Ein plötzlicher Todesfall von J.K. Rowling

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9783551588883

Erschienen als gebundene Ausgabe
im Carlsen Verlag (der von Harry Potter 🙂 )
576 Seiten
24,90 €
ISBN: 978-3-551-58888-3
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Am Abend seines Hochzeitstages stirbt das Gemeinderatsmitglied Barry Fairbrother der Kleinstadt Pagford mit Anfang 40 plötzlich an einem Hirnschlag. Die Bewohner des schmucken Örtchens sind geschockt. Auch wenn Barry im Gemeinderat einige Gegner hatte, so war er doch ein beliebter Mann, der eine Frau, Kinder und einige gute Freunde voller Trauer zurücklässt.

Für die Kleinstadt ist ein solches Ereignis natürlich etwas, dass für einige Aufregung sorgt. Es wird geredet, spekuliert, sich an seinem Tod ergötzt. Aber das Ableben von Barry Fairbrother bewirkt noch mehr: Ein Krieg um den freigewordenen Platz im Gemeinderat bricht aus. Gleich drei potentielle Nachfolger stellen sich zur Wahl, wovon zwei Barrys Einstellung vertreten: Nämlich dafür Sorge zu tragen, dass der „Armenstadteil“ Fields weiterhin zu Pagford gehört, um z.B. den Kindern aus sozial schwächeren Familien eine Schulbildung in der örtlichen Grundschule zu ermöglichen. Barry Fairbrother stammte selbst aus Fields und hatte es geschafft, ein ganz Großer zu werden.

Doch natürlich will der Großteil des so hübschen, ordentlichen, ehrlichen und sauberen Pagford eben nicht, dass Fields weiterhin zu ihnen gehört. Sie wollen genau das Gegenteil. Fields soll der Stadt zugeordnet werden. Problem beseitigt! Barry Fairbrother ist ja leider plötzlich verstorben, somit sollte dies machbar sein. Doch da hat der Gemeinderat die Pläne ohne ihre Bewohner gemacht. Denn man kann den Menschen bekanntlich nur vor den Kopf schauen, was sie wirklich tun oder denken, dass bekommt man eventuell doch gar nicht mit ….

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Zunächst einmal, ich bin ein großer Fan der Potter-Reihe, wobei ich hier schon fand, dass die J.K. Rowling von Band zu Band gewachsen ist und man die letzten Romane mit den ersten zwei, drei Teilen, den Schreibstil betreffend, überhaupt nicht vergleichen kann.

Von daher war ich natürlich sehr neugierig auf ihren ersten „Erwachsenenroman“. Also, ein Krimi ist dieser Roman definitiv nicht (sollte der ein der andere Leser auf Grund des Titels damit rechnen). Eigentlich ist dies ein Roman in dem so gar nichts passiert und doch so viel! Rowling hat hier einen sozialkritischen Gesellschaftsroman geliefert, der das Leben in einer offensichtlichen Kleinstadtidylle beschreibt. Die unterschiedlichsten Menschen leben dort: Reiche Gemeinderäte mit ihren Ehefrauen, für die der tägliche Klatsch und Tratsch der einzige Lebensinhalt ist. Psychotische Schulleiter und Beratungslehrerinnen. Eine Sozialarbeiterin, die der Liebe wegen in Pagford gelandet ist und in ihrer Arbeit versucht, eine verwahrloste Familie zu retten, zu Hause jedoch mit ihrer pubertierenden Tochter zu kämpfen hat. Eine indische Ärztin, die es auf Grund ihrer Herkunft schon nicht leicht hat und deren Tochter extremst gemobbt wird. Diese kurzen Personenbeschreibungen zeigen auf, was für unterschiedliche Menschen in diesem Roman zu Hause sind. Und Rowling hat sie, alle wie sie da sind, so lebensecht und greifbar dargestellt, dass ich mich als Leserin wirklich in Pagford befand. Sie hat die unterschiedlichsten Probleme in sämtlichen Alters- und Sozialschichten beschrieben, sie miteinander verknüpft und sich Lebenswege kreuzen lassen.

Neid, Hass, Ängste, Aggressionen, Langeweile, Mobbing, Drogensucht, vernachlässigte Kinder, Macht, Gier und Gewalt an Kindern. Dies sind nur einige Themen, die die Autorin in ihrer Kleinstadtidylle behandelt hat. Und das sehr, sehr gut. Der Schreibstil ist absolut gehoben und auch wenn es viele verschiedene Personen gibt, so behält man doch den Überblick. Unverhofftes trifft auf Vorhersehbares. Lustige Momente lösen traurige und erschreckende ab. Ein wunderbar gelungener Mix wird hier geboten. Für mich ist der Roman eine Mischung aus John Irving und dem Stephen King aus „Joyland“ oder „Der Anschlag“. Besser kann ich es nicht beschreiben.

Ich habe mich jedesmal gefreut, wieder nach Pagford und den dort lebenden Figuren zurückzukehren und ich war ganz und gar nicht erfreut, als der Roman zu Ende war. Ich mochte die Personen gar nicht verlassen, wäre gerne noch ein wenig länger in ihrer Mitte geblieben.

Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für diesen Roman, der bei vielen gefloppt haben mag, bei mir defintiv nicht. Ich habe mich in dieser Geschichte sehr wohl gefühlt und gelernt, dass J.K. Rowling viel mehr ist, als die Schöpferin von Harry Potter und seiner Welt. Ich freue mich auf weitere Werke von ihr.

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© Buchwelten 2014

Voodoo von Nick Stone

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Erschienen als Taschenbuch
im Goldmann Verlag
insgesamt 608 Seiten
Preis: 9,95  €
ISBN: 978-3-442-46336-7
Kategorie:  Thriller

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Max Mingus hat seinen Polizeijob bereits vor Jahren aufgegeben. Er hat danach als sehr erfolgreicher Privatermittler gearbeitet. Seine Erfolgsquote war phänomenal. Doch dann hat Max etwas getan, dass ihn für einige Jahre ins Gefängnis gebracht hat. Während er dort einsaß hat er das wichtigste in seinem Leben verloren. Seine Frau Sandra starb bei einem Autounfall, alle Pläne für nach seiner Entlassung waren dahin. Die Liebe seines Lebens … fort.

Bereits während der letzten Zeit im Gefängnis versucht ein haitianischer Milliardär namens Allain Carver Max für einen Auftrag zu gewinnen. Er schreibt regelmäßig Briefe ins Gefängnis, die Max ignoriert. Carver ruft ihn an, Max legt sofort auf. Doch der reiche Ausländer gibt nicht auf.

Als Max nach seiner Entlassung zunächst in ein Hotel geht, weil er es nicht ertragen kann, schon nach Hause zu gehen, wo nichts außer Erinnerungen auf ihn wartet, erhält er erneut einen Anruf von Allain Carver. Und diesesmal hört Max ihn an. Carver erzählt im, dass sein 2-jähriger Sohn Charlie vor zwei Jahren verschwand. Er bietet Max Mingus eine Unsumme an Dollars an, wenn er den Auftrag übernimmt, seinen Sohn aufzuspüren.

Nach einiger Bedenkzeit nimmt Max Mingus den Auftrag an. In erster Linie nicht wegen des Geldes, eher um eine Aufgabe zu haben. Die Sache hat jedoch einen Haken: bereits zwei Ermittler vor Max haben versucht, den Jungen zu finden. Der eine ist spurlos verschwunden, der andere lebt zwar noch, ist aber nicht mehr ganz er selbst. Trotzdem fliegt Max Mingus nach Haiti, einem Land, in dem es Voodoo und schwarze Magie gibt und wo die Legende des Ton Ton Clarinette umgeht: seit etwa 200 Jahren soll er Kinder stehlen.

Auf Haiti angekommen, lernt Max den Patriarchen des Carver Imperiums kennen. Gustav Carver, ein Mann mit einer sehr starken, dominanten Ausstrahlung, vor der selbst der Sohn Allain klein wirkt. Max bekommt das Gästehaus der Carvers für seinen Aufenthalt zur Verfügung gestellt und beginnt seine Suche nach dem verschwundenen kleinen Erben des Carver Imperiums. Dabei stößt Max auf viele dunkle, verzwickte Geheimnisse, begibt sich in Gefahrensituationen, lässt sich jedoch durch nichts abschrecken. Was hat er schon zu verlieren ….

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Der Roman wurde mich von einer Kollegin empfohlen, die selbst gerne Thriller liest. Sie sagte mir, dass ich das Buch unbedingt lesen soll, weil es mir garantiert gefalle.

Ich war mehr als positiv überrascht, auch wenn mich ihre Informationen zum Buch schon angesprochen haben und der Klappentext mich danach noch neugieriger gemacht hat. Dennoch hatte ich so eine gute, sehr geschickt ausgeklügelte Geschichte nicht erwartet.

Fange ich mit dem Protagonisten Max Mingus an: ein Ex-Bulle, total normal, traurig über den Verlust seiner Frau, kein Macho, kein Draufgänger, kein Witzereisser, kein arroganter und geschniegelter Kerl, sondern einfach nur ein stinknormaler Typ, der früher hervorragende Arbeit geleistet hat, bis er den letzten Fall etwas zu „emotional“ zu Ende gebracht hat. Er war mir von Anfang an sympathisch.

Die weiteren Figuren der Handlung sind ebenfalls sehr gut ausgearbeitet. Ich kann nicht auf einzelne Personen eingehen, ohne zu viel von der Handlung zu verraten. Jedoch sind die Entwicklungen der jeweiligen Charaktere gut umgesetzt und für den Leser sind einige Überraschungen vorhanden. Eine Szene, grausam und brutal geschrieben, ist so gut erklärt, dass sie für mich als Leserin absolut nachvollziehbar war. Hier hat der Autor dem Charakter wirklich gute Worte in den Mund gelegt.

Der Schreibstil ist nicht sonderlich gehoben, jedoch sehr bildhaft und die Sprache ist nicht zu umgangssprachlich. Der Autor schafft es innerhalb der gesamten Handlung eine besondere ruhige, angenehme Stimmung zu schaffen und diese auch zu halten. Die Spannung ist durchweg gegeben, es britzelt auch in dramatischen Momenten, jedoch wechselt die Handlung nie ins reißerische. Auch die krasseren Szenen, die innerhalb der Handlung sehr wohl vorkommen, lassen die ruhige Stimmung nicht schwinden.

Der Titel „Voodoo“ lässt vermuten, dass der Roman überwiegend von diesen Ritualen und schwarzer oder dunkler Magie handelt. Ich hatte an etwas wie den Film „Angel Heart“ gedacht. Dem ist aber überhaupt nicht so. Sicher werden diese Bereiche innerhalb der Handlung gestriffen jedoch sind sie eher nebensächlich und ergänzend für die Geschichte interessant. Es werden also weder ständig Hühner geköpft oder deren Klauen genutzt.

Auch das Ende des Romans hat mich überzeugt und mir gut gefallen, es gab sogar noch eine kleine Wendung, mit der ich nicht gerechnet hatte, die aber richtig gut war.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für diesen spannenden, fesselnden, gut aufgebauten Thriller, der trotz der Dramatik und stellenweisen Heftigkeit durchgehend eine angenehme und ruhige Stimmung beibehält. Der Spannungsbogen ist gut durchdacht und hält sich die gesamte Geschichte hindurch; die Charaktere sind gut ausgearbeitet, glaubhaft und lebensecht dargestellt. Hier gebe ich eine unbedingte Leseempfehlung.

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Und da ich so begeistert war, freue ich mich, dass es zwei weitere Romane von Nick Stone um Max Mingus gibt.

Der Totennmeister

Todesritual

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© Buchwelten 2013

Der Weg ins Dunkel von Patrick Woodhead

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Erschienen als Taschenbuch
bei rororo
insgesamt 416Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-499-25867-1
Katergorie: Thriller

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Im Herzen des Kongo, im tiefen Ituri Wald, ist der junge britische Arzt Joshua Milton seit Monaten spurlos verschwunden. Er war bei einem Einsatz der „Ärzte ohne Grenzen“ dort stationiert und nun ist er nicht mehr auffindbar. Der Kongo ist ein gefährliches Gebiet, kämpfen dort doch verschiedene afrikanische Milizen, die waffentechnisch erschreckend gut ausgerüstet sind.

Joshuas enger Freund seit Jugendtagen, Luca, ehemalig ein Weltklassebergsteiger, wird zur Hilfe gerufen und gebeten, Joshua zu suchen. Luca ist derzeit als einfacher Träger im Himalaja unterwegs, denn der Verlust eines Freundes während einer Bergtour hat ihn in tiefe Depressionen gestürzt. Er sieht sich selbst nicht mehr als Bergsteiger, sondern als Versager und gibt sich die Schuld am Tod seines Freundes. Doch als ihn die Information erreicht, dass sein seit der Kindheit engster Freund  vermisst wird, begibt er sich auf den Weg in den Kongo. Joshua und Luca sind beinahe aufgewachsen wie Brüder und er verspürt den Ehrgeiz ihn zu finden.

Begleitet und unterstützt wird er von der Geologin und Pilotin Beatrix Makuru. Sie arbeitet für eine Minengesellschaft und wird in den Kongo gerufen, weil unerklärliche Explosionen in letzter Zeit einige Minen der Firma an der Bergung der wichtigen Rohstoffe hindern. Es scheint Beatrix Makuru, kurz Bear, als seien die Explosionen keine Unfälle, wie von den dortigen Vorarbeiten behauptet, sondern vorsätzlich ausgelöste. Diese Umstände will Bear in der Mine im Ituri Wald überprüfen. Außerdem gelangte der Geologin durch Zufall ein bisher absolut unbekanntes Mineral in die Hände, ein Gestein, welches mit einer hauchfeinen roten Ader durchzogen ist. Auch diesem Rätsel will sie dort näher kommen.

So kommt es dazu, dass sich die Wege von Beatrice und Luca kreuzen, denn sie nimmt ihn als Passagier ihn ihrer Cessna mit in das schwarze Herz des Kongo. Und kaum sind sie dort angekommen, bekommen sie zu spüren, dass sie dort nicht erwünscht sind. Es beginnt eine rasante Flucht durch den Dschungel, ein Kampf ums Überleben. Aller Gefahren zum Trotz verlieren sie die Hintergründe der Reise nicht aus den Augen und voller Mut und mit dem Einsatz ihres Lebens, versuchen sie Joshua zu finden und das Rätsel um das neuartige Mineral zu lösen …

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Die obige Beschreibung ist auch in etwa das, was der Klappentext des Buches an Inhalt wiedergibt, in Wirklichkeit ist dies allerdings nur ein kleiner Teil. Denn die eigentliche Suche des verschollenen Arztes ist zunächst eher ein unbedeutenderer Handlungsstrang, der nur nebenbei behandelt wird.

Die ersten 6 oder 7 Kapitel sind jeweils komplett eigenständige Handlungsteile, die mit den Personen, die dadurch immer hinzu kommen, etwas anstrengend und auch verwirrend erscheinen. Denn es dauert eine ganze Weile bis man die Zusammenhänge versteht und einen gewissen Durchblick erhält.

Es gibt Sprünge von Afrika bis China, Figuren und Passagen mit den unterschiedlichsten Interessen, so scheint es zumindest anfangs. Erst nach der Hälfte des Buches reduzieren sich die verschiedenen Stränge, da sie nach und nach zusammengeführt werden und für den Leser dann verständlich wirken und Sinn ergeben.

Mir war dies alles ein bisschen zu viel des Guten und zu überfrachtet. Zumal der Hintergrund des Romans eher politisch und weltmachtbezogen ist, was die Inhaltsangabe und auch die Leseprobe nicht vermuten lies.

Der Schreibstil ist einfach aber gut. Die Schönheit des Dschungels und des Landes Afrika hat der Autor, der selber ein Abenteurer ist, sehr gut beschrieben und rübergebracht. Auch die Unruhen des Landes und das Elend der Einheimischen hat er gut dargelegt. Es geht mitunter sehr brutal und heftig zu, allzu schwache Nerven sollte man hier nicht haben.

Das eigentliche Thema, die Suche des Arztes empfand ich als eher nebensächlich und erst am Schluss recht schnell abgehandelt.

Das Buch präsentiert der Verlag als Taschenbuch mit einem düsteren Cover, welches einen Dschungel und die Silhouette eines Menschen zeigt. Es passt zum Thema und gefällt mir gut.

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Mein Fazit: 3 von 5 Sterne für einen Thriller der eigentlich völlig andere Themen beinhaltet, als die Inhaltsangabe vermuten lässt. Zunächst etwas verwirrend und überfrachtet, ab der Hälfte aber sehr schlüssig, stimmig und auch spannend zu lesen.

Ich danke rororo für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2013

Rubinrot, Saphirblau & Smaragdgrün (Edelstein-Trilogie) von Kerstin Gier

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Erschienen als Schuber
mit 3 gebundenen Ausgaben (mit Lesebändchen)
im Arena Verlag
insgesamt 1248 Seiten
Preis: 39,99 €
ISBN: 978-3-401-06763-6
Katergorie: Jugendbuch ab 12 Jahre

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Gwendolyn ist 16 Jahre alt und lebt in einem uralten Haus mitten in der gehobenen Gegend von London. Ihre Familie darf sich wohl als reich bezeichnen und Gwendolyn ist nach dem Tod ihres Vaters mit ihrer Mutter und zwei Geschwistern in die dritte Etage dieses herrschaftlichen Kastens gezogen.

Dort gibt es einen Ballsaal (in dem man prima Fahrradfahren lernen kann), ein Musikzimmer (in dem kein Mensch musiziert), die stocksteife Großmutter Lady Arista, eine schräge mit Visionen gesegnete Großtante Maddy, einen Butler, der sich anschleichen kann wie eine Katze, eine extrem unangenehme Tante Glenda und eine noch viel nervtötendere Cousine Charlotte. Und um all das herum gibt es ein großes Geheimnis, von dem Gwendolyn nicht den blassesten Schimmer hat.

Sie weiß nur, dass es mit ihrer Cousine Charlotte zu tun hat, die ihr Leben lang auf etwas vorbereitet wird, in dem man unbedingt Menuett tanzen, im Damensattel reiten, fechten und Fächer halten können muss.

Und das dieses ganze Brimborium mit Zeitreisen zu tun hat, soviel hat Gwendolyn auch schon mitbekommen. Und selbst wenn Charlotte sich auf all das furchtbar viel einbildet und meint etwas besseres zu sein, ist Gwenny doch glücklich und zufrieden mit ihrem „normalen“ Leben. Charlotte ist einen Tag älter als Gwendolyn und der große Moment ihres ersten Zeitsprungs sollte unmittelbar bevorstehen. Alle warten mit Spannung auf die typischen Schwindelgefühle der Cousine, die diesen Moment ankündigen sollen.

Tja, das dumme ist nur, dass die Familie das jahrelange Theater völlig umsonst um die falsche Person gemacht hat. Denn absolut unangekündigt springt Gwendolyn in ihrem ersten Zeitsprung ins London am Ende des 18. Jahrhunderts. Weder in irgendeiner Art und Weise vorbereitet, noch entsprechend gekleidet.

Das ganze passiert ihr dreimal innerhalb kurzer Zeit und die einzige Person, der Gwendolyn davon erzählt, ist ihre Freundin Leslie. Denn sie glaubt ihr und ist nicht der Meinung, wie z.B. ihre Tante und Cousine, dass sie sich nur wichtig machen will. Leslie weiß auch, dass Gwendolyn Geister sehen und mit ihnen sprechen kann. Doch nach dem dritten unkontrollierten Sprung zwingt Leslie ihre Freundin praktisch dazu, dass sie endlich ihrer Mutter von dem Drama erzählt. Denn diese Sprünge sind extrem gefährlich, wenn man zu den unmöglichsten Zeiten an den unpassendsten Orten auftaucht.

Mit dieser Offenbarung ändert sich Gwendolyns Leben von jetzt auf gleich. Die Krise innerhalb der Familie ist vorprogrammiert, Tante Glenda und Charlotte sind natürlich nicht angetan davon, dass ausgerechnet Gwendolyn das Zeitsprung-Gen geerbt haben soll. Gwendolyn selbst versteht überhaupt nichts mehr. Sie wird von nun an täglich zu den Wächtern in Temple chauffiert, wo sie mithilfe eines Chronografen gezielt durch die Zeit springen muss/soll. Und an ihrer Seite ist ein erschreckend gut aussehender junger Mann, Gideon de Villiers. Der zweite Zeitreisende ihrer Generation.

Gemeinsam reisen die beiden durch die Zeiten, versuchen DAS Geheimnis zu lüften. Dabei erleben die beiden nicht nur die aufregendsten Abenteuer in wundervollen Gewändern, lernen ihre Urururahnen kennen und müssten gehörig aufpassen wem sie überhaupt trauen können. Nein, natürlich muss auch noch die bescheuerte Liebe ins Spiel kommen, die das ganze Chaos nur noch viel komplizierter macht …

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Kerstin Gier hat im Nachwort zum zweiten Band (Saphirblau) geschrieben, dass ihr klar ist, dass viele das Buch auf Grund des wunderbaren Covers kaufen. Wegen diesen Covern hatte ich auch schon oft (es ist lange her) die Bücher in der Hand aber ich wusste es ist eine Reihe, daher habe ich dann doch nie zugegriffen. Ich verlor die Bücher dann aus den Augen, bis eine liebe Bloggerfreundin mich wieder darauf gestupst hat. Denn auch sie hat nach langem Zögern dann doch begonnen die Reihe zu lesen und sie hat mich mit ihrer Begeisterung nicht nur sehr neugierig gemacht, sondern total mitgerissen. Umso größer war dann meine Freude, dass ich den sehr schönen Schuber mit allen drei Bänden (gebundene Ausgaben MIT Lesebändchen in der jeweiligen Farbe!) von meinem Lebensgefährten zu Nikolaus geschenkt bekam.

Ich hatte alle drei Bände innerhalb von 7 Tagen gelesen, Smaragdgrün habe ich gestern Nachmittag (nach zwei Tagen) durchgehabt. Und ich war doch traurig, dass es nicht noch einen vierten Teil, vllt. „Diamantweiss“ gibt.

Diese Reihe hat soviel Spaß gemacht, dass ich die Bücher verschlungen habe. Die Handlung kommt komplett ohne Elfen, Vampire oder Zauberer aus. Stattdessen gibt es Reisen durch die Jahrhunderte, schillernde Bälle, düstere Personen, alte Häuser, Geheimgänge, zwielichtige Gestalten und jede Menge Rätsel.

Ich schreibe diese Rezension über alle drei Bände, weil die Bücher für mich einfach zusammengehören (wobei die Autorin in Saphirblau und Smaragdgrün die jeweiligen Geschehnisse der vorangegangenen Bände gut zusammengefasst hat). Die Handlungen gehen nahtlos ineinander über und ich kann nicht einmal sagen, dass mir eines davon besser oder schlechter gefällt, wie es z.B. bei den Potters doch der Fall war. Die drei Teile halten für mich alle das gleiche Level, der Schreibstil ist durchgehend angenehm, sehr geheimnisvoll und voller Witz. Oft musste ich laut lachen, was passiert, wenn ein kleiner Wasserdämongeist (Xemerius ist schon wirklich gut!) seine qualifizierten Kommentare abgibt oder Menschen verschiedener Epochen aufeinandertreffen und die Aussagen dann nicht unbedingt in die jeweilige Zeit passen.

Kerstin Gier hat ihre Charaktere so tief und liebevoll ausgearbeitet, dass mir sehr viele während des Lesens ans Herz gewachsen sind und ich sie gar nicht verlassen mochte. Hier meine ich nicht nur die Protagonisten Gwendolyn und Gideon. Auch die Familienmitglieder Tante Maddy oder der Butler Mr. Bernhard sind tolle Figuren. Sehr gerne mag ich auch Gwendolyns Freundin Leslie, die an Einsatz und Fürsorge kaum zu übertreffen ist. Aber auch die Schneiderin der Wächter, Madame Rossini (Schwanen’älsschen) oder der Schulgeist James sind so gut dargestellt und ausgearbeitet, dass sie einfach nur Spaß machen und Freude bereiten.

Im Anhang aller drei Bände gibt es zusätzlich noch eine Auflistung der wichtigsten Personen der Handlung, die mitunter hilfreich sein können, wenn man Gefahr sieht bei den ständig wechselnden Jahreszeiten den Überblick zu verlieren. Teil 2 und 3 haben schöne Nachwörter, die ich – ich gestehe – immer zuerst lese.

Die Kapitel sind nicht einmal so kurz, dennoch flog ich nur durch die Geschichte. Was zeigt, wie abwechslungsreich und kurzweilig die Handlung der Romane ist (Es gibt sogar das Haus am Eaton Place, sollte sich ausser mir noch jemand daran erinnern 😉 )
Die Cover sind alle drei fast identisch und ein absoluter Blickfang. Sie zeigen Figuren der Handlung in Kleidern unterschiedlichster Epochen und sind sehr verspielt und liebevoll gestaltet.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für die Edelsteintrilogie, die mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat und absolute Freude bereitet. Ich hatte das Buch gerade zugeklappt als ich sagte, dass ich sie garantiert noch einmal lesen werde. Die Bücher ist sicherlich als Jugendbücher einzustufen, doch auch ich als erwachsene Frau hatte großen Spaß und man merkt, dass genau den die Autorin auch beim Schreiben hatte. Und sie ist schließlich auch Erwachsen, wobei dass ja immer Ansichtssache ist 🙂 .

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Ich danke Karin Fiedler von Literatur und mehr für die Leseempfehlung und Wolfgang Brunner für den schönen Schuber!

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© Buchwelten 2013

Der Kinderpapst von Peter Prange

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Erschienen als gebundene Ausgabe
mit Leseband
im Pendo Verlag
608 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN: 9783866122765
Katergorie: Historischer Roman

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Schon Teofilos Geburt scheint ein Zeichen Gottes zu sein. Im Jahre 1021 n. Chr. wird er geboren. Im damals hohen Alter von 36 Jahren bringt Comtessa Ermelina ihren vierten Sohn zur Welt. Sie hätte ihr eigenes Leben für dieses Kind geopfert, doch Mutter und Kind überstehen die Niederkunft. Die Geburt des Kindes sieht Ermelina als Vorsehung, ihr Sohn ist ein Gesandter Gottes und von Anfang an steht für Ermelina fest, dass Gott mit ihrem kleinen Teofilo Großes plant. Sie bevorzugt ihn vor ihren drei anderen Söhnen, was diese mit geschwisterlicher Eifersucht zur Kenntnis nehmen. Vor allem der Erstgeborene Gregorio, zehn Jahre älter, ist fürchterlich wütend, dass er selbst tun und lassen kann was er will, um die Aufmerksamkeit seiner Eltern auf sich zu ziehen, was ihm jedoch nicht gelingt.

Teofilo di Tusculo lebt eine normale Kindheit, sicherlich wird er sehr gläubig erzogen und von klein an wird er von seinem Taufpaten Giovanni Graziano unterwiesen und bekommt die Regeln Gottes gelehrt. Hier ist Teofilo von Anfang an sehr wissbegierig und liebt es die Wunder Gottes zu hinterfragen. So will er beispielsweise unbedingt wissen, wie sich Wein in Blut verwandeln kann.

Von Kindesbeinen an ist Teofilo die Hochzeit mit seiner Cousine Chiara di Sasso versprochen. Und er kann es nicht erwarten endlich alt genug zu sein, um seine große Liebe zu heiraten. Die beiden lieben sich innig, was ja zur damaligen Zeit sicher keine Voraussetzung für eine Heirat war. Doch auch die kleine Chiara liebt den Jungen mit der dunklen Haut und den wunderbaren grünen Augen über alles. Viel Zeit verbringen sie als Kinder in einem geheimen Versteck und träumen von ihrer Zukunft. Die Zeit in der sie endlich einander gehören als Mann und Frau.

Doch plötzlich verstirbt Teofilos Onkel Romano, derzeitiger Papst in Rom, Stellvertreter Gottes genannt Johannes Paul, der XIX. Und um den Stand der Tuskulaner in der römischen Gesellschaft zu wahren, setzt Teofilos Vater Alberico alles daran, wieder ein Mitglied seiner Familie auf Gottes Thron zu setzen. Und dies soll sein jüngster Sohn Teofilo sein. Der weigert sich natürlich, will er doch unbedingt seine große Liebe Chiara heiraten. Als Gottes Diener müsste er der weltlichen Liebe jedoch entsagen.

Doch Teofilo kann sich natürlich nicht durchsetzen. Ihm wird immer wieder klargemacht, dass er bereits als Auserwählter auf die Welt kam. Und so wird ein erst 12-jähriger Knabe zu Gottes Stellvertreter auf Erden, Papst Benedikt IX …

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Peter Prange hat schon einige historische Romane geschrieben, ich selber habe jedoch noch keinen gelesen. Ich sehe mich auch nicht als sonderlichen Fan dieser Romane und als gläubigen Menschen auch nicht, wobei ich als Kind eine recht religiöse Erziehung genossen habe und von daher zumindest ein gewisses Maß an Wissen über die Katholische Kirche habe (so habe ich den Spruchformeln der Messen doch noch folgen können oder sie sind mir teilweise wieder ins Gedächtnis gekommen).

Der Titel des Buches hat mich zuerst neugierig gemacht. Von einem Kinderpapst hatte ich noch nie gehört (doch es gab ihn wirklich!). Dann habe ich die Inhaltsangabe gelesen und die las sich sehr interessant und ich hoffte auf ein nicht „nur“ kirchliches Buch.

Ein Junge, der zum Papst wird, dadurch die Liebe seines Lebens lassen muss und sich durch ein zerrissenes Herz in seinem Wesen so sehr verändert, dass er „zum Teufel in Menschengestalt“ wurde, dass klang nach spannender Historie. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Dieser Roman ist fesselnd und spannend geschrieben. Prange beginnt mit einem Epilog in der heutigen Zeit, naja nicht ganz, springt dann zurück in das Jahr 1021 n. Chr.. Das Buch umfasst ein wenig mehr als 600 Seiten, die nicht locker beschrieben sind, doch es kam nicht einen Moment Langeweile auf oder die Handlung hat sich gezogen.

Nachdem ich zu Beginn ein wenig im Anhang geblättert hatte (ein Laster von mir) hatte ich ein wenig Sorge, dass ich den vielen kirchlichen Namen und Ereignissen nicht folgen könnte, doch dies war unbegründet. Denn auch wenn der Roman eine Vielzahl an Charakteren bietet, so habe ich als Leser nicht den Überblick verloren. Die wichtigen Figuren sind nicht einmal so viele und tragen immer wieder zur Handlung bei, sodass es nicht vorkam, dass ich nicht mehr wusste, wer denn wer war. Auch die – natürlich recht häufigen – christlichen und kirchlichen Szenen waren allesamt sehr gut erklärt und beschrieben. Lateinische Ausdrücke wurden innerhalb des Satzes übersetzt.

Die wichtigsten Figuren sind natürlich Teofilo, also Papst Benedikt der IX und Chiara di Sasso. Immer wieder wechseln die Handlungsstränge zwischen den Erlebnissen der beiden. Der Schreibstil ist sehr gehoben und gut ausformuliert, jedoch alles andere als staubtrocken, wie vielleicht das Thema vermuten lässt. Auch Römer und Christen zur damaligen Zeit haben normal gesprochen, gestritten oder auch geflucht.

Der Charakter seines Protagonisten ist sehr glaubwürdig und real ausgearbeitet. Diese innere Zerrissenheit, die Verzweiflung, der immer wieder aufkeimende Hass auf Gott, die Sehnsucht nach Liebe, der Versuch, seinen Gott immer wieder zu provozieren, um den rechten Weg zu finden und wieder glauben zu können, dies sind nur einige der Eigenschaften dieser Figur.

Doch auch die damalige Gottesfurcht, die Angst vor der Hölle und Strafe für begangene Sünden hat der Autor in den übrigen Charakteren sehr gut beschrieben.

Dieses Buch beinhaltet zu viel um es in eine Rezension zu packen. Lest diesen Roman selber und lasst euch bloß nicht vom Thema Kirche abschrecken. Der Roman will nicht bekehren oder die Schäfchen in die Kirche treiben. Dieser Roman zeigt auf, was Menschen sind und wie sie werden können.

Im bereits erwähnten Anhang sind sämtliche historischen Ereignisse aufgezeigt und vermerkt. Es ist erstaunlich wie Peter Prange diese Personen und Geschehnisse in seine erdachte Handlung verwoben hat und man fühlt sich nicht, als lese man einen teilweise fiktiven Roman, sondern als hätte es sich wirklich damals genau so zugetragen.

Das Buch selbst erscheint – passend zum Thema – in viel Rot und Gold und zeigt auf dem Cover lediglich ein altes Bildnis eines jungen Papstes, der unter der Tiara beinahe „versinkt“.

Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für diesen historischen Roman, der obwohl mich die Inhaltsangabe neugierig gemacht hat, noch viel besser war als ich erwartet hatte. Eine spannende, fesselnde, dramatische und oft auch sehr brutale Geschichte um Liebe, Gott, Glauben, Hass und vertrackte Geschäfte unter den Adligen der damaligen Zeit. Ich kann das Buch nur empfehlen! (P.S. Googelt mal, es lohnt sich).

 

Ich danke Amazon für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars..

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Hier geht es zur Homepage des Autors —>   peterprange.de

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© Buchwelten 2012 

White Horse von Alex Adams (4/5)

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Erschienen als
Klappenbroschur
im PIPER Verlag
448 Seiten
Preis: 16,99 €
ISBN: 978-3-4927-0252-2
Kategorie: Endzeitdrama/Fantasy

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Zoe ist Putzfrau – oder auch Reinigungskraft – bei einem großen Medizinkonzern. Sie schrubbt die Böden, kümmert sich um die Versuchstiere und mag ihren Job. Zoe ist bei weitem nicht dumm, sondern hat diese Arbeit nur angenommen um sich bei einem sicheren Einkommen in Ruhe Gedanken zu machen, ob und was sie evtl. später einmal studieren möchte.

Außerdem ist Zoe aber auch eine geliebte Tochter, Schwester und sie hat Freunde in ihrer Umgebung. Einen kleinen Sicherheitswahn hat sie auch. Ihre Wohnung ist durch extreme Alarmsysteme gesichert, die gut ausgeklügelt sind. So ein bisschen wie Fort Knox.

Um so erstaunlicher ist, dass eines Tages mitten in ihrem Wohnzimmer ein seltsames Gefäß auf dem Boden steht. Einfach so. Nichts ist gestohlen, nichts ist zerstört worden. Da steht nun plötzlich dieses versiegelte Teil zwischen Sofa und Fernseher auf dem Teppich.

Zoe ist verwirrt und neugierig, macht aber keine Anstalten, sich das Gefäß näher anzusehen.

Stattdessen sucht sie sich einen Therapeuten. Sie möchte über dieses aufgetauchte Problem mit einem Fachmann sprechen, ist jedoch nicht ganz ehrlich. Sie sagt bereits in ihrer erster Sitzung, dass sie von diesem Gefäß träumt und dieser Traum sie nicht loslässt.

Die Sitzungen tun Zoe gut, sie baut ein angenehmes Verhältnis zu dem Therapeuten auf, das Gefäß rührt sie dennoch nicht an. Sie lebt weiterhin ihren Alltag, geht zur Arbeit, trifft ihre Freunde und Nachbarn.

Doch dann beginnen sich die Dinge zu ändern: Die Menschen in ihrer Umgebung werden krank, ein üblicher Brech-Durchfall befällt sie und noch etwas ist seltsam. Sämtliche Katzen, die im Appartementblock leben, verschwinden.

Zoe fragt sich, was passiert ist und ob evtl. dieses unscheinbare aber störende Gefäß in Ihrer Wohnung damit zu tun hat?

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Zunächst war ich ein wenig skeptisch, das gebe ich zu. Der Text auf dem Buchrücken hat an Inhalt nicht viel hergegeben, aber dennoch neugierig gemacht. Mir war klar, dass mich in etwa ein Endzeitdrama erwartet und das trifft auch zu.

Die Kapitel springen immer zwischen „Damals“ (vor der Katastrophe) und „Jetzt“ (die Zeit, in der Zoe um ihr Überleben kämpft). Das gestaltet das Lesen als sehr kurzweilig und rasant. Wobei diese beiden Zeitspannen innerhalb des Romans immer mehr zusammenrücken.

Der Schreibstil war gut, stellenweise sehr gehoben, ausführlich und bildhaft. Hier eine kleine Textstelle (S.330)

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Flammen lecken über einen Lastwagen auf der anderen Seite des Lagers, küssen das Metall mit der Zärtlichkeit eines Liebhabers. Höher und höher züngeln sie, bis die Nacht explodiert. Das Licht hinterlässt grelle Flecken auf meiner Netzhaut, als sich der Feuerball entfaltet, eine Blume, deren Blütenblätter sich aufspreizen, weiter … immer weiter … und dann zurücksinken an den Ort ihrer Entstehung.“

Eine Stelle, die hängengeblieben ist, denn die gefiel mir sehr gut.

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Natürlich sind die Erwartungen bei Aussagen auf dem Buchrücken, die u.a. mit Stephen King vergleichen, entsprechend hoch. Hier muss ich sagen, an die Stimmung von Kings „The Stand“ kommt das Buch für mich nicht ran.

Hierzu wurde ich bis zuletzt mit der Protagonistin nicht wirklich warm, auch wenn sie sympathisch war und ein herzensguter Mensch, der letzte Kick kam für mich nicht ganz rüber.

Für mich hat sich die Story aber ab der Hälfte verbessert, die Auflösung des Ganzen und auch das Ende sind Geschmackssache. Ich fand den Schluss an sich nicht so brillant. Aber das empfindet nun mal jeder Leser anders. Es gibt auch viele geniale Kings – um bei dem Vergleich zu bleiben – die ein eher schwaches Ende haben.

Trotzdem hat mir der Roman gut gefallen und ich habe Zoe gerne begleitet auf ihrem schweren Weg. Eine düstere Stimmung kommt sehr wohl auf schlimmerweise kann so eine Katastrophe in unserer heutigen Zeit sicherlich wirklich – in ähnlicher Weise – eintreffen.

Das Cover ist sehr gut gelungen. Ein verlassener Ort, mitten darin steht Zoe erschöpft im Regen. Die Farben sind dunkel und düster gehalten. Es passt sehr gut zur Geschichte und ist ansprechend.

Alex Adams ist übrigens eine Frau und dieser Roman ist ihr Debüt und „White Horse“ der Auftakt einer Trilogie.

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Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für ein dunkles Endzeitdrama, in dem dennoch die Gefühle und Menschlichkeit eine große Rolle spielen, das rasant geschrieben und abwechslungsreich ist. Ein uralter Hintergrund dient als Ursprung der Story und die Umsetzung ist gelungen und nicht mal abwegig. Der Schluss für mich eher weniger überzeugend, aber sicherlich Ansichtssache.

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Ich danke dem PIPER Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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© Buchwelten 2012

Stadt aus Trug und Schatten von Mechthild Gläser (5/5)

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Erschienen als
gebundene Ausgabe mit Leseband
im LOEWE Verlag
416 Seiten
Preis: 17,95  €
ISBN 978-3-7855-7402-7
Kategorie: Fantasy/All Age

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Die 17-jährige Flora lebt mitten im Ruhrgebiet, in Essen um genau zu sein und eigentlich ist sie ein Teenager wie jeder andere auch.

Sie geht zur Schule, ab und an mit ihrer besten Freundin shoppen und sie tanzt Ballett, zumindest versucht sie es. Sie selber behauptet, sie sei eine sehr schlechte Tänzerin.

Flora lebt gemeinsam mit ihrem Vater und der Haushälterin in einer Wohnung, die so alarmgesichert ist wie der Buckingham Palace. Floras Vater ist etwas eigensinnig in Vorstellung, jemand könne einbrechen und seine wertvollen Fische stehlen, die in der gesamten Wohnung in diversen Aquarien gehalten werden.

Umso überraschter ist Flora, als ihr plötzlich der finnische Austauschschüler Marian vorgestellt wird, der ab sofort im Arbeitszimmer des Vaters schlafen wird. Seit 8 Jahren ist Flora mit Wiebke befreundet und sie durfte nicht ein einziges Mal zu Flora zu Besuch kommen und nun? Urplötzlich nimmt ihr Vater einen fremden Jungen auf. Flora ist sich sicher, dass da etwas nicht stimmt und mehr dahinter steckt.

Floras Welt gerät etwas aus den Fugen als sie – die NIE träumt – urplötzlich in ihrem Traum in einer Stadt namens Eisenheim erwacht. Eine gesamte Stadt, mit so realen Menschen und Wesen, dass Flora diesen Traum als erschreckend lebendig erlebt.

Als sie dann auch noch tagsüber Schattenwesen sieht, die außer ihr niemand erkennen kann, die z.B. neben der U-Bahn herlaufen, da glaubt Flora zwischenzeitlich völlig geisteskrank zu sein.

Doch als Flora in der zweiten Nacht erneut in Eisenheim erwacht, da erfährt sie, dass sie keinesfalls dabei ist, den Verstand zu verlieren, sondern dass sie eine Wandernde ist und von nun an jeden Tag und jede Nacht zwei Leben leben wird. Und Flora erkennt, dass ihr bisheriges Familien- und Alltagsleben nicht das gewesen ist, was es zu sein schien …

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Am 22.04.2012 hatte ich das Vergnügen einer kleinen Lesung von Mechthild Gläser zu lauschen, als sie als Überraschungsgast von Ralf Isau auf dessen Lesung im Ruhrgebiet vorgestellt wurde. Mir war die scheinbar stille und ruhige Autorin sofort sympathisch und das Vorgelesene hat mich auf Ihr Werk gleich neugierig gemacht.

Mechthild Gläser hat einige Seiten zum Besten gegeben und im Nachhinein noch von Ralf Isau gestellte Fragen beantwortet. Sie war nicht offensichtlich nervös und hat interessante Auskünfte erteilt.

Sicher stecke auch ein kleiner Teil „Flora“ in ihr, sie selber tanzt z.B. auch Ballett und behauptet von sich, sie sei richtig schlecht darin.

Schon früh hat Mechthild Gläser das Schreiben begonnen und für sie geht mit der Veröffentlichung ein Traum in Erfüllung. Aber ich denke, Mechthild muss selber auch eine sehr große Leserin sein. Denn sonst hätte sie nicht bereits jetzt, im zarten Alter von 26 Jahren 😉 einen solch guten, gehoben ausformulierten Schreibstil entwickeln können.

Die Protagonistin der Autorin ist gerade 17 Jahre alt, in diesem Alter sprechen viele Jugendliche nun mal flapsig und umgangssprachlich. Sicher hat auch ihre Flora diese Eigenschaften, dennoch hat die Autorin einen gehobenen Stil das gesamte Werk über beibehalten.

Die Szenen wechseln immer zwischen der realen Welt und der Schattenwelt Eisenheims, nicht immer kapitelweise, manchmal erfolgen die Sprünge auch innerhalb eines Kapitels. Das gestaltet das Lesen zunächst einmal sehr kurzweilig. Dann ist die Welt, die die Autorin geschaffen hat, eine hochinteressante, spannende, düstere aber auch sehr schöne Welt. Ich würde sie glatt als farbenfroh bezeichnen, würden in Eisenheim nicht die Farben fehlen und alles nur in schwarz/weiß/grau-Tönen erscheinen.

In Eisenheim tummeln sich u.a. sämtliche bekannten internationalen Bauwerke, die jedoch völlig andere Funktionen haben. Dann gibt es noch wunderbare Erfindungen, wie kleine Lichtplaneten, die die Bewohner begleiten oder ausgefallene Transportmittel.

Immer wieder habe ich während des Lesens darauf geachtet, etwas nachgemachtes oder abgekupfertes zu entdecken. Vielleicht ein kleiner Einfluss der Reihe um einen Zauberlehrling oder Angleichungen zu Vampir-Teenagern. Ich habe nichts finden können. Hier scheint die Autorin wirklich ihrer eigenen Fantasie freien Lauf gelassen zu haben und wenn sie durch andere Werke inspiriert wurde, dann hat sie dies so gut verwoben, dass es nicht auffällt und als Eigen durchgeht.

Ich hatte großen Spaß bei diesem Roman und war auch gar nicht scharf darauf, dass die Geschichte zu Ende geht. Denn mir sind die Figuren sehr ans Herz gewachsen und hier sind nicht nur die Hauptfiguren gemeint.

Auch die Nebenrollen habe alle eine wichtige Funktion inne und sind somit charakterlich gut ausgearbeitet und interessant.

Das Buch präsentiert der Verlag in einer gebundenen Ausgabe mit Leseband (schön!) mit einem weißen Cover, das eine pinkfarbene Schrift und Bild ziert. Dies mag vllt. die/den ein oder andere(n) abschrecken, weil es wie ein „Mädchen-Ding“ wirkt. Nicht irre leiten lassen, dass ist nicht der Fall. Ich denke eher, der Verlag wollte einen Gegensatz zum farblosen Eisenheim der Schattenwelt schaffen und das ist gut gelungen. Mir gefällt das Cover gut.

Es scheint, dass die Geschichte um Flora weiter geht, denn auf der Verlagsseite ist der Roman mit „Band 1“ beschrieben. Ich würde mich freuen, denn gerne werde ich mit Flora und ihren Wegbegleitern weiter durch Essen am Tag und Eisenheim bei Nacht streifen.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für ein Buch, dass mich sehr positiv überrascht hat. Mit soviel durchgehender Qualität und guten Ideen, geschrieben in einem sehr schönen Stil, hatte ich nicht gerechnet. Spannung, Düsternis, Verrücktes, Fantastisches uvm. hat dieses Debüt von Mechthild Gläser zu bieten. Auf nach Eisenheim!

Ich danke dem LOEWE Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Wer sich noch ein kleines Video anschauen möchte,

der sollte mach hier vorbeisehen:

Buchtrailer bei Youtube 

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© Buchwelten 2012

SAMSON und die STADT des bleichen Teufels von Andreas Dresen (5/5)

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Erschienen als
Taschenbuch
im ACABUS Verlag
372 Seiten
Preis: 14,90 €
ISBN:  978-3-86282-055-9
Kategorie: Fantasy

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Nach dem Sturz des schwarzen Engels Morton herrscht Chaos in der STADT. Die Hexen haben ihren Anführer verloren und sind außer Rand und Band. Schuld geben sie Baddah, der Hexe aus dem ersten Teil, und sie versuchen sie dementsprechend zu bestrafen.

Der STADTrat ruft nach Fahrat, er soll helfen wieder Ordnung in die STADT zu bringen, doch der ist derzeit im Dschungel unterwegs und folgt den Spuren seines legendären Großvaters. Doch Meera, seine „grüne“ Bekannte schafft es, ihn aufzuspüren und zurück in die STADT zu bringen.

In etwa zur gleichen Zeit eröffnet sich dem jungen Mann Samson der Blick auf die STADT, aufgewachsen ist er in der Stadt der Menschen, die Wesen der Zwischenwelt konnte er nie sehen. Als er plötzlich die neue Sicht auf die STADT innehat, ist er zunächst einmal kurz davor den Verstand zu verlieren. Seltsame Wesen hocken auf den Dächern und schlecken die Schindeln ab, im Badezimmer kreuzt auf einmal eine seltsame Figur auf, die sich ihm als Hausgott vorstellt.

Als hätte Samson mit diesen vielen neuen Eindrücken nicht schon genug zu tun, wird er auf einmal von dunklen Wesen verfolgt. Plötzlich muss er erkennen, dass seine Nachbarin eine Hexe ist, die offensichtlich irgendetwas mit dem ominösen Tod seiner Mutter zu tun hat.

Fahrat und Samson treffen aufeinander und machen sich gemeinsam auf den Weg, die STADT vor großem Unheil zu bewahren. Denn zeitgleich mit dem Jahrmarkt findet der Hexensabbat statt und dort wird es den entscheidenden Endkampf um die Zukunft der STADT geben. Und wenn diese Entscheidung hervorbringt, dass der düstere Unterweltler Devil Melone wieder an die Oberfläche der STADT gelangt, darf einfach nicht passieren.

Die zwei Männer haben ein Abenteuer zu bestreiten, dass eigentlich viel mehr ist: Ein gefährlicher Kampf gegen das Böse der STADT und sie sind dabei nicht wenigen Gefahren ausgesetzt …

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Dieser zweite Teil des STADT-Romans knüpft nahtlos an die Handlung des ersten Romans „AVA und die Stadt des schwarzen Engels“ an.

Schreibtechnisch hat sich der Autor aus meiner Sicht gesteigert, wie ich vermutet und erwartet hatte. Er hat hier noch ausführlicher geschrieben, sich viele verrückte Wesen ausgedacht und auch schöne Schauplätze erschaffen.

Zuviel möchte ich nicht verraten, denn auf diese fantastische Reise sollte sich jeder begeben, der gerne Fantasy liest. Nein, es gibt keine Trolle und Elfen auch nicht ;-).

Heftige Kampfszenen wechseln sich mit ruhigen ab. Es gibt liebevolle Momente, die wiederum von dunklen Szenen abgelöst werden.

Andreas Dresen erzählt diesen zweiten Teil zunächst in zwei Handlungssträngen. Der erste beschreibt den Weg des jungen Samson und der zweite begleitet den schon bekannten Schwertler Fahrat.

Später verknüpfen sich diese Handlungsstränge, als sich die beiden zusammentun und gemeinsam unterwegs sind.

Langeweile kommt nicht auf, dafür gibt es zuviel Abwechslung auf den 368 Buchseiten.

Ich hatte großen Spaß beim Lesen und die verrückten Figuren, die Dresen erschaffen hat, gefallen mir sehr. Es gibt z.B. Schildkrötenkarawanen, Kuschelbälle, die echt garstig sind und schöne grüne Frauen.

Auch die alte griechische Mythologie hat der Autor sehr gut in die Handlung eingebaut. So trifft der Leser auf den Fährmann des Styx und ist nicht einmal verwundert. Er ist so stimmig in die Handlung verknüpft, dass es einfach passt.

Diese ganze Geschichte wirkt für mich nicht einmal völlig fantastisch abgedreht, wahrscheinlich weil Dresen diese Zwischenwelt der STADT so nahtlos in die Welt eingebaut hat, die wir kennen und sehen (wollen?).

Der Roman wird vom ACABUS Verlag wieder als Taschenbuch präsentiert. Das Cover ist fast identisch mit dem des ersten Teils. Die Farbe ist nun lediglich ein knalliges gelb und auf dem Jahrmarkt ist ein Riesenrad hinzugekommen.

Die Kapitel sind wieder in einer angenehmen Länge geschrieben. Da dieser zweite Teil um einige Seiten stärker ist, als der erste, fällt das Taschenbuch leider größer aus. Für Sammler macht es sich optisch nicht unbedingt so schön, wenn zwei Bücher der selben Reihe in unterschiedlichen Größen nebeneinander im Regal stehen.

Der Verlag hat die Seiten auch wieder komplett ausgenutzt und in einem recht engen Zeilenabstand sehr voll geschrieben. Die Schrift ist zudem ziemlich klein. Hätte man das ganze etwas aufgelockert, wäre es angenehmer zu lesen gewesen aber das Buch bestimmt um etwa 100 Seiten stärker. Hier wird wohl leider das Budget der mittelständischen Verlage eine Rolle spielen, die einfach darauf angewiesen sind, ihre Druckkosten im Rahmen zu halten.

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Ich danke dem ACABUS Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für den zweiten Teil der STADT-Romane. Fantasy vermischt mit Mythologie die abwechslungsreich, bunt und ausgefallen ist. Wer sich auf diese Reise einlässt wird großes Vergnügen haben, sich in diese andere Welt mitnehmen zu lassen!

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© Buchwelten 2012

AVA und die STADT des schwarzen Engels von Andreas Dresen (4/5)

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Erschienen als
Taschenbuch
im ACABUS Verlag
200 Seiten
Preis: 12,90 €
ISBN:  978-3-86282-002-3
Kategorie: Fantasy

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Die STADT, auf den ersten Blick eine in der auch wir leben. Doch nur auf den ersten, denn eigentlich sind es zwei Städte. Die STADT der normalen Menschen mit ihren Bürgern, ihrem Bürgermeister und Senat.

Dann die STADT der Wesen aus der Zwischenwelt. Die STADT der Schwertler, Hexen, Priester, Teufel, Chimären und sonstigen zauber- und fabelhaften Wesen.

Diese anderen Wesen leben von den normalen Menschen unerkannt unter ihnen, in normalen Häusern und Wohnungen, laufen über die Straße aber werden nicht wahrgenommen. Die normalen Bürger besitzen den Blick für das andersartige nicht, können die besondere Aura nicht erkennen. Man kann sich das in etwa wie bei Harry Potter vorstellen, wo die Zauberer und Hexen auch unter den Muggeln leben und nicht erkannt oder wahrgenommen werden.

Auch diese Wesen haben ihre Oberhäupter. Deren „Teil“ der STADT wird geführt von einem Kanzler, neben ihm ein Vizekanzler. Der Kanzler ist bei den Bewohnern sehr beliebt, der Vizekanzler Morton scheint eher böse veranlagt und die Macht komplett an sich reißen zu wollen.

Fahrat ist ein Schwertler, ein Schwertkämpfer, zumindest wurde er einmal als solcher ausgebildet. Im Alltag ist er eher ein fauler, mittlerweile leicht untersetzter Mann, der lieber Kuchen und Brot backt, kocht, ein Weinchen schlürft, als dass er sich auf Abenteuer einlässt oder Schätze sucht, wie sein bekannter Vater und noch berühmterer Großvater.

Fahrat ist derzeit arbeitslos, lebt in einem Mehrfamilienhaus und hat eine Hexe als Nachbarin. Eigentlich standen sie sich mal nahe, nun hat sie einen Fluch durch den Bann um Fahrats Wohnung geschickt und jagt ihm täglich ihre Lichtkobolde auf den Hals, die nichts lieber tun, als toben und Chaos stiften.

Entnervt macht Fahrat sich auf in die STADT, als er plötzlich einen Golem sieht, der zielstrebig auf ein Haus zugeht und auf dieses eindrischt. Als er die Außenmauer zerstört hat, erkennt Fahrat, dass sich im Keller dieses Hauses jemand versteckt. Er will helfen und erkennt, dass es sich um eine zarte Menschenfrau handelt. Als gewagter Schwertler der er ja nun eigentlich ist stürzt er sich auf den Golem und macht in recht schnell unschädlich.

Fahrat hilft der Frau aus den Trümmern und nimmt sich ihrer an. Sie stellt sich ihm als AVA vor und erzählt, dass sie erst vor kurzem aus einem Irrenhaus entlassen wurde und das sie auf der Suche nach Ihren kleinen Zwillingen ist.

Sie behauptet, man habe ihr die Kinder unmittelbar nach der Geburt weggenommen und wolle ihr weismachen, sie seien gestorben. Doch AVA glaubt das nicht. Sie sagt im Krankenhaus tauchte ein schwarzer Engel auf und dem wurden die Neugeborenen durch die Krankenschwester übergeben. Und ihr selbst wollte man danach einreden, sie hätte sich das alles eingebildet und sei verrückt. Bei diesem schwarzen Engel handelt es sich um Morton, den Vizekanzler der STADT. Doch er ist nicht nur das, er ist außerdem der Führer der Hexen und zum Hexensabbat erscheinen alle Hexen, sie erliegen völlig hörig seinem lautlosen Ruf (und hinreißendem Charme… )

Fahrat, plötzlich wieder ganz der ehrenhafte Schwertler, will AVA helfen. Er will sie bei der Suche nach ihren Kindern unterstützen. Er will wissen was es mit den verschwundenen Kindern auf sich hat und es wundert Fahrat doch sehr, dass AVA als normale Menschenfrau, ihn und die anderen Wesen seiner STADT überhaupt sehen kann. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche und schon bald wird es ungemütlich für den doch sonst so gemütlichen und geruhsamen Fahrat …

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Als ich eben den Hinweis auf die Zauberer und Muggelwelt gab, war dies keine Andeutung für etwas Nachgemachtes, sondern eher ein Vergleich zur besseren Vorstellung. Den als abgeguckt möchte ich die STADT von Andreas Dresen nicht bezeichnen. Der Autor hat sich seine eigene(n) Welt(en) erschaffen und hier eine schöne Mischung aus unserem normalen Leben im 21. Jahrhundert, Fantasy und auch Mystik zu Papier gebracht.

Es gibt die unterschiedlichsten Wesen, teils gefährlich, teils eher amüsant. So sind da z.B. die Hexen, die gerne in der Badewanne liegen und Handys benutzen oder eben auch Schwertler, die eigentlich viel lieber in der Küche stehen :-).

Das Geheimnis was es mit der STADT auf sich hat, ob danach wirklich nicht mehr kommt als das GRAUEN und die WILDNIS, macht natürlich neugierig und mir als Leser hat es Freude gemacht, Fahrat, AVA und dessen Bekannte und Begleiter auf der Suche nach den Kindern und deren Wahrheit zu begleiten.

Den Schreibstil von Andreas Dresen möchte ich eher als locker und umgangssprachlich bezeichnen, jedoch nicht als flach und schlecht. Er passt gut zu den Figuren und in unsere heutige Zeit, in der die Handlung ja nun mal spielt. Dresen hat dennoch gute Beschreibungen der Personen, Figuren und Umgebung geliefert, sodass ich als Leserin die Orte und Schauplätze gut vor Augen hatte.

Einige Wesen kamen mir bekannt vor. Sicher kennt man den Teufel oder Götter. Die mechanischen Wesen, die er erschaffen hat, erinnerten mich z.B. ein bisschen an die „Viecher“ aus dem dunklen Turm von King oder Ralf Isaus Wesen in Mekanis. Aber es ist mittlerweile wohl auch kaum noch lösbar, als Autor Dinge zu erschaffen, die noch nie da waren. Der Handlung und dessen Spannung tat es keinesfalls einen Abbruch.

Ich habe diesen ersten Teil des STADT-Romans gerne gelesen, die Protagonisten waren herzlich, sympathisch und gut dargestellt. Auch die Nebenfiguren kamen sehr gut rüber, wie z.b. die Hexe Baddah oder auch Morton, der schwarze Engel. Dann gibt es noch eine ganz tolle Nebenfigur, den Trucker Manfred (warum müsst ihr schon selber lesen).

Der Roman bietet auf den „nur“ 200 Seiten Abwechslung zwischen Spannung, Dramatik, mystischen Szenen, ruhigen Phasen und auch immer wieder humorvollen Momenten, die schmunzeln lassen.

Der Verlag präsentiert das Taschenbuch in einem Hellblau und zeigt auf dem Cover eine Skyline, die unterhalb eines Wasserspiegels wohl die andere STADT darstellen soll. Die Inhaltsangabe finde ich sehr ausführlich, jedoch verrät sie nicht zuviel. Im Blocksatz gedruckt, sieht das ganze auch noch sehr aufgeräumt aus.

Die Schrift ist wieder einmal sehr klein, dass kann ACABUS leider gut. In diesem Buch sind immerhin die Zeilenabstände etwas gelockert, doch das Lesen ist bei solch einer Minischrift dann immer etwas anstrengend.

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Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für eine schöne Mischung aus Fantasy, Mythologie und unserem „normalen“ Leben. Spannung, Dramatik und schöne Momente und Schauplätze hat dieser Auftakt der STADT-Romane zu bieten. Durch abwechslungsreiche und recht kurze Kapitel kommt keine Langeweile auf.
Und ich habe das Gefühl, dass sich Andreas Dresen im zweiten Teil SAMSON und die Stadt des bleichen Teufels noch gesteigert hat. Jedenfalls ist die Fortsetzung schon um 172 Seiten stärker.

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Ich danke dem ACABUS Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2012

Die Rose von Angelâme von Carmen Mayer (4/5)

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Erschienen als
Taschenbuch im Verlag
edition oberkassel
600 Seiten
Preis: € 16,99 €
ISBN:  978-3-943121-02-5

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Simon Rössler ist Mitarbeiter einer großen Versicherungsagentur und in seinen Arbeitsbereich fällt es, Fälle zu durchleuchten, die die Auszahlung großer Versicherungssummen betrifft. Bevor die Versicherung die Ihren Versicherungsnehmern zustehenden Summen an diese weiterleitet, ist Simon damit beauftragt, die zur Auszahlung führenden Gegebenheiten zu untersuchen und ggfs. zu hinterfragen.


Nun hat er einen seltsamen Fall auf dem Tisch. Er soll eine große Versicherungssumme an ein Kind auszahlen, dass plötzlich Waise geworden ist. Der Betrag bezieht sich auf eine Police, die für ein Bild – ein Gemälde – abgeschlossen wurde. Der Besitzer kam durch einen Autounfall ums Leben und nun starb seine Frau, Sarah Martin, ebenso. Sie wurde bei einem Adventsbasar vor dem Kindergarten ihrer Tochter durch einen vermutlich Verrückten erschossen.

Nun soll das Kind, noch ein Baby, den Betrag aus der Police erhalten. Simon ist neugierig. Was soll das für ein Gemälde sein, für das so eine hohe Versicherungssumme angesetzt wurde? Er sucht die Frau auf, bei der sich das Bild befindet und bei der auch die Tochter des verunglückten Ehepaars lebt. Ihr Name ist Christina Weiß.

Gemeinsam mit ihr, sie ist die Freundin der verstorbenen Sarah Martin und gleichzeitig Vormund der kleinen Waise Marie, versucht er das Rätsel des besagten Bildes zu lösen. Das Porträt der Rose von Angelâme, gemalt im Jahre 1305.

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Diese kurze Inhaltsangabe ist eigentlich sogar nur die Hälfte des Klappentextes, der auf dem Buch abgedruckt ist.

Der Roman ist in vier Teile aufgeteilt, macht jeweils Sprünge in vollkommen andere Zeiten und den Teil der Handlung, den ich oben erzählt habe, bezieht sich auf den ersten Teil und somit den Anfang des Romans.

Mehr möchte ich auch gar nicht verraten, denn erstens reicht es meiner Meinung nach völlig, um den Leser neugierig zu machen und zweitens ist der Roman so komplex, dass ich einfach nicht mehr verraten will.

Wie bereits erwähnt ist der Roman in vier Teile aufgebaut:

Der erste Teil erzählt die Romanhandlung im Jahre 2000. Der zweite Teil erzählt die Geschichte Anfang des 14. Jahrhunderts, der Dritte macht einen Zeitsprung in das 19. Jahrhundert und zum Abschluss wechselt der Roman wieder in die „Jetztzeit“.

Gerade diesen Aufbau fand ich sehr gut. Es gibt viele Romane, die innerhalb der Handlung die Zeit wechseln. Dort ist es aber oft so, dass die Zeitwechsel Kapitelweise stattfinden.

Carmen Mayer hat jeweils sehr lange Passagen des Romans in der entsprechenden Periode handeln lassen. Das hatte für mich als Leserin den Vorteil, dass ich mich nicht immer wieder umstellen musste, sondern über viele Seiten komplett in der Handlung und Erzählung der jeweiligen Zeit versunken war.

Das Thema ist sehr komplex und die Handlung beinhaltet viel an Geheimnisvollem. Es geht um Hexenverbrennung, die ist aber nicht das Hauptthema. Es geht um eine Familie, die ein Geheimnis über Hunderte von Jahren und viele Generationen für eine große Gemeinschaft wahrt, es geht um Kirche, Hass, Verrat, Mut, Liebe und eigentlich doch um etwas ganz anderes ….

Wie gesagt, der Roman ist sehr geschickt und absolut spannend und fesselnd aufgebaut.

Da ich den Roman per Überraschungspost vom Verlag edition oberkassel erhalten habe, wusste ich selber nicht was mich erwartet und war mehr als positiv überrascht.

Hier ist wieder einmal ein Buch erschienen, dass leider wahrscheinlich in keinem Buchladen ausliegen wird und somit nicht die Leser erreicht, die gerne durch Buchhandlungen stöbern und sich einfach inspirieren lassen, welches Buch sie kaufen möchten. Ich hoffe, dass Werk findet dennoch seine Leser, verdient hat es das allemal.

Carmen Mayer schreibt in einem Schreibstil, der gut und angenehm lesbar ist und sich perfekt an die jeweilige Zeit anpasst, in der die Handlung sich gerade abspielt. Sie hat es geschafft den Teil des 2000er Zeitalters so zu schreiben, wie wir heutzutage sprechen, auch mal locker und frech, aber nicht flach umgangssprachlich.

In den Teilen des 14. und auch 19. Jahrhunderts hat sie sich dann auf die damalige Sprache eingelassen und die auch gut zu Papier gebracht. Ich fühlte mich im „Damals“ und es las sich angenehm und flüssig, wie die Menschen seinerzeit wohl geredet haben.

Den Spannungs- und vor allem Rätselbogen hat sie erfolgreich gespannt und die wirkliche Auflösung geschickt bis zum Ende hinausgeschoben. Das Rätsel um das Porträt ist sehr groß und das zu entschlüsseln, hat in der Tat nicht nur Jahrhunderte gedauert, sondern auch über diese hinweg immer wieder Personen scheitern lassen.

Ihre Protagonisten hat die Autorin gut ausgearbeitet. Simon und Christina im 21. Jahrhundert waren mir sehr sympathisch, mit ihrer ehrlichen und verbissenen Art.

Rose von Angelâme und ihr Ehemann im 14. Jahrhundert waren auch absolut real dargestellt und sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen.

Auch die Comtesse von Angelâme, Roses Nachfahrin im 19. Jahrhundert war ein sehr nettes, vorwitziges Persönchen, die es den Menschen in ihrer Umgebung nicht gerade leicht gemacht hat.

Aber nicht nur die „Guten“ hat Carmen Mayer gut dargestellt, auch den negativen oder bösen Charakteren hat die Autorin ein Leben eingehaucht, dass glaubwürdig und lebensecht wirkte.

Der eine Punkt den ich in Abzug gebracht habe, bezieht sich für mich in keiner Weise auf die Handlung oder den Schreibstil des Romans, darauf möchte ich ausdrücklich hinweisen.

Hier die Gründe für meinen Punktabzug:

Das Cover ist für mich sehr einfach gestaltet und spricht mich nicht wirklich an. Das Auge, das in das rote Kreuz eingebaut wurde, wirkt für mich leider etwas unprofessionell. Die Schrift des Titels ist eigentlich ganz nett, doch das „â“ ist in einer anderen Schriftart gedruckt, was nicht dramatisch ist, aber auffällt.


Die Buchseiten sind weiß, was für mich immer einen Sachbuchcharakter hat. Für mich gehören Seiten eines Romans nicht weiß, sondern in creme. Vielleicht ist das auch eine Eigenart meinerseits, hinweisen möchte ich dennoch darauf. Außerdem ist das Buch für ein Taschenbuch sehr schwer. Es hat ca. 530 sehr eng beschriebene Seiten und es war für mich einfach in langen Lesephasen zu schwer in der Hand.

Der Klappentext ist inhaltlich gut und macht auch neugierig. Außerdem ist er zentriert gedruckt und wirkt somit aufgeräumt.

Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für einen absolut spannenden Roman, geschrieben in einem guten Schreibstil, der jeweiligen Zeit sehr gut angepasst. Spannung und Rätsel sind garantiert und ich kann ein absolutes Lesevergnügen versprechen, wenn ihr euch gerne in der Vergangenheit aufhaltet …

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Ich danke dem Verlag edition oberkassel für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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© Buchwelten 2012

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