Das Haus der Monster von Danny King

Erschienen als Taschenbuch
im Luzifer Verlag
insgesamt 324 Seiten
Preis: 12,99 €
ISBN: 978-3-95835-183-7
Kategorie: Horror

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In jeder Stadt gibt es wohl einen älteren Einsiedler, der von den jungen Menschen gehänselt wird. Im englischen Thetfort ist es John Coal, dem immer wieder Streiche gespielt werden. Eines Abends lockt er die jungen Übeltäter ins ein Haus und schließt sie in seinen Keller ein. Aber nicht, um ihnen etwas anzutun, sondern um ihnen seine Lebensgeschichte zu erzählen, damit sie wissen, mit wem sie sich angelegt haben.

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„Das Haus der Monster“ ist das erste ins Deutsche übersetzte Buch von Danny King. Luzifer Verlag sei Dank, dass es dieser Roman ins Deutschsprachige geschafft hat, denn es handelt sich hierbei wahrhaftig um ein Kleinod unter den Horrorromanen. Danny King hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der mich des öfteren sogar tatsächlich an alte Klassiker von Robert Louis Stevenson, Bram Stoker oder Jules Verne erinnert hat. Mit einer unglaublich dichten Atmosphäre entführt uns King in verschiedene Lebensabschnitte des Protagonisten, die sich tatsächlich (zumindest die ersten drei der vier Episoden) immer noch steigern. Es macht wirklich unheimlich Spaß, zu lesen, wie sich John Coal mit Monstern aus seiner Vergangenheit herumschlägt.

Die erste Geschichte geht auf die Kindheit und Jugend des Protagonisten ein und beschäftigt sich mit einem Serienkiller á la Jack, the Ripper. Flüssig erzählt King von einer Vater-Sohn-Beziehung und einem generationenübergreifenden Fluch. Die zweite Episode spielt auf hoher See und handelt von einem Werwolf. Alleine der Handlungsort verbreitet eine gewisse Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Und gerade in dieser Story kommt ein Abenteuergefühl auf, das an alte Klassiker der Abenteuerliteratur erinnert. Die dritte Geschichte stellt meiner Meinung nach den absoluten Höhepunkt dieser, in eine Rahmenhandlung geschickt verpackte Storysammlung, dar. Mysteriös und geheimnisvoll, gruselig und atmosphärisch wird von einer unheimlichen Erfahrung des Protagonisten erzählt, die mich an den fantastischen Film „Reeker“ erinnert hat. Mit dieser Erzählung hat sich Danny King absolut in mein Leserherz geschrieben. Mit „Der schwarze Fleck“ hat der Autor dann seine Meßlatte selbst so hoch gesetzt, dass er sie mit der letzten Episode nicht mehr übertrumpfen konnte. 😉
Aber das macht gar nichts, denn auch die Geschichte um ein altes Vampirmädchen kann vollkommen überzeugen und reiht sich letztendlich nahtlos in die Storysammlung ein.

Danny King schreibt nicht nur flüssig, sondern besitzt auch einen sehr angenehmen Humor, der den Leser an vielen Stellen schmunzeln lässt. Was aber nicht heißen soll, dass „Das Haus der Monster“ ein witziges Buch ist. Da geht es schon auch mal zur Sache und es wird Blut verspritzt. Und nicht nur Blut, sondern auch Gedärme.
Im Grunde genommen ist aber das im Original bereits im Jahr 2011 erschienene Buch ein ruhiger Roman, der sich ei wenig in die Ecke der „Coming Of Age“- Romane drängt, obwohl die Hauptperson ein älterer Mann ist. Aber der erzählt nun mal ein paar Jungs seine Geschichten. Ein wenig hat mich das Ganze an Brett McBeans Meisterwerk „Der Schmerz des Erwachens“ erinnert.
„Das Haus der Monster“ ist sehr stimmungsvoll und zieht schon nach den ersten Seiten den Leser (zumindest war das bei mir so) vollkommen in seinen Bann. Man nimmt an den geschilderten Abenteuern durch die bildhafte Sprache hautnah teil und schließt John Coal ins Herz, obwohl er nicht immer sehr nett zu seinen Mitmenschen ist. 😉

Unbedingt erwähnen möchte ich auch die hervorragende Typografie dieses Buches. Im Gegensatz zu manch anderem großen Verlagshaus ist in diesem Buch kein einziger Rechtschreib- oder Grammatikfehler zu entdecken. Ein großes Lob am Lektorat und Korrektorat des Luzifer Verlages. Ich habe selten ein so fehlerfreies Buch gelesen.
Das Coverbild drückt perfekt die Grundstimmung des Romans aus. Man fühlt sich während des Lesens immer wieder mal versucht, sich das Bild nochmals anzuschauen. Es passt absolut zu der Story und man sieht sich selbst förmlich im Keller dieses Hauses sitzen und den Erzählungen John Coals lauschen.
Für mich ist Danny King und „Das Haus der Monster“ eine tolle Neuentdeckung und deswegen hoffe ich, dass uns der Luzifer Verlag noch weitere Werke dieses Autors beschert. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen, denn in mir hat Danny King einen neuen Fan gefunden.

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Fazit: Atmosphärische, teils heftige, teils ruhige Gruselgeschichten, die sich enorm flüssig lesen lassen. Für mich ein Buch mit Pageturnergarantie, das mich oftmals an zeitlose Abenteuerklassiker der Literatur erinnert hat.

© 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Grauer Teufel von Graham Masterton

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Erschienen als Taschenbuch
bei Festa-Verlag
insgesamt 416 Seiten
Preis: € 13,95
ISBN: 978-3-86552-409-6
Kategorie: Horror

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Ein unsichtbarer Killer geht in der Stadt um und hält die Polizei in Atem. Decker Martin nimmt die Ermittlungen auf und findet Spuren, die in die Vergangenheit führen. Die Opfer scheinen eine Verbindung zu den Wirren des Bürgerkrieges vor 150 Jahren zu haben und Martin entdeckt bald, dass auch eine afrikanische Religion eine Rolle zu spielen scheint, ebenso wie seine eigene Person …

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Graham Masterton schreibt qualitativ unterschiedliche Romane. „Grauer Teufel“ gehört wieder zu jenen, die mich literarisch zwar nur bedingt überzeugen, aber dafür ziemlich grandios unterhalten haben. Mastertons Mystery-Krimi erinnerte mich in den ersten beiden Dritteln stark an die harten Thriller von Michael Slade (ebenfalls im Festa-Verlag erschienen). Der Hauptprotagonist ist sympathisch und man begleitet ihn gerne bei seinen Ermittlungen. Die anfangs unheimlichen Szenen mit dem unsichtbaren Killer waren sehr spannend und gruselig beschrieben. Das hat mir ausnehmend gut gefallen. Dass sich die Handlung dann aber eher in religiöse Kreise beziehungsweise Woodoo-Rituale begeben hat, war meiner Meinung nach ein nicht so guter Schachzug. Aber na gut, da sind die Geschmäcker einfach verschieden. Mir hätte es besser gefallen, wenn es mehr bei Mystery und Horror geblieben wäre.
Aber nichtsdestotrotz hat Masterton eine sehr spannende Geschichte abgeliefert, die erst gegen Ende hin immer umgangssprachlicher und daher unglaubwürdiger wirkt.

Recherchetechnisch hat sich der Autor ins Zeig gelegt, das merkt man. Auch wenn er sich einige Freiheiten erlaubt hat, wird die dargestellte religiöse Szene sehr glaubhaft geschildert. Das Fortschreiten der Ermittlungen bis hin zu der Erkenntnis, dass der Protagonist selbst in die Sache verwickelt ist, ging sehr geschickt und unterhaltsam vonstatten. „Grauer Teufel“ geht zwar anfangs in die Richtung des „alten Masterton“, entwickelt sich aber dann doch eher wieder zu einer Story, die vom „neuen Masterton“ stammt. Seine ersten Bücher waren eher Old School Horror von der unheimlichen Sorte, mittlerweile benutzt Masterton immer mehr Thriller- und Krimi-Elemente.

Graham Masterton erzählt seinen Horror-Krimi schnörkellos und ohne große Ansprüche, dafür versteht er es, den Leser sofort in seinen Bann zu ziehen. Wenn man einmal von den am Ende leider zu oft eingestreuten umgangssprachlichen Patzern absieht, legt „Englands Großmeister der Angst“ und der, laut San Francisco Chronicle, „würdige Erbe Edgar Allan Poes“ einen soliden Roman vor, der auf ganzer Linie unterhält und sorgfältig recherchiert wurde. Manchmal blutig und manchmal witzig: Diese Mischung funktioniert die meiste Zeit und sorgt für Abwechslung. Der Charakter Decker Martin wäre es durchaus wert, noch einmal in einem Roman von Graham Masterton aufzutreten.

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Fazit: Spannender Thriller mit Mystery-Elementen. Solider Roman mit historischem Hintergrund, der gegen Ende hin leider etwas nachlässt.

© 2015 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Boy Nobody von Allen Zadoff

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Erschienen als gebundene Ausgabe
im Bloomoom Verlag
insgesamt 336 Seiten
Preis: 16,99 €
ISBN: 978-3-8458-0005-9
Kategorie: Jugendbuch

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Ein Teenager, 16 Jahre alt, genannt Boy Nobody, ist ein Soldat, zumindest nennt er sich selbst so. Das macht es für ihn einfacher. Im Alter von 12 Jahren haben sie ihn in ihr „Programm“ aufgenommen. Ihm blieb keine andere Wahl. Doch, der Tod. Nach einer intensiven Ausbildung ist er einer der besten. Er erledigt seine Aufträge sicher, fehlerfrei, schnell und unauffällig.

Er erschleicht sich das Vertrauen einer Person, meist aus dem Umfeld der Zielperson, dann räumt er das Objekt aus dem Weg. Ohne Spuren zu hinterlassen. Und schon ist er auch wieder weg. Vom „Programm“ in eine andere Stadt geschleust, mit einer neuen Identität ausgestattet, wartet er auf den nächsten Auftrag, den er von seinem „Vater“ oder der „Mutter“ über ein hochverschlüsseltes Smartphone als Eltern-Sohn-Sms getarnt oder per Email erhält.

Doch dieser Auftrag ist anders, kompliziert. Boy Nobody bekommt nur ein extrem knappes Zeitfenster gesteckt. 5 Tage. 5 Tage in denen er als neuer Schüler auftauchen, sich dem Zielobjekt nähern und es eliminieren muss. Normalerweise stehen im mehrere Wochen oder Monate zur Verfügung. 

Als sich die erste Möglichkeit zur Ausführung des Auftrages egibt, zögert er. Ein Fehler, was passiert mit ihm? Er zögert nie, zeigt keine Gefühle, doch nun … beginnt er sich zu verlieben ….

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Ich hatte das Buch in einer Zeit von 4,5 Lesestunden durch. Das lag wohl vor allem an den wirklich kurzen Kapiteln (mal 2,5, dann mal 4 oder mehr aber teilweise auch nur 1,5 Buchseiten), an der relativ großen Schrift und den recht luftig bedruckten Seiten.

Der Autor schreibt aus der Ich-Perspektive in der Vergangenheit. Mit diesem Schreibstil kam ich gut zurecht. Nicht so gut kam ich mit den sehr kurzen, knappen Sätzen klar. Das las sich für mich alles so zackig und teilweise zu abgehackt. Da der Protagonist sehr viel allein unterwegs ist oder nachdenkt, sind diese Szenen alle in dieser Art geschrieben. Als nach und nach mehr Gespräche und somit wörtliche Reden in die Handlung einflossen, habe ich mich wohler gefühlt, denn hier waren die Sätze (Gespräche) dann „normaler“, ausführlicher formuliert.

Ansonsten hat mir das Buch gut gefallen. Die Handlung war fesselnd, die Idee gefällt mir gut. Der Autor hat viel der modernen, technischen Finessen der heutigen Zeit verbaut. Z.B. verschlüsselte Apps auf I-Phones, versteckte Infos in gefakten Facebook-Profilen oder einfachen SMS, die aber völlig andere Inhalte bieten, als sie den Anschein haben.

Boy Nobody ist ein netter Kerl, der sehr nachdenklich ist und versucht die Hintergründe seiner Situation zu erforschen. Er ist bei weitem nicht so kalt wie er tut, dies ist seine Überlebenschance, hat er doch alles verloren, was ihm lieb und wichtig war.

Die Handlung liest sich teilweise wie ein High-School Roman, dann wieder wie ein knallharter Thriller, der auch politische Themen beinhaltet. Hier schreckt der Autor dann auch nicht vor heftigen Kampfszenen zurück, die er ausführlich beschreibt. Aber auch Themen wie Mobbing an der Schule und Zivilcourage werden behandelt, ebenso die verwirrenden Momente einer beginnenden ersten Liebe.

Das Buch wird vom Verlag in einer gebundenen Ausgabe präsentiert, die ein ansprechendes Cover umhüllt. Dunkle Farben, ein Fadenkreuz (okay, Thema verfehlt, Boy Nobody benutzt keine Waffen!) und im Hintergrund ist eine vage Skyline erkennbar. Aber auch unter dem Schutzumschlag kann sich das Buch sehen lassen. Knallrote Buchdeckel, der Rücken ist farbig bedruckt.

Der Roman ist ein erster Teil, in der hinteren Schutzklappe ist zu lesen, dass der Autor bereits an Teil 2 arbeitet. Wieviele Teile es insgesamt werden sollen, weiß ich aber noch nicht.

Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für ein Jugendbuch mit Thriller Niveau, dass sich sehr flott und auch spannend liest. Der Autor verbindet viele Elemente in seiner Handlung, die mir gefallen haben. Ich persönlich konnte mich jedoch mit dem kurzen, knappen Schreibstil in den Erzählphasen nicht so wirklich anfreunden. Ich mag die Sätze lieber länger, verschachtelter und ausführlicher. Aber das ist bekanntlich alles Geschmackssache 🙂

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Ich danke Amazon für die Bereitstellun des Rezensionsexemplars..

© Buchwelten 2013

Die Mutter von Brett McBean

Erschienen als Taschenbuch
bei FESTA
insgesamt 368 Seiten
Preis: 13,95 €
ISBN: 978-3-86552-093-7
Kategorie: Psycho-Thriller, Horror

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Monatelang steht „Die Mutter“ am Rand des australischen Highways, der Sydney und Melbourne verbindet. Sie ist auf der Suche nach dem Mörder ihrer Tochter Rebecca, die auf dem Weg zu ihrem Vater war und nie dort ankam.

Ein letzter Anruf vom Handy gibt der „Mutter“ den einzigen Hinweis, der auf den Mörder hindeuten könnte: Auf dem linken Arm trägt er ein Tattoo mit dem Schriftzug „Stirb Mutter“.

Die Mutter“ gibt alles auf (ihren Job, ihre Wohnung – ja fast schon ihr Leben) und macht sich auf die Suche nach dem Mann, der das Leben ihrer Tochter auf dem Gewissen hat.

Ihre Odyssee dauert Jahre.

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Die Mutter“ von Brett McBean aus dem Hause FESTA ist ein Psycho-Thriller, der atmosphärisch dicht eine Geschichte erzählt, die nachdenklich macht. Zum einen ist da die zur Obsession gewordene Jagd nach einem Mörder, zum anderen begegnet uns im Laufe des Romans eine Vielzahl an menschlichen Schicksalen.

McBeans Schreibstil ist gehoben, wenngleich immer wieder mal Umgangssprachliches fällt, das aber in jenen Momenten hervorragend zur Handlung und den Charakteren passt. Die Odyssee durch Australien macht Spaß, sofern man von den teils unschönen Dingen, die da passieren, einmal absieht. Für mich war »Die Mutter« sogar noch etwas Besonderes, weil ich den Highway vor einigen Jahren selbst entlanggefahren bin.

Die Menschen, die wir zusammen mit der Protagonistin kennenlernen, sind mal sympathisch, mal verachtungswürdig und undurchschaubar. Die Reise wird von Kapitel zu Kapitel interessanter, bis man mitzufiebern beginnt. An manchen Stellen ertappte ich mich selbst dabei, wie ich überlegte, ob sich der Gesuchte hinter dem freundlichen Trucker verbirgt, der die »Mutter« gerade mitnimmt.

Die körperliche und sexuelle Gewalt, die McBean in seinem Buch beschreibt, stört keinesfalls, denn sie passt zu der Szenerie, in der sich die Handlung abspielt.

»Die Mutter« ist ein, in meinen Augen, außergewöhnlicher Thriller. Hier geht es zwar auch um das Aufspüren eines Mörders, jedoch ist die Geschichte gespickt mit Schicksalen und der unerschütterlichen Liebe einer Mutter, die den Mord an ihrer Tochter retten will.

Das Ende hat mir persönlich sehr gut gefallen, wobei ich den Verdacht hege, dass der ein oder andere Leser enttäuscht davon ist. Ich fand ihn passend.

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Fazit: 4 von 5 Sternen für einen außergewöhnlichen Thriller, der brutal und gefühlvoll gleichzeitig ist. McBeans Schreibstil ist spannend und flüssig. »Hitcher – Der Highwaykiller« mit Rutger Hauer lässt grüßen, dennoch ist »Die Mutter« ein vollkommen eigenständiges Werk, das mich von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann gezogen hat.

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© Cryptanus für Buchwelten 2013

Der Spion ohne Vaterland von Andreas Behm – Harald Hansens 3. Fall (5/5)

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Der Spion ohne Vaterland Erschienen als Taschenbuch
im ACABUS Verlag
356 Seiten
Preis: 13,90 €
ISBN: 978-3-86282-195-2

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Hauptkommissar Harald Hansen steht kurz vor seiner Pensionierung. In knappen zwei Wochen ist die jahrelange, harte Ermittlerarbeit Geschichte und er steckt bereits mitten in den Vorbereitungen für sein neues Leben. Hansen hat seinen Resturlaub genommen und befindet sich in den Umzugsvorbereitungen.

Der Kommissar wird mit seiner Lebensgefährtin Nadja und deren 8-jähriger Tochter zusammenziehen. Nadja hat Hansen während seines ersten Falls als Zeugin kennen und lieben gelernt. Solange er aber noch aktiv im Dienst tätig ist, hatten Nadja und er die Abmachung, dass er seine eigene Wohnung behält. Denn Harald Hansen ist ein eigenwilliger Kerl, der während laufender Ermittlungen einen Rückzugsort braucht, um in Ruhe denken zu können. Nun sind die Umzugskisten gepackt, Nadja wohnt bereits in der neuen Wohnung, Hansen hat sich sogar ein Familienauto zugelegt und im Großen und Ganzen freut er sich auf die nahe Zukunft.

Natürlich kommt es anders als der der stoffelige, grummlige Kommissar sich das vorgestellt hatte. Zunächst wird ein alter Mann in einer noblen Hamburger Wohngegend ermordet aufgefunden. Im Vorfeld wurde er über mehrere Stunden brutal gefoltert. Fest steht, dass der ältere Herr am gleichen Abend einen Besucher in der Wohnung hatte, doch wer dieser Mann war, muss noch herausgefunden werden.

Als dann genau dieser Mann als wichtiger Zeuge auftaucht und ein Treffen an einem unauffälligen Ort in Hamburg mit der Polizei arrangiert wird, gibt es ein Unglück. Es kommt bei diesem Treffen zu einer Schießerei im Stadtpark, bei dem ein offensichtliches Killerpärchen eine Person tötet, was alles verändert.

Umgehend erhält Hansen einen Anruf von seinem Vorgesetzen Thorwald und wird reaktiviert. Er soll in diesem Fall ermitteln, was sein Team trotz der schlimmen Ereignisse mit Wohlwollen aufnimmt. Vera Becker und auch Thomas Bernstein, die beiden Ermittler aus Hansens engstem Team, haben im Laufe der Zeit ein inniges Verhältnis zu dem Kommissar aufgebaut und ihn in einen fast umgänglichen Menschen „verwandelt“.

So schnell kann es gehen. „Dirty Harry“ ist wieder im Revier und nun gilt es mittlerweile zwei Morde aufzuklären …

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Dies ist der dritte – und wohl auch letzte – Fall des Kommissars Harald Hansen. Mir ist der Ermittler mit seiner grummeligen, stoffeligen aber im inneren dennoch herzensguten Art direkt ans Herz gewachsen. Er übergeht während seiner Arbeit auch gerne einmal die ein oder andere Vorschrift, doch es dient ja immer der guten Sache.

Alte Bekannte aus den beiden ersten Fällen sind wieder an seiner Seite, Vera Becker, die weibliche „Harry“ genauso wie der Homosexuelle – und voll akzeptierte – Thomas Bernstein.

Ich habe sofort in die Handlung hineingefunden, der Aufbau des Krimis war dieses mal auch wieder der klassische, doch dennoch gefiel er mir wieder besser als der zweite Teil. Die Hintergründe sind sehr verwickelt, reichen weit in die Vergangenheit in die Zeit des geteilten Deutschlands.

Hier hat Andreas Behm offensichtlich sehr gut recherchiert, es liest sich alles sehr stimmig und scheint geschichtlich belegt. Die vielen Abkürzungen aus der Zeit der DDR sind glücklicherweise im Anhang ausführlich aufgeschlüsselt, sodass man immer nachschlagen kann.

Die Ermittlungsmethoden und die teilweisen verdeckten Einsätze waren typisch Harald Hansen und auch (oder erst Recht) so kurz vor der Pensionierung lässt sich der Kommissar von Vorgesetzten und Dienstvorschriften nicht wirklich abschrecken.

Ich mag eigentlich keine Spionagegeschichten, doch die Geschichte Deutschlands und hier vor allem die Zeit der Teilung interessieren mich sehr. Dies wurde behandelt, jedoch nicht politisch und trocken, sondern spannend und fesselnd.

Auch die ruhigen und privaten Momente kommen nicht zu kurz. Oft haben wir Teil wenn Harald Hansen, mittlerweile als Familienmensch, zur Ruhe kommt, er sich mit Nadja unterhält, Pflichten wie einkaufen oder das Kind aus der Schule holen, übernimmt. Die Zwischenmenschlichkeit ist innerhalb der drei Bände stetig mehr geworden, was den Charakter des Protagonisten positiv aufwertet.

Gegen Ende gab es zwei sehr rührende Szenen. In einer kommt Hansen nach einem missglückten Einsatz nach Hause Er trifft seine Lebensgefährtin Nadja im Bad unter der Dusche an. Angezogen steigt er zu ihr in die Dusche, stellt sich vor sie und sie nimmt ihn stumm in den Arm. Sie drücken sich einfach und das Wasser rauscht über sie. Diese kleine Szene fand ich sehr intim, traurig und still-schön. Das hat mir einen kleinen Kloß im Hals verursacht.

Die zweite rührende Szene werde ich nicht näher erläutern, weil sie irgendwie mit dem Fall zu tun hat, wenn auch eigentlich nicht ….

Der Verlag präsentiert den Roman wieder als Taschenbuch und hat diesmal ein Cover gewählt, dass mir persönlich besser gefällt als das weiße des zweiten Teils. Es zeigt ein kahles Verhörzimmer mit lediglich einem Holzstuhl.
Und obwohl dieser 3. Fall der längste ist und somit dicker als die zwei ersten Krimis, hat der Verlag den Preis von 13,90 € beibehalten.

Zum Abschluss noch einmal der Hinweis, dass die Reihe zwar „Hamburg – deine Morde“ heißt, auf das Verständnis für den Leser aber keinen Einfluss hat. Ich war nur einmal kurz in Hamburg, verstehe daher auch die kleinen Anspielungen auf bekannte Orte oder Straßen nicht, wie es die Leser tun, die dort wohnen. Das tut der Handlung aber keinen Abbruch.

Ich finde die Bezeichnung „Regionalkrimi“ sowieso unsinnig. Also, Krimi Fans sollte es egal sein, wo die Handlung spielt. Bei einem Film interessiert es uns doch auch nicht, ob sich die Protagonisten in London, München oder New York aufhalten.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für einen guten dritten und letzten Teil um einen eigenwilligen Ermittler, der seinen eigenen Weg geht und sich nicht um Vorschriften oder Vorgesetzte schert. Eine interessante und gut aufgebaute Handlung, die spannend erzählt ist und einen Einblick in die Vergangenheit Deutschlands gibt. Mich persönlich würde es ja freuen, wenn es noch einen weiteren Teil um Harald Hansen gibt, auch wenn er nun schon 62 ist und zu viele Zigaretten raucht :-).

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Ich danke dem Acabus Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2012

Andreas Behm – Die Moral eines Killers (5/5) – Teil I der Trilogie um Harald Hansen

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Erschienen als
Taschenbuch im
ACABUS Verlag
324 Seiten
Preis: 13,90 €
ISBN: 978-3-86282-051-1

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In Hamburg wird ein bekannter Schönheitschirurg ermordet. Präzise, schnell, ohne Spuren, durch einen gezielten Schuss. Kommissar der Mordkommission Harald Hansen wird auf den Fall angesetzt. Als er den Tatort besichtigt, ist er sich ziemlich schnell sicher, den Mörder zu kennen. Er ist überzeugt, dass der Mörder ein Profikiller ist, dem er schon lange auf der Spur ist.

Dummerweise bekommt Hansen einen neuen, jungen Kollegen an seine Seite gestellt, der ihn unterstützen soll. Das passt „Harry“ (er hasst es bei seinem richtigen Namen genannt zu werden!) absolut gar nicht.
Erstens kann Hansen Veränderungen in seinem beruflichen Umfeld schon gar nicht leiden und zweitens muss er nun in seiner Arbeit ziemlich aufpassen. Denn um dem Mörder auf die Schliche zu kommen hat er vor, Methoden zu benutzen, die nicht unbedingt den Dienstvorschriften entsprechen.

Hansen geht dennoch seinen Weg, absolut ungewöhnlich, teilweise steht er selber mit einem Bein im Knast und mit dem anderen im Leichenschauhaus…..

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Andreas Behm sagte mir gar nichts, Werke aus dem ACABUS Verlag sehr wohl. Und da ich gerne Krimis lese, war ich natürlich interessiert. Der Klappentext hat mich auch neugierig gemacht, denn der klang doch bereits nach einem verqueren Ermittler-Charakter.

Das allererste was mir an dem Erscheinungsbild des Taschenbuchs auffiel war: Der Klappentext ist im Blocksatz geschrieben. Da ich das bei ACABUS öfters schon bemängelt oder negativ angemerkt habe, hat mich das doch gefreut. Sogleich sieht der Buchdeckel ordentlich und aufgeräumt auf.
Ansonsten ist das Cover in seinen drei Farben eher dezent gehalten. Was mir die Marionette und die Schachfigur auf dem Cover  genau sagen wollen, weiss ich nicht. Ich habe so auf Anhieb keinen Zusammenhang zur Handlung gefunden. Macht aber auch nichts, es sieht ja gut aus.

Der Ermittler Hansen ist eigentlich ein absolut unsympathischer Mensch: Stoffelig, motzig, eigenbrötlerisch, knurrig. Läuft in abgewetzten Jeans und gammeliger Lederjacke herum. Hat einen eher ungepflegten grauen Haarschopf und einen dauerhaften 6-Tage Bart. Er raucht, trinkt, hat eine schlampige Wohnung … wie gesagt, eigentlich alles eher negative Eigenschaften. Dennoch ist er ein Kerl, der mir sofort sympathisch war.
Nicht nur mir, auch sein neuer Kollege Bernstein versteht es schnell hinter diese raue, schmuddelige Schale zu blicken. Wie beschreibt der seinen neuen Vorgesetzten selber: Er ist wie er ist und er ist nicht unfreundlich, er mag einfach keine Veränderungen, Zeitverschwendung, ist aber ein alter, erfahrener Hase in der Ermittlungsarbeit, der seinen Weg geht, weil er damit erfolgreich ist. Hansen lebt für die Polizei. Es ist seine Bestimmung, seine Erfüllung.

Die Art und Weise wie Behm an die Handlung herangeht ist schon sehr aussergewöhnlich. Denn der Mord an dem Schönheitschirurgen interessiert etwa nach dem ersten Kapitel nicht mehr wirklich. Weder den Leser, noch die Ermittler. Die Handlung verlagert sich in eine andere Richtung, die natürlich mit dem Mordfall zu tun hat aber dennoch …

Die Geschichte entwickelt sich in eine andere, brisante und hoch spannende Richtung. Ich habe noch nie in einem Krimi gelesen, dass der Ermittler innerhalb der ersten 100 Seiten auf den Killer zu spaziert, sich beim Essen an seinen Tisch setzt und im einfach eine Menge Tatsachen und Indizien an den Kopf wirft. Das hat mich sehr schmunzeln lassen aber dem Mörder glatt die Schweißperlen auf die Stirn getrieben. Wie Hansen es dann gelingt, den Spieß umzudrehen und den Lauf der Dinge in die Richtung zu lenken die er sich vorstellt, hat mir großen Spass gemacht.

Der Autor hat es geschafft die Charaktere sehr lebensecht zu beschreiben, sie greifbar gemacht. Den Ermittler natürlich, aber auch den Killer (Die Moral eines Killers…!) und die vielen, sehr guten, Nebenfiguren.
Ich hatte große Schwierigkeiten Lesepausen einzulegen, denn ich war so gefesselt, dass ich immer unbedingt wissen wollte wie es weitergeht.

Das Ende des Romans war für mich nicht absehbar, hier hat Behm zum Schluß hin noch einmal schöne Feinheiten verbaut, die mich überrascht – teilweise geschockt (!) – haben.

Innerhalb der ganzen Gewalt, Drohungen, Fluchten, Verfolgungen, Ermittlungen gibt es auch sehr viel persönliches und gefühlvolles der Protagonisten zu erleben. Sei es Hansen selber, oder auch der neue Kollege Bernstein und auch … mehr verrate ich nicht.

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Mein Fazit: Ich vergebe für den ersten Teil der Harald Hansen Trilogie 5 von 5 Punkten. Ein Krimi der einmal ganz anders aufgebaut ist und mir absolutes Lesevergnügen bereitet hat.

Ich war tatsächlich traurig als die Geschichte zu Ende war aber ich habe das Glück gleich beim zweiten Teil „Der Lippennäher“ weiterzumachen. Ich kann diesen Krimi gut und gerne uneingeschränkt empfehlen und es ist völlig egal ob er in Hamburg oder Hintertupfingen spielt. Ich lebe in NRW und habe die Lektüre genossen 🙂

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Ich danke dem ACABUS Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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Wer etwas mehr über den Autor Andeas Behm erfahren möchte. Hier geht es  zur offiziellen —–> Homepage

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© Buchwelten 2011