Ein Killer wie du und ich von Dan Wells – Serienkiller VI

Erschienen als Taschenbuch
im Piper Verlag
331 Seiten
12,99 €
ISBN: 978-3-492-28025-9

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Nur noch drei Verwelkte sind übrig, die John Cleaver beseitigen will. Dieses Mal macht er sich ohne Brooke und FBI auf die Jagd und landet in einem Ort namens Lewisville. Denn dort geschehen seltsame Morde, bei denen die Opfer ertrinken, obwohl absolut kein Wasser in der Nähe ist. John trifft in dem kleinen Ort tatsächlich auf Dämonen und erfährt, dass sich ihre Königin dort aufhält. Bei seinen Ermittlungen kommt er der geheimnisvollen Mörderin immer näher, bis er letzten Endes aber feststellen muss, dass das Offensichtliche nicht immer die Wahrheit ist.

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Hier ist er also nun: Der Abschlussband des Serienkiller-Zyklus von Dan Wells. Ursprünglich als Trilogie geplant, wurde die Geschichte um John Cleaver aufgrund des Erfolges auf das doppelte aufgebläht. Was mit einem eher schwachen vierten Teil begann und sich mit einem bedeutend besseren fünften Band fortsetzte, findet nun in einem finalen sechsten Roman durchaus einen würdigen Abschluss.
Aber der Reihe nach: Zuerst einmal muss erfreulich festgestellt werden, dass der Piper-Verlag der Optik der gesamten Reihe treu geblieben ist und auch den sechsten Teil der Buchserie im sogenannten Rough-Cut publiziert hat. Auch das Cover passt sich sämtlichen Vorgängern an und lässt nun die komplette Reihe in einer optisch sehr ansprechenden Form im Buchregal erstrahlen. Das ist leider bei Reihen nicht immer der Fall.

Nun aber zum Roman: Dan Wells‘ Schreibstil ist auf jeden Fall wandelbar. Das hat er mit „Bluescreen“ bewiesen, der sich von den Serienkiller-Romanen unterscheidet, in dem er einen stiltechnisch anderen Weg geht. Bei „Ein Killer wie du und ich“ benutzt Wells allerdings wieder seinen flüssigen, relativ einfach gehaltenen Stil bei und macht auch diesen Roman zu einem Pageturner, den man locker in ein, zwei Tagen weglesen kann.
Im Gegensatz zum vierten Teil, der für mich persönlich der schlechteste der Reihe ist, führt Wells hier wieder ein Beerdigungsinstitut ein. Der Einstieg erinnert fast ein bisschen an die grandiose HBO-Serie „Six Feet Under“ und als Leser fühlt man sich wieder an die ersten drei Teile im John Cleaver zurück erinnert, wo das Bestattungsunternehmen seiner Familie eine Nebenrolle gespielt hat. Der Kreis schließt sich irgendwie mit dieser Rückführung zu den Anfängen und stellt einen sehr stimmungsvollen Handlungsort dar. Ich empfand diesen Abschlussband daher als sehr atmosphärisch und angenehm. Die Einführung neuer Personen gelang dem Autor absolut gut. Doch Johns alte Wegbegleiter werden erfreulicherweise niemals ganz vergessen, sondern immer wieder erwähnt, was der gesamten Reihe einen sehr glaubwürdigen Charakter verleiht. Im Nachhinein gesehen ergeben alle sechs Romane ein überzeugendes Gesamtbild, so dass man alle Bücher sofort wieder hintereinander lesen möchte, um auch sämtliche Kleinigkeiten zu erfassen.

Dan Wells hat einen faszinierenden Charakter erschaffen, der nicht umsonst großen Anklang bei den Fans fand. Beim Ende werden sich wohl leider die Lager spalten. Ohne etwas zu verraten, kann ich nur sagen, dass sich Dan Wells wirklich große Mühe gemacht hat, einen überraschenden Schlusspunkt zu verfassen. Gelungen ist ihm das auf jeden Fall und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr gefällt mir das Ende doch auf gewisse Art und Weise, wenngleich ich anfangs etwas verwundert über die Entwicklung der Geschichte war. Es ist einfach nur ein schönes, abgeschlossenes und irgendwie doch offenes, Ende geworden, das der Serie zwar gerecht wird, zum Nachdenken anregt, aber dennoch nicht wirklich glaubhaft erscheint. John Cleavers Charakter macht auf nur wenigen Seiten plötzlich eine Veränderung durch, die man ihm nicht wirklich abnimmt. Wie gesagt, Wells wollte mit Sicherheit kein absehbares Finale haben und hat sich aus diesem Grund für diese Entwicklung entschieden, aber er hätte Johns Entscheidung(en) vielleicht mit ein paar Seiten mehr besser und für den Leser nachvollziehbarer erklären sollen, dann wäre es zumindest stimmiger gewesen.
Nichtsdestotrotz verlässt man John Cleavers Dämonenwelt äußerst ungern und wünscht sich nun fast, dass es doch noch weitergeht, obwohl man nach dem vierten Teil dachte, Dan Wells hätte es doch besser bei der geplanten Trilogie belassen. Ich empfand „Ein Killer wie du und ich“ als absolutes, kurzweiliges Lesevergnügen, das ich jederzeit wiederholen könnte und vielleicht im Gesamtpaket auch noch einmal tun werde.

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Fazit: Sehr stimmungsvoller Abschlussband der Serienkiller-Reihe. Das Ende wird allerdings das Lager der Fans spalten.

© 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Du bist noch nicht tot von Dan Wells

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dan wells
Erschienen als
broschierte Ausgabe
im Rough Cut bei
PIPER
352 Seiten
Preis: 12,99 €
ISBN: 978-3-492-26995-7

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Der junge John Wayne Cleaver sieht sich selber als Gefahr und als potentiellen Killer. Bereits dreimal hat er getötet, jedoch waren es keine Menschen, sondern Dämonen, die John in seiner Heimatstadt aufgespürt hat.

Nach dem letzten Vorfall hat das FBI ihn verpfichtet, sie im Kampf gegen die Verwelkten (so heißen die Dämonen dort im Team intern) mit seinem Wissen und seinen Fähigkeiten, sich in einen Killer hineinzudenken, zu unterstützen.

Das Team reist durch die Lande und, wenn sie einen Dämon aufgespürt haben, schlagen sie zu. In dem kleinen Ort, in dem sich die Gruppe um John derzeit aufhällt, schlägt ein brutaler Killer zu. Es scheint sich um einen Kannibalen zu handeln, denn die Toten weisen schrecklicke Bisswunden auf. Als sich der Killer schriftlich an John persönlich wendet, kann er nicht widerstehen. Er will diesen Killer schnappen, am liebsten jedoch auf eigene Faust, denn John ist nicht dafür gemacht, in einem Team zu arbeiten. Er ist und bleibt ein Einzelgänger ….

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Endlich ist er da, der vierte Teil um den mittlerweilen 17-jährigen John Wayne Cleaver. Ich habe mich über diese Nachricht sehr gefreut, denn ich war immer in dem Glauben, dass der Autor hier eine Trilogie liefert, die somit beendet war. Doch nach den zwei Partials-Romanen (Buchwelten hat darüber geschrieben), geht die Geschichte nun doch weiter.

Die Story gefiel mir grundsätzlich ganz gut, auch wenn sie für mich stellenweise durch viele (fremde) Namen der Damönen beinahe etwas wirr war. Allerdings ist die Stimmung nicht mehr die, wie in den ersten drei Roman. Was daran liegen mag, dass alte Charaktere einfach nicht mehr da sind (z.B. Johns Mutter) und die besondere Umgebung mit bestimmten Handlungsorten (das Bestattungsunternehmen, das Johns Mutter gehört hat) ebenso wegfallen. Diese Punkte haben für mich einen großen Teil in diesen Romanen ausgemacht. Jedoch ging es nicht nur mir als Leser so, denn John, der Protagonist empfindet genauso, er fühlt sich selbst auch nicht mehr wohl und das finde ich  dann doch wieder gut 🙂 .

Der Spannungsbogen ist aber gut gespannt, der Sprachstil ganz der alte und kein bisschen schlechter als in den vorherigen John Cleaver Romanen. Ich bin wieder durch die Handlung geflogen und war sehr schnell durch. John hat nach wie vor die gleichen wirren Gedanken, kapselt sich am liebsten ab, zieht sich zurück und erreicht dadurch noch am meisten. Auch wenn er es nie einsehen will, er ist doch einfach ein netter Kerl.

Achtung: Es geht recht heftig zu, die Szenen sind stellenweise wirklich krass, blutig und nicht unbedingt etwas für schwache Nerven.

Die Inhaltsangabe empfinde ich als ein wenig fehlerhaft, denn John kann die Dämonen nicht als einziger „sehen“, in diesem Teil hat er z.B. nicht nur ein Team des FBI um sich herum, er hat auch Hilfe von Brooke, einem Mädchen, welches wir bereits im dritten Roman kennengelernt haben.

Der Verlag präsentiert den Thriller wieder im Rough Cut, der mir optisch besonders gefällt, weil er einfach so ausgefallen ist. Die Reihe macht sich im Regal nebeneinander somit sehr gut.

Ich gehe mal einfach davon aus, dass es mit der Reihe um John Cleaver weitergeht. Auch wenn Dan Wells sich mittlerweile auch anderen Projekten widmet (u.a. den Partials), scheint auch ihm selbst sein Charakter des John mittlerweile ans Herz gewachsen zu sein. Außerdem scheint die Fangemeinde offensichtlich mehr zu wollen, ich denke, dass er es ihr liefert.

Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für den neusten Roman um John Wayne Cleaver. Sicherlich wieder gut und spannend. Es macht Spaß die Story weiterzuverfolgen. Dennoch kommt er nicht mehr ganz an die ersten drei Bände heran, was aber wohl an den fehlenden Figuren und an Besonderheiten liegen mag, die eben die Stimmung für mich ausgemacht haben.

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Ich danke PIPER für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Hier gehts zu meinen anderen Rezensionen der Werke von Dan Wells: —> klick

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© Buchwelten 2014

Aufbruch – Partials 1 von Dan Wells

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PArtials 1

Erschienen als gebundene Ausgabe
bei ivi (Piper)
insgesamt 512 Seiten
Preis: 16,99 €
ISBN: 978-3-492-70277-5
Kategorie: Jugenbuch, Fantasy, Sci-Fi, Dystopie

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Die Partials, seinerzeit von den Menschen erschaffene künstliche Intelligenzen, sollten als perfekte Soldaten den Krieg gewinnen. Das taten sie, doch dann haben sich die Partials aufgelehnt und sich gegen ihre Schöpfer gestellt, denn sie wollten der erlittenen Unterdrückung entkommen.

Die Menschen starben in Massen durch einen Supervirus, nur einige wenige haben den Gau durch Immunität überstanden. Sie leben in einer kleinen Gemeinschaft auf Long Island. Doch die Menschheit ist in Gefahr, denn die etwa 40.000 Überlebenden können sich nicht fortpflanzen. Jedes neugeborene Baby stirbt innerhalb weniger Tage nach seiner Geburt. Der Senat erlässt ein Zukunftsgesetz, nachdem alle Mädchen ab 18 Jahren schwanger werden müssen. Man erhofft sich so, dass auf diese Art endlich ein Kind überlebt und/oder sie einen Impfstoff entwickeln können. Ein Heilmittel muss dringend gefunden werden, denn sonst ist der Untergang der Spezies Mensch absehbar.

Die Partials, Wesen die optisch von den Menschen nicht zu unterscheiden sind, leben nicht weit entfernt. Sie halten sich in Manhattan auf und mittlerweile sind 11 Jahre vergangen, in denen sie die Menschen nicht mehr angegriffen haben.

Kira Walker ist 17 Jahre alt und arbeitet als Praktikantin auf der Entbindungsstation und sie kann es nicht mehr ertragen, täglich die Neugeborenen sterben zu sehen. Sie ist hoch intelligent und zeigt große Kenntnis in der Virologie. Kira will ein Heilmittel finden und dazu nimmt sie jede Gefahr in Kauf. Als sie dem Senat den Vorschlag macht, nach Manhattan zu gehen, um sich einen Partial zu schnappen, stößt sie auf totale Ablehnung. Zu groß ist die Angst vor den übermenschlichen Gegnern. Doch Kira sieht die einzige Möglichkeit, die Menschheit zu retten, genau darin: einen Partial zu untersuchen. Somit begibt sie sich mit einigen Freunden auf den Weg nach Manhattan ….

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Dan Wells, bekanntgeworden durch die Serienkiller Romane um den sympathischen John Cleaver liefert mit „Aufbruch“ den ersten Teil einer Jugendbuch Trilogie.

Seine beiden letzten Werke kamen für mich als Fan an die der John Cleaver Reihe leider nicht mehr heran. Die Handlung zu „Du stirbst zuerst“ ist nicht wirklich in meinem Gedächtnis haften geblieben und „Sa(r)g niemals nie“ war mir persönlich zu sehr Slapstick und Klamauk.

Umso neugieriger war ich natürlich auf Partials 1, der als erster Roman in gebundener Ausgabe (mit Leseband!) bei ivi erscheint und nicht mehr als Rough Cut Paperback, wobei diese Ausgaben optisch sehr gut wirken.

Der Roman umfasst knappe 500 Seiten, die in diesen Fall auch tatsächlich vollgeschrieben sind. Dennoch fliegt es sich nur so durch die spannende, fesselnde und abwechslungsreiche Handlung.

Für mich ist Dan Wells mit diesem ersten Teil der Reihe wieder zurück zu seinen Anfängen gegangen und hat eine Geschichte geschrieben, die mich als Leserin gefangen hat. Die Charaktere sind mir schnell ans Herz gewachsen, die Protagonistin Kira ist eine gleichzeitig mutige, starke, sensible und sehr feinfühlige Figur. Aber auch die Nebenrollen sind gut ausgearbeitet und lebensecht.

Die Partials stellt der Autor keinesfalls als tötende Killermaschinen dar, was die Inhaltsangabe vielleicht vermuten lässt. Dies wertet die Handlung auf und macht sie interessant. Der Spannungsbogen ist straff gespannt, wobei der Leser auch immer wieder Ruhemomente geboten bekommt.

Was die Beschreibung und Erklärungen der medizinischen Begriffe angeht, die innerhalb der Forschungsarbeiten aufkommen, könnte es sein, dass die jugendlichen Leser etwas überfordert sind, wobei Dan Wells die Virentypen und -arten in einfachen Bezeichnungen darstellt.

Auch wenn dieser Roman der erste Teil einer Reihe ist, schließt die Handlung in sich ab, so gut es eben geht. Es gibt aber kein bösartiges, total offenes Ende, dass den Leser quält, der nun zwingend mindestens ein Jahr auf die Fortsetzung warten muss.

Der Covereinband ist komplett in Rottönen gehalten, was wohl die postapokalyptische Atmosphäre unterstreichen soll. Er zeigt die Skyline von Manhattan und ein junges Mädchen, dass offenbar die Protagonistin darstellt. Ich finde die Gestaltung schlicht und ansprechend. Was mich positiv überrascht ist, dass das Cover fast identisch ist, mit dem amerikanischen Originalcover

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für den Auftakt der Partials Trilogie. Endlich wieder ein Roman von Dan Wells, dem ich die volle Punktzahl geben möchte. Eine spannende Geschichte, die gute Charaktere mit einer gelungen Handlung verbindet., geschrieben ein einem leicht lesbaren Schreibstil. Ich habe den Roman schwer zur Seite legen können, weil ich so gefesselt war, wie seinerzeit von den John Cleaver Romanen.

 

Ich danke dem PIPER Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2013