgabe doch stark kritisiert hatte.

Doch nun ist der Einband fest und nicht mehr zu weich. Die Schrift ist keine Standardschrift und sieht optisch sehr gut und vor allem satt aus. Was mir besonders gut gefällt, ist das Bild der Aufhocker, das an jedem Kapitelanfang eingedruckt ist.

Auch wenn natürlich die Grundhandlung der Kim die gleiche ist, liest sich die Neuauflage rasanter und knackiger. Hier bemerkt man schon ein intensives Lektorat, dass das Buch aufgewertet hat.

Der Autor schreibt stets in einem gehobenen, sehr gut ausformulierten und oft auch philosophischen Schreibstil. Da sich Wolfgang Brunner nicht auf ein Genre festlegen lässt, kann man die Stile der Romane auch schlecht miteinander vergleichen, doch den typischen Brunner-Stil kann man erkennen. Und auch wenn hier mitunter keine leichte Kost verarbeitet wurde, hat der Autor den Text sehr gut verständlich für die jugendliche Zielgruppe ausgearbeitet.

Die Handlung beginnt mit der Beerdigung natürlich zunächst einmal sehr traurig, doch ist Kim Schepper keineswegs ein Todes- oder Düsterbuch. Im Gegenteil. Kim Schepper ist eine Mischung aus Abenteuer, Fantasy und dem realen Leben. Es werden Themen wie Konsumwahn, ständiges Streben nach Macht und Gier behandelt. Doch auch Liebe, Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt sind in dem Roman sehr wichtig. Etwa ab der Hälfte des Buches kommt der zweite Handlungsstrang um die „Bösen“ dazu und die Handlung springt dann auch innerhalb der Kapitel ziwschen den Szenen, mitunter mit „gemeinen“ Cliffhangern.

Die Kinder stehen in diesem Roman an erster Stelle, denen sicherlich auch Erwachsene zur Seite stehen. Doch diese wollen die Kinder keineswegs bevormunden, sondern erkennen ihre Kraft und Stärke und unterstützen diese lediglich bei ihrem Kampf gegen die Verschwörung des Bösen.

Eine gewisse Aufmerksamkeit gehört bei der Lektüre von Kim Schepper schon dazu. Denn auch wenn es lustige Momente gibt und Ausgefallenes wie eine sprechende, kaugummikauende Fledermaus oder ein Schiff auf der Wiese als Wohnhaus, so ist der Inhalt und die Aussage des Werkes sehr episch. Dinge wie der Kampf der Erde, die Eigenschaft der Seelen oder das unsichtbare Band der Geschwisterliebe werden behandelt und sollten um des Verstehens willen nicht überflogen werden.

Die Geschichte um Kim Schepper geht weiter, der zweite Teil der Reihe „Kim Schepper und der Aufstand der Schatten“ erscheint im Jahre 2013, wann konkret wird noch mitgeteilt werden.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für die Zweitauflage von Kim Schepper und die Kinder von Marubor, die mir richtig Spaß gemacht hat. Eine Geschichte von Liebe, Freundschaft, Abenteuer und dem Kampf gegen das Böse, in der die Kinder die wichtigsten Personen sind. Die „neue Kim“ hat mich oft zum Lachen gebracht und auch zu Tränen gerührt. Ein Roman mit einem ernsten und kritischen Hintergrund, der sich nun rasanter liest und der mit einem tollen neuen Cover und einer schönen, ausgefallenen Aufmachung zwischen den Buchdeckeln vom Candela Verlag präsentiert wird.

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Ein ca. 35-minütiges Video-Interview mit Ötzgen Senol von buchvorstellung-online.de zur neuen Auflage von „Kim Schepper und die Kinder von Marubor“

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© Buchwelten 2012

Buchwelten im Gespräch mit Barbara Schnell

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Buchwelten hat bereits ein Interview mit einem Übersetzer veröffentlicht, und ich finde den Blick hinter die Kulissen immer sehr interessant.

Denn gerade bei den deutschen Ausgaben steht und fällt ein Roman ganz gewiss mit der Arbeit des jeweiligen Übersetzers. Es ist an ihm/ihr, genau das rüberzubringen, was der Autor/die Autorin sagen will. Es gilt, den besonderen Schreibstil in Deutsche mitzunehmen, damit auch wir in der Übersetzung die Stimmung erleben können, die ein Autor beabsichtigt.

Ich bin auf die Arbeit der Übersetzerin Barbara Schnell – wie soviele andere wohl auch – durch die Romane der Highland-Saga von Diana Gabaldon gestoßen.

Und da ich ihre Übersetzungsarbeit absolut fantastisch finde, freue ich mich sehr, dass sich Barbara Schnell die Zeit genommen hat, mir und den Buchwelten-Lesern einen Einblick in ihre Arbeit zu geben.

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Meine erste Frage bezieht sich (natürlich 🙂 ) auf die Highland-Saga. Diana Gabaldon braucht schon sehr lange für ihre ausführlichen Romane. Wieviele Wochen/Monate arbeiten Sie an der Übersetzung eines dieser „Mammut“-Bücher?

Das lässt sich gar nicht genau auf den Punkt bringen, da ich ja Roman-Teile von der Autorin geschickt bekomme, sobald sie genug zusammenhängendes Material hat. Zwischendurch kommt es dann auch vor, dass ich einige Wochen etwas anderes mache, während ich auf Nachschub warte. Im Prinzip kann man sagen, die Arbeit an einem der großen Romane dauert 12 bis 15 Monate, aber das ist nicht verlässlich kalkulierbar.

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Wie funktioniert ihre Arbeit an den Gabaldon-Romanen. Bekommen Sie erst das fertige, gedruckte Buch zur Übersetzung? Oder beginnt ihre Arbeit schon weit früher, indem Sie Druckfahnen oder Kapitel über die Datenleitung gesendet bekommen?

Das einzige Buch, das ich vom gedruckten Exemplar übersetzt habe, war „Der Ruf der Trommel“. Alle anderen Bücher habe ich übersetzt, während Diana noch daran arbeitete. Nur so konnten sie auf Deutsch teilweise gleichzeitig mit den Originalausgaben erscheinen.

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Sie haben Diana Gabaldon im immer wieder im Nachwort erwähnten CompuServe-Forum kennengelernt. Erzählen Sie uns ein wenig mehr darüber, wie sich das vor 20 Jahren abspielte?

Im Sommer 1992 habe ich in mehreren Foren des Onlinedienstes CompuServe für einen Artikel über „Frauen im Netz“ recherchiert. Damals war das Internet ja noch kein Haushaltsartikel wie heute, und es gab kaum Frauen, die mit Computern gearbeitet haben bzw. dabei ernst genommen wurden. Viele empfanden die Anonymität solcher Online-Foren als angenehm, weil sie dort nicht preisgeben mussten, dass sie eine Frau sind. Im Rahmen dieser Recherche bin ich auch auf das damalige „Litforum“ gestoßen und habe dort auch Diana kennengelernt, die mir als Forumsmitglied auf meine Frage geantwortet hat. Sie war eine hoch interessante Gesprächspartnerin, und irgendwann habe ich aus Neugier eine amerikanische Bekannte gebeten, mir Dianas erstes Buch zu schicken (auch Händler wie Amazon gab es ja damals noch nicht, und es war schwierig, hier an englische Bücher zu kommen). Aus der Online-Bekanntschaft wurde Freundschaft, und da ich die Bücher von der ersten Zeile an geliebt habe, später auch eine Arbeits-Partnerschaft.

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Sie kennen die Autorin persönlich. Ich denke, dass dies auch zwingend nötig ist um diesen speziellen Schreibstil, den Diana Gabaldon hat, auch genauso rüberzubringen, wie es im Original der Fall ist. Denken Sie, sie könnten eine solch gute Übersetzungsarbeit liefern, würden Sie sie nicht persönlich kennen?

Das ist schwer zu sagen, denn ich kenne es ja nicht anders. Generell ist es aber der Text, der die „Marschrichtung“ vorgibt, und man kann auch viel über Dianas Arbeitsweise und Intentionen erfahren, wenn man einfach den Text genau liest. Allerdings ist es eine große Hilfe, Diana direkt kontaktieren zu können, wenn ich Fragen habe – und ich würde nie den Fehler begehen, leichtfertig irgendwelche Details wegzulassen, denn man weiß bei ihr nie, was und wer in der Geschichte später noch einmal auftaucht.

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Wie sehr sind die Romane um Jamie und Claire auch Ihr „Baby“, sehen Sie diese überhaupt als solches? Denn ich denke, bei soviel Herzblut und Zeit, die eine Übersetzerin in einen jeden Satz dieser langen, ausführlichen Romane steckt, geht das gar nicht anders, oder?

Es ist jedesmal aufs Neue ein großartiges Gefühl, wenn mir der Postbote das erste gedruckte Buch bringt. Und ich bekomme viel Leserecho auf meine Arbeit. Es ist mein Wunsch, den deutschen Lesern möglichst viel vom „Feeling“ der Bücher mitzugeben – und eine große Freude, wenn das gelingt.

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Nun ein kleiner Schwenk in die zweite Buchreihe von Diana Gabaldon. Viele Leser sehen die Lord-John-Romane als Lückenfüller zur Highland-Saga. Ich selber bin da völlig anderer Meinung, denn ich finde Lord John ist eine so wunderbare Figur, die ihre eigene Reihe verdient hat. Wie gefällt Ihnen die Lord John-Reihe?

Das sind tolle Bücher, die mir beim Lesen und Übersetzen nicht weniger Spaß machen als die großen Romane, denen sie erzählerisch absolut gleichwertig sind, auch wenn sie „kompakter“ sind.

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Ich glaube gelesen zu haben, dass Sie auch auf den Lesereisen von Diana Gabaldon in Deutschland mit dabei sind. Können Sie ein bisschen erzählen, wie diese Lesungen dann ablaufen? Ich denke, dass es einige Fans noch nicht live erleben konnten.

Da sich herausgestellt hat, dass die meisten deutschen Besucher der Lesungen genug Englisch können, um zumindest in Ansätzen zu verstehen, was Diana liest, moderiere ich ihre Texte nur an und fasse zusammen, was sie zwischendurch erzählt. Wir sind auch da ein gut eingespieltes Team, und den Reaktionen des Publikums nach funktioniert unser Konzept ganz gut.

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Was macht Barbara Schnell, wenn sie gerade keine Romane von Diana Gabaldon übersetzt? Ich weiß, Sie arbeiten als freie Journalistin. Wie sieht Ihr sonstiger Arbeitstag aus?

Ich arbeite als Pferdesportjournalistin und -fotografin und betreue die Websites einer ganzen Reihe von Athleten. Das sorgt für viel Abwechslung und verhindert, dass ich am Schreibtisch festwachse.

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Neben der Übersetzungsarbeit gilt Ihre ganze Liebe den Pferden und auch der Fotografie. Sind Sie privat auch eine begeisterte Leserin? Welche Autoren lesen Sie gerne?

Ich lese gern gute Krimis. Zu meinen Lieblingsautoren zählen Dana Stabenow (auch von ihr habe ich zwei Bücher ins Deutsche übersetzt; leider hat die Reihe um die aleutische Spürnase Kate Shugak in Deutschland nicht viele Leser gefunden), Don Winslow oder Ian Rankin. Humor und Satire können mich auch begeistern, z.B. von P.G. Wodehouse oder Terry Pratchett. Ein Buch, das ich immer wieder lesen kann, ist aber auch „Der Herr der Ringe“.

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Nun gehe ich noch einmal zurück zur Highland-Saga. Haben Sie einen Favoriten unter den verschiedenen Teilen der Romane? Gibt es Bände, die Sie schlechter finden, und ist Diana Gabaldon für Sie von Mal zu Mal gewachsen und besser geworden?

Es ist Teil der Faszination dieser Bücher zu sehen, wie Diana als Erzählerin wächst und kühner wird. Trotzdem kann ich kein Lieblingsbuch aus der Serie benennen.

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Meine letzte kurze Frage: Wer ist ihr Lieblingscharakter in Diana Gabaldons Büchern?

Jamies Neffe Ian.

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Ich danke Ihnen ganz herzlich für die Zeit zur Beantwortung meiner Fragen und ich selber – sowie alle anderen Fans – werden ungeduldig auf den Abschluss ihrer derzeitigen Arbeit warten:

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A Trail of Fire“ — Deutscher Titel: „Zeit der Stürme“ – vier Kurzromane von Diana Gabaldon, erscheint am 16. September 2013 bei blanvalet

Zeit der Stürme

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Written in my Own Heart’s Blood“Band VIII der Highland-Saga, ein Erscheinungsdatum steht noch nicht fest

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Wer mehr über Barbara Schnell erfahren möchte …. www.bschnell.de

Deutsche Fassung der offiziellen Website von Diana Gabaldon: www.dgabaldon.de

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© Buchwelten im August 2012

Buchwelten im Gespräch mit Michael Zandt

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Mit „HAPU – Teufel im Leib“ hat der Autor Michael Zandt seinen Debütroman veröffentlicht. Er ist im Candela Verlag als Taschenbuch erschienen und erzählt die Geschichte von HAPU, einer jungen Asartu-Frau. Asartu sind Nachfahren des Teufels, die unter uns Menschen leben.

Heute stelle ich Michael Zandt einige Fragen zu seiner Arbeit, seinen Ideen und seinen Plänen für die Zukunft.

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Meine erste Frage bezieht sich auf deinen Debütroman „HAPU-Teufel im Leib“. Wie ist die Idee dazu entstanden? Warum sind es gerade die Nachfahren des Teufels geworden, die Du unter uns Menschen weilen lässt?

Die Asartu sind, wenn man so mag, der „teuflische“ Gegenentwurf zum von Gott geschaffenen Menschen. Abgesehen von ihrem ernährungsphysiologischen Makel und ihrem Äußeren aber unterscheiden sie sich kaum von uns.

Mich hat die Frage interessiert, wie wir wohl mit Wesen umgehen würden, die zwar die Mehrzahl unserer Träume, Sehnsüchte und Ängste teilen, sich aber, trotz ihrer Bemühungen, nur sehr bedingt in eine Gesellschaft wie die unsere integrieren lassen.

Wie lange hast Du an dem Roman gearbeitet und wie schwer war der Weg einen Verlag zu suchen und dann zu finden?

Von der Idee bis zum fertigen Manuskript, hat es etwa ein Jahr gedauert. Schreiben ist bei mir eine Frage der Tagesform. Es gibt Zeiten, in denen ich recht viel, und Phasen in denen ich kaum eine Zeile zustande bringe.

Was die Verlagssuche angeht: Zuerst habe ich mein Glück bei einer auf unterhaltende Belletristik spezialisierten Literaturagentur versucht. Die beiden Damen dort haben mich nicht lange zappeln lassen und mir noch am selben Tag eine freundliche Standardabsage geschickt. Danach habe ich mich an einen Publikumsverlag gewandt. Der zuständige Lektor dort wollte mir zwar ein gewisses Talent nicht absprechen, bescheinigte mir aber gleichzeitig mit Hapu einen, dem potentiellen Leser, nur schwer vermittelbaren Charakter geschaffen zu haben.

Jedenfalls: Kleinere Verlage waren glücklicherweise für „Hapu“ zu interessieren. Nach einigen Irrungen und Wirrungen (ein Verlag ging in die Insolvenz, ein anderer stellte über Nacht alle Projekte ein) fand Hapu ihren Platz schließlich im Candela-Verlag.

Waren für HAPU viele Recherchen nötig? Wenn ja, wie sah diese Arbeit aus?

Wenn ich schreibe, laufen Wikipedia und Google im Hintergrund. Wann starb der Freiherr von Stein? Wie ist die politische Situation in Somalia? Wo ist in Köln der Straßenstrich? Alles Fragen, die mir das Netz heute viel schneller und zielführender beantworten kann als ein Lexikon.

Ich habe im Wesentlichen also über das Internet recherchiert. Daneben habe ich „Sinuhe der Ägypter“ von Mika Waltari gelesen um ein wenig Atmosphäre zu „atmen“.

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Liest du privat selber viel? Wenn ja, welche Autoren und Genres bevorzugst du hierbei?

Am meisten beeindruckt mich derzeit die russische Phantastik. Vladimir Sorokin zum Beispiel. Den Österreicher Thomas Glavinic und den Amerikaner Stuart O’Nan schätze ich ebenfalls sehr. Weiter finden sich derzeit Franz Kafka, Markus Orths, Cormack McCarthy und Samuel Pepys auf meinem Büchertisch. Von den klassischen „Phantasten“ schätze ich besonders die Werke von E.A. Poe und Leo Perutz.

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Wie wichtig ist Dir die Musik. Findest Du auch darin Inspiration oder Anregungen für Deine Schreiberei? Begleitet sie Dich vielleicht sogar während Deiner Arbeit?

Ich liebe Musik, kann sie aber, wann immer ich mich konzentrieren möchte, leider nicht gebrauchen. Ich kann meine Aufmerksamkeit nur schwer teilen. Ich gehöre zu der Sorte Männer, die schon dann das Radio ausmachen muss, wenn sie nur rückwärts einparken möchte.

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Auf der Verlagsseite gibt es leider keine Vita über Dich. Ich konnte herausfinden, dass du verheiratet und Vater zweier Kinder bist. Wie steht deine Familie zu deinem Schreiben? Lässt sich das vereinbaren und sind sie evtl. sogar begeisterte Testleser?

Phantastik ist zwar nicht unbedingt das Genre indem meine Frau sich zuhause fühlt, doch ist sie mir trotzdem eine unverzichtbare Testleserin. Sie weist mich auf logische Fehler hin und verbessert meine Zeichensetzung regelmäßig soweit, dass ich mich meiner mangelnden Orthographietalente wegen dem Lektor, bzw. der Lektorin gegenüber nicht zu schämen brauche.

Ich denke mir, dass Du noch einem Vollzeitjob nachgehst. Was ist Dein Beruf und wann findest Du die Zeit zum schreiben?

Ich schlafe selten länger als fünf oder sechs Stunden und nutze zum Schreiben daher gerne die morgendliche Stille. Ja, ich habe einen Vollzeitjob. Ich bin diplomierter Verwaltungswirt und unter anderem für die Verteilung von Kindergartenplätzen zuständig.

Wie wichtig ist für dich als Autor das Internet? Nutzt Du es intensiv oder ist es eher ein notwendiges Übel?

Das Netz ist die einfachste und günstigste Möglichkeit sich rasch und umfassend zu informieren. Daher finde ich es auch wichtig Bewegungen wie „Stop Acta“ zu unterstützen. Das Netz hilft nicht nur mir als Autor, sondern der Verbreitung von Wissen überhaupt. Deshalb sollte es unreglementiert und frei sein.

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Nun meine Standardfrage an meine Gesprächspartner: gibt es ein Ritual und/oder ein Maskottchen, dass dich beim Schreiben begleitet?

Zwar bin ich für kindlich-pathetische Anwandlungen mitunter durchaus empfänglich, aber wenn ich je ein Maskottchen besäßen hätte, wäre es vermutlich inzwischen in dem auf meinem Schreibtisch herrschenden Durcheinander aus Büchern, Aktenordnern und Briefen verloren gegangen.

Ich weiß, dass Du derzeit an der Fortsetzung zu HAPU, der Asartu, arbeitest. Wann können wir mit dem zweiten Teil rechnen? Und wird es eventuell auch mal ein Buch von Dir zu lesen geben, dass in einem anderen Genre angesiedelt ist? Einen Krimi oder eine Liebesgeschichte zum Beispiel?

Die Fortsetzung von „Hapu“ wird den Namen „Das schwarze Kollektiv“ tragen und im neuen „Art Skript Phantastik“-Verlag erscheinen. Vorab: Ich bewundere den Mut der jungen Dame, das Wagnis „Verlagsgründung“ einzugehen, und sich dann auch noch auf meine bescheidenen Talente stützen zu wollen. Ob das gut gehen wird, weiß ich nicht, aber ich werde in jedem Fall versuchen, die Erwartungen der frisch gebackenen Verlagschefin nicht zu enttäuschen.

Ob ich das Genre der Phantastik je verlassen werde? Wozu? Um einen Krimi zu schreiben? Da gibt es fraglos Bessere. Leute die einfach wissen, wie so ein Ding gestrickt sein muss um die Leute herzrasend bei der Stange zu halten. Davon einmal abgesehen, wüsste ich nichts zum Thema zu sagen, was nicht auch Columbo schon gesagt hätte.

Gut erzählte Liebesgeschichten dagegen mag ich. Aber dafür muss ich nicht das Genre wechseln.

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Ich danke Michael Zandt für das Gespräch und wünsche ihm alles Gute für seine weitere schriftstellerische Zukunft.

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Michael Zandt gibt es auch bei Facebook

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© Buchwelten im Februar 2012

Buchwelten im Gespräch mit Silvia Kaffke

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Silvia Kaffke, geboren 1962 und wohnhaft in Duisburg-Ruhrort, hat bereits mehrere Kriminalromane veröffentlicht.

Ich bin zufällig auf die Autorin gestossen, als ich zur Vorbereitung des Interviews mit Horst Eckert auf seiner Facebook-Seite über den Begriff „Ruhrort-Krimi“ gestolpert bin.

Mir hat der Roman „Im Roten Licht des Mondes“ so gut gefallen, dass ich erstens unbedingt mehr von Silvia Kaffke lesen will und zweitens einen Ausflug in meine alte Heimat Ruhrort unternommen habe, um mir die Originalschauplätze noch einmal anzusehen.

Ich freue mich sehr, dass sich die absolut sympathische Autorin die Zeit für dieses Interview genommen hat.

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Bislang sind vier Krimis zur BKA Profilerin Barbara Pross sowie mittlerweile zwei historische Kriminalromane um deine Protagonisten Lina Kaufmeister und Commissar Borghoff erschienen. Hast Du irgendwelche Ambitionen, Dich einmal einem anderen Genre zu widmen?

Ich spiele im Moment mit dem Gedanken, Steampunk zu schreiben. Aber auch da würde ich immer Krimielemente einfließen lassen.

Du bist gebürtige Duisburgerin, allerdings im Stadtteil Meiderich aufgewachsen. Als Du 2005 nach Ruhrort gezogen bist, hast Du Dich nach eigener Aussage sofort in den Hafenstadtteil verliebt. Welchen besonderen „Flair“ hat Ruhrort für Dich?

Zwischenzeitlich habe ich auch in Wanheimerort, also in einem südlichen Stadtteil gewohnt, aber es zieht mich immer in den Norden mit seinen starken Kontrasten. Ruhrort ist neben der Innenstadt sicher der geschichtsträchtigste Teil von Duisburg. Hier sind sich Vergangenheit und Gegenwart in einer Weise nah, die einfach die Phantasie anregt. Der Hafen (der echte, nicht die Flaniermeile am Innenhafen), daneben alte Bausubstanz, viele klassizistische Häuser, von denen es nicht mehr viele in Duisburg gibt – Ruhrort ist so eine besondere Mischung aus St. Pauli und Ruhrpott, auch wenn es die legendäre Altstadt, früher das Vergnügungsviertel in Duisburg, seit Ende der 60er Jahre nicht mehr gibt. Aber in den Herzen der Ruhrorter lebt das noch. Deshalb hat auch der Bürgerverein die erste Stadtteil-Partnerschaft Deutschlands initiiert – mit St. Pauli.

Waren es die alten Häuser und die Geschichte von Ruhrort, die dich auf die Idee brachten, einen historischen Krimi ausgerechnet dort handeln zu lassen?

Ganz klar: ja. Speziell die Fabrikstraße, wo eine ganze Häuserzeile aus den 1820ern unter Denkmalschutz steht und ein alter Brunnen rekonstruiert wurde, war sehr inspirierend. Das habe ich oft erzählt und das hat dazu geführt, dass es viele Pressefotos von mir auf der Fabrikstraße gibt.

Ich habe gelesen, dass die Recherchearbeiten zum ersten Roman um Lina Kaufmeister (Das rote Licht des Mondes) sehr langwierig um umfangreich waren. Wie genau bist du hier vorgegangen. Ich habe von einer Führung im Haniel-Museum gelesen. Was hast du weiterhin unternommen, bist du z.B. regelmäßig an Originalschauplätzen gewesen?

Das Hanielmuseum war Inspiration pur. Hier steht zum Beispiel der Nachtstuhl, der im „Roten Licht“ keine geringe Rolle spielt. Es war auch nicht schwierig an Ruhrorter Fakten zu kommen – wer war Bürgermeister, wer waren die damaligen Pfarrer, gab es schon Straßenbeleuchtung, wo war das Rathaus usw. Wirklich schwierig war es, etwas über das Alltagsleben, besonders das der Frauen zu erfahren. Hier war meine Hauptquelle die Rhein- und Ruhrzeitung im Stadtarchiv. Es gab noch nicht viele Lokalnachrichten, aber bereits viele Anzeigen. Aus denen konnte man erfahren, was die Leute gegessen haben, welche Stoffe es gab, welche Bücher, wann der Zug vom Ruhrorter Bahnhof abfuhr. Die zweite Hauptquelle war ein Henriette-Davidis-Kochbuch. Kochbücher sind wahre Schätze der Kulturgeschichte, denn hier wird z.B. viel über Haushaltsführung geschrieben.

Im Jahr 2000 ist dein erster Roman erschienen. Du hast Germanistik und Publizistik studiert. Hast Du bereits in jungen Jahren geschrieben und wie kam es zu der Entscheidung eine Veröffentlichung anzustreben?

Gerade ist mir beim Aufräumen eine Schülerzeitung aus dem Jahr 1976 in die Hände gefallen. Ich habe mich gar nicht mehr daran erinnert, aber damals, mit knapp 14 Jahren, hatte ich für die Zeitung den Beginn eines Fortsetzungskrimis geschrieben. Inzwischen kam mir wieder in den Sinn, dass es keine weiteren Fortsetzungen mehr gegeben hatte. Wenn ich mein Machwerk lese, denke ich auch, dass das gut so ist. 😉 Aber dieser Krimiversuch war ganz sicher nicht mein erster Schreibversuch. So um 1979 habe ich dann begonnen, Gedichte zu schreiben, bin in die Duisburger Szene eingetaucht und hatte auch einzelne Veröffentlichungen. Prosa habe ich erst wieder geschrieben, als ich einen Computer bekam, Fantasy, Science Fiction. Erst als ich Jacques Berndorfs ersten Eifel-Krimi „Eifel Blues“ entdeckte, kam mir die Idee, dass ich es auch mit einem Krimi versuchen könnte. Aber zunächst schrieb ich eine Weile unter Pseudonym abgeschlossene Romane für die Yellow Press. 1998 schrieb ich ein Buch, das bereits viele Krimielemente hatte und schickte es an meinen heutigen Agenten. Der fand es unverkäuflich, aber gut geschrieben und regte an, dass ich einen richtigen Krimi mit einer weiblichen Hauptfigur schreiben sollte und das war dann „Messerscharf“. Er brachte es bei Fischer in der renommierten Reihe „Die Frau in der Gesellschaft“ unter, in deren Unterhaltungszweig u.a. Eva Heller, Hera Lind und im Krimibereich Sabine Deitmer veröffentlicht wurden. Ich bin heute noch unheimlich stolz darauf, dass ich von der legendären Lektorin Ingeborg Mues ausgewählt worden bin – und glücklicherweise kann man das Buch nach der Neuveröffentlichung bei rororo ja jetzt auch wieder lesen.

Was sind deine Hobbys? Was macht Silvia Kaffke privat? Liest du selber gerne? Wenn ja, welche Autoren oder Genres bevorzugst du? Nähst Du vielleicht auch? 😉

Ich habe lange Zeit fast nur Sachbücher gelesen, aber seit ich meinen e-Book-Reader habe, lese ich auch wieder zum Vergnügen. Dann aber nicht unbedingt Krimis, sondern sehr gern Fantasy, obwohl ich immer auf der Suche nach etwas bin, dass nicht von Elfen und Orks wimmelt und in dem nicht gerade der tumbe Junge ein großer Zauberer wird (Tolkien und Tad Williams haben zu den Themen eigentlich alles gesagt). Deshalb Steampunk, Gordon Dahlquists „Die Glasbücher der Traumfresser“ zum Beispiel. In den letzten paar Wochen habe ich meine Lieblings-Karl-May-Bücher neu gelesen, für den Kindle gibt es die Original-Versionen gratis, das war sehr interessant, man konnte manch Neues entdecken.

Ansonsten singe ich in einer 60ties Girl Group, spiele gern mal Spielchen am PC und koche leidenschaftlich gern. Und dann ist da noch mein Engagement für Ruhrort, das seit Ruhr 2010 offizielles Kreativquartier ist und wo ganz viel Kultur „von unten“ gemacht wird. Ich bin im Verein Beathafen e.V., wir wollen mit eigenen Musikveranstaltungen ein bisschen an die große Zeit der Clubs in Ruhrort erinnern. Da gibt es 60ties Partys, aber auch Barockkonzerte, Klangperformances oder einen Vortrag über Geigenbau.

Wie wichtig sind Dir Lesungen. Findest du den persönlichen Kontakt und die Nähe zu Deinen Lesern wichtig oder stehst Du nicht so gerne in der Öffentlichkeit?

Ich bin eine kleine Rampensau. Bei Gesangsauftritten habe ich durchaus noch Lampenfieber, bei Lesungen nicht. Der Kontakt zum Publikum macht mir viel Spaß – vielleicht abgesehen von denen, die mir ein Manuskript zum Lesen aufdrängen möchten.

Was sicher viele Fans interessiert ist, wie dein Autorinnenalltag aussieht. Schreibst Du mittlerweile hauptberuflich oder arbeitest Du abends nach Feierabend und am Wochenende?

Vom Schreiben kann ich nicht leben, gewöhnlich habe ich einen Brotjob, meist als Sekretärin. Im Moment bin ich allerdings arbeitslos und auf Jobsuche.

Eine Frage zum Thema Redigieren/Überarbeiten: wie lange wartest Du, bis Du ein Manuskript zur Überarbeitung wieder zur Hand nimmst und … gefällt Dir diese Arbeit?

Ich redigiere relativ wenig. Ich gehe immer kurz über die letzten paar Seiten, die ich geschrieben habe, bevor es weitergeht. Zwischendurch arbeite ich die Korrekturen meiner Freundin Martina Peters ein. Und wenn das Buch fertig ist, gibt es noch einen Durchgang, bei dem ich den Text laut lese, dann fallen Wortwiederholungen, holprige Konstruktionen oder misslungene Dialoge am besten auf. Danach arbeite ich natürlich noch die Anmerkungen der Lektorin ein.

Eine Frage die ich allen meinen Gesprächspartnern stelle: gibt es bei deiner Arbeit besondere Rituale und/oder ein Maskottchen, dass du während der Schreibarbeit in deiner Nähe brauchst?

Nein, keine Rituale. Wenn ich mich disziplinieren möchte, versuche ich, mindestens drei von „meinen“ Seiten – die sind etwas länger als Normseiten -, zu schaffen.

Verrätst Du den Lesern Deine Einstellung zu Ebooks, Kindle & Co? Hast du selber solch einen E-Reader oder bevorzugst Du noch das gute, alte Buch?

Vom Autorenstandpunkt ist da natürlich das Problem der gehackten Bücher. Es gibt ja leider eine ganze Gruppe von „kreativen“ Leuten, die Content im Web nicht für schützenswert halten und gern auf Kosten anderer kreativ sind. Schreiben ist harte Arbeit und dafür steht mir eine Entlohnung zu.

Als Leserin besitze ich neben dem Kindle noch ein zweites eBook, um etwas unabhängiger von Amazon zu sein. Ich habe mich auch schon gegen ein Buch entschieden, weil es nicht als eBook erhältlich war. Ich schätze es ungemein, dass bei meiner neu erwachten Leselust sich jetzt nicht schon an die zwanzig neue Bücher bei mir stapeln und vermisse das „Buchgefühl“ überhaupt nicht, besonders nicht beim Kindle mit seiner brillanten e-Ink-Technik.

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Zuletzt möchte ich noch wissen: schreibst Du derzeit an einem neuen Roman? Wann können wir mit einem weiteren Werk von Dir rechnen und darfst Du schon ein bisschen darüber erzählen?

Ich schreibe derzeit noch nicht, denke aber, dass es bald losgeht und dass es höchstwahrscheinlich Steampunk sein wird.

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Nähe Informationen zur Autorin finden sich auf:

    kaffkescrimes.blogg.de

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Die Rezension zu

„Das Rote Licht des Mondes“

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Liebe Silvia, ich bedanke mich noch einmal für das Interview und die ausführlichen und ehrlichen Antworten Deinerseits. Ich wünsche Dir für deine Zukunft alles Gute und vor allem viele Ideen zu neuen Geschichten …

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© Buchwelten 06.02.2012

Buchwelten im Gespräch mit Andreas Behm

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Andreas Behm, geboren 1957 hat verschiedene Bereiche in seiner beruflichen Laufbahn kennengelernt. Zunächst studierte er einige Semester Philosophie und Literaturwissenschaften. Dann wurde er selbständiger Taxiunternehmer und arbeitete als Einzelhandelskaufmann. Bis zum Jahr 2008 war er dann als Modellbahnhändler tätig, bevor er sich dann ab 2008 vollständig dem Schreiben widmete. 

Andreas Behm lebt in Hamburg und hat mit den Romanen „Die Moral eines Killers“ und „Der Lippennäher“ die beiden ersten Teile der Trilogie „Hamburg – Deine Morde“ in diesem Jahr im ACABUS Verlag veröffentlicht. Der dritte und letzte Teil wird voraussichtlich Ende 2012 erscheinen.

Ich freue mich, dass Herr Behm sich die Zeit für das nachfolgende Interview genommen hat.

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Herr Behm, Sie haben bisher zwei Krimis im ACABUS Verlag veröffentlicht, der Dritte ist gewiss in Arbeit. Wann können die Leser mit dem nächsten Fall des KHK Harald Hansen rechnen?

Das Thema ist komplex und ich muss noch einige Recherchen zu Ende bringen. Im Frühsommer 2012 sollte das Manuskript fertig gestellt sein. Dann dauert es in der Regel noch zwei bis drei Monate bis zur Veröffentlichung.

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Mit Harald Hansen haben Sie eine außergewöhnliche Ermittlerfigur geschaffen: Eigenbrötlerisch, stoffelig, etwas schwierig im Umgang …Warum haben Sie einen eher außergewöhnlichen Protagonisten gewählt und stand für diese Figur vielleicht sogar jemand Pate?

Im ersten Teil der Hansen-Trilogie wendet der Ermittler sehr unkonventionelle Methoden an, um zum Erfolg zu kommen. Da hätte eine konformistische Figur nicht gepasst. Ein Vorbild für Hansen gibt es nicht. Er ist eine Mischung aus den Charakterzügen verschiedener Personen. In ihm steckt eine Portion Ernst Happel (ehemaliger HSV-Trainer, Spitzname „der Grantler“), ein wenig von meinem leider 2009 verstorbenen Schwiegervater und – unvermeidlich – das eine oder andere Detail meiner eigenen Persönlichkeit.

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Ich selber kam ja nun in den Genuss beide Ihrer Werke zu lesen. Das Debüt, den ersten Fall von Harald Hansen „Die Moral eines Killers“ und „Der Lippennäher“. Gerade Band I war in seinem Aufbau für einen Krimi sehr „besonders“ konstruiert. Wie in meiner Rezension bereits geschrieben, geht Ihr Kommissar relativ früh auf den Killer zu, setzt sich an seinen Tisch, konfrontiert ihn mit seinen Taten und deckt ihn vollkommen auf. Mehr noch, ihr Ermittler benutzt ihn ganz klar für seine eigenen Zwecke. Was hat Ihnen die Idee für diese Art der Krimihandlung geliefert?

Ich wollte einen untypischen deutschen Krimi schreiben. Einen Roman, in dem die Hauptfiguren kompromisslos jede Möglichkeit nutzen, um ihre Ziele zu erreichen und die Spannung daraus entsteht, dass drei dominante, eigensinnige Persönlichkeiten aufeinander treffen. Die „Wer-ist-der-Täter-Frage“ sollte keine Rolle spielen.

Der Leser befindet sich auf einer übergeordneten Ebene, auf der er fast alle Ereignisse und Überlegungen der drei Kontrahenten verfolgen kann. In einzelnen Abschnitten habe ich bewusst häufige, kurze Perspektivwechsel eingebaut, um den Leser an der Parallelität der Ereignisse teilhaben zu lassen. Es war – in Ansätzen – der Versuch, das Konzept der amerikanischen Fernsehserie „24“ in die Krimiliteratur zu übertragen. Leider kann man in einem Roman den „Bildschirm“ nicht in mehrere Fenster unterteilen.

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Ihre Romane spielen sich in Hamburg ab. Sie scheinen ihr Herz an diese Stadt verloren zu haben. Ist das wirklich so oder dachten Sie einfach, dass ein Regionalkrimi sich derzeit offensichtlich gut verkaufen lässt?

Ehrlich gesagt habe ich Probleme mit dem Etikett Regionalkrimi. Es ist wohl typisch deutsch, eine Sparte zu schaffen, die es meines Wissens in anderen Ländern so nicht gibt. Jeder amerikanische, englische oder skandinavische Ermittler lebt an irgendeinem Ort und arbeitet dort. Der Ort kann fiktiv oder real sein. Warum werden die Romane von Henning Mankell nie als Regio-Krimis bezeichnet? Kommissar Wallander lebt in Ystadt, das ist eine Kleinstadt in Südschweden mit 18.000 Einwohnern. Grishams Romane spielen oft in der amerikanischen Provinz. Es ist schade, dass viele deutsche Kritiker und Verleger enge Schubladen brauchen, in die sie Bücher einordnen können. Ich selbst habe die Krimis von Jaques Berndorf jedenfalls nicht gelesen, weil sie in der Eifel spielen. Ich war noch nie in der Eifel.

Andererseits kann ich gut verstehen, wenn Leser gerne Romane lesen, die quasi bei ihnen vor der Tür spielen. Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber wenn ich von einem Verlag eine Absage bekomme, weil sich nach Meinung der Lektorin Hamburg-Krimis schlechter verkaufen als zum Beispiel München-Krimis, kann ich solche Auswüchse nicht nachvollziehen.

Meine Krimis spielen in Hamburg, weil ich die Stadt kenne, weil sie vor meiner Haustür liegt und ich die Handlungsorte ohne lange Anreise unter die Lupe nehmen kann. Den Stempel „Hamburg – Deine Morde“ sehe ich als Markenzeichen und Orientierungshilfe für die Leser.

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Im zweiten Fall von Harald Hansen wird der Protagonist ein wenig „weicher“. Sicher behält er seine typischen Charaktereigenschaften, aber dennoch entwickelt er so etwas wie einen Teamgeist und Führungsqualitäten. Warum hat sich Hansen im zweiten Teil in diese Richtung verändert?

Männer verändern sich, wenn sie aus einem langjährigen Single-Dasein in eine glückliche Beziehung wechseln. Die Beziehung zu Nadja und ihrer Tochter Mareike hat einen positiven Einfluss auf Hansen, trotz diverser Probleme, die er damit hat.

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Wie sieht Ihr Arbeitsablauf in Ihrem Autorenleben aus? Haben sie feste, geregelte Arbeitszeiten? Schreiben Sie einfach wie es Ihnen gerade in den Sinn kommt oder Sie die Zeit dazu finden?

Der Ablauf sieht leider noch nicht so aus, wie ich es mir wünschen würde. Der Tag ist meistens von banalen Alltagsproblemen geprägt. Meine Frau und ich haben den allgemein propagierten Rollentausch längst vollzogen. Sie verdient unseren Lebensunterhalt, ich bin gewissermaßen ihr Back-Office. Ich kümmere mich um den Haushalt, die Schwiegermutter und den Hund. Nebenbei widme ich mich am Tage den Recherchen zum aktuellen Projekt, dem Marketing und den Sekretariatsarbeiten. Geschrieben wird in der Regel spät abends zwischen 21 Uhr und Mitternacht, manchmal auch länger. Mein Gehirn beschäftigt sich allerdings ständig mit dem aktuellen Projekt, was bei anfallenden Routinearbeiten im Haushalt gelegentlich zu merkwürdigen Resultaten führt.

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Wie lange arbeiten Sie im Durchschnitt an einem Werk, bis es zur Veröffentlichung kommt? Wie lange dauert das Verfassen Rohfassung, das Redigieren, etc.?

Für den ersten Roman habe ich noch fast drei Jahre gebraucht. Zu der Zeit war ich allerdings auch noch berufstätig und konnte mich ausschließlich nach Feierabend dem Schreiben widmen. Inzwischen komme ich mit anderthalb Jahren aus. Von einer Rohfassung möchte ich in dem Zusammenhang nicht sprechen, weil ich schon während der Entstehung ständig Korrektur lese und überarbeite. Wenn ich das Ende geschrieben habe, bin ich der endgültigen Fassung schon sehr nahe.

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Der Lippennäher“ ist von der Handlung her eher im typischen Krimistil gehalten. Erste Leiche, zweite Leiche, Ermittlungen, Verhöre, Spurensuche, etc.. Warum haben Sie im zweiten Fall eher diesen klassischen Stil angewandt – im Gegensatz zu Ihrem Debüt?

Im ersten Teil spielte die normale Ermittlungsarbeit nur eine untergeordnete Rolle. Im zweiten Teil wollte ich diesem Aspekt mehr Raum geben und dabei auch den Druck deutlich machen, unter dem die Ermittler oft stehen. Ich möchte mich nicht auf eine Handlungsstruktur festlegen. Der dritte Teil wird aus meiner Sicht diesbezüglich eine Mischung aus Band 1 und 2.

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Eine meiner Standardfragen, die ich jedem Gesprächspartner stelle, weil ich einfach neugierig bin: Haben Sie ein Notizbuch in das Sie alle möglichen Notizen schreiben, egal zu welcher Tages- und Nachtzeit und haben Sie ein besonderes Ritual während der Arbeit? Brauchen Sie z.B. absolute Ruhe, laute Musik oder vllt. einen besonderen Gegenstand in Ihrer Nähe, ohne den Sie nicht schreiben können?

Das Notizbuch sollte ich eigentlich bei mir haben. In der Regel notiere ich mir Stichworte zu Ideen auf kleine Zettel und übertrage diese dann bei nächster Gelegenheit in unterschiedliche Verzeichnisse auf meinem PC. Ich schreibe lieber nachts, wenn kein Telefon stört, kein Nachbar an der Tür klingelt und die übliche Tagesarbeit beendet ist.

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Meine letzte Frage lautet: Werden wir von Andreas Behm auch ein Werk jenseits des Krimis zu lesen bekommen oder haben Sie sich diesem einen Genre fest zugewandt?

Im Bereich der Romane werde ich mich weiterhin dem Genre Krimi widmen. Nebenbei schreibe ich ab und zu Kurzgeschichten, die nicht immer „kriminell“ sind. Ansonsten halte ich es mit Franz Beckenbauer: Schaun mer mal.

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Herr Behm, ich danke Ihnen dafür, dass Sie sich die Zeit genommen haben meine Fragen so ausführlich zu beantworten. Ich wünsche Ihnen und Ihrem Kommissar für die zukünftigen Fälle alles Gute und viel Erfolg.

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Wer mehr über den Autor Andreas Behm oder den Ermittler Harald Hansen erfahren möchte, braucht nur auf die untenstehenden Links zu klicken:

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Andreas Behm Hompage

Harald Hansen bei Facebook

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Und wer mehr über die beiden Krimis erfahren möchte, die Andreas Behm geschrieben hat, der ist eingeladen sich meine Rezensionen durchzulesen:

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Rezension zu „Die Moral eines Killers“

Rezension zu „Der Lippennäher“

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Das Interview wurde geführt im November 2011.

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© Buchwelten 2011