Blutiger Januar von Alan Parks

Blutiger Januar von Alan Parks

Erschienen als Taschenbuch
im Heyne Verlag
insgesamt 393 Seiten
Preis: 16,00 €
ISBN: 978-3-453-27188-3
Kategorie: Krimi, Thriller

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Es ist Januar 1973, als am helllichten Tag eine junge Frau auf offener Straße erschossen wird. Der Killer, ein junger Mann, jagt sich unmittelbar nach der Tat selbst eine Kugel in den Kopf. Detective Harry McCoy, dem der Mord am Tag zuvor von einem Gefängnisinsassen angekündigt wurde, versucht eine Verbindung zwischen dem Täter, dem Opfer und dem Gefangenen herzustellen. Er stößt dabei auf die Dunlops, bei der es sich um eine der mächtigsten Familie von Glasgow handelt. Und plötzlich werden McCoy Steine von seinem eigenen Vorgesetzten in den Weg gelegt …

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„Blutiger Januar“ ist ein düsterer Thriller, der einen von der ersten Seite an packt. Alan Parker ist mit seinem Debüt ein wahnsinnig rasanter und vor allem stimmungsvoller Krimi gelungen, der einen nicht mehr loslässt. Bei „Blutiger Januar“ handelt es sich um den ersten Teil einer geplanten Reihe um den Ermittler Harry McCoy, der durch seine Charakterzeichnung sehr interessant und authentisch wirkt. McCoy ist nämlich nicht der typische Polizist, der auf legalen Wegen ermittelt, sondern mit ganz anderen Wassern gewaschen. Die „Unperfektheit“ des Protagonisten ist es aber gerade, die seine Figur äußerst sympathisch und lebensecht macht. Die Atmosphäre gestaltet sich während des gesamten Plots als äußerst düster und deprimierend. Die Beschreibungen sind nicht immer zimperlich, wenn McCoy Tatorte oder Bordelle besucht und unterstreichen die trostlose Stimmung nochmals.

Man sieht eigentlich während des kompletten Romans eine Art Film Noir vor seinem inneren Auge und spürt die Missstände jener Zeit, die aber hervorragend in die Handlung mit eingebaut wurden, ohne je belehrend zu wirken. Hinzu kommt noch das geschilderte Privatleben McCoys, das meiner Meinung nach eigentlich noch viel mehr Tiefe hätte bekommen können und die Gesamtstimmung des Buches noch unterstreicht. Alan Parks schreibt sehr bildhaft. Besonders die Dialoge der Protagonisten haben es mir angetan, denn die sind sehr lebensecht und lesen sich so flüssig, dass man teilweise alles um sich herum vergisst und tatsächlich meint, ein Drehbuch für einen Film zu lesen. „Blutiger Januar“ liest sich definitiv nicht wie ein Debütroman, sondern eher wie ein routinierter Thriller von einem, der schon wesentlich mehr Erfahrung in Spannungsaufbau und Charakterzeichnung aufweist. Die Handlung stellt zwar nicht unbedingt eine Innovation um Thrillerbereich dar, aber es ist eindeutig der gelungene Schreibstil und die hervorragend vermittelte Atmosphäre der 70er Jahr, die dieses Buch zu etwas besonderem machen.

Was mir auch sehr gut gefallen  hat, war die Entwicklung des Protagonisten, dass er sich seinem Vorgesetzten widersetzte und auf eigene Verantwortung weitermachte. Sicherlich ist auch diese Idee keine neue, aber Alan Parks hat sie sehr gut und glaubwürdig umgesetzt. Für viele Leser könnte „Blutiger Januar“ aufgrund der Gewaltdarstellungen und sexueller Handlungen ein wenig unbequem sein, doch genau diese Zutaten machen ein „dreckiges Buch“ aus diesem Pageturner. Und diese Szenen passen schlichtweg in den gesamten Plot, so dass sie einen großen Teil der von mir angesprochenen düsteren Stimmung ausmachen. Parks behält dabei auch immer die Oberhand über seine Darstellungen und gleitet nie ins Niveaulose ab, selbst wenn die Beteiligten in Gossensprache reden. Das beherrscht definitiv nicht jeder Autor auf diese Art und Weise. Alan Parks hat mich mit seinem Debüt-Thriller absolut überzeugt und  mich sofort zum Fan gemacht. Ich freue mich schon sehr auf die Weiterführung von McCoys Ermittlungen. Ich kann mich immer nur wiederholen, dass mich die Atmosphäre und die Hauptfigur von „Blutiger Januar“ von Anfang bis Ende in ihren Bann gezogen haben.
Mord, Selbstmord, ausschweifende Sex- und Drogenpartys, Erpressung, Korruption, politische Verstrickungen und Gewalt – all diese Dinge finden sich in „Blutiger Januar“ und erschaffen eine vollkommen neue Welt im Kopf des Lesers.

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Fazit: Beeindruckendes Thrillerdebüt, das mit einer durchgehend düsteren Stimmung punktet.

© 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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Jenseits von Wut von Lucie Flebbe

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Erschienen als Taschenbuch
im Grafit Verlag
insgesamt 309 Seiten
Preis: 12,00 €
ISBN:  978-3-89425-587-9
Kategorie: Kriminalroman

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Gerade noch sollte Edith „Eddie“, hübsch aufgestylt mit Ihrem künstlichen Zopf, in der Edel-Muckie-Bude Ihres Gatten Häppchen reichen, als sie auf einmal auf der Straße steht. Ihre Tochter Lotti und sie sind mehr als Hals über Kopf aus dem ehelichen Haus geflüchtet. Auslöser ist ein böser Streit mit Ihrem Mann, denn der ist nicht nur verletzend, sondern wirklich beleidigend. Im Nachhinein überlegt, war so eine Flucht längst nötig, so ein Ekelpaket wie Philipp geworden ist.

Doch was nun? Eddie braucht eine Wohnung, muss wieder arbeiten. Eigentlich ist sie nicht so wild darauf, wieder bei der Polizei zu arbeiten, doch was bleibt ihr für eine Wahl? Sie kann Teilzeit wieder einsteigen, sofort sogar, denn es ist Not am Mann. Dass Eddie nicht nur für einige Stunden Schreibarbeiten übernimmt, sondern sofort in eine Mordermittlung einsteigt, ist nicht der Plan. Doch genau so kommt es: Vor dem Jobcenter wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die brutal erschlagen wurde. Und die Mordkommission braucht jede Unterstützung. Und somit ist Eddie von einen Moment auf den anderen wieder mitten drin…

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Bislang habe noch keinen Roman von Lucie Flebbe gelesen. Doch da es sich um den ersten Teil einer neuen Reihe handelt, war der Einstieg natürlich kein Problem. Mir gefällt der Schreibstil der Autorin ganz gut. Mit Witz und Humor aber auch Biss und Brisanz geht Flebbe an die Handlung des Romans heran.

Wir lernen die unterschiedlichsten Personen kennen und gerade die Nebencharaktere, wie z.B. „Mütze“, die völlig überlastete Mutter und Betreuerin, die Eddies neue Nachbarin wird, gefällt mir sehr gut. So gar nicht bieder und Mainstream, sondern schräg und etwas abgedreht. Aber eben herzensgut und einfach ein toller Mensch. Solche Figuren mag ich.

Der Handlungsstrang ist durch einen ständigen Blickwechsel zwischen Eddie und Zombie sehr abwechslungsreich und auch spannend aufgebaut. Der Roman ist sehr kurzweilig und man fliegt recht schnell durch die Seiten.

Mich hat der Nebenstrang um die Entwicklung der Protagonistin Eddie irgendwie mehr gereizt, als die Arbeit in der Mordkommission, was aber vielleicht auch daran lag, dass mir der Kollege und Vorgesetzte eher nicht so sympathisch war/ist. Was wiederum wohl von der Autorin so gewollt ist.

Im Zuge der Ermittlungen werden verschiedene Spuren verfolgt und Fäden ausgeworfen, die Entwicklung ist sehr schon unvorhersehbar, sodass die Lektüre nicht langweilig oder gar zäh wird.

Lucie Flebbe geht hier Vorurteile geschickt an und hält sie dem Leser ganz gut vor Augen. Denn es steckt oft viel mehr in oder „hinter“ Menschen als man auf den ersten Blick zu glauben vermag. Dass finde ich sehr gelungen.

Darum gebe ich hier gerne eine klare Leseempfehlung für den Roman/Krimi einer Autorin, die ich bislang noch so gar nicht ins Auge gefasst hatte. Aber man lernt ja bekanntlich nie aus und sollte immer offen für neues bleiben.

© Buchwelten 2018

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Der Outsider von Stephen King

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OutsiderErschienen als gebundene Ausgabe
(mit Lesebändchen)
im HEYNE Verlag
insgesamt 752 Seiten
Preis:  26,00 €
ISBN: 978-3-453-27184-5
Kategorie: Mystery, Thriller, Horror

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Sehr schnell steht fest, dass es Terry Mailand war, der den 11-jährigen Frankie Peterson auf die brutalste Weise geschändet und ermordet hat. Terry Maitland, Vorzeigebürger der Kleinstadt Flint City, ist als Englischlehrer und Trainer der Jugendbaseballmannschaft sehr beliebt, glücklich verheiratet und Vater von 2 Mädchen. Und doch sprechen sämtliche Indizien und forensischen Beweise eindeutig dafür, dass Terry diesen bestialischen Mord begangen hat.

Auf Grund der wasserdichten und mehr als eindeutigen Beweise beschließen Detective Ralph Anderson und Staatsanwalt Bill Samuels die Festnahme in aller Öffentlichkeit vorzunehmen und Terry Maitland für seine Tat bloßzustellen. Terry Maitland hat ein Alibi und auch Zeugen, die bestätigen, dass er zum Tatzeitpunkt nicht in der Stadt war. Aber die Beweise, dass er dennoch augenscheinlich die Tat begangen hat, sind glasklar. Die Obduktion am Leichnam des Jungen bestätigt dies zudem. Zeugen, die Terry Maitland in Flint City sogar mit dem Opfer gesehen haben, untermauern den Tatverdacht auch noch.

Und dennoch. Im Laufe der Ermittlungen tauchen immer mehr sonderbare Ungereimtheiten auf und stellen die vorliegenden eindeutigen Beweise trotzdem in Frage. Wie kann es sein, dass Maitland ganz offenbar zeitgleich an zwei Orten war …?

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Sicherheitshalber gebe ich eine Spoiler Wahrung ab. 😉

Ja, ich bin Stephen King Fan. Dennoch gibt es einige Romane von ihm, die ich nicht so berauschend fand. Und es gibt solche, die richtig gut waren, wo er jedoch meiner Meinung nach die Enden vergeigt hat. Die letzten Romane, die ich von ihm gelesen habe, waren jedoch durch die Bank alle richtig gut. Der „neue“ King, ich finde seine Geschichten klasse. Er hat es immer noch drauf, zu fesseln, das Grauen zu beschreiben und Unheimliches mit Unfassbarem zu kombinieren. Nach der Mr. Mercedes-Reihe hat mir auch „Sleeping Beauties“ sehr gut gefallen. Der war aber gegenüber diesem Roman hier ein Schmusebuch.

Mit „Der Outsider“ knüpft King eher an das Grauen der Trilogie um Brady Hartsfield (Mr. Mercedes) an. Und wenn ich Grauen schreibe, dann meine ich das wörtlich. In diesem Roman gibt es Stellen, die sind wirklich nichts für schwache Nerven. Es werden Dinge beschrieben, die kann und will man sich gar nicht vorstellen. Schockierend, Übelkeit erregend, schrecklich grausam und detailliert beschrieben.

Dieser Roman ist ein wirklicher Horror-Thriller, der sehr forensisch, aber auch übernatürlich ist. Er sprengt die Grenzen unserer Denkweise und stellt den Leser vor Phänomene, die nicht erklärbar sind. Stephen King verknüpft hier so geschickt alte Legenden und Sagen aus der mexikanischen und indianischen Kultur mit unserer Neuzeit, dass man nicht dran glauben will, es aber zwangsläufig muss. Es gibt eine typische amerikanische King-Stimmung, tolle Schauplätze wie staubige Farmen oder verlassene Orte, an denen es nur so knistert vor Spannung und Angst.

Was mir persönlich wahnsinnig gut gefallen hat ist auch, dass King hier einer ganz wichtigen Person aus der Mr. Mercedes-Reihe eine beachtliche Rolle zuschreibt. Diese Figur ist bestimmt allen Lesern der Trilogie sehr ans Herz gewachsen und sie gibt diesem Roman hier das gewisse Etwas. Mein Herz hat einen Freudensprung gemacht, als jemand den Telefonhörer in die Hand nahm, es am anderen Ende erst läutete und sich dann eine Stimme mit den Worten „Finders Keepers, Guten Tag“, meldete.

Mehr soll nicht verraten werden, lest diesen Roman unbedingt selbst. Ich gebe hier nicht nur allen Stephen King Fans eine absolute Leseempfehlung: Horror, Thriller, Mystik, Grauen, aber auch sehr viel Gefühl bietet dieser Roman in geballter Form, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Ich war sehr traurig, als ich nach ca. 750 Seiten diese Menschen aus Flint City wieder verlassen musste.

© Buchwelten 2018

 

Das ist das Originalcover. Ich muss sagen, dass sich Heyne da sehr schön an das Original gehalten hat 👍

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https://www.stephenking.com/

https://www.stephen-king.de/

https://www.kingwiki.de/index.php/Hauptseite

 

Stille Sünden von Silke Ziegler – Sina Engel II

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Erschienen als Taschenbuch
im Grafit Verlag
insgesamt 315 Seiten
Preis: 12,00 €
ISBN: 978-389425-588-6
Kategorie: Krimi

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Sina Engel ist mittlerweile stolze Mama, bekanntlich leider alleinerziehend und wieder voll berufstätig. Dennoch genießt sie ihre Mutterrolle sehr und darum geht ihr der neue Fall auch sehr an die Nieren.

Ein 11-jähriger Junge ist verschwunden. Offensichtlich ist er von zu Hause weggelaufen, jedoch kann sich keiner erklären, warum er das getan hat. Keine Probleme in der Schule oder mit seiner Mutter. Der Winter steht vor der Tür und das ist natürlich für einen kleine Jungen sehr gefährlich.

Als wären diese Ermittlungen nicht genug, wird auch noch ein Flüchtling direkt vor der Asylunterkunft erschossen. Grundlos wie es scheint. Der Schütze entkommt, die Suche beginnt.

Wieder einmal bekommt Sina Engel Unterstützung aus Heidelberg. Und zwar wird ihr kein anderer zugeteilt als Matthias Sommer. Genau der Kollege, mit dem sie schon einmal ermittelt hat und der ihr, als sie hochschwanger war, zur Seite stand. Damals hatte es schon geknistert zwischen den beiden. Doch nicht nur die Schwangerschaft und Carlos Tod hatten Sina damals vorsichtig sein lassen. Matthias war der Partner von ihrem verstorbenen Lebensgefährten und der hat leider einen Ruf als Schürzenjäger. Nach der Geburt von Sinas Kind hatten die beiden erst Kontakt gehalten, doch Sina hat ihn im Sande verlaufen lassen. Aus Angst … vor was? Einer neuen Liebe, einer neuen Beziehung ….

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Der zweite Fall um Sina Engel gefällt mir noch viel besser als der erste Teil. Das Thema ist schon heftig und ich weiß, wie schwer es ist, dieses Thema anzupacken und in einem Roman zu behandeln. Die Gratwanderung zwischen Grausamkeit und Gefühl ist nicht leicht (mein Mann hat selbst einen Roman zu diesem Thema verfasst). Silke Ziegler ist hier nicht seicht und hält mit der krassen Realität nicht hinterm Berg, also nichts für zu schwache Lesernerven.

Denn zweiten Handlungsstrang um den erschossenen Flüchtling lässt sie parallel laufen und wie sich die Stränge verbinden, bleibt abzuwarten und wird an dieser Stelle nicht verraten.

Auch der private Einblick in Sina Engels Leben kommt nicht zu kurz und, auch wenn sie nach wie vor sehr emotional ist, gefällt sie mir hier besser als im ersten Teil. Dort war sie mir ab und an zu weinerlich, das gibt sich in diesem Teil hier. Mir war sie viel sympathischer, wobei die Hormone und der Alltag ihr nach wie vor oft ein Schnippchen schlagen. Das liegt aber in der Natur einer jungen Mutter, die Arbeit und Baby handeln muss und dazu immer  noch den Vater ihrer Tochter betrauert. Dies alles macht aber richtig Spaß und nimmt den grausamen Momenten immer wieder ein wenig den Schrecken. Der Leser kommt zur Ruhe, kann mal durchatmen und sich erholen.

Fazit: Ein sehr guter und spannender Krimi, der mich überzeugt und gefesselt hat. Stellenweise sehr schlimm und krass, aber dennoch sehr real. Das hat Silke Ziegler wirklich gut gemacht. Weiter so!

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© Marion Brunner_Buchwelten 2018

Müritz, Mord und Mückenstich von Charly von Feyerabend

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Charly von
Erschienen als Taschenbuch
im Emons Verlag
288 Seiten
11,90 €
ISBN: 978-3-7408-0391-9
Kategorie: Krimikomodie

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Frieda ist Journalistin, Frieda ist schwanger und Frieda ist campen an der Müritz. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern. Back to Nature ist toll, dass sagt ihr Gatte. Ganz toll, denkt Frieda, denn sie hasst Campen.

Doch als Frieda auf Ihrer Parzelle in ihrer Hängematte einen Toten findet, da scheint nun doch ein bisschen Schwung in den langweiligen und unspektakulären Campingalltag zu kommen. Sofort sind ihr Ermittlergeist und ihre Spürnase aktiviert und Frieda will unbedingt mehr über den Toten und seinen ominösen Abgang herausfinden. Denn Frieda findet, dass der Fall durch die örtliche Polizei viel zu schnell abgehakt wird.

Sie knüpft Kontakte, schnüffelt ein bisschen hier und ein bisschen da. Das sie schwanger ist und eigentlich mit ihrer Familie da ist, vergisst sie zwar nicht, aber so wirklich wichtig nimmt sie diese Dinge auch nicht.

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Die Autorin Charly von Feyerabend hat hier einen humorvollen Frauenkrimi abgeliefert, der sicher eine abwechslungsreiche Urlaubslektüre ist. Witzig, frech und lustig geschrieben lässt sie ihrer Protagonisten die kleine „Mamanase“ in so ziemlich jede Angelegenheit stecken, die sie nichts angeht.

Man erhält einen amüsanten Einblick in das Leben auf einem Campingplatz mit seinen schönen und unschönen Seiten (Gemeinschaftswaschräume … ) und das „Gekungel“, was offensichtlich an diesen Orten nicht unnormal ist. Hier leben viele verschiedene Menschen zusammen auf einem kleinen Fleck Natur in Zelten oder Mobilheimen. Viele als Dauercamper, die ein gewisses Herrschaftsrecht für sich beanspruchen und die Camper, die einfach so dort verweilen, mit einem Naserümpfen so gerade akzeptieren.

Man liest aus meinen Worten, dass es sich hier wirklich um einen Krimi der humorvollen und etwas ausgefalleneren Art handelt. Das macht sich auch in der sehr umgangssprachlichen Ausdrucksweise der Autorin bemerkbar. Es gibt sehr viel hihi, höhö, argh, grmpf, etc. Der Ehemann ruft Frieda z.B. ständig Schahatz. Für mich ist diese Art von Comic-Schreibstil leider nichts, ich mag es nicht, mir ist es zuviel und es nervt mich ab einem gewissen Punkt leider nur noch.

Meine Erwartungen hat das Buch in dem Fall insoweit einfach nicht erfüllt, aber ich hatte wohl auch einfach andere Vorstellungen. Aber es gibt viele Leser, die gerade das toll und lustig finden, sich genau von solch einem lockeren, flockigen Sprachgebrauch mitreißen lassen und ihn genießen und die aus dem Schmunzeln oder Lachen nicht herauskommen.

Im Anhang des Krimis gibt es noch viele Seiten mit leckeren Camping-Rezepten, die aber auch für Nicht-Camper lecker sind. Ich selbst habe einiges gefunden, was mich neugierig macht.

Fazit: Eine Kriminalkomödie geschrieben in einem sehr lockeren, umgangssprachlichen Schreibstil, der sicher Geschmackssache ist. Eine kurzweilige Urlaubslektüre rund um den Campingplatz und seine unterschiedlichsten Bewohner und Gäste.

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© Marion Brunner_Buchwelten 2018

Grappa und die acht Todsünden von Gabriella Wollenhaupt

GrappaErschienen als Taschenbuch
im Grafit Verlag
insgesamt 221 Seiten
Preis: 8,50 €
ISBN: ISBN 978-3-89425-267-0
Kategorie: Krimi

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Es werden 7 Leichen in einer Villa gefunden, drappiert und hergerichtet wie beim Abendmahl. Natürlich ist Grappa so ziemlich die erste, die davon Wind bekommt. Es stellt sich recht schnell heraus, dass jedem Toten eine der sieben Todsünden zugesprochen wird, denn der Mörder nimmt zu Grappa Kontakt auf.

Dieser wird unterdessen eine junge Blondine an die Seite gestellt, die im Verlag lernen möchte. Zunächst ist Grappa alles andere als begeistert von dem Blondchen, doch recht schnell mag Grappa das Mädel dann doch gut leiden. Sie ist zwar blond, aber alles andere als doof.

Und dann gibt es da noch einen adoptierten Kater, einen neuen Nachbarn und einen attraktiven Typen mittleren Alters, der Grappa umwirbt.

Also, eigentlich alles beim Alten. Richtig gut was los in Grappas Leben ….

*  *  *

Und wieder ein Grappa der älteren Generation, diesmal aus dem Jahr 2002. Dieser Titel ist im Grafit Verlag sogar noch neu als Printausgabe erhältlich.

Für einen Grappa-Krimi war dieser Roman sogar relativ lang und er war so richtig schön verzwickt. Im Zuge meiner eigenen Ermittlungen kam ich zwischendurch auf 3 oder 4 Tatverdächtige und die Auflösung des Falls war sehr gut gelungen. Gabriella Wollenhaupt hat in diesem Teil die Fäden schon weit gesponnen und ausgeworfen, es war spannend bis zum Schluss.

Zum Charakter der Protagonistin muss ich ja eigentlich nicht mehr viel sagen. Ich habe mich ja in meinen bisherigen Rezensionen schon zur Genüge über sie ausgelassen. Im Verlag hat der Fotograf mal wieder gewechselt, gut drauf ist der aber auch.

Diesmal gibt es zum Thema die Religion, denn die 7 Todsünden sind ja ziemlich biblisch. Grappa zeigt in diesem Teil auch relativ viel Gefühl (also nette) sowohl für die kleine Blondine, als auch für den adoptierten Eberhard, mit dem sie sich sogar recht angeregt unterhält. Das hat ein bisschen was von Francis (Akif Pirincci), macht aber viel Freude.

Ich kann es nur wiederholen. Ich mag die Krimis um die Journalistin sehr gerne. Denn sie verbinden immer wieder brisante Themen, die real und greifbar sind mit einer tollen Protagonistin, die überhaupt nicht typisch ist, sondern eben einfach Grappa!

© Marion Brunner_Buchwelten 2018

Killt Grappa! von Gabriella Wollenhaupt

Killt Grappa!
Erschienen als Taschenbuch 1996
im Grafit Verlag
insgesamt 212 Seiten
Preis: 7,99 € Ebook (neu nur noch als Ebook verfügbar)
ISBN: 978-3-89425-066-9
Kategorie: Krimi

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Maria Grappa, Journalistin und Polizeireporterin, berichtet – natürlich – wieder als eine der ersten, als der bekannte Bierstädter Schönheitschirurg Dr. Oktavio Grid Opfer eines brutalen Mordes wird. Er wird tot im heimischen Ehebett aufgefunden und wurde auf fieseste Weise abgeschlachtet.

Die Ehefrau des Toten gesteht den Mord relativ schnell. Ein Racheakt einer gedemütigten Ehefrau? Ganz so sieht die Sache aus. Doch Grappa sieht die Sache ganz und gar nicht so einfach und klar. Zu unkompliziert scheint sich der Fall aufgelöst zu haben.

Gemeinsam mit Kommissar Nikolaus Kodil, den Grappa auch ein kleines bisschen näher kennt, und dem Fotografen „Turkey“ bohrt sie tiefer und landet in einem Knoten aus Schönheitschirurgie, Satanismus, Rache und Körpertherapie …

* * *

Ich lese ja bekanntlich sehr gerne die „Grappa“-Romane, weil sie immer rasant, bissig und voll von (oft schwarzem) Humor sind. Grappa ist so eine „Marke“ für sich. Die Journalistin mit der lockeren Klappe, die immer schlagfertig, aber auch ein ganz kluges Mädchen ist, die Männer, gutes Essen und guten Wein mag und für eine gute Story so ziemlich jeden – auch gefährlichen Weg – einschlägt.

Ich habe mich sehr gefreut, als mein Mann mir 2 der älteren Roman geschenkt hat. Hier ist der 7. Band, der geschrieben und veröffentlicht wurde. Grappa war damals charakteristisch schon genauso drauf wie heute. Die Vorgesetzten und die Kollegen sind noch andere, die Fotografen scheinen im „Bierstädter Tageblatt“ auch mal öfter zu wechseln. Die Bäckersfrau heißt noch Scholz, statt Schulz, scheint mir aber irgendwie schon dieselbe zu sein … und der Grafit-Verlag hat noch auf rein weißem Papier gedruckt.

Die Handlung ist auch hier wieder sehr spannend, rasant und auch nicht immer leichte Kost. Denn es geht auch schon einmal heftig zur Sache. Aber Gabriella Wollenhaupt hat hier ja ein unheimliches Händchen, diese schrecklichen Themen in eben dieser herrlichen „Grappa-Manier“ zu schreiben. So ist es auch hier mit den Themen Satanismus, Opferung, Kindesmisshandlung und schwarzen Messen. Immer wieder bringt die Autorin den Leser runter mit ihren entweder klassischen Grappa-Sprüchen oder einfach einem guten Essen oder einem ruhigen, ernsten Gespräch. Denn auch das kann diese vielseitige Protagonistin sehr gut.

Und sorry, eventueller Spoiler: Aber als Grappa in der Schwarzen Messe spioniert und mit „Hadschi Alef Omar“ antwortet, da habe ich mich fast nass gemacht vor Lachen. Das war so eine geniale Situationskomik, einfach spitzenmässig.

Mir gefallen auch die älteren „Grappa“-Romane sehr gut, sodass ich sie mir nach und nach alle noch zulegen werde. Derzeit lese ich einen weiteren Roman aus der Reihe, diesmal aus dem Jahre 2002. Ich bin also etwas gesprungen. Ich werde natürlich berichten ☺

Der Grafit Verlag verlegt diesen Roman (leider) nur noch als Ebook. Ich selbst bin ja gar kein Freund eben solcher und ich habe auch keinen Reader. Aber für solch – Zitat #joachimkörber – „Komplettistenraubtiere“, gibt es sehr schöne Plattformen, auf denen man gelesene Bücher für kleines Geld in tollem Zustand ergattern kann (z.B. rebuy) und natürlich nicht zu vergessen die vielen Buchmärkte, die immer wieder stattfinden.

© Marion Brunner_Buchwelten 2018

Das Haus zur besonderen Verwendung von John Boyne

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Erschienen als Taschenbuch
im Piper Verlag
560 Seiten
12,00 €
ISBN: 978-3-492-27265-0
Kategorie: Belletristik

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Der 16-jährige Georgi lebt in ärmsten Verhältnissen mit seinen Schwestern in einem kleinen Bauerndorf in Russland. Als der Vetter des Zaren mit seiner Armee durch das Dorf kommt, verhindert Georgi ein Attentat auf den Oberbefehlshaber.

Das dies eher zufällig geschah ist offensichtlich irrelevant und scheint niemanden sonderlich zu interessieren. Denn als Dank lässt Zar Nikolaus II. Georgi nach St. Petersburg bringen, direkt in das Winterpalais. Er soll als Leibwächter für den Zarewitsch seine Dienste tun. Den jungen Zarensohn beschützen und ihm gleichzeitig ein Gesellschafter sein. Denn die beiden trennen nur 5 Jahre Altersunterschied.

Für Georgi ist dieser Umzug in den Palast des Zaren natürlich nicht nur aufregend, sondern auch ein Kulturschock. Hat er bislang im Dreck mit seinen Schwestern auf dem Boden geschlafen, trifft er nun auf Prunk, Protz und Reichtum.

Kurz nach der Ankunft im Winterpalais trifft Georgi auf die jüngste der vier Zarentöchter Anastasia und verliebt sich augenblicklich in sie. Diese erwidert seine Liebe, doch es ist gefährlich. Diese Verbindung ist verboten und darf nicht auffliegen. Eine „von Gott Auserwählte“ kann keine Beziehung zu einem Bediensteten führen. Doch Georgi ist bereit alles für seine liebste Anastasia zu tun …

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Achtung, eventuelle Spoilergefahr!

Beginnt der Roman im Jahre 1915 in Russland, so endet er in den 80er Jahren in England. Eine große Zeitspanne liegt dazwischen und gemeinsam mit dem Erzähler Georgi springen wir durch die Jahre immer vor und zurück. Aber nicht immer zu den gleichen Jahren.

Wir erleben sein Leben und sein Älterwerden, begleiten ihn und seine Liebe Anastasia durch deren Leben und erleben viel schönes und noch viel mehr schreckliches.

Ich muss sagen, dass ich mich nicht wirklich mit der russischen Geschichte auskenne. Natürlich wusste ich, dass es dort früher Zaren als Regenten gab, viel mehr jedoch nicht. John Boyne hat sehr gut recherchiert. Denn ich habe natürlich dann einiges nachgelesen und die komplette Familie der Romanows ist korrekt dargestellt und benannt, alle Namen stimmen. Die der Zarin, der Kinder, sogar die Krankheit des Zarewitsch ist nicht erdacht.

Als ich dann über den Namen Rasputin stolperte, musste ich lächerlicherweise erstmal an Boney M. denken: Ra Ra Ra Rasputin, Lover of the Russian Queen … wurde da gesungen und schau an: meine Recherche daraufhin ergab, dass Rasputin sich wirklich im Palais herumtrieb und eine sehr zwielichtige Gestalt war, die immer um die Zarin herumschlich. Vater Gregori, sein eigentlicher Name, war eine düstere Figur, die im Laufe der Handlung nicht nur dem Protagonisten Georgi unheimlich war.

Die Geschichte ist natürlich sehr umfassend und hat mich absolut gefesselt. Boyne hat eine sehr schöne Atmosphäre erschaffen, stimmungsvoll hat er die Geschichte um das Leben und den Niedergang der prächtigen Zarenfamilie geschildert.

Zu viel möchte ich nicht verraten, denn der Roman ist nämlich sehr vielseitig, ausführlich, abwechslungsreich und absolut lesenswert.

John Boyne ist auch einer der Schriftsteller, der sich nicht nur auf ein festes Genre einlässt. Er schreibt, wozu er Lust hat. Erzählt einfach die Geschichte, der er gerade erzählen will. Ich habe fast alles von ihm gelesen und jeder Roman ist anders, eigenständig.

Mein Fazit: Eine sehr schöne gefühlvolle, stimmungsvolle und aufwühlende Geschichte um zweier Leben, beginnend in Russland und endend in England und mit ganz viel dazwischen.

© Marion Brunner_Buchwelten 2018

Blutmöwen von H. Dieter Neumann

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Blutmöwen
Erschienen als Taschenbuch
im Grafit Verlag
insgesamt 220 Seiten
Preis: 12,00 €
ISBN: 978-3-89425-577-0
Kategorie: Krimi

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Der Bauer Enno Brodersen wird neben seinem Kornfeld mit einem Loch in der Brust tot aufgefunden. Sein Jagdgewehr liegt neben ihm. Nun, beliebt war der Alte im Dorf nicht. Ganz im Gegenteil. Keiner mochte ihn, er hat sich mit allen angelegt und auch seine Kinder scheinen einfach nur froh und erleichtert, dass der Alte endlich fort  ist.

Helene Christ übernimmt gemeinsam mit ihrem deutsch-türkischen Kollegen Nuri Önal die Ermittlungen und hat es nicht einfach. Bereits in ersten Gesprächen mit den Angehörigen stößt sie auf große Mauern, die sie nicht zu durchbrechen vermag.

Was geschah dort in dieser Familie, welche Geheimnisse birgt sie. Wer hatte Nutzen vom Tod des Alten?

Fragen über Fragen, die Christ versucht zu beantworten …


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Dies ist der fünfte Fall um die Ermittlerin Helene Christ und ich habe keinen einzigen davor gelesen. Denn ich lese eigentlich keine Küsten-Krimis, wahrscheinlich weil ich am Niederrhein lebe ☺. Und genau aus dem Grund hatte ich das Buch auch im Frühjahrsprogramm des Verlages gar nicht ausgewählt. Nun, da ich es dennoch erhalten habe, habe ich dann natürlich auch gelesen.

Für das Verständnis der Handlung war es kein Nachteil, dass ich die ersten Bände nicht kenne. Immer wieder wurden kleine Hinweise eingestreut und auf die Vorgänger hingewiesen. Außerdem gibt es im Anhang einer Übersicht der Bücher des Autors, wo mir die kurzen Inhaltsangaben dann einen kleinen Einblick gegeben haben.


Für mich ist „Blutmöwen“ von H. Dieter Neumann ein klassischer Krimi. Ein Toter, verschiedene Verdächtige, erst einmal kein Durchblick, immer mehr Fäden die ausgeworfen werden und gegen Ende löst sich alles nach und nach auf und immer mehr „aha-Effekte“ stellen sich ein.

Ich fand es manchmal ein wenig zu offensichtlich, wie der Autor sein Wissen über Segelschiffe einbringen wollte und die vielen Fachbegriffe, die mir dann unterkamen, war mir einerseits nicht nur zu hoch und völlig fremd, sondern auch egal. Ich wollte einen Krimi lesen und kein Sachbuch über alte Segelschiffe und deren Benutzung. Aber da habe ich mal einfach drüber weggelesen.

Was mich dann jedoch neugierig gemacht hat, der Hinweis auf die (dunkle) Geschichte der Flensburger Polizeidirektion. Da habe ich dann gleich eine Suchmaschine dazu befragt und der Text des Online Lexikons entsprach dann leider ziemlich exakt dem des Buches. Aber die Bilder waren sehr interessant.

Fazit: Ein solider Krimi, der sich flott liest und auch sicherlich gut geschrieben ist. Einiges hat mich persönlich gestört, ich komme aber – wie gesagt – auch nicht von der Küste ☺

© Marion Brunner_Buchwelten 2018

Ein eindeutiger Fall von Andreas Hoppert

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Erschienen als Taschenbuch
im Grafit Verlag
insgesamt 316 Seiten
Preis: 12,00 €
ISBN: 978-3-89425-575-6
Kategorie: Krimi

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Marc Hagen, zwar Rechtsanwalt, jedoch ohne Kanzlei, Anstellung oder gar Mandanten, überlegt nicht lange, als er gefragt wird, ob er eine Pflichtverteidigung übernehmen möchte, da der eigentliche Strafverteidiger kurzfristig verstarb. Natürlich sagt er zu. Er ist froh, mal wieder einen Fall zu übernehmen, denn seine Kanzlei hatte er ja nun nicht freiwillig geschlossen. Und die Tagesbetreuung seiner Ziehtochter im Teenageralter erfüllt ihn einerseits überhaupt nicht und ist anderseits auch überflüssig. Denn wie erwähnt ist Lizzy ja kein kleines Mädchen mehr.

Der Fall, den Marc Hagen übernehmen soll, scheint eindeutig und absolut klar. Der Angeklagte soll seine Tochter Monja ermordet haben. Die Indizien sprechen alle dafür. Dass die Mutter des verstorbenen Mädchens ausgerechnet Marcs Jugendliebe ist, ist natürlich ein Zufall der besonderen Art.

Marc bekommt die Ermittlungsakten und liest sich ein. Doch je weiter Marc Hagen gräbt und mit dem vermeintlichen Täter spricht, desto größer werden die Zweifel des Anwalts. Denn so klar und eindeutig scheint dieser Fall auf den zweiten Blick absolut nicht zu sein.

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Dies ist mein dritter Roman von Andreas Hoppert und ich lese ihn sehr gerne. Dass er Jurist ist und als Richter arbeitet, liest man unbedingt heraus. Okay, er arbeitet als Richter am Sozialgericht und nicht als Richter in Strafprozessen, doch Spaß hat er an diesem Bereich alle mal.

Hoppert hat mit seinem Marc Hagen einen sehr netten, charakterstarken Protagonisten geschaffen, der nicht aufgibt und sehr echt rüberkommt. Sei es in seinem Umgang mit der Ziehtochter, seiner Lebensgefährtin, die „die Kohle nach Hause bringt“ (und ihn das auch spüren lässt) oder mit seinem Mandanten.

Ich hatte meinen größten Spaß jedoch vor Gericht, als Marc Hagen einen Zeugen komplett zerlegt hat. Ich saß während dieser ausgesprochen langen Szene mit einem staunenden Dauergrinsen hinter meinem Buch. Denn Hoppert beschert seine Überraschungen nicht nur den Figuren im Buch, sondern auch dem Leser in diesem Moment.

Er hält den Spannungsbogen stramm und wirft immer wieder neue Wendungen ein, was die Handlung auch sehr kurzweilig hält. Die Menschlichkeit des Rechtsanwalts macht viel aus, zum Beispiel sein Umgang mit Lizzy, der Mutter des Opfers, der so echt und natürlich rüberkommt. Dann anderseits der ausgebuffte, sehr starke Jurist, als der er, vor allem vor Gericht, auftritt. Diese sehr gute Mischung sorgt für ein absolutes Lesevergnügen.

Fazit: „Ein eindeutiger Fall“ ist ein besonderer Fall mit vielen Wendungen, tollen Überraschungen und macht einfach nur Spaß.

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© Marion Brunner_Buchwelten 2018