Der Todesmeister von Thomas Elbel

Der Todesmeister von Thomas Elbel
Erschienen als Taschenbuch
bei blanvalet
insgesamt 512 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-7341-0414-5
Kategorie: Thriller

Er fängt sie. Er filmt sie. Er foltert sie. Er ist der Meister des Todes.

An der Berliner Oberbaumbrücke wird die grausam zugerichtete Leiche eines jungen Mädchens aus dem Wasser geholt. Lange kann sie nicht im Wasser gewesen sein, dafür ist die Leiche noch zu „frisch“. Und das Mädchen ist nicht irgendein Mädchen. Sie ist die Nichte des Berliner Justizsenators. Die Ermittlungen führen ins Internet, wo grausame Foltervideos auftauchen, die zeigen, dass das Mädchen nicht das einzige Opfer sein kann.

Viktor (von) Puppe, auf eigenen Wunsch frisch versetzt vom LKA ins Kriminalkommissariat, wird sofort in die Ermittlungsarbeit mit einbezogen. Gemeinsam mit seinen Kollegen ermittelt er auf Hochtouren, doch von weiter oben werden die Kommissare ausgebremst. Da soll wohl das ein oder andere gar nicht aufgedeckt werden ….


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Vor ziemlich exakt 6 Jahren habe ich meine erste Rezension zum Debütroman von Thomas Elbel geschrieben. ASYLON war als Erstling in der Science Fiction angesiedelt und bei Piper erschienen. Auch der Nachfolger ELYSION erschien noch dort. Danach wollte man ihn bei Piper wohl nicht mehr. Warum? SciFi verkauft sich nicht? Die Zielgruppe fehlt? Keine Ahnung, ist auch Quatsch aber egal. Denn Thomas Elbel hat deshalb nicht aufgehört zu schreiben. Seinen dritten Roman MEGAPOLIS hat er dann als Selfpublisher auf den Markt gebracht. Ich habe sie alle gelesen und rezensiert und ich mochte Elbels Schreibe immer gern. Auch wenn sie ab und an im Sprachgebrauch nicht so mein Fall war.

Nun hat er hier seinen ersten Thriller, wohl auf dringendes Anraten seines Agenten, geliefert und bei blanvalet ein neues Zuhause gefunden.

Ich habe eine zwar lektorierte, aber unkorrigierte, Fassung als Leseexemplar bekommen und ich hoffe nur, dass die unzähligen, teilweise sehr amüsanten Fehler noch alle vom Korrektorat gefunden und verbessert werden. ☺

Die Handlung ist sehr gut erdacht, der Spannungsfaden gut und straff gespannt und auch wenn es heftig und grausam ist, richtig gut! Leider ist unsere Welt so schrecklich und alles das gibt es im wahren Leben (leider) mittlerweile viel zu oft. Ich kam dem Täter nicht auf die Spur, obwohl ich natürlich kräftig mitgegrübelt und ermittelt habe. Der Schauplatz Berlin ist natürlich toll und die Beschreibungen sehr gut. Man merkt schon auch, dass der Autor dort lebt, und das gern.

Achtung – Eventuelle Spoilergefahr!:

Was mir nicht so gut gefallen hat, ist die teilweise wieder sehr überzogene, flapsige und extrem umgangssprachliche Sprache einiger Figuren. Es soll alles so unbedingt lustig, modern, cool und multikulti sein, dass es mir zuviel ist. (Ich meine nicht die Jugendsprache der entsprechenden Figuren, sondern die Sprache der erwachsenen Protagonisten).

Da ist auf der einen Seiten der gut erzogene Viktor (von) Puppe, der (natürlich) eine düstere Vergangenheit hat. Der trifft bei der Polizei auf zwei Kollegen, die beide unterschiedlicher, ausländischer Herkunft sind. Wenn der männliche Part den Mund aufmacht, kommen nur dumme und saucoole Sprüche heraus. Der weibliche Part ist eine alleinerziehende Türkin, die die Männer „gefressen“ hat und wenn sie dann auch noch deutsch und zu hilfsbereit sind, geht ihr ständig die Hutschnur hoch.

Dann gibt es natürlich noch den bösen Chef, der immer kurz angebunden und streng ist, obwohl er ja angeblich ganz anders ist. Auch die Rolle der schönen Nymphomanin ist vergeben. Hier wurden für meinen Geschmack zu viele Klischees zwingend zwischen zwei Buchdeckel gepackt. Und das schmälert meine Begeisterung unterm Strich dann auch um einen Stern.

Insgesamt aber dennoch ein sehr gelungener Thriller, der spannend und rasant ist. Wie bereits erwähnt, stellenweise grausam und brutal, also nichts für zartbesaitete Leser. Lieber Thomas Elbel, der Genrewechsel ist gelungen ;-). Mehr davon.

© Marion Brunner_Buchwelten 2017

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Kollaps (Das Imperium der Ströme 1) von John Scalzi

Erschienen als Taschenbuch
im Fischer Tor Verlag
insgesamt 416 Seiten
Preis: 14,99 €
ISBN: 978-3-596-29966-9
Kategorie: Science Fiction

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Die Menschheit ist über die ganze Galaxis ausgebreitet. Sie leben auf Planeten und Raumstationen und sind durch sogenannte »Ströme«, Sternenstraßen, miteinander verbunden, mittels derer Raumschiffe in kurzer Zeit Entfernungen von Lichtjahren überbrücken können.
Doch diese „Ströme“ drohen plötzlich zu verschwinden.
Kiva Lagos, Erbin eines mächtigen Handelshauses, Cardenia Wu-Patrick, Imperatox und Nachfolgerin ihres Vaters und der Wissenschaftler Marce Claremont wissen um die Bedrohung. Sie versuchen gegen Intrigen und Rebellionen die Zukunft und das Überleben der Menschheit zu retten.

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Scalzis neuestes Epos braucht nicht lange, um einen zu fesseln. Es liegt vor allem an dem schnörkellosen, natürlichen Schreibstil, der in den Dialogen überaus authentisch wirkt, dass man in einem fort weiterlesen will. Scalzi schafft es geschickt, den Leser mittels einer faszinierenden Welt in den Bann zu ziehen. Die Geschichte kommt vielleicht anfangs für den ein oder anderen leicht schleppend in Fahrt, entwickelt sich aber in dem Moment rasant, in dem man die Personen alle kennengelernt hat. Bei „Kollaps“ handelt es sich weniger um einen Science Fiction-Roman, in dem Weltraumschlachten eine wichtige Rolle spielen, sondern eher um Machtkämpfe und Intrigen, die zwischen den Planeten herrschen. Aufgrund des sehr flüssigen Schreibstils ziehen die politischen Rangeleien im Flug am Leser vorbei und lassen einen tatsächlich vergessen, das man hier einen politischen Roman, der in der Zukunft spielt, geliefert bekommt. Aber das Konzept eröffnet sich einem sehr schnell und man fiebert mit den Protagonisten, die übrigens sehr gut gezeichnet sind, mit.

John Scalzi erschafft eine sehr lebendig wirkende und glaubwürdige Welt mit dem ersten Band seines neuen Zyklus. Er lässt sich Zeit mit der Einführung aller Personen und des Universums. Das mag für viele langweilig wirken, ich persönlich empfand das eher als unheimlich angenehm, weil man sich in den Plot wirklich in Ruhe einlesen und sich auch mit den Personen vertraut machen konnte. Durch die Intrigen fühlte ich mich des öfteren an die „Wüstenplaneten“-Romane erinnert, wobei ein Vergleich natürlich absolut hinkt und ich dieses Buch auch auf keinen Fall mit dem SF-Klassiker von Frank Herbert gleichstellen will. Dennoch verströmte „Kollaps“ ein klein bisschen eine ähnliche Atmosphäre. Die Idee der Ströme, die die Planeten miteinander verbinden, hat mir außerordentlich gut gefallen und lässt auf eine große Geschichte in den Nachfolgebänden hoffen. Ich habe das Buch innerhalb zwei Tagen gelesen, weil es mich wirklich gepackt hat, obwohl im Grunde genommen recht wenig passiert.
Was mich am sehr erstaunt hat, ist die Tatsache, dass sich viele von Scalzis Protagonisten vulgär ausdrücken, was mir eigentlich überhaupt nicht liegt und mich meistens enorm stört. Komischerweise verhält es sich hier aber anders, denn die unanständigen Ausdrücke passen einfach zu den Personen, die sie in den Mund nehmen. Oft habe ich mich bei einem Schmunzeln ertappt, weil es einfach gepasst hat. 🙂

John Scalzi baut neben wirklich guten (politischen) Dialogen auch witzige Szenen mit ein, so dass neben einer spannenden Geschichte auch der Humor nicht zu kurz kommt. „Kollaps“ ist Science Fiction-Unterhaltung, wie ich sie mag und wie man sie auch von Scalzi gewohnt ist. Sicherlich kommt „Kollaps“ ein wenig anders daher, weil es sich um eine großangelegte Space-Opera handelt, aber letztendlich erkennt man, entgegen anderer Stimmen, den Stil des Autors wieder. Der erste Band wirkt an manchen Stellen noch etwas unrund, was eventuell daran liegt, dass einige Handlungsstränge nicht weiter beachtet werden. Aber das kann sich ja mit den Folgebänden noch ändern, denn insgesamt wirkt das Universum mitsamt seinen politischen Machtspielen und Intrigen letztendlich doch sehr durchdacht und schlüssig. Scalzi hat sich meiner Meinung nach mit seinen bei den Fans nicht wirklich gut angekommenen letzten Büchern wieder ein wenig gefangen, wobei er eben einfach auch mal „neue“ Wege einschlägt oder vielleicht auch einschlagen will. Fehlende Kreativität und nachlassender guter Schreibstil kann ich ihm mit „Kollaps“ auf jeden Fall nicht ankreiden. Mir hat’s gefallen und ich freue mich schon auf Band 2.

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Fazit: Schön und spannend geschriebener Auftakt einer neuen Serie, die unbedingt fesselt.

© 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Das Phantom von Manhattan von Frederick Forsyth

PhantomErschienen als Taschenbuch
im Goldmann Verlag
240 Seiten
gebraucht auf diversen Plattformen erhältlich
ISBN: 978-3-442-45003-9

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Was wurde aus dem Phantom der Oper, welches in den Gewölben unter der l’Operà lebte und die junge Opernsängerin Christine Daaé entführte, da es sich unsterblich in die junge Frau verliebte?

Als Madame Antoinette Giry im Jahre 1906 im Sterben liegt und nach einem Notar verlangt, erzählt sie ihm, wie sie seinerzeit den Jungen Erik Mühlheim aus einem Kurisiositätenkabinett befreite und ihn zunächst in ihrem Heim aufpäppelte und dann an ihrer Arbeitsstätte, unter der Pariser Oper, versteckte. Nach dem skandalösen Vorfall um Christine Daaé verhalf sie ihm dann zur Flucht nach Amerika.

Und ihr letzter Wille ist es nun, dass der Notar Dufour einen Brief an Erik für sie zustellen soll. Und das persönlich und zwar in New York. Erik ist in New York zu großem Reichtum gekommen, ist einer der mächtigsten Männer Amerikas. Zu Gesicht bekommen hat das „Phantom von Manhattan“ jedoch bislang niemand ….

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Als ich damals Anfang 2016 das Musical „Das Phantom der Oper“ gesehen hatte, war ich so begeistert, dass ich die Geschichte lesen wollte. Ich habe dann den Roman von Gaston Leroux gelesen, der sicherlich gu,t aber doch irgendwie auch ein bisschen komisch war. Stichworte: der Perser, Stromausfall …

Mein Onkel erzählte mir dann, dass er mit meiner Tante im Musical „Das Phantom von Manhattan“ war, das einfach fantastisch sei und ihn absolut begeisterte. Ich wusste seinerzeit gar nicht, dass es eine „Fortsetzung“ des Romans gibt. Mein Mann schenkte ihn mir und ich habe ihn innerhalb der letzten 2 Tage verschlungen.

Zu allererst gibt es ein sehr ausführliches Vorwort von Frederick Forsyth, das so gut, interessant und informativ ist, das es sich allein dafür lohnt, das Buch in die Hand zu nehmen. Er zerlegt den Roman von Leroux in einer liebevollen aber klaren Art und Weise und er erzählt sehr viel über die Hintergründe der damaligen Gerüchte (die den Stoff für den Roman lieferten) den Bau und die Architektur des Opernhauses in Paris, uvm. Sehr spannend!

Wie oben im „Klappentext“ bereits erwähnt, beginnt die eigentliche Geschichte dann mit der Erzählung von Antoinette Giry, der Frau, die wir alle aus dem ersten Roman (und auch natürlich aus dem Musical) kennen. Im Roman war sie eher eine unterbelichtete „Schließerin“ der Logen im Operngebäude. Im Musical war sie die Leiterin des Corps des Ballet (der Tanztruppe) und Mutter der Tänzerin Meg.

Wir begleiten dann den Notar auf seinem Weg nach New York, erfahren wie es Erik nach seiner Ausreise nach Amerika ergangen ist. Auch hier verbaut Forsyth sehr viel Interessantes und historisch Belegtes. Ich habe alles nachgelesen und mir alte Bilder angeschaut, da ich zum einen prüfen wollte, ob er wirklich die wahre Geschichte mit seiner Fiktion verknüpft und es zum anderen einfach so spannend war, dass ich mehr wissen wollte.

Jedes Kapitel wird aus der Sicht einer anderen Person erzählt, die in die Handlung involviert ist, und so sind wir immer sehr nah dabei und es geht bisweilen recht dramatisch zu. Mehr verrate ich von der Handlung nicht, denn ich kann jedem, der „Das Phantom der Oper“ gesehen / gelesen hat nur empfehlen, diesen Roman ebenfalls zu lesen.

Die Idee zum Buch kam (natürlich) durch ein Gespräch mit Andrew Lloyd Webber auf, der dann gemeinsam mit Frederick Forsyth an dieser Handlung herumgefeilt hat.

Und eines weiß ich ganz gewiss: Dieser Roman wird ein fantastisches Musical geworden sein! Ich möchte es unbedingt ansehen. Aber zuerst: lest dieses Buch ☺

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© Marion Brunner für Buchwelten 2017

 

Ein plötzlicher Todesfall von J.K. Rowling

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9783551588883

Erschienen als gebundene Ausgabe
im Carlsen Verlag (der von Harry Potter 🙂 )
576 Seiten
24,90 €
ISBN: 978-3-551-58888-3
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Am Abend seines Hochzeitstages stirbt das Gemeinderatsmitglied Barry Fairbrother der Kleinstadt Pagford mit Anfang 40 plötzlich an einem Hirnschlag. Die Bewohner des schmucken Örtchens sind geschockt. Auch wenn Barry im Gemeinderat einige Gegner hatte, so war er doch ein beliebter Mann, der eine Frau, Kinder und einige gute Freunde voller Trauer zurücklässt.

Für die Kleinstadt ist ein solches Ereignis natürlich etwas, dass für einige Aufregung sorgt. Es wird geredet, spekuliert, sich an seinem Tod ergötzt. Aber das Ableben von Barry Fairbrother bewirkt noch mehr: Ein Krieg um den freigewordenen Platz im Gemeinderat bricht aus. Gleich drei potentielle Nachfolger stellen sich zur Wahl, wovon zwei Barrys Einstellung vertreten: Nämlich dafür Sorge zu tragen, dass der „Armenstadteil“ Fields weiterhin zu Pagford gehört, um z.B. den Kindern aus sozial schwächeren Familien eine Schulbildung in der örtlichen Grundschule zu ermöglichen. Barry Fairbrother stammte selbst aus Fields und hatte es geschafft, ein ganz Großer zu werden.

Doch natürlich will der Großteil des so hübschen, ordentlichen, ehrlichen und sauberen Pagford eben nicht, dass Fields weiterhin zu ihnen gehört. Sie wollen genau das Gegenteil. Fields soll der Stadt zugeordnet werden. Problem beseitigt! Barry Fairbrother ist ja leider plötzlich verstorben, somit sollte dies machbar sein. Doch da hat der Gemeinderat die Pläne ohne ihre Bewohner gemacht. Denn man kann den Menschen bekanntlich nur vor den Kopf schauen, was sie wirklich tun oder denken, dass bekommt man eventuell doch gar nicht mit ….

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Zunächst einmal, ich bin ein großer Fan der Potter-Reihe, wobei ich hier schon fand, dass die J.K. Rowling von Band zu Band gewachsen ist und man die letzten Romane mit den ersten zwei, drei Teilen, den Schreibstil betreffend, überhaupt nicht vergleichen kann.

Von daher war ich natürlich sehr neugierig auf ihren ersten „Erwachsenenroman“. Also, ein Krimi ist dieser Roman definitiv nicht (sollte der ein der andere Leser auf Grund des Titels damit rechnen). Eigentlich ist dies ein Roman in dem so gar nichts passiert und doch so viel! Rowling hat hier einen sozialkritischen Gesellschaftsroman geliefert, der das Leben in einer offensichtlichen Kleinstadtidylle beschreibt. Die unterschiedlichsten Menschen leben dort: Reiche Gemeinderäte mit ihren Ehefrauen, für die der tägliche Klatsch und Tratsch der einzige Lebensinhalt ist. Psychotische Schulleiter und Beratungslehrerinnen. Eine Sozialarbeiterin, die der Liebe wegen in Pagford gelandet ist und in ihrer Arbeit versucht, eine verwahrloste Familie zu retten, zu Hause jedoch mit ihrer pubertierenden Tochter zu kämpfen hat. Eine indische Ärztin, die es auf Grund ihrer Herkunft schon nicht leicht hat und deren Tochter extremst gemobbt wird. Diese kurzen Personenbeschreibungen zeigen auf, was für unterschiedliche Menschen in diesem Roman zu Hause sind. Und Rowling hat sie, alle wie sie da sind, so lebensecht und greifbar dargestellt, dass ich mich als Leserin wirklich in Pagford befand. Sie hat die unterschiedlichsten Probleme in sämtlichen Alters- und Sozialschichten beschrieben, sie miteinander verknüpft und sich Lebenswege kreuzen lassen.

Neid, Hass, Ängste, Aggressionen, Langeweile, Mobbing, Drogensucht, vernachlässigte Kinder, Macht, Gier und Gewalt an Kindern. Dies sind nur einige Themen, die die Autorin in ihrer Kleinstadtidylle behandelt hat. Und das sehr, sehr gut. Der Schreibstil ist absolut gehoben und auch wenn es viele verschiedene Personen gibt, so behält man doch den Überblick. Unverhofftes trifft auf Vorhersehbares. Lustige Momente lösen traurige und erschreckende ab. Ein wunderbar gelungener Mix wird hier geboten. Für mich ist der Roman eine Mischung aus John Irving und dem Stephen King aus „Joyland“ oder „Der Anschlag“. Besser kann ich es nicht beschreiben.

Ich habe mich jedesmal gefreut, wieder nach Pagford und den dort lebenden Figuren zurückzukehren und ich war ganz und gar nicht erfreut, als der Roman zu Ende war. Ich mochte die Personen gar nicht verlassen, wäre gerne noch ein wenig länger in ihrer Mitte geblieben.

Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für diesen Roman, der bei vielen gefloppt haben mag, bei mir defintiv nicht. Ich habe mich in dieser Geschichte sehr wohl gefühlt und gelernt, dass J.K. Rowling viel mehr ist, als die Schöpferin von Harry Potter und seiner Welt. Ich freue mich auf weitere Werke von ihr.

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© Buchwelten 2014

Voodoo von Nick Stone

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Erschienen als Taschenbuch
im Goldmann Verlag
insgesamt 608 Seiten
Preis: 9,95  €
ISBN: 978-3-442-46336-7
Kategorie:  Thriller

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Max Mingus hat seinen Polizeijob bereits vor Jahren aufgegeben. Er hat danach als sehr erfolgreicher Privatermittler gearbeitet. Seine Erfolgsquote war phänomenal. Doch dann hat Max etwas getan, dass ihn für einige Jahre ins Gefängnis gebracht hat. Während er dort einsaß hat er das wichtigste in seinem Leben verloren. Seine Frau Sandra starb bei einem Autounfall, alle Pläne für nach seiner Entlassung waren dahin. Die Liebe seines Lebens … fort.

Bereits während der letzten Zeit im Gefängnis versucht ein haitianischer Milliardär namens Allain Carver Max für einen Auftrag zu gewinnen. Er schreibt regelmäßig Briefe ins Gefängnis, die Max ignoriert. Carver ruft ihn an, Max legt sofort auf. Doch der reiche Ausländer gibt nicht auf.

Als Max nach seiner Entlassung zunächst in ein Hotel geht, weil er es nicht ertragen kann, schon nach Hause zu gehen, wo nichts außer Erinnerungen auf ihn wartet, erhält er erneut einen Anruf von Allain Carver. Und diesesmal hört Max ihn an. Carver erzählt im, dass sein 2-jähriger Sohn Charlie vor zwei Jahren verschwand. Er bietet Max Mingus eine Unsumme an Dollars an, wenn er den Auftrag übernimmt, seinen Sohn aufzuspüren.

Nach einiger Bedenkzeit nimmt Max Mingus den Auftrag an. In erster Linie nicht wegen des Geldes, eher um eine Aufgabe zu haben. Die Sache hat jedoch einen Haken: bereits zwei Ermittler vor Max haben versucht, den Jungen zu finden. Der eine ist spurlos verschwunden, der andere lebt zwar noch, ist aber nicht mehr ganz er selbst. Trotzdem fliegt Max Mingus nach Haiti, einem Land, in dem es Voodoo und schwarze Magie gibt und wo die Legende des Ton Ton Clarinette umgeht: seit etwa 200 Jahren soll er Kinder stehlen.

Auf Haiti angekommen, lernt Max den Patriarchen des Carver Imperiums kennen. Gustav Carver, ein Mann mit einer sehr starken, dominanten Ausstrahlung, vor der selbst der Sohn Allain klein wirkt. Max bekommt das Gästehaus der Carvers für seinen Aufenthalt zur Verfügung gestellt und beginnt seine Suche nach dem verschwundenen kleinen Erben des Carver Imperiums. Dabei stößt Max auf viele dunkle, verzwickte Geheimnisse, begibt sich in Gefahrensituationen, lässt sich jedoch durch nichts abschrecken. Was hat er schon zu verlieren ….

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Der Roman wurde mich von einer Kollegin empfohlen, die selbst gerne Thriller liest. Sie sagte mir, dass ich das Buch unbedingt lesen soll, weil es mir garantiert gefalle.

Ich war mehr als positiv überrascht, auch wenn mich ihre Informationen zum Buch schon angesprochen haben und der Klappentext mich danach noch neugieriger gemacht hat. Dennoch hatte ich so eine gute, sehr geschickt ausgeklügelte Geschichte nicht erwartet.

Fange ich mit dem Protagonisten Max Mingus an: ein Ex-Bulle, total normal, traurig über den Verlust seiner Frau, kein Macho, kein Draufgänger, kein Witzereisser, kein arroganter und geschniegelter Kerl, sondern einfach nur ein stinknormaler Typ, der früher hervorragende Arbeit geleistet hat, bis er den letzten Fall etwas zu „emotional“ zu Ende gebracht hat. Er war mir von Anfang an sympathisch.

Die weiteren Figuren der Handlung sind ebenfalls sehr gut ausgearbeitet. Ich kann nicht auf einzelne Personen eingehen, ohne zu viel von der Handlung zu verraten. Jedoch sind die Entwicklungen der jeweiligen Charaktere gut umgesetzt und für den Leser sind einige Überraschungen vorhanden. Eine Szene, grausam und brutal geschrieben, ist so gut erklärt, dass sie für mich als Leserin absolut nachvollziehbar war. Hier hat der Autor dem Charakter wirklich gute Worte in den Mund gelegt.

Der Schreibstil ist nicht sonderlich gehoben, jedoch sehr bildhaft und die Sprache ist nicht zu umgangssprachlich. Der Autor schafft es innerhalb der gesamten Handlung eine besondere ruhige, angenehme Stimmung zu schaffen und diese auch zu halten. Die Spannung ist durchweg gegeben, es britzelt auch in dramatischen Momenten, jedoch wechselt die Handlung nie ins reißerische. Auch die krasseren Szenen, die innerhalb der Handlung sehr wohl vorkommen, lassen die ruhige Stimmung nicht schwinden.

Der Titel „Voodoo“ lässt vermuten, dass der Roman überwiegend von diesen Ritualen und schwarzer oder dunkler Magie handelt. Ich hatte an etwas wie den Film „Angel Heart“ gedacht. Dem ist aber überhaupt nicht so. Sicher werden diese Bereiche innerhalb der Handlung gestriffen jedoch sind sie eher nebensächlich und ergänzend für die Geschichte interessant. Es werden also weder ständig Hühner geköpft oder deren Klauen genutzt.

Auch das Ende des Romans hat mich überzeugt und mir gut gefallen, es gab sogar noch eine kleine Wendung, mit der ich nicht gerechnet hatte, die aber richtig gut war.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für diesen spannenden, fesselnden, gut aufgebauten Thriller, der trotz der Dramatik und stellenweisen Heftigkeit durchgehend eine angenehme und ruhige Stimmung beibehält. Der Spannungsbogen ist gut durchdacht und hält sich die gesamte Geschichte hindurch; die Charaktere sind gut ausgearbeitet, glaubhaft und lebensecht dargestellt. Hier gebe ich eine unbedingte Leseempfehlung.

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Und da ich so begeistert war, freue ich mich, dass es zwei weitere Romane von Nick Stone um Max Mingus gibt.

Der Totennmeister

Todesritual

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© Buchwelten 2013

Der Weg ins Dunkel von Patrick Woodhead

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Erschienen als Taschenbuch
bei rororo
insgesamt 416Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-499-25867-1
Katergorie: Thriller

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Im Herzen des Kongo, im tiefen Ituri Wald, ist der junge britische Arzt Joshua Milton seit Monaten spurlos verschwunden. Er war bei einem Einsatz der „Ärzte ohne Grenzen“ dort stationiert und nun ist er nicht mehr auffindbar. Der Kongo ist ein gefährliches Gebiet, kämpfen dort doch verschiedene afrikanische Milizen, die waffentechnisch erschreckend gut ausgerüstet sind.

Joshuas enger Freund seit Jugendtagen, Luca, ehemalig ein Weltklassebergsteiger, wird zur Hilfe gerufen und gebeten, Joshua zu suchen. Luca ist derzeit als einfacher Träger im Himalaja unterwegs, denn der Verlust eines Freundes während einer Bergtour hat ihn in tiefe Depressionen gestürzt. Er sieht sich selbst nicht mehr als Bergsteiger, sondern als Versager und gibt sich die Schuld am Tod seines Freundes. Doch als ihn die Information erreicht, dass sein seit der Kindheit engster Freund  vermisst wird, begibt er sich auf den Weg in den Kongo. Joshua und Luca sind beinahe aufgewachsen wie Brüder und er verspürt den Ehrgeiz ihn zu finden.

Begleitet und unterstützt wird er von der Geologin und Pilotin Beatrix Makuru. Sie arbeitet für eine Minengesellschaft und wird in den Kongo gerufen, weil unerklärliche Explosionen in letzter Zeit einige Minen der Firma an der Bergung der wichtigen Rohstoffe hindern. Es scheint Beatrix Makuru, kurz Bear, als seien die Explosionen keine Unfälle, wie von den dortigen Vorarbeiten behauptet, sondern vorsätzlich ausgelöste. Diese Umstände will Bear in der Mine im Ituri Wald überprüfen. Außerdem gelangte der Geologin durch Zufall ein bisher absolut unbekanntes Mineral in die Hände, ein Gestein, welches mit einer hauchfeinen roten Ader durchzogen ist. Auch diesem Rätsel will sie dort näher kommen.

So kommt es dazu, dass sich die Wege von Beatrice und Luca kreuzen, denn sie nimmt ihn als Passagier ihn ihrer Cessna mit in das schwarze Herz des Kongo. Und kaum sind sie dort angekommen, bekommen sie zu spüren, dass sie dort nicht erwünscht sind. Es beginnt eine rasante Flucht durch den Dschungel, ein Kampf ums Überleben. Aller Gefahren zum Trotz verlieren sie die Hintergründe der Reise nicht aus den Augen und voller Mut und mit dem Einsatz ihres Lebens, versuchen sie Joshua zu finden und das Rätsel um das neuartige Mineral zu lösen …

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Die obige Beschreibung ist auch in etwa das, was der Klappentext des Buches an Inhalt wiedergibt, in Wirklichkeit ist dies allerdings nur ein kleiner Teil. Denn die eigentliche Suche des verschollenen Arztes ist zunächst eher ein unbedeutenderer Handlungsstrang, der nur nebenbei behandelt wird.

Die ersten 6 oder 7 Kapitel sind jeweils komplett eigenständige Handlungsteile, die mit den Personen, die dadurch immer hinzu kommen, etwas anstrengend und auch verwirrend erscheinen. Denn es dauert eine ganze Weile bis man die Zusammenhänge versteht und einen gewissen Durchblick erhält.

Es gibt Sprünge von Afrika bis China, Figuren und Passagen mit den unterschiedlichsten Interessen, so scheint es zumindest anfangs. Erst nach der Hälfte des Buches reduzieren sich die verschiedenen Stränge, da sie nach und nach zusammengeführt werden und für den Leser dann verständlich wirken und Sinn ergeben.

Mir war dies alles ein bisschen zu viel des Guten und zu überfrachtet. Zumal der Hintergrund des Romans eher politisch und weltmachtbezogen ist, was die Inhaltsangabe und auch die Leseprobe nicht vermuten lies.

Der Schreibstil ist einfach aber gut. Die Schönheit des Dschungels und des Landes Afrika hat der Autor, der selber ein Abenteurer ist, sehr gut beschrieben und rübergebracht. Auch die Unruhen des Landes und das Elend der Einheimischen hat er gut dargelegt. Es geht mitunter sehr brutal und heftig zu, allzu schwache Nerven sollte man hier nicht haben.

Das eigentliche Thema, die Suche des Arztes empfand ich als eher nebensächlich und erst am Schluss recht schnell abgehandelt.

Das Buch präsentiert der Verlag als Taschenbuch mit einem düsteren Cover, welches einen Dschungel und die Silhouette eines Menschen zeigt. Es passt zum Thema und gefällt mir gut.

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Mein Fazit: 3 von 5 Sterne für einen Thriller der eigentlich völlig andere Themen beinhaltet, als die Inhaltsangabe vermuten lässt. Zunächst etwas verwirrend und überfrachtet, ab der Hälfte aber sehr schlüssig, stimmig und auch spannend zu lesen.

Ich danke rororo für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2013

Rubinrot, Saphirblau & Smaragdgrün (Edelstein-Trilogie) von Kerstin Gier

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Erschienen als Schuber
mit 3 gebundenen Ausgaben (mit Lesebändchen)
im Arena Verlag
insgesamt 1248 Seiten
Preis: 39,99 €
ISBN: 978-3-401-06763-6
Katergorie: Jugendbuch ab 12 Jahre

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Gwendolyn ist 16 Jahre alt und lebt in einem uralten Haus mitten in der gehobenen Gegend von London. Ihre Familie darf sich wohl als reich bezeichnen und Gwendolyn ist nach dem Tod ihres Vaters mit ihrer Mutter und zwei Geschwistern in die dritte Etage dieses herrschaftlichen Kastens gezogen.

Dort gibt es einen Ballsaal (in dem man prima Fahrradfahren lernen kann), ein Musikzimmer (in dem kein Mensch musiziert), die stocksteife Großmutter Lady Arista, eine schräge mit Visionen gesegnete Großtante Maddy, einen Butler, der sich anschleichen kann wie eine Katze, eine extrem unangenehme Tante Glenda und eine noch viel nervtötendere Cousine Charlotte. Und um all das herum gibt es ein großes Geheimnis, von dem Gwendolyn nicht den blassesten Schimmer hat.

Sie weiß nur, dass es mit ihrer Cousine Charlotte zu tun hat, die ihr Leben lang auf etwas vorbereitet wird, in dem man unbedingt Menuett tanzen, im Damensattel reiten, fechten und Fächer halten können muss.

Und das dieses ganze Brimborium mit Zeitreisen zu tun hat, soviel hat Gwendolyn auch schon mitbekommen. Und selbst wenn Charlotte sich auf all das furchtbar viel einbildet und meint etwas besseres zu sein, ist Gwenny doch glücklich und zufrieden mit ihrem „normalen“ Leben. Charlotte ist einen Tag älter als Gwendolyn und der große Moment ihres ersten Zeitsprungs sollte unmittelbar bevorstehen. Alle warten mit Spannung auf die typischen Schwindelgefühle der Cousine, die diesen Moment ankündigen sollen.

Tja, das dumme ist nur, dass die Familie das jahrelange Theater völlig umsonst um die falsche Person gemacht hat. Denn absolut unangekündigt springt Gwendolyn in ihrem ersten Zeitsprung ins London am Ende des 18. Jahrhunderts. Weder in irgendeiner Art und Weise vorbereitet, noch entsprechend gekleidet.

Das ganze passiert ihr dreimal innerhalb kurzer Zeit und die einzige Person, der Gwendolyn davon erzählt, ist ihre Freundin Leslie. Denn sie glaubt ihr und ist nicht der Meinung, wie z.B. ihre Tante und Cousine, dass sie sich nur wichtig machen will. Leslie weiß auch, dass Gwendolyn Geister sehen und mit ihnen sprechen kann. Doch nach dem dritten unkontrollierten Sprung zwingt Leslie ihre Freundin praktisch dazu, dass sie endlich ihrer Mutter von dem Drama erzählt. Denn diese Sprünge sind extrem gefährlich, wenn man zu den unmöglichsten Zeiten an den unpassendsten Orten auftaucht.

Mit dieser Offenbarung ändert sich Gwendolyns Leben von jetzt auf gleich. Die Krise innerhalb der Familie ist vorprogrammiert, Tante Glenda und Charlotte sind natürlich nicht angetan davon, dass ausgerechnet Gwendolyn das Zeitsprung-Gen geerbt haben soll. Gwendolyn selbst versteht überhaupt nichts mehr. Sie wird von nun an täglich zu den Wächtern in Temple chauffiert, wo sie mithilfe eines Chronografen gezielt durch die Zeit springen muss/soll. Und an ihrer Seite ist ein erschreckend gut aussehender junger Mann, Gideon de Villiers. Der zweite Zeitreisende ihrer Generation.

Gemeinsam reisen die beiden durch die Zeiten, versuchen DAS Geheimnis zu lüften. Dabei erleben die beiden nicht nur die aufregendsten Abenteuer in wundervollen Gewändern, lernen ihre Urururahnen kennen und müssten gehörig aufpassen wem sie überhaupt trauen können. Nein, natürlich muss auch noch die bescheuerte Liebe ins Spiel kommen, die das ganze Chaos nur noch viel komplizierter macht …

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Kerstin Gier hat im Nachwort zum zweiten Band (Saphirblau) geschrieben, dass ihr klar ist, dass viele das Buch auf Grund des wunderbaren Covers kaufen. Wegen diesen Covern hatte ich auch schon oft (es ist lange her) die Bücher in der Hand aber ich wusste es ist eine Reihe, daher habe ich dann doch nie zugegriffen. Ich verlor die Bücher dann aus den Augen, bis eine liebe Bloggerfreundin mich wieder darauf gestupst hat. Denn auch sie hat nach langem Zögern dann doch begonnen die Reihe zu lesen und sie hat mich mit ihrer Begeisterung nicht nur sehr neugierig gemacht, sondern total mitgerissen. Umso größer war dann meine Freude, dass ich den sehr schönen Schuber mit allen drei Bänden (gebundene Ausgaben MIT Lesebändchen in der jeweiligen Farbe!) von meinem Lebensgefährten zu Nikolaus geschenkt bekam.

Ich hatte alle drei Bände innerhalb von 7 Tagen gelesen, Smaragdgrün habe ich gestern Nachmittag (nach zwei Tagen) durchgehabt. Und ich war doch traurig, dass es nicht noch einen vierten Teil, vllt. „Diamantweiss“ gibt.

Diese Reihe hat soviel Spaß gemacht, dass ich die Bücher verschlungen habe. Die Handlung kommt komplett ohne Elfen, Vampire oder Zauberer aus. Stattdessen gibt es Reisen durch die Jahrhunderte, schillernde Bälle, düstere Personen, alte Häuser, Geheimgänge, zwielichtige Gestalten und jede Menge Rätsel.

Ich schreibe diese Rezension über alle drei Bände, weil die Bücher für mich einfach zusammengehören (wobei die Autorin in Saphirblau und Smaragdgrün die jeweiligen Geschehnisse der vorangegangenen Bände gut zusammengefasst hat). Die Handlungen gehen nahtlos ineinander über und ich kann nicht einmal sagen, dass mir eines davon besser oder schlechter gefällt, wie es z.B. bei den Potters doch der Fall war. Die drei Teile halten für mich alle das gleiche Level, der Schreibstil ist durchgehend angenehm, sehr geheimnisvoll und voller Witz. Oft musste ich laut lachen, was passiert, wenn ein kleiner Wasserdämongeist (Xemerius ist schon wirklich gut!) seine qualifizierten Kommentare abgibt oder Menschen verschiedener Epochen aufeinandertreffen und die Aussagen dann nicht unbedingt in die jeweilige Zeit passen.

Kerstin Gier hat ihre Charaktere so tief und liebevoll ausgearbeitet, dass mir sehr viele während des Lesens ans Herz gewachsen sind und ich sie gar nicht verlassen mochte. Hier meine ich nicht nur die Protagonisten Gwendolyn und Gideon. Auch die Familienmitglieder Tante Maddy oder der Butler Mr. Bernhard sind tolle Figuren. Sehr gerne mag ich auch Gwendolyns Freundin Leslie, die an Einsatz und Fürsorge kaum zu übertreffen ist. Aber auch die Schneiderin der Wächter, Madame Rossini (Schwanen’älsschen) oder der Schulgeist James sind so gut dargestellt und ausgearbeitet, dass sie einfach nur Spaß machen und Freude bereiten.

Im Anhang aller drei Bände gibt es zusätzlich noch eine Auflistung der wichtigsten Personen der Handlung, die mitunter hilfreich sein können, wenn man Gefahr sieht bei den ständig wechselnden Jahreszeiten den Überblick zu verlieren. Teil 2 und 3 haben schöne Nachwörter, die ich – ich gestehe – immer zuerst lese.

Die Kapitel sind nicht einmal so kurz, dennoch flog ich nur durch die Geschichte. Was zeigt, wie abwechslungsreich und kurzweilig die Handlung der Romane ist (Es gibt sogar das Haus am Eaton Place, sollte sich ausser mir noch jemand daran erinnern 😉 )
Die Cover sind alle drei fast identisch und ein absoluter Blickfang. Sie zeigen Figuren der Handlung in Kleidern unterschiedlichster Epochen und sind sehr verspielt und liebevoll gestaltet.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für die Edelsteintrilogie, die mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat und absolute Freude bereitet. Ich hatte das Buch gerade zugeklappt als ich sagte, dass ich sie garantiert noch einmal lesen werde. Die Bücher ist sicherlich als Jugendbücher einzustufen, doch auch ich als erwachsene Frau hatte großen Spaß und man merkt, dass genau den die Autorin auch beim Schreiben hatte. Und sie ist schließlich auch Erwachsen, wobei dass ja immer Ansichtssache ist 🙂 .

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Ich danke Karin Fiedler von Literatur und mehr für die Leseempfehlung und Wolfgang Brunner für den schönen Schuber!

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© Buchwelten 2013

Der Kinderpapst von Peter Prange

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Erschienen als gebundene Ausgabe
mit Leseband
im Pendo Verlag
608 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN: 9783866122765
Katergorie: Historischer Roman

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Schon Teofilos Geburt scheint ein Zeichen Gottes zu sein. Im Jahre 1021 n. Chr. wird er geboren. Im damals hohen Alter von 36 Jahren bringt Comtessa Ermelina ihren vierten Sohn zur Welt. Sie hätte ihr eigenes Leben für dieses Kind geopfert, doch Mutter und Kind überstehen die Niederkunft. Die Geburt des Kindes sieht Ermelina als Vorsehung, ihr Sohn ist ein Gesandter Gottes und von Anfang an steht für Ermelina fest, dass Gott mit ihrem kleinen Teofilo Großes plant. Sie bevorzugt ihn vor ihren drei anderen Söhnen, was diese mit geschwisterlicher Eifersucht zur Kenntnis nehmen. Vor allem der Erstgeborene Gregorio, zehn Jahre älter, ist fürchterlich wütend, dass er selbst tun und lassen kann was er will, um die Aufmerksamkeit seiner Eltern auf sich zu ziehen, was ihm jedoch nicht gelingt.

Teofilo di Tusculo lebt eine normale Kindheit, sicherlich wird er sehr gläubig erzogen und von klein an wird er von seinem Taufpaten Giovanni Graziano unterwiesen und bekommt die Regeln Gottes gelehrt. Hier ist Teofilo von Anfang an sehr wissbegierig und liebt es die Wunder Gottes zu hinterfragen. So will er beispielsweise unbedingt wissen, wie sich Wein in Blut verwandeln kann.

Von Kindesbeinen an ist Teofilo die Hochzeit mit seiner Cousine Chiara di Sasso versprochen. Und er kann es nicht erwarten endlich alt genug zu sein, um seine große Liebe zu heiraten. Die beiden lieben sich innig, was ja zur damaligen Zeit sicher keine Voraussetzung für eine Heirat war. Doch auch die kleine Chiara liebt den Jungen mit der dunklen Haut und den wunderbaren grünen Augen über alles. Viel Zeit verbringen sie als Kinder in einem geheimen Versteck und träumen von ihrer Zukunft. Die Zeit in der sie endlich einander gehören als Mann und Frau.

Doch plötzlich verstirbt Teofilos Onkel Romano, derzeitiger Papst in Rom, Stellvertreter Gottes genannt Johannes Paul, der XIX. Und um den Stand der Tuskulaner in der römischen Gesellschaft zu wahren, setzt Teofilos Vater Alberico alles daran, wieder ein Mitglied seiner Familie auf Gottes Thron zu setzen. Und dies soll sein jüngster Sohn Teofilo sein. Der weigert sich natürlich, will er doch unbedingt seine große Liebe Chiara heiraten. Als Gottes Diener müsste er der weltlichen Liebe jedoch entsagen.

Doch Teofilo kann sich natürlich nicht durchsetzen. Ihm wird immer wieder klargemacht, dass er bereits als Auserwählter auf die Welt kam. Und so wird ein erst 12-jähriger Knabe zu Gottes Stellvertreter auf Erden, Papst Benedikt IX …

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Peter Prange hat schon einige historische Romane geschrieben, ich selber habe jedoch noch keinen gelesen. Ich sehe mich auch nicht als sonderlichen Fan dieser Romane und als gläubigen Menschen auch nicht, wobei ich als Kind eine recht religiöse Erziehung genossen habe und von daher zumindest ein gewisses Maß an Wissen über die Katholische Kirche habe (so habe ich den Spruchformeln der Messen doch noch folgen können oder sie sind mir teilweise wieder ins Gedächtnis gekommen).

Der Titel des Buches hat mich zuerst neugierig gemacht. Von einem Kinderpapst hatte ich noch nie gehört (doch es gab ihn wirklich!). Dann habe ich die Inhaltsangabe gelesen und die las sich sehr interessant und ich hoffte auf ein nicht „nur“ kirchliches Buch.

Ein Junge, der zum Papst wird, dadurch die Liebe seines Lebens lassen muss und sich durch ein zerrissenes Herz in seinem Wesen so sehr verändert, dass er „zum Teufel in Menschengestalt“ wurde, dass klang nach spannender Historie. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Dieser Roman ist fesselnd und spannend geschrieben. Prange beginnt mit einem Epilog in der heutigen Zeit, naja nicht ganz, springt dann zurück in das Jahr 1021 n. Chr.. Das Buch umfasst ein wenig mehr als 600 Seiten, die nicht locker beschrieben sind, doch es kam nicht einen Moment Langeweile auf oder die Handlung hat sich gezogen.

Nachdem ich zu Beginn ein wenig im Anhang geblättert hatte (ein Laster von mir) hatte ich ein wenig Sorge, dass ich den vielen kirchlichen Namen und Ereignissen nicht folgen könnte, doch dies war unbegründet. Denn auch wenn der Roman eine Vielzahl an Charakteren bietet, so habe ich als Leser nicht den Überblick verloren. Die wichtigen Figuren sind nicht einmal so viele und tragen immer wieder zur Handlung bei, sodass es nicht vorkam, dass ich nicht mehr wusste, wer denn wer war. Auch die – natürlich recht häufigen – christlichen und kirchlichen Szenen waren allesamt sehr gut erklärt und beschrieben. Lateinische Ausdrücke wurden innerhalb des Satzes übersetzt.

Die wichtigsten Figuren sind natürlich Teofilo, also Papst Benedikt der IX und Chiara di Sasso. Immer wieder wechseln die Handlungsstränge zwischen den Erlebnissen der beiden. Der Schreibstil ist sehr gehoben und gut ausformuliert, jedoch alles andere als staubtrocken, wie vielleicht das Thema vermuten lässt. Auch Römer und Christen zur damaligen Zeit haben normal gesprochen, gestritten oder auch geflucht.

Der Charakter seines Protagonisten ist sehr glaubwürdig und real ausgearbeitet. Diese innere Zerrissenheit, die Verzweiflung, der immer wieder aufkeimende Hass auf Gott, die Sehnsucht nach Liebe, der Versuch, seinen Gott immer wieder zu provozieren, um den rechten Weg zu finden und wieder glauben zu können, dies sind nur einige der Eigenschaften dieser Figur.

Doch auch die damalige Gottesfurcht, die Angst vor der Hölle und Strafe für begangene Sünden hat der Autor in den übrigen Charakteren sehr gut beschrieben.

Dieses Buch beinhaltet zu viel um es in eine Rezension zu packen. Lest diesen Roman selber und lasst euch bloß nicht vom Thema Kirche abschrecken. Der Roman will nicht bekehren oder die Schäfchen in die Kirche treiben. Dieser Roman zeigt auf, was Menschen sind und wie sie werden können.

Im bereits erwähnten Anhang sind sämtliche historischen Ereignisse aufgezeigt und vermerkt. Es ist erstaunlich wie Peter Prange diese Personen und Geschehnisse in seine erdachte Handlung verwoben hat und man fühlt sich nicht, als lese man einen teilweise fiktiven Roman, sondern als hätte es sich wirklich damals genau so zugetragen.

Das Buch selbst erscheint – passend zum Thema – in viel Rot und Gold und zeigt auf dem Cover lediglich ein altes Bildnis eines jungen Papstes, der unter der Tiara beinahe „versinkt“.

Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für diesen historischen Roman, der obwohl mich die Inhaltsangabe neugierig gemacht hat, noch viel besser war als ich erwartet hatte. Eine spannende, fesselnde, dramatische und oft auch sehr brutale Geschichte um Liebe, Gott, Glauben, Hass und vertrackte Geschäfte unter den Adligen der damaligen Zeit. Ich kann das Buch nur empfehlen! (P.S. Googelt mal, es lohnt sich).

 

Ich danke Amazon für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars..

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Hier geht es zur Homepage des Autors —>   peterprange.de

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© Buchwelten 2012 

White Horse von Alex Adams (4/5)

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Erschienen als
Klappenbroschur
im PIPER Verlag
448 Seiten
Preis: 16,99 €
ISBN: 978-3-4927-0252-2
Kategorie: Endzeitdrama/Fantasy

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Zoe ist Putzfrau – oder auch Reinigungskraft – bei einem großen Medizinkonzern. Sie schrubbt die Böden, kümmert sich um die Versuchstiere und mag ihren Job. Zoe ist bei weitem nicht dumm, sondern hat diese Arbeit nur angenommen um sich bei einem sicheren Einkommen in Ruhe Gedanken zu machen, ob und was sie evtl. später einmal studieren möchte.

Außerdem ist Zoe aber auch eine geliebte Tochter, Schwester und sie hat Freunde in ihrer Umgebung. Einen kleinen Sicherheitswahn hat sie auch. Ihre Wohnung ist durch extreme Alarmsysteme gesichert, die gut ausgeklügelt sind. So ein bisschen wie Fort Knox.

Um so erstaunlicher ist, dass eines Tages mitten in ihrem Wohnzimmer ein seltsames Gefäß auf dem Boden steht. Einfach so. Nichts ist gestohlen, nichts ist zerstört worden. Da steht nun plötzlich dieses versiegelte Teil zwischen Sofa und Fernseher auf dem Teppich.

Zoe ist verwirrt und neugierig, macht aber keine Anstalten, sich das Gefäß näher anzusehen.

Stattdessen sucht sie sich einen Therapeuten. Sie möchte über dieses aufgetauchte Problem mit einem Fachmann sprechen, ist jedoch nicht ganz ehrlich. Sie sagt bereits in ihrer erster Sitzung, dass sie von diesem Gefäß träumt und dieser Traum sie nicht loslässt.

Die Sitzungen tun Zoe gut, sie baut ein angenehmes Verhältnis zu dem Therapeuten auf, das Gefäß rührt sie dennoch nicht an. Sie lebt weiterhin ihren Alltag, geht zur Arbeit, trifft ihre Freunde und Nachbarn.

Doch dann beginnen sich die Dinge zu ändern: Die Menschen in ihrer Umgebung werden krank, ein üblicher Brech-Durchfall befällt sie und noch etwas ist seltsam. Sämtliche Katzen, die im Appartementblock leben, verschwinden.

Zoe fragt sich, was passiert ist und ob evtl. dieses unscheinbare aber störende Gefäß in Ihrer Wohnung damit zu tun hat?

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Zunächst war ich ein wenig skeptisch, das gebe ich zu. Der Text auf dem Buchrücken hat an Inhalt nicht viel hergegeben, aber dennoch neugierig gemacht. Mir war klar, dass mich in etwa ein Endzeitdrama erwartet und das trifft auch zu.

Die Kapitel springen immer zwischen „Damals“ (vor der Katastrophe) und „Jetzt“ (die Zeit, in der Zoe um ihr Überleben kämpft). Das gestaltet das Lesen als sehr kurzweilig und rasant. Wobei diese beiden Zeitspannen innerhalb des Romans immer mehr zusammenrücken.

Der Schreibstil war gut, stellenweise sehr gehoben, ausführlich und bildhaft. Hier eine kleine Textstelle (S.330)

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Flammen lecken über einen Lastwagen auf der anderen Seite des Lagers, küssen das Metall mit der Zärtlichkeit eines Liebhabers. Höher und höher züngeln sie, bis die Nacht explodiert. Das Licht hinterlässt grelle Flecken auf meiner Netzhaut, als sich der Feuerball entfaltet, eine Blume, deren Blütenblätter sich aufspreizen, weiter … immer weiter … und dann zurücksinken an den Ort ihrer Entstehung.“

Eine Stelle, die hängengeblieben ist, denn die gefiel mir sehr gut.

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Natürlich sind die Erwartungen bei Aussagen auf dem Buchrücken, die u.a. mit Stephen King vergleichen, entsprechend hoch. Hier muss ich sagen, an die Stimmung von Kings „The Stand“ kommt das Buch für mich nicht ran.

Hierzu wurde ich bis zuletzt mit der Protagonistin nicht wirklich warm, auch wenn sie sympathisch war und ein herzensguter Mensch, der letzte Kick kam für mich nicht ganz rüber.

Für mich hat sich die Story aber ab der Hälfte verbessert, die Auflösung des Ganzen und auch das Ende sind Geschmackssache. Ich fand den Schluss an sich nicht so brillant. Aber das empfindet nun mal jeder Leser anders. Es gibt auch viele geniale Kings – um bei dem Vergleich zu bleiben – die ein eher schwaches Ende haben.

Trotzdem hat mir der Roman gut gefallen und ich habe Zoe gerne begleitet auf ihrem schweren Weg. Eine düstere Stimmung kommt sehr wohl auf schlimmerweise kann so eine Katastrophe in unserer heutigen Zeit sicherlich wirklich – in ähnlicher Weise – eintreffen.

Das Cover ist sehr gut gelungen. Ein verlassener Ort, mitten darin steht Zoe erschöpft im Regen. Die Farben sind dunkel und düster gehalten. Es passt sehr gut zur Geschichte und ist ansprechend.

Alex Adams ist übrigens eine Frau und dieser Roman ist ihr Debüt und „White Horse“ der Auftakt einer Trilogie.

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Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für ein dunkles Endzeitdrama, in dem dennoch die Gefühle und Menschlichkeit eine große Rolle spielen, das rasant geschrieben und abwechslungsreich ist. Ein uralter Hintergrund dient als Ursprung der Story und die Umsetzung ist gelungen und nicht mal abwegig. Der Schluss für mich eher weniger überzeugend, aber sicherlich Ansichtssache.

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Ich danke dem PIPER Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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© Buchwelten 2012

Stadt aus Trug und Schatten von Mechthild Gläser (5/5)

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Erschienen als
gebundene Ausgabe mit Leseband
im LOEWE Verlag
416 Seiten
Preis: 17,95  €
ISBN 978-3-7855-7402-7
Kategorie: Fantasy/All Age

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Die 17-jährige Flora lebt mitten im Ruhrgebiet, in Essen um genau zu sein und eigentlich ist sie ein Teenager wie jeder andere auch.

Sie geht zur Schule, ab und an mit ihrer besten Freundin shoppen und sie tanzt Ballett, zumindest versucht sie es. Sie selber behauptet, sie sei eine sehr schlechte Tänzerin.

Flora lebt gemeinsam mit ihrem Vater und der Haushälterin in einer Wohnung, die so alarmgesichert ist wie der Buckingham Palace. Floras Vater ist etwas eigensinnig in Vorstellung, jemand könne einbrechen und seine wertvollen Fische stehlen, die in der gesamten Wohnung in diversen Aquarien gehalten werden.

Umso überraschter ist Flora, als ihr plötzlich der finnische Austauschschüler Marian vorgestellt wird, der ab sofort im Arbeitszimmer des Vaters schlafen wird. Seit 8 Jahren ist Flora mit Wiebke befreundet und sie durfte nicht ein einziges Mal zu Flora zu Besuch kommen und nun? Urplötzlich nimmt ihr Vater einen fremden Jungen auf. Flora ist sich sicher, dass da etwas nicht stimmt und mehr dahinter steckt.

Floras Welt gerät etwas aus den Fugen als sie – die NIE träumt – urplötzlich in ihrem Traum in einer Stadt namens Eisenheim erwacht. Eine gesamte Stadt, mit so realen Menschen und Wesen, dass Flora diesen Traum als erschreckend lebendig erlebt.

Als sie dann auch noch tagsüber Schattenwesen sieht, die außer ihr niemand erkennen kann, die z.B. neben der U-Bahn herlaufen, da glaubt Flora zwischenzeitlich völlig geisteskrank zu sein.

Doch als Flora in der zweiten Nacht erneut in Eisenheim erwacht, da erfährt sie, dass sie keinesfalls dabei ist, den Verstand zu verlieren, sondern dass sie eine Wandernde ist und von nun an jeden Tag und jede Nacht zwei Leben leben wird. Und Flora erkennt, dass ihr bisheriges Familien- und Alltagsleben nicht das gewesen ist, was es zu sein schien …

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Am 22.04.2012 hatte ich das Vergnügen einer kleinen Lesung von Mechthild Gläser zu lauschen, als sie als Überraschungsgast von Ralf Isau auf dessen Lesung im Ruhrgebiet vorgestellt wurde. Mir war die scheinbar stille und ruhige Autorin sofort sympathisch und das Vorgelesene hat mich auf Ihr Werk gleich neugierig gemacht.

Mechthild Gläser hat einige Seiten zum Besten gegeben und im Nachhinein noch von Ralf Isau gestellte Fragen beantwortet. Sie war nicht offensichtlich nervös und hat interessante Auskünfte erteilt.

Sicher stecke auch ein kleiner Teil „Flora“ in ihr, sie selber tanzt z.B. auch Ballett und behauptet von sich, sie sei richtig schlecht darin.

Schon früh hat Mechthild Gläser das Schreiben begonnen und für sie geht mit der Veröffentlichung ein Traum in Erfüllung. Aber ich denke, Mechthild muss selber auch eine sehr große Leserin sein. Denn sonst hätte sie nicht bereits jetzt, im zarten Alter von 26 Jahren 😉 einen solch guten, gehoben ausformulierten Schreibstil entwickeln können.

Die Protagonistin der Autorin ist gerade 17 Jahre alt, in diesem Alter sprechen viele Jugendliche nun mal flapsig und umgangssprachlich. Sicher hat auch ihre Flora diese Eigenschaften, dennoch hat die Autorin einen gehobenen Stil das gesamte Werk über beibehalten.

Die Szenen wechseln immer zwischen der realen Welt und der Schattenwelt Eisenheims, nicht immer kapitelweise, manchmal erfolgen die Sprünge auch innerhalb eines Kapitels. Das gestaltet das Lesen zunächst einmal sehr kurzweilig. Dann ist die Welt, die die Autorin geschaffen hat, eine hochinteressante, spannende, düstere aber auch sehr schöne Welt. Ich würde sie glatt als farbenfroh bezeichnen, würden in Eisenheim nicht die Farben fehlen und alles nur in schwarz/weiß/grau-Tönen erscheinen.

In Eisenheim tummeln sich u.a. sämtliche bekannten internationalen Bauwerke, die jedoch völlig andere Funktionen haben. Dann gibt es noch wunderbare Erfindungen, wie kleine Lichtplaneten, die die Bewohner begleiten oder ausgefallene Transportmittel.

Immer wieder habe ich während des Lesens darauf geachtet, etwas nachgemachtes oder abgekupfertes zu entdecken. Vielleicht ein kleiner Einfluss der Reihe um einen Zauberlehrling oder Angleichungen zu Vampir-Teenagern. Ich habe nichts finden können. Hier scheint die Autorin wirklich ihrer eigenen Fantasie freien Lauf gelassen zu haben und wenn sie durch andere Werke inspiriert wurde, dann hat sie dies so gut verwoben, dass es nicht auffällt und als Eigen durchgeht.

Ich hatte großen Spaß bei diesem Roman und war auch gar nicht scharf darauf, dass die Geschichte zu Ende geht. Denn mir sind die Figuren sehr ans Herz gewachsen und hier sind nicht nur die Hauptfiguren gemeint.

Auch die Nebenrollen habe alle eine wichtige Funktion inne und sind somit charakterlich gut ausgearbeitet und interessant.

Das Buch präsentiert der Verlag in einer gebundenen Ausgabe mit Leseband (schön!) mit einem weißen Cover, das eine pinkfarbene Schrift und Bild ziert. Dies mag vllt. die/den ein oder andere(n) abschrecken, weil es wie ein „Mädchen-Ding“ wirkt. Nicht irre leiten lassen, dass ist nicht der Fall. Ich denke eher, der Verlag wollte einen Gegensatz zum farblosen Eisenheim der Schattenwelt schaffen und das ist gut gelungen. Mir gefällt das Cover gut.

Es scheint, dass die Geschichte um Flora weiter geht, denn auf der Verlagsseite ist der Roman mit „Band 1“ beschrieben. Ich würde mich freuen, denn gerne werde ich mit Flora und ihren Wegbegleitern weiter durch Essen am Tag und Eisenheim bei Nacht streifen.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für ein Buch, dass mich sehr positiv überrascht hat. Mit soviel durchgehender Qualität und guten Ideen, geschrieben in einem sehr schönen Stil, hatte ich nicht gerechnet. Spannung, Düsternis, Verrücktes, Fantastisches uvm. hat dieses Debüt von Mechthild Gläser zu bieten. Auf nach Eisenheim!

Ich danke dem LOEWE Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Wer sich noch ein kleines Video anschauen möchte,

der sollte mach hier vorbeisehen:

Buchtrailer bei Youtube 

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© Buchwelten 2012